Gruss
Robert
--
"Ich möchte Windows kaufen!"
"Sind sie verrückt?"
"Wieso? Gehört das zu den Lizenzbedinungen?"
Verfasser unbekannt
Robert Blasius schrieb:
> ich hab ein Problem mit einem Tierarzt und möchte dazu mal eure Meinung
> hören.
> Folgendes:
> Mein Wallach, 23 Jahre, hat gestern gekolikt.
> Daraufhin habe ich den Tierarzt gerufen, der eine Verschiebung des
> Nieren-Milzbandes diagnostizierte.
> Diese Art Kolik ist mir nicht unbekannt und daraufhin habe ich dem Tierarzt
> gesagt, dann lassen wir das Pferd wälzen.
> Ich komm mir nun etwas abgezockt vor. Die 4 Stunden Verlust, bevor ich in
> die Klinik gefahren bin, hatten zur Folge, dass der Dickdarm vor dem Band
> anfing zu schoppen und deswegen der Sack immer schwerer wurde, so dass nur
> ein Wälzen des Pferdes in Narkose eine Rückverlagerung des
> Nieren-Milzbandes bewirkt hatte.
> Ich bin richtig stinkig auf den Kurpfuscher, der wollte nur abzocken.
> Soll ich vielleicht nur die Materialkosten der TA-Rechnung zahlen?
zunächst einmal kann ich deine Aufregung verstehen, aber ich glaube ganz
so einfach ist die Sachlage nicht. Es gibt da zwei verschiedene
Richtungen: die einen sagen, Wälzen könnte die Sache noch mehr
verschlimmern (diese Meinung war noch vor Jahren die häufigste), die
anderen meinen es könnte helfen, ist aber durchaus nicht sicher.
Was sagt eigentlich die Klinik dazu?
IMHO kannst du den Mann nicht als Kurpfuscher titulieren und vermutlich
hat er in seinen Augen auch das Richtige getan, daher kannst du ihm auch
nicht die Zahlung verweigern.
Alles Gute für dein Pferd
Edith
Pferd ist wieder auf dem Weg der Besserung, hat noch etwas Durchfall, ist
wieder frech und munter und ich werd ihn wahrscheinlich heut abend wieder
holen.
Gruss
Robert
--
Robert Blasius schrieb:
>
> Diese Art Kolik ist mir nicht unbekannt und daraufhin habe ich dem Tierarzt
> gesagt, dann lassen wir das Pferd wälzen. Worauf der Tierarzt meinte, erst
> bekommt er ein Schmerzmittel,ein Mittel gegen die Krampfungen und das
> übliche Führen und Stehenlassen.
Hallo Robert.
Ich habe mal in mein Pferdemedizinbuch nachgeschaut und die von dir
beschriebene kolik sollte in der tat mit wälzen erst versucht werden zu
heilen, als erste therapiemöglichkeit.
Erst wenn diese methode nicht klappt kann man unter narcose wälzen, wenn
das nicht klappt dann erts op.
Von deine beschreibung mit schmerzmittel etc stand nichts erwähnt, aber
auch nicht das es kontraindiziert seie. Es macht nur IMHO keinen sinn.
Es stand nur das spasmaanalgetika (wie zb buscopan) die kolik nicht
beeinflussen und dem entsprechend nach diagnose nicht verwendet werden.
(hoechstens zur differntialdiagnose. Waere aber normal nicht noetig da
spaetestens mit eine rektale untersuchung die andere kolik arten aus zu
schliessen sind.
Was genau wuerde denn verabreicht? ich vermute mal novalgin
(schmerzmittel) und buscopan (krampfloesen), da diese kombi sehr beliebt
ist bei koliken (und meist auch richtig)
Ich wuerde erst mal nicht die rechnung bezahlen und mal nachfragen warum
dein TA das so behandeln wollte. Ist mir gar nciht klar welche
beweggrunde er hatte, und in sofern ohne gute antwort waere eine klage
zu ueberwegen (mit anwalt besprechen)
Denn er hat trotz richtige diagnose falsche therapiert, und laut Buch
kann in extremfaellen (bei stark beeintraechtiges allgemeinbefinden temp
puls atmung erhoeht) auch diese form von kolik innerhalb von 3 bis 6 st
tödlich sein durch sekundaere schock erscheinungen. In dem fall waere es
ja grob fahrlaessig was der ta da gemacht hat.
