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Schlaufzügel im Gelände

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Jessica Seifert

unread,
Nov 24, 2004, 10:34:05 AM11/24/04
to
Hallo,

in unserem Stall gibt es seit ein paar Monaten eine Einstellerin, die sich
eine Traberstute von der Rennbahn geholt hat. Sie nimmt sowit ich weiss
einmal die Woche Unterricht mit ihr, geht aber hauptsächlich ins Gelände
(zumindest immer, wenn ich sie treffe). Da die Stute beim Traben den Kopf so
hochreisst, ist sie inzwischen vom Martingal zum Schlaufzügel übergegangen.
Wenn sie ihre kleine Tochter mitnimmt, werden die Zügel am Voltigurt
befestigt, dahinter sitzt die Kleine und dann kommt die Mama schön auf die
Nieren.

Nach ihrer eigenen Aussage weiss sie zwar, dass man Hilfszügel, wenn
überhaupt nur kurzfristig benützt, aber sie wolle schließlich auch ihren
Spaß haben und ohne gehe es eben nicht im Gelände.

Ich halte das, was die Frau da macht für extrem gefährlich und
unverantwortlich. Meiner Meinung nach hat das Pferd doch im dümmsten Fall
null Chance sich auszubalancieren, und ich habe nicht erst einmal gehört,
dass sowas ganz böse ausgehen kann. Das alleine wäre für mich Grund genug,
solche Experimente erst mal zu lassen und mich mal ernsthaft mit meiner RL
zu unterhalten (die wohl nichts dazu gesagt hat).
Die Frau meinte nur genervt, dass die Stute im Gelände schon öfter
gestrauchelt wäre und es wäre nichts passiert und schließlich würden sie ja
auch bergauf und -ab reiten, das ginge ja auch. Sie würde nicht sehen, dass
Schlaufzügel die Balance ihres Pferdes beeinträchtigen würden, aber man
könne ja auch nicht alles verhindern, Unfälle gebe es ja immer (Anm.: sie
lässt ihren nicht hörenden Hund auch ohne Leine am Stall laufen, der dann
schonmal über die Straße in den ca. 500m entfernten Wald abhauen und nimmt
das Risiko, dass er erschossen wird halt in Kauf).

Da mir bei soviel Ignoranz oft nicht mehr viel einfällt, wäre es nett, wenn
Ihr mal genau beschreiben könntet, wie Schlaufzügel aufs Pferd einwirken und
was passieren kann, wenn das Pferd stolpert.

Vielen Dank und viele Grüße

Jessica, die noch nie Hilfszügel benützt hat und der die verschnürten Pferde
im Gelände tierisch leid tun


Stefan Ungemach

unread,
Nov 24, 2004, 11:55:02 AM11/24/04
to
Hallo Jessica,

bei Deiner Reiterin ist vermutlich laengst Hopfen und Malz verloren,
und ueber *sie* will ich daher auch gar nicht sprechen. Du hattest
jedoch nach der Wirkungsweise eines Schlaufzuegels und deren
Uebertragbarkeit ins Gelaende gefragt.

Ein Schlaufzuegel im Gelaende ist voellig schwachsinnig. All die
Zwecke, zu denen er eingesetzt werden kann (z.B. den Weg in die Tiefe
zeigen, die Biegung gegen Widerstaende stabilisieren, bestimmten Formen
des Sichentziehens entgegenzuwirken, angehenden Springpferden das
Abtauchen beizubringen oder ein Wegdruecken des Rueckens im Absprung zu
verhindern), adressieren Probleme, die entweder nicht beim
Spazierenreiten auftreten - oder bei deren Bestehen ein Pferd nicht
reif fuers Gelaende ist.

Demgegenueber besteht in der Tat die Gefahr des
Gleichgewichtsverlustes - der muss sich ja nicht unbedingt im Umkippen
des Pferdes beim Bergauf- oder Bergabklettern (oder beim Steigen)
manifestieren. Es lang bereits, wenn das Pferd seine Fuesse nicht
optimal setzt und deshalb oefters stolpert oder Fehlbelastungen
ausgesetzt ist; beides geht mittelfristig auf die Gesundheit.

Viele Reiter missverstehen den Schlaufzuegel auch als ein Mittel, den
Kopf des Pferdes in eine bestimmte Form zu ziehen oder ein pullendes
Pferd zu halten. Ersteres zieht gewaltige Schaeden nach sich (wenn
darueberhinaus ein mit dem Kopf schlagendes Pferd nicht durch ein
Martingal daran gehindert werden kann, kann man's sowieso nicht als
reitbar bezeichnen), und das Zweite funktioniert auch nicht so richtig.
Es gibt also keinen Grund, mit dem man einen Schlaufzuegel speziell im
Gelaende rechtfertigen kann.

Ganz was anderes ist jedoch die Frage, wie denn nun ein Schlaufzuegel
wirkt, und inwiefern dies einer Verwendung im Gelaende aus technischer
Sicht entgegensteht. Denn ein nicht angenommener bzw. schnell genug
weggelegter Schlaufzuegel wirkt ueberhaupt nicht, so dass ihn ein
versierter Reiter voellig problemlos ins Gelaende mitnehmen kann. Nur
*nutzen* tut's natuerlich nix...

Bei feststehender Hand wird ueber einen Schlaufzuegel umso mehr Kraft
aufs Gebiss ausgeuebt, je mehr das Pferd seinen Kopf nach oben nimmt.
Genaugenommen seinen Maulwinkel; innerhalb gewisser Grenzen kann das
Pferd ein Hochnehmen seines Kopfes durch Engwerden in der Ganasche
kompensieren. Insbesondere bei der Arbeit am bereits anderweitig tief
eingestellten Pferd kann man ihn, aber *niemals* durch dauerhaftes
Anstehenlassen, daher verwenden, um ein Pferd daran zu hindern, sich
bei vermehrtem Vortreiben nach oben, oder bei vermehrter Biegung nach
aussen, zu entziehen.

Seine Staerke beruht schlicht in der Moeglichkeit, jederzeit unterm
Reiten durch Freigeben komplett wirkungslos gemacht, sowie gezielt
einseitig (das ist nicht nur eine Moeglichkeit, sondern gleichzeitig
eine Pflicht) eingesetzt zu werden. Ein guter Reiter kann ihn daher zu
Korrekturzwecken stets dabeihaben, ohne dass er jemals unnoetig wirken
muesste. Er ist ein sehr starkes und infolgedessen sehr schnell
wirkendes Hilfsmittel (aufgrund der drohenden Feststellung des
Pferdehalses bei verzoegertem Freigeben allerdings auch eines, das
eigentlich nachgewiesene Kandarenreife des Reiters erfordert), welches
die mit Widersetzlichkeiten bzw. festgehaltenem Herumdruecken
verbrachte Reitzeit dramatisch zugunsten derjenigen in den erwuenschten
Bewegungsmustern verringern kann. Nur muss ihn halt wirklich immer,
immer wieder sofort loslassen!

Seine Gefahr besteht erstens in der starken Verringerung der an die
Reiterhand weitergegebenen Kraefte durch den Flaschenzugeffekt. Dies
fuehrt dazu, dass der Reiter mit feinen Zuegelhilfen zu reiten glaubt,
waehrend er in Wirklichkeit sehr stark auf Kopf und Hals einwirkt.
Gleichzeitig vergroessern sich die Wege der Reiterhand; um ein Pferd am
Schlaufzuegel einen Zentimeter vorzulassen, muss die Hand deren zwei
vorgehen. Und zweitens aendert sich die Angriffsrichtung der
Zuegelkraefte nach unten; wenn die Pferde dies eine Weile am eigenen
Leib erfahren und nicht gegen die verstaerkte Kraft des Reiters
ankommen, kippen sie halt immer nach unten - auch ohne dass dies reell
durch ein Heranreiten an den Zuegel bzw. ein Aufwoelben des Rueckens
verursacht wuerde. Perfiderweise merkt der schwaechere Reiter das nicht
sofort, sondern erst spaeter - dann naemlich, wenn er sein Pferd
vermehrt aufrichten will und der Esel unverdrossen weiter auf der
Vorhand rumbrummt. Dann ist es aber zu spaet; einmal
"kaputtgeschlaufzuegelte" Pferde bringt man in aller Regel nie mehr zu
einer ordentlichen Selbsthaltung und/oder leichten Versammlungsgraden
(zu schweren erst recht nicht).

Reiten *mit* Schlaufzuegel muss man unter Anleitung lernen und ueben -
und zwar, nachdem man das Reiten *ohne* Schlaufzuegel sicher
beherrscht. Denn er ist kein Hilfsmittel fuer den Reiter, sondern eines
fuers lernende Pferd - das jedoch soll unterm Sattel von einem Reiter
lernen, der *selber* ueberhaupt keine mechanische Unterstuetzung mehr
braucht.

Wuerde man einen Schlaufzuegel ins Gelaende mitnehmen, so muss man
neben den bestens bekannten Gefahren durch missbraeuchliche Verwendung
zusaetzlich daran denken, dass er an irgendwas haengenbleiben kann,
wodurch schwere Unfaelle drohen. Ausserdem rutscht er bei einem
reiterlosen Pferd konstruktionsbedingt viel schneller Richtung Ohren
vor - er ist aber viel laenger als der Zuegel, vor allem wenn er
einseitig runterhaengt. Die Gefahr des Hineintretens ist also ungleich
hoeher; genaugenommen ist das sogar sicher vorprogrammiert.

Gruss
Stefan
--
Stefan Ungemach (www.ungemachdata.de)

"Die Intelligenz auf der Erde ist eine Konstante. Nur die Bevölkerung
wächst..."

Knut Krueger

unread,
Nov 24, 2004, 11:53:21 AM11/24/04
to

Jessica Seifert schrieb:

>
> Da mir bei soviel Ignoranz oft nicht mehr viel einfällt, wäre es nett, wenn
> Ihr mal genau beschreiben könntet, wie Schlaufzügel aufs Pferd einwirken und
> was passieren kann, wenn das Pferd stolpert.

http://www.einthal.de/artikel/schlaufz.html


Der Artikel ist zwar etwas älter aber immer noch aktuell, zumal der
Verfasser in Reiterkreisen als Ausbilder einen sehr guten Ruf hat.


.. bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass man in Zeiten von DSL den
Artikel inzwischen auch in gescannter Form online bringen kann.
Ich werde das mal so ab mitte Dezember einplanen - derzeit ist Zeit
mangelware :-)

Viele Grüße
Knut Krüger
--
Reitpark Einthal

Leitung: 1 Tierarzt und 1 Berufsreiter
Eine fachgerechte Betreuung rund um die Uhr.

Homepage: http://www.einthal.de

Chris Flipter

unread,
Nov 24, 2004, 2:59:09 PM11/24/04
to
....> Da mir bei soviel Ignoranz oft nicht mehr viel einfällt, wäre es nett,

wenn
> Ihr mal genau beschreiben könntet, wie Schlaufzügel aufs Pferd einwirken
und
> was passieren kann, wenn das Pferd stolpert.
>


Hi,

ich kann zwar nicht so genau beschreiben, wie genau ein Schlaufzügel auf das
Pferd einwirken kann - aber ich kann genau beschreiben, wie die auswirkungen
eines Schlaufzügels sich bemerkbar machen bzw. sich vor einer woche bei uns
im Stall bemerkbar gemacht haben:

Reiter steigt auf und reitet los - Pferd trabt hocherhobenen Kopfes über den
Platz - Reiter steigt ab und bringt Schlaufzügel an, der Pferdekopf
ordnungsgemäß vor der Senkrechten - Pferd, unwillig, bleibt bald stehn und
will nicht mehr vorwärts - Reiter treibt - Pferd steigt - Pferd verliert das
Gleichgewicht, stürzt hintenüber - Reiter brüllt vor Schmerz, weil er unter
dem Pferderücken liegt..... Nun steht das Pferd in der box und der reiter
leigt mit gebrochenen rippen im krankenhaus und kann noch froh sein, das
nichts Schlimmeres passiert ist.

Und das spielte sich auf dem Platz quasi aus dem Stand ab - und hier werden
Schlaufis mim Gelände benutzt - und dann noch mit Kind.....

Man sollte das Kind vor der dummen Mutter schützen.


Chris Flipter


Oliver Komhard

unread,
Nov 25, 2004, 3:41:38 AM11/25/04
to
Hi Jessica!
"Jessica Seifert" <tsch...@gmx.de> wrote in message news:<30jnvoF...@uni-berlin.de>...
Zu den Schlaufzügeln haben die anderen schon genug gesagt, aber was
mir auffiel:

> Da die Stute beim Traben den Kopf so
> hochreisst, ist sie inzwischen vom Martingal zum Schlaufzügel übergegangen.
> Wenn sie ihre kleine Tochter mitnimmt, werden die Zügel am Voltigurt
> befestigt, dahinter sitzt die Kleine und dann kommt die Mama schön auf die
> Nieren.

Das heißt, der Schlaufzügel wird festgeschnallt, wie ein
Dreieckszügel? Mit einem feststehenden Hilfszügfel ins Gelände zu
reiten ist allerdings noch mal eine Nummer gefährlicher, denn dannn
kann der Reiter noch nicht einmal im Fall der Fälle nachgeben bzw. den
Zügel ganz loslassen. Wenn das Pferd dann mal richtig strauchelt,
fällt es hin.

Gruß,
Oliver

Annekoehn

unread,
Nov 25, 2004, 5:45:03 AM11/25/04
to
Ähm....
Schlaufzügel+Voltigurt? Heisst das, sie reitet mit Kind und ohne Sattel auf
einem Pferd ins Gelände, das sie kaum halten kann?
Weil, wenn es nur ums Kopf hoch reissen geht, ist ein Martingal doch sowieso
besser, weil es, korrekt geschnallt, nur wirkt, wenn das Pferd die Nase zu hoch
nimmt.
Für alles andere würd ich sagen: Dressur mässiges Arbeiten (mit Sattel, ohne
Kind, auf Platz oder in Halle), um erst mal ein lockeres vorwärts/abwärts, und
später Anlehnung zu erreichen, alles andere neeee..... nicht als (Dauer-)
Lösung

Ich hatte ähnliches Problem: Isländer (Rennpasser)... Gelände? Nase hoch und
wech...
Also Dressur ohne Ende, inzwischen geht er in allen Gangarten am losen Zügel,
in jeweils angemessener "Haltung"... Auch wenn er immer noch gerne lossaust,
besonders, wenn er Grosspferde jagen kann... aber er "fragt" wenigstens nur
an....

Anne

Olaf Ulrich

unread,
Nov 25, 2004, 8:12:15 AM11/25/04
to
Stefan Ungemach schrieb:
> Ein Schlaufzügel im Gelände
> ist völlig schwachsinnig.

Da stimmt wohl jeder zu.


Stefan schrieb weiter:


> All die Zwecke, zu denen er

> eingesetzt werden kann ...

Hoppla?! Jetzt auf einmal?


Stefan schrieb weiter:
> z. B. den Weg in die
> Tiefe zeigen ...

Nein.


Stefan schrieb weiter:
> ... die Biegung gegen
> Widerstände stabilisieren ...

Eher nicht.


Stefan schrieb weiter:
> ... bestimmten Formen des
> Sichentziehens entgegenzuwirken ...

Ja.


Stefan schrieb weiter:
> ... angehenden Springpferden das
> Abtauchen beizubringen ...

Bestimmt *nicht*!


Stefan schrieb weiter:
> ... ein Wegdrücken des Rückens
> im Absprung zu verhindern ...

GANZ bestimmt überhaupt *gar nicht*!

Stefan, was soll der Unsinn? Als ich einmal postulierte,
es gäbe durchaus Umstände und Fälle, in denen sich
der Schlaufzügel -- in kundiger Hand -- sinnvoll ein-
setzen ließe, sprachst du mir jede Kompetenz ab und
erklärtest das für Unsinn. Und jetzt kommst du selber
daher und zählst Anwendungsfälle noch und nöcher
auf? Und dazu vorwiegend solche, die gar keine sind!?

Insbesondere den letzten Punkt mußt du mir noch
mal erklären -- wie, bitteschön, soll denn ein Pferd
abspringen, ohne zuvor den Rücken wegzudrücken?
Genau so könntest du von einem Weitspringer for-
dern, zu springen, ohne das Knie zu beugen. Der
Rückenmuskel ist derjenige, den das Pferd zum
Springen braucht -- selbstverständlich MUSS es
im Absprung den Rücken wegdrücken. Der weg-
gedrückte Rücken ist die gespannte Feder, die das
Pferd über den Sprung schnellen läßt.

Genau deshalb ist Springen mit Schlaufzügeln ja
auch komplett hirnloser Schwachsinn.


Stefan schrieb weiter:
> ... sowie gezielt einseitig (das ist nicht
> nur eine Möglichkeit, sondern gleich-
> zeitig eine Pflicht) eingesetzt zu werden.

Einseitig ist Pflicht, sehr richtig. Wie aber verträgt
sich das wohl mit der Anwendung, das Wegdrücken
des Rückens im Absprung zu unterbinden? Einseitig?
Ich muß mich schon sehr wundern ...


Stefan schrieb weiter:


> Ein guter Reiter kann ihn daher zu
> Korrekturzwecken stets dabeihaben,

> ohne daß er jemals unnötig wirken
> müßte.

Witzbold! Einen Schlaufzügel kann man ebenso wenig
dabeihaben, ohne ihn wirken zu lassen, wie eine Kan-
dare. Denn er entfaltet *immer* Wirkung -- und sei's
nur durch das Gewicht des Leders. Und wenn man ihn
braucht, dann braucht man ihn augenblicklich -- man
kann ihn also gar nicht lose herumbaumeln lassen.


Stefan schrieb weiter:
> Dies führt dazu, daß der Reiter mit feinen
> Zügelhilfen zu reiten glaubt, während er in


> Wirklichkeit sehr stark auf Kopf und Hals
> einwirkt.

Seltsam! Beim Schlaufzügel bist du imstande, dieses
Problem zu erkennen, bei der Kandare hingegen --
wo genau dasselbe Problem vorliegt -- bestreitest du
es. Du erinnerst dich an die Kandarendiskussion, die
wir beide hier vor etwa einem Jahr führten? Ich hatte
vergeblich versucht, dich auf diesen Umstand hinzu-
weisen -- "die Kandare erscheint fein nur an dem Ende
des Zügels, der nicht für das Pferd bestimmt ist". Doch
du hattest dich beharrlich geweigert, diese Tatsache
anzuerkennen.

Olaf


Stefan Ungemach

unread,
Nov 25, 2004, 12:23:27 PM11/25/04
to
Olaf Ulrich wrote:
>> z. B. den Weg in die Tiefe zeigen ...
> Nein.

Doch. Wenn Du mir nicht glaubst und selber keine Erfahrung hast, lies
bei Mueseler und Oliveira nach.


>> ... die Biegung gegen
>> Widerstände stabilisieren ...
> Eher nicht.

Sehr wohl. Natuerlich nicht, indem man einen in der Laengsachse steifen
Esel nach *innen* krummzieht - aber indem man ein bereits an den
aeusseren Zuegel gebrachtes Pferd fuer einen Moment mit dem *aeusseren*
(Schlauf-)zuegel feststellt, sobald sich Widerstaende gegen vermehrtes
Treiben in der Aufgabe der Biegung manifestieren. Die im Gegensatz dazu
gerne praktizierte Herumzuppelei am inneren Zuegel wird zwar haeufig
als "Abspielen" schoengeredet, bewirkt aber gerade einen
Anlehnungsverlust. Natuerlich muss man's koennen...:-)


>> ... angehenden Springpferden das
>> Abtauchen beizubringen ...
> Bestimmt *nicht*!

> (...)


>> ... ein Wegdrücken des Rückens
>> im Absprung zu verhindern ...
> GANZ bestimmt überhaupt *gar nicht*!

Garantiert ja. Abgesehen davon, dass man auch *das* erlernen und
beherrschen muss - ich hab's u.a. von meinem Reitlehrer, der bereits
seit 35 Jahren erfolgreich ein gruenes Pferd nach dem anderen dauerhaft
und hoechst erfolgreich in den grossen Sport bringt, und vom
Bundestrainer der jungen Reiter (Springen), von dem ich oefters mal in
den Unterricht bekomme. Sowie von Dutzenden Kollegen.

Belassen wir's also einfach dabei, dass es funktioniert - auch wenn Du
noch soviel Zeitungs- oder sonstige Artikel liest, die politisch
korrekt was anderes schreiben. Du wirst dort hoechst selten irgendwas
lesen, von dem man befuerchten muesste, dass die unbeaufsichtigte
Umsetzung durch Laien gefaehrliche Nachwirkungen haette - aber im
praktischen Unterricht sieht die Welt voellig anders aus.

Natuerlich drueckt man selbst unter Aufsicht keinem Anwaerter auf's
kleine Reitabzeichen ein junges Springpferd und einen Schlaufzuegel in
die Hand. Aber von dem erwartet man auch nicht ernsthaft die Ausbildung
eines Springpferdes - oder auch bloss, dass es unter ihm *nicht* rapide
schlechter wuerde...


> Stefan, was soll der Unsinn? Als ich einmal postulierte,
> es gäbe durchaus Umstände und Fälle, in denen sich
> der Schlaufzügel -- in kundiger Hand -- sinnvoll ein-
> setzen ließe, sprachst du mir jede Kompetenz ab und
> erklärtest das für Unsinn. Und jetzt kommst du selber
> daher und zählst Anwendungsfälle noch und nöcher
> auf? Und dazu vorwiegend solche, die gar keine sind!?

Im Gegenteil. Vorwiegend solche, die Du nicht kennst, nicht verstehst
und nicht beherrschst - wohingegen die von Dir einst aufgefuehrten bis
auf einen einzigen voelliger Unsinn sind (deswegen bleibt es auch bei
meinem Urteil ueber Deine Kompetenz <g>). Nicht dass dies verwerflich
oder auch nur selten waere; den Schlaufzuegel zu verstehen faellt den
meisten mangels Lehrmitteln, und ihn ordentlich anzuwenden mangels
ausreichender reiterlicher Basis, schwer.


> Insbesondere den letzten Punkt mußt du mir noch
> mal erklären -- wie, bitteschön, soll denn ein Pferd
> abspringen, ohne zuvor den Rücken wegzudrücken?

Gut, es ist komplizierter (allerdings hege ich die Befuerchtung, eine
genauere Beschreibung koennte dazu fuehren, dass sich Leute ohne
fachkundigen Unterricht an dieser "Anleitung" versuchen. Also, Kinder:
don't try this at home!).

Genaugenommen geht es beim ersten Punkt ()ich erklaer' Dir der
Vollstaendigkeit halber gleich beide) darum, dass ein Pferd den Ruecken
nach dem Absprung weggedrueckt *laesst*, und beim zweiten darum, dass
es bereits mit weggedruecktem Ruecken zum Absprung *kommt*. Ersteres
ist deshalb problematisch, weil der Reiter das Pferd in der Flugphase
nicht mit dem Zuegel stoeren darf und so keine *direkte*
Einwirkungsmoeglichkeit auf das Abtauchen des Pferdes hat.

So bleibt ihm bei einem evtl. weniger talentierten Pferd erstmal nur
die Moeglichkeit, kilometerweise Springreihen zu bauen und zu hoffen,
dass das Pferd die Sache von selber lernt. Das ist mit viel Verschleiss
gekoppelt - kein so grosses Problem, wenn der Esel zeitlebens sowieso
nur im A-Bereich rumhoppeln soll, aber eines, wenn ihm hoehere (sic!)
Ziele zugedacht sind.

Abhilfe schafft der Schlaufzuegel. Bei weit vorgegebener Reiterhand
laesst der das Pferd ueberm Sprung zunaechst genauso frei (BTW: immer
ein Martingal einschnallen und ihn ueber dessen Aeste fuehren - sonst
kann das Pferd einfaedeln), wenn es sich aufwoelbt, uebt jedoch einen
stufenlos zunehmenden Widerstand aus, je laenger es den Ruecken in der
Flugphase nicht "zurueckgibt". Gerade junge, unroutinierte und
aufgeregte Pferde lernen hieraus sehr schnell und kommen zu deutlich
besserer Manier.

Hierbei wird der Schlaufzuegel natuerlich auf beiden Seiten gleich weit
gefuehrt. *Angenommen* wird er hingegen genaugenommen ueberhaupt
nicht - weder einseitig, noch sonstwie.

Im zweiten Fall geht es darum, dass ein unsicheres Pferd vor dem
Absprung den Ruecken wegdrueckt und gleichzeitig die Arbeit mit der
Interhand einstellt. Es liegt auf der Hand, dass es so, wenn
ueberhaupt, nur sehr unangenehme und unsaubere Spruenge hinbekommt.
Wenn es jedoch der Sprung selber ist, der es zum Stutzen bringt, kann
man dem nur begrenzt vorbeugen und muss u.U. unmittelbar zum Sprung
sehr stark einwirken (aus der Einsicht heraus, dass *so* kein guter
Sprung herauskommt, anzuhalten lehrt das Pferd recht schnell das
Verweigern). *Hierbei* verhindert der Schlaufzuegel, dass das Pferd
flach bleibt und nach vorne ins Hindernis schrubbt - vorausgesetzt, die
Grundrittigkeit stimmt insofern, dass der Galopp des Pferdes bereits
gut entwickelt und sich der Galoppsprung *ohne* HIndernisse sicher
beliebig verkuerzen und verlaengern laesst.

Ein generell unrittiges Pferd ist nicht gegen Sprunge zu reiten; das
wird auch durch den Schlaufzuegeleinsatz nicht beser.

In diesem zweiten Fall reicht es theoretisch durchaus, den
Schlaufzuegel einseitig durchzuhalten - es ist dann jedoch schwieriger,
ihn fuer den eigentlichen Sprung wieder symmetrisch freizugeben.


> Genau deshalb ist Springen mit Schlaufzügeln ja
> auch komplett hirnloser Schwachsinn.

Ich geb's an meine Trainer weiter. Sie werden sich freuen, von Dir
hinzulernen zu duerfen - allerdings werden sie auch umgehend
nachschauen wollen, wer denn nun Olaf Ulrich ist und wie sich sein
immenses Fachwissen zum Springreiten bisher gezeigt hat. Welche
Recherchemoeglichkeiten darf ich ihnen ans Herz legen (oder soll ich
ihnen allen Ernstes erzaehlen, dass diese Weisheit von einem
gelegentlich Kreuzchen ueberwindenden Freizeitreiter ohne jede
Springerfahrung - aber mit einigen Cavallos :-) - stammt...)?


> Witzbold! Einen Schlaufzügel kann man ebenso wenig
> dabeihaben, ohne ihn wirken zu lassen, wie eine Kan-
> dare. Denn er entfaltet *immer* Wirkung -- und sei's
> nur durch das Gewicht des Leders. Und wenn man ihn
> braucht, dann braucht man ihn augenblicklich -- man
> kann ihn also gar nicht lose herumbaumeln lassen.

Zwei Irrtuemer. Erstens ist die "Wirkung" durch das "Gewicht des
Leders" (aehnlich wie bei der Kandare) dermassen gering, dass sie
bereits gegen die oeffnende und schliessende Reiterhand am
Trensenzuegel nicht mehr wahrnehmbar ist. Und zweitens braucht man
einen Schlaufzuegel - im Gegensatz zur Kandare! - eben nicht
"augenblicklich", sondern entweder als vorgegebene und bei Kontakt
stufenlos wirkende Begrenzung oder als aktiv formende
Einwirkungsmoeglichkeit.


> Seltsam! Beim Schlaufzügel bist du imstande, dieses
> Problem zu erkennen, bei der Kandare hingegen --
> wo genau dasselbe Problem vorliegt -- bestreitest du
> es. Du erinnerst dich an die Kandarendiskussion, die
> wir beide hier vor etwa einem Jahr führten?

Dir ist schon klar, dass der Schlaufzuegel doppelt so lang wie der
Kandarenzuegel ist, ja? Und Du hast auch ueberrissen, dass es sich bei
ihm um ein Korrektur- und Ausbildungsmittel (fuer Koenner!) handelt,
wohingegen die Kandare auf ein fertig ausgebildetes und sehr rittiges
Pferd gehoert (genau: die ist naemlich - ich erinnere mich in der Tat
noch genau und belustigt an diese Kandarendiskussion, die Du mit
aehnlich geringem Praxishintergrund gefuehrt hast <g> - immer noch kein
"Argumentenverstaerker" fuer nicht zu haltende Pferde), ja?

Olaf Ulrich

unread,
Nov 25, 2004, 2:22:51 PM11/25/04
to
Stefan Ungemach schrieb:
> > > ... z. B. den Weg in die Tiefe zeigen ...

> >
> > Nein.
>
> Doch. Wenn Du mir nicht glaubst und
> selber keine Erfahrung hast, lies bei
> Müseler und Oliveira nach.

Lies lieber selber mal bei Müseler nach!

Olaf


Stefan Ungemach

unread,
Nov 25, 2004, 4:46:02 PM11/25/04
to
Olaf Ulrich wrote:
> Stefan Ungemach schrieb:
>>>> z.B. *den* *Weg* *in* *die* *Tiefe* *zeigen*

>>> Nein.
>> Doch. Wenn Du mir nicht glaubst und
>> selber keine Erfahrung hast, lies bei
>> Müseler und Oliveira nach.
> Lies lieber selber mal bei Müseler nach!

Hab' ich laengst. Unter "Hilfszuegel", Seite 151/152 in der Ausgabe
44/1981:

"Richtig angewandt wird der Schlaufzuegel (...). Dieses Verfahren, dem
Pferd *den* *Weg* *in* *die* *Tiefe* *zu* *zeigen*, ist auf Seite 73
eingehend beschrieben worden."

