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gedichte über Pferde

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Heidi

unread,
Nov 16, 2001, 2:01:05 PM11/16/01
to
mein Enkelkind sucht Gedichte über Pferde.
Wer hilft?


Ilona Fraunholz

unread,
Nov 17, 2001, 1:02:57 PM11/17/01
to

Heidi <heid...@web.de> schrieb in im Newsbeitrag:
9t3nou$qqe$1...@news.planetinternet.be...

> mein Enkelkind sucht Gedichte über Pferde.
> Wer hilft?
>
Hallo heidi,

hier eines das ich seit 27 jahren gerahmt in meinem besitzt habe,

gebet eines pferdes,

geliebter herr, gib mir zu fressen und zu trinken und sorge für mich, und
wenn des tages arbeit getan ist, gib mir ein obdach, ein sauberes lager und
einen nicht zu kleinen platz im stall.
rede mit mir, denn oft ersetzt mir deine stimme die zügel. sei gut zu mir,
und ich werde noch freudiger dienen .
reiss nicht an den zügeln, greif nicht zur peitsche, wenn es aufwärts geht,
schlage und stosse mich nicht, wenn ich dich missverstehe, sondern gib mir
zeit, dich zu verstehen.halte mich nicht für ungehorsam, wenn ich deinen
willen nicht erfülle.
und wenn es zu ende geht herr, wenn ich dir nicht mehr nutzen kann, lasse
mich nicht hungern und frieren und verkaufe mich nich einen fremden herrn
der mich langsam zu tode quält, sondern sei go gütig, mein herr , und
bereite mir einen schnellen und barmherzigen tod, und gott wird es dir
lohnen hier und in ewigkeit.

lass mich dies von dir erbitten und glaube nicht , dass es mir an ehrfurcht
gebricht, wenn ich es in seinem namen tue, der in einem stall geboren
ist.....................

guss ilona


Alexandra B.

unread,
Nov 18, 2001, 1:38:31 PM11/18/01
to

"Ilona Fraunholz" <fraunho...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9t68l1$4js$02$1...@news.t-online.com...

>
>
> hier eines das ich seit 27 jahren gerahmt in meinem besitzt habe,

................


Hallo Ilona!


Das Gedicht fand ich sooo schoen, dass ich es mir gleich abspeichern musste.

Wenn ich eine neue Druckerpatrone habe, werde ich es ausdrucken und mir auch
aufhaengen <g>


Vielen Dank dafuer, auch wenn es nicht fuer mich bestimmt war ;-)


liebe Gruesse,
Alex


Ilona Fraunholz

unread,
Nov 18, 2001, 3:57:05 PM11/18/01
to
hallo Alex hab noch was gefunden, hängt bei uns im reiterstüberl

wir haben eine menge pferde im stall doch der großteil besteht aus araber -
jeden tag fragen wir uns warum ausgerechnet diese,

der andulisier geht er erhabenere , der hannoveraner springt höher, der
achealtekkiner ist graziler und das englische vollblut läuft schneller.
haflinger sind erfindungsreicher, isländer haben mehr gänge und ponys sind
robuster - warum um alles in der welt muss es ausgerechnet ein araber
sein................

gruss ilona


Katje Binder

unread,
Nov 19, 2001, 6:12:53 AM11/19/01
to
Am Fri, 16 Nov 2001 20:01:05 +0100, schrieb "Heidi" <heid...@web.de>
in der Nachricht <9t3nou$qqe$1...@news.planetinternet.be> :

Katje Binder

unread,
Nov 19, 2001, 6:12:53 AM11/19/01
to
Am Fri, 16 Nov 2001 20:01:05 +0100, schrieb "Heidi" <heid...@web.de>
in der Nachricht <9t3nou$qqe$1...@news.planetinternet.be> :

>mein Enkelkind sucht Gedichte über Pferde.

Huhu,

na, ein Gedicht ist es nicht, aber einer meiner Lieblingssprueche:

"Glaubt nicht an Koppeln, Staelle, Weiden als die Heimat eurer Pferde
- ihr, die ihr Pferde liebt. Die Weite allein lebt in der Seele, lebt
im Auge der Pferde edler unverkuemmerter Art. Glaubt nicht an das
Haustier, weil es Haus und Hof mit euch teilt. Sein Auge, seine Seele
sucht euch nicht."
Rudolf G. Binding

R.WE...@gaia.de

unread,
Nov 19, 2001, 6:09:00 AM11/19/01
to
Hallo Heidi,

Ich zitiere heidifaul zum Thema gedichte über Pferde vom 16.11.01:


> mein Enkelkind sucht Gedichte über Pferde.
> Wer hilft?

