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Wallache und Stuten in gemischter Herde?

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Knut Krüger

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Jan 9, 1999, 3:00:00 AM1/9/99
to
Wer hat Erfahrung in der Haltung von Wallachen und Stuten in einer
gemischten Herde, wobei die pferde im Winter tagsüber und im Sommer
nachts auf die Weide kommen. Den Rest der Zeit und wenn sie geritten
werden stehen sie in Boxen. Dies ist sicherlich auch ein Problem, da der
Herdenverband nicht immer gleich ist, vor allem wenn ein oder mehrere
Tiere zum Reiten herausgeholt werden und in der Rangfolge ein oder
mehrere Löcher entstehen.

Bitte macht hier keine Disussion über die Vorteile von Offenställen
daraus.
Zur Zeit stehen fast alle Pferde in Boxen und haben sehr wenig Weide.
Die Frage ist nur ob die neuen großen Weideflächen zerstückelt werden
müssen (Winter-Wallache, Winter-Stuten, Sommer-Wallache und
Sommer-Stuten) oder ob man mit zwei großen Weiden auskommen könnte
(Winter und Sommer).

Grüße Knut


Katje Binder

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Jan 9, 1999, 3:00:00 AM1/9/99
to
Am Sat, 09 Jan 1999 00:27:52 +0100 schreib einE gewisseR
Knu...@t-online.de (Knut Krüger) :

>Wer hat Erfahrung in der Haltung von Wallachen und Stuten in einer
>gemischten Herde, wobei die pferde im Winter tagsüber und im Sommer
>nachts auf die Weide kommen.

Hallihallo,

in unserer Stallgemsinschaft laeuft es so: Im Winter steht ein Teil
der Pferde (2 Stuten, 4 Wallache) auf einem anderen Hof, auf dem sie
nachts aufgestallt werden. Der Rest (2 Stuten, 6 Wallache) ist in
einem Offenstall untergebracht; zwei der Wallache leben in einem
seperaten Offenstall und kommen halbtags mit den anderen zusammen.
Im Sommer stehen alle diese Pferde auf einer grossen Weide.
Das ist die Lage.
Wir haben keine Probleme damit, unsere Pferde aus der Herde zu nehmen,
denn die Loecher in der Rangordnung machen nichts aus. Wenn die Pferde
im Mai zusammenkommen, haben die meisten sich auf dem 1.-Mai-Ritt ein
bisschen ausgetobt - nach ein paar Stunden Herumeierei auf der Weide
ist im Allgemeinen alles geklaert.
Es ist auf alle Faelle gut und artgerecht, wenn die Stuten mit den
Wallachen zusammenstehen. Wenn die Pferde sich schon kennen, ist das
sicherlich weniger aufwendig, sie zusammenzubringen, als wenn dies
nicht der Fall ist. Trotzdem sollte es versucht werden.
Kennen Eure Pferde sich? Wie ist die Lage im Augenblick?

So long,

Katje + Apollo, das Weltwunder: Der Nachfahre eines Mulis!!


--
Sorry, did I say something wrong?
Pardon me for breathing, which I never do anyway,
so I don't know why I bother to say it.

Marvin


Petra Ruttiger

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Jan 9, 1999, 3:00:00 AM1/9/99
to

Katje Binder wrote

>Es ist auf alle Faelle gut und artgerecht, wenn die Stuten mit den
>Wallachen zusammenstehen.

Ich habe viel bessere Erfahrungen mit getrennten Herden - und
"artgeecht" ist die gemischte Herde auch nicht - erstens gibt es von Natur
aus keine Wallache und zweitens sind "in der Natur" in einer Herde auch nur
Stuten plus EIN Hengst - oder eine Junggesellentruppe mit nur maennlichen
Pferden.

Komischerweise (oder auch nicht) werden die meisten Probleme in
einer gemischten Herde von den Stuten, nicht den Wallachen ausgeloest.

Schoene Gruesse,

Petra


maxim...@my-dejanews.com

unread,
Jan 9, 1999, 3:00:00 AM1/9/99
to
In article <36969478...@t-online.de>,

Knu...@t-online.de (Knut Krüger) wrote:
> Wer hat Erfahrung in der Haltung von Wallachen und Stuten in einer
> gemischten Herde, wobei die pferde im Winter tagsüber und im Sommer
> nachts auf die Weide kommen. Den Rest der Zeit und wenn sie geritten
> werden stehen sie in Boxen. Dies ist sicherlich auch ein Problem, da der
> Herdenverband nicht immer gleich ist, vor allem wenn ein oder mehrere
> Tiere zum Reiten herausgeholt werden und in der Rangfolge ein oder
> mehrere Löcher entstehen.

Hallo Knut!

Wir machen es fast genauso, wie Du es hier vorschlägst - und es hat noch
nie ein Problem damit gegeben (es ist allerdings nur eine Stute und drei
bis vier Wallache). Wer reiten will, holt sich sein Pferd von der Koppel
und tut es anschließend wieder zurück. Das einzige 'Problem' ist es, daß
zwei von den Pferden sehr ungern alleine gelassen werden (sei es im Stall
oder auf der Koppel) und wir deshalb darauf achten, daß diese beiden immer
Gesellschaft haben. Unsere 'Winterkoppel' ist nur eine abgetrennte Ecke
der 'Sommekoppel', und wenn der Boden trocken oder gefroren ist, lassen
wir die Pferde auch im Winter auf die große Weide.

Ich hoffe, ich bekomme keine Schadensersatzklagen, wenn sich Eure Pferde
jetzt gegenseitig treten und beissen...

