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"stutige" Stute

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Mona

unread,
Jan 28, 1998, 3:00:00 AM1/28/98
to

Hallo Leute,

ich habe mit meiner 5j. Stute ein kleines Problem. Sie ist ständig rossig
und läßt sich dementsprechend nicht reiten. Sie klemmt auf den Schenkel,
macht sich sobald man aussitzt im Rücken fest und legt beim vorbeireiten
an anderen Pferden immer die Ohren an. Ansonsten ist sie lieb und
brav..also total umgänglich, auch auf der Koppel mit anderen Pferden.
Wenn sie mal nicht rossig ist, ist sie dafür nervoes..und will immer
davonrennen. Das alles ging ja noch, aber seit ein paar Tagen fängt sie
nun das Steigen an. Sie läuft beim Leichttraben ca. 20 min. recht
anständig..dann sitzt man sie aus und schon ist´s vorbei. Sie wehrt sich
so sehr gegen den Zügel indem sie die Nase senkrecht nach oben streckt
und wenn man dann nicht mit der Hand nachgibt steigt sie sofort.
Kennt sich jemand von Euch mit sowas aus..oder hat mir irgendeinen Tip
was ich noch versuchen könnte die Stute reitbar zu bekommen ????????

Viele Grüße

Mona

Andreas Beermann

unread,
Jan 28, 1998, 3:00:00 AM1/28/98
to

Hallo, Mona

> ich habe mit meiner 5j. Stute ein kleines Problem. Sie ist ständig rossig
> und läßt sich dementsprechend nicht reiten. Sie klemmt auf den Schenkel,

Bist Du sicher, dass sie wirklich "staendig" _rossig_ ist? Kann es nicht auch
sein, dass sie einfach nur _stutig_ ist, also dickkoepfig und eigensinnig.
Waere sie wirklich rossig, dann muessten ja eigentlich alle Hengste und evtl.
auch einige Wallache in ihrer Naehe "spinnen".

> nun das Steigen an. Sie läuft beim Leichttraben ca. 20 min. recht
> anständig..dann sitzt man sie aus und schon ist´s vorbei. Sie wehrt sich

Das klingt eigentlich nach (massiven) Rueckenproblemen - passt der Sattel,
keine Druckstellen etc.? Oder plumst Du ihr beim Aussitzen womoeglich sogar
im Ruecken rum?
Wenn das alles nicht der Fall ist, liegt wohl ein Gehorsamkeits-Problem vor.
Sie akzeptiert Dich anscheinend nicht als eindeutig ranghoeher und macht mit
Dir, was sie will. Auch eine rossige Stute laesst sich direkt neben einem
Hengst reiten, wenn sie ihren Reiter akzeptiert und ihr klar ist, das sie,
solange sie geritten wird, nicht "spinnen" darf.

Andreas
--
Dipl. Ing. Andreas Beermann
SDR Stuttgart, Kommunikations- und Systemtechnik
Tel: +49 711 929-2188, Fax: +49 711 929-2192
E-Mail: beer...@sdr.de, SDR-Homepage: http://www.sdr.de

s.ko...@fz-juelich.de

unread,
Jan 28, 1998, 3:00:00 AM1/28/98
to

Hallo Mona

> ich habe mit meiner 5j. Stute ein kleines Problem. Sie ist ständig rossig
> und läßt sich dementsprechend nicht reiten. Sie klemmt auf den Schenkel,

> macht sich sobald man aussitzt im Rücken fest und legt beim vorbeireiten
> an anderen Pferden immer die Ohren an. Ansonsten ist sie lieb und
> brav..also total umgänglich, auch auf der Koppel mit anderen Pferden.
> Wenn sie mal nicht rossig ist, ist sie dafür nervoes..und will immer
> davonrennen. Das alles ging ja noch, aber seit ein paar Tagen fängt sie

> nun das Steigen an. Sie läuft beim Leichttraben ca. 20 min. recht
> anständig..dann sitzt man sie aus und schon ist´s vorbei. Sie wehrt sich

> so sehr gegen den Zügel indem sie die Nase senkrecht nach oben streckt
> und wenn man dann nicht mit der Hand nachgibt steigt sie sofort.
> Kennt sich jemand von Euch mit sowas aus..oder hat mir irgendeinen Tip
> was ich noch versuchen könnte die Stute reitbar zu bekommen ????????

Nach meiner Erfahrung steigen Pferde selten aus Boeswilligkeit. Vielmehr
wehren sie sich gegen etwas, dass ihnen Unbehagen oder sogar Schmerzen
verursacht. Daher wuerde ich bei Deiner Stute auf Rueckenprobleme
schliessen. D. h. erst einmal den Sattel kontrollieren.

Wie lange wird Deine Stute schon geritten? Junge und untrainierte Pferde
verfuegen nicht ueber die entsprechende Rueckenmuskulatur, einen Reiter
schmerzfrei ueber laengere Zeit zu tragen - und dabei womoeglich noch
rund zu gehen. Ist das der Fall, hilft es Deiner Stute schon, wenn sie
1-2x pro Woche ausgebunden (nicht gleich steinigen, Frank) longiert
wird. Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Hilfszuegel korrekt
verschnallt sind. Hast Du also selber keine Erfahrung damit, dann suche
Dir vorher Hilfe.

Schreib doch mal, wie Du Deine Stute reitest und arbeitest - welche
Reitweise, welche Anforderungen stellst Du, wie lange und wie oft wird
sie gearbeitet, wie faengst Du an und wie hoerst Du auf, etc.
Vielleicht hast Du Deine Stute ueberfordert und jetzt mag sie pardout
nicht mehr.