Und auf Seite 75 bzw. im Kapitel "Das zweite Stadium der Dressur /
Weshalb und wie wird dem verrittenen Pferd der Weg in die Tiefe
gezeigt":

"Der Schlaufzuegel kann hierbei hilfreich sein. Er gehoert jedoch nur
in die Hand eines erfahrenen AUsbilders, da sonst grosser Schaden
angerichtet werden kann"

Better luck next time :-) !

Knut Krueger

unread,
Nov 26, 2004, 3:04:02 AM11/26/04
to

Olaf Ulrich schrieb:

Es hätte auch für Dich genügt den Link von mir durchzulesen.
Das hast Du eine Sammlung von Absätzen über Schlaufzügel aus den
verschiedensten Reitlehren. Unter anderem auch den vom Müseler.

Zu der Diskussion würde ich aus meiner sich noch beitragen, dass der
Schlaufzügel wohl viel zu oft, falsch und zu lange eingesetzt wird.
Die Korrektur der damit verittenen Pferde steht in keinem Verhältnis zu
dem Nutzen den er bringt.
Unter einem einzelnen "Künstler" mag er Nutzen für Reiter und Pferde
bringen , für die Allgemeinheit der Reiter und Pferde ist er überaus
schädlich und grenzt zuweilen an Tierquälerei.

Deshalb würde ich den Schlaufzügel generell ablehnen, es sei den es
beutzt ihn ein "Reitkünstler" (es heist ja auch Reitkunst) im stillen
ohne dass er dabei von zig Möchtegernkünstlern bewundert wird.

Ich dagegen hatte schon so viele bedauernswerte Schlaufzügelprodukte zur
Korrektur, dass ich dieses Ding nicht angfasse - dafür wird mir
allerdings auch manchmal nachgesagt ich sei zu wenig
"leistungsorientiert" was immer das auch bedeuten mag.
Eventuell mag ich die Pferde zu gerne, denn ich arbeite lieber langsam
als zu schnell. Ein ungünsiger Denkansatz für einen Berufsreiter, wie
ich inzwischen festgestellt habe.

Catja Pafort

unread,
Nov 26, 2004, 4:57:34 AM11/26/04
to
Knut schrieb:

> Ich dagegen hatte schon so viele bedauernswerte Schlaufzügelprodukte zur
> Korrektur, dass ich dieses Ding nicht angfasse

Danke Dir.

Von allen Hilfsprodukten, ist der Schlaufzuegel dasjenige, das ich
zumindest in Betracht ziehen wuerden, weil man ihn zumindest *nachgeben*
kann. All die festgestellten Konstruktionen - Ausbinder, Expander,
Pessoa-system, wie sie alle heissen, lassen einen Reiter voellig
hilflos, und wirken oft dann noch ein, wenn der Reiter sie weglassen
moechte.

Das einzige Pferd, bei dem ich ueber Schlaufzuegel nachgedacht habe, war
Billy, und die Renngiraffe hat sich ohne jedwigen Hilfszuegel in ein
normales Pferd verwandeln lassen; ich kann aber sehen, warum ein weniger
geduldiger Reiter ihn in Betracht gezogen haette.

>- dafür wird mir
> allerdings auch manchmal nachgesagt ich sei zu wenig
> "leistungsorientiert" was immer das auch bedeuten mag.

Pferde, die fuer's Laienauge toll aussehen, aber nicht nachreitbar sind.
Aeeh, 'sofort toll am Zuegel gehen'


> Eventuell mag ich die Pferde zu gerne, denn ich arbeite lieber langsam
> als zu schnell. Ein ungünsiger Denkansatz für einen Berufsreiter, wie
> ich inzwischen festgestellt habe.

Ich wuensche Dir alles Gute und Kunden, die Deinen Ansatz zu schaetzen
wissen; von Deiner Sorte gibt es viel zu weniger :-(

Catja
und der Count

Olaf Ulrich

unread,
Nov 26, 2004, 6:09:28 AM11/26/04
to
Knut Krueger schrieb:
> ... wird mir allerdings auch manchmal
> nachgesagt, ich sei zu wenig "leistungs-
> orientiert" ... was immer das auch
> bedeuten mag.

Nimm es als Kompliment.

Knut schrieb weiter:


> Eventuell mag ich die Pferde zu gerne,
> denn ich arbeite lieber langsam als zu

> schnell. Ein ungünstiger Denkansatz für


> einen Berufsreiter, wie ich inzwischen
> festgestellt habe.

Gut für die Pferde, schlecht für den Berufsreiter --
das hätte ich dir auch gleich sagen können ... ;-)
Was glaubst du wohl, warum ich (als kleiner Frei-
zeitreiter und potentieller Kunde) auf den üblichen
Berufsreiter so schlecht zu sprechen bin?

Olaf


Annekoehn

unread,
Nov 26, 2004, 7:31:20 AM11/26/04
to
> ist der Schlaufzuegel dasjenige, das ich
>zumindest in Betracht ziehen wuerden, weil man ihn zumindest *nachgeben*
>kann.

Hm. ich finde auch ein Martingal durchaus geeignet bei den genannten
Problemen... weil solange das Pferd den Kopf nicht hochreisst, wirkt es ja
schließlich gar nicht.
(korrekte Länge vorausgesetzt)

Anne (Ausbinder und so gibts bei uns nur in Therapiestunden, um die Pferdenase
aus dem Gras zu halten... die Kinders haben sonst KEINE Chance...)

Oliver Komhard

unread,
Nov 26, 2004, 9:00:29 AM11/26/04
to
Annekoehn schrieb in der newsgroup de.rec.tiere.pferde:

> > ist der Schlaufzuegel dasjenige, das ich
> >zumindest in Betracht ziehen wuerden, weil man ihn zumindest
>*nachgeben*
> >kann.
>
> Hm. ich finde auch ein Martingal durchaus geeignet bei den genannten
> Problemen... weil solange das Pferd den Kopf nicht hochreisst, wirkt
>es ja
> schließlich gar nicht.
> (korrekte Länge vorausgesetzt)

Nur der Vollständigkeit halber: Ein Martingal ist *kein* Hilfszügel im
Gegensatz zu Schlaufzügel, Ausbinder, Stoßzügel etc.

Gruß,
Oliver, der der Meinung ist, daß derjenige, der ständig mit Hilfzügel
reitet, auch nur ein Hilfsreiter ist.
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de


Olaf Ulrich

unread,
Nov 26, 2004, 9:17:01 AM11/26/04
to
Stefan Ungemach schrieb:
> > > > > ... z. B. den Weg in die Tiefe zeigen ...
> > > >
> > > > Nein.
> > >
> > > Doch. Wenn Du mir nicht glaubst und
> > > selber keine Erfahrung hast, lies bei
> > > Müseler und Oliveira nach.
> >
> > Lies lieber selber mal bei Müseler nach!
>
> Hab' ich längst. Unter "Hilfszügel" ...

Du sollst nicht allein unter "Hilfszügel" nachlesen, sondern den
ganzen Müseler verstehen. Er sagt zwar, wie du sehr richtig
ausführst, daß man einen Schlaufzügel in dieser Weise ein-
setzen *kann* (wenn man's kann) ... aber er sagt auch klar
und deutlich, daß das nicht der übliche Weg sei und beschreibt,
wie es auch ohne Schlaufzügel -- also richtig -- geht.

Ich hatte "Nein" gesagt zur Anwendung "den Weg in die Tiefe
zeigen", weil es letztlich gar nicht darum geht. Wer meint, das
könne man mit einem Schlaufzügel tun, der hat überhaupt nicht
begriffen, was der Ausdruck "den Weg in die Tiefe zeigen" ei-
gentlich bedeutet. Es bedeutet, dem Pferd beizubringen, auf
Reiterhilfen (die aus mehr als nur Zügelhilfen bestehen) Kopf
und Hals fallen zu lassen und das Nacken-Rücken-Band pas-
siv anzuspannen sowie die Rückenmuskulatur loszulassen.
Wenn du dir einbildest, das mit dem Zwang eines Schlauf-
zügels besser erreichen zu können als ohne, dann wärst du
kein besserer Reiter bzw. Pferdeausbilder als der, der ein
Pferd einseitig eng ausbindet -- so eng, daß es mit herumge-
zogenem Hals dasteht -- und es so eine Stunde lang in der
Reithalle sich selber überläßt, damit es lerne, einseitigem
Zügelzug nachzugeben :-D

Natürlich gibt es Fälle, wo der Zwang des Schlaufzügels in
die richtige Richtung (verbunden mit anschließendem Lob und
sofortigem Nachgeben des Schlaufzügels) bei einem hochgradig
verrittenen Pferd einen Knoten zum Platzen bringen kann. Doch
das ist nicht "den Weg in die Tiefe zeigen", sondern nur der
erste Schritt auf dem Wege dorthin. Deswegen würde ich
diese Anwendung eher unter "bestimmten Formen des Sich-
entziehens entgegenwirken" subsumieren (welcher ich ja auch
zugestimmt hatte). Ganz ähnlich ist's mit "Biegung gegen
Widerstände stabilisieren" ... das ist mit Schlaufzügel genau so
unsinnig wie "Weg in die Tiefe zeigen".

Was Oliveira zum Schlaufzügel schreibt, weiß ich nicht. Denn
ich habe kaum etwas von Oliveira, weil ich kein besonderer
Fan von ihm bin. Nur eine seiner Aussagen zum Thema ist
mir zu Ohren gekommen -- daß es nämlich viel zuviele Deppen
gäbe, die sich einbildeten, den Schlaufzügel verdammen zu
können. Als ich mich vor rund einem Jahr auf diese Aussage
Oliveiras bezog, meintest du, mir daraufhin die Rübe runter-
machen zu müssen.

Hinsichtlich deiner Einstellung zum Schlaufzügel stelle ich also
mit Erstaunen deine Wandlung vom Paulus zum Saulus fest.

Olaf


Stefan Ungemach

unread,
Nov 26, 2004, 10:36:38 AM11/26/04
to
Olaf Ulrich wrote:
> ganzen Müseler verstehen. Er sagt zwar, wie du sehr richtig
> ausführst, daß man einen Schlaufzügel in dieser Weise ein-
> setzen *kann* (wenn man's kann) ... aber er sagt auch klar
> und deutlich, daß das nicht der übliche Weg sei und beschreibt,
> wie es auch ohne Schlaufzügel -- also richtig -- geht.

Na und? Auch ich habe von Anfang an beschrieben, was man damit machen
*kann*, seine Eigenschaft als Korrekturmittel herausgestellt und an die
unbedingte Notwendigkeit erinnert, nur einen Koenner damit zu betrauen.
*Weil* ich halt schon Mueseler gelesen habe, als Du am Pferdchen noch
die Schaukelkufen gesucht hast. *Du* warst es, der den Satz
herausgegriffen und mit einem wenig gehaltvollen "Nein" kommentiert
hast.


> Ich hatte "Nein" gesagt zur Anwendung "den Weg in die Tiefe
> zeigen", weil es letztlich gar nicht darum geht. Wer meint, das

> könne man mit einem Schlaufzügel tun...

Ach, hoer' doch mit diesem peinlichen Blabla auf. Ausser Dir weiss hier
jeder ganz genau, was "man kann etwas mit einem Werkzeug machen"
bedeutet (vor allem, wenn *alle* erforderlichen Relativierungen und
Warnungen von Anfang an im gleichen Text mitgeliefert wurden) - dass
die entsprechende _Moeglichkeit_ besteht.

Dass *Du* das wie der Grossteil aller Reiter *nicht* kannst, tut nichts
zur Sache und steht einer Erwaehnung des Anwendungsfalls, schon gar
nicht in der gegebenen Form, in keiner Weise entgegen.

Und wenn Du dieses Wissen tatsaechlich schon vor ein paar Tagen
besessen haettest (statt es Dir, wie stark zu vermuten ist, erst jetzt
aus den auf Deine provokative Verkuerzung hin gelieferten Textstellen
in aller Hast angelesen zu haben), dann haettest Du die jetztige
Herumwinderei doch gleich abliefern koennen, oder? Aber wir wissen
mittlerweile ja allesamt, warum das - wie immer - erst mal _nicht_
geschehen ist... :-)


> zugestimmt hatte). Ganz ähnlich ist's mit "Biegung gegen
> Widerstände stabilisieren" ... das ist mit Schlaufzügel genau so
> unsinnig wie "Weg in die Tiefe zeigen".

Das geht wunderbar. Nur *Du* kennst/kannst es nicht. Geh' auch mal
ueber ein Jahrzehnt mehrmals woechentlich bei einem Dutzend Trainer in
den Reitunterricht - dann lernst Du Dinge, die weit ueber das
Verstaendnis eines kleinen Reitabzeichenfuehrers hinausgehen, und das
plumpe Nachbeten von Allgemeinplaetzen wird (vielleicht) sogar Dir
peinlich.


> Was Oliveira zum Schlaufzügel schreibt, weiß ich nicht. Denn
> ich habe kaum etwas von Oliveira,

Du hast auch sonst kaum was. Wenn ich Dir die Textstelle nicht umgehend
serviert, und Knut Dir nicht eine praktischerweise schon aufs Thema
reduzierte Zitatensammlung gepostet haette, wuerdest Du jetzt noch
verzweifelt in der Cavallo blaettern...:-)

Schon langsam habe sogar ich begriffen, wie Deine Diskussionsmethode
funktioniert: erst mal extrem verkuerzt losblaffen, dann auf Argumente
der anderen warten und schliesslich auf _deren_ Basis ein schon ewig
vorhandenes Fachwissen vorgaukeln. Menschenskind, darauf faellt hier
keiner mehr rein!


> Fan von ihm bin. Nur eine seiner Aussagen zum Thema ist
> mir zu Ohren gekommen -- daß es nämlich viel zuviele Deppen
> gäbe, die sich einbildeten, den Schlaufzügel verdammen zu
> können. Als ich mich vor rund einem Jahr auf diese Aussage
> Oliveiras bezog, meintest du, mir daraufhin die Rübe runter-
> machen zu müssen.

Richtig. Im Gegensatz zu Dir habe ich naemlich in den letzten 6-7
Jahren - davor hatte ich eine aehnliche Wissensluecke, aber die hab'
ich halt gefuellt, statt auch noch stolz drauf zu sein - (auch) von
Oliveira eine Menge gelesen (sowie das damit in Zusammenhang stehende
Barockpferdereiten u.a. bei v.Neindorff erlernt und bei Branderup
trainiert). Davon ist mir ein Satz ganz besonders in Erinnerung
geblieben: "Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Leute, die noch
nie mit der Ausbildung eines jungen Pferdes zu tun hatten, den
Schlaufzuegel in der Oeffentlichkeit verdammen wagen".

Abgesehen davon: Nuno Oliveira ohne irgendwelches Hintergrundwissen zu
kritisieren (bzw. "kein Fan von ihm sein" und das wie Du als
_Begruendung_ zu missbrauchen, nichts von ihm zu wissen) ist fuer einen
Freizeitreiter ziemlich peinlich. Denn der gehoert(e) zu den wenigen
anerkannten Meistern, die die klassische Reitkunst in die heutige Zeit
heruebergerettet haben, immense Geduld und ebensolches Verstaendnis
fuer's Pferd vorleb(t)en, den Leistungssport sehr skeptisch
betrachte(te)n .- und trotzdem auch bei Sportreitern hohes Ansehen
geniessen.


> Hinsichtlich deiner Einstellung zum Schlaufzügel stelle ich also
> mit Erstaunen deine Wandlung vom Paulus zum Saulus fest.

Ich war noch nie eines von beidem. Das heisst, voruebergehend schon:
als ich so etwa ein, zwei Jahre geritten bin und endlich auch mal auf
ein ein paar Leutchen herabsehen konnte, habe auch ich so wie Du
"paulusartige" Allgemeinplaetze herausposaunt - und auf entsprechende
Anerkennenung von Reitlehrern bzw. -koennern gehofft (deshalb verstehe
ich Deinen Antrieb auch soo gut - aber mir kommt's trotzdem, so wie der
Rueckblick auf die eigene fruehe Vergangenheit, ziemlich laecherlich
vor). Allerdings sind diese Zeiten seit einer Ewigkeit vorbei; ein
aehnlicher Lernprozess wuerde auch Dir langsam mal gut tun. Denn
ebendiese Anerkennung blieb trotz eloquentestem NAchbeten irgendwelcher
Reitlehren aus. Warum wohl?

Genau: weil die Leute mit einem nennenswerten Mass an Erfahrung viel zu
viel mitbekommen, ausprobiert, gelernt und geuebt haben, als dass sie
noch irgendwelche Lehrsaetze - so nuetzlich und obligat die fuer
Anfaenger auch sein moegen - als absolute Weisheiten anerkennen. Denen
(und mittlerweile auch mir) kann man nur auf *eine* Tour imponieren:
ordentlich reiten, ein rittiges und gesundes Pferd vorstellen, und die
technischen Aspekte des eigenen Tuns gut begruenden.

*Gewandelt* habe ich mich daher allenfalls von einem Reiter mit wenig
Erfahrung zu einem mit ein wenig mehr Erfahrung. Das bringt wie auf
allen Gebieten des taeglichen Lebens - wenn man nicht gerade voellig
bigott geraten ist - nicht nur die Einsicht mit sich, dass Offenheit
und Differenzierungsvermoegen zu einem wesentlich weiteren Horizont
fuehren, und man auch vom Saulus was lernen kann.

Wer natuerlich nach dem ersten Lehrjahr alles weiss und alle belehren
will, duerfte einen ausgesprochen langen und schwierigen Weg zum
Meisterbrief vor sich haben...:-)

Stefan Ungemach

unread,
Nov 26, 2004, 10:42:28 AM11/26/04
to
Olaf Ulrich wrote:
> Wenn du dir einbildest, das mit dem Zwang eines Schlauf-
> zügels besser erreichen zu können als ohne, dann wärst du
> kein besserer Reiter bzw. Pferdeausbilder als der, der ein
> Pferd einseitig eng ausbindet -- so eng, daß es mit herumge-
> zogenem Hals dasteht -- und es so eine Stunde lang in der
> Reithalle sich selber überläßt, damit es lerne, einseitigem
> Zügelzug nachzugeben :-D

Hab' ich Dir nicht eben erst erklaert, wie man mit dem *aeusseren*
Zuegel arbeitet und wie man, wenn ein ganz _bestimmtes_ Problem mit der
_Biegung_ besteht, mit dem voruebergehenden Stabilisieren des
*aeusseren* Schlaufzuegels ansetzen kann?

Bloede Frage, ich weiss - ich erklaere ja immer viel zu geduldig
allerlei, obwohl jedem ausser mir klar ist, dass bestimmte Leute gar
nichts lernen *wollen*, sondern einen Text bestenfalls nach
angreifbaren Schreibfehlern durchforsten.

Knut Krueger

unread,
Nov 26, 2004, 2:49:25 PM11/26/04
to

Olaf Ulrich schrieb:

> Gut für die Pferde, schlecht für den Berufsreiter --
> das hätte ich dir auch gleich sagen können ... ;-)
> Was glaubst du wohl, warum ich (als kleiner Frei-
> zeitreiter und potentieller Kunde) auf den üblichen
> Berufsreiter so schlecht zu sprechen bin?
>


Olaf, da darfst Du den Berufsreitern wenig Schuld geben, sie müssen von
etwas leben. Es sind die Kunden, die das fordern, was dann viele eben
machen, damit das Geld reicht.

Sicherlich gibt es gute und schlechtere (Berufs)Reiter, aber jeder
Reiter würde, vorausgesetzt er kann es, doch lieber das absolut korrekt
ausgebildete Pferd reiten, bzw. selber ausbilden.

Und was wir (in Deutschland) mit unserer kleinlichen Sparmentalität
angerichtet haben, siehst du an den vielen Dingen, die man selber billig
kauft und die dann minderwertig sind oder gleich nach Ablauf der
Garantie defekt sind.
Irgendwann begrieft man dann dass z. B. Möbel die teurer sind auch
länger halten und die Billigen gleich beim zusammenbauen wackeln.

Genau wie die billig ausgebildeten Pferde, wobei sich der Kreis wieder
schliest und ich nochmal sagen will dass nicht die große Masse der
Berufsreiter daran schuld ist sondern unsere sparsame Gesellschaft.

Da nehme ich mich in anderen Branchen auch nicht aus - das ist uns ja
schon mit der Muttermilch eingeimpft worden.

Jacqueline Wiedler

unread,
Nov 26, 2004, 4:56:51 PM11/26/04
to
Knut Krueger wrote:


> Und was wir (in Deutschland) mit unserer kleinlichen Sparmentalität
> angerichtet haben, siehst du an den vielen Dingen, die man selber billig
> kauft und die dann minderwertig sind oder gleich nach Ablauf der
> Garantie defekt sind.
> Irgendwann begrieft man dann dass z. B. Möbel die teurer sind auch
> länger halten und die Billigen gleich beim zusammenbauen wackeln.
>
> Genau wie die billig ausgebildeten Pferde, wobei sich der Kreis wieder
> schliest und ich nochmal sagen will dass nicht die große Masse der
> Berufsreiter daran schuld ist sondern unsere sparsame Gesellschaft.

> Da nehme ich mich in anderen Branchen auch nicht aus - das ist uns ja
> schon mit der Muttermilch eingeimpft worden.

Ich verstehe, was Du meinst und gehe im grossen Ganzen auch mit Dir
einig. Selber bin ich überhaupt nicht mit einer "kleinlichen
Sparmentalität" grossgezogen worden - im Gegenteil, mir wurde mit der
Muttermilch eingeimpft, dass es sich lohnt, lieber weniger, dafür
teurere, qualitativ gute (Marken-)Artikel zu kaufen, die dafür auch
lange halten.

Der Haken an der Sache ist aber, dass sich Leute mit einem
durchschnittlichen Einkommen nicht immer und überall das gute Teure
leisten können. Ich selber spare beim Pferd überhaupt nicht, habe soeben
(inkl. Zoll- und Portokosten) über 1500 Euro für einen gebrauchten
Sattel ausgegeben und nehme ziemlich teuren (aber sehr guten)
Unterricht. Das bedeutet aber, dass ich woanders - wo es mir weniger
wichtig ist - halt eher sparen muss.

Zudem ist es bei gewissen Dingen so, dass manche teuren Produkte v.a.
deshalb teuer sind, weil sie gerade "in" sind, und dabei keinen Tag
länger halten als ein billigeres Produkt. Gerade im Sektor Klamotten
bzw. Sportartikel habe ich dazu in der Vergangenheit recht erheiternde
Beobachtungen gemacht. In den 70er/80ern galten hier z.B. amerikanische
Skis als das Edelste vom Besten - und sie waren sündhaft teuer. Als ich
Mitte der 80er im Schüleraustausch in den USA weilte, stellte ich fest,
dass es dort genau umgekehrt war: Amerikanische Skis waren relativ
billig, aber wer etwas auf sich hielt, hatte europäische Skis, die
entsprechend teuer waren...

Aehnliches lässt sich ja auch auf dem Pferdemarkt beobachten, wenns um
"Moderassen" geht (Sportpferde mal ausgenommen). Der papierlose
Andalusierwallach einer Freundin hat (dreijährig und roh) beim Händler
mehr gekostet als meine Freibergerstute (viereinhalbjährig, angeritten
und eingefahren, mit Abstammungspapieren und Zuchtbucheintrag) bei der
Züchterin - und meine Stute war für ihre Rasse nicht billig.

Grüsse
Jacqueline

Olaf Ulrich

unread,
Nov 26, 2004, 5:22:00 PM11/26/04
to
Stefan Ungemach schrieb:

> > Wenn du dir einbildest, das mit
> > dem Zwang eines Schlaufzügels

> > besser erreichen zu können als
> > ohne, dann wärst du kein bes-
> > serer Reiter bzw. Pferdeaus-
> > bilder als der, der ein Pferd ein-

> > seitig eng ausbindet -- so eng,
> > daß es mit herumgezogenem

> > Hals dasteht -- und es so eine
> > Stunde lang in der Reithalle sich
> > selber überläßt, damit es lerne,
> > einseitigem Zügelzug nachzu-
> > geben :-D
>
> Hab' ich Dir nicht eben erst erklärt,
> wie man mit dem *äußeren* Zügel
> arbeitet ...

Wie kommst du auf die Idee, daß ich das nicht
wüßte ... und daß ausgerechnet du es mir erklären
müßtest? Erkläre das lieber den Westernreitern,
die oben beschriebenes, absurdes Verfahren
allen Ernstes in der Pferdeausbildung einsetzen.

Ich vergaß, daß dein Leseverständnis begrenzt ist,
bitte entschuldige. Ich erkläre es dir noch einmal
ganz langsam: Oben beschriebenes, unsinniges
Vorgehen erwähnte ich lediglich, um seine Blöd-
sinnigkeit mit der des "den Weg in die Tiefe zeigen"
mit Schlaufzügel gleichzusetzen. Ein Vergleich ...
eine Illustration, klar?

Ich habe jetzt einmal meinen Müseler hervorgekramt,
um ihn dir zu erklären. Im Kapitel "Hilfszügel" steht
zum Thema "Weg in die Tiefe" in der Tat ein Verweis
auf das weiter vorn stehende Kapitel "Weshalb und


wie wird dem verrittenen Pferd der Weg in die Tiefe

gezeigt?" Die Skizze daneben zeigt zwar einen Reiter,
der sein Pferd mit Schlaufzügel reitet. Doch der Text
dazu erwähnt den Schlaufzügel MIT KEINEM
EINZIGEN WORT. Denn der Schlaufzügel hat hier
schließlich gar nichts verloren; das beschriebene
Verfahren ist von allgemeiner Gültigkeit. An wieder
anderer Stelle wird klargestellt, daß -- *wenn* man
den Schlaufzügel einsetzt/einsetzen muß -- man ihn
weglassen soll, wenn man nicht nach wenigen Minu-
ten Erfolg hat. Für den dauerhaften Einsatz ist er
weder gedacht noch geeignet. Das "den Weg in die
Tiefe zeigen" hingegen kann bei verrittenen Pferden
jedoch lange dauern; zur Festigung wird ein Zeit-
raum von bis zu 14 Tagen erwähnt. Damit ist ja wohl
eindeutig klar, daß dies *nicht* mit Schlaufzügel er-
folgen kann, darf oder soll. Der Schlaufzügel findet
hier, wenn überhaupt, Anwendung nur bei *sehr*
verrittenen Pferden, und selbst bei denen nur in den
allerersten Minuten.

Wie ich bereits lang und breit ausführte.

Und *deshalb* ist der Schlaufzügel definitiv nicht
dazu da, einem Pferde den Weg in die Tiefe zu
zeigen -- auch nicht in der Hand eines Könners --,
sondern allenfalls zum Überwinden gewisser Wider-
stände ("bestimmten Formen des Sichentziehens
entgegenwirken").


Stefan schrieb weiter:
> ... ein ganz _bestimmtes_ Problem mit


> der _Biegung_ besteht, mit dem

> vorübergehenden Stabilisieren des
> *äußeren* Schlaufzuegels ansetzen
> kann?

Aha?! *Bestimmtes* Problem, *vorübergehendes*,
äh, Stabilisieren ... das hört sich ja nun schon wieder
ganz anders an als "die Biegung gegen Widerstände
stabilisieren". Stabilisieren ist nämlich nichts tempo-
räres. Was du ursprünglich beschrieben hattest,
bedeutete: Schlaufzügel statt reiten. Was du jetzt
beschreibst, ist "bestimmten Formen des Sichent-
ziehens entgegenwirken".


Stefan schrieb weiter:
> ... daß bestimmte Leute gar nichts lernen


> *wollen*, sondern einen Text bestenfalls

> nach angreifbaren Schreibfehlern durch-
> forsten.

Jetzt heul bloß nicht. "Die Biegung stabilisieren" kann
nun wirklich nicht als etwas temporäres, korrigierendes
verstanden werden, sondern ist vielmehr ein mittelfristi-
iges Grundausbildungsziel; das ist kein bloßer Schreib-
fehler mehr. Und falls du meinst, darüber könne man
noch streiten: "Wegdrücken des Rückens im Absprung
verhindern" -- nachdem ich dir das um die Ohren
gehauen hatte, behauptest du plötzlich, alles mögliche
gemeint zu haben, nur nicht "im Absprung". Zu dieser
Taktik der nachträglichen Umdefinierung deiner eigenen
Aussagen hast du in letzter Zeit recht häufig gegriffen.
Schreibfehler... mach dich nicht lächerlich!

Olaf


Katharina Fuhrmann

unread,
Nov 26, 2004, 6:17:57 PM11/26/04
to

Oliver Komhard wrote:

>
> Nur der Vollständigkeit halber: Ein Martingal ist *kein* Hilfszügel im
> Gegensatz zu Schlaufzügel, Ausbinder, Stoßzügel etc.

Also das seh ich ganz und gar nicht so. Ein Martingal ist sehr wohl ein
Hilfzügekl, denn es _hilft_ dir in gewissen Situationen, wenn sich das
Pferd deiner Einwirkung entziehen will. Wenn du ein korrekt gerittenes
Pferd hast, brauchst du es nicht.
Daß sehr viele Springreiter im Parcours "serienmäßig" ein Martingal drin
haben, ändert nichts an der Tatsache. Daß er sich von anderen Hilfszügel
insofern unterscheidet, daß er wirklich und ausschließlich in der
Situation greift, in der es nötig ist, ist natürlich ein gewisser
Vorteil. Andrerseits kann man das auch über einen Ausbinder sagen, der
lang genug eingestellt ist und nicht wirkt, wenn das Pferd korrekt am
Zügel geht. Oder eben auch con Schlaufzügeln. Daß das leider meist
_nicht_ der Fall ist, ist ein anderes Kapitel.

> Gruß,
> Oliver, der der Meinung ist, daß derjenige, der ständig mit Hilfzügel
> reitet, auch nur ein Hilfsreiter ist.