Grüße, maximilian

-----------== Posted via Deja News, The Discussion Network ==----------
http://www.dejanews.com/ Search, Read, Discuss, or Start Your Own

Waltraud Bestelmeyer

unread,
Jan 9, 1999, 3:00:00 AM1/9/99
to
Wir selbst ( mit Islandpferden), und meine Vermieter ( mit Warmblütern)
halten die Pferde das ganze Jahr gemischt auf der Weide - wobei Nachts
auch Boxen zur Verfügung stehen, außerdem haben wir eine kleine
gemischte Fohlenweide.

Damit haben wir seit vielen Jahren gute Erfahrungen - es gibt keine
Probleme - die Wallache "decken" aber die Stuten - das heißt vor einer
Tupferprobe und dann bis die Stute zum Hengst kommt, wird sie von den
Wallachen isoliert.

Wenn Pferde zum Reiten herausgeholt werden sind es nur meine Jungpferde
die die "Großen" vermissen und heftig wiehern, mehr aber auch nicht.

Viel Spaß
Waltraud Bestelmeyer

--
SIGOS Systemintegration GmbH - Independent Competence in
Telecommunication
Waltraud Bestelmeyer Tel: +49 911 95168-76 email:
wbeste...@sigos.de

Knut Krüger

unread,
Jan 9, 1999, 3:00:00 AM1/9/99
to
Katje Binder schrieb:

> Kennen Eure Pferde sich? Wie ist die Lage im Augenblick?
>
Ich übernehme den Reitbetrieb ab dem Frühjahr. Zur Zeit sind es ca 3 Ha
Weiden mit ca 25 Pferden. Da werden sich sicherlich nicht alle kennen.
Außerdem erwarte ich einen deutlichen Wechsel, da der Stall sich
deutlich verändern wird. außerdem sind im Moment ca 30 Plätze (Boxen und
Laufstall) frei.
Ende des Jahres werden dann ca 12 Ha Weidefläche am Hof sein, wenn
möglich auch mehr (Zupacht). Aber die Flächen sollen halt nicht in
kleine Miniweiden geteilt werden.

ES wird sicherlich nicht einfach hier eine ruhige Herde aufzubauen, aber
einmal muß man ja anfangen. Auch werden sich sicherlich nicht alle
trauen ihre Pferde in die Gemeinschaftsweide zu stellen. Für dies Pferde
bleibt dann nur ein dann leider wie bisher nur das stundenweise lüften
übrig.

Grüße Knut

Knut Krüger

unread,
Jan 9, 1999, 3:00:00 AM1/9/99
to
Christina Marenk schrieb:
> Noch einen weiteren Tip kann ich Dir geben! Um die Weidequalitaet zu
> erhalten (Artenvielfalt,Bodenqualitaet) sollte der Pferdebestand der
> Groesse der Weide angepasst sein und es sollten Wechselmoeglichkeiten
> auf anderen Weideflaechen bestehen, um den bereits beweideten Flaechen
> Erholung zu gewaehrleisten.

Die Weideflächen werden sicherlich zu klein sein um die Artenvielfalt
längere Zeit wirlkich zu erhalten. wir werden aber von der Füterung mit
Mineral- und Vitaminfutter sicherlich versuchen dies auszugleichen.
Zur Zeit zählt erstmal die Devise "Raus aus den Boxen"

Aufteilung ist auch schwierig da innerhalb einer der zukünftigen Weiden
ein Rennbahn liegt. Somit ist eine Weide ca 8 ha groß und wenn ich den
Rest nehme, dann ist die zweite 2 ha dann kommen nochmal 2 mit je 1 ha.

Außerdem soll auf den 8 ha das Reiten auch uber Geländehindernisse
möglich sein (Wellenbahn, Wälle Wasser ...) sodaß ich diese Fläche nicht
unterteilen möchte

Aber ich hoffe, daß ich die 2 ha durch Zupacht auch erweitern kann.

Grüße Knut

Roland Neumann

unread,
Jan 10, 1999, 3:00:00 AM1/10/99
to

maxim...@my-dejanews.com schrieb in Nachricht
<777val$gi4$1...@nnrp1.dejanews.com>...

>In article <36969478...@t-online.de>,
> Knu...@t-online.de (Knut Krüger) wrote:
Ich habe auch eine Herde von 25 Pferden auf einer Koppel und ständigen
Wechsel. Probleme habe ich grundsätzlich nicht.

Wenn sich aber mal wieder so ein Klopphengst als Herdenführer aufspielt und
das neue Pferd als Rivalen ansieht, wird er versuchen dieses Pferd mit aller
Macht aus der Herde zu vertreiben. Dann stelle ich den Möchtegernführer 2
Tage extra damit sich das neue Pferd eingewöhnen kann. Wenn ich dann das
andere Pferd wieder dazustelle muß er aktzeptieren das die Herde einen neuen
dazubekommen hat und wird ihn nicht mehr verjagen.

Kirstin Zoller

unread,
Jan 10, 1999, 3:00:00 AM1/10/99
to
Hallo Knut,

> Wer hat Erfahrung in der Haltung von Wallachen und Stuten in einer
> gemischten Herde, wobei die pferde im Winter tagsüber und im Sommer
> nachts auf die Weide kommen. Den Rest der Zeit und wenn sie geritten
> werden stehen sie in Boxen. Dies ist sicherlich auch ein Problem, da

Zu diesem Themenbereich auch insbesondere hinsichtlich der Frage, ob es
zu akzeptieren ist, wenn innerhalb dieser gemischten Herden Wallache das
Decken anfnagen, findest Du bereits sehr umfangreiche Diskussionen in
Dejanews. (http://www.dwjanews.com) unter Umstaenden Suche in (older
news" wiederholen.