Gruss

Sonja

Mona

unread,
Jan 28, 1998, 3:00:00 AM1/28/98
to

Hallo Andreas und Sonja,

diese extreme Wiedersätzlichkeit meiner Stute ist genau wärend der Rosse
aufgetreten. Jetzt rosst sie gerade nicht mehr (ist aber erst ein paar
Tage her) und leider ist sie trotzdem noch so komisch. Vielleicht
Hormonbedingt ??!!
Tja mit dem Rückenproblem gebe ich euch recht, war auch mein erster
Gedanke, aber an der Longe läuft ist super locker. Dann dachte ich mir
ich probier mal aus an der Longe zu reiten und hab mich von einer
Freundin longieren lassen ausgebunden ohne Zügel. Sie hat kurz gespannt
und lief dann locker weiter. Aber als wir nach einer Weile die Longe
wegmachten und ich weiter freireiten wollte fing es wieder an. Zwar nicht
so schlimm, aber sie hat gleich wieder gespannt.
Zur Ausbildung: Ich habe sie dreijährig angeritten gekauft. Noch beim
Züchter ist ein kleiner Unfall passiert, den der Reiter fiel runter und
wurde im Bügel hinterhergezogen. Vielleicht hat sie das auch nicht
vergessen....
Ansonsten reite ich sie regelmässig ca. 1 Std. am Tag. Natürlich besteht
die Stunde fast nur aus leichtraben und lockereiten. Früher ist sie immer
weggerannt..das habe ich jetzt einigermassen im Griff. Sie hatte immer
Angst vor dem Schenkel und überhaupt vor dem Reiter. Heute würde ich
sagen ist beides gemischt. Sturheit und Angst.
Nun hat sie das Steigen entdeckt ! Gestern in meiner Reitstunde riß sie
nur noch den Kopf ganz weit nach oben und klemmte. Beim Versuch sie auf
dem Zirkel zu reiten stieg sie dann ein paar Mal weil sie jeglichen
Kontakt zum Zügel als eine Einladung zum Steigen auffaßt. Reite ich sie
mit langem Zügel rennt sie davon, daß ich gezwungen bin die Zügel wieder
aufzunehmen.
Was meint Ihr, was könnte ich noch versuchen damit sie entwas rittiger
wird ????

Gruß
Mona

Pierre Greiveldinger

unread,
Jan 28, 1998, 3:00:00 AM1/28/98
to Mona

> Aber als wir nach einer Weile die Longe
> wegmachten und ich weiter freireiten wollte fing es wieder an. Zwar nicht
> so schlimm, aber sie hat gleich wieder gespannt.
> Zur Ausbildung: Ich habe sie dreijährig angeritten gekauft. Noch beim
> Züchter ist ein kleiner Unfall passiert, den der Reiter fiel runter und
> wurde im Bügel hinterhergezogen. Vielleicht hat sie das auch nicht
> vergessen....
> Ansonsten reite ich sie regelmässig ca. 1 Std. am Tag. Natürlich besteht
> die Stunde fast nur aus leichtraben und lockereiten. Früher ist sie immer
> weggerannt..das habe ich jetzt einigermassen im Griff. Sie hatte immer
> Angst vor dem Schenkel und überhaupt vor dem Reiter. Heute würde ich
> sagen ist beides gemischt. Sturheit und Angst.
> Nun hat sie das Steigen entdeckt ! Gestern in meiner Reitstunde riß sie
> nur noch den Kopf ganz weit nach oben und klemmte. Beim Versuch sie auf
> dem Zirkel zu reiten stieg sie dann ein paar Mal weil sie jeglichen
> Kontakt zum Zügel als eine Einladung zum Steigen auffaßt. Reite ich sie
> mit langem Zügel rennt sie davon, daß ich gezwungen bin die Zügel wieder
> aufzunehmen.

Hm, meiner Meinung nach macht deine Stute ein Spielchen mit dir, sofern sie
keine Schmerzen hat (Zähne, Rücken, Satteldruck, ...). Ich hatte mal das
gleiche Problem mit meinem Pferd (und habe das Problem noch von Zeit zu Zeit
wenn es kalt ist und er mal spinnt) da er sehr charakterstark ist und erst
sehr spät kastriert wurde.

Ich würde versuchen sie auf jeden Fall vor dem Reiten anständig (aber ruhig)
in allen 3 Gangarten abzulongieren so dass sie sich aufwärmen und austoben
kann. Wenn du sie reitest und wenn du merkst dass sie steigen will, dreh ihr
den Kopf sofort zu einer Seite um ihr jeglichen Schwung zu nehmen und zwar so
fest und so schnell du kannst (auch wenn es brutal klingt und aussieht) denn
es ist eine Frage der Zeit bis du einmal mit ihr umkipst oder sie dir die
Zähne ausschlägt (ich habe auf diese Art 3 Zähne verloren). Versuch sie
nicht unbedingt gerade zu reiten sondern mehr Schulterherein, das lockert sie
auf, behält sie konzentriert und erschwert das Steigen. Wenn du es nicht
alleine schaffst, dann frag einen Bereiter der dir hilft, auch wenn es teuer
wird. Im Endeffekt ist dies meistens die Beste und ungefährlichste Lösung.

Viel Glück,

Pierre


Peter Severidt

unread,
Jan 28, 1998, 3:00:00 AM1/28/98
to

Hallo Mona,

Mona schrieb in Nachricht <34CF28...@accserv.de>...

>Ansonsten reite ich sie regelmässig ca. 1 Std. am Tag. Natürlich besteht
>die Stunde fast nur aus leichtraben und lockereiten. Früher ist sie immer
>weggerannt..das habe ich jetzt einigermassen im Griff. Sie hatte immer
>Angst vor dem Schenkel und überhaupt vor dem Reiter. Heute würde ich
>sagen ist beides gemischt. Sturheit und Angst.
>Nun hat sie das Steigen entdeckt ! Gestern in meiner Reitstunde riß sie
>nur noch den Kopf ganz weit nach oben und klemmte. Beim Versuch sie auf
>dem Zirkel zu reiten stieg sie dann ein paar Mal weil sie jeglichen
>Kontakt zum Zügel als eine Einladung zum Steigen auffaßt. Reite ich sie
>mit langem Zügel rennt sie davon, daß ich gezwungen bin die Zügel wieder
>aufzunehmen.

>Was meint Ihr, was könnte ich noch versuchen damit sie entwas rittiger
>wird ????
>
>Gruß
> Mona