Das habe ich neulich im Buchhandel entdeckt und musste es sofort kaufen um
in die vielen Poesiealben zu schreiben, die mir die Teenies immer wieder
mitgeben.

"Ein Herz für Pferde" mit Fotografien von Gabriele Boiselle
Augsburg: Pattloch, 1999
ISBN 3-629-00789-9

Den Preis weiss ich nicht mehr, ich denke etwa 12,95DM oder so, jedenfalls
nicht sehr teuer.
Es sind 23 Gedichte mit jeweils wunderschönen Bildern von G. Boiselle.
Das wäre doch auch was für Weihnachten?!

Herzliche Grüße,
Regina

Alexandra B.

unread,
Nov 19, 2001, 10:25:04 AM11/19/01
to

<R.WE...@GAIA.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8DA3l...@gaia-244.gaia.de...

>
> "Ein Herz für Pferde" mit Fotografien von Gabriele Boiselle
> Augsburg: Pattloch, 1999
> ISBN 3-629-00789-9


Das Buch habe ich. Das hat mir mal meine Oma geschenkt :-)

Hier ein paar "Eindruecke": :-)

"Und in der Tat
ein Pferd, das sich stolz traegt,
ist etwas so Schoenes,
Bewunderns- und Staunenswuerdiges,
dass es aller Zuschauer Augen
auf sich zieht.
Keiner wird muede, es
anzuschauen, solange es sich
in seiner Pracht zeigt."

Xenophon


Junge Pferde

"Wer die bluehenden Wiesen kennt
Und die hingetragene Herde,
Die, das Maul am Winde, rennt:
Junge Pferde! Junge Pferde!

Ueber Graeben, Graeserstoppel
Und entlang den Rotdornhecken
Weht der Trab der scheuen Koppel,
Fuechse, Braune, Schimmel, Schecken!

Junge Sommermorgen zogen
Weiß davon, sie wieherten.
Wolke warf den Blitz, sie flogen
Voll von Angst hin, galoppierten.

Selten graue Nuestern witterten,
Und dann naehern sie und nicken,
Ihre Augensterne zittern
In den engen Menschenblicken.!

Paul Boldt


Der Apfelschimmel

"Es war einmal ein Schimmel,
der war so weiß, daß man ihn gar nihct sah.
Eines Tages stand dieser Schimmel an einem Apfelbaum
und rieb sich den Hals an seinem Stamm.
Der Apfelbaum wurde fast verrueckt;
denn er sah niemanden, der an ihm rieb,
und fuehlte doch, dass es so war.

Und er begann sienen Verstand zu verlieren
und seine Aepfel dazu.
Der Schimmel aber erschrak so sehr ueber die
ploetzlich herabregnenden Aepfel,
dass er eine Hautkrankheit bekam, welche die Aepfel
nachahmte.
Seitdem gibt es Apfelschimmel."

:-)

Christian Morgenstern


Und noch drei kurze <g>:

"Ein gutes Pferd kennt seinen Reiter."
Sprichwort


"Sage nicht:
dieses sei mein Pferd.
Sag lieber:
es sei mein Sohn."

Arabische Spruchweisheit


"Die Dressurarbeit bedeutet fuer jede Art von Reiterei,
außer der rennmaeßigen,
dasselbe, wie die Grammatik fuer die Sprache."

Waldemar Seunig


Okay, nehmen wir noch eins, dann ist aber Schluss ;-)

Das Fohlen

"Es sind noch nicht ganz seine
Glieder. Eher ist es umgekehrt:
Das zerbrechliche Quartett der Beine
hat ein winzig kleines Pferd.

Mit fest aufgestemmten Hufen
kann man eine Weile stehn:
Zusehn, wie die Wolken geh,
nach des Windes Wehn und Rufen
lauschend seine Ohren drehn.

Einmal werdet ihr es sehn:
pfeilschnell, in gestrecktem Lauf
huegelab und huegelauf,
leichten Hufes wie beim Tanze.
Heute uebt es noch das Gehen.
Denn das Schwerste ist Balance."

Christine Koller

Man kann die Gedichte zwar nicht richtig auf sich wirken lassen, wenn sie
einfach so untereinander geklatscht sind, aber ich wuerde jedem, der sich
dafuer interressiert, empfehlen, sich dieses kleine Buch zu kaufen. Die
Bilder sind aller wuuuuuuunderschöööööön.

liebe Gruesse,
Alex, die hofft, euch jetzt nicht gelangweilt zu haben.


Alexandra B.

unread,
Nov 19, 2001, 10:36:24 AM11/19/01
to

"Ilona Fraunholz" <fraunho...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9t977h$bho$00$1...@news.t-online.com...

