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Welcher Paddock-Untergrund?

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Stephan Jaeger

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Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
Hallo...

Im Frühjahr wollen wir unseren Paddockboden grundhaft erneuern. Eine
leicht abfallende Fläche, zur Zeit einfacher Erdboden. War ehemals
Wiese/Weidefläche. Bedingt durch die derzeitige Witterung ist der Boden
total schlammig, an vielen Stellen haben sich Pfützen gebildet.

Offenstall und Paddock werden von vier bis fünf Pferden bewohnt.

So würden wir verfahren: Abtragen der Erdschicht auf 30 bis 40cm. Neu
verfüllen mit einer Kies-/Schotterschicht, evtl. Verlegung von
Drainagerohren, obenauf eine Holz-/Torfschicht.

Wer kann uns dazu noch einige Tips geben? Gibt es bessere Möglichkeiten?

Viele Grüße
Stephan
Lighthou...@s-direktnet.de

Gudrun und Ralf Peter Schikowski

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Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Stephan Jaeger schrieb:

Hallo Stephan,

mein Bruder hat neulich vor Weihnachten zu dem Thema "Reitplatzbelag" eine
Antwort an Anke geschickt. Da Du über ähnlichen Belag (Kies und Holz)
nachdenkst, setz ich die Mail hier mal drunter. Vielleicht hilft es Dir -
auch beim Paddock - weiter.

Gruß
Gudrun

Hier ist die Mail:

Hallo Anke
Ich habe zwar selbst keinen Reitplatz, und leider immer noch kein Pferd,
habe jedoch
meinen Zivieldienst vor 5 Jahren in der Reittherapie gemacht, und dort als
Pferdepfleger,
Hausmeister und "Platzwart" einige Erfahrungen gesammelt.

Wir hatten dort folgenden Aufbau der Belaege auf dem Paddog wie auf dem
Reitplatz:
Unten eine Schicht grober Bruchschotter, dann ein Trennfliess (sonst kommen
die Steine
hoch!! wenn Du bei deinem Boden aber keine Drainage und somit keinen
Schotter brauchst ist
ersteres beides unnoetig.)
Dann eine Schicht Sand, 10 - 15 cm hoch, und dann ca ebensoviel grobe
Hackschnitzel (da
waren auch oft gut 2-3 Handteller grosse Stuecke bei, so dass man schon
Angst um die
Pferdebeine bekommt, aber das zertritt sich)

Zu erst war der Platz ziemlich tief (ca 1/2 Jahr) und musste regelmaessig
(erst 2x
woechentlich) mit Pferd und einer "Reifenschleppe" (selbstgebaute Egge aus
alten
Autoreifen) abgezogen werden. Wir konnten aber trotzdem sogar regelmaessig
Springreiten
machen. Danach sah der Platz dann allerdings aus wie ein frischgepfluegter
Acker, und
bedurfte einige Bemuehung meinerseits und des Zugpferdes, ihn wieder
"terapiefaehig"-eben
zu bekommen.
Nach etwas Setzungszeit geht der Pflegeaufwand sehr stark zurueck (je nach
Benutzung, und
wie schnell man durch die Ecken galoppiert) und beschraenkt sich
hauptsaechlich darauf,
die "Berge" aus den Ecken wieder in den Hufschlag zu schmeissen. Der Platz
ist dann
dauerhaft elastisch,auch im stärksten Gewitter trocken genugund reitbar,
recht griffig,
staubt auch im Sommer kaum (notfalls mal kurz ueberspraengen), neigt
allerdings im Winter
bei starkem Frost zum gefrieren. Da muss man rechtzeitig die Loecher
einebnen, bevor sie
festfrieren.