wenn Dein Pferd wirklich keine Rueckenprobleme hat, hast Du zwei andere Probleme - Dein Pferd versteht nicht die Signale, die Du ihm mit den Zuegeln uebermitteln willst, und es akzeptiert Deine Schenkel nicht. Und wenn es das nicht im Schritt kann, wird es im Trab erst recht nichts. Um dem Pferd zu helfen, die Hilfen zu verstehen, wuerde ich nach dem Leichttraben - ohne hinterher zu versuchen, den Trab auszusitzen - folgende Uebung probieren. Vorweg sei noch gesagt, dass man die Uebung nicht ueber Gebuehr strapazieren sollte, denn Pferde mit schwach ausgepraegter Muskulatur neigen dann vielleicht dazu, hinterher Muskelkater zu bekommen und fuehren das naechste Mal die Uebung widerwilliger aus.
Reite im Schritt einen kleinen Zirkel und nehme sanften Kontakt mit Deinem inneren Zuegel zum Pferdemaul auf. Stelle den Kopf des Pferdes verstaerkt nach innen und druecke dabei mit Deinem inneren Schenkel die Huefte nach aussen. So kann Dir das Pferd nicht ueber die Schulter nach aussen weg. Bleibt das Pferd dabei ruhig, baue keinen Dauerzug mit dem inneren Zuegel auf, sondern lass immer wieder mal etwas nach, damit das Pferd lernen kann, wenn es den Kopf selbststaendig in dieser gebogenen Haltung laesst, passiert ihm nichts. Wehrt sich Dein Pferd allerdings gegen diese Uebung, versucht zu steigen oder ueber die Schulter auszubrechen, stelle es mit dem Kopf extrem nach innen (setzt natuerlich voraus, dass Du es vorher gut warmgeritten hat, damit es sich keine Zerrungen holt) und stelle die Huefte noch weiter nach aussen. Akzeptiert es Deinen Schenkel nicht, musst Du schon mal haerter kommen. Wenn es dann anfangen sollte schneller zu werden oder zu traben, lass es einfach. Durch den von Dir vorgegebenen sehr engen Zirkel wird es ganz allein wieder langsam, weil es sonst viel zu muehsam ist. Und wenn es wieder langsam ist, belohne Dein Pferd und entlass es in normaler Kopfhaltung wieder in den Zirkel und fang die Uebung von vorn an.

Und das machst Du ein paar Schritte auf dem Zirkel so, hinterher wieder normal Zirkel reiten, und evtl. wieder von vorn anfangen. Und natuerlich auf beiden Seiten, aber nicht abwechselnd.
Wichtig ist, das Du selber ruhig bleibst dabei. Bestimmt und konsequent das Pferd stellen - ja, dabei mit den Zuegeln reissen oder wie ein Wilder die Sporen reinhauen - nein.

Sinn der Uebung ist es, dass Dein Pferd lernt, die Zuegel anzunehmen (letztlich das Gebiss), ohne sich aufzuregen, und Deine Schenkel akzeptiert. Ausserdem wird es dabei gut gymnastiziert.

Spaeter hast Du dadurch dann die Moeglichkeit, die Geschwindigkeit im Trab runterzudrosseln. Wird es zu schnell, setze Dich zuerst etwas tiefer ein und nehme dann beide Zuegel sachte an. Versteht es diese Hilfen noch nicht, stelle den Kopf abwechselnd links und rechts. Das Pferd weiss durch die Uebung, was Du vom ihm willst und wird Dir den Kopf geben. Dadurch behindert es sich aber selber in der schnellen Vorwaertsbewegung - es wird also langsamer werden. Irgendwann wird es sich sagen, bevor ich in dieser unbequemen Haltung trabe, reagiere ich doch lieber auf die Annahme beider Zuegel, verbunden mit dem tieferen Sitz, und trabe gleich langsamer. Und wenn Du es konsequent uebst und Dein Pferd mitdenkt, kannst Du die Geschwindigkeit vielleicht mal nur aus dem Sitz lenken.

Gruesse Peter


Heinz Burkschat

unread,
Jan 28, 1998, 3:00:00 AM1/28/98
to

Hallo Mona
>
>> ich habe mit meiner 5j. Stute ein kleines Problem. Sie ist ständig rossig
>> und läßt sich dementsprechend nicht reiten.

Woher stammt dieses Vorurteil ( nicht boes sein, dass ich so provokant
frage, aber ich hoer es zu oft und kenne 100te von Beispielen, die das
Gegenteil beweisen)


>>Sie klemmt auf den Schenkel,
>> macht sich sobald man aussitzt im Rücken fest und legt beim vorbeireiten
>> an anderen Pferden immer die Ohren an. Ansonsten ist sie lieb und
>> brav..also total umgänglich, auch auf der Koppel mit anderen Pferden.

Wie haeufig kommt sie auf die Koppel ?

>> Wenn sie mal nicht rossig ist, ist sie dafür nervoes..und will immer
>> davonrennen. Das alles ging ja noch, aber seit ein paar Tagen fängt sie
>> nun das Steigen an. Sie läuft beim Leichttraben ca. 20 min. recht
>> anständig..dann sitzt man sie aus und schon ist´s vorbei.

Wann habt Ihr 2 das letzte mal nen schoenen gemuetlichen Spazierritt
gemacht??
Wann bist Du mit dem Pferd das letzte mal spazieren gewesen oder
hast ausser dem ablongieren mit ihr konzentriert Bodenarbeit gemacht?

>>Sie wehrt sich
>> so sehr gegen den Zügel indem sie die Nase senkrecht nach oben streckt
>> und wenn man dann nicht mit der Hand nachgibt steigt sie sofort.

Wieviel Gramm oder Kilo hast Du zum Zeitpunkt des Wehrens in jeder
Zuegelhand liegen ??

>> Kennt sich jemand von Euch mit sowas aus..oder hat mir irgendeinen Tip
>> was ich noch versuchen könnte die Stute reitbar zu bekommen ????????

Wieso bezeichnest Du sie jetzt als unreitbar, wo Du doch einige Zeilen
vorher gesagt hast, dass sie beim Leichttraben"ganz annehmbar"
laeuft...... bitte hab Verstaendnis fuer diese vielleicht provokant
klingenden Fragen.....ich versuch einfach die Eigenanalyse anzuregen.


>
>Nach meiner Erfahrung steigen Pferde selten aus Boeswilligkeit. Vielmehr
>wehren sie sich gegen etwas, dass ihnen Unbehagen oder sogar Schmerzen
>verursacht. Daher wuerde ich bei Deiner Stute auf Rueckenprobleme
>schliessen. D. h. erst einmal den Sattel kontrollieren.

Gute Idee...aber nicht nur den Sattel sondern die gesamte Ruecken- u.
Muskelpartien...Wenn das ein erfahrener Arzt oder gar Masseur macht
und dabei nix rauskommt (sprich alles i O. ist), wuerde ich
ueberlegen, ob ich dem Pferd n halbes jahr ruhe auf der Weide und in
der Herde goenne und dann noch mal mit dem kleinen 1x1 von vorn
anfang.


>
>Wie lange wird Deine Stute schon geritten? Junge und untrainierte Pferde
>verfuegen nicht ueber die entsprechende Rueckenmuskulatur, einen Reiter
>schmerzfrei ueber laengere Zeit zu tragen - und dabei womoeglich noch
>rund zu gehen. Ist das der Fall, hilft es Deiner Stute schon, wenn sie
>1-2x pro Woche ausgebunden (nicht gleich steinigen, Frank) longiert
>wird. Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Hilfszuegel korrekt
>verschnallt sind.