Halt uns mal auf dem laufenden.
viel erfolg und gute besserung fuer dein pferdi,
cloudy
(tiermedizinstudentin 5. semester,
angaben aus "handbuch pferdepraxis" von Olaf Dietz, 2. auflage, ab seite
459 unter: Hernia spatii lienorenalis)
>
>
> Robert Blasius schrieb:
>
>>
>> Diese Art Kolik ist mir nicht unbekannt und daraufhin habe ich dem
>> Tierarzt gesagt, dann lassen wir das Pferd wälzen. Worauf der Tierarzt
>> meinte, erst bekommt er ein Schmerzmittel,ein Mittel gegen die
>> Krampfungen und das übliche Führen und Stehenlassen.
>
> Hallo Robert.
>
> Ich habe mal in mein Pferdemedizinbuch nachgeschaut und die von dir
> beschriebene kolik sollte in der tat mit wälzen erst versucht werden zu
> heilen, als erste therapiemöglichkeit.
> Erst wenn diese methode nicht klappt kann man unter narcose wälzen, wenn
> das nicht klappt dann erts op.
>
>
> Waere aber normal nicht noetig da spaetestens mit eine rektale >
>Untersuchung die andere kolik arten aus zu schliessen sind.
Was er ja auch völlig richtig getan hat.
> Was genau wuerde denn verabreicht? ich vermute mal novalgin
> (schmerzmittel) und buscopan (krampfloesen), da diese kombi sehr beliebt
> ist bei koliken (und meist auch richtig)
Genau das.
> Ich wuerde erst mal nicht die rechnung bezahlen und mal nachfragen warum
> dein TA das so behandeln wollte. Ist mir gar nciht klar welche
> beweggrunde er hatte, und in sofern ohne gute antwort waere eine klage
> zu ueberwegen (mit anwalt besprechen)
Meine Vermutungen habe ich den andern Antworten schon geäussert. Der TA wird
mir auch kaum sagen, dass er die Kohle braucht, weil er sich mit seiner
neuen Praxis übernommen hat und seine Frau sich scheiden lassen will und
und und...auf dem Land sind die Leute halt geschwätzig.
Er ist, wie schon gepostet, dafür bekannt abzuzocken.
Was soll eine Klage bringen? Ich werde mich nicht mit Richtern und Anwälten
auseinandersetzen um einen Vergleich zu erreichen.
Mit dem TA bin ich sowieso fertig. Lieber pack ich mein Pferd bei der
nächsten Kolik gleich in den Hänger und fahr in die Klinik.
> In dem fall waere es ja grob fahrlaessig was der ta da gemacht hat.
> Halt uns mal auf dem laufenden.
Werd ich trotzdem machen.
>
> viel erfolg und gute besserung fuer dein pferdi,
> cloudy
Danke für die Infos.
Heut um 3 Uhr, darf der Bub nach Hause!
> (tiermedizinstudentin 5. semester,
Robert Blasius (Turnierreiter und Freizeitreitlehrer, 40.Semester)
Man lernt halt nie aus...
> Der Tierarzt ist für seine Abzocke bekannt und das war auch offensichtlich -
> nur leider ist er in meiner Gegend der einzige und schnellste. Man weiss
> auch, dass er finanzielle Probleme hat.
Wenn er als Abzocker bekannt ist oder sonst keinen guten Ruf hat, warum
hast Du ihn geholt? Wenn man aus welchen Gründen auch immer, mit einem
TA nicht zufrieden ist, muss man ja nicht Kunde bei ihm sein.
> Daraufhin habe ich den Tierarzt gerufen, der eine Verschiebung des
> Nieren-Milzbandes diagnostizierte.
?????
Hat *er* das so formuliert? Wenn *Du* Dich so gut auskennst, hättest
Du das aber *so* nicht unkommentiert hier schreiben dürfen.
> Die Behandlung in der Klinik war folgende:
> Als erstes ins Paddock und hoffen, dass sich Pferd wälzt.
> Hat er nicht, weil das Schmerzmittel noch zu stark gewirkt hat.
> Dann Kreislauf stabilisieren, Mittel spritzen, dass die Milz etwas
> zusammenzieht und Mittel, dass die Schmerzen verstärkt.
> Pferd wieder auf Paddock, wälzen und gut wars.
Wenn Du das alles schon vorher wusstest und soviel Erfahrung hast,
hättest Du ja bei Deiner Erfahrung genau dieses Verfahren selber
durchführen können oder das Pferd gleich in die Klinik fahren können.
Warum holst Du einen TA, wenn Du seine Behandlungsweise nicht
akzeptierst und der Meinung bist, es sowieso besser zu wissen als er?
> Von der Arie mit dem andern Tierarzt hab ich nichts in der Klinik
> erzählt, um ihn nicht zu denunzieren - ist nicht mein Wille.