> hallo Alex hab noch was gefunden, hängt bei uns im reiterstüberl
>

Das Gedicht ist auch sehr schoen!, aber nichts gegen das andere :-)

Uebrigens habe ich das auch gerade in meinem Gedichtebuch gefunden, nur noch
etwas anders:

Gebet eines Pferdes

"Bitte sei gut zu mir,
und ich werde dir noch freudiger dienen
und dich gerne haben.

Reiß nicht an den Zuegeln,
greif nicht zur Peitsche,
wenn es aufwaerts geht.
Schlage und stoße mich nicht,
wenn ich dich missverstehe,
sondern gib mit Zeit dich zu verstehen.

Halte mich nicht fuer ungehorsam,
wenn ich deinen Willen nicht erfuelle.
Vielleicht sind Sattel und Hufe
nicht in Ordnung.

Pruefe meine Zaehne,
wenn ich nicht fressen will,
vielleicht tut mir ein Zahn weh.
Du weißt, wie das schmerzt.

Halte mich nicht zu kurz
und kupiere meinen Schwanz nicht,
denn er ist meine einzige Waffe
gegen Fliegen und Muecken.

Und wenn es einmal
zu Ende geht, lieber Herr,


wenn ich dir nicht mehr

zu nuetzen vermag,
lasse mich nicht
hungern und frieren.

Und verkaufe mich nicht.
Liefere mich keinem Fremden aus,
der mich langsam zu Tode quaelt
und mich verhungern laesst.
Sondern sei so guetig und bereite mir
einen schnellen, barmherzigen Tod.
Gott wird es dir lohnen,
hier und in Ewigkeit.

Lasse mich dies von dir erbitten


und glaube nicht, dass es mir

an Ehrfurcht fehlt,
wenn ich es im Namen dessen tue,
der in einem Stall geboren wurde.

Amen."

Aus einem alten englischen Stall

Dieses Gedicht ist ja eigentlich genau das gleiche, ausser das noch etwas
hinzugefuegt ist.
Aber auch sehr wahr und wunderschoen!!!!!! :-)


liebe Gruesse,
Alex


Reinhild Nürnberger

unread,
Nov 19, 2001, 12:01:32 PM11/19/01
to

Alexandra B. <a54...@gmx.net> schrieb in im Newsbeitrag:
9tb9lo$1eeu6$1...@ID-61198.news.dfncis.de...
>
hallo alex,

> Das Fohlen
>
> "Es sind noch nicht ganz seine
> Glieder. Eher ist es umgekehrt:
> Das zerbrechliche Quartett der Beine

> hat ein winzig kleines Pferd.......

das ist einfach super - habe ich mir abgespeichert. danke!

liebe gruesse,
reinhild


Beate M. Au

unread,
Nov 19, 2001, 4:22:39 PM11/19/01
to
Hallo Heidi,

"Heidi" <heid...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9t3nou$qqe$1...@news.planetinternet.be...


> mein Enkelkind sucht Gedichte über Pferde.
> Wer hilft?

Das Glück der Pferde
sind Reiter auf der Erde.

Konnte ich mir nicht verkneifen!

Liebe Grüße
Beate


Petra Rudischer

unread,
Nov 20, 2001, 10:56:28 AM11/20/01
to
... ich hab auch noch eins (=mein lieblingsgedicht)

quelle: robert vavra "pferde der sonne"

padrons mahogany

in der schnelligkeit
meiner dunkelheit
flüster´ ich
donner zu.
ich bin
geduldig
wie gestein,
wild gleich
dem blitz ?
ursymbol
anbrandender stärke
und
der kraft der bewegung.


liebe grüsse ;-) petra


Anke Spix

unread,
Nov 22, 2001, 3:22:53 PM11/22/01
to
Heidi <heid...@web.de> wrote:

> mein Enkelkind sucht Gedichte über Pferde.
> Wer hilft?

Hallo!

Hier eine Auswahl (bis auf das letzte, dessen Quelle ich nicht mehr
weiss (haengt bei mir als Kalligraphie mit Scherenschnitt an der Wand)
aus "Brevier fuer Pferdefreunde"):
_______________________________________________________________________

O gebt mir ein Pferd von arabischer Zucht
O gebt es mir - soll ich gesunden;
Ich habe dann sicher das schaeumende Glueck
Auf einen Moment doch gefunden!

Ich schwing' mich hinauf mit dem froehlichen Schwung,
Ich klopfe ihm kosend die Seite
Ich lasse ertoenen ein lustiges "Komm!"
Der Araber fliegt in die Weite.