Ohne mich gleich zu Anfang hier unbeliebt machen zu wollen, stell ich
auch hier ne Frage:
Warum arbeitet man bei jungen Pferden mit Manipulationsmitteln wie
Hilfszuegel um Haltungsfehler zu korrigieren, waehrend man bei
Kindern gezielte Gymnastik einsetzt, anstatt sie jeden Tag stundenlang
mit nem Stock im Ruecken rumlaufen zu lassen ???

Dann es sein, dass man festgestellt hat, dass Gymnastik viel schneller
und effizienter zum Ziel fuehrt.......

>Hast Du also selber keine Erfahrung damit, dann suche
>Dir vorher Hilfe.

Volle und ganze Zustimmung

>
>Schreib doch mal, wie Du Deine Stute reitest und arbeitest - welche
>Reitweise, welche Anforderungen stellst Du, wie lange und wie oft wird
>sie gearbeitet, wie faengst Du an und wie hoerst Du auf, etc.

Die Fragen koennten von mir stammen ;-)

>Vielleicht hast Du Deine Stute ueberfordert und jetzt mag sie pardout
>nicht mehr.

Moeglich ist alles...aber fast nichts unmoeglich....
Und bitte diese Aussage nicht nur negativ sehen, sie gilt auch im
absolut positiven Sinn :-)
>
>Gruss
>
>Sonja
dito
Heinz

Fritz Steinbock

unread,
Jan 29, 1998, 3:00:00 AM1/29/98
to

Mona schrieb in Nachricht <34CEF4...@accserv.de>...
>Hallo Leute,


>
>ich habe mit meiner 5j. Stute ein kleines Problem. Sie ist ständig rossig

>und läßt sich dementsprechend nicht reiten. ...

Hallo Mona,

kommt mir irgendwie bekannt vor. Meine Stute kann auch besser spinnen als
mein Wallach. Ist wohl allgemein so, ohne daß sie "ständig rossig" sind.
Die Probleme beim Reiten, die Du beschreibst, haben meiner Ansicht nach
aber nichts mit "stutigem" Verhalten zu tun, sondern scheinen zu zeigen, daß
ihr dabei etwas weh tut, offensichtlich vor allem der Rücken. Ich sehe das
so,
daß sie beim Aussitzen das Reitergewicht nicht tragen kann, der Rücken wird
durch- und der Kopf nach oben gedrückt, d.h. sie hat wahrscheinlich
Probleme,
sich korrekt zu versammeln und die zum Tragen des Reitergewichts nötige
Spannung in der Wirbelsäule zu erreichen.
Wenn physisch alles in Ordnung ist (laß vielleicht von einem Kenner ihr
Gebäude
beurteilen oder sie ggf. vom Tierarzt untersuchen), liegt es am Training,
ihr das
beizubringen. Mit dem üblichen gymnastizierenden Reiten allein, das Du
sicher
praktiziert hast, war es offenbar nicht getan. Mein Tip wäre, es vom Boden
zu versuchen.
Laß sie frei und an der Longe auf Zirkeln laufen und treibe die Hinterhand
voran,
indem Du das innere Bein beim Abfußen antippst. Longiere sie auch mit
Schlaufzügeln
und laß sie mit Gogue frei laufen. Vom Reiten mit Schlaufzügeln würde ich
abraten.
Sehr hilfreich sind, wenn sie gut aufgewärmt und bei Laune ist, auch
Rückwärtsrichten,
Wendungen und Seitengänge an der Hand. Das Training sollte aber möglichst
kurz
und dafür häufiger sein.
Bodenarbeit ist auch sehr gut, wenn Du Dominanzprobleme haben solltest, die
bei
Stuten ebenfalls gerne auftreten. Vor dem Augenkontakt, der vom Boden aus
möglich ist, haben Pferde mehr Respekt als vor Gerten und Sporen. Ich habe
meine
aufsässige Stute am Boden soweit gebracht, daß sie ohne Berührung auf
Fingerzeichen
rückwärts weicht. Seither ist sie auch beim Reiten wesentlich kooperativer.

Ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen.

Gruss,
Fritz


Mona

unread,
Jan 29, 1998, 3:00:00 AM1/29/98
to

Hallo Leute,

vielen Dank für Eure Ratschläge.
Um die Sache mit dem Rückenproblem auszuschliessen werde ich morgen
einen Tierarzt zu Rate ziehen.
Ich denke das meine Stute einfach sehr Carakterstark ist und ich
warscheinlich nicht genug Durchsetztungsvermögen habe.
Mit der Sache Bereiter wird Pierre wahrscheinlich recht haben, daß wäre
-vorausgesetzt sie ist tierärzlich o.k.- das beste. Letztes Jahr hatte
ich sie mal 2 Monate in Beritt..dort ging sie eigentlich richtig gut.
Aber am Anfang hat sie mit dem Bereiter auch gemacht was sie wollte. Sie
ging mal so extrem gegen die Hand das sie im gestrecken Galopp losrannte
und genau seitlich in ein anderes Pferd reinrannte. In dem Moment bremste
sie aber nicht mal ein bischen ab. Der Bereiter meinte das sie zwar ein
Top Pferd sei (Sie sieht super aus, hat super Bewegungen und springt auch
super) aber sie wird immer ein Pferd bleiben das sie gegen den Reiter
anlegt. Er hatte sie auch 4 mal auf dem Turnier
dabei...Reitpferdeprf...aber das war auch nie was da sie auf dem Turnier
immer zickig und nervig war. Sie machte nur noch Taktfehler und hat auch
dementsprechende Noten bekommen.
Damals hab ich mir wirklich überlegt ob ich sie verkaufen soll. Was
bringt mir ein Pferd das toll aussieht, tolle Bewegungen hat aber sich
von schlecht reiten lässt. Na ja bis heute hab ich es nicht fertig
gebracht sie herzugeben. Ich dachte mir solange sie noch so jung ist wird
schon werden....
Vielleicht sollte ich es nochmal mit Beritt probieren, doch in unserem
Reitverein gibt es keine Möglichkeit und ich muss sie wegstellen. Teuer
wird der Spass dazu noch in unserer Gegend. Vielleicht weis jemand von
euch einen guten Bereiter in der Gegend von Stuttgart der nicht so
übermässig teuer ist ????????

Gruesse
Mona

Kordula Forell

unread,
Jan 29, 1998, 3:00:00 AM1/29/98
to

In article <6ankbn$80e$1...@news.belwue.de>, seve...@fh-heilbronn.de says...