Da wiederum geb ich dir völlig recht. Und ich hab auch schon oft
beobachten Können, daß Pferde am durchhängenden Schlaufzügel "schön"
(allerdings nicht ehrlich) gehen und sobald das Ding ausgeschnallt wird,
wieder die Nase in der Luft haben. Man sollte also auch die
psychologische Wirkung nicht unterschätzen. Das Gegenteil hab ich auch
schon gesehen, allerdings hatte das Pferd auch Narben zwischen den
Beinen, die auf eine _massiv_ unangenehme Erfahrung mit solchen
Zügeln(oder was auch immer da dazwischen durchgeführt wurde) schließen
lassen.

Kathi (die seit etlichen Jahren Hilfszügel nur noch zum Longieren und
für die Handarbeit einsetzt)

Olaf Ulrich

unread,
Nov 26, 2004, 6:19:34 PM11/26/04
to
Stefan Ungemach schrieb:

> Auch ich habe von Anfang an beschrieben,
> was man damit machen *kann*, seine Eigen-
> schaft als Korrekturmittel herausgestellt ...

Du scheinst nicht zu verstehen. Als Korrekturmittel
eingesetzt, kann man ggf. ein verrittenes Pferd daran
hindern, sich nach oben aus den Zügelhilfen heraus-
zuheben -- was natürlich eine notwendige Bedingung
ist, um ihm den Weg in die Tiefe weisen zu können.
Doch es ist keine hinreichende Bedingung, das ist
doch der Knackpunkt. Müseler formuliert es so:

"Den Weg nach unten kann der Reiter nur zeigen,
finden soll ihn das Pferd selbst".

Hierzu *kann* ein Schlaufzügel naturgemäß gar nicht
von Nutzen sein. Ein sehr geschickter Reiter kann mit
Schlaufzügel bestenfalls einem Pferd den Weg *trotz*
der Schlaufzügel zeigen, nicht *mit* ihnen. Denn wie
ich schon ausführte, ist das etwas anderes als heftig
am Zügel ziehen. Deswegen: "bestimmten Formen des
Sichentziehens entgegenwirken" -- ja; "den Weg in die
Tiefe zeigen" -- nein.


Stefan schrieb weiter:
> *Weil* ich halt schon Müseler gelesen


> habe, als Du am Pferdchen noch die
> Schaukelkufen gesucht hast.

Wenn du ihn doch auch nur verstanden hättest ...

Stefan, da du im weiteren Text deines Beitrages die
sachliche Diskussion zugunsten haltloser Polemik und
beleidigender Unterstellungen aufgibst, gehe ich davon
aus, daß von deiner Seite keine substanziellen Argu-
mente für deine Behauptungen mehr kommen werden.
Woher auch; für falsche Behauptungen gibt es schließ-
lich keine substanziellen Belege. Die regelmäßig an
Stellen wie diesen hervorgekehrte "Praxiserfahrung",
von der du uns glauben machen möchtest, daß du sie
hättest, nehme ich dir nicht ab. Das heißt, ich glaube
dir schon, daß du Reitstunden bei von Neindorff und
Branderup hattest (was für eine Kombination -- wie
Rinderfilet mit Ketchup) ... ich glaube nur nicht, daß
du dabei viel gelernt hast. Denn deine merkwürdigen
Behauptungen über den Schlaufzügel -- ebenso wie
frühere Behauptungen über Dinge wie Fütterung,
Kandaren, Versammlung bei Springpferden, Unter-
schiede zwischen Spring- und Dressurreitern, Galopp-
hilfen und was wir in der Vergangenheit sonst noch
so an Themen hatten -- sprechen dagegen. Was
wirklich erfahrene Reitersleute zu diesen Themen zu
sagen wissen, hört sich nämlich immer ganz anders an ...

Olaf


Stefan Ungemach

unread,
Nov 26, 2004, 6:41:59 PM11/26/04
to
Olaf Ulrich wrote:
>> Hab' ich Dir nicht eben erst erklärt,
>> wie man mit dem *äußeren* Zügel
>> arbeitet ...
> Wie kommst du auf die Idee, daß ich das nicht
> wüßte ... und daß ausgerechnet du es mir erklären
> müßtest?

Das willst Du nicht wirklich wissen, oder ? :-)


> Erkläre das lieber den Westernreitern,
> die oben beschriebenes, absurdes Verfahren
> allen Ernstes in der Pferdeausbildung einsetzen.

Wieso, wer (ausser Dir) redet denn von denen? Dein Absatz war an *mich*
adressiert und begann mit den Worten "Wenn *Du* Dir einbildest..." -
nun kann und praktiziere ich zwar viel, speziell in Sachen Reitsport,
aber mit dem Westernreiten habe ich, wie jeder weiss, nun wirklich
nichts am Hut.


> Ich vergaß, daß dein Leseverständnis begrenzt ist,

> bitte entschuldige (...) Ein Vergleich ...
> eine Illustration, klar?

Mit meinem Leseverstaendnis hapert's weit weniger als mit Deinen
Schreib- respektive Ausdrucksfaehigkeiten. Letztere wuerden entschieden
davon profitieren, bei einem Thema zu bleiben oder wenigstens eine
gewisse Geradlinigkeit einzuhalten, statt immer wieder durch die
obskursten Wendungen Verwirrung zu stiften.


> Ich habe jetzt einmal meinen Müseler hervorgekramt,
> um ihn dir zu erklären.

ROTFL. Du hast es, nachdem er Dir von Knut und mir (in umgekehrter
Reihenfolge) erst nahegelegt, und dann auf Deine voreilige Abrede hin
freundlicherweise zitiert, wurde, zwei Tage spaeter (endlich) mal fuer
noetig gehalten, selber hineinzuschauen, und bei der Gelegenheit
entdeckt, dass dort tatsaechlich was zum Thema drinsteht.

Und jetzt versuchst Du so verzweifelt zu tun, als habest Du das alles
von Anfang an gewusst, gemeint und begriffen. Laecherlich - jeder, der
einen Thread verfolgen, Zeit- und Datumsstempel zu lesen in der Lage
ist oder auch bloss den ueblichen Stil Deiner Versuche kennt, Dich
wenigstens hier (denn im wirklichen Leben mit bzw. auf Pferden schaut's
ja nicht so prall aus, gelle?) als Pferdefachmann zu gerieren, kennt
die Nummer mittlerweile.


> gezeigt?" Die Skizze daneben zeigt zwar einen Reiter,
> der sein Pferd mit Schlaufzügel reitet. Doch der Text
> dazu erwähnt den Schlaufzügel MIT KEINEM
> EINZIGEN WORT.

Lerne, bitte, endlich lesen - anderen legst Du das immerhin permanent
und ungefragt ans Herz. Der Hinweis auf den Schlaufzuegel steht auf der
gleichen Seite, links neben den Bildern (Auflage und Seite hatte ich
bereits genannt). EIne andere Auflage, naemlich die zweite (st ja nicht
so, dass ich nur eine haette), wird noch deutlicher - da heisst es,
dass der Reiter im Korrekturfall beim nicht nachgebenden Pferd zum
Schlaufzuegel greifen *muss*. Selbstverstaendlich geht Mueseler wie
alle anderen in all diesen Faellen vom fortgeschrittenen *Reiter*
(nicht vom Reitanfaenger) aus - aber das habe ich auch vom ersten
Beitrag an stets betont.

> Aha?! *Bestimmtes* Problem, *vorübergehendes*,
> äh, Stabilisieren ... das hört sich ja nun schon wieder
> ganz anders an als "die Biegung gegen Widerstände
> stabilisieren".

Selbstverstaendlich. Das erste war eine in Klammern gesetzte
Aufzaehlung von moeglichen und im konkreten Fall allesamt nicht
zutreffender Anwendungsfaelle, stand ausdruecklich in einem Absatz zur
technischen Wirkung und war mit allen erforderlichen Warnungen
versehen. Das zweite war Bestandteil des Versuchs, einem, der nichts
davon verstanden hat bzw. verstehen wollte, eine praktische Anwendung
zu verdeutlichen.


> Stabilisieren ist nämlich nichts tempo-
> räres.

Unsinn. Stabilisieren findet genau so lange statt, wie Unsicherheiten
(hier im Durchhalten der Biegung) bestehen - wenigstens bei mir ist
letzteres, und auch nur bei zu korrigierenden Pferden,
selbstverstaendlich "temporaer".


> Was du ursprünglich beschrieben hattest,
> bedeutete: Schlaufzügel statt reiten. Was du jetzt
> beschreibst, ist "bestimmten Formen des Sichent-
> ziehens entgegenwirken".

Urspruenglich habe ich ueberhaupt nichts beschrieben. Und spaeter auch
nur in dem Masse Praezisierungen hinzugefuegt, wie zu befuerchten
stand, dass Du nichts verstanden hast. Das hat sich ja beispielsweise
auch daran gezeigt, dass Du trotz anderslautender Erklaerung zunaechst
an der irrsinnigen Vorstellung festgehalten hast, irgendwer wolle bzw.
man solle Pferde mit dem Schlauf- oder sonst einem Zuegel nach *innen*
ziehen - so wie Du auch frueher (Dezember 03) schon mal behauptet hast,
man koenne mit ihm Erfolge bezueglich der Beizaeumung erzielen.

Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht mehr so recht, wie man Dir
gegenueber zu solchen Themen ueberhaupt Aussagen machen soll.
Aufzaehlungen verzerrst Du, Beschreibungen verdrehst Du, alles ist mit
haltlosen Urteilen gekoppelt (bestenfalls mit Verspaetung treffen dann
die Ergebnisse aufgeregten Nachlesens ein) - und praktisch hast Du
sowieso kein Fitzelchen nennenswerter Erfahrung vorzuweisen. Fruchtlose
Debatten, fuerchte ich...


> Jetzt heul bloß nicht.

Selten :-)


> "Die Biegung stabilisieren" kann
> nun wirklich nicht als etwas temporäres, korrigierendes
> verstanden werden, sondern ist vielmehr ein mittelfristi-
> iges Grundausbildungsziel

Wenn Du das sagst (seufz), dann wird das wohl so sein. Komm doch *Du*
am Wochenende hierher und gib meinen Unterricht, bei den derzeitigen
Minusgraden hab' ich sowieso wenig Bock darauf... :-)


> noch streiten: "Wegdrücken des Rückens im Absprung
> verhindern" -- nachdem ich dir das um die Ohren
> gehauen hatte, behauptest du plötzlich, alles mögliche
> gemeint zu haben, nur nicht "im Absprung".

Hab' ich das nicht schon praezisiert? "Ab dem Absprung" (weil man zu
diesem Zeitpunkt bereits das Mass des Schlaufzuegels eingestellt haben
muss, damit er zur Landung hin wie beschrieben wirken kann) bzw. - das
sind zwei unterschiedliche Situationen - "bis einschliesslich Absprung"
(weil man mit Hilfe des per obligatem Martingal zusaetzlich nach oben
umgelenkten) Schlaufzuegels noch am schnellsten die korrigierende
Wirkung hinbekommt sind die beiden gemeinten Anwendungsfaelle.

Dein Problem besteht darin, dass Du jede, aber auch wirklich jede
Erklaerung nur auf eine moegliche Verwendbarkeit als Fehlernachweis
abklopfst, statt jemals was daraus zu lernen zu versuchen - so wirst Du
allerdings, das sage ich Dir mit absoluter Sicherheit voraus, immer
mehr den Kontakt zur reiterlichen Praxis (und damit zu den Reitern)
verlieren.

Nur in einem Punkt hast Du recht: "um die Ohren hauen" tust Du
permanent, frech und unwissend allen moeglichen Leuten was. Es stuende
Dir weit besser an, ersatzhalber mal was zu lernen, auch wenn Dir diese
Rolle (bei der man stille sein und den Hintern strapazieren muss)
verstaendlicherweise nicht so sehr liegt - dann wuerde endlich, endlich
mal ein Minimum an Praxishintergrund diesen Stil ertraeglicher machen.

Katharina Fuhrmann

unread,
Nov 26, 2004, 7:16:13 PM11/26/04
to

Stefan Ungemach wrote:


> Wenn Du das sagst (seufz), dann wird das wohl so sein. Komm doch *Du*
> am Wochenende hierher und gib meinen Unterricht, bei den derzeitigen
> Minusgraden hab' ich sowieso wenig Bock darauf... :-)


Da sagst aber bitte vorher Beschied. Das würd ich nämlich so gern sehen,
daß ich dafür sogar extra nach .de fahren würd... :-)
Zu deinem Temperaturproblem:
http://www.eduscho.at/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eCS/Store/at/-/EUR/TdAtDisplayProductInformation-Start;sid=RzCkWOYlDBWkUaeCgViuPOW0lltBpdDSVzg=?ProductSKU=0009845
http://www.eduscho.at/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eCS/Store/at/-/EUR/TdAtDisplayProductInformation-Start;sid=RzCkWOYlDBWkUaeCgViuPOW0lltBpdDSVzg=?ProductSKU=0006731

Gibts vermutlich auch bei Tschibo in .de. :-))))

Kathi (die ihrer Trainerin schon 5 Packerl Heizkissen als
Weihnachtsgeschenk gekauft hat, die sollten für einen Tag reichen und
sind wiederverwendbar)

Stefan Ungemach

unread,
Nov 26, 2004, 7:13:28 PM11/26/04
to
Olaf Ulrich wrote:
> Denn wie
> ich schon ausführte, ist das etwas anderes als heftig
> am Zügel ziehen

Jajaja, das hast Du irgendwann mal "ausgefuehrt" - aber voellig
ueberfluessig. Denn niemand wollte je in irgendeinem Anwendungsfall in
irgendeine Richtung heftig am Zuegel ziehen, das ist Dir mehrfach im
Detail erklaert worden. Nur verstehen hast Du's nicht moegen, weil es
Deinem Weltbild von den zu belehrenden Hilfszuegeldeppen im Wege
steht...:-)


> zuheben -- was natürlich eine *notwendige* Bedingung
> ist, um ihm den Weg in die Tiefe *weisen* zu können.
> Doch es ist keine *hinreichende* Bedingung
> (...)
> "Den Weg nach unten kann der Reiter nur *zeigen*,


Abgesehen davon verdient Deine muehselige Konstruktion um notwendige
und hinreichende Bedingungen, einem Pferd den Weg in die Tiefe zu
"weisen" oder zu "zeigen" (oder wie auch immer Du Deinen jetzt endlich
durchblaetterten Mueseler als schon immer dagewesenes Fachwissen unters
Volk zu jubeln versuchst) einen Preis fuer besondere Kreativitaet. Alle
Achtung :-)

> Wenn du ihn doch auch nur verstanden hättest ...

Du meinst, so wie Du? Zu was genau hat das eigentlich gefuehrt?


> aus, daß von deiner Seite keine substanziellen Argu-
> mente für deine Behauptungen mehr kommen werden.

Da kam schon ein Dutzend. Du bist bloss nicht darauf eingegangen.


> dir schon, daß du Reitstunden bei von Neindorff und
> Branderup hattest (was für eine Kombination -- wie
> Rinderfilet mit Ketchup)

...und Fisch, und Gemuese. Ich reite schon viele Jahre und auf allen
moeglichen Gebieten :-).

Ob Du mir die Praxiserfahrung *abnimmst* oder nicht ist voellig
bedeutungslos. Sie ist nachweisbar. Dass Du *keine* (ausser einer Menge
Spazierritte und einem unter Vampirverkleidung durchgegangenen
Pferdchen) *hast*, ist allerdings schon irgendwie von Bedeutung - und
ebenfalls nachweisbar...:-)


> du dabei viel gelernt hast. Denn deine merkwürdigen
> Behauptungen über den Schlaufzügel -- ebenso wie
> frühere Behauptungen über Dinge wie Fütterung,
> Kandaren, Versammlung bei Springpferden, Unter-
> schiede zwischen Spring- und Dressurreitern, Galopp-
> hilfen und was wir in der Vergangenheit sonst noch

> so an Themen hatten -- sprechen *dagegen*.

Tja, aber ich habe keine kaputtgezuegelten, dafuer jedoch recht
ausdrucksstarke und erfolgreiche Pferde (Schlaufzuegel - nicht dass ich
den haeufig benutzen wuerde, aber wenn, richte ich damit keinen Schaden
an). Sie sind gesund, gut bemuskelt, koinditionsstark, optimal im Fell
und liefern regelmaessig gute Kot- und Blutproben ab (Fuetterung). Sie
gehen brauchbar auf Kandare - jedenfalls haben das Richter mit
Siebenernoten honoriert - sowie auch als Springpferde bei Bedarf
versammelt (sonst wuerden sie im internationalen Hallen-S nicht die
Kurve kriegen). Ich lebe (als Springreiter) seit zehn Jahren mit meiner
Freundin (Dressurreiterin) zusammen und gebe regelmaessig Dressur- und
Springunterricht an zahlende Kunden, die dank ausreichenden Angebots
problemlos zu anderen Lehrern wechseln koennten, dies aber nicht tun
(beide "Reitertypen" sind mir also aus den unterschiedlichsten
Perspektiven heraus bestens bekannt). Und angaloppieren koennen meine
Pferde auch (eines springt darueberhinaus ganz brauchbare
Serienwechsel - zur Gaudi sogar auf Hackamore)...:-)

*Das* alles spricht, wie ich finde, eher *dafuer*. Was hingegen _Dein_
vorgegebenes Selbstbewusstsein rechtfertigt, bist Du ja in den letzten
Jahren erschoepfend gefragt worden - natuerlich, das ist ja laengst
herausgekommen, steht *dahinter* nichts als heisse Luft. Insofern
kannst Du getrost zweifeln, an was Du willst - aber dem misst keiner
irgendein Gewicht bei.


> Was
> wirklich erfahrene Reitersleute zu diesen Themen zu
> sagen wissen, hört sich nämlich immer ganz anders an ...

Woher willst Du das denn wissen? Kennst Du welche? Wen? Nimmt Dich
einer davon fuer voll (vorausgesetzt, Du erzaehlst ihnen den gleichen
Kram, und im gleichen Aufbau, wie hier und in Deiner Yahoo-Gruppe)?

Katharina Fuhrmann

unread,
Nov 26, 2004, 7:24:45 PM11/26/04
to

Stefan Ungemach wrote:

>
> Perspektiven heraus bestens bekannt). Und angaloppieren koennen meine
> Pferde auch (eines springt darueberhinaus ganz brauchbare
> Serienwechsel - zur Gaudi sogar auf Hackamore)...:-)

Naja. Also das mit den Wechseln können mein Pferdi und ich noch nicht so
toll (ich noch weniger als er, weil er es bei meiner Trainerin deutlich
besser macht :-) ), aber mit dem _Zügel_ mach sogar ich da deutlich am
wenigsten. :-))) Das Hackamore ist also grad was, was mich gar nicht
wundert. :-)

> Woher willst Du das denn wissen? Kennst Du welche? Wen? Nimmt Dich
> einer davon fuer voll (vorausgesetzt, Du erzaehlst ihnen den gleichen
> Kram, und im gleichen Aufbau, wie hier und in Deiner Yahoo-Gruppe)?

Mooooooment! Also das ist sicher nicht _seine_ Yahoo-Gruppe. Und seitdem
wir ihn höflich, aber beharrlich nach seinen _eigenen_ Erfahrungen
gefragt haben, ist er auch _deutlich_ stiller geworden dort. Wie kann
man auch so gemein sein und behaupten, daß man Bücher selbst lesen kann
und eher _Erfahrungswerte_ im Internet sucht. Sowas aber auch! *ggg*

Kathi (die seit Wochen schmachtend um das Buch "Handbuch Pferdepraxis"
herumtigert und sich grad fragt, von wem sie sich ein Buch um 163
Teuronen zu Weihnachten wünschen könnte *schnief*)

Stefan Ungemach

unread,
Nov 26, 2004, 7:22:15 PM11/26/04
to
Katharina Fuhrmann wrote:
> Zu deinem Temperaturproblem:

...es ist, genaugenommen, ein Motivationsproblem. Sicherlich frieren
mir die Tatzen, aber ich werd' immer so gut mit Kaffee und Kuchen
versorgt. Bloss das Losfahren aus der warmen Bude heraus faellt mir in
der dunklen Jahreszeit so schwer...


Geht das Kabel wirklich an die *Spitze* des Fusses? "Verbuzzelt" sich
das nicht im Schuh - und ist das Kabel lange genug fuer Reitstiefel?

Aber fuer Skischuhe ist das sicherlich 'ne gelie Sache - um Neujahr
herum fahre ich zum Skifahren ins Ösiland und ueberleg' mir das noch...

Katharina Fuhrmann

unread,
Nov 26, 2004, 7:29:03 PM11/26/04
to

Stefan Ungemach wrote:

>
> Geht das Kabel wirklich an die *Spitze* des Fusses? "Verbuzzelt" sich
> das nicht im Schuh - und ist das Kabel lange genug fuer Reitstiefel?

Also das weiß ich leider nicht. Aber wennst du bestellst, kannst du sie
sicher zurückschicken, wenns nicht paßt.

> Aber fuer Skischuhe ist das sicherlich 'ne gelie Sache - um Neujahr
> herum fahre ich zum Skifahren ins Ösiland und ueberleg' mir das noch...

Tja und ich bin vermutlich die einzige Ösine, die nicht schifahren kann. :-)

Kathi (die deswegen da leider keine Hilfe ist)

Stefan Ungemach

unread,
Nov 26, 2004, 7:31:52 PM11/26/04
to
Katharina Fuhrmann wrote:
> deutlich besser macht :-) ), aber mit dem _Zügel_ mach sogar ich da
> deutlich am wenigsten. :-))) Das Hackamore ist also grad was, was
> mich gar nicht wundert. :-)

Beim Serienwechsel kann der aber recht nuetzlich sein. Bei dem wuenscht
man sich naemlich ein die Richtung nicht aenderndes, also in sich noch
gerader bleibendes, Pferd und einen nicht so deutlich die Beine
wechselseitig vor- und zurueckschlenkernden Reiter - der kann das
leichter abliefern, wenn er sein Pferd jeweils deutlich vorm Umspringen
an den neuen aeusseren Zuegel bringt. Was mit einem Hackamore in etwa
genauso praezise wie mit einem Stallhalfter geht...

Katharina Fuhrmann

unread,
Nov 26, 2004, 7:42:48 PM11/26/04
to

Stefan Ungemach wrote:
> Katharina Fuhrmann wrote:
>
>>deutlich besser macht :-) ), aber mit dem _Zügel_ mach sogar ich da
>>deutlich am wenigsten. :-))) Das Hackamore ist also grad was, was
>>mich gar nicht wundert. :-)
>
>
> Beim Serienwechsel kann der aber recht nuetzlich sein. Bei dem wuenscht
> man sich naemlich ein die Richtung nicht aenderndes, also in sich noch
> gerader bleibendes, Pferd und einen nicht so deutlich die Beine
> wechselseitig vor- und zurueckschlenkernden Reiter - der kann das
> leichter abliefern, wenn er sein Pferd jeweils deutlich vorm Umspringen
> an den neuen aeusseren Zuegel bringt. Was mit einem Hackamore in etwa
> genauso praezise wie mit einem Stallhalfter geht...

Hab ich schon erwähnt, daß ich das noch nicht so gut kann? :-)
Aber du hast natürlich recht, das hab ich nicht so bedacht. Ich bin
derzeit schon froh, wenn er in _beide_ Richtungen schön durchspringt,
wobei mir neulich wieder mal von meinem Pferdi klar gemacht wurde, daß
es eindeutig an _mir_ liegt. Wenn ich nämlich schon mit dem Gedanken
"das ist seine schlechtere Seite" hinreite, wir das nichts. Wenn ich
ausnahmsweise mal lässig bleib und schon das Gewicht verlagere, dann
springt er auch schön um. Wobei es _wirklich_ seine schlechtere Seite
ist, auch bei meiner Trainerin. Die Zügel brauch ich aber
selbstverständlich vorher auch, daß er mir nicht "auseinanderfallt",
denn ohne eine gewisse Spannung geht gar nichts.

Kathi (die derzeit noch das Mittelding zwischen "schnell und zerfallen"
und "zu langsam und zu viel Spannung", nämlich "mit genügend Tempo und
Spannung" finden muß :-) )

J M Schlatter

unread,
Nov 27, 2004, 4:22:51 AM11/27/04
to
> Schlaufzügel+Voltigurt? Heisst das, sie reitet mit Kind und ohne Sattel auf
> einem Pferd ins Gelände, das sie kaum halten kann?

So ein schlampe! Und das auf einem einjährigen pferd!
Wir sollten sie anzeigen!

JMS

Alexander "Marsore" Landsberg

unread,
Nov 27, 2004, 7:57:25 AM11/27/04
to
J M Schlatter schrieb:

> So ein schlampe! Und das auf einem einjährigen pferd!
> Wir sollten sie anzeigen!
>
> JMS

Getretene Hunde jaulen

MfkG Alexander "Marsore" Landsberg

Edith Loschmidt

unread,
Nov 27, 2004, 9:26:16 AM11/27/04
to
Hallo Knut,

Knut Krueger schrieb:

> Genau wie die billig ausgebildeten Pferde, wobei sich der Kreis wieder
> schliest und ich nochmal sagen will dass nicht die große Masse der
> Berufsreiter daran schuld ist sondern unsere sparsame Gesellschaft.

leider werden gerade die teuren Pferde besonders schnell ausgebildet,
wie nicht nur Dr. Heuschmann (TA und Bereiter) durch die Lande ziehend
predigt. Das fängt schon bei den Vorbereitungen zu den Auktionen an,
über Hengst- und Stutleistungsprüfungen etc.

Heuschmann, bestimmt ein Kenner der Szene, hat selber Schwierigkeiten
Ställe zu nennen, die eine solide, schonende Ausbildung gewährleisten.

Edith


Olaf Ulrich

unread,
Nov 27, 2004, 1:48:00 PM11/27/04
to
Eigentlich wollte ich zu diesem allmählich ins Absurde
abdriftenden Thread nichts mehr schreiben -- doch
leider hat Stefan wieder einmal so hanebüchenen
Unsinn verfaßt, daß man das nicht einfach unkorri-
giert stehenlassen kann.


Stefan Ungemach schrieb:


> > Ich vergaß, daß dein Leseverständnis

> > begrenzt ist [...] Ein Vergleich ... eine
> > Illustration, klar?
>
> Mit meinem Leseverständnis hapert's


> weit weniger als mit Deinen Schreib-

> respektive Ausdrucksfähigkeiten.
> Letztere würden entschieden davon


> profitieren, bei einem Thema zu bleiben

> oder wenigstens eine gewisse Gerad-


> linigkeit einzuhalten, statt immer wieder
> durch die obskursten Wendungen
> Verwirrung zu stiften.

Tut mir leid, daß ein simpler Vergleich mit etwas
anderem, in nur einem gewissen Aspekt gleichem
dich so sehr verwirrt, daß du es für eine obskure
Wendung hältst. Das Umbiegen des Themas, um
neue (Schein-)Argumente an den Haaren herbei-
zuziehen, ist doch deine Taktik -- von daher sollte
dich eine schlichte Analogie eigentlich nicht über-
fordern. Analogien stehen schon in der Bibel --
also tu nicht andauernd so, als seien sie etwas
anstößiges.


Stefan schrieb weiter:


> > Ich habe jetzt einmal meinen
> > Müseler hervorgekramt, um

> > ihn dir zu erklären. [...] Die


> > Skizze daneben zeigt zwar
> > einen Reiter, der sein Pferd
> > mit Schlaufzügel reitet. Doch
> > der Text dazu erwähnt den
> > Schlaufzügel MIT KEINEM
> > EINZIGEN WORT.
>

> Lerne, bitte, endlich lesen ...

Lerne es, bitte, erst einmal selber!


Stefan schrieb weiter:
> Der Hinweis auf den Schlaufzügel


> steht auf der gleichen Seite, links

> neben den Bildern ...

Junge -- das ist die BILDUNTERSCHRIFT! Nicht
der Text des Kapitels. Im Text kommt der Schlauf-
zügel (aus gutem Grund) überhaupt nicht vor. Denn
das Kapitel beschreibt -- der Skizze zum Trotz --
das Verfahren des Den-Weg-in-die-Tiefe-zeigens
generell. Der Rückverweis aus dem Hilfszügel-Kapi-
tel hierher demonstriert, daß das eigentliche Vorgehen
auch mit Schlaufzügel nicht anders wäre als ohne.


Stefan schrieb weiter:
> Eine andere Auflage, nämlich die
> zweite (ist ja nicht so, daß ich nur
> eine hätte), wird noch deutlicher
> -- da heißt es, daß der Reiter im
> Korrekturfall beim nicht nachge-
> benden Pferd zum Schlaufzügel
> greifen *muß*.

Ach? Das ist interessant -- es erklärt, wieso die Skizze
mit dem Schlaufzügelreiter in späteren Auflagen (meine
ist die fünfundzwanzigste) an so unpassender Stelle
erscheint. Offensichtlich ist sie ein Überbleibsel, das
früher einmal zum Text gepaßt hatte.

Wie dem auch sei -- es hat schon seinen Grund, warum
Müseler den Text im Laufe der Zeit geändert ... nein,
korrigiert hatte. Ich wünschte, auch Oliveira hätte so
viel Verstand bewiesen wie Müseler -- doch leider hat
er seine Ansicht über die Beurteilung des Schlaufzügels
laut hinausposaunen müssen.