Viele Gruesse
Kirstin

Pierre Greiveldinger

unread,
Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to Knut Krüger
> Wer hat Erfahrung in der Haltung von Wallachen und Stuten in einer
> gemischten Herde, wobei die pferde im Winter tagsüber und im Sommer
> nachts auf die Weide kommen.

Die wenigsten Probleme bekommst du wenn du die Wallache und die Stuten in
getrennten Gruppen hälst. Oder die Stuten mit EINEM Wallach zusammen, falls
dieser so dominant sein sollte und sich nicht mit den anderen Wallachen
verträgt. So haben wir's immer gemacht und keine Probleme gehabt.

Gruß,

Pierre


lmas...@geocities.com

unread,
Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
Hallo Knut,

bei uns im Stall ist die "grosse Herde" gemischt ... allerdings sind alle
Pferde unbeschlagen. Das geht, solange einige Nebenbedingungen erfuellt sind:

- alle Pferde sollten ein "normales" Sozialverhalten zeigen , also z.B. nicht
nachsetzen, wenn ein bedrohtes Pferd weggeht - nur ein "hengstiger" Wallach
sollte dabei sein (zumindest unter den ueblichen mitteleuropaeischen
Weidebedingungen :-) ... und der sollte dann auch die anderen Wallache
tolerieren, wenn diese devot sind und kein sexuelles Interesse zeigen - die
Stutenbesitzer sollten keine Zuchtambitionen haben (auch Wallache kommen zum
Vollzug, und damit ist die zur Zucht noetige Hygiene nicht mehr
gewaehrleistet)

Solange dies gewaehrleistet ist, soltle es bei einer gemischten Herde keine
Probleme geben. Wenn jedoch mehrere hengstige Wallache dabei sind, klappt es
moeglicherweise nicht ... die muessten dann separat gehalten werden, um
staendigen Streit zu vermeiden. Je nach Anzahl der Pferde kaeme dann eine
Geschlechtertrennung doch einfacher (zaun- und handlingsmaessig).

MfG Lutz

Regina Esser

unread,
Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
Hallo Knut,

Knut Krüger wrote:

> Wer hat Erfahrung in der Haltung von Wallachen und Stuten in einer
> gemischten Herde, wobei die pferde im Winter tagsüber und im Sommer

> nachts auf die Weide kommen. Den Rest der Zeit und wenn sie geritten

> werden stehen sie in Boxen. Dies ist sicherlich auch ein Problem, da der
> Herdenverband nicht immer gleich ist, vor allem wenn ein oder mehrere
> Tiere zum Reiten herausgeholt werden und in der Rangfolge ein oder
> mehrere Löcher entstehen.
>

> Bitte macht hier keine Disussion über die Vorteile von Offenställen
> daraus.
> Zur Zeit stehen fast alle Pferde in Boxen und haben sehr wenig Weide.
> Die Frage ist nur ob die neuen großen Weideflächen zerstückelt werden
> müssen (Winter-Wallache, Winter-Stuten, Sommer-Wallache und
> Sommer-Stuten) oder ob man mit zwei großen Weiden auskommen könnte
> (Winter und Sommer).

wir hatten schon immer eine gemischte Herde und es hat bisher keine Probleme
gegeben, auch bei Eingliederung von neuen Pferden. Bei uns stehen meistens
um die neun Pferde zusammen, zu gleichen Teilen Stuten und Wallache. Im
Winter sind sie tagsüber in der Herde draußen auf dem Paddock, im Sommer Tag
und Nacht auf Wiese/Paddock. Rangordnungskämpfe gibt es bestimmt nicht mehr
als in gleichgeschlechtigen Herden auch und die Wallache decken die Stuten
auch selten bzw. springen nur mal auf. Auch Pferde, die mal ein paar Tage
lang weg waren (z.B. auf einem Wanderritt), gliedern sich danach problemlos
wieder ein, da die Rangordnung vorher feststand. Schließlich werden Wallache
ja eben deswegen kastriert, um sie mit Stuten gemeinsam halten zu können und
wenn man seinem Pferd die Haltung in der Herde ermöglichen will, darf man
halt nicht so pingelig sein.

Ich weiß allerdings nicht, wie Pferde reagieren, die vorher nur mit
gleichgeschlechtigen Artgenossen gehalten wurden. Unsere Pferde sind schon
seit Fohlen an diese Mischverhältnisse gewöhnt und es gibt da wie gesagt
keine Schwierigkeiten.

Regina


ro...@robin.morpork.shnet.org

unread,
Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
_
(°< Ich hörte es von den Dächern rufen, daß Knut.K
_)W) zu Wallache und Stuten in gemischter Herde? tschilpte:
>/^^


> Wer hat Erfahrung in der Haltung von Wallachen und Stuten in einer
> gemischten Herde, wobei die pferde im Winter tagsüber und im Sommer
> nachts auf die Weide kommen. Den Rest der Zeit und wenn sie geritten
> werden stehen sie in Boxen. Dies ist sicherlich auch ein Problem, da der

Bei uns gibt es einen Wallach mit wechselnder Stutenanzahl. Er ist der
Chef. Kommt jemand Neues, ist nach +/- einer Woche Ruhe. In einem
Reitstall, mit dem ich sehr zufrieden bin, kommen alle zusammen im Sommer
auf die große Weide, wo jeder genug Platz hat. Im Winter kommen sie nach
Geschlecht getrennt in zwei große Paddocks, Alle Pferde sind sehr gelassen
und ausgeglichen. Ab & zu kommt es mal zu kleineren Attacken, aber das
dürfte sich im Normalbereich bewegen. Gefüttert wird in den Boxen.