Hallo Peter,

ich habe eine Frage zu Deiner Übung:

>Reite im Schritt einen kleinen Zirkel und nehme sanften Kontakt mit
>Deinem inneren Zuegel zum Pferdemaul auf. Stelle den Kopf des Pferdes
>verstaerkt nach innen und druecke dabei mit Deinem inneren Schenkel die

>Huefte ....(des Pferdes??).....


>nach aussen. So kann Dir das Pferd nicht ueber die Schulter nach
>aussen weg. Bleibt das Pferd dabei ruhig, baue keinen Dauerzug mit dem
>inneren Zuegel auf, sondern lass immer wieder mal etwas nach, damit das
>Pferd lernen kann, wenn es den Kopf selbststaendig in dieser gebogenen
>Haltung laesst, passiert ihm nichts.

Vielleicht einfach auf der Zirkellinie den inneren Schenkel weichen lassen?
Oder soll das Pferd nicht übertreten, ich denke das es das bei diesen Hilfen
macht.

Kordula

--
Bei Reply bitte "no.reply." in der E-Mail Adresse entfernen !!


Peter Severidt

unread,
Jan 29, 1998, 3:00:00 AM1/29/98
to

Hallo Kordula,

Kordula Forell schrieb in Nachricht <6apl36$6l4$1...@news.uni-paderborn.de>...


Wenn Du den Kopf eines Pferdes mit dem Innenzuegel staerker nach innen stellen willst, Dein Pferd aber noch nicht gelernt hat, den Zuegel anzunehmen und nachzugeben, wird es wahrscheinlich in erster Reaktion versuchen, dem Druck im Maul dadurch zu entweichen, indem es dagegen geht - es wird also ueber die aeussere Schulter ausbrechen. Wenn Du in dem Moment den inneren Schenkel weichen laesst, unterstuetzt Du den Ausbruchsversuch noch. Wuerdest Du dagegen Druck mit Deinem inneren Schenkel mittig vom Pferd aufbauen, verschiebst Du evtl. das ganze Pferd auf dem Zirkel nach aussen. Aber auch das ist nicht Sinn der Uebung. Also sollte der Reiter seinen inneren Schenkel sehr weit hinten ansetzen, um die Huefte des Pferdes nach aussen zu druecken. So wird das Pferd gezwungen, mit seiner Hinterhand einen groesseren Zirkel zu gehen als vorn und wird somit daran gehindert, ueber die aeussere Schulter auszubrechen. Im Extremfall uebertritt das Pferd hinten. Zu einem spaeteren Zeitpunkt wird es genuegen, das nur bei Annahme des inneren Zuegels das Pferd den Kopf in die gewuenschte Richtung stellt, ohne das man die Huefte nach aussen druecken muss. Aber auch dann wuerde ich das nicht unterlassen, einfach aus dem Grund, um zu sehen, ob mein Pferd meinem Schenkel weicht und ich die Huefte unter Kontrolle habe.

Gruesse Peter


s.ko...@fz-juelich.de

unread,
Jan 29, 1998, 3:00:00 AM1/29/98
to

Hallo Mona,

> Tja mit dem Rückenproblem gebe ich euch recht, war auch mein erster
> Gedanke, aber an der Longe läuft ist super locker. Dann dachte ich mir

Der Gedanke, dass mit dem Tierarzt abzuklaeren ist sehr gut. Dann kannst
Du Dir auch ganz sicher sein, dass nichts an der Wirbelsaeule etc. ist.
Empfehlenswert waere dann auch Roentgenbilder machen zu lassen.

> Ansonsten reite ich sie regelmässig ca. 1 Std. am Tag. Natürlich besteht
> die Stunde fast nur aus leichtraben und lockereiten. Früher ist sie immer

Biete Deiner Stute doch einmal etwas Abwechslung, d. h. Stangentreten,
Gelaende und Freispringen. Gerade junge Pferde haben nicht immer die
Ausdauer, jeden Tag auf dem Platz zu arbeiten. Das Gelaende ist
hervorragend fuer nervige Pferde geeignet, damit sie sich ein wenig
verausgaben und einmal richtig im Galopp strecken koennen. Ausserdem
bietet es Entspannung. Du solltest Dir jedoch einen erfahrenen Reiter
mit einem Gelaende-erfahrenen Pferd mitnehmen.
Meine Stute ist auch sehr nervig und hektisch und neigt auch schon mal
zum steigen - besonders wenn ich sie aergere. Sie mag keine neuen
Uebungen und wehrt sich immer erst einmal dagegen. Wenn ich merke, dass
sie sich zu sehr dabei verkrampft, mache ich etwas anderes, das sie
gerne macht. Sie faengt auch oft ohne Kommando an zu traben, sobald wir
den Platz betreten und noch bevor ich die Zuegel aufgenommen habe. Ist
doch auch verstaendlich, wenn sie den ganzen Tag in der Box stand. Ich
lasse sie dann und nehme ganz normal die Zuegel auf. Je hektischer und
aufgedrehter mein Pferd ist, desto gelassener muss ich sein.

> Was meint Ihr, was könnte ich noch versuchen damit sie entwas rittiger
> wird ????

Mal einen Gang zurueckschalten und Zeit lassen. Nur die einfachsten
Sachen verlangen und viel loben, damit sie endlich Vertrauen zum Reiter
bekommt.
Du schreibst auch in einem anderen Thread, dass sie Taktfehler hat. Das
kommt meistens von einer zu harten Hand und zu wenig treibende Hilfen.
Pferde werden von hinten nach vorne geritten. Lass die Zuegel doch mal
minimal anstehen (wenn ueberhaupt) und sie richtig vorwaerts traben, bis
sie von alleine genug hat. Immer wieder loben, wenn sie auch nur den
Hauch von Reaktion auf Deine Hilfen zeigt oder einfach nur brav trabt.
Versuch, sie nur uebers Gewicht zu lenken und dabei anfangs einen
grosszuegigen Spielraum mit einberechnen. Ruhig auch mal frueher
aufhoeren, wenn sie auch nur minimal besser geht. Und ignoriere ruhig
mal die Kleinigkeiten, die sie falsch und nicht ganz richtig macht.
Vielleicht versteht sie Dich nicht.
Und vergiss nie, ihr Abwechslung zu bieten. Lass sie doch mal mit
Halfter an der Longe ihr eigenes Tempo bestimmen.