Zwar haben sowohl der frühe Müseler als auch Oliveira
zweifellos rein technisch recht. Doch leider werden sie
ebenso zweifellos regelmäßig falsch verstanden. So wird
die Zahl der Deppen, die meinen, den Schlaufzügel
verdammen zu können, heute um ein vielfaches übertrof-
fen von den Deppen, die sich für kleine Oliveiras halten
und meinen, ihn regelmäßig einsetzen zu müssen -- denn
der Große Meister höchstpersönlich hat's ja legitimiert
(natürlich nur scheinbar, aber das merken die kleinen
Oliveiras leider nicht -- quod licet Nuni non licet bovi).


Stefan schrieb weiter:
> Selbstverständlich geht Müseler


> wie alle anderen in all diesen

> Fällen vom fortgeschrittenen
> *Reiter* (nicht vom Reitan-
> fänger) aus ...

Nein! Nicht vom Fortgeschrittenen, sondern vom Könner.
Schau ... selbst du hältst dich ja für jemanden, der den
Schlaufzügel sinnvoll einsetzen könne: das ist das Problem.
Nicht, daß ich dich für einen Anfänger hielte -- aber von
einem wie Müseler oder Oliveira bist du sicher noch ein
gutes Stück entfernt.


Stefan schrieb weiter:
> ... aber das habe ich auch vom


> ersten Beitrag an stets betont.

Ja, das hast du. Und du bist so verbohrt darauf, daß ich
das angeblich nicht verstanden hätte, daß du nun schon
zum dritten Male nicht begriffen hast, was ich dazu zu
sagen habe. Wenn du meine Meinung für falsch hältst,
kann ich sehr gut damit leben. Doch daß du meine
Meinung nicht einmal begreifst, macht mich betroffen --
drücke ich mich wirklich so unverständlich aus?

Also noch einmal: Soll einem verrittenen, aufsässigen
Pferde der Weg in Tiefe gezeigt werden und der Reiter
kommt ohne Schlaufzügel nicht voran, so hat er *zwei*
Probleme zu lösen. Und der Schlaufzügel hilft nur beim
ersten: nämlich beim Überwinden des Widerstandes
*gegen* den Zügel. Erst dann kann er sich dem zweiten
Problem widmen, nämlich dem Weisen in die Tiefe.
Das ist ein ganz anderes, entgegengesetztes Problem,
zu welchem der Schlaufzügel *nicht* von Nutzen ist,
prinzipbedingt gar nicht von Nutzen sein *kann* --
selbst einem Oliveira nicht.

Wenn du also behauptest, eine der Anwendungen des
Schlaufzügels bestünde darin, den Weg in die Tiefe
zu weisen, so siehst du die zwei Probleme fälschlich
als eines. Doch wenn du dich von der Technik einmal
für einen Moment freimachen könntest und dir über-
legst, was "den Weg in die Tiefe zeigen" im reiterlichen
(nicht im technischen) Sinne eigentlich bedeutet, dann
müßte dir meine Argementation unmittelbar einleuchten
-- oder reicht dazu etwa deine Praxiserfahrung nicht?
Denke doch einfach mal daran, wie man einem *nicht*
verrittenen Pferd den Weg in die Tiefe zeigt ...


Stefan schrieb weiter:


> > "Wegdrücken des Rückens im Absprung
> > verhindern" -- nachdem ich dir das um die

> > Ohren gehauen hatte, behauptest du plötz-


> > lich, alles mögliche gemeint zu haben, nur
> > nicht "im Absprung".
>

> Hab' ich das nicht schon präzisiert?

Ja, eben! Was du eine Präzisierung nennst, nenne ich
eine nachträgliche Umdefinition. Es ist ein Unterschied,
ob man eine kurz und knapp (und damit evtl. mißver-
ständlich) formulierte Aussage hinterher präzisiert und/
oder erweitert, oder ob man sie nachträglich zurück-
nimmt und plötzlich ganz etwas anderes gemeint haben
will.

Olaf


Stefan Ungemach

unread,
Nov 27, 2004, 7:40:52 PM11/27/04
to
Olaf Ulrich wrote:
> Junge -- das ist die BILDUNTERSCHRIFT! Nicht
> der Text des Kapitels. Im Text kommt der Schlauf-
> zügel (aus gutem Grund) überhaupt nicht vor.

Seufz. In der 44.Auflage steht ein kompletter Absatz (soll ich Dir
vielleicht noch zitieren?) zum Schlaufzuegel am Ende des Kapitels mit
"der" Skizze. Zusaetzlich zur Bildunterschrift. In der 2. Auflage gibt
es hier eine _andere_ Schlaufzuegelskizze sowie noch viel deutlichere,
bereits von mir zitierte, Worte zur *Notwendigkeit* des Schlaufzuegels
im Korrekturfall. Zum -zigsten Mal: ich weiss *immer*, was ich zitiere
:-)


> mit dem Schlaufzügelreiter in späteren Auflagen (meine
> ist die fünfundzwanzigste)

Das ist ja lustig. Du *weisst*, welche Auflagen ich besitze (klar, ich
bin ja derjenige von uns beiden, der immer und ehrlich seine Quellen,
und zwar unaufgefordert, nennt), beziehst Dich auf eine _andere_ - und
besitzt die Unverfrorenheit, mir *trotz* dieses Umstandes in einem
Deinem Alter schwerlich anstehenden Tonfall ("Junge...")
Leseunfaehigkeit und Aehnliches vorzuwerfen?

Dass *mir* aehnliche Gedanken gekommen sind, ist hingegen weit weniger
verwunderlich, denn *Du* hast Deine Auflage ja lange genug nicht
genannt bzw. gewusst (und sei versichert, dass ich in ein paar Tagen
auch die 25. hier habe und nachschaue, ob Du vielleicht auch nicht so
genau gelesen hast).


> Ich wünschte, auch Oliveira hätte so
> viel Verstand bewiesen wie Müseler -- doch leider hat
> er seine Ansicht über die Beurteilung des Schlaufzügels
> laut hinausposaunen müssen.

*Kennst* Du sie etwa inzwischen? Woher denn (Quellen, bitte - und
bezieh' Dich auf den Text, nicht auf Hoerensagen - ich habe Dir bisher
nur _einen_ Satz aus einem ganzen Kapitel zitiert)? Was weisst Du von
Oliveiras "Lautstaerke"? Und falls Dir wie zu erwarten auch hierauf
keine zufriedenstellenden Antworten moeglich sind: woher nimmst Du die
Frechheit, darueber zu urteilen?


> Schau ... selbst du hältst dich ja für jemanden, der den
> Schlaufzügel sinnvoll einsetzen könne: das ist das Problem.
> Nicht, daß ich dich für einen Anfänger hielte -- aber von
> einem wie Müseler oder Oliveira bist du sicher noch ein
> gutes Stück entfernt.

Na klar. Aber nicht so sehr von einem, dem vielleicht auch ein Mueseler
oder Oliveira unbesorgt einen Schlaufzuegel zur Verwendung nach eigenem
Urteil ueberlassen haetten. Behaupte ich jetzt einfach mal...:-)

Denn immerhin kann mit "Koenner" auch vom Mueseler nur eine Kombination
von sicherem Sitz, gutem Gefuehl fuers Pferd, ausreichend Erfahrung
fuer die Auspraegung des in der Ausbildungs- bzw. Korrektursituation
erforderlichen Urteilsvermoegens und ordentlichen handwerklichen
Faehigkeiten einschliesslich Theorieunterbau gemeint gewesen sein.
Nicht ein nahezu metaphysisches Wesen wie einen Rittmeister, dessen
Lebenswerk den Standardspruch vom "niemals auslernen zu koennen"
vielleicht doch ein wenig strapaziert

Bedenkt man zudem, *wen* Mueseler adressiert (ambitionierte
Freizeitreiter) und bis wohin seine Reitlehre geht (sie endet bei der
beginnenden Versammlung, Kurzkehrt und ersten Seitengaengen), so ist es
gar nicht so fernliegend, dass er - wie jeder AUtor seine Leserschaft
ansprechend - mit "Koenner" und ich mit "fortgeschrittenem Reiter" ein
und dasselbe meinen.

Falls Dich jedoch auch weiterhin die Zweifel plagen: ich bin gerne
bereit, zusammen mit Dir *ohne* Schlaufzuegel in einem Viereck vor den
gleichen Richtern anzutreten und sowohl meine Einwirkung als auch mein
Pferd deren diesbezueglichem Urteil zu ueberlassen. Allerdings
muesstest *Du* Dich dafuer erst mal irgendwie qualifizieren :-)


> kann ich sehr gut damit leben. Doch daß du meine
> Meinung nicht einmal begreifst, macht mich betroffen --
> drücke ich mich wirklich so unverständlich aus?

Naja, es braucht zumindest immer ziemlich viel Zeit, bis Du Deine
Meinung ueber einzelne Worte hinaus artikuliert (bzw. gefunden bzw.
passend hingebogen) hast. Wuerdest Du sie nicht immer erst mal in
extrem (oft auf ein einziges Wort wie "Nein" oder "Humbug" reduziert)
kurzer und unpraeziser Form zum besten geben, waere die Bereitschaft
zur Annahme, sie sei tatsaechlich aelter als "Threadbeginn plus einige
Tage zum Argumentesammeln", sicherlich beim einen oder anderen groesser
;-)

Das Problem besteht daher weniger darin, ob ich Deine Meinung
_verstehe_ - es ergeben sich aber oft erhebliche Zweifel, ob Du sie zum
Zeitpunkt Deines jeweiligen Threadeinstieges auch schon _hattest_...


> Also noch einmal: Soll einem verrittenen, aufsässigen
> Pferde der Weg in Tiefe gezeigt werden und der Reiter
> kommt ohne Schlaufzügel nicht voran, so hat er *zwei*
> Probleme zu lösen. Und der Schlaufzügel hilft nur beim
> ersten: nämlich beim Überwinden des Widerstandes
> *gegen* den Zügel. Erst dann kann er sich dem zweiten
> Problem widmen, nämlich dem Weisen in die Tiefe.

Du setzt immer noch die Verwendung des Schlaufzuegels zum "den Weg in
die Tiefe weisen" der Praxis gleich, bei der des Pferdes Kopf in die
Tiefe *gezogen* und dort *festgehalten* wird. Derartige mechanistische
Erklaerungsversuche sind bei Dir nicht neu - Du wolltest auch schon
Pferde als mit der Kandare "festgehalten" verstanden wissen. Sicherlich
kann man darueber ein Gedankengebaeude wie das Deine errichten, an
dessen Ende der "Beweis" der Unmoeglichkeit einer solchen Verwendung
steht - aber Du gehst von voellig falschen Voraussetzungen aus.

"Den Weg in die Tiefe weisen" bedeutet im weitesten Sinne die
Herstellung einer reellen Dehnungshaltung bei einem hierzu nicht ohne
Hilfe bzw. Korrektur findenden Pferd. Wie bei jeder Formung eines
Pferdes durch den Reiter liegt dem das Prinzip zugrunde, durch eine
ganze Reihe von aufeinander abgestimmten Hilfen und Massnahmen einen
Rahmen vorzugeben, in dem das Pferd selber zur gewuenschten Form,
Bewegung, Haltung oder Gangqualitaet findet. Das hast Du sogar
verstanden (jedenfalls hast Du Aehnliches geschrieben).

Warum aber um alles in der Welt verfaellst Du auf den wunderlichen
Gedanken, die Verfasser von Reitlehren, die sowas wie das "In die Tiefe
weisen" formuliert haben, haetten das nicht *auch* gewusst und den
Lesern ihres Werks das Begreifen ihrer eigenen Botschaft zugetraut? Sie
wussten es und werden so gelesen, so dass Deine "Aufklaerungsarbeit"
voll ins Leere laeuft. Schlimmer: Dein pauschaler Widerspruch, mit dem
Du eingestiegen bist, ist aufgrund dieser irrigen Annahme grundfalsch -
und Du willst das ums Verrecken nicht einsehen.

Fakt ist: nur *Du* ganz alleine nimmst von allen anderen
(einschliesslich Reitlehrenverfassern, Profireitern und Ausbildern) an,
dass sie die Einsatzmoeglichkeit eines Werkzeugs im Rahmen einer
bestimmten Wirkungserzielung streng kausal und exklusiv begreifen. Oder
auf deutsch: dass sie nicht wissen, wie das mit den Reiterhilfen
funktioniert und daher glauben, man koenne jedes Problem direkt und
alleine mit dem richtigen Hilfszuegel loesen. Worauf Du sie dann ueber
das Gegenteil zu belehren trachtest.

Vielleicht wird diese Perspektive durch Dein Umfeld und Deine
persoenlichen Beobachtungen gefoerdert. Vielleicht hast Du frueher
selber mal daran geglaubt, und Dir ist das jetzt um so peinlicher.
Vielleicht hat Dich auch beim Lesen ein "Aha-Erlebnis" ereilt, unter
dessem Eindruck Du noch so sehr stehst, dass Du es - zu Unrecht - fuer
exklusiv haeltst und teilen willst.

Egal, *welche* Form persoenlicher Wahrnehmungsstoerung auch immer
Deiner Kampagne zugrunde liegt - *nur* eine solche koennte Deinen
Ansatz stuetzen. Niemand hat (jedenfalls in diesem Thread) je
behauptet, man koenne oder solle ein Pferd per Schlaufzuegel in die
Dehnungshaltung ziehen. Niemand hat behauptet, Mueseler oder Oliveira
haetten das so gemeint. Niemand hat die Nutzung des Schlaufzuegels fuer
das korrigierende Erreichen der tiefen Einstellung auf seinen Einsatz
*reduziert*. Versuch' ruhig, das Gegenteil zu beweisen - es wird Dir
nicht gelingen.

Du hast zwar all das, als einziger, stets anderen unterstellt und
anschliessend bekaempft - und Du hast dies mit dem Dir eigenen
Ungeschick (bzw.Unwillen), vor allem zu Beginn Diskussionsfaehigkeit
und Lernbereitschaft zu zeigen, getan. Die Folgen erleben wir derzeit
in Form einer fruchtlosen Kruemelkackerei.


> als eines. Doch wenn du dich von der Technik einmal
> für einen Moment freimachen könntest und dir über-
> legst, was "den Weg in die Tiefe zeigen" im reiterlichen
> (nicht im technischen) Sinne eigentlich bedeutet, dann
> müßte dir meine Argementation unmittelbar einleuchten

Tut sie ja, siehe oben - aber sie ist halt voellig unangebracht, weil
diese Techniklastigkeit alleine von Dir erfunden, mit Widerspruch
bedacht, und zum Schluss entkraeftet worden ist. Schon Dein allererstes
"Nein" hat etwas adressiert, das alleine in Deinen Gedanken
herumgeistert - und logischerweise konnte erst mal niemand ausser Dir
wissen, worauf Du Dich da beziehst (falls man, aufgrund frueherer
Erfahrungen weiser geworden, nicht sowieso erst mal davon ausgegangen
ist, dass mal wieder eine Einstiegsprovokation vorliegt, der derartige
Einsichten und Erkenntnisgewinne erst *folgen*). Genaugenommen fuehrst
Du *diesen* Teil der Diskussion von Anfang an mit Dir selber :-).


> Ja, eben! Was du eine Präzisierung nennst, nenne ich
> eine nachträgliche Umdefinition. Es ist ein Unterschied,

Nenn's doch, wie Du willst. Fakt ist: ich *habe* auf Deine Rueckfrage
hin sofort und detailliert beschrieben, was gemeint war, wie's
funktioniert und wie man's reitet. Fakt ist auch: "Nein" ist nicht
gerade "kurz, knapp und eventuell missverstaendlich", und *danach*
gab's von Dir zunaechst mal Nachschlaege aehnlicher Qualitaet ("Lies
doch selber mal"), bevor Du Dich zu einer Zusammenfassung der
mittlerweile durch andere gelieferten Argumente befleissigt hast und
das nun als "Erweiterung" verstanden wissen willst.

Du wirst das sicherlich anders sehen (muessen), deshalb werden wir hier
nicht zu einer Einigung kommen. Ich denke, dass sich jeder, der bis
hierher noch am Ball geblieben ist, ein eigenes Urteil in dieser Sache
gebildet hat :-)

Olaf Ulrich

unread,
Nov 28, 2004, 9:48:47 AM11/28/04
to
Stefan Ungemach schrieb:
> Seufz. In der 44. Auflage steht ein

> kompletter Absatz (soll ich Dir
> vielleicht noch zitieren?) ...

Nein, ich glaub's dir auch so. Das Ausmaß an
Differenzen zwischen den verschiedenen Auf-
lagen überrascht mich ein wenig ...


Stefan schrieb weiter:
> ... (klar, ich bin ja derjenige von


> uns beiden, der immer und ehrlich

> seine Quellen, und zwar unaufge-
> fordert, nennt) ...

Falls du's noch nicht gemerkt hast -- das tue ich
ebenfalls (deinen haltlosen Unterstellungen zum
Trotz, die hartnäckig das Gegenteil behaupten).


Stefan schrieb weiter:
> ... beziehst Dich auf eine _andere_ --
> und besitzt die Unverfrorenheit ...

Wie gesagt, die Unterschiedlichkeit der 25. und
der 44. Auflage habe ich wohl unterschätzt. Denoch
bin ich überzeugt davon, daß der Hauptteil des
Textes des Kapitels über das Zeigen des Weges
in die Tiefe auch in der 44. Auflage das Vorgehen
beschreibt, ganz ohne sich auf den Schlaufzügel zu
beziehen -- denn den braucht man dafür in der
Regel nicht.

Ja ja, ich weiß schon -- du hattest ja auch gar nicht
vom Regelfall gesprochen, sondern davon, was
grundsätzlich geht ... und genau darauf bezieht sich
mein Widerspruch. Grundsätzlich behaupte ich, daß
man mit einem Schlaufzügel eben nicht wirklich
den Weg in die Tiefe weisen, sondern allenfalls die
Voraussetzungen dafür schaffen kann.


Stefan schrieb außerdem:


> Du setzt immer noch die Verwendung des

> Schlaufzügels zum "den Weg in die Tiefe


> weisen" der Praxis gleich, bei der des
> Pferdes Kopf in die Tiefe *gezogen* und

> dort *festgehalten* wird. Derartige mecha-
> nistische Erklärungsversuche sind bei Dir
> nicht neu ...

Diese Mechanistik unterstelle ich *dir* bzw. deinen hier
zum besten gegebenen Worten -- und *widerspreche*
ihr.

Mag ja sein, daß ich deine Worte ("Zweck des Schlauf-
zügels: u. a. Weg in die Tiefe weisen") mißverstanden
oder allzu wörtlich genommen habe -- aber immerhin
hatte ich den Müseler niemals in dieser Weise mißver-
standen. Deswegen amüsiert es mich ja so, daß ausge-
rechnet du ausgerechnet den Müseler heranziehst, um
deine Behauptungen zu stützen.

Möglich, daß du nun meine Auffassung von den *zwei*
Problemen als analytische Theorie, als rhetorischen
Winkelzug zum künstlichen Erzeugen von Widerworten
ansiehst. Falls dem so ist, dann bleibt mir im Interesse
der Pferde nur noch zu wünschen, daß du den Schlauf-
zügel fürderhin möglichst selten, am besten gar nicht ein-
setzen mögest.


Stefan schrieb außerdem:
> ... denn *Du* hast Deine Auflage ja
> lange genug nicht genannt bzw. gewußt ...

Nicht gewußt. Ich habe sie ja erst gestern wieder
hervorgekramt, um mich zu vergewissern, daß ich
mich nicht falsch an ihren Inhalt erinnere -- nämlich
daß Müseler den Schlaufzügel zum "den Weg in die
Tiefe zeigen" zwar erwähnt, das Verfahren an sich
aber *ohne* Schlaufzügel beschreibt.


Stefan schrieb weiter:


> Das Problem besteht daher weniger
> darin, ob ich Deine Meinung _verstehe_

> -- es ergeben sich aber oft erhebliche


> Zweifel, ob Du sie zum Zeitpunkt Deines
> jeweiligen Threadeinstieges auch schon
> _hattest_ ...

Du meinst, ich widerspreche dir erst einmal einfach so,
auf's Geratewohl, nur um des Widerspruchs willen --
und entwickle dann ganz nach Bedarf in Echtzeit
schnell nachträglich die Argumentation dazu? Ich fühle
mich geschmeichelt, daß du mir ein solches Improvisa-
tionstalent zutraust!

Würdest du aber meine Beiträge nicht nur überfliegen,
sondern richtig lesen -- und verstehen --, so würdest
du merken, daß die Argumentation stets von Anfang
an mit darinnensteckt ... jedenfalls für die Leser, die
nicht nur lesen, sondern auch mitdenken können, und
deren Kurzzeitgedächtnis weiter reicht als nur für einen
halben Satz.


Stefan schrieb weiter:
> > ... doch leider hat [Oliveira] seine


> > Ansicht über die Beurteilung des
> > Schlaufzügels laut hinausposaunen
> > müssen.
>
> *Kennst* Du sie etwa inzwischen?

Na, du selber hattest sie (bzw. ihre Übersetzung ins
Deutsche) mir doch gerade wortwörtlich zitiert, nach-
dem ich sie verkürzt wiedergegeben hatte. Schon ver-
gessen?


Stefan schrieb weiter:
> Was weißt Du von Oliveiras "Lautstärke"?

Immerhin laut genug, daß es bis zu mir durchgedrungen
ist -- obwohl ich von Oliveiras posthum veröffentlichten
"Sämtlichen Schriften" nur den ersten Band (von sechs)
kenne. Und zumindest darin kommt das Wort "Schlauf-
zügel" kein einziges Mal vor.


Stefan schrieb weiter:
> ... woher nimmst Du die
> Frechheit, darüber zu urteilen?

Du meinst: woher nehme ich die Frechheit, darüber
anders als du zu urteilen? ;-)


Stefan schrieb weiter:


> > Schau ... selbst du hältst dich ja für
> > jemanden, der den Schlaufzügel
> > sinnvoll einsetzen könne: das ist das
> > Problem. Nicht, daß ich dich für
> > einen Anfänger hielte -- aber von
> > einem wie Müseler oder Oliveira
> > bist du sicher noch ein gutes Stück
> > entfernt.
>
> Na klar. Aber nicht so sehr von einem,

> dem vielleicht auch ein Müseler oder
> Oliveira unbesorgt einen Schlaufzügel


> zur Verwendung nach eigenem Urteil

> überlassen haetten. Behaupte ich jetzt
> einfach mal ... :-)

Behauptest du jetzt einfach mal. Soso, verstehe.
Zuvor in diesem Thread hattest du auch schon
folgendes behauptet: "Schlaufzügel -- nicht daß ich
den häufig benutzen würde, aber wenn, richte ich
damit keinen Schaden an".

So spricht ein Freizeitreiter, der als Erwachsener mit
dem Reiten begonnen hat und sich hauptsächlich als
Springreiter versteht (richtig? Bitte korrigiere mich,
wenn ich da was falsches sage).

Schauen wir doch einmal -- nur so zum Vergleich --,
was ein erfahrener Berufsreiter mit eigenem Reitbetrieb
dazu sagt (rate mal, wen ich meine!):

: Die Korrektur der [mit dem Schlaufzügel]
: verittenen Pferde steht in keinem Verhältnis
: zu dem Nutzen, den er bringt.
: Unter einem einzelnen "Künstler" mag er
: Nutzen für Reiter und Pferde bringen, für
: die Allgemeinheit der Reiter und Pferde ist
: er überaus schädlich und grenzt zuweilen
: an Tierquälerei. [...]
: Ich dagegen hatte schon so viele bedauerns-
: werte Schlaufzügelprodukte zur Korrektur,
: daß ich dieses Ding nicht anfasse.


Stefan schrieb zum Schluß:
> Ich denke, daß sich jeder, der bis


> hierher noch am Ball geblieben ist,
> ein eigenes Urteil in dieser Sache
> gebildet hat :-)

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Olaf

Claudia Hochheimer

unread,
Nov 28, 2004, 1:26:15 PM11/28/04
to

Katharina Fuhrmann schrieb:


>
> Kathi (die seit Wochen schmachtend um das Buch "Handbuch Pferdepraxis"
> herumtigert und sich grad fragt, von wem sie sich ein Buch um 163
> Teuronen zu Weihnachten wünschen könnte *schnief*)
>

aha, du auch schon ;-)

lg cloudy (die genau das buch auch haben will...)

Stefan Ungemach

unread,
Nov 28, 2004, 5:47:58 PM11/28/04
to
Olaf Ulrich wrote:
> Diese Mechanistik unterstelle ich *dir* bzw. deinen hier
> zum besten gegebenen Worten -- und *widerspreche*
> ihr.

Ja, ich weiss - aber das ist zum Selbstzweck mutiert. Oder schon immer
ein solcher gewesen, wer weiss - jedenfalls hat es niemals eine
Rechtfertigung fuer eine solche Unterstellung gegeben.


> standen. Deswegen amüsiert es mich ja so, daß ausge-
> rechnet du ausgerechnet den Müseler heranziehst, um
> deine Behauptungen zu stützen.

*Nur* die eine Behauptung, dass er - wie viele andere - im "den Weg in
die Tiefe weisen" einen Anwendungsfall fuer ihn sieht. So wie das
Oeffnen einer verschlossenen Tuer ein Anwendungsfall fuer einen
Dietrich ist - das bedeutet aber noch lange nicht, dass es sich dabei
um den korrekten, ueblichen oder effizientesten Weg handelt, dass man
sie mit ihm alleine sicher aufbekaeme, oder dass ein Dietrich von jedem
x-Beliebigen benutzt werden kann oder soll.

Um in diesem Bilde zu bleiben: Du hast die (Teil-)Aussage "zu den
Anwendungsfaellen fuer einen Dietrich gehoert das Oeffnen von
verschlossenen Tueren" mit "Nein", und den naechsten Teil "eines der
Standardwerke ueber Tuerschloesser nennt den Dietrich in diesem
Zusammenhang" mit "Lies selber erst mal", beantwortet. Das spricht fuer
sich...


> Möglich, daß du nun meine Auffassung von den *zwei*
> Problemen als analytische Theorie, als rhetorischen
> Winkelzug zum künstlichen Erzeugen von Widerworten
> ansiehst.

Gegen Deine Auffassung von den zwei Problemen ist nichts einzuwenden.
Neu oder auch nur ein Erkenntnisgewinn ist sie allerdings auch nicht -
es ist die allseits und seit Ewigkeiten bekannte, erschoepfend
dokumentierte und ueberall leicht abzuschreibende Schulansicht.

Das einzige Problem besteht darin, dass Du sie ziemlich gewaltsam und
provokativ dazu missbraucht hast, eine Aussage zu widerlegen, die
niemand gemacht hat. Das waere verzeihlich (und glaubwuerdiger)
gewesen, wenn Du *gleich* erklaert haettest, worum es *Dir* geht -
stattdessen hast Du Deine Privatinterpretation einfach mal den anderen
unterstellt, was die anschliessende "Aufklaerung" auf blosse
Selbstdarstellung reduziert.


> Du meinst, ich widerspreche dir erst einmal einfach so,
> auf's Geratewohl, nur um des Widerspruchs willen --
> und entwickle dann ganz nach Bedarf in Echtzeit
> schnell nachträglich die Argumentation dazu?

Der Gedanke ist mir ein-, zweimal gekommen, ja :-)


> Würdest du aber meine Beiträge nicht nur überfliegen,
> sondern richtig lesen -- und verstehen --, so würdest

> du merken, daß die Argumentation stets von *Anfang*
> an mit darinnensteckt ...

Du meinst, "Nein" waere ein les- und verstehbarer Beitrag, und darin
wuerde eine Argumentation stecken? Schau Dir Deinen *ersten* Beitrag
zum Thread noch mal genau an: wie praktisch alle Deine Threadeinstiege
beginnt er mit provokativen Verkuerzungen und endet mit persoenlichen
Angriffen. Dazwischen findet sich *ein* argumentativer Ansatz (zu einem
ganz anderen als dem uebriggebliebenen Thema, und ich bin sofort,
sachlich und umfassend darauf eingegangen) - und das war's. Man muss
schon fast Gedanken lesen koennen, um auf die Idee zu kommen, dahinter
wuerde mehr stecken - abgesehen davon sind es immer die _ersten_
Beitraege, die den spaeteren Tonfall vorgeben...


>> *Kennst* Du sie etwa inzwischen?
> Na, du selber hattest sie (bzw. ihre Übersetzung ins
> Deutsche) mir doch gerade wortwörtlich zitiert, nach-
> dem ich sie verkürzt wiedergegeben hatte. Schon ver-
> gessen?

Bitte? Ich habe Dir *einen* Satz zitiert, wohingegen Du weder vorher
noch danach *irgendwas* davon wiedergegeben hast.


> ist -- obwohl ich von Oliveiras posthum veröffentlichten
> "Sämtlichen Schriften" nur den ersten Band (von sechs)
> kenne. Und zumindest darin kommt das Wort "Schlauf-
> zügel" kein einziges Mal vor.

Tja, der *fuenfte* davon besitzt hingegen ein ganzes Kapitel
"Schlaufzuegel". Aus dem ich auch noch mal woertlich zitiere: "Die
reinen Theoretiker, die nicht in der Lage sind, irgendein Pferd
auszubilden, neigen dazu, ihren Einsatz zu verdammen".

Das Buch heisst uebrigens "Ratschlaege eines alten Reiters an junge
Reiter" - jedesmal, wenn ich einen Disput mit Dir fuehre, poppt dieser
Titel - warum wohl? - vor meinem inneren Auge auf...:-)


> Du meinst: woher nehme ich die Frechheit, darüber
> anders als du zu urteilen? ;-)

Nein, *ueberhaupt* zu urteilen. Denn Du kennst die Textstellen zu
diesem Thema - selbst nach aktuellstem eigenen Bekunden - ja ueberhaupt
nicht.


> So spricht ein Freizeitreiter, der als Erwachsener mit
> dem Reiten begonnen hat und sich hauptsächlich als

> Springreiter versteht.