Nach nun 5 Jahren merkt man eigentlich keinen Verschleiss. Der 3 Jahre
aeltere Paddog, der
die ersten 3 Jahre mangels eigenem Platz zusaetzlich auch als Reitplatz
benutzt wurde,
musste in einem Stueck vor dem Unterstand allerdings schon den Oberbelag
ausgetauscht
bekommen, weil er verschlammte. Das geht aber recht leicht, denn zwischen
Trennfliess und
auszutauschendem Belag ist in der Regel noch eine Schicht Sand. So laesst
sich der Belag
leicht ohne Beschaedigung - bei Bedarf auch grossflaechig mit Maschinen -
entfernen.
Man rechnet fuer einen Platz mit ca. 15 Jahren Haltbarkeit.

Insgesamt finde ich diese Art von Belag von allen, die ich bisher
kennengelernt habe am
besten. Sicherlich hat man irgendwann nur noch Humus. Aber jeder Belag
verschleisst
irgendwann. Und dann ist dieser Humus wenigstens gut zu entsorgen (aufs
naechste Feld),
und leicht zu entfernen. Ausserdem ist es ein relativ billiger Belag.

So, ich hoffe, ich konnte Dir mit diesen Ausfuehrungen etwas weiterhelfen.
Du kannst mir
ja gelegentlich mitteilen, wie es weitergeht, mit deinem Platz.

Schoene Weihnachten, und ein gutes neues Jahr.
Ciao
Wolf-Dieter ///
(o o)
>----------------------o00--( )--00o---<
| Wolf-Dieter Otto |
| Kaiser-Friedrichstr.135, T1, Zi. 733 |
| 14469 Potsdam |
| PHONE: 0331-50016100 |
| http://www.o...@rz.uni-potsdam.de |
>--------------------------------------<

Anke Spix

unread,
Jan 30, 1999, 3:00:00 AM1/30/99
to
Stephan Jaeger <Lighthou...@s-direktnet.de> wrote:

> Hallo...
>
> Im Frühjahr wollen wir unseren Paddockboden grundhaft erneuern. Eine
> leicht abfallende Fläche, zur Zeit einfacher Erdboden. War ehemals
> Wiese/Weidefläche. Bedingt durch die derzeitige Witterung ist der Boden
> total schlammig, an vielen Stellen haben sich Pfützen gebildet.
>
> Offenstall und Paddock werden von vier bis fünf Pferden bewohnt.
>
> So würden wir verfahren: Abtragen der Erdschicht auf 30 bis 40cm. Neu
> verfüllen mit einer Kies-/Schotterschicht, evtl. Verlegung von
> Drainagerohren, obenauf eine Holz-/Torfschicht.
>
> Wer kann uns dazu noch einige Tips geben? Gibt es bessere Möglichkeiten?
>

Hallo, Stephan!

Für Paddock sind Hackschnitzel als Belag nur geeignet, wenn man einen
*sehr gut* durchlässigen und drainierten Boden hat. Nach allem, was ich
bei meiner "Reitplatznachfrage" gehört habe, mußten die Schnitzel sonst
nach mehr oder weniger langer Zeit komplett ausgetauscht werden. Ich
kann gar kein organisches Material als Belag für den ja meist stark
beanspruchten Paddockboden empfehlen.
Wenn du in der Nähe der Eifel wohnen solltest, wäre folgendes eine
Alternative, die gut funktioniert: Drainage wie beschrieben oder mit
grober Lava, Belag mit Lavasand. Der hat den Vorteil, sich innerhalb
etwa eines halben Jahres so zu verdichten, daß er eine nahezu glatte
Oberfläche ergibt, die aber griffiger und sehnenschonender ist als
Pflaster o.ä. (und natürlich wasserdurchlässig ist)
In Reken verwenden sie als Tretschicht Grobalit, was ein Nebenprodukt
von Hochofenschlacke (?) ist. Es ist ähnlich gut geeignet von den
Bodeneigenschaften her, hat aber als einzelnes Körnchen nadelförmige
Struktur und setzt sich gern in die weiße Linie, deshalb ist es für
unbeschlagene Pferde ungünstig.
(Rhein)Sand als Tretschicht ist ungünstig, da vergraben sich die
Pferdeäpfel so leicht drin, und man kann Äpfel und Sand nicht mehr
trennen.
Auch gehört hatte ich sonst noch von ganz feinem Kies als Tretschicht
(muß wohl eine Körnung von 2-5 mm gehabt haben, oder, Kirstin?), was
auch gut funktionieren soll, nicht staubt und wo sich eventuell
verbuddelte Äpfel auswaschen.
Alle anderen "Recyclingprodukte" würde ich vermeiden
(Autoreifenschnitzel, Kabelummantelungen, Textilfetzen etc.), weil man
es zum einen später bestimmt sehr teuer entsorgen muß und zum anderen
alle diese Produkte gesundheitliche Nachteile in sich bergen, wenn die
Pferde aus Langeweile etwas davon aufnehmen.