Mit thgttg-Grüßen,

## ...einfach Robin! ##
--

ro...@morpork.shnet.org


Anke Spix

unread,
Jan 13, 1999, 3:00:00 AM1/13/99
to
Knut Krüger <Knu...@t-online.de> wrote:

> Wer hat Erfahrung in der Haltung von Wallachen und Stuten in einer
> gemischten Herde, wobei die pferde im Winter tagsüber und im Sommer
> nachts auf die Weide kommen. Den Rest der Zeit und wenn sie geritten
> werden stehen sie in Boxen. Dies ist sicherlich auch ein Problem, da der

> Herdenverband nicht immer gleich ist, vor allem wenn ein oder mehrere
> Tiere zum Reiten herausgeholt werden und in der Rangfolge ein oder
> mehrere Löcher entstehen.
>

Hallo, Knut!

Im allgemeinen ist es völlig unproblematisch, Wallache und stuten in
gemischten herden zu halten. Probleme kann es allerdings bei sehr
hengstigen Wallachen geben (vor allem, wenn man zwei davon in einer
Herde hat), oder auch mit sehr dominanten Stuten (da haben dann meist
die Wallache nichts zu lachen). Meine Hottis stehen im Offenstall
zusammen, drei Stuten und zwei Wallache, und seit ich den zweiten
Wallach habe, habe ich endlich Ruhe vor den Spiel-Avancen meines
Lausbuben, da hat er endlich einen geeigneteren Partner für.
Interessanterweise entscheiden die *Stuten* in der Rosse, mit wem von
beiden sie flirten, was bei mir die Frage aufgeworfen hat, was in der
"natürlichen Herde" wohl ist, wenn's da Antipathien zwischen Stute und
Hengst gibt. Ich weiß von Fällen, wo sich Stuten (in der Zucht) von
einem bestimmten Hengst nicht decken gelassen haben, aber was machen
sie, wenn kein anderer in Reichweite ist?? Ähhh... das lenkt jetzt ab.
Tschuldigung.
Zurück zum Thema: Ich kenne durchaus auch Haltungen, wo Pferde im Winter
in Boxen stehen, im Sommer bei großer Hitze auch, und wo das Leben in
kombinierten Herden auch gut funktioniert. Außerdem weiß ich aus eigener
Erfahrung, daß die Rangfolge sich nicht verändert, wenn man wenige
Stunden oder auch bis zu zwei Wochen ein Pferd aus der Herde
herausnimmt, erst nach mehreren Monaten verändert sich die Rangfolge
dauerhaft, sodaß dann wiederum das Gerangel losgeht.
Nur einmal hatte ich da (zeitweise) Probleme mit dem Zurücklassen
einzelner Pferde: als ich meine beiden Buben alleine gelassen hatte, im
engen Auslauf, hat der jüngere, der etwas agressiver ist, den älteren
(wohl aus Eifersucht) so gescheucht, daß er in Panik durch den Zaun
gebrochen ist (nix passiert, E-Zaun-Band). Als ich beide später jedoch
auf einem größeren Stück Weide allein gelassen hatte, war's kein Problem
mehr, der jüngere, der nicht so schnell, wendig und ausdauernd ist wie
der ältere, hat nach einer Viertelstunde erfolglosem
Hinterhergaloppieren schnaufend aufgegeben.
ich habe aber auch mit meinem alten Isi zweimal erlebt, daß er ziemlich
ernsthafte Hengstkämpfe angefanen hat. Im ersteren Fall haben wir die
Pferde getrennt (das war auf einem Wanderritt), im zweiteren haben die
beiden (auf einer sehr großen Weide) nach stundenlangem Gerangel, das
von einem Hengstkampf nur dadurch zu unterscheiden war, daß die Bisse
und Tritte nicht zu schweren verletzungen geführt hatten, sich
schließlich arrangiert. Freundschaft ist es allerdings nie geworden,
aber ein konfliktfreies Zusamenleben war möglich.
So regelt sich vieles von allein, man sollte sich jedoch nicht darauf
verlassen und erst einmal, bis "die Fronten geklärt sind", die Herde
unter Beobachtung halten. Außerdem ist es natürlich weniger riskant,
wenn alle Pferde barhuf sind, weil dann bei den eventuellen Rangeleien
nicht so viel pasieren kann.

Tschüß für heute,

Anke, die momentan selber in Robusthaltung lebt - die Heizung ist
kaputt! Abhärtung ist gesund und trainiert das Immunsystem ;-)


Katje Binder

unread,
Jan 15, 1999, 3:00:00 AM1/15/99
to
Am Wed, 13 Jan 1999 16:27:52 +0100 schreib einE gewisseR
Anke...@t-online.de (Anke Spix) :

Hey ho!


> Probleme kann es allerdings bei sehr
>hengstigen Wallachen geben (vor allem, wenn man zwei davon in einer
>Herde hat),

Da scheinen wir ja ziemliches Glueck zu haben mit unseren Chaoten. Wir
haben einen Hafi-Ex-Klopphengst mit _sehr_ hengstigem Verhalten und
einen anderen Ponywallach, der sehr spaet (mit 8 oder so) gelegt
wurde.
Die beiden vertragen sich gut und spielen sogar miteinander! Eunder
ueber Wunder. Ich weiss allerdings nicht, wie es war, als der Hafi auf
den Hof kam (war vor meiner zeit)...

>Anke, die momentan selber in Robusthaltung lebt - die Heizung ist
>kaputt! Abhärtung ist gesund und trainiert das Immunsystem ;-)

Brrrrrr! Wie waers mit einem Lagerfeuer im Wohnzimmer?

Horrido,

Katje + das Reitschwein

Anke Spix

unread,
Jan 17, 1999, 3:00:00 AM1/17/99
to
Knut Krüger <Knu...@t-online.de> wrote:

> Katje Binder schrieb:
> > Kennen Eure Pferde sich? Wie ist die Lage im Augenblick?
> >

Hallo, Knut!