Nicht ganz. Als Erwachsener habe ich das erste *eigene* Pferd (gefolgt
von weiteren; derzeit sind's vier) gekauft und wenige Monate spaeter
das reine Spazierenreiten zugunsten von regelmaessigem, intensiven
Unterricht in den HIntergrund gestellt (im letzten Dutzend Jahren hat
sich das auf einen *Durchschnitt* von 2-3 Einzelstunden pro Woche
eingependelt, zu Beginn waren es mehrmals im Jahr fuer einige Wochen um
die 4 am *Tag* - Du darfst selber ausrechnen, was dabei herauskommt).
Spazierengeritten, so wie Du, bin ich allerdings schon etwas frueher;
das hat so mit etwa 6 Jahren angefangen...:-)

Abgesehen davon ist das nur ein, und dazu in der Tat ein falsch
verstandener, Aspekt. Meine bevorzugte *Wettkampfdisziplin* ist
tatsaechlich das Springreiten (allerdings hab' ich nichtsdestoweniger
gelegentlich auch gegen Konkurrenz die Melone oder den Militaryhelm
auf). Aber von den durchschnittlich 12-14 Mal, die ich pro Woche aufs
Pferd steige (derzeit ist's allerdings etwas mehr, so um die 4x/Tag),
fuehrt mich vielleicht zweimal der Weg ueber Hindernisse. Das
Alltagsbrot ist Dressurarbeit und -unterricht. Und meine Ausbildung hat
viele Jahre lang in einem spezialisierten Dressurstall stattgefunden,
in dem bereits das Tragen einer bunten Stange einem sozialen Abstieg
gleichkam...:-)

Schliesslich ist es auch kein Zufall, dass mir - endlich, es hat lange
genug gedauert - ausgesprochen wertvolle Jungpferde, die wir beide
zusammen uns nicht leisten koennten, zur *Ausbildung* bzw. Foerderung
anvertraut werden. Und das von Leuten, die selber seit vielen
Jahrzehnten reiten, selber Pferde ausbilden und jede Woche beim
Spitzentrainer Unterricht nehmen. Vielleicht hast Du keine genaue
Vorstellung davon, wie lange der Weg dorthin dauert - die
Standardsprueche bereits der meisten FreizeitreiterInnen des Tenors,
eigentlich koennten nur *sie* ihr eigenes oder Beteiligungspferd
richtig verstehen und reiten, liefern allerdings ein brauchbares Indiz
hierfuer.

Selbstverstaendlich bleibt die Wahl der Ausbildungsmittel dabei mir
ueberlassen (nicht dass ich deshalb - bei solchen Pferden erst recht
nicht - mit einem Schlaufzuegel arbeiten wuerde oder muesste - der
springende Punkt besteht darin, dass erfahrene Besitzer und deren
Trainer meinem Urteil darueber und meinen Faehigkeiten darin
vertrauen).

Wenn all das, wie Du andeutest, nur auf einen grandiosen
Wahrnehmungsfehler zurueckzufuehren ist, betrifft der so viele Leute,
das man fast von Massenhysterie sprechen muesste :-)


> Schauen wir doch einmal -- nur so zum Vergleich --,
> was ein erfahrener Berufsreiter mit eigenem Reitbetrieb
> dazu sagt (rate mal, wen ich meine!):
>
>> Die Korrektur der [mit dem Schlaufzügel]
>> verittenen Pferde steht in keinem Verhältnis
>> zu dem Nutzen, den er bringt.

>> (...)


>> Ich dagegen hatte schon so viele bedauerns-
>> werte Schlaufzügelprodukte zur Korrektur,
>> daß ich dieses Ding nicht anfasse.

Nun, erstens habe *ich* diesen erfahrenen Berufsreiter schon
persoenlich am Turnier (auf das ich meine Schueler begleitet hatte)
getroffen und privaten Kontakt mit ihm, so dass ich mich auch *seinem*
Urteil gelassen stelle. Und zweitens kenne ich davon noch viel mehr -
und selbst die besten davon, mehrfache Traeger von Goldenen RA,
Stensbeckplaketten als Azubi und Auszubildender, Landesmeister in
unterschiedlichen Disziplinen, artikulieren *mir* gegenueber keine
derartigen Beruehrungsaengste.

Ganz im Gegenteil sogar: allerdings unterscheiden sich in kollegialer
Atmosphaere fallenden Aussagen stark von schriftlich in der
Oeffentlichkeit festgemeisselten Statements, weil letztere (a) von Hinz
und Kunz gelesen und womoeglich inkompetent umgesetzt, und (b)
irgendwann von irgendwem verdreht und gegen einen verwendet werden
koennten. Sie spiegeln daher nach meiner Erfahrung i.d.R. kaum die
wesentlich vielseitigere Realitaet wieder.

Letztlich ist und bleibt der Schlaufzuegel ein Werkzeug, von dem nur
dann eine Gefahr ausgeht, wenn jemand nicht in seiner Benutzung
ausgebildet und geuebt ist, oder wenn er falsch ueber seine
Anwendbarkeit urteilt. Auch wenn in diesem Fall der Schaden - wie ich
uebrigens vom ersten Beitrag an immer herausgestellt habe - recht gross
ist, sollte das ueberhaupt keinen Einfluss auf die Entscheidung ueber
seinen gekonnten Einsatz in einem Fall haben, wo er von Nutzen sein
kann. Auch hier duerfen, wobei die zahlenmaessigen Verhaeltnisse
bedeutungslos sind, nicht schlechte Aepfel mit guten Birnen verglichen
werden.

Reinhild Nürnberger

unread,
Nov 29, 2004, 11:53:24 AM11/29/04
to

"Christoph Kliemt" <christop...@entici.de> schrieb im Newsbeitrag
news:873bysp...@achilles.entici.de...

Hallo Christoph,

*Menno* , fussaufstampf!!elf Ich will aber Chips!

Wieso kein Reflux? Schnellabhau........

Liebe Grüße,
Reinhild


Katje Binder

unread,
Nov 29, 2004, 10:34:47 AM11/29/04
to
On Fri, 26 Nov 2004 16:36:38 +0100, "Stefan Ungemach"
<stefan....@bingo-ev.de> wrote:

>Schon langsam habe sogar ich begriffen, wie Deine Diskussionsmethode
>funktioniert: erst mal extrem verkuerzt losblaffen, dann auf Argumente
>der anderen warten und schliesslich auf _deren_ Basis ein schon ewig
>vorhandenes Fachwissen vorgaukeln. Menschenskind, darauf faellt hier
>keiner mehr rein!

Nee, wir holen ganz im Gegenteil das Popcorn raus und schauen
gemuetlich zu, wie Olaf sich laecherlich macht. Wobei allerdings die
Beharrlichkeit, mit der er dies tut, schon fast wieder ein bisschen
Bewunderung verlangt :-)

Gruss,

Katje

Katje Binder

unread,
Nov 29, 2004, 10:34:48 AM11/29/04
to
On Sat, 27 Nov 2004 00:19:34 +0100, "Olaf Ulrich"
<olaf....@onlinehome.de> wrote:

>Als Korrekturmittel
>eingesetzt, kann man ggf. ein verrittenes Pferd daran
>hindern, sich nach oben aus den Zügelhilfen heraus-
>zuheben -- was natürlich eine notwendige Bedingung
>ist, um ihm den Weg in die Tiefe weisen zu können.
>Doch es ist keine hinreichende Bedingung, das ist
>doch der Knackpunkt. Müseler formuliert es so:
>
>"Den Weg nach unten kann der Reiter nur zeigen,
>finden soll ihn das Pferd selbst".
>
>Hierzu *kann* ein Schlaufzügel naturgemäß gar nicht
>von Nutzen sein. Ein sehr geschickter Reiter kann mit
>Schlaufzügel bestenfalls einem Pferd den Weg *trotz*
>der Schlaufzügel zeigen, nicht *mit* ihnen. Denn wie
>ich schon ausführte, ist das etwas anderes als heftig
>am Zügel ziehen. Deswegen: "bestimmten Formen des
>Sichentziehens entgegenwirken" -- ja; "den Weg in die
>Tiefe zeigen" -- nein.

Dann sprechen wir doch mal darueber. Ein Schlaufzuegel kann doch
ebenso wirken wie zB ein Laufferzuegel, der, richtig verschnallt, doch
wohl zweifelsfrei dem Pferd den Weg in die Tiefe weist. Gehen wir
jetzt von einem Reiter aus, der den Schlaufzuegel lang genug laesst
und nicht wie irre dran rumzieht (weder einseitig noch sonstwie) - das
Pferd, das sich nach oben entziehen will, wird doch relativ schnell,
wenn die Aktivierung der Hinterhand gelingt, den Weg in die Tiefe
suchen und entlang dem Schlaufzuegel auch finden. Eben weil der Weg
nach oben versperrt ist.
Oder warum glaubst Du, dass das nicht der Fall ist? Dann koennte man
ja auch das Longieren mit Dreiecks- oder Laufferzuegeln lassen, wenn
dieses Prinzip nicht funktioniert.

Gruss,

Katje

Stefan Ungemach

unread,
Nov 29, 2004, 12:01:53 PM11/29/04
to
Katje Binder wrote:
> und nicht wie irre dran rumzieht (weder einseitig noch sonstwie) -
das
> Pferd, das sich nach oben entziehen will, wird doch relativ schnell,
> wenn die Aktivierung der Hinterhand gelingt, den Weg in die Tiefe
> suchen und entlang dem Schlaufzuegel auch finden. Eben weil der Weg
> nach oben versperrt ist.

Den Weg nach *oben* zu versperren ist aber nicht Aufgabe des
Schlaufzuegels in Reiterhand, sondern beim Longieren (wo der Reiter
weitaus weniger Einflussmoeglichkeiten und Rueckkoppelung hat). Und
*dabei* wirkt er dann auch gleichseitig, wobei immer noch das Pferd den
Grad des "Annehmens" - sofern man das so nennen will - bestimmt.

Im Anwendungsfall "den Weg in die Tiefe zeigen" arbeitet der Reiter
komplizierter. Grundsaetzlich ist hierfuer ein sich wenigstens auf
einer Hand stellendes Pferd erforderlich, weil dieses Zeigen nur durch
ein (leichtes) Annehmen und anschliessend betontes Vorgehen der
aeusseren Hand eingeleitet werden kann - dazu muss man aber erst mal
eine "aeussere" Hand haben...

Problematisch wird das, wenn ein Pferd auf *keiner* Hand nachgibt und
sich nicht stellen mag. Das aeussert sich in verschiedenen Formen des
Widerstandes: Geradestrecken und Festmachen des Halses, Pullen,
Stehenbleiben, sowie im Extremfall Buckeln und Steigen. Zwar geht des
Pferdes Kopf hierbei strenggenommen auch mehr oder weniger nach
_oben_ - aber das bedeutet nicht, dass die Korrektur per Schlaufzuegel
direkt nach _unten_ erfolgt. Sie erfolgt - vorsichtig, aber
nichtsdestotrotz aktiv durch den Reiter - zur (inneren) Seite hin.
SObald das Pferd diese Stellung haelt und schlimmstenfalls mit
gelegentlichen inneren Zuegelhilfen daran erinnert werden muss, ist der
Schlaufzuegel ueberfluessig.

Wohlgemerkt: wir reden hier von der Stellung als "Knackpunkt" fuer das
korrekte "Zeigen" des Weges in die Tiefe. Die Bearbeitung bestimmter
Biegungsprobleme bzw. -Widerstaende (mit HIlfe des aeusseren
Schlaufzuegels) ist was voellig anderes, und die Begrenzung von
Widerstaenden nach oben ist ueberhaupt kein legitimer Anwendungsfall.

Olaf Ulrich

unread,
Nov 29, 2004, 12:07:32 PM11/29/04
to
Katje Binder schrieb:

> > "Den Weg nach unten kann der Reiter
> > nur zeigen, finden soll ihn das Pferd
> > selbst".
> > Hierzu *kann* ein Schlaufzügel natur-

> > gemäß gar nicht von Nutzen sein. Ein
> > sehr geschickter Reiter kann mit
> > Schlaufzügel bestenfalls einem Pferd
> > den Weg *trotz* der Schlaufzügel
> > zeigen, nicht *mit* ihnen. Denn wie
> > ich schon ausführte, ist das etwas
> > anderes als heftig am Zügel ziehen.
> > Deswegen: "bestimmten Formen des
> > Sichentziehens entgegenwirken" -- ja;
> > "den Weg in die Tiefe zeigen" -- nein.
>
> Dann sprechen wir doch mal darüber. Ein
> Schlaufzügel kann doch ebenso wirken wie
> z. B. ein Laufferzügel ...

Ja.


Katje schrieb weiter:
> ... der, richtig verschnallt, doch wohl


> zweifelsfrei dem Pferd den Weg in die
> Tiefe weist.

Das tut der Laufferzügel eben nicht, himmisakra!

Um den Weg in die Tiefe zu zeigen, bedarf es der
lebendigen, spielenden, auffordernden, nachgebenden,
lockenden Hand des Reiters -- in Tateinheit mit einem
vorwärtstreibenden Schenkel. Ein Laufferzügel hinge-
gen ist etwas totes -- der zeigt dem Pferd gar nichts.
Er setzt dem in die Tiefe strebenden Pferd lediglich
kein Hindernis entgegen. Er funktioniert also prima
mit einem Pferd, welches bereits gelernt hat, wo es
hin soll.


Katje schrieb weiter:
> ... das Pferd, das sich nach oben


> entziehen will, wird doch relativ
> schnell, wenn die Aktivierung der

> Hinterhand gelingt ...

... ja, wenn ... und zum Aktivieren der Hinterhand ist
ein Schlaufzügel kaum das richtige Werkzeug. Das
ist eher ein Hinterhandblockierer. Ihn einzusetzen und
trotzdem die Hinterhand *nicht* zu blockieren ist irre
schwierig.


Katje schrieb weiter:
> ... den Weg in die Tiefe suchen und
> entlang dem Schlaufzügel auch finden.

Wenn es das relativ schnell tut, dann war es auch nicht
ernsthaft verritten und der Schlaufzügel somit komplett
überflüssig.


Katje schrieb weiter:


> Eben weil der Weg nach oben versperrt ist.

Ein Pferd, das sich wehren will, geht nicht nach unten,
nur weil der Weg nach oben versperrt ist.

Katje schrieb weiter:
> Dann könnte man ja auch das Longieren
> mit Dreiecks- oder Laufferzügeln lassen,


> wenn dieses Prinzip nicht funktioniert.

Man longiert nur solche Pferde mit Dreiecks- oder
Laufferzügeln, die das Konzept des In-die-Tiefe-
gehens bereits verinnerlicht haben. Junge Pferde,
die noch gar keine Zügelhilfen kennen, longiert man
selbstverständlich ganz ohne Zügel.

Olaf


Christoph Kliemt

unread,
Nov 29, 2004, 11:10:23 AM11/29/04
to
Katje Binder <notv...@uni-muenster.de> writes:

[...]

> Nee, wir holen ganz im Gegenteil das Popcorn raus und schauen gemuetlich
> zu, wie Olaf sich laecherlich macht.

*Menno* , fussaufstampf!!elf Ich will aber Chips!

> Wobei allerdings die Beharrlichkeit, mit der er dies tut, schon fast


> wieder ein bisschen Bewunderung verlangt :-)

In der Tat.

Gruss,

Christoph, heute mal sekundierend.

--
Sprüche finde ich ja toll aber muss es gerade dieser sein?
Georgia Frei in drtp

Olaf Ulrich

unread,
Nov 29, 2004, 11:46:00 AM11/29/04
to
Katje Binder schrieb:
> ... und schauen gemütlich zu,
> wie Olaf sich lächerlich macht.

Wenn du meinst, ich mache mich lächerlich,
so bist du nur nicht imstande, komplexere
Zusammenhänge zu verstehen -- und sitzt
Stefans eloquenter Polemik auf. Das ist ja
auch viel lustiger als selber einmal mitzudenken ...

Olaf


Knut Krueger

unread,
Nov 29, 2004, 2:40:53 AM11/29/04
to

J M Schlatter schrieb:

Aber vorher würde ich doch mal das erste Posting in Ruhe durchlesen,
auch wenn Dir schon der Anzeigefinger juckt ...

KPK

Catja Pafort

unread,
Nov 29, 2004, 6:50:19 PM11/29/04
to
Stefan schrieb:

> Im Anwendungsfall "den Weg in die Tiefe zeigen" arbeitet der Reiter
> komplizierter. Grundsaetzlich ist hierfuer ein sich wenigstens auf
> einer Hand stellendes Pferd erforderlich, weil dieses Zeigen nur durch
> ein (leichtes) Annehmen und anschliessend betontes Vorgehen der
> aeusseren Hand eingeleitet werden kann - dazu muss man aber erst mal
> eine "aeussere" Hand haben...

Von der betonten Vorgeberei halte ich auch nicht viel, zumindest nicht,
wenn ich ein Dehnen in die Tiefe erreichen moechte. Dem
Anlehnungssuchenden Pferd ist nicht damit geholfen, wenn der Reiter den
Zuegel wegschmeisst - auch (gerade) beim Vorwaerts-abwaerts Reiten geht
es darum, das Pferd von hinten an die Hand heranzutreiben. Mir wurde
beigebracht, die Hand zu oeffnen, so dass das Pferd sich den Zuegel
selbst herausholt.

> Problematisch wird das, wenn ein Pferd auf *keiner* Hand nachgibt und
> sich nicht stellen mag.

Das ist aber gerade oftmals ein Zeichen von Festigkeit im Ruecken, und
der Gymnastizierung in der Laengsachse folgt die laterale
Gymnastizierung. Problematisch ist es fuer mich, wenn sich ein Pferd
sich durch Verkuerzen des Halses entzieht oder wenn auf treibende Hilfen
so gar keine Reaktion erfolgt.

Catja
und der Count

Stefan Ungemach

unread,
Nov 30, 2004, 6:40:03 AM11/30/04
to
Catja Pafort wrote:
> Von der betonten Vorgeberei halte ich auch nicht viel, zumindest
> nicht, wenn ich ein Dehnen in die Tiefe erreichen moechte. Dem
> Anlehnungssuchenden Pferd ist nicht damit geholfen, wenn der Reiter
> den Zuegel wegschmeisst - auch (gerade) beim Vorwaerts-abwaerts

"Betontes Vorgeben" hat nichts mit Zuegelwegschmeissen zu tun (das
Substantiv beschreibt ein - zu grosses! - *Ausmass*), sondern mit
bewusstem Handeln. Dazu gehoert die Kontrolle ueber Anfang, Dauer und
Mass. Ersteres erfordert alleine schon zur Abgrenzung (mindestens) das
leichte Annehmen, denn der *Reiter* hat den ganzen Vorgang zu
kontrollieren (man ueberlaesst doch nicht dem Pferd die Wahl des
Zeitpunkts, zu dem es sich den Zuegel holen will) - und das Ende des
Nachgebens ist unmittelbar mit einem erneuten Annehmen verbunden. Denn
die, wenngleich leichten, Paraden am aeusseren Zuegel werden permanent
geritten.


> Reiten geht es darum, das Pferd von hinten an die Hand
> heranzutreiben. Mir wurde beigebracht, die Hand zu oeffnen, so dass
> das Pferd sich den Zuegel selbst herausholt.

Falls "herausholen" tatsaechlich das bedeuten soll, was ich befuerchte
(naemlich den Zuegel ein Stueckchen durch die Hand gleiten zu lassen),
so handelt es sich dabei um einen *Handfehler*. Der uebrigens bei
vielen Reitern zu finden ist und sich haeufig in offenen bis
abgespreizten unteren Fingern manisfestiert - die Reiter empfinden
aufgrund der Fingerbeweglichkeit ihr "Fuehlvermoegen" als besser und
vergessen, dass sie nicht mehr genau und schnell genug *einwirken*
koennen. Annehmen vielleicht noch - aber ein "Stehenlassen" der Hand
geht so nicht.

Richtig ist aber die *immer* soweit geschlossene Zuegelfaust, dass sich
der Zuegel nicht durch sie bewegen (bzw. das Pferd ihn sich nicht von
ihr "holen", gar "herausholen") kann; das "Oeffnen" und "Schliessen"
hat vorwiegend sensorische Qualitaet und bezieht sich auf die
Festigkeit des Griffs, wohingegen die Aktionen - Annehmen, Nachgeben
etc. - aus dem Handgelenk kommen. Passt auch zur Anatomie der Hand, die
auf der Innenseite eine Menge Drucksensoren hat, wohingegen beim
Eindrehen des Handgelenks nur groessere Wege fuer die ganze Faust - bei
weit weniger Gefuehl - zustande kommen.

Nun mag man einwenden, dass ja das Zuegelmass fuer das sich abdehnende
Pferd veraendert werden muss. Das ist richtig, aber der Vorgang des
Abdehnens an sich sollte besser unter Kontrolle des Reiters
stattfinden. Also: Hand geschlossen lassen, aus dem Handgelenk bzw.
bedarfsweise gar etwas mit dem Arm - und zwar bis zur gewuenschten
Grenze; nicht jedes beliebig weite Kopfrunternehmen ist erwuenscht -
mitgehen, und zum *Schluss*, wenn das Pferd am Ziel angekommen ist und
stabil dort bleibt, die Hand am Zuegel entlang dessen Mass verlaengernd
zurueckzunehmen. Sicherlich ist das schwieriger, als den Zuegel einfach
"pferdgesteuert" durchrutschen zu lassen, aber dafuer ist es
kontrollierter.

Allenfalls beim komplett durchlaessigen Pferd in sicherer Anlehnung
kann man sich diese "halboffene" Hand leisten, so wie man es auch (z.B.
zu Demonstrationszwecken) mit dem durch zwei Finger gehaltenen Zuegel
reiten kann - aber richtiger wird's dadurch nicht. Und wenn diese
Anlehnung erst entwickelt werden soll (was ein Stueck weit in jeder
Stunde stattfindet), steht Grundsatz des sich den Zuegel (und vor allem
die durch ihn gesetzte *Grenze*, die nicht verschwommen sein darf)
*suchenden* Pferdes im Vordergrund - das dann auch immer und schnell
was *finden* muss...


> Das ist aber gerade oftmals ein Zeichen von Festigkeit im Ruecken,
und
> der Gymnastizierung in der Laengsachse folgt die laterale
> Gymnastizierung.

Das aendert nichts daran, dass man fuer die Gymnastizierung in der
Laengsachse eine aeussere Hand benoetigt - egal ob die nun "geoeffnet"
oder "vorgegeben" wird. Die beiden Alternativen waeren: beidseitiges
Annehmen und Nachgeben (das nennt man ganze Paraden, und es wird zum
Halten verwendet), oder wechselseitiges Rumzuppeln (das nennt man je
nach Intensitaet Handfehler oder Riegeln, und es stoert das Vertrauen
zur Hand).


> Problematisch ist es fuer mich, wenn sich ein Pferd
> sich durch Verkuerzen des Halses entzieht oder wenn auf treibende
> Hilfen so gar keine Reaktion erfolgt.

Das hat aber nichts mehr mit dem Schlaufzuegelthema zu tun;
insbesondere kann diese Probleme nicht mit seiner Hilfe verbessern.

Luise Sanders

unread,
Nov 30, 2004, 10:05:50 AM11/30/04
to
"Olaf Ulrich" <olaf....@onlinehome.de> wrote in message news:<1101746760.687812@nbgm66x>...


Selbstverständlich machst Du Dich lächerlich und wie.....

Aber tun wir mal so, als ob wir Dich ernst nehmen und glauben Dir,
dass Du hier der einzige bist, der in der Lage ist, komplexe
Zusammenhänge zu verstehen. Dann ist Dir beim Lesen und
Bildchen-Gucken im Müseler doch bestimmt bei der Skizze mit
Schlaufzügel aufgefallen "wie" der Schlaufzügel auf diesem Bild
verschnallt ist gelle.

Oder hast Du das noch gar nicht gemerkt - zumindest hast Du in Deinen
bisherigen Analysen noch gar nicht darauf hingewiesen! Na ja, dann
merkst Du es vielleicht jetzt und verstehst auf Anhieb die komplexen
Zusammenhänge. Aber bitte nicht erst zu Hause nachfragen :-).

Also, worin besteht Wirkung - Sinn und komplexer Zusammenhang bei
dieser Führung.? Ich werde mich dann sehr bemühen, meinerseits diese
Zusammenhänge auch endlich zu begreifen. Nur zu :-))

Ach ja - ich habe die 39. Auflage. Rede Dich aber trotzdem nicht mit
grossen Unterschieden in den verschiedenen Auflagen raus.


Immer noch grinsend
Luise


PS. Katje, was glaubst Du, wieviel Kilo Popcorn braucht man? :-))

Stefan Ungemach

unread,
Nov 30, 2004, 10:54:55 AM11/30/04
to
Luise Sanders wrote:
> Aber bitte nicht erst zu Hause nachfragen :-).

Zu spaet :-)

Nachdem seit gestern abend (erstmalig; immerhin war das bisher ja noch
nicht gefragt) in diesem Thread zu lesen steht, *wie* *genau* denn nun
ein Schlaufzuegel im Kontext "korrigierend den Weg in die Tiefe zeigen"
wirken muss (*nicht* einen "Widerstand nach oben" begrenzend) - und vor
allem, *warum* das so sein muss - liegt der Sinn und Zweck dieser
Verschnallung auf der Hand. Falls sich jemand bisher noch nicht naeher
festgelegt hat ("bestimmte Formen des Widerstandes bekaempfen", "einen
Knackpunkt ueberwinden" etc.), wird er garantiert *das* gemeint und
schon immer gewusst haben :-)

Wobei diese Verschnallung keineswegs zwingend ist; sie ist lediglich
fuer diesen einen Zweck optimiert. Fuer nahezu alle anderen muss man
tief einschnallen - damit geht der beschriebene Weg, die Kommunikation
per aeusserem Zuegel grundsaetzlich erst mal zu eroeffnen, fast genauso
gut. Und, BTW: wenn man nur diese Verschnallung kennt, weil keine
anderen Skizzen zur Hand sind, kann man sich die anderen
Anwendungsmoeglichkeiten sicherlich nicht so leicht vorstellen.

Olaf Ulrich

unread,
Nov 30, 2004, 12:59:05 PM11/30/04
to
Stefan Ungemach schrieb:

> > Aber bitte nicht erst zu Hause
> > nachfragen :-)
>
> Zu spät :-) Nachdem seit gestern
> abend [...] in diesem Thread zu lesen
> steht, *wie genau* denn nun ein
> Schlaufzügel im Kontext "korrigierend

> den Weg in die Tiefe zeigen" wirken
> muß (*nicht* einen "Widerstand nach
> oben" begrenzend) -- und vor allem,
> *warum* das so sein muß -- liegt der

> Sinn und Zweck dieser Verschnallung
> auf der Hand.

Ja, dem großen Helden Stefan Ungemach sei Dank
ist das nun endlich kein Geheimnis mehr. Und wer
behauptet, das (außer Stefan) schon vorher gewußt
zu haben, ist ein gemeiner Lügner!

Olaf


Catja Pafort

unread,
Nov 30, 2004, 4:48:30 PM11/30/04
to
Olaf schrieb:

> Also noch einmal: Soll einem verrittenen, aufsässigen
> Pferde der Weg in Tiefe gezeigt werden und der Reiter
> kommt ohne Schlaufzügel nicht voran, so hat er *zwei*
> Probleme zu lösen. Und der Schlaufzügel hilft nur beim
> ersten: nämlich beim Überwinden des Widerstandes
> *gegen* den Zügel. Erst dann kann er sich dem zweiten
> Problem widmen, nämlich dem Weisen in die Tiefe.
> Das ist ein ganz anderes, entgegengesetztes Problem,
> zu welchem der Schlaufzügel *nicht* von Nutzen ist,
> prinzipbedingt gar nicht von Nutzen sein *kann* --
> selbst einem Oliveira nicht.

Wuerde ich so nicht sagen. Dass der Schlaufzuegel nuetzlich sein kann
(ohne zwingend zu wirken und das Pferd hinter den Zuegel zu bringen, wie
er es in den meisten Haenden leider tut) kann ich mir durchaus
vorstellen.

Nein, wenn der Reiter das 'nicht ohne Schlaufzuegel loesen kann' hat er
meist ganz andere Probleme. Naemlich entweder, dass er eine solche
Kruecke _braucht_, es ihm also an Kenntnis fehlt (gerade wenn der
Schlaufzuegeleinsatz nicht nur alle hundert Pferde einmal fuer ein paar
Minuten erfolgt, sondern alle zehn Pferde und wiederholt oder ueber
einen laengeren Zeitraum) dass er zu ungeduldig ist (geht ja viel
schneller - bei den meisten Reitern geht diese Denkweise aber gehoerig
schief, denn den ersten Abkuerzungen folgen viele, und bald wird das
Pferd nicht mehr ohne Kandare geritten, es _koennte_ sich ja herausheben
- oder er traut sich ohne dieses psychologische Hilfsmittel nicht an die
Aufgabe/das Pferd heran.

Und _dagegen_ sollte man schleunigst was unternehmen.

Catja
und der Count

Katje Binder

unread,
Nov 30, 2004, 4:46:52 PM11/30/04
to
Wieder was gelernt.

Die Kompliziertheit dieser Angelegenheit bestaetigt mich in meiner
Ueberzeugung, so lange ohne Schlaufzuegel zu reiten, bis meine
Trainerin mir zeigt, wie sie benutzt werden.

Ich dachte halt in meinem jugendlichen Leichtsinn, dass die Wirkung
von Schlaufzuegeln (die man einfach nur lockerer als den Zuegel in der
Hand haelt) denen von korrekt verschnallten Laufferzuegeln aehneln
muesste.