Im Sinne einer vernünftigen Anamnese, wäre dies sogar notwendig gewesen
und hat mit Denunzierung gar nichts zu tun. Dann hättest Du vielleicht
auch von erfahrenen Kliniktierärzten eine kompetente Antwort erhalten,
ob die Vorbehandlung nun richtig oder falsch war. Ich habe allerdings
den sachten Eindruck, Du möchtest lieber bei Deiner Meinung über den TA
bleiben und willst gar keine kompetente Antwort haben.
> Was mich nur so stört ist
> 1. Dem Tierarzt wurde von 2 erfahrenen Pferdeleuten (zusammen mehr als >35
> Jahre Erfahrung) gesagt, was man vielleicht tun kann - dies wurde
> kategorisch abgelehnt.
Siehe oben, ....wenn Du so sehr erfahren bist, warum holst Du einen TA?
Grins Deine Rechnung bezüglich doppelter Erfahrung ist ja lustig ;-)
Im übrigen gibt es ganz viele Leute, die sich für erfahren halten und
wenn die TÄ immer darauf hören würden, kämen sie wahrscheinlich in
Teufels Küche. Wenn der TA nämlich wider besseren Wissens genau das
tut, was manche Pferdebesitzer für richtig halten und der Zausel dann
eingeht, sind es gerade diese Besitzer, die *dann* selbstverständlich
den TA auch dafür verantwortlich machen...
> Ich brauch ihn aber, weil ich die Diagnose ja nicht
> stellen kann.
Ach so, dann hat der TA vielleicht doch einen kleinen Erfahrungsvorsprung?
> 2. Die verschenkten 4 Stunden, die dazu führten, dass der Dickdarm geschoppt
> hat, wodurch der Sack noch schwerer und damit eine selbständige
> Rückverlagerung der Milz immer unwahrscheinlicher wurde.
Ähem Rückverlagerung der Milz?? oder was??
> Ausserdem will ich ja die Rechnung nicht nicht zahlen, sondern eben nur
> Anfahrt und Materialkosten, die er ja ohne Zweifel aufgebracht hat.
Welche Kosten genau willst Du nicht bezahlen, und in welcher Höhe??
Wenn Du so sicher bist, dann bemühe halt einen Rechtsanwalt ;-) und nicht
die NG. Ich befürchte allerdings, es wird schwierig werden, dem TA einen
gravierenden Fehler nachzuweisen, aufgrund dessen Du die Zahlung
verweigern könntest. Er ist auf deinen Anruf schnell in den Stall
gekommen - er hat schnell mit der Behandlung begonnen, ja er hat sogar
die richtige Diagnose gestellt nach 4 Stunden hat er Dir den
vernünftigen Rat gegeben, mit dem Pferd in die Klinik zu kommen.
Mir scheint, das einzige, was Du ihm vorwirfst, ist die Tatsache,
dass er nicht genau das getan hat, was Du gerne gehabt
hättest und nu brauchst Du ein Forum, wo Du über den TA mal so richtig
ablästern kannst.
Wenn Du die 4 Stunden als verschenkte Zeit betrachtest - die hättest Du
bei *Deiner Erfahrung* doch selber vermeiden können, indem Du das Pferd
"sofort" in die Klinik gefahren hättest, - was bei starker Kolik immer
vernünftiger ist, als zu lange zu Hause auf Besserung zu warten, oder
wolltest Du vielleicht einfach nur Geld sparen, weil Du dachtest der TA
kriegt das zu Hause schon wieder hin und nu ärgerst Du Dich, dass Du
trotzdem zwei Rechnungen bezahlen musst? Nix für ungut.
Statt dessen solltest Du Dich freuen, dass Dein Pferd die Kolik ohne OP
überlebt hat und es ihm wieder gut geht - einem echten Pferdemenschen
sind die Kosten dann egal.
Gruss Luise
> Robert Blasius <robert...@yahoo.de> wrote in message
> news:<418883b2$0$20871$afc3...@auth.de.news.easynet.net>...
>
>> Der Tierarzt ist für seine Abzocke bekannt und das war auch
>> offensichtlich - nur leider ist er in meiner Gegend der einzige und
>> schnellste. Man weiss auch, dass er finanzielle Probleme hat.
>
> Wenn er als Abzocker bekannt ist oder sonst keinen guten Ruf hat, warum
> hast Du ihn geholt?
Siehe einen Absatz weiter oben - er ist der einzige. Die Klinik ist 45
Kilometer weg.
> Wenn man aus welchen Gründen auch immer, mit einem
> TA nicht zufrieden ist, muss man ja nicht Kunde bei ihm sein.
Geb ich dir recht, siehe oben.
> Wenn Du das alles schon vorher wusstest und soviel Erfahrung hast,
> hättest Du ja bei Deiner Erfahrung genau dieses Verfahren selber
> durchführen können oder das Pferd gleich in die Klinik fahren können.