> Ich übernehme den Reitbetrieb ab dem Frühjahr. Zur Zeit sind es ca 3 Ha
> Weiden mit ca 25 Pferden. Da werden sich sicherlich nicht alle kennen.
> Außerdem erwarte ich einen deutlichen Wechsel, da der Stall sich
> deutlich verändern wird. außerdem sind im Moment ca 30 Plätze (Boxen und
> Laufstall) frei.

Über den Sommer wäre in diesem Fall eher "Schichtwechsel" auf den
genutzten Flächen angesagt, d.h. Bildung mehrerer kleinerer Herden, nach
Verträglichkeit sortiert, nicht unbedingt nach Geschlecht, (ca. 8-12
Pferde), und diese dann stundenweise auf die Flächen lassen. Wenn man
viele neu hinzugekommene Pferde "sortieren" muß, kann es helfen, welche
vom gleichen Typ (Pony, Vollblut, Warmblut...) zusammenzustellen, das
klappt oft besser. Anfangs dürfte es allerdings kaum ohne ein
achthabendes Auge gehen.


> Ende des Jahres werden dann ca 12 Ha Weidefläche am Hof sein, wenn
> möglich auch mehr (Zupacht). Aber die Flächen sollen halt nicht in
> kleine Miniweiden geteilt werden.

Wenn ich das richtig verstanden habe, hat der Stall Kapazitäten für fast
60 Pferde? Ich würde es nicht für empfehlenswert halten, sie alle
zusammen zu lassen. Soweit ich solche großen Herden kenne (bis 30
Pferde), ist das oft für sehr zartbesaitete Pferde zu stressig. Ich
würde wirklich versuchen, die Pferde nach Typ in verschiedene Gruppen zu
trennen, je nachdem zeitlich oder örtlich. Dabei würde ich nicht mehr
als 15 Pferde pro Herde einteilen. Das wäre vielleicht ein tragbarer
Kompromiß von Weideaufteilung und Gruppengröße.


>
> ES wird sicherlich nicht einfach hier eine ruhige Herde aufzubauen, aber
> einmal muß man ja anfangen. Auch werden sich sicherlich nicht alle
> trauen ihre Pferde in die Gemeinschaftsweide zu stellen. Für dies Pferde
> bleibt dann nur ein dann leider wie bisher nur das stundenweise lüften
> übrig.

Wenn man verschiedene Herden hat, ist es vielleicht leichter, auch für
etwas problematischere Pferde eine passende zu finden. Z.B. könnte man
auch eine Herde für ältere Pferde einrichten, oder eine kleine Fläche,
wo die Pferde, die nicht in irgendeine Herde dürfen, wenigstens ein paar
Stunden mit den anderen Pferden als Nachbarn an der frischen Luft
verbringen können.
Falls du mit "stundenweisem Lüften" stundenweisen Weidegang gemeint
haben solltest, wird dir ohnhehin nichts anderes übrigbleiben, bis Du
mindestens 30 Hektar Weide hast. Oder die Anzahl der Pferde nicht über
30 wachsen läßt. Ansonsten sind die Weiden nämlich ganz fix hin.

Das alles nur mal zur Anregung. Vielleicht hilft es dir, eine
individuelle Lösung nach Deinen Vorstellungen und den Gegebenheiten zu
finden.
>
Grüße von Anke und ihrer Mini-Herde, die zu fünft maximal einen viertel
Hektar Weide am Stück zugeteilt bekommen - auch Weide will sich
regenerieren.

Knut Krüger

unread,
Jan 18, 1999, 3:00:00 AM1/18/99
to
Anke Spix schrieb:


> Wenn ich das richtig verstanden habe, hat der Stall Kapazitäten für fast
> 60 Pferde? Ich würde es nicht für empfehlenswert halten, sie alle
> zusammen zu lassen. Soweit ich solche großen Herden kenne (bis 30
> Pferde), ist das oft für sehr zartbesaitete Pferde zu stressig. Ich
> würde wirklich versuchen, die Pferde nach Typ in verschiedene Gruppen zu
> trennen, je nachdem zeitlich oder örtlich. Dabei würde ich nicht mehr
> als 15 Pferde pro Herde einteilen. Das wäre vielleicht ein tragbarer
> Kompromiß von Weideaufteilung und Gruppengröße.

Die Weideaufteilung ist das Problem,

einerseits ist eine Rennbahn vorhanden, die schon knapp 8 ha. Fläche
innerhalb hat.
Dieser Bereich soll vollständig parkähnlich angelegt werden und
bereitbar bleiben, sodaß hier wenig Zäund stehen sollen und die Pferde
möglichst nur im Sommer und nachts dort Weiden sollen. Bleibt für die
übrige Jahreszeit nicht ganz soviel Fläche mehr übrig. Auch muß man
schon bei drei Pferden pro Hektar mindestens 50 DM alleine an Unkosten
(Pacht, Dünger, Plege, Weidezaun) pro Monat und Pferd an Unkosten
rechnen, die der Einsteller tragen muß. Andererseits sind größere
Flächen 200m x 400m besser, damit sich Pferde aus dem Weg gehen können
um Schlägereien zu vermeiden.

> Falls du mit "stundenweisem Lüften" stundenweisen Weidegang gemeint
> haben solltest, wird dir ohnhehin nichts anderes übrigbleiben, bis Du
> mindestens 30 Hektar Weide hast. Oder die Anzahl der Pferde nicht über
> 30 wachsen läßt. Ansonsten sind die Weiden nämlich ganz fix hin.