Und wie passen Thiedemannzuegel jetzt ins Bild? Sind das nicht
Schlaufzuegel fuer Doofe (wie mich)?

Gruss,

Katje

Katje Binder

unread,
Nov 30, 2004, 4:46:54 PM11/30/04
to
On Sun, 28 Nov 2004 15:48:47 +0100, "Olaf Ulrich"
<olaf....@onlinehome.de> wrote:

>Würdest du aber meine Beiträge nicht nur überfliegen,
>sondern richtig lesen -- und verstehen --, so würdest
>du merken, daß die Argumentation stets von Anfang
>an mit darinnensteckt ... jedenfalls für die Leser, die
>nicht nur lesen, sondern auch mitdenken können, und
>deren Kurzzeitgedächtnis weiter reicht als nur für einen
>halben Satz.

Gaehn. Soll heissen, jeder, der nicht Deiner Meinung ist und hurra
schreit, wenn Herr Olaf Ulrich mal wieder irgendwelche Halbweisheiten
aus der Cavallo zitiert, ist ein Idiot, der nicht bis drei zaehlen
kann?
Weisst Du, warum Dich hier keiner versteht? Weil es unmoeglich ist.
Man erahnt in den meisten Postings zwar, dass Du zum Gegenstand der
Diskussion eine Meinung hast, die sich offenbar von der Meinung der
meisten hier (und seltsamerweise sind dies diejenigen, die hier die
groesste Anerkennung ob ihres jahrelang mit der NG geteilten
Fachwissens geniessen und darueberhinaus auch nachgewiesenermassen
sowohl einen hohen reiterlichen Stand haben als auch Erfahrung mit
diversen Pferden, die sie einer oeffentlichen Wertung (Turnier)
aussetzen) stark unterscheidet.
Nachdem Du dann also laut schreiend auf Dich aufmerksam gemacht hast,
kommen Nachfragen, was Du eigentlich genau meinst, und dann beginnst
Du eine Schlacht auf Nebenkriegsschauplaetzen, die sich gewaschen hat.
Solange, bis keiner mehr so genau weiss, was eigentlich jetzt
diskutiert wird.
Wer nicht Deiner Meinung ist, wird beschimpft. Argumente werden
ignoriert bzw. Du haengst Dich an Kleinigkeiten auf.
Fragen nach Deiner Erfahrung oder gar Qualifikation werden gnaedig
ueberlesen.

Und Du fragst Dich, warum Dich hier keiner mehr ernst nimmt? Ich
bewundere Stefans Ausdauer, mit der er versucht, Dir klarzumachen,
wogegen Du grade eine Meinung hast.

Ich dachte bis vor einigen Jahren auch noch, man koenne die Reiterei
aus Buechern lernen - inzwischen bin ich da sehr, sehr leise geworden.

Gruss,

Katej

Katje Binder

unread,
Nov 30, 2004, 4:46:53 PM11/30/04
to
On Sat, 27 Nov 2004 19:48:00 +0100, "Olaf Ulrich"
<olaf....@onlinehome.de> wrote:

>Stefan schrieb weiter:
>> Der Hinweis auf den Schlaufzügel
>> steht auf der gleichen Seite, links
>> neben den Bildern ...
>
>Junge -- das ist die BILDUNTERSCHRIFT! Nicht
>der Text des Kapitels. Im Text kommt der Schlauf-
>zügel (aus gutem Grund) überhaupt nicht vor. Denn
>das Kapitel beschreibt -- der Skizze zum Trotz --
>das Verfahren des Den-Weg-in-die-Tiefe-zeigens
>generell.

Eine Bildunterschrift steht gemeinhin nicht auf der naechsten Seite im
Text. In meiner 44. Auflage spricht Mueseler im Kapitel "Dem
verrittenen Pferd den Weg in die Tiefe zeigen" (in dem auch das Bild
mit den angedeuteten Schlaufzuegeln ist) im letzten Satz davon, dass
"der Schlaufzuegel [hierbei] hilfreich sein [kann]. Er gehoert jedoch
nur in die Hand eines erfahrenen Ausbilders, [...]".

Also erstens ist nicht generell der Weg in die Tiefe gemeint, sondern
es dreht sich um das verrittene, in den Ganaschen und im Hals steife
Pferd, das weder dem Zuegel nachgibt noch sich in die Tiefe dehnt.
Zweitens wird der Schlaufzuegel sehr wohl im Kapitel noch genannt
(sonst waere seine Skizzierung in der Abbildung eher verwirrend).

Gruss,

Katje, die sich in natura mit ebendiesen Problemen beschaeftigt.

Katje Binder

unread,
Nov 30, 2004, 4:46:53 PM11/30/04
to

Ach Olaf,

ich bin sehr wohl imstande, komplexe ZUsammenhaenge zu verstehen.
Leider bist Du nciht in der LAge, einfachste Zusammenhaenge zu
erklaeren.
Warum glaubst Du, so viel mehr Wissen zu haben als Stefan? Warum
sollen wir Dir glauben und nicht ihm? Warum beantwortest Du keine
Fragen nach Deinem reiterlichen Werdegang? Warum bist du
offensichtlich nicht in der Lage zu erkennen, wann Du verloren hast?
Warum stellst Du Dich hier staendig in die Ecke des Besserwissers, der
irgendwelche angelesenen Cavalloartikel nachplappert, waehrend sich
Leute wie Knut, Stefan und andere viel Muehe geben, Zusammenhaenge
aufzuzeigen? Warum nur kann ich Dir Deine Allgemeinplaetze nicht
abnehmen?

Fragen ueber Fragen.

Katje

Katje Binder

unread,
Nov 30, 2004, 4:46:52 PM11/30/04
to
On Mon, 29 Nov 2004 18:07:32 +0100, "Olaf Ulrich"
<olaf....@onlinehome.de> wrote:

>Katje Binder schrieb:

>> ... der, richtig verschnallt, doch wohl
>> zweifelsfrei dem Pferd den Weg in die
>> Tiefe weist.
>
>Das tut der Laufferzügel eben nicht, himmisakra!
>

>Er setzt dem in die Tiefe strebenden Pferd lediglich
>kein Hindernis entgegen. Er funktioniert also prima
>mit einem Pferd, welches bereits gelernt hat, wo es
>hin soll.

Sehr eigenartig, dass es mir gelungen ist, sogar zwei Pferden, die als
typische "Sterngucker" durch die Weltgeschichte laufen (das eine tut
dies auch heute noch auf der Weide) auf diese Weise ein
Vorwaerts-Abwaerts beizubringen. Ganz zu Anfang bin ich sogar mit dem
Laufferzuegel geritten.

>... ja, wenn ... und zum Aktivieren der Hinterhand ist
>ein Schlaufzügel kaum das richtige Werkzeug. Das
>ist eher ein Hinterhandblockierer. Ihn einzusetzen und
>trotzdem die Hinterhand *nicht* zu blockieren ist irre
>schwierig.

Dazu kann ich nichts sagen, weil ich selber nicht mit Schlaufzuegeln
reiten gelernt habe. Sicher laufen da viele verschnuerte PFerde herum,
deren HH kilometerweit hinterherschleift. Das heisst aber nicht, dass
das an den Schlaufzuegeln liegt. Die HH zu aktivieren ist bei allen
Pferden schwierig, die dies nicht regelmaessig tun muessen. Hatte ich
erst gestern wieder im Training - nach einer halben Stunde Kampf
hatten wir es dann endlich wieder.


>Katje schrieb weiter:
>> Eben weil der Weg nach oben versperrt ist.
>
>Ein Pferd, das sich wehren will, geht nicht nach unten,
>nur weil der Weg nach oben versperrt ist.

Aber ein Pferd, das einfach nur nicht weiss, wo es hinsoll, wird sich
mit einer Hilfskonstruktion viel leichter tun. Schliesslich ist eine
physiologisch vernuenftige Haltung fuers Pferd auch angenehmer.

>Katje schrieb weiter:
>> Dann könnte man ja auch das Longieren
>> mit Dreiecks- oder Laufferzügeln lassen,
>> wenn dieses Prinzip nicht funktioniert.
>
>Man longiert nur solche Pferde mit Dreiecks- oder
>Laufferzügeln, die das Konzept des In-die-Tiefe-
>gehens bereits verinnerlicht haben. Junge Pferde,
>die noch gar keine Zügelhilfen kennen, longiert man
>selbstverständlich ganz ohne Zügel.

Ohne Zuegel longieren ist IMHO KReise ziehen ohne gymnastizierenden
Wert. Wenn ich das Hoppa nur um mich rumrennen lasse, verschleisse ich
es; da ziehe ich es doch vor, gerade das junge Pferd mit
Dreieckszuegeln zu longieren, *weil* ich schon so oft festgestellt
habe, dass der Weg in die Tiefe so schnell und gut gefunden wird.
Das weiter ausgebildete Pferd longiere ich dann evtl. mit Ausbindern,
aber das ist ja wieder eine ganz andere Sache.

Gruss,

Katje

Du hast mir immer noch nicht gesagt *warum* das nicht funktioniert...

Katje Binder

unread,
Nov 30, 2004, 4:46:53 PM11/30/04
to
On 30 Nov 2004 07:05:50 -0800, luises...@yahoo.de (Luise Sanders)
wrote:


>PS. Katje, was glaubst Du, wieviel Kilo Popcorn braucht man? :-))

Schwer zu sagen. Vielleicht ordern wir erstmal ein Kilo pro Nase und
schaffen uns dann spaeter eine Popcornmaschine an. :-)

Katje

Stefan Ungemach

unread,
Dec 1, 2004, 4:21:36 AM12/1/04
to
Katje Binder wrote:
> Ich dachte bis vor einigen Jahren auch noch, man koenne die Reiterei
> aus Buechern lernen - inzwischen bin ich da sehr, sehr leise
geworden.

Man kann die Reiterei sicher nicht *aus* Buechern lernen - auf deren
*Hilfe* soll man aber nicht verzichten.

Gefaehrlich ist alleine der Irrglaube, man koenne den Schwerpunkt aufs
Lesen verlegen und trotzdem das "wahre" bzw. ueberhaupt irgendein
"Verstaendnis" der Materie erreichen, denn dabei ersetzt man die
Rueckkoppelung mit dem Pferd durch die mit sich selbst oder anderen
Theoretikern. Das ist dann so, als wuerden katholische Pfarrer das
Kamasutram diskutieren...:-)

Natuerlich wird ein Pfarrer nie, niemals nicht, akzeptieren, dass er
nicht *mindestens* genausoviel von der Sache begriffen haette wie
einer, der regelmaessig begeistert und experimentierfreudig... muss ich
weitersprechen? :-)

Dass die Prioritaeten also anders zu legen sind, ist so offensichtlich
wie allgemein bekannt. Und in der Tat gibt das auch tatsaechlich
*jeder* Cavallo-Theoretiker zu bzw. als Merksatz weiter - nur ist das
halt oft bestenfalls ein Lippenbekenntnis. Denn der bewussten Arbeit im
Sattel sind nicht, sagen wir mal, die Haelfte oder 3/4 von des Reiters
Zeit zuzugestehen - da des Menschen Koerper langsamer als sein Hirn
lernt und das "Begreifen" von *ersterem* dem Pferd direkt zugute kommt,
duerften eher Proportionen in der Groessenornung von "allem bis auf -
vielleicht - ein Prozent" oder so herauskommen.

Ein "richtigeres" Verhaeltnis kann man bei Nuno Oliveira herauslesen:
(aus "Gedanken ueber die Reitkunst", Kapitel "Die Lekture"):
---
Fortgeschrittenen Reitern mit grosser Pferdepraxis sind alle Buecher
von Nutzen.

Uebung und Vertrautheit mit dem Pferd bewirken, dass sie das Gute zu
waehlen verstehen, daraus Nutzen ziehen, und das Schlechte beiseite
lassen.

Vor allem heist es, oft aufzusitzen und dabei die Buecher nicht in den
Regalen verstauben zu lassen.
---

Stefan Ungemach

unread,
Dec 1, 2004, 4:37:00 AM12/1/04
to
Catja Pafort wrote:
> Nein, wenn der Reiter das 'nicht ohne *Schlaufzuegel* loesen kann'

hat
> er meist ganz andere Probleme. Naemlich entweder, dass er eine solche
> Kruecke _braucht_ (...) und bald wird das Pferd nicht mehr ohne
*Kandare*

> geritten, es _koennte_ sich ja herausheben

Geht's grundsaetzlich um die unreflektierte Verwendung von
Hilfsmitteln - oder ist das ein Freud'scher "Verschreiber", dem genau
die zwei Irrtuemer zugrundeliegen, auf die ich hier schon mehrfach
gestossen bin?

Naemlich dem, dass der Schlaufzuegel und die Kandare ein Herausheben
verhindern sollen (beides stimmt nicht), und dem, dass sie *ueberhaupt*
in irgendeiner Weise einander *aehnliche* Funktion haetten und
*deshalb* beide - ein Korrekturmittel fuer bestimmte Probleme und ein
fortgeschrittenes Formungsinstrument - in einem Satz genannt werden
duerften?

Vor allem letzteres waere so, als wuerde man alleine aufgrund des
verschwommenen Wissens, dass _beides_ in die Hand von Experten gehoert,
eine Ventillehre und eine Rennlenkung gemeinsam nennen; natuerlich
gehoert beides fachkundig und dem Einsatzzweck angemessen ausgewaehlt
und bedient, aber von unterschiedlichen Personen, zu unterschiedlichen
Zwecken, und in unterschiedlichen Situationen.

Claudia Hochheimer

unread,
Dec 1, 2004, 8:02:50 AM12/1/04
to

J M Schlatter schrieb:

>> Schlaufzügel+Voltigurt? Heisst das, sie reitet mit Kind und ohne
>> Sattel auf
>> einem Pferd ins Gelände, das sie kaum halten kann?
>
>
> So ein schlampe!

> JMS#

so eine beleidigung-!!!!!
pas mal auf das du nicht verklagst wirst!

scnr cloudy

Claudia Hochheimer

unread,
Dec 1, 2004, 8:04:12 AM12/1/04
to

Katje Binder schrieb:


ich habe eine !!!
stell ich gerne zur verfuegung. und in mein arbeitszimmer ist ein
bequemes sofa, also wer moechte ;-)

lg cloudy
>
> Katje

Claudia Hochheimer

unread,
Dec 1, 2004, 8:12:31 AM12/1/04
to

Katje Binder schrieb:

>
> Und Du fragst Dich, warum Dich hier keiner mehr ernst nimmt? Ich
> bewundere Stefans Ausdauer, mit der er versucht, Dir klarzumachen,
> wogegen Du grade eine Meinung hast.

ich denke das das fuer stefan und fuer olaf ein sport geworden ist der
sich verselbststaendigt hat, und der genau so spass macht wie das reiten
an sich.

denn jeder mensch der das ernst nimmt wuerde doch schon laengst den
anderen geasgt haben: mach du wie du willst, ich finde es sch.... und
meiner meinung ist es so!

statt ueber kleine belanglose fitzelchen zu streiten bei denen es am
ende drum geht.

oder sie meinen es tatsaechlich ernst und koennen es beide nicht leiden
nicht das letzte wort zu haben (was ich mir bei beiden vorstellen kann)
in dem falle: Stefan und Olaf, ist verschwendete zeit ;-)


>
> Ich dachte bis vor einigen Jahren auch noch, man koenne die Reiterei
> aus Buechern lernen - inzwischen bin ich da sehr, sehr leise geworden.
>

das habe ich nie gedacht. vor der ersten reitstunde habe ich gelesen wie
dasr eiten geht. nach der ersten reitstunde habe ich gesehen das es eine
koerperlich anzutrainierende faehigkiet ist, die auf koerperbeherschung
und reaktionsvermoegen und einfuehlsamkeit beruht. und das kann man
leider gottes nicht aus buecher lernen.

lg cloudy
(ps wir haben ein neuen kindskopf, der etwas andere sorte :
http://de.geocities.com/claudiahochheimer/sirius.html )

Stefan Ungemach

unread,
Dec 1, 2004, 9:19:22 AM12/1/04
to
Claudia Hochheimer wrote:
> denn jeder mensch der das ernst nimmt wuerde doch schon laengst den
> anderen geasgt haben: mach du wie du willst, ich finde es sch....
und
> meiner meinung ist es so!

...was man auch mit "Red' Du nur, *ich* mach, was ich will" uebersetzen
koennte. Das passt in einen auf zwei Personen beschraenkten Dialog
(oder genauer: man kann auf die Tour bequem aus einem solchen
aussteigen), aber der ist hier nicht gegeben.

Genausowenig ist es von Bedeutung, ob der Disput an sich fuer Dritte,
z.B. Dich, einen *Unterhaltungswert* hat. Jedenfalls interssiert es
mich fuer meinen Teil wenig, ob jemand die Sache aus *diesem* Grund
verfolgt, oder ob ihm *dieser* Aspekt nicht mehr interessant genug
erscheint.

Fakt ist jedoch, dass solche Dinge immer von Dritten verfolgt werden,
die moeglicherweise etwas davon fuer sich uebernehmen. Und der
wesentliche Unterschied zwischen Olaf und mir besteht darin, dass ich
IRL *unterrichte*; es *gibt* also Leute, die das tatsaechlich tun.

Natuerlich spreche ich die direkt und nicht ueber das Internet an -
aber *das* tun auch noch andere ("ach, Du willst Dein Pferd beim
Ungemach in Beritt geben? Du nimmst bei dem Dressurstunden? Na ja, das
wuerd' ich mir nochmal ueberlegen - schau mal in die drtp, der findet
den Schlaufzuegel ganz toll und hat den dabei ueberhaupt nicht
begriffen. Ach ja, und wenn wir schon dabei sind: meine Kusine reitet
Dein Pferd viel billiger, hat auch mal an einem Reitabzeichen gerochen
und wuerde so ein Teufelsding natuerlich NIEMALS anfassen...").

Sowas muss ueberhaupt nicht stimmen (und tut's natuerlich auch nicht
<g>), um nichtsdestotrotz weitergetratscht zu werden. Aber es reicht
bereits, wenn irgendwer einen solchen Scheiss behauptet (selbst
andeuten langt) und das noch geschickt als Schlussfolgerung oder
Aufklaerung verkleidet. Ich *muss* daher die Aussenwirkung
beruecksichtigen, um ein jahrelangem Lernen, Ueben und Weitergeben zu
verdankendes Image nicht unnoetig zu gefaehrden (das wuerde durch
solche Sprueche zwar nicht wirklich beschaedigt, aber sie verursachen
Arbeit). Olaf *zielt* auf diese Aussenwirkung, um in Ermangelung
anderer Moeglichkeiten ueberhaupt mal eins aufzubauen. Ohne
gleichartiges Risiko: nur wo schon was ist, kann es auch beschaedigt
werden...

Das sei ihm ja gegoennt, und mir ist es wirklich wurscht, ob (oder wie)
das mit dem Reiten jemals bei ihm funktioniert - aber an so einer
Stelle kann einer halt Zeugs herauszuposaunen, mit dem man sich
andernfalls niemals beschaeftigen wuerde. Wuerde einer, noch dazu ein
reiterlicher NoName, beispielsweise in einer der hiesigen Reitanlagen
oder auf einem oberbayrischen Turnier mit wohlgesetzten Worten
erklaeren, ich haette keine Ahnung von der versammelnden Arbeit mit
einem Springpferd, so laegen alle vor Lachen auf dem Boden und ich
braeuchte ueberhaupt nicht irgendwie argumentieren. Ich tu's in solchen
Faellen zwar trotzdem (auch das spricht sich rum, und ausserdem ist das
eine Frage des Stils) - aber Stress haett' ich keinen...

Da nun aber *hier* leicht irgendwas behauptet werden und nicht
ueberprueft werden kann (deshalb geb' ich zur Abgrenzung ja auch immer
Quellen, Namen und Nachweise an - und gestatte mir gleichartige
Rueckfragen <g>), muss ich aergerlicherweise bestimmte Differenzen
recht lange verfolgen - oder grundsaetzlich nicht auf irgendwelche
Themen ausser Smalltalk einzugehen. Wenn ich es trotzdem tue, ist dies
daher auch immer von Anfang an mit Erklaerungen gekoppelt. Denn meine
Leute erwarten von mir, dass ich begruenden kann, was ich erzaehle -
und sie sind gewohnt, dass ich das auch unaufgefordert mache. "Einfach
so" mit Widerspruch, Zweifeln und Anfeindungen einzusteigen ist zwar
einfacher, aber das kann ich mir nicht (mehr) leisten.

Die Alternative besteht neben voelliger Verabschiedung aus dem Forum
oder dem sicheren Nachbeten politisch korrekter Allgemeinplaetze darin,
nur noch irgendwelchen Leuten oeffentlich zu erzaehlen, was "mein
Pferdi gestern wieder gemacht hat". Dafuer ist mir die Zeit aber zu
schade, denn erstens interessiert das keine alte Sau. Zweitens habe ich
ziemlich viele und reite sie taeglich; das zoege dicke Tagebuecher nach
sich. Und drittens bringen gerade die Streitgespraeche immer neue
Erkenntnisse - und seien es nur solche darueber, welche Ideen so in den
Koepfen herumgeistern, so dass ich sie in den naechsten Stunden
womoeglich beruecksichtigen muss.

Katje Binder

unread,
Dec 1, 2004, 9:42:05 AM12/1/04
to
On Wed, 1 Dec 2004 10:21:36 +0100, "Stefan Ungemach"
<stefan....@bingo-ev.de> wrote:

>Katje Binder wrote:
>> Ich dachte bis vor einigen Jahren auch noch, man koenne die Reiterei
>> aus Buechern lernen - inzwischen bin ich da sehr, sehr leise
>geworden.
>
>Man kann die Reiterei sicher nicht *aus* Buechern lernen - auf deren
>*Hilfe* soll man aber nicht verzichten.

So sollte das auch nicht klingen. Ich meinte damit, dass ich zwar
gerne und mit Begeisterung verschiedenste Literatur zur Ausbildung
lese. Allerdings komme ich mit einem realen Pferd mit meinem
angelesenen Wissen meist nicht viel weiter. Ich brauche Erfahrung, und
die nicht nur mit einem oder zwei eigenen Pferden, sondern durch
Beobachten, Zuhoeren, selbermachen, lernen. Das kann mir kein Buch
ersetzen. Das Buch kann mir nur die geistige Vorstellung, die Theorie
vermitteln.

>Gefaehrlich ist alleine der Irrglaube, man koenne den Schwerpunkt aufs
>Lesen verlegen und trotzdem das "wahre" bzw. ueberhaupt irgendein
>"Verstaendnis" der Materie erreichen, denn dabei ersetzt man die
>Rueckkoppelung mit dem Pferd durch die mit sich selbst oder anderen
>Theoretikern. Das ist dann so, als wuerden katholische Pfarrer das
>Kamasutram diskutieren...:-)

Genau das meinte ich auch. Auch wenn mir der Priester nicht unbedingt
dabei vor Augen stand ;-)) , sondern jemand anderes hier. Die
ERfahrung laesst sich eben nicht durch Cavallo-Artikel *rotfl*
ersetzen...

Gruss,

Katje

Katharina Fuhrmann

unread,
Dec 1, 2004, 9:52:02 AM12/1/04
to

"Katje Binder" <notv...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
news:5qnpq0htv9jk84ghg...@4ax.com...

Ach geh! Schaffen wir uns gleich die Popcornmaschine an! Irgendein pleite
gegangenes Kino hat sicher sowas günstig im Abverkauf.

Die wird zwar nicht ganz reichen:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=45734&item=3854894668&rd=1
aber damit kämen wir sicher mal für den Anfang durch:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=9734&item=3855407839&rd=1
:-)))

Kathi (die eh mal so eine kleine zuhause hatte und grad wieder ins grübeln
kommt...)


Katharina Fuhrmann

unread,
Dec 1, 2004, 9:45:58 AM12/1/04
to

"Katje Binder" <notv...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
news:54npq09tqd2egdkje...@4ax.com...

Das seh ich ganz genau so! Ich hab schon einige Pferde erlebt, die mir
Dreieckszügeln anlongiert worden sind und sich wunderbar zurecht gefunden
haben. Andrerseits wüßte ich nicht, was es einem jungen Pferd bringen würde,
wenn ich es einfach an der Longe im Kreis jage, völlig ohne _Hilfs_zügel.
Diese Zügel sollen am Beginn ja auch eine Hilfe fürs Pferd sein, damit es
kapiert, was man eigentlich von ihm will. Abgesehen davon würd ich auch kein
Pferd mehr nur auf Trense longieren, sondern immer ein Kappzaum nehmen.
Ansonsten zieig ich grad den jungen Pferden nur, daß es im Maul ruckelt und
reißt und es unangenehm ist. Denn ich kenn _keinen_ der eine Longe so
konstant halten könnte, wie einen Zügel, vom Eigengewicht der Longe mal ganz
abgesehen. Wenn ich das Pferd nur zentrifugieren will, kann ich gleich die
Longe ins Halfter schnallen.....

Kathi (die aber dann meist gleich das Pferd ohne Longe im Round pen oder der
Halle bewegt, da ihr Pferdi brav auf Stimmhilfen folgt)


Katje Binder

unread,
Dec 1, 2004, 9:44:13 AM12/1/04
to
On Wed, 1 Dec 2004 15:19:22 +0100, "Stefan Ungemach"
<stefan....@bingo-ev.de> wrote:

> Ach ja, und wenn wir schon dabei sind: meine Kusine reitet
>Dein Pferd viel billiger, hat auch mal an einem Reitabzeichen gerochen
>und wuerde so ein Teufelsding natuerlich NIEMALS anfassen...").

ROTFL...

Danke, das hat meine schlechte Laune doch schnell vertrieben...

*traenenlach*

Katje, die bereits mehrfach an Reitabzeichen gerochen hat und dabei
nichts negatives feststellen konnte

Katharina Fuhrmann

unread,
Dec 1, 2004, 10:10:40 AM12/1/04
to

"Claudia Hochheimer" <wa...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:315u9mF...@individual.net...

> (ps wir haben ein neuen kindskopf, der etwas andere sorte :
> http://de.geocities.com/claudiahochheimer/sirius.html )

Goldig! Was wird denn das, wenn mal groß ist? Ein Labi?
Selbstgezogen, bei der Mami zu Besuch gewesen oder warum gibts da schon
Fotos mit 3(!) Wochen?

Kathi (die nicht hofft, daß der schon ganz auf sich allein gestellt ist....)


Katharina Fuhrmann

unread,
Dec 1, 2004, 10:05:39 AM12/1/04
to

"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de> schrieb im Newsbeitrag
news:cok3c3$61r$04$1...@news.t-online.com...

(Schlaufer und Kandare)


> gehoert beides fachkundig und dem Einsatzzweck angemessen ausgewaehlt
> und bedient, aber von unterschiedlichen Personen, zu unterschiedlichen
> Zwecken, und in unterschiedlichen Situationen.

IMHO schließt auch eines das andere aus. Ein Pferd, welches mit einem
Schlaufer korrigiert werden "muß", kann sicherlich _nicht_ mit einer Kandare
gehen. Das ist für mich eher das andere Ende der Skala. Die Kandare bekommt
meiner jetzt ab und zu ins Maul, wenn meine Trainerin reitet und weil er
jetzt allmählich so weit in der Ausbildung ist, daß man es machen kann.
Allerdings muß vorher IMHO alles auf Trense sitzen und die Kandare ist
sozusagen das "Sahnehäubchen" zur Verfeinerung der Hilfengebung. Deswegen
trau ich mir das mit meinen Pfoten auch noch nicht zu.....

Kathi (die gestern wieder mal eine Stunde lang Übergänge wirklich _nur_ auf
Sitz geübt hat, mit feinem Randehnen an die Hand)


Katharina Fuhrmann

unread,
Dec 1, 2004, 10:01:25 AM12/1/04
to

"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de> schrieb im Newsbeitrag
news:cok2f9$4m7$04$1...@news.t-online.com...

> Natuerlich wird ein Pfarrer nie, niemals nicht, akzeptieren, dass er
> nicht *mindestens* genausoviel von der Sache begriffen haette wie
> einer, der regelmaessig begeistert und experimentierfreudig... muss ich
> weitersprechen? :-)

Du weißt aber schon, daß du grad die Pfarrer diskriminierst, oder? *ggg* Wer
sagt denn, daß die _nicht_ experimentierfreudig in der Hinsicht sind? :-))))

Arzt: Ich würde Ihnen mindestens 3mal Geschlechtsverkehr pro Woche
empfehlen!
Patient: Jaja, Herr Doktor, ich bemüh mich eh. Aber wissen Sie, heutzutage
ist das gar nicht mehr so leicht, als katholischer Pfarrer am Land....

SCNR

> Vor allem heist es, oft aufzusitzen und dabei die Buecher nicht in den
> Regalen verstauben zu lassen.

ACK!

Kathi (die allerdings im Moment eher mehr Fachliteratur in Sachen Med lesen
muß..)


Olaf Ulrich

unread,
Dec 1, 2004, 10:59:14 AM12/1/04
to
Katje Binder schrieb:

> > Wenn du meinst, ich mache mich
> > lächerlich, so bist du nur nicht
> > imstande, komplexere Zusammen-
> > hänge zu verstehen ...
>
> Ich bin sehr wohl imstande, komplexe
> Zusammenhänge zu verstehen.

Tatsächlich? Leider beweist du wenige Worte später
das Gegenteil ...


Katje schrieb nämlich weiter:
> Warum glaubst du, so viel mehr


> Wissen zu haben als Stefan?