Mit dem Zuegel kann man m. E. kein Pferd halten, wenn es nicht selber
will. Welches Gebiss benutzt Du? Empfehlenwert waere bei einem so
empflindlichen Maul eine dicke Wassertrense oder ein doppelt gebrochenes
Gebiss.

Gib nicht auf, so ein Pferd ist auch eine schoene Herausforderung und
eine gute Voraussetzung um viel zu lernen. Vor allen Dingen ist es ein
tolles Gefuehl, wenn Du irgendwann Dein schwieriges Pferd reiten kannst.

Gruss

Sonja

Petra

unread,
Jan 29, 1998, 3:00:00 AM1/29/98
to


>Mona schrieb in Nachricht <34CEF4...@accserv.de>...
>>Hallo Leute,
>>
>>ich habe mit meiner 5j. Stute ein kleines Problem.

So. Erst Mal vom Tierarzt eine ganz gruendliche Untersuchung machen lassen,
inklusive Hormone - um mal zu beweisen ob es vielleicht doch an der
dauer-rosse liegt, bzw ob diese ueberhhaupt vorliegt.

Falls da alles OK ist wuerde ich mir ganz ernsthaft ueberlegen ob der Stute
nicht vielleicht ein halbes Jahr Urlaub auf der weide nicht gut tun wuerde,
und in der Zwischenzeit wuerde ich ganz intensiv Unterricht nehmen ( statt
Stallmiete zahlen halt Reitstunden nehmen .... )

Dann mit der Stute zum beriter ( einem guten und einfuehlsamen ) und dort
zusammen noch mal von vorne anfangen.

Wenn's dann immer noch nicht hinhaut vielleicht zugeben dass ihr zwei
vielleicht doch nicht so toll zusammenpasst - und sich lieber trennen, bevor
Du und das Pferd voellig den Spass an der Sache verlieren.

Viel Glueck.

Petra

Mona Klock

unread,
Jan 29, 1998, 3:00:00 AM1/29/98
to

Mona (Mo...@accserv.de) wrote:

> ich habe mit meiner 5j. Stute ein kleines Problem. Sie ist staendig
> rossig und laesst sich dementsprechend nicht reiten. Sie klemmt auf den

Staendig? Aber auch rossige Stuten lassen sich i.d.R. ohne diese Probleme
reiten.

> Schenkel, macht sich sobald man aussitzt im Ruecken fest und legt beim


> vorbeireiten an anderen Pferden immer die Ohren an. Ansonsten ist sie

Hast Du es schonmal ohne Sattel versucht? Wenn ja, war ihr Verhalten
anders?

> immer davonrennen. Das alles ging ja noch, aber seit ein paar Tagen

> faengt sie nun das Steigen an. Sie laeuft beim Leichttraben ca. 20 min.
> recht anstaendig..dann sitzt man sie aus und schon ist's vorbei. Sie

Es klingt so, als wuerden die Probleme hauptsaechlich beim Aussitzen
auftreten, und ich vermute, hier ist auch irgendwo die Ursache zu suchen.
Was passiert, wenn Du ihr mehr Kreuz gibst und dabei die Hand lockerst?

> wehrt sich so sehr gegen den Zuegel indem sie die Nase senkrecht nach


> oben streckt und wenn man dann nicht mit der Hand nachgibt steigt sie

> sofort. Kennt sich jemand von Euch mit sowas aus..oder hat mir
> irgendeinen Tip was ich noch versuchen koennte die Stute reitbar zu
> bekommen ????????

Kommt mir irgendwie bekannt vor, ich habe lange Zeit eine Stute geritten,
die als zickig und ungestuem galt, aber eigentlich ein uebersensibles
Pferd war. Da es eine kraeftig gebaute Holsteinerin war, die auch noch
sehr grosse Bewegungen hatte und bei jedem Antraben schon schrie und
lospreschte, glaubte man leider oft, es waere ein Kraftakt, sie zu reiten.
Genau das Gegenteil war aber der Fall.

Bei einem Pferd, das viel steigt, beobachtet man oft, dass sich der Reiter
prophylaktisch bzw. unbeabsichtigt etwas vorneigt und somit die
Kreuzhilfen vermindert, waehrend er mit der Hand unnachgiebiger wird
(schon aus der Erwartung heraus), anstatt das Pferd von hinten an eine
weiche Hand heranzureiten. Was nicht selten wieder das Steigen zur Folge
hat...

So schwierig und paradox es in manchen Momenten erscheinen mag, wuerde ich
erstmal die Zuegel sehr weich lassen, mit nur etwas Anlehnung. Vielleicht
braucht sie sehr lange, bis Du sie entspannt an die Hand bekommst, reite
sie ruhig 30 Minuten im Leichttrab, dabei die Zuegel vorerst wieder etwas
laenger als gewohnt lassen (damit Du nicht in die Versuchung kommst, sie
zu fest aufzunehmen) aber mit einer flexiblen und nicht zu starken
Anlehnung. Reite sie aus der Hinterhand mit gleichmaessig konstant
treibendem Schenkel vorwaerts. Beginn dann, sie langsam und ruhig an die
Hand zu nehmen, wobei die Prioritaet weiterhin sein sollte, die Hinterhand
untertreten zu lassen und sie weniger vorne zurueckzuhalten. Wichtig ist
dabei, dass sie fleissig vorwaerts geht, auch wenn ihr kurze Pausen macht,
in denen Du ihr die Zuegel auch mal so hingibst, dass sie sich richtig
strecken kann. Achte dabei darauf, ob sie sich verspannt, wenn Du ihr mehr
Kreuz gibst, und nimm sie langsam wieder auf (aber wieder darauf achten,
dass die Hand zwar da ist, aber weich bleibt). Wenn Du sie geduldig aus
der Hinterhand an eine weiche Hand geritten hast, muesste sie flott, aber
deutlich entspannter marschieren. Wenn Ihr einige solcher Stunden hinter
Euch habt, kannst Du vielleicht feststellen, ob sie wieder hochgeht, wenn
Du Kreuz und Gewicht verminderst; die Hand wuerde ich aber nicht
verstaerken, um einen evtl. beginnenden Erfolg nicht zu gefaehrden.

Ob mein Rat jetzt passend fuer Euer Problem ist, kann ich von hier aus
natuerlich schlecht beurteilen, ich ziehe halt in Gedanken Parallelen,
aber auf jeden Fall schaden solche Arbeitsstunden nicht.

Hilfreich ist es uebrigens auch oft, das eigene "Problem"-Pferd von jemand
anderem reiten zu lassen und dabei vom Boden aus zu beobachten, wie es
sich verhaelt und wann es sich besonders stark verspannt.