Er sauset davon mit dem zierlichen Fuss,
Durchs Tor, ueber Graeben und Bruecken;
Wir wenden den laermenden Strassen der Stadt,
Den rauchenden Essen den Ruecken.

Und draussen begruesst uns die lachende Flur,
Des Kornfeldes fluesternde Welle,
Ich hoere von ferne der Jaeger "Hallo!"
Und Hornklang und Hundegebelle.

Dann traeum' ich zurueck mich als muntere Maid,
Da froh ich durch Waelder geritten,
Da frei ich, gleich kreisendem Aar in der Luft,
Den sonnigen Aether durchschnitten.

Ja, draussen im Walde, auf Heide und Flur,
Dort wird mir das Herz schon gesunden.
O gebt mir ein Pferd von arabischer Zucht,
O gebt es mir auf ein paar Stunden!

Fedor von Koeppen
____________________________________________________________

Ich hab mein Ross verloren

Ich hab mein Ross verloren,
Mein apfelgraues Ross,
Es war so treu im Leben,
Kein treu'res konnt es geben
Im ganzen Zug und Tross.

Und als es wollte sterben,
Da blickt' es mich noch an,
Als spraech's mit seinen Mienen:
Kann Dir nicht weiter dienen,
Ade, mein Reitersmann!

Und als es war gestorben,
Da grub ich's ehrlich ein,
Wohl unter gruenen Matten,
In eines Lindbaums Schatten;
Das soll sein Denkmal sein!

Da sitzen kleien Voegel
Und halten Totenamt;
Ihr braucht's nicht erst zu lesen,
Wie treu mein Ross gewesen -
Sie singens insgesamt.

A.H. Hoffmann von Fallersleben
__________________________________________________________________

Die Sommernacht hat's mir angetan

Die Sommernacht hat's mir angetan,
Das ist ein schweigsames Reiten,
Leuchtkaefer durchschwirren den dunklen Grund
Wir Traeume, die nicht zu guter Stund
Das sehnende Herz mir erfreuten.

Die Sommernacht hat's mir angetan,
Das ist ein schweigsames Reiten,
Die Sterne funkeln so fern und gross,
Sie spiegeln sich hell im Meeresschoss
Wie die Lieb' in der Tiefe der Zeiten.

Die Sommernacht hat's mir angetan,
Das ist ein schweigsames Reiten,
Die Nachtigall schlaegt aus dem Myrthengestraeuch.
Sie schlaegt so schmelzend, sie schlaegt so weich,
Als saeng' sie verklungene Leiden.

Die Sommernacht hat's mir angetan,
Das ist ein schweigsames Reiten,
Das Meer geht wild, das Meer geht hoch;
Was braucht's der verlorenen Traenen noch,
Die dem stillen Reiter entgleiten?

Joseph Viktor von Scheffel
______________________________________________________________________

Zwei Meilen Trab

Es saet der Huf, der Sattel knarrt,
Der Buegel jankt, es wippt mein Bart
In immer gleichen Trabe.

Auf stillen Wegen wiegt mich laengst
Mein alter Mecklenburger Hengst
Im Trab, im Trab, im Trabe.

Der sammetweichen Sommernacht
Violenduft und Bluetenpracht
Begleiten mich im Trabe.

Ein gruenes Blatt, ich nahm es mit,
Das meiner Stirn vorueberglitt,
Im Trabe, Trabe, Trabe.

Hut ab, ich nestle wohlgemut,
Hut auf, schon sitzt das Zweiglein gut,
Ich bleib im gleichen Trabe.

Ich pfeif' aus Flick und Flock ihm vor
Er prustet, er bewegt das Ohr,
Und sing' ihm eins im Trabe.

Ein Nixchen, das im nahen Bach,
Sich badet, plantscht und spritzt mir nach
Im Trabe, Trabe, Trabe. -

Und immer fort, der Fackel zu,
Dem Torfahrtlicht der ew'gen Ruh
Im Trabe, Trabe, Trabe.

Detlev von Liliencron

________________________________________________________________________

Und noch eins, nicht aus diesem Buch (das ist das mit dem
Scherenschnitt):


Der hat nicht gelebt
Der nicht in blauer Mondnacht mitten
Zwischen den rauschenden Feldern geritten,
Wenn der Weizen wie ein wellendes Meer
Draengte ueber die Raine her
Und die goldenen Gottesflut stand
Hoch, dass der Schaum ihrer Aehren bebt -
Nein, der hat nicht gelebt!

Baron Freiherr von Muenchhausen
________________________________________________________________________

in diesem Sinne naechtliche, wenn auch ganz und gar keine sommerlichen
Gruesse (es stuermt und schneit hier),

Anke

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