Warum glaubst du, ich würde so etwas glauben? Nur
weil ich ihm in einigen Punkten widerspreche, heißt das
doch noch lange nicht, ich hätte "so viel mehr" Wissen --
oder glaubte, das zu haben. Die Welt ist offensichtlich
sehr schlicht strukturiert für dich ... wer in einigen
Punkten eine abweichende Meinung hat, der bildet sich
ein, viel mehr zu wissen? Katje, wenn du komplexe
Zusammenhänge verstehen lernen willst, dann solltest
du dir diese schlichte Schwarzweißmalerei lieber abge-
wöhnen. Ich bilde mir lediglich ein, in einigen einzelnen
Details mehr zu wissen ... bzw. oft genug geht's gar
nicht um's Wissen, sondern um die Darstellung oder
Formulierung eines Details (und falls du *das* jetzt für
unwichtigen Pipifax hältst -- hinter einer Darstellung
steckt auch immer ein Blickwinkel, und andere Dar-
stellungen implizieren andere Blickwinkel ... wer
"Standpunkt" nicht mit "Horizont" verwechselt, sollte
das nicht unwichtig finden).


Katje schrieb weiter:
> Warum sollen wir dir
> glauben und nicht ihm?

Hör ich recht? Glauben?!?? Na, da haut's mir doch den
Vogel 'naus!? Wenn du meinst, jemandem glauben zu
müssen, dann geh lieber in die Kirche -- hier bist du
falsch! Hier ist *denken* gefragt. Immer wieder in der
Vergangenheit und auch diesmal habe ich wiederholt
betont, daß ich von niemandem erwarte, mir zu glauben
oder meine Meinung zu übernehmen. Ich erwarte ledig-
lich, daß der Leser mitdenkt. Ob du mir glaubst, ist mir
schnurzpiepegal.


Katje schrieb weiter:


> Warum beantwortest Du keine
> Fragen nach Deinem reiterlichen
> Werdegang?

Genau aus dem oben genannten Grund. Meine Aussagen
werden nicht wahrer, wenn ich mit reiterlichen Erfolgen
herumprahle -- ebensowenig wie sie falscher werden,
wenn ich das nicht tue. Wenn Stefan erklärt: "Ich muß aber
recht haben, denn ich hab 'ne Wand voller M-Schleifen
und du nicht!", dann könnte ich mich jedesmal vor Lachen
kringeln. Damit beeindruckt man Leute, die glauben wollen.
Ich hingegen denke lieber.

Und reiten tu ich auf dem Pferd, nicht an der PC-Tastatur.


Katje schrieb weiter:


> Warum bist du offensichtlich nicht
> in der Lage zu erkennen, wann Du
> verloren hast?

Wann ich "verloren" habe -- und was mir das Wort in diesem
Zusammenhang überhaupt bedeutet --, entscheide ich selber.


Katje schrieb weiter:
> ... während sich Leute wie Knut, Stefan
> und andere viel Mühe geben, Zusammen-
> hänge aufzuzeigen?

Sie geben sich viel Mühe, in der Tat. Und sie machen das
in großen und ganzen auch sehr gut. Das meiste, was diese
Leute schreiben, ist ja auch gut und schön und richtig ...
aber eben nicht alles. Wenn ich einen Fehler finde, dann
lege ich halt meinen Finger darauf. Sonst tut das ja keiner --
denn wer glaubt, kennt keine Fehler.

Olaf


Katharina Fuhrmann

unread,
Dec 1, 2004, 10:19:26 AM12/1/04
to

"Katharina Fuhrmann" <fuhrmann....@chello.at> schrieb im Newsbeitrag
news:31644rF...@individual.net...

>
> "Katje Binder" <notv...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:5qnpq0htv9jk84ghg...@4ax.com...
> > On 30 Nov 2004 07:05:50 -0800, luises...@yahoo.de (Luise Sanders)
> > wrote:
> > Schwer zu sagen. Vielleicht ordern wir erstmal ein Kilo pro Nase und
> > schaffen uns dann spaeter eine Popcornmaschine an. :-)
>
> Ach geh! Schaffen wir uns gleich die Popcornmaschine an! Irgendein pleite
> gegangenes Kino hat sicher sowas günstig im Abverkauf.

Grad was gefunden:
http://cgi.ebay.at/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=69219&item=3856352534&rd=1&ssPageName=WDVW

Kathi (die nun jeden um eine Spende bittet.... :-))) )


Katharina Fuhrmann

unread,
Dec 1, 2004, 11:15:32 AM12/1/04
to

"Olaf Ulrich" <olaf....@onlinehome.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1101916754.796511@nbgm66x...
>
> Katje schrieb:

> > Warum beantwortest Du keine
> > Fragen nach Deinem reiterlichen
> > Werdegang?
>
> Genau aus dem oben genannten Grund. Meine Aussagen
> werden nicht wahrer, wenn ich mit reiterlichen Erfolgen
> herumprahle -- ebensowenig wie sie falscher werden,
> wenn ich das nicht tue. Wenn Stefan erklärt: "Ich muß aber
> recht haben, denn ich hab 'ne Wand voller M-Schleifen
> und du nicht!", dann könnte ich mich jedesmal vor Lachen
> kringeln. Damit beeindruckt man Leute, die glauben wollen.
> Ich hingegen denke lieber.

Wir allerdings auch! Und seltsamerweise denken sich vermutlich die meisten
hier auf der Liste, daß jemand, der _nachweisbare_ Erfahrung hat, vom Reiten
ein wenig _mehr_ Ahnung hat, als jemand, der eigentlich nie davon berichtet
_überhaupt_ zu reiten. Denn grad Reiten ist ein _Sport_ und wie nahezu alle
Sportarten (Schach will ich hier mal ausnehmen) nicht durch reine Theorie zu
lernen, sondern vor allem in der Praxis. Beim Reiten kommt noch dazu, daß
das "Sportgerät"(igitt!) ein Lebewesen ist und eben nicht alle Lebewesen
gleich reagieren. Sprich, das was bei einem Pferd wunderbar funktioniert,
kann bei einem anderen schon wieder komplett falsch sein. Das mag vielleicht
nicht für die Grundzüge gelten, aber für die Details. Und grad die machens
aber oft aus. Wenn nun hier jemand eine Frage stellt, dann ist die
_Erfahrung_ des Antwortenden mit verschiedenen Pferden nicht so ganz
unwesentlich. Denn _nachlesen_ kann man selbst auch. Und das ist der Punkt,
der dir scheinbar regelmäßig entgeht. Und auch bei den vielen Diskussionen,
wo du darauf rumreitest, wer was wann und wo _aufgeschrieben_ hat, kommt
eigentlich nie rüber, daß du das irgendwie durch eigene _Erfahrung_
bestätigen kannst oder auch nur eine Ahnung hast, _warum_ derjenige das so
geschrieben hat. Stefan belegt seine Aussagen nicht nur mit Quellen, sondern
auch mit logisch nachvollziehbaren Beispielen, warum etwas klappen _kann_
und warum nicht. Obs dann auch noch beim konkreten Reiter-Pferd-Paar klappt
ist wieder ein anderer Punkt....

> Und reiten tu ich auf dem Pferd, nicht an der PC-Tastatur.

Ach wirklich?

Kathi (die bis jetzt nur Gekeife am PC vermittelt bekommen hat)


Knut Krueger

unread,
Dec 1, 2004, 12:56:02 PM12/1/04
to


Olaf Ulrich schrieb:


> Katje Binder schrieb:
>
>>>Wenn du meinst, ich mache mich
>>>lächerlich, so bist du nur nicht
>>>imstande, komplexere Zusammen-
>>>hänge zu verstehen ...
>>
>>Ich bin sehr wohl imstande, komplexe
>>Zusammenhänge zu verstehen.

Olaf, Reiten besteht zwar auch zum Teil daraus, komplexe Dinge zu
verstehen, aber es besteth auch aus viel Erfahrung, Gefühl und Ruhe
gegenüber anderen lebewesen, nicht nur den Pferden.


> Katje schrieb weiter:
>
>>Warum beantwortest Du keine
>>Fragen nach Deinem reiterlichen
>>Werdegang?
>
>
> Genau aus dem oben genannten Grund. Meine Aussagen
> werden nicht wahrer, wenn ich mit reiterlichen Erfolgen
> herumprahle -- ebensowenig wie sie falscher werden,
> wenn ich das nicht tue.

Das letzere trifft aber meistens zu, wenn man die reiterlichen
Erfahrungen nicht hat - und dass du sie nicht hast merkt man
zumindestens daran wie sicher du dir Deiner Sache bist.
Inzwischen überlege ich mir dreimal zu welchem Statement ich mich
hinreisen lasse und in weiteren 30 Jahren werde ich wohl noch
vorsichtiger sein. Denn nichts ist ein besserer Lehrmeister für Ruhe und
Überlegung als ein Pferd.


Und Olaf, wenn man diese Posting mal analysiert so finden sich
folgende Phrasen oder Ausdrücke:


>
>
> dann solltest du dir diese schlichte Schwarzweißmalerei lieber abge-
>

> Pipifax

>
> Na, da haut's mir doch den
>

> dann geh lieber in die Kirche --
> hier bist du > falsch!
>
> Hier ist *denken* gefragt.

> Ob du mir glaubst, ist mir schnurzpiepegal.
>

> dann könnte ich mich jedesmal vor Lachen kringeln


> Ich hingegen denke lieber.

> Und reiten tu ich auf dem Pferd, nicht an der PC-Tastatur.

> Wann ich "verloren" habe -- und was mir das Wort in diesem


> Zusammenhang überhaupt bedeutet --, entscheide ich selber.

> Wenn ich einen Fehler finde, dann


> lege ich halt meinen Finger darauf. Sonst tut das ja keiner --
> denn wer glaubt, kennt keine Fehler.


Alleine in einem Posting diese Ansammlung von abwehrerzeugenden Phrasen.
Das ist es was dir jegliche Kompetenz in Sachen Reiten abspricht. Da
kannst Du fachlich bringen was Du magst, das kann auch jeder eventuell
mal ein paar Anregungen daraus entnehmen - aber es zeigt eindeutig, dass
Du kein Pferdemensch bist, denn Menschen die sehr gut mit Pferden
umgehen können provozieren nicht so viel und können sich in andere
Menschen und Pferde viel besser hineindenken als Du.
Deshalb, weil man Pferd oder Mensch und vor allem deren Handlungsweise
versteht, kann man ihm nicht mehr böse sein und man überhäuft ihn auch
nicht mehr mit unflätigen Phrasen oder traktiert das Tier nicht mit
seiner Unbeherrschtheit. Und - das ist auch eine Erfahrung man kann
nicht den Menschen gegenüber unflätig, beleidigend und dergleichen sein
und für das Pferd der beste verständnisvollste Reiter.

Deshalb kommts Du hier nicht an und nicht wegen Deiner fachlichen
Anmerkungen.

Viele Grüße
Knut Krüger
--
Reitpark Einthal

Leitung: 1 Tierarzt und 1 Berufsreiter
Eine fachgerechte Betreuung rund um die Uhr.

Homepage: http://www.einthal.de

Viele Grüße
Knut Krüger
--
Reitpark Einthal

Leitung: 1 Tierarzt und 1 Berufsreiter
Eine fachgerechte Betreuung rund um die Uhr.

Homepage: http://www.einthal.de

Stefan Ungemach

unread,
Dec 1, 2004, 2:33:43 PM12/1/04
to
Olaf Ulrich wrote:
> wenn ich das nicht tue. Wenn Stefan erklärt: "Ich muß aber
> recht haben, denn ich hab 'ne Wand voller M-Schleifen
> und du nicht!", dann könnte ich mich jedesmal vor Lachen
> kringeln.

Nanana, sowas hab' ich doch noch nie gesagt (es sei denn, Du reisst
einen entfernt aehnlichen Nebensatz von anno Tobak aus dem Zusammenhang
und blaehst ihn dann zu einem eigenstaendigen Statement auf). Das ist
ja fast dasselbe wie mit dem "techniklastigen Schlaufzuegelansatz" - Du
bildest Dir irgendeine Fremdmeinung ein, auf die Du ganz tolle
Antworten und Reaktionen parat haettest, wenn sie doch nur endlich mal
einer aeussern wuerde - und malst Dir letztere dann so lange aus, bis
Du selber dran glaubst, die vollstaendige "Konfrontation" habe
stattgefunden...

Aber tun wir halt mal einen Moment so als ob. Es ist ja nun leider
wirklich so, dass Da regelmaessig - vielleicht ein wenig
frustgesteuert, was? - wieder damit *anfaengst*, (nicht nur) mir
gegenueber Zweifel am Verstaendnis, der Routine und der Praxis zu
aeussern, sobald Du in irgendeinem Punkt anderer Meinung bist und Deine
daraufhin servierten Kurzkommentare von "geht nicht", "funktioniert
schon gleich gar nicht" bis "ist voelliger Humbug" nicht demuetig (oder
auch bloss kollegial) entgegengenommen werden. Ganz abgesehen davon,
dass bereits die Wahl eines solchen Tonfalls (voellig absichtlich)
impliziert, dass einer - bestenfalls - solche Zweifel hegt. Also denken
wir mal einen Moment *darueber* nach.

All das von Dir so Bezweifelte bezieht sich, was wir nicht aus den
Augen verlieren wollen, immer noch auf die _Taetigkeit_ Reiten, die man
Deinen eigenen Worten zufolge auf einem Pferd und nicht vor einer
Tastatur ausuebt. Es ist also gar nicht so abwegig, es daran zu messen,
wie gut denn dieses Reiten nun tatsaechlich funktioniert.

Nicht als Replik auf irgendwelche Sachargumente, ja nicht mal zur
_alleinigen_ Stuetze irgendwelcher Anleitungen oder Aussagen, sehr wohl
aber als Antwort auf solche oeffentlich gemachten Zweifel, darf es
daher durchaus erwaehnt werden, wenn diese _Taetigkeit_ Reiten ueber
einen langen Zeitraum nicht so ganz schlecht funktioniert. Wenn dabei
sogar, sozusagen als Nebeneffekt, eine Wand voll Schleifen rausgekommen
ist (es sind, BTW, mehrere Waende - oder waeren es, wenn ich die Dinger
nicht in alten Weintraubenschachteln horten wuerde <g>), wird diese
Annahme auf jeden Fall erhaertet - aber darauf kommt's ja gar nicht an.

Die Frage lautet vielmehr: haben Deine Zweifel irgendein Gewicht? Oder
anders: entstehen sie aufgrund des Wissens, dass Deine durch sie
aufgewerteten anderen Ansichten mindestens genau so gut, wenn nicht
besser, funktionieren? Dafuer gaebe es ja in der Tat denkbare Indizien:
abgelegte Pruefungen, ein als Referenz geeigneter Bestand von
erfolgreichen Schuelern, gut gerittene Pferde, von mir aus sogar ein
paar Erfolge. Oder, was natuerlich das Allerbeste waere, ein direkter
Vergleich - nicht um den Schwaecheren des Reviers zu verweisen, sondern
schlicht und einfach um zu klaeren, ob und welche Zweifel denn nun
angebracht sind. All das ist schon erfragt bzw. angeboten worden, nur
gekommen ist nix.

Deshalb ergibt sich immer wieder die Frage danach, was denn nun
*Deinem* stets gerne und zu allem abgegebenen Urteil Gewicht verleiht.
Es geht ja nicht darum, dass Du irgendwas aus - beispielsweise - einem
Mueseler oder Steinbrecht gelesen hast, sondern darum, warum Du Dich zu
einem *Urteil* ueber dessen Richtigkeit sowie ueber die der Aussagen
von anderen qualifiziert fuehlst. Es ist nicht verwerflich, keinen
Derartiges rechtfertigenden Background zu besitzen - dann muss man
aber, so schwer es einem vor allem bei einem gewissen Geltungsdrang
auch fallen mag, ein barsches "Unsinn" gegen ein moderates "das scheint
mir nach dieser und jener Lektuere nicht plausibel" einzutauschen, wenn
man fuer voll genommen werden will.

ne...@pgxml.net

unread,
Dec 1, 2004, 3:07:48 PM12/1/04
to
"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de> writes:

[...]

> Oder, was natuerlich das Allerbeste waere, ein direkter Vergleich -
> nicht um den Schwaecheren des Reviers zu verweisen, sondern schlicht
> und einfach um zu klaeren, ob und welche Zweifel denn nun angebracht
> sind.

Was macht die d.r.t.p Popcorn-maschine? ;-)

scnr, christoph

Katje Binder

unread,
Dec 2, 2004, 10:48:39 AM12/2/04
to
On Wed, 1 Dec 2004 16:19:26 +0100, "Katharina Fuhrmann"
<fuhrmann....@chello.at> wrote:

Gekauft :-))

Moege uns Olaf noch ne Weile erhalten bleiben...

Katje

Knut Krueger

unread,
Dec 2, 2004, 10:04:30 AM12/2/04
to

Olaf Ulrich schrieb:
> Katharina Fuhrmann schrieb:


>
>>>>Man longiert nur solche Pferde mit
>>>>Dreiecks- oder Laufferzügeln, die
>>>>das Konzept des In-die-Tiefe-
>>>>gehens bereits verinnerlicht haben.
>>>>Junge Pferde, die noch gar keine
>>>>Zügelhilfen kennen, longiert man
>>>>selbstverständlich ganz ohne Zügel.
>>>

>>>Ohne Zügel longieren ist IMHO Kreise


>>>ziehen ohne gymnastizierenden Wert.
>>>Wenn ich das Hoppa nur um mich

>>>rumrennen lasse, verschleiße ich es ...
>>
>>Das seh ich ganz genau so! [...] wüßte ich


>>nicht, was es einem jungen Pferd bringen
>>würde, wenn ich es einfach an der Longe

>>im Kreis jage ...
>
>
> Wer das Longieren ohne Hilfszügel als sinnloses Kreis-
> gerenne ohne gymnastischen Wert hält, dem empfehle
> ich, beim Longieren einmal jemandem zuzusehen, der's
> kann.

Es kann aber nur jemand fachgerecht der eine Doppellonge zu handhaben
weiss. Für den Laien mag anderes auch gut aussehen, aber Fachleuten
stellt es dann oftmals die Haare auf.

>
> Wenn's einer macht, der nicht kann, dann ist's tatsäch-
> lich nur Herumschleudern im Kreise. Doch es ist wie
> beim Reiten: Longieren muß man lernen, und Hilfszügel
> sind für Hilfslongierer ... oder für Spezialaufgaben.


Olaf, ich glaube da fehlt es dir etwas an der breiten Basis an Erfahrung
und oder am Blick für das Wesentliche.

Das
> übliche Basisprogramm hingegen -- also Hals tief, lösen,
> Nacken-Rücken-Band passiv spannen, nach innen
> biegen gemäß des Kreisbogens, mit innerem Hinterfuß
> gut untertreten und etwas (relative) Aufrichtung erarbei-
> ten -- geht sehr gut ohne Hilfszügel. Wenn man's kann
> (und wenn das Pferd kein Korrekturpferd ist).

Nur dass man dann auf ein Pferd angewiesen ist, dass dies freiwillig und
vorr allem selbständig macht und der weiter Nachteil ist, dass man an
der Longe nicht Arbeiten im Sinne von Verbessern kann. Denn wenn man nur
einmal die Longe etwas mehr annehmen muss so zieht man dem Pferd den
Kopf nach innen.
Aber ich stelle mich in Deinen Augen auch gerne auf die Seite der
Hilfslongierer, wenn ich keine Doppelllogne benutze ..

Claudia Hochheimer

unread,
Dec 2, 2004, 11:40:44 AM12/2/04
to

Katharina Fuhrmann schrieb:

>
> Goldig! Was wird denn das, wenn mal groß ist? Ein Labi?
> Selbstgezogen, bei der Mami zu Besuch gewesen oder warum gibts da schon
> Fotos mit 3(!) Wochen?

wir waren zur besuch. der kleine lebt noch bei seine mami und seine 10
geschwistern (bis 9. lebenswoche also anfang januar).

wird mal halb labi, halb keine ahnung da die mutter trachtig vermittelt
wuerde (moeglicherweise schaefer mit drin oder bernersenne) an den
jetzigen besitzern die sich aber echt bemuht haben sich zu informieren
und die ganze aufzucht sehr ordentlich ueber die buehne bringen trotz
erster schock!

lg cloudy (die jetzt deswegen noch wochen warten muess bis sie den
kleinen heim hatt, aber zwischendurch besuchen fahren darf :-) )

Annekoehn

unread,
Dec 2, 2004, 1:17:25 PM12/2/04
to
>
>ich habe das schon sehr haeufig gehoert und immer so hingenommen aber:
>ich kann das nicht so nachvollziehen. ist es denn nicht so das man die
>hilfen genau so geben soll wie auf dem pferd? wo ist da der unterschied?
>
>wenn man es auf dem pferd kann waarum dann nicht an der doppellonge?
>Wenne s bei dem Laien so schlecht aussieht, wuerde der laie denn genau
>so schlecht aussehen beim reiten?
>

Hm, ich habe (leider :-( ) merken müssen: ein wichtiger Unterschied ist:
Gewichts- und Schenkelhilfen fehlen halt leider völlig...
und dann ist so ne Doppellonge leider eklig lang, beim Handwechsel ist es nicht
mit minimalen Verändern der Zügellänge (wie beim Reiten) getan, da die äußere
Longe ums (oder evt auch über) Pferd läuft, muss eine Seite deutlich länger
werden, die andere deutlich kürzer, dabei Kontakt nicht verlieren ....
Hmpf....
Beim ersten Mal hatte ich nur Knoten in den Armen, Beinen.... zum Glück ne
geduldige Trainerin und ein geduldiges Pferd... besser is das...

Anne

Claudia Hochheimer

unread,
Dec 2, 2004, 12:06:34 PM12/2/04
to

Katje Binder schrieb:

> Was ich aber erkennen kann, ist, dass bei Dir Hopfen und Malz verloren

klaro!!! er haelt doch nur was von hafer!!!! was soll er denn mit
hopfebn und malz?

ROTFL cloudy

> Katje

Claudia Hochheimer

unread,
Dec 2, 2004, 11:50:36 AM12/2/04
to
hi stefan

aus dein posting verstehe ich das die dikusionen wegen 2 sachen
stattfinden von deiner seite aus: 1. um neue sachen zu erfahren, 2. um
dich als professioneller reiter mit ahnung zu profilieren bei allen
lesern und deren umfeld (sofern die irgendwann mal potentieller kunde
sein koennen)

zum 1. ich glaube nicht das du von ausgerechnet olaf sachen lernst die
du nicht kennst da ich denke das er nur gegengas geben will statt
fundiert zu argumentieren wie du das machst mit quellenangaben etc pp
zum 2. jeder der deine postings liest wird eh wissen das du weiss wovon
du redest. Es mag mehrere moeglichkeiten geben fuer bestimmte ansichten,
du hast aber noch nie so muell erzaehlt wie olaf hier teilweise
fabriziert, deswegen hast du IMHO diese diskutierung nicht noetig (und
das darfst du gerne als kompliment auffassen, und das von jemanden aus
der "anti-profi"-abteilung)

dazu 3. Leider verfangen die diskusionen sich immer wieder da olaf keine
fragen auf dem punkt beantwortet oder nur sagt : so, ohne zu sagen:
deswegen (IMHO)
dadurch gehen viele gute informationen verloren da ich (als bsp) meist
nicht bis zum schluss lese, wegen die laenge der threads und die
abschweifungen vom thema.
daz 4. ich glaube das ihr beiden eh an eine andere vorbei schreibt.

deswegen weiss ich nicht ob es sinnvoll ist. Aber da ihr das eh selber
wissen solltet was ihr mit eure zeit anfangen wollt, bitte sehr!

lg cloudy

Claudia Hochheimer

unread,
Dec 2, 2004, 12:05:01 PM12/2/04
to
hi knut

Knut Krueger schrieb:

>> Wer das Longieren ohne Hilfszügel als sinnloses Kreis-
>> gerenne ohne gymnastischen Wert hält, dem empfehle
>> ich, beim Longieren einmal jemandem zuzusehen, der's
>> kann.

ich habe das schon sehr haeufig gehoert und immer so hingenommen aber:
ich kann das nicht so nachvollziehen. ist es denn nicht so das man die
hilfen genau so geben soll wie auf dem pferd? wo ist da der unterschied?

wenn man es auf dem pferd kann waarum dann nicht an der doppellonge?
Wenne s bei dem Laien so schlecht aussieht, wuerde der laie denn genau
so schlecht aussehen beim reiten?

cloudy (ernsthaft interessiert)

Olaf Ulrich

unread,
Dec 2, 2004, 11:35:52 AM12/2/04
to
Knut Krueger schrieb:

> > Wer das Longieren ohne Hilfszügel
> > als sinnloses Kreisgerenne ohne

> > gymnastischen Wert hält, dem empfehle
> > ich, beim Longieren einmal jemandem
> > zuzusehen, der's kann.
>
> Es kann aber nur jemand fachgerecht, der
> eine Doppellonge zu handhaben weiß.

Das sehe ich nicht so. Doppellonge ist wieder etwas
anderes.


Knut schrieb weiter:


> > Longieren muß man lernen, und
> > Hilfszügel sind für Hilfslongierer ...
> > oder für Spezialaufgaben.
>
> Olaf, ich glaube da fehlt es dir etwas
> an der breiten Basis an Erfahrung
> und oder am Blick für das Wesentliche.

Na schön, mag sein. Ich nehme den Ausdruck "Hilfs-
longierer" zurück, das war übertrieben. Korrekt ein-
gesetzte Hilfszügel können beim Longieren hilfreich
sein, auch ohne daß an speziellen Korrekturen gear-
beitet wird.

Worauf es mir ankommt: Hilfszügel sind kein Muß.
Die oft kolportierte Aussage "Longieren ohne Hilfs-
zügel ist stets sinnloses Im-Kreise-schleudern" ist
so einfach nicht richtig. Es erfordert allerdings einen
geübten Longierer mit gutem Auge und geschickter
Hand. Keiner bezweifelt, daß Reiten schwierig ist
-- warum nur halten so viele Leute gutes Longieren
für so viel einfacher? Wenn man nur schwache Reiter
kennt, könnte man auch zu der Ansicht gelangen,
Reiten ohne Wienerzügel sei prinzipiell nichts weiter
als sinnloses Herumgehoppel ...

Und dabei rede ich *nicht* von der Doppellonge.


Knut schrieb weiter:


> Nur dass man dann auf ein Pferd

> angewiesen ist, das dies freiwillig
> und vor allem selbständig macht ...

Keineswegs! Sicher -- ein gewisses Maß an Arbeitseifer
und Gutwilligkeit seitens des Pferdes ist schon vonnöten,
das ist klar -- doch das gilt für's Reiten letzten Endes auch.
Es ist weder zu erwarten noch erforderlich, daß das Pferd
alles komplett freiwillig und selbständig tut ... wenn es das
täte, so hätte man eine vorführfertige Zirkusnummer und
keine Longenarbeit.


Knut schrieb weiter:
> ... und der weiter Nachteil ist, dass


> man an der Longe nicht Arbeiten im
> Sinne von Verbessern kann.

Doch, sicher kann man das. Natürlich sind die Möglich-
keiten begrenzt ... und genau deswegen werden Reit-
pferde in der Regel nur wenig longiert; das ist eher eine
Tätigkeit für Jungpferde als Vorbereitungstraining fürs
Anreiten sowie Aufbautraining für Rekonvaleszenten,
die nur ein wenig arbeiten sollen ohne Reitergewicht.

Nicht umsonst gibt's den Spruch: "Wo viel longiert wird,
da wird schlecht geritten." ;-)


Knut schrieb weiter:


> Denn wenn man nur einmal die Longe

> etwas mehr annehmen muss, so zieht


> man dem Pferd den Kopf nach innen.

Diese Behauptung ist annähernd ebenso wahr wie: "Wenn
man den Zügel nur einmal etwas mehr annehmen muß, so
macht man das Pferd eng in den Ganaschen" ... klar, wenn
man *nur* zieht, ohne Gefühl und Verstand, dann zieht man
den Pferdekopf nach innen. Doch wenn man es richtig macht
-- also mit Gefühl und Timing und dazu passenden treiben-
den Hilfen -- dann kann man an der (einfachen) Longe fast
ebenso Halbe Paraden geben wie am Zügel. Natürlich
nicht mit der gleichen Präzision -- aber das liegt in der
Natur der Sache und wird durch Hilfszügel nicht grund-
sätzlich besser. Sicher -- ein anstehender Ausbinder außen
gewährt dem Longierer eine größere Fehlertoleranz. Aber
das ist nur gut für den Longierer -- weil er nämlich heftiger
herumzerren darf, ohne daß der Fehler sofort offensichtlich
wird --, dem Pferd hingegen schadet das eher. Es ist halt
wie meistens: der Hilfszügel hilft üblicherweise dem Reiter
bzw. Longierer mehr, dem Pferd weniger.


Knut schrieb weiter:


> Aber ich stelle mich in Deinen Augen
> auch gerne auf die Seite der Hilfslongierer,

> wenn ich keine Doppellonge benutze ...

Was hast du nur immer mit der Doppellonge? Ich hatte
diese mit keinem Wort erwähnt ...

Olaf


Katje Binder

unread,
Dec 2, 2004, 10:51:23 AM12/2/04
to

Hallo Olaf,

tut mir leid, ich bin nicht in der Lage, Deine komplexen
Zusammenhaenge zu verstehen. Schliesslich hab ich auch nur einen
Hochschulabschluss. Sorry.

Was ich aber erkennen kann, ist, dass bei Dir Hopfen und Malz verloren

ist, was Selbsterkenntnis und Einsichtsfaehigkeit angeht - ich an
Deiner Stelle wuerde da mal drueber nachdenken, nachdem es jetzt schon
ein paar mehr Leute gesagt haben...