Die Bayerische Landesanstalt für Agrarstruktur und Betriebswirtschaft
spricht von 0,15 h Weidefläche pro Pferd (6,6 Pferde / h), aus
persöhnlicher Erfahrung kann ich sagen 4 Pferde pro h trägt die Weide
bei entsrechender Pflege gerade noch. (ist übrigends auch gemischt, aber
4 Pferde sind für mich keine Herde eher eine Gruppe). Die 30 h
Weidefläche für 60 Pferde würde für jeden Einsteller schon ca. 50 DM
Pacht und Dünger bedeuten zusätzlich müßten sie noch die Pflege der
Weide, der Zäune und das rein und hinausstellen zahlen.
Da werden dann etliche darauf verzichten daß Ihre Pferde glücklich und
artgerechter gehalten werden. Für mich ist an erster Stelle die
betriebswirtschaftliche Rentabilität der Maßnahme maßgebend, danach
kommt der Rest. Sonst kann ich für ein paar jahre den Pferden ein
schöneres Leben bieten und dann müßte ich abtreten...
Es klingt hart (aus Pferdesicht) aber ist unumgänglich. Das bedeutet z.
B. auch verzichte ich auf die Rennbahn und die bereitbare Fläche, dann
verzichten einige Einsteller auf den Stall und ich auf meine Einkünfte.
(Die Konkurrenz schläft ja auch nicht)
Alles in allem keine leichte Situation.

Es wird sich sicherlich langsam entwickeln (hoffentlich mit zupacht), da
die einige Einsteller sich die ganze Sache ersteinmal unter den neuen
Gesichtspunkten betrachten bevor sie ihr Pferd dazustellen.

Grüße Knut

Anke Spix

unread,
Jan 21, 1999, 3:00:00 AM1/21/99
to
Knut Krüger <Knu...@t-online.de> wrote:

> Anke Spix schrieb:
>
.. Ich


> > würde wirklich versuchen, die Pferde nach Typ in verschiedene Gruppen zu
> > trennen, je nachdem zeitlich oder örtlich. Dabei würde ich nicht mehr
> > als 15 Pferde pro Herde einteilen. Das wäre vielleicht ein tragbarer
> > Kompromiß von Weideaufteilung und Gruppengröße.
>
> Die Weideaufteilung ist das Problem,
>
> einerseits ist eine Rennbahn vorhanden, die schon knapp 8 ha. Fläche
> innerhalb hat.

8 von 3 Hektar? Wie geht das?

> Dieser Bereich soll vollständig parkähnlich angelegt werden und
> bereitbar bleiben, sodaß hier wenig Zäund stehen sollen und die Pferde
> möglichst nur im Sommer und nachts dort Weiden sollen. Bleibt für die
> übrige Jahreszeit nicht ganz soviel Fläche mehr übrig. Auch muß man
> schon bei drei Pferden pro Hektar mindestens 50 DM alleine an Unkosten
> (Pacht, Dünger, Plege, Weidezaun) pro Monat und Pferd an Unkosten
> rechnen, die der Einsteller tragen muß.

Das ist doch schon ein Lösungsansatz: Diese Fläche an einem Stück, aber
mit *zeitlich geregelter* Zuteilung. Wenns mit der Zupacht klappen
sollte und die drei ha der "Rest" sein sollten(ich durchschaue das noch
nicht so ganz), könntest du ja vorläufig zwei Gruppen bilden, die eine
auf der Rennbahn (die größere, mit 12-15 Pferden) und eine kleinere von
bis zu 10 Pferden auf den anderen 3 ha. Wenn du dann die 12 ha
dazubekommst, kannst du ja wiederum weitere Gruppen entsprechender Größe
bilden und diese dann verteilen. Diese Weiden würde ich (wenn möglich)
allerdings nicht zum Park erheben, sondern in 1 - 1 1/2 ha große Areale
teilen, von denen jeweils nur die Hälfte oder ein Drittel (der
Flächenanzahl) begangen wird, damit sich die anderen regenerieren
können. Dafür kann man ja u.U. auch einen qualitativ hochwertigen
Wanderzaun nehmen. Außen müßte allerdings ein Festzaun sein (ich weiß
nicht, wie groß die Flächen am Stück sind, wenn jede nicht größer als
1-2 ha, dann ist eine Unterteilung natürlich so nicht sinvoll.) Wenn man
es dann noch schaffen könnte, die Pferde jeden Tag raus und rein zu
sortieren, wäre das doch schon eine einigermaßen praktikable Lösung.

Andererseits sind größere
> Flächen 200m x 400m besser, damit sich Pferde aus dem Weg gehen können
> um Schlägereien zu vermeiden.
>