Alles Gute,

[noch 'ne :-)]

Mona

andy

unread,
Jan 30, 1998, 3:00:00 AM1/30/98
to

Könnte am Sattel liegen oder an den Kreuzhilfen. Ich hab eine Trakistute im
Beritt, die hat fast das gleiche gemacht, allerdings erst, nachdem ein
Hengst seiner Besitzerin den Strick aus der Hand gerissen hat und die Stute
bestiegen hat. Der Sattel des Besitzers war mir und auch anderen Reitern zu
weit bzw. zu flach, man kommte nicht richtig mit dem Kreuz rankommen.
Nachdem ich meinen eigenen Sattel drauf hatte, konnte ich wesentlich besser
mit dem Kreuz einwirken.
Sie schlug auch bei der leichtesten Handeinwirkung mit dem Kopf nach oben,
aber das hab ich mit weit geschnallten Dreieckszügeln in den Griff
bekommen.
Ich habe sie auch lange und ausgiebig im leichten Sitz galoppieren lassen,
aber das sollte man besser auf einer Galoppbahn machen. Prinzipiell geht
das auch in der Halle, aber das würde ich nur machen, wenn der Boden auch
absolut zuverlässig ist. DiePferde, die Angst haben, werden spätestens nach
5 Minuten Galopp ruhiger. Wenn die Stute von der Mona seitwärts geht, wird
sie sich vermutlich beim Schulterherrein im Trab etwas beruhigen. Was sich
auch sehr bewährt hat, ist das Arbeiten in kurzen Phasen, so ca. 10-15 Min,
danach Zügel aus der Hand kauen lassen. Das geht in der hier in Deutschland
praktizierten Art von Reitunterricht mehr schlecht als recht. Die Idee
besteht darin, daß Pferde sich im ungünstigsten Fall nur 10-15 Min lang
konzentrieren können, und deshalb sollte bei vermuteten
Konzentrationsschwächen die Arbeit mit kleinen Pausen unterbrochen werden.
Außerdem ist diese Strategie bei heißen Sommern (à la 96+97) ein Segen für
den Kreislauf, zumindestens bei 32 Grad im Schatten.
Eventuell ist Monas Stute mit einer kleinen Futteränderung zu helfen,
jedenfalls ist die Trakistute voll durchgedreht, nachdem sie 1/2 Hafer
gekriegt hat. Danach war sie 3 Tage praktisch nicht reitbar und eventuell
gibts es da auch einen Zusammenhang bei Monas Stute.
Die Veränderung des Pferdes kann gerade in diesem Falle (Unfall beim
Anreiten) sehr lange dauern.


Mona

unread,
Jan 30, 1998, 3:00:00 AM1/30/98
to

Hallole,

das Reiten mit eingeschnallten Dreieckszügels ist mir zu gefährlich da
die Stute ja steigt. Das wäre richtig einladend für sie erst recht
dagegen zu gehen. Nein von Prinzip her müsste ich dann Schlaufis
reinmachen(die kann ich wenigstens loslassen wenn sie seigt) aber erstens
glaub ich nicht das dies was bring und zweitens ist mir das Pferd dafür
doch etwas zu jung. Sie hat ja auch absolut kein Problem an der Zügel zu
gehen. Ich werds jetzt mal mit einem normalen Matingal versuchen,
zumindest so lange wie sie mit dem Kopf so extrem schlägt.
Das Abgaloppieren ist eine gute Sache..da krieg ich sie auch etwas
ruhiger und natürlich in den Seitengängen im Trab. Wenn ich allerdings
wieder geradeaus trabe habe ich das gleiche Problem wieder.
Weis niemand von euch einen guten Ausbildungstall im Raum S/HN/BB ????

Gruss
Mona

CATHERINE ALEXANDRA PAFORT

unread,
Jan 31, 1998, 3:00:00 AM1/31/98
to

>diese extreme Wiedersätzlichkeit meiner Stute ist genau wärend der Rosse
>aufgetreten. Jetzt rosst sie gerade nicht mehr (ist aber erst ein paar
>Tage her) und leider ist sie trotzdem noch so komisch. Vielleicht
>Hormonbedingt ??!!

Tja, ich persoehnlich halte 'stutige' Stuten fuer eine Legende - ich hab'
naemlich noch keine kennengelernt. Viele sind etwas komisch (kitzlieger als
sonst, abgelenkter - oder seeeehr viel menschenbezogener) - aber das wars auch.
Ich hab allerdings jede Menge junger Pferde kennengelernt, die durch ein
'Halbstarkenalter' gingen - aber das waren genauso die Wallache...

>Tja mit dem Rückenproblem gebe ich euch recht, war auch mein erster
>Gedanke, aber an der Longe läuft ist super locker. Dann dachte ich mir

>ich probier mal aus an der Longe zu reiten und hab mich von einer
>Freundin longieren lassen ausgebunden ohne Zügel. Sie hat kurz gespannt

>und lief dann locker weiter. Aber als wir nach einer Weile die Longe

>wegmachten und ich weiter freireiten wollte fing es wieder an.

Also nicht nur ein Ruecken, sondern auch ein Reiterproblem. Was sagt Dein
Reitlehrer zu Deiner Hand?


>Zur Ausbildung: Ich habe sie dreijährig angeritten gekauft. Noch beim
>Züchter ist ein kleiner Unfall passiert, den der Reiter fiel runter und
>wurde im Bügel hinterhergezogen. Vielleicht hat sie das auch nicht
>vergessen....

So unangenehm das ist - viele Pferde 'verlieren' beim Anreiten einen Reiter
oder mehrere. Ich fuehle mit dem Reiter - aber ich wuerde etwaige Reaktionen
eher auf den ganzen Anreitprozess (wie einfuehlsam und sicher WAR ihr Reiter?)
als auf ein Ereignis schieben.

>Ansonsten reite ich sie regelmässig ca. 1 Std. am Tag. Natürlich besteht
>die Stunde fast nur aus leichtraben und lockereiten. Früher ist sie immer

>weggerannt..das habe ich jetzt einigermassen im Griff. Sie hatte immer
>Angst vor dem Schenkel und überhaupt vor dem Reiter.

Also ein junges, reichlich verwirrtes Pferd, das dazu so gut wie keine
Ausbildung erhalten hat. Du hast bereits grosse Fortschritte gemacht - DAS ist
die Basis auf der Du arbeiten solltest. Konzentriere Dich nicht auf die
Probleme - die waren ja wohl mit vorprgrammiert.