Katje

Olaf Ulrich

unread,
Dec 2, 2004, 2:35:28 PM12/2/04
to
Katje Binder schrieb:

> > Worauf es mir ankommt: Hilfszügel
> > sind kein Muß. Die oft kolportierte
> > Aussage "Longieren ohne Hilfszügel
> > ist stets sinnloses Im-Kreise-schleu-

> > dern" ist so einfach nicht richtig. Es
> > erfordert allerdings einen geübten
> > Longierer mit gutem Auge und ge-
> > schickter Hand.
>
> Beschreibe bitte, wie Du ein Pferd ohne
> jegliche HZ korrekt in die Tiefe longierst,
> ohne dass es ins Rennen kommt. Detail-
> liert.

Du weißt aber schon, daß man Reiten nicht aus Büchern
lernt -- und Longieren nicht aus Usenet-Artikeln? ;-)


Katje schrieb weiter:
> Bitte beschreibe, welche Ausrüstung
> dafür notwendig ist ...

Als erstes: ein Pferd. Dann ein Paar Gummistiefel, denn
zu dieser Jahreszeit sind die Longierzirkel meist ganz
schön matschig. Eine Longe -- klar. Eine gute Longier-
peitsche, am besten eine dünne, leichte mit Lederschlag.
'ne billige geht im Prinzip natürlich auch, belastet aber
sehr die Hand; das gibt bald einen Tennisarm.

Für das Pferd idealerweise einen gut sitzenden Kapp-
zaum ... doch ein normaler Trensenzaum tut's zur Not
auch (am besten in Kombination mit einer Longierbrille,
Zügel entfernen oder sicher hochbinden), und selbst ein
Stallhalfter funktioniert, wenn das Pferd brav mitarbeitet
(ist aber nicht unbedingt zu empfehlen).

Einen Longiergurt braucht man nicht -- der wird nur dann
benötigt, wenn mit Hilfszügeln oder mit einer Doppellonge
gearbeitet werden soll.

Das Pferd sollte zunächst etwas aufgewärmt werden (z. B.
erst ein paar Runden kontrolliert führen, dann frei longieren
... oder was immer mit dem betreffenden Pferd gut funktio-
niert). Longieren mit kalten Muskeln und Gelenken ist nicht
so gut. Die Longe wird dann in den mittleren Ring des Kapp-
zaumes bzw. in die Longierbrille eingehängt, oder in einen
der Trensenringe oder ins Stallhalfter -- je nachdem. Dann
schickt man das Pferd auf seiner guten Hand auf den Zirkel
und läßt es erst einmal ein wenig im Schritt gehen. Man soll
zwar generell die weniger gute Hand länger trainieren, daß
sie besser werde, doch begonnen wird stets auf der guten
Hand, um einen angenehmen Einstieg zu gewähren.

Ob man nun erst im Schritt auf beiden Händen ein wenig
die Stimmkommandos übt ("Scheritt!", "Halt!", Kehrt!")
oder gleich antraben läßt, ist Geschmackssache -- mit einem
Pferd geht dieses, mit dem anderen jenes besser. Arbeits-
gangart ist in jedem Falle Trab und ggf. Galopp, nicht
Schritt.

Im Trabe also beginnt die eigentliche Arbeit. Das Pferd wird
durch Stimmkommandos und mit Hilfe der Longierpeitsche
zum Arbeitstrab aufgefordert (mit der Peitsche wird gezeigt
und gewedelt, nicht gehauen). Die Longe muß dabei sanft
anstehen; es soll weder ein starker Zug drauf sein, noch darf
sie durchhängen. Hängt sie durch, so wird das Pferd durch
Zeigen mit der Peitsche auf seine Schulter zum Nach-außen-
gehen animiert und ggf. zu einem flotteren Tempo aufgefor-
dert. Ist der Zug zu groß, so wird durch Paraden mit der
Longe und durch beruhigende Stimmkommandos das Tempo
gedrosselt. Auf keinen Fall darf der Longenführer sich hinreis-
sen lassen, im Kreise mitzulaufen -- er steht auf einem Punkt
und dreht sich nur um seine Achse.

Steht die Longe korrekt an, so gibt der Longierer durch
Zupfen und Nachgeben an der Longe Halbe Paraden (genau
wie am Zügel), die in Verbindung mit treibenden Stimmhilfen
und Zeigen mit der Longierpeitsche auf die Hinterhand erst
in die Tiefe weisen und dann, im weiteren Verlauf, das Pferd
"zusammenschieben". Dies und viel Lob mit der Stimme bei
jeder erwünschen Aktion veranlaßt das Pferd, sich entspre-
chend dem Kreisbogen zu biegen und mit dem inneren
Hinterfuß unterzutreten. Die Tatsache, daß die Longe eine
ganz andere Zugrichtung hat als ein Zügelpaar, spielt keine
Rolle, wenn Tempo und Anlehnung stimmen.

Klingt sehr einfach, und ist es im Prinzip auch. Die Kunst an
der Sache liegt natürlich, wie üblich, im Detail. Wer auf das
Pferd keine Autorität ausstrahlt, kann treiben und zupfen,
solange er will, da wird nichts gescheites passieren. Maß
und Timing der Paraden (Longe, Stimme und Körper-
sprache) und der treibenden Hilfen (Peitsche, Stimme und
Körpersprache) müssen gut aufeinander und auf die Reak-
tionen des Pferdes abgestimmt sein -- grad wie beim Reiten
auch. Das kann man im Detail nicht wirklich erklären -- das
muß man sich zeigen lassen und viel üben.

Olaf


Olaf Ulrich

unread,
Dec 2, 2004, 8:50:31 AM12/2/04
to
Katharina Fuhrmann schrieb:

> > > Man longiert nur solche Pferde mit
> > > Dreiecks- oder Laufferzügeln, die
> > > das Konzept des In-die-Tiefe-
> > > gehens bereits verinnerlicht haben.
> > > Junge Pferde, die noch gar keine
> > > Zügelhilfen kennen, longiert man
> > > selbstverständlich ganz ohne Zügel.
> >
> > Ohne Zügel longieren ist IMHO Kreise
> > ziehen ohne gymnastizierenden Wert.
> > Wenn ich das Hoppa nur um mich
> > rumrennen lasse, verschleiße ich es ...
>
> Das seh ich ganz genau so! [...] wüßte ich

> nicht, was es einem jungen Pferd bringen
> würde, wenn ich es einfach an der Longe
> im Kreis jage ...

Wer das Longieren ohne Hilfszügel als sinnloses Kreis-


gerenne ohne gymnastischen Wert hält, dem empfehle
ich, beim Longieren einmal jemandem zuzusehen, der's
kann.

Wenn's einer macht, der nicht kann, dann ist's tatsäch-


lich nur Herumschleudern im Kreise. Doch es ist wie

beim Reiten: Longieren muß man lernen, und Hilfszügel
sind für Hilfslongierer ... oder für Spezialaufgaben. Das


übliche Basisprogramm hingegen -- also Hals tief, lösen,
Nacken-Rücken-Band passiv spannen, nach innen
biegen gemäß des Kreisbogens, mit innerem Hinterfuß
gut untertreten und etwas (relative) Aufrichtung erarbei-
ten -- geht sehr gut ohne Hilfszügel. Wenn man's kann
(und wenn das Pferd kein Korrekturpferd ist).

Olaf


Katje Binder

unread,
Dec 2, 2004, 11:56:01 AM12/2/04
to
On Thu, 2 Dec 2004 17:35:52 +0100, "Olaf Ulrich"
<olaf....@onlinehome.de> wrote:


>Worauf es mir ankommt: Hilfszügel sind kein Muß.
>Die oft kolportierte Aussage "Longieren ohne Hilfs-
>zügel ist stets sinnloses Im-Kreise-schleudern" ist
>so einfach nicht richtig. Es erfordert allerdings einen
>geübten Longierer mit gutem Auge und geschickter
>Hand.

Beschreibe bitte, wie Du ein Pferd ohne jegliche HZ korrekt in die
Tiefe longierst, ohne dass es ins Rennen kommt. Detailliert. Bitte
beschreibe, welche Ausruestung dafuer notwendig ist und welche
Schritte der von Dir beschriebene geübte Longierer dabei machen muss
und in welcher Reihenfolge. Das interessiert mich wirklich, denn trotz
meines fehlenden Verstaendnisses fuer komplexe Zusammenhaenge lerne
ich gerne dazu.


>Keiner bezweifelt, daß Reiten schwierig ist
>-- warum nur halten so viele Leute gutes Longieren
>für so viel einfacher?

Wer hat das behauptet?

Gruss,

Katje

Knut Krueger

unread,
Dec 3, 2004, 2:35:59 AM12/3/04
to

Olaf Ulrich schrieb:

>
>>Aber ich stelle mich in Deinen Augen
>>auch gerne auf die Seite der Hilfslongierer,
>>wenn ich keine Doppellonge benutze ...
>
>
> Was hast du nur immer mit der Doppellonge? Ich hatte
> diese mit keinem Wort erwähnt ...
>

Hallo Olaf,
die Doppellonge ist in meinen Augen eigentlich die einzige Möglichkeit
das Pferd auf einem Kreis fachgerecht zu arbeiten.
Allerdings will ich nicht bestreiten dass die Doppellonge auch wieder
Nachteile hat. Vor allem die Führung der äußeren Longe, die entweder
hinter dem Pferd geführt werden muss und so immer Bewegungen der
Hinterhand auf das Pferdmaul überträgt oder mit aufwendiger Konstruktion
über Longiergurt und Umlenkungen über den Rücken geführt wird, was einen
einfachen Handwechsel schwieriger macht.

Dafür kann man mit der Doppllonge auf die äußere Seite des Pferdes
besser einwirken als mit der einfachen Longe.

Das ist aber schon ein Grund warum beim effektiven Longieren das Pferd
einen Hilszügel bekommen sollte. Die Begrenzung der äußeren Seite ist
eben wichtig, wenn das Pferd deutlich mehr gearbeitet werden, soll als
es von sichaus anbietet.

Das Wissen über das korrekte Longieren ist nicht weit verbreitet. Als
ein Beispiel kann ich eventuell anführen dass es absolut wichtig ist,
dass der Longenführer auf einem Punkt stehenbleibt. Zu 90% geht dies
schon nicht, da die Longierpeitsche zu kurz ist. Also wird der
Longenführer im Kreis rennen und das Pferd muss fast bei jedem Schritt
des Longenführers sich neu ausbalancieren, da der Zirkel immer größer
und kleiner wird. Richtig ist, wenn der Longenführer mit dem inneren
Absatz auf einer Stelle stehen bleibt.

Wenn Du darüber nachdenkst wie wenig solche "Kleinigkkeiten mit großer
Wirkung" verbreitet sind, dann kansst Du eventuell auch nachvollziehen
wie wenig andere Dinge im Allgemeinbeswusstsein sind.

Fehlt eben die äußere Begrenzung beim Longieren, so ist es oftmals so,
dass das Pferd den Kopf ein paar Zentimeter zu weit nach innen nimmt.
Das aber verhindert die Balance und das aktive Vorfußen des inneren
Hinterbeines.

Möchte man mit dem Pferd an der Longe die Losgelassenheit verbessern so
ist es unumgänglich dass das Pferd den Hals vorwärts abwärts streckt.
Macht es das ohnehin bei vollkommener Losgelassenheit so brauche ich
nicht Longieren. Macht es das nicht oder ist es nicht losgelassen so
muss ich dies mit Treiben, Longenhilfen und Hilszügeln möglichst schnell
verbessern.


Möchte ich die Versammlung verbessern so muss ich dem Pferd eine Haltung
des Halses vorgeben und dafür sorgen dass die Hinterhand der
Vorgegebenen Haltung entspricht. Ansich eine verkehrte Welt, aber es ist
eben mit einer einfachen Longe nicht möglich die Hilfszügel mit
zunhemnder Versammlung zu verkürzen. Und ohne Hilfszügel ist wiederum
die Gefahr, dass ich bei dem zunehmnden Treiben um die Versammlung zu
erreichen mehr vorne halten muss ( Vor allem ohne Longierzirkel oder bei
verkleinertem Radius) und das Pferd ist nicht mehr über der Zirkellinie
eingestellt. Und dies ist eben eine Arbeit, die nur von wenigen
Fachleuten der Longe hinzubekommen ist. Nachdem ich die Möglichkeit habe
dies vom Sattel aus zu vermitteln, habe ich dazu überhaupt keine
Routine und müsste viel üben umd das ohne grobe Fehler zu erreichen.

Das sind nur wenige Beispiel, und es ist sicher noch wichtig, dass dies
ein ständiges Verschnallen der Hilfszügel erfordert, damit sie der
gewünschten aufgabe entsprechend wirken.

Nachdem man diese häufige korrigieren der Länge der Hilfszügel nahezu
nie sieht, kann ich dir auch zustimmen, dass man das in diesem Falle
auch ohne Hilfsügel durchführen kann. Die Summe der positiven Effekte
ist sicher bei beidem gleich.

Die negativen Aspekte sind meinses erachtens eben bei der Doppellonge
geringer und deswegen habe ich sie ins Gespräch gebracht.

Und was noch für mich ein Aspekt für den Einsatz von Hilfszügeln wäre,
ist der, dass ich ein Pferd nur an die Longe nehme, wenn ich etwas
wichtiges erarbeiten möchte, das unter dem Sattel nicht möglich ist,
weil das Pferd z. B Rückenschmerzen oder sonstige Dinge die das Reiten
unmöglich machen, hat. Anders ausgedrückt nur um das Pferd zu bewegen
nehme ich kein Pferd an die Longe, dazu sind mir die Beine des Pferdes
zu schade, die Aufgrund der Belastung auf dem doch kleinen Zirkel
übermäßig beansprucht werden. Unter diesen Umständen ist es eben nicht
damit getan, dass die Pferde etwas freiwillig machen und bestens
mitarbeiten.

Eventuell ist schon damit die unterschieldiche Anschaungsweise
begründet, was allerdings auch andere Ansätze hinsichtlich Zinn und
Zweck der Longenarbeit voraussetzt.


p.s

Wie wäre es denn wenn Du mit der NG ein Zeichen ausmachst, das Dich
daran erinnert, zu der von Stefan auch positiv angenommen Schreibweise
zurückzukehren. Denn dann bist Du ja gar kein so unangenehmer
Diskussionspartner.

Wenn ich mich richtig erinnere, musste Kara Ben Nemsi zu Hadschi Halef
Omar auch von Zeit zu Zeit so etwas sagen ;-)
Da würdest Du doch in einer Reihe mit wichtigen Personen der
Zeitgeschichte stehen - Die gab es doch wirklich oder?

Katharina Fuhrmann

unread,
Dec 2, 2004, 5:32:06 PM12/2/04
to

Claudia Hochheimer wrote:
>
>
> Katharina Fuhrmann schrieb:
>
>>
>> Goldig! Was wird denn das, wenn mal groß ist? Ein Labi?
>> Selbstgezogen, bei der Mami zu Besuch gewesen oder warum gibts da schon
>> Fotos mit 3(!) Wochen?
>
>
> wir waren zur besuch. der kleine lebt noch bei seine mami und seine 10
> geschwistern (bis 9. lebenswoche also anfang januar).

Das hatte ich auch fast angenommen, weil alles andere wäre mir eher
zweifelhaft erschienen (außer es wäre ein Waise).

> wird mal halb labi, halb keine ahnung da die mutter trachtig vermittelt
> wuerde (moeglicherweise schaefer mit drin oder bernersenne) an den
> jetzigen besitzern die sich aber echt bemuht haben sich zu informieren
> und die ganze aufzucht sehr ordentlich ueber die buehne bringen trotz
> erster schock!
>
> lg cloudy (die jetzt deswegen noch wochen warten muess bis sie den
> kleinen heim hatt, aber zwischendurch besuchen fahren darf :-) )

Ich wünsch dir wundervolle Jahre mit ihm und uns noch viele Bilder mit
dir, Pferd und Hund! :-)

Kathi (die irgendwann mal auch einen Hund hat, aber vorher noch einen
hundetauglichen Job und eine Katzenfreie Wohnung braucht, was -
hoffentlich in Sachen Katzen - noch lange Jahre dauern kann)

Catja Pafort

unread,
Dec 3, 2004, 3:13:34 AM12/3/04
to
Katje schrieb:

> Beschreibe bitte, wie Du ein Pferd ohne jegliche HZ korrekt in die
> Tiefe longierst, ohne dass es ins Rennen kommt. Detailliert. Bitte
> beschreibe, welche Ausruestung dafuer notwendig ist und welche
> Schritte der von Dir beschriebene geübte Longierer dabei machen muss
> und in welcher Reihenfolge.

Pferd. Longe (ich habe Longierseile, bei denen das Verdrehen kaum ein
Thema ist, ausserdem liegen sie besser in der Hand), Longierpeitsche,
Kappzaum oder gut sitzendes Longierhalfter (das nicht ueber das aeussere
Auge rutscht).

Begrenzte Bahn mit gutem Boden (ich ziehe eine 20x40 Bahn einem Zirkel
vor).

Erster Schritt fuer mich ist das Fuehren auf dem Hufschlag - das Pferd
sollte ruhig ca 2-3m neben mir herlaufen, wobei ich es durchaus etwas
einrahmen kann. Schritt, anhalten durch Stimmhilfe und aufs'Pferd
zudrehen.

Koerpersprache und die richtige Position des Longierenden sind nicht zu
unterschaetzen. Aus der oben beschriebenen Position fange ich an, mich
in Richtung Zirkelmitte zu entfernen. (Bei einem ausgebildeten Pferd
dauert das keine halbe Runde auf dem Zirkel. bei einem jungen kann es
anfaengs laenger dauern.) Die Hand haelt leicht Tuchfuehlung mit dem
Pferdekopf, Peitsche und Stimme ermuntern das innere Hinterbein zum
Untertreten.

Und dann ist das Ganze eine Sache von Timing der Hilfen mehr als allem
anderen - leichte Paraden, treiben im richtigen Moment, Belohnung des
vorwaerts-abwaerts Dehnens. Ausbinder, auf der anderen Seite,
_bestrafen_ die Tendenz des Pferdes, den Hals locker haengen zu lassen
und die Nase nach vorne zu strecken, sie sind daher IMO nicht fuer die
loesende/anfaengliche Arbeit geeignet, es sei denn, das Pferd ist extrem
verspannt oder unaufmerksam.

Den haeufigsten Fehler, den ich sehe - abgesehen von denjenigen, die gar
nicht merken oder merken wollen, dass ihre Pferde zu eilig, verspannt,
oder voellig schief gehen - ist dass die Pferde bestraft werden, wenn
sie sich dehnen. Und wie bei Reiten, wird meist nicht getrieben, bzw zum
engeren Zirkeldurchmesser gegriffen, wenn Dobbin sich ein wenig
zusammenstellen soll, sondern an der Longe geruckt - oder das Pferd
anstatt getrieben, gejagt.
Der zweite Haupftfehler ist ein zu hohes Tempo - vorwaerts sollen sie
gehen, ja, aber der korrekte Takt ist ein relativ ruhiger, der dem Pferd
Zeit laesst zu schwingen und die Haxen zu sortieren. Vielfach hilft es,
das Tempo etwas herunterzufahren, und dann Schwung einzubringen, gerade,
wenn das Pferd zum eilen neigt.

Meine Geheimwaffe bei meinem Kleinen ist eine Marschsequenz, die genau
den richtigen Takt fuer seinen Trab hat und ihm eine Orientierungshilfe
gibt.

Catja
und der Count

Stefan Ungemach

unread,
Dec 2, 2004, 5:08:35 PM12/2/04
to
Olaf Ulrich wrote:
> Als erstes: ein Pferd. (...)

Das ist *keine* ironische Verkuerzung :-)!

Denn das war mal eine voellig korrekte Beschreibung, wie man was tut,
es stehen keine billigen Seitenhiebe drin, und eventuelle Abweichungen
zum Vorgehen des einen oder anderen liegen in einer Groessenordnung, in
der man vielleicht abweichende Vorgehensweisen, nicht jedoch
grundlegende Inkompetenzen, diskutieren muss.

Hoffentlich bleibt das kein Einzelfall...

Angelika Kessler

unread,
Dec 3, 2004, 3:36:35 AM12/3/04
to

">
> Kathi (die irgendwann mal auch einen Hund hat, aber vorher noch einen
> hundetauglichen Job und eine Katzenfreie Wohnung braucht, was -
> hoffentlich in Sachen Katzen - noch lange Jahre dauern kann)

Das muß aber nicht zwangsweise ein Außschlußkriterium sein. Zumindest mein
Hund verträgt sich mit unserer Katze ohne Probleme

Geli (die jetzt gleich mit Hund und Pferd ausreiten geht, deren Katze aber
zu Hause bleibt)


Jacqueline Wiedler

unread,
Dec 3, 2004, 12:24:13 PM12/3/04
to
Luise Sanders wrote:

> so und nu wird's weiter lustig schau mal, was man so alles ausgraben
> kann, wenn
> man zentralen Speicherplatz freiräumen muss :-))
>
> Olaf schrieb 2001

- schnipp -

> Komisch, komisch früher longierten nur Faulpelze und Angsthasen und
> heute
> sind es Leute, die es wirklich können und natürlich ohne Hilfszügel
> oder Doppellonge ernsthaft gymnastizierende Arbeit leisten :-)))))

Darf er denn in einem Zeitraum von doch immerhin 3 Jahren seine Meinung
nicht ändern?

Ich halte ja Olaf auch nicht wirklich für die höchste Instanz des
Pferdewissens, aber feixend seine Nase in irgendwas zu reiben, was er
vor Jahren von sich gegeben hat, ist IMO ziemlich sinnfrei, um nicht zu
sagen schwachsinnig.

Gruss
Jacqueline

Luise Sanders

unread,
Dec 3, 2004, 8:58:54 AM12/3/04
to
"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de> wrote in message news:<coo3s1$fei$02$1...@news.t-online.com>...

Hallo Stefan,

> Denn das war mal eine voellig korrekte Beschreibung, wie man was tut,

nun ja eine in Teilen korrekte Beschreibung... leider nicht alles
Halbwissen halt :-)

> Hoffentlich bleibt das kein Einzelfall...

Glaubst du an den Weihnachtsmann :-)) der soll ja bald wieder kommen
:-)

Auch wenn dieser Text, jetzt insgesamt einen sachlicheren Eindruck
macht, so gibt es doch noch einige deutliche Schwachstellen und
Fehler, die leider immer noch auf mangelhaftes Verständnis hinweisen.
Aber es ist ja schon mal positiv zu vermerken, dass er sich jetzt von
der Arbeit auf Kandare und/oder Schlaufzügel, auf grundlegende Dinge
besinnt, mit dem der Umgang mit Pferden nun einmal für Einsteiger
beginnen sollte.

O


>Für das Pferd idealerweise einen gut sitzenden Kapp-

>zaum . doch ein normaler Trensenzaum tut's zur Not


>auch (am besten in Kombination mit einer Longierbrille,

>und selbst einSta llhalfter funktioniert, wenn das Pferd brav
mitarbeitet

Hier stört mich wieder mal die Gleichsetzung der verschiedenen
Zäumungen.
Ob man einen Kappzaum, eine Trense der gar ein Stallhalfter verwendet
ist für fachgerechtes Longieren mit konkreten Zielen, die über das
blosse Laufen lassen an der Longe hinausgehen eben "nicht egal."

O


>. Die Longe wird dann in den mittleren Ring des Kapp-
>zaumes bzw. in die Longierbrille eingehängt, oder in einen
>der Trensenringe oder ins Stallhalfter -- je nachdem.

O
je nach was? In welchen Trensenring? Geht die Erklärung auch genauer
Wenn nicht, halte ich sie leider für wertlos.

O


>Ob man nun erst im Schritt auf beiden Händen ein wenig
>die Stimmkommandos übt ("Scheritt!", "Halt!", Kehrt!")

Hm wie funktioniert das Kehrt, wenn Du zum Beispiel
die Longe in den inneren Trensenring eingehängt hast?

O


> Dies und viel Lob mit der Stimme bei
>jeder erwünschen Aktion veranlaßt das Pferd, sich entspre-
>chend dem Kreisbogen zu biegen und mit dem inneren
>Hinterfuß unterzutreten.


Das die blosse Stimme und viel Lob das Pferd veranlasst , sich
korrekt auf den Kreisbogen einzustellen, korrekt unterzutreten
und korrekt mitzuarbeiten halte ich für ein weit verbreitetes Gerücht…

O


>Die Tatsache, daß die Longe eine
>ganz andere Zugrichtung hat als ein Zügelpaar, spielt keine
>Rolle, wenn Tempo und Anlehnung stimmen.


Grins… sicher, wenn man die notwendige Wirkung eines äusseren Zügels
nicht kennt und daher auch nicht berücksichtigt…...:-)


Gruss
Luise

Stefan Ungemach

unread,
Dec 3, 2004, 9:24:32 AM12/3/04
to
Luise Sanders wrote:
> nun ja eine in Teilen korrekte Beschreibung... leider nicht alles
> Halbwissen halt :-)

Darum ging's mir nicht. Jedenfalls habe ich hier gar keine Facharbeit
erwartet - die Unvollstaendig-, Unverbindlich- und Ungenauigkeiten kann
man bei Interesse am Teilgebiet ja weiter diskutieren.

Aber es war immerhin schon mal der Versuch, eine Frage zu
*beantworten*, statt dem unter Zuhilfenahme von
Nebenkriegsschauplaetzen oder Beleidigungen auszuweichen. Es war eine
*eigene* Aussage, statt eine in ein zerrissenes und entstelltes
Statement von anderen gestreute, lose Sammlung von Sticheleien. Und es
war von Anfang bis Ende *sachlich* im Tonfall. Das honorier' ich...

Luise Sanders

unread,
Dec 3, 2004, 8:43:43 AM12/3/04
to
"Olaf Ulrich" <olaf....@onlinehome.de> wrote in message news:<1101995431.398552@nbgm66x>...

Olaf 2004


> Wer das Longieren ohne Hilfszügel als sinnloses Kreis-
> gerenne ohne gymnastischen Wert hält, dem empfehle
> ich, beim Longieren einmal jemandem zuzusehen, der's
> kann.

Grins... wem sollte man denn mal zuschauen, der das alles so ganz
richtig kann? Muss man dafür einen Wochenendkurs in Seuckendorf
buchen?
Wahrscheinlich sind bereits alle Plätze ausgebucht so wie
bei Marij, Bent, Monty oder Andrea und Co ja auch immer :-))

so und nu wird's weiter lustig schau mal, was man so alles ausgraben
kann, wenn
man zentralen Speicherplatz freiräumen muss :-))

Olaf schrieb 2001

>Wenn beispielsweise die Longiererei überhand nimmt und als
>bequeme Husch-husch-Lösung bei akuter Reitfaulheit gebraucht
>wird, und wenn außerdem vielleicht auch noch ständig kreisrunde
>Furchen in den Hallenboden gepflügt werden…
..
>so kann man an der Longe dem Pferd ein wenig
>leichte Bewegung verschaffen…..Und speziell all jene, die ihr Pferd
longieren, weil es eine Weile nicht geritten werden kann, werden auch
an der Longe keine allzu harte Arbeit verrichten.

> Deinen Kommentar, dass Longieren oft nur
> aus Reitfaulheit stattfindet, finde ich
> sehr einseitig.

O
>Wieso einseitig? Stimmt's vielleicht nicht? Wie du selber sehr
>richtig erkannt hast, sagte ich, es finde *oft* aus Reitfaulheit
>statt….Nichtsdestotrotz finden viele Longierstunden nur statt, weil
>der "Reiter" zu faul ist oder, schlimmer noch, sich gar nicht
>in den Sattel traut.

Katharina schrieb:
> Wenn ich übrigend wirklich reitfaul bin,
> dann stell ich mein Pferd auf die Koppel
> oder in die Schrittmaschine, denn Longieren
> ist ja auch viel Arbeit.

O
>Schon, aber nicht so viel wie Reiten. Wer longiert, der hat sich
>mit seinem Pferd beschäftigt und Zeit gespart. Habe ich
>ja auch schon gemacht ;-) Nur sollte man das nicht oft tun….

O
>….man selber nur aus Bequemlichkeit zur Longe greift. So
>reißen dann bald wilde Unsitten ein.

O
> Ich kenne allerdings auch "Reiter" oder besser
> gesagt Pferdebesitzer, die faul sind oder
> einfach nur Angst vorm Reiten haben und deshalb
> fast täglich longieren. Für die Pferde ist das
> eine schlimme Sache, denn beim Longieren werden
> die Beine der Pferde unnatürlich stark belastet,
> und auf die Dauer gibt es dann Schäden.

O
>solche Typen – Faulpelze und Angsthasen….

Komisch, komisch früher longierten nur Faulpelze und Angsthasen und
heute
sind es Leute, die es wirklich können und natürlich ohne Hilfszügel
oder Doppellonge ernsthaft gymnastizierende Arbeit leisten :-)))))

Olaf wann reitest Du mit Deinen Mädels auf Stallhalfter die erste Hohe
Schule??


VVBG Luise

Fons deBruyn

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Dec 3, 2004, 2:47:45 PM12/3/04
to
Knut Krueger wrote:

Hallo Knut,

> Allerdings will ich nicht bestreiten dass die Doppellonge auch wieder
> Nachteile hat. Vor allem die Führung der äußeren Longe, die entweder
> hinter dem Pferd geführt werden muss und so immer Bewegungen der
> Hinterhand auf das Pferdmaul überträgt oder mit aufwendiger
> Konstruktion über Longiergurt und Umlenkungen über den Rücken geführt
> wird, was einen einfachen Handwechsel schwieriger macht.

Deswegen benutze ich immer entweder einen Fahrsellet oder einen Longiergurt
mit Schlüssel wodurch die Longen gefürht werden, das funktioniert prima,
wenn man´s kann.

Grüße

Fons


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