Jo. Davon träume ich nicht mal nachts. *Eine* Fläche von acht ha...
Wenn man die hat, kann man natürlich auch 16-24 Pferde zusammen
drauflassen. Die Sache hat nur zwei Haken (nach meinem Wissen, was sich
aber ja auf viiel kleinere Flächen und Gruppen bezieht). Wenn man alle
Pferde immer auf diese Fläche läßt, ist die Weide als Weide bald
wertlos. Alle Leute, die mit wenig Fläche auskommen müssen, wissen, was
passiert, wenn man den Traum der endlosen Weiden ganzjährig und mit
zuvielen Pferden pro Fläche verwirklichen will. Es entsteht nämlich
mitnichten ein Park, nicht mal ein Biotop, sondern im Gegenteil wird die
Fläche innerhalb weniger Jahre als Futtergrundlage völlig nutzlos, und
es breiten sich an einigen Stellen massiv Unkräuter aus, während andere
kahlgefressen -geleckt und zertrampelt sind, bis nur noch die Erde übrig
ist.
Wenn man die Futtergrundlage erhalten und pflegen will, bleibt einem
nichts anderes, als entweder zu portionieren und abzusammeln (oder
Flächen zwei Jahre lang für Pferde stillzulegen), damit der Bewuchs sich
immer wieder erholen kann, oder eine Wechselbeweidung mit anderen
Grasfressern (z.B. Extensiv-Rinderrassen) samt extensiver Haltung beider
Tierarten, d.h. ein Pferd und zwei Rinder höchstens pro Hektar, damit
die Fläche nicht überweidet wird, oder stundenweises Zuteilen und
absammeln. Wobei mit dieser Lösung immer noch der beste Kompromiß in
diesem Fall zu erzielen wäre. Bei den Vorgaben schätze ich, daß es
möglich sein müßte, die Pferde (jetzige Gruppe von 24-30) die meiste
Zeit mindestens sechs Stunden draußen lassen zu können, wenn die
Pachtflächen dazukommen, 12 Stunden (bei 60 Pferden). Damit kann man
auch parkähnliche Flächen erhalten (wenn die Pferde nicht anfangen, die
Bäume zu schälen).
Ach, und der zweite Haken ist, daß die Pferde sich eben nicht
gleichmäßig auf die gesamte Fläche verteilen, sondern in der Gruppe
ziemlich eng zusammenbleiben, jedenfalls eng genug, daß das
rangniedrigste immer noch von den aggressiveren drangsaliert werden
kann. Wenn es weiter weg gehen würde, dann würde es ja zum "Solitär"
werden, und damit zum leichten Ziel aller imaginären Raubtiere. Also ist
dieses Pferd immer unter Streß, ob nun innerhalb oder außerhalb der
Gruppe. Weswegen sich auch kleinere Gruppen eher empfehlen, denn je
größer die Gruppe, desto weniger homogen wird sie voraussichtlich von
der Sozialstruktur her sein. So würden beispielsweise die acht
rüpeligsten Wallache und die 12 zartfühlendsten Stuten und Wallache in
zwei Gruppen wohl eher zufrieden sein als in einer.

>
> > Falls du mit "stundenweisem Lüften" stundenweisen Weidegang gemeint
> > haben solltest, wird dir ohnhehin nichts anderes übrigbleiben, bis Du
> > mindestens 30 Hektar Weide hast. Oder die Anzahl der Pferde nicht über
> > 30 wachsen läßt. Ansonsten sind die Weiden nämlich ganz fix hin.
>
> Die Bayerische Landesanstalt für Agrarstruktur und Betriebswirtschaft
> spricht von 0,15 h Weidefläche pro Pferd (6,6 Pferde / h),

Das wundert mich aber. Ich habe einen halben Hektar pro Pferd als
*Futtergrundlage* gelernt, und den braucht man meiner Erfahrung nach
auch. Außer bei sehr extensiv zu haltenden Rassen, wo man ganz gut mit
3-4 Ponies pro Hektar auskommt (mit Portionierung und Absammeln).
In der Aufwuchszeit von Mitte Mai bis Ende Juli können die 6,6 Pferde
stimmen, aber wenn die Wachstumsrate nachläßt, klappt das *nie*.

aus
> persöhnlicher Erfahrung kann ich sagen 4 Pferde pro h trägt die Weide
> bei entsrechender Pflege gerade noch. (ist übrigends auch gemischt, aber
> 4 Pferde sind für mich keine Herde eher eine Gruppe). Die 30 h
> Weidefläche für 60 Pferde würde für jeden Einsteller schon ca. 50 DM
> Pacht und Dünger bedeuten zusätzlich müßten sie noch die Pflege der
> Weide, der Zäune und das rein und hinausstellen zahlen.

Genau. Aber ich persönlich würde auch keinen Stall für 60 Pferde
übernehmen wollen. Zum einen ist das landschaftlich hier sowieso so gut
wie unmöglich, und zum anderen wird es eben ein Problem, 60 Pferde auf
die entsprechenden Weiden zu kriegen, die ja selbst bei 4 Pferden pro ha
bis zu einem Kilometer weit weg sein können. Von der Arbeit, die die
Weidepflege macht, ganz zu schweigen. Da kann man schon einen
Arbeitsplatz extra mit schaffen ;-). Aber anders gibts Weide als
*ständigen* Aufenthaltsort und Futtergrundlage nicht, geschweige denn
einen Park.



> Da werden dann etliche darauf verzichten daß Ihre Pferde glücklich und
> artgerechter gehalten werden.

Wieso? Bei *Dir* ist es doch dann nicht billiger, ob sie die Weide nun
nutzen oder nicht. Das wäre dumm. Und so dumm bist du doch bestimmt
nicht. Wenn Dir Leute deshalb abwandern sollten, kriegst du dafür
hoffentlich andere rein, denen mehr an pferdegerechter Haltung liegt.

Für mich ist an erster Stelle die
> betriebswirtschaftliche Rentabilität der Maßnahme maßgebend, danach
> kommt der Rest. Sonst kann ich für ein paar jahre den Pferden ein
> schöneres Leben bieten und dann müßte ich abtreten...

Nochmals: Was willst du? Wenn du mit den Gegebenheiten leben können
willst, wirst Du um eine zeitliche und/oder örtliche Zuteilung der
Weidefläche nicht herumkommen. Wenn sowieso neue Einsteller kommen, dann
evtl. aber auch gerade *weil* dann in diesem Stall es die Pferde besser
haben, auch wenn es mehr kostet. (Wobei es da natürlich auch eine Grenze
nach oben gibt). Insofern ist eine Konkurrenz, die billiger ist, aber
nicht die gleichen Konditionen bietet, kein passender Vergleich, bzw. du
würdest dich an eine andere Zielgruppe wenden müssen.