>Heute würde ich sagen ist beides gemischt. Sturheit und Angst.

Meiner Erfahrung nach wehren sich die wenigsten Pferde grundlos. (Menschliche
Projektionen wie 'Sturheit' sind aus Sicht des Pferdes kein Grund). Sie wehrt
sich nicht 'um ihren Kopf durchzusetzen' - sie wehrt sich, weil SIE keinen
anderen Ausweg sieht. Es ist an DIR, ihr das Reiten so angenehm wie moeglich zu
machen - und wenn das weiterhin heisst, das ihr im Schritt und Leichttraben
durch den Wald streigt (natuerlich nachdem Du alle physischen Probleme
ausgeschlossen hast), dann muss DAS fuer das naechste Jahr auf der Tagesordnung
stehen. Viele junge Pferde sind mental ueberfordert, wenn man sie 'arbeiten'
will.


>Nun hat sie das Steigen entdeckt ! Gestern in meiner Reitstunde riß sie
>nur noch den Kopf ganz weit nach oben und klemmte. Beim Versuch sie auf
>dem Zirkel zu reiten stieg sie dann ein paar Mal weil sie jeglichen
>Kontakt zum Zügel als eine Einladung zum Steigen auffaßt. Reite ich sie
>mit langem Zügel rennt sie davon, daß ich gezwungen bin die Zügel wieder
>aufzunehmen.

Armes Pferd! Steigen ist eine Defensive - sie fuehlt sich so eingezwaengt, dass
ihr nur noch der Weg nach oben bleibt. Ich weiss nicht, wie alt sie ist, aber
hast Du mal ueberlegt, dass sie wahrscheinlich im Zahnwechsel ist?
Du zeichnest das Bild eines verwirrten Jungpferdes, das kein Vertrauen in den
Reiter hat - und es ist an DIR, dieses Vertrauen aufzubauen.


>Was meint Ihr, was könnte ich noch versuchen damit sie entwas rittiger
>wird ????

Reitstunden?
Und zwar mit jemandem, der viel Gedult mit einem jungen Pferd hat. Ein
Reitlehrer, der Dir jedweden Hilfszuegel empfiehlt, ohne zu versuchen, das
Problem anders zu loesen, oder jemand, der ihr Verhalten als 'stutentypisch'
abtut, ist in dieser Situation wohl die falsche Anlaufadresse. In einer
Hinsicht IST das Verhalten Stutenspezifisch - die meisten sind weniger geneigt,
Unbequemlichkeiten hinzunehmen als Wallache. Ich sehe das allerdings eher als
positive Eigenschaft.

Catja


Frank Mechelhoff

unread,
Feb 2, 1998, 3:00:00 AM2/2/98
to

CATHERINE ALEXANDRA PAFORT wrote:

> Tja, ich persoehnlich halte 'stutige' Stuten fuer eine Legende - ich hab'
> naemlich noch keine kennengelernt.

ich auch nicht. Mein 1. und 2. Reitpferd sind beides Stuten. Ich bin dutzende
weitere geritten, auch Wallache oder Hengste. Aber je länger ich reite, desto mehr
werde ich zum Stutenreiter.

> Viele sind etwas komisch (kitzlieger als
> sonst, abgelenkter - oder seeeehr viel menschenbezogener) - aber das wars auch.

richtig.

> Armes Pferd! Steigen ist eine Defensive - sie fuehlt sich so eingezwaengt, dass
> ihr nur noch der Weg nach oben bleibt.

richtig (auch schon erlebt).

> In einer
> Hinsicht IST das Verhalten Stutenspezifisch - die meisten sind weniger geneigt,
> Unbequemlichkeiten hinzunehmen als Wallache. Ich sehe das allerdings eher als
> positive Eigenschaft.

Stimme voll und ganz zu. Sie lassen sich weit weniger gefallen (und zu Recht!). Und
damit fangen sie sich den Ruf ein, "schwierig" zu sein. An ihnen scheiden sich die
Geister. Wer blinden Gehorsam sucht ist bei ihnen fehl am Platze. Und
möglicherweise haben Frauen (oder zumindest ein bestimmter Typ...) noch mehr
Probleme mit ihnen als Männer. Nicht jedem ist es gegeben, mit Pferden umgehen zu
können die einen eigenständigen Charakter haben. Aber wenn man sie gut behandelt,
danken gerade die sensiblen und feinfühligen unter ihnen das dem Reiter mit weit
grösserem Einsatz und Leistungsbereitschaft, und geben es einem zurück. Zehnfach.

Herausforderungen wie diese sind es, die das Reiten über den Rang einer blossen
Freizeitbeschäftigung und sinnloser Abrichtung zu einer kreativen Philospohie und
Lebensweise erheben.

Gruss
Frank

> Catja


Bernd Rauber

unread,
Feb 4, 1998, 3:00:00 AM2/4/98
to Mona

Hallo Mona!

Mona schrieb:

> Das alles ging ja noch, aber seit ein paar Tagen fängt sienun das
> Steigen an. Sie läuft beim Leichttraben ca. 20 min.
> rechtanständig..dann sitzt man sie aus und schon ist´s vorbei. Sie
> wehrt sich so sehr gegen den Zügel indem sie die Nase senkrecht nach


> oben streckt und wenn man dann nicht mit der Hand nachgibt steigt sie
> sofort.

Ich hatte die gleichen Probleme mit einer 6 jährigen Stute. Sie war auch
immer nervös, und schlug mit dem Kopf sobald man versuchte sie an die
Hilfen zu stellen und auszusitzen Ich habe das Problem in den Griff
bekommen. und zwar stellte ich fest, daß sie bei Druck auf den Rücken
nach unten auswich, sprich sie hatte starke Verspannungen. Wir nahmen
dann eine dickere Satteldecke und das Problem der Nervosität und des
Steigens war be- hoben. Doch das Problem mit dem Kopfschlagen blieb.
Also machte ich folgendes.Ich ließ ihr unter der Trense das Halfter an,
und befestigte daran einige Zeit einen Stoß- zügel. Bei jedem erneuten
Ritt ließ ich diesen Stoßzügel etwas länger werden, so hatte sie zwar
Druck auf die Nase, aber nicht aufs Maul, was sehr wichtig war, da sie
sehr sensibel im Maul war. Nun langer Rede kurzer Sinn, das Problem ist
gelöst und sie geht jetzt ohne jeglichen Hilfsmittel. Ich reite sie
völlig blank. Probier's einfach mal aus. Vielleicht liegt auch bei dir
das Problem im Maul und Rücken.

Viele Grüße Sandra


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