Na, aber es sind ja schon mal ein paar Alternativen genannt, vielleicht
fällt dir ja auch dazu eine "lokale Alternative" ein.

Tschüß,

Anke

rz.uni-potsdam.de

unread,
Feb 4, 1999, 3:00:00 AM2/4/99
to
Stephan Jaeger wrote:
>
> Hallo...
>
> Im Frühjahr wollen wir unseren Paddockboden grundhaft erneuern.
>
> So würden wir verfahren: Abtragen der Erdschicht auf 30 bis 40cm. Neu
> verfüllen mit einer Kies-/Schotterschicht, evtl. Verlegung von
> Drainagerohren, obenauf eine Holz-/Torfschicht.
>

Ich würde doch dringend bitten auf Torf zu verzichten!!!
Dieses Material ist wirklich ueberholt. Torf gehoert ins Moor, und sonst
nirgenswohin! Die bei der Torfgewinnung grossraumig zerstoerten Moore
brauchen Jahrtausende um sich wieder neu zu bilden. Heutzutage ist eine
grossflaechige Regeneration fast ganz unmoeglich. Also schont unsere -
und auslaendische Moore. Sie sind ein einmaliger, wertvoller Lebensraum.

Ich binn nachwivor von dem Aufbau Bruchschotter mit Drainagerohren,
Trennfliess (so man nicht in der Eifel wohnt und wie Anke Lavaschlacke
zur verfuegung hat) und als Tretschicht Sand und grobe Hackschnitzel
ueberzeugt. Das hat sich auch fuer Paddocks bewaehrt, ist guenstig und
wenn man gelegentlich apaeppelt haellt es recht lange.
(siehe von meiner Schwester (Gudrun) weitergeleitete Mail)

Gruss

Matthias Schürhoff

unread,
Feb 5, 1999, 3:00:00 AM2/5/99
to
Hallo,

@rz.uni-potsdam.de schrieb:
>
> [...]


> Ich binn nachwivor von dem Aufbau Bruchschotter mit Drainagerohren,
> Trennfliess (so man nicht in der Eifel wohnt und wie Anke Lavaschlacke
> zur verfuegung hat) und als Tretschicht Sand und grobe Hackschnitzel
> ueberzeugt.

wo ist das Trennvlies am Sinnvollsten aufgehoben -als Unterstes zum
Abtrennen gegen das Erdreich (wird im Straßenbau so gemacht) oder
zwischen Schotterschicht und Tretschicht? Ich kenne auch noch die
Variante, daß zwischen (grober, "drainagierender") Schotterschicht und
der Tretschicht noch eine Schicht mit feinerem Schotter mit Sandanteil
kommt. Wie sind denn da so Eure Erfahrungen? Nach der jetzt schon ein
dreiviertel Jahr dauernden Regenzeit muß auch in unserem Auslauf was
passieren:-(

Viele Grüße

Matthias

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Matthias Schürhoff
FACTUM Projektentwicklung und Management GmbH, Dortmund
Email: matt...@factum-gmbh.de
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"Du musst 13 Muskeln bewegen, um die Stirn zu runzeln, aber nur zwei, um
zu laecheln. Warum also sich unnoetig anstrengen?"
- Unbekannt

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