> Es klingt hart (aus Pferdesicht) aber ist unumgänglich. Das bedeutet z.
> B. auch verzichte ich auf die Rennbahn und die bereitbare Fläche, dann
> verzichten einige Einsteller auf den Stall und ich auf meine Einkünfte.
> (Die Konkurrenz schläft ja auch nicht)
> Alles in allem keine leichte Situation.

Gewiß nicht. Alles andere als beneidenswert. Ich habe das heute mal in
Gedanken duchgespielt (aus anderem Anlaß). Weder mit
Pensionspferdehaltung noch mit Unterricht bzw. einer Mischung aus beidem
kann man Geld verdienen, wenn man wirklich den Pferden ein gutes Leben
dabei bieten will.
Kein Wunder, daß so viele Reitställe nicht pferdegerechten Unterricht
geben und nicht pferdegerechte Haltung anbieten. Oder man müßte sowohl
für den Unterricht als auch fürs Einstellen wohl das Doppelte des
Üblichen nehmen. Und dann ist es fraglich, a) wer sich das leisten kann
und b) wer sich darauf einläßt.

>
> Es wird sich sicherlich langsam entwickeln (hoffentlich mit zupacht), da
> die einige Einsteller sich die ganze Sache ersteinmal unter den neuen
> Gesichtspunkten betrachten bevor sie ihr Pferd dazustellen.
>

Was auch immer dabei herauskommt, ich wünsch Dir alles Gute!

Grüße aus dem kleinräumigen Hunsrück,

Anke

steff

unread,
Jan 21, 1999, 3:00:00 AM1/21/99
to

Anke Spix schrieb in Nachricht

>Jo. Davon träume ich nicht mal nachts. *Eine* Fläche von acht ha...
>Wenn man die hat, kann man natürlich auch 16-24 Pferde zusammen
>drauflassen. Die Sache hat nur zwei Haken (nach meinem Wissen, was sich
>aber ja auf viiel kleinere Flächen und Gruppen bezieht). Wenn man alle
>Pferde immer auf diese Fläche läßt, ist die Weide als Weide bald
>wertlos

Da macht unser Bauer seit 20 Jahren andere Erfahrungen. Die Pferde (14-18
AFAIK) sind so gut wie immer auf der 6 ha großen Weide, außer es regnet oder
stürmt, daß der Bauer weder Hund noch Pferd vor die Tür jagen will. Dann
sind sie entweder im Auslauf oder gar im Laufstall, es kommt jedes Jahr
vielleicht 10 mal vor. DIe Weide(n) (insgesamt hat er noch ein paar ha mehr
um den Hof herum) schaun zwar im Moment nicht so ganz toll aus, aber in 2-3
Monaten wird wieder dichtes Gras sprießen und keiner wird glauben, daß übers
ganze Jahr Pferde drauf stehen.

Was nützt mir ein Stall mit schönen Koppeln, wenn die Pferde sie ein halbes
Jahr nicht betreten dürfen...

>Ach, und der zweite Haken ist, daß die Pferde sich eben nicht
>gleichmäßig auf die gesamte Fläche verteilen, sondern in der Gruppe
>ziemlich eng zusammenbleiben, jedenfalls eng genug, daß das
>rangniedrigste immer noch von den aggressiveren drangsaliert werden
>kann. Wenn es weiter weg gehen würde, dann würde es ja zum "Solitär"
>werden, und damit zum leichten Ziel aller imaginären Raubtiere. Also ist
>dieses Pferd immer unter Streß, ob nun innerhalb oder außerhalb der
>Gruppe.

Naja, die Herde bleibt vergleichsweise nahe beisammen, aber großer Streß
scheint nicht zu herrschen, selbst die "schwachen" HErdenmitglieder sind
ungestört (naja, meistens jedenfalls). Das liegt vielleicht daran, daß auch
jetzt noch genug zu fressen da ist und die Pferde genug finden, um das
reichliche Heu verschmähen zu können. Und die ganz große Herdenpanik scheint
auchnicht zu herrschen, immer wieder fällt mir auf, daß einzelne (1-3) auch
dem Lockruf der Haferschüssel nicht folgen und sich darauf einlassen, die
Herde im Galopp ziehen zu lassen - von wegen Fluchtinstinkt...

Das Geheimrezept zur Pferdehaltung: Gaaanz viiiel Weide...

Ich träume davon

Steff


Arde...@ginko.de

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to
On Sat, 09 Jan 1999 00:27:52 +0100, Knu...@t-online.de (Knut Krüger)
wrote:

>Zur Zeit stehen fast alle Pferde in Boxen und haben sehr wenig Weide.
>Die Frage ist nur ob die neuen großen Weideflächen zerstückelt werden
>müssen (Winter-Wallache, Winter-Stuten, Sommer-Wallache und
>Sommer-Stuten) oder ob man mit zwei großen Weiden auskommen könnte
>(Winter und Sommer).

Radio Eriwan mein : Jain ...

Kommt drauf an ob sich die Pferde untereeinader vertragen. Da musst du
eben zuerst mal die Gruppensortierung ausprobieren.

Pferde zum reiten rausholen ist kein Problem, aber wenn du völlig neue
Pferde dazu stellen willst werden die erst mal etwas kämpfen.

Wenn du neue Pferde dazu tust dann musst du bereit sein die Pferde
auch wieder zu trennen falls sie zu heftig kämpfen. Also besser erst
mal auf benachbarte Weiden stellen.

Wir sind für ca. 20 Pferde mit 3 Weiden ausgekommen um halbwegs
stabile Gruppen zusammen zu stellen.

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