> Warum holst Du einen TA, wenn Du seine Behandlungsweise nicht
> akzeptierst und der Meinung bist, es sowieso besser zu wissen als er?
Bin ich nicht, siehe oben, lies weiter bis unten!
>
>> Von der Arie mit dem andern Tierarzt hab ich nichts in der Klinik
>> erzählt, um ihn nicht zu denunzieren - ist nicht mein Wille.
>
> Im Sinne einer vernünftigen Anamnese, wäre dies sogar notwendig gewesen
> und hat mit Denunzierung gar nichts zu tun. Dann hättest Du vielleicht
> auch von erfahrenen Kliniktierärzten eine kompetente Antwort erhalten,
> ob die Vorbehandlung nun richtig oder falsch war.
Die Diagnose war bekannt, Medikamentengabe auch. Mehr braucht der TA der
Klinik im Moment nicht wissen.
> Ich habe allerdings den sachten Eindruck, Du möchtest lieber bei Deiner >
Meinung über den TA
> bleiben und willst gar keine kompetente Antwort haben.
>
Ich hab den Eindruck du redest ohne zu denken, sorry.
>> Was mich nur so stört ist
>> 1. Dem Tierarzt wurde von 2 erfahrenen Pferdeleuten (zusammen mehr als
>> >35 Jahre Erfahrung) gesagt, was man vielleicht tun kann - dies wurde
>> kategorisch abgelehnt.
>
> Siehe oben, ....wenn Du so sehr erfahren bist, warum holst Du einen TA?
> Grins Deine Rechnung bezüglich doppelter Erfahrung ist ja lustig ;-)
Damit wollte ich sagen, dass ich nicht der einzige bin, der in dem Moment
mit dem TA geredt hat.
> Im übrigen gibt es ganz viele Leute, die sich für erfahren halten und
> wenn die TÄ immer darauf hören würden, kämen sie wahrscheinlich in
> Teufels Küche. Wenn der TA nämlich wider besseren Wissens genau das
> tut, was manche Pferdebesitzer für richtig halten und der Zausel dann
> eingeht, sind es gerade diese Besitzer, die *dann* selbstverständlich
> den TA auch dafür verantwortlich machen...
Da hast du sicherlich recht.
>> Ich brauch ihn aber, weil ich die Diagnose ja nicht
>> stellen kann.
>
> Ach so, dann hat der TA vielleicht doch einen kleinen Erfahrungsvorsprung?
Ich hab nie behauptet TA zu sein. Auch in den anderen Postings nicht. Bist
du schlecht drauf oder was?
>> 2. Die verschenkten 4 Stunden, die dazu führten, dass der Dickdarm
>> geschoppt hat, wodurch der Sack noch schwerer und damit eine selbständige
>> Rückverlagerung der Milz immer unwahrscheinlicher wurde.
>
> Ähem Rückverlagerung der Milz?? oder was??
Falsch ausgedrückt, aber es war klar, was gemeint ist.
>> Ausserdem will ich ja die Rechnung nicht nicht zahlen, sondern eben nur
>> Anfahrt und Materialkosten, die er ja ohne Zweifel aufgebracht hat.
>
> Welche Kosten genau willst Du nicht bezahlen, und in welcher Höhe??
> Wenn Du so sicher bist, dann bemühe halt einen Rechtsanwalt ;-) und nicht
> die NG.
Sorry, dass ich es gewagt habe.
Immerhin hab ich auch vernüftige Antworten erhalten.
> Ich befürchte allerdings, es wird schwierig werden, dem TA einen
> gravierenden Fehler nachzuweisen, aufgrund dessen Du die Zahlung
> verweigern könntest. Er ist auf deinen Anruf schnell in den Stall
> gekommen - er hat schnell mit der Behandlung begonnen, ja er hat sogar
> die richtige Diagnose gestellt nach 4 Stunden hat er Dir den
> vernünftigen Rat gegeben, mit dem Pferd in die Klinik zu kommen.
Das hat er nicht, er gab mir den Rat erst zu ihm zu kommen und dann ggfs. in
die Klinik zu fahren.
> Mir scheint, das einzige, was Du ihm vorwirfst, ist die Tatsache,
> dass er nicht genau das getan hat, was Du gerne gehabt
> hättest und nu brauchst Du ein Forum, wo Du über den TA mal so richtig
> ablästern kannst.
Da scheinst du falsch zu scheinen. Lies die anderen Postings.
> Wenn Du die 4 Stunden als verschenkte Zeit betrachtest - die hättest Du
> bei *Deiner Erfahrung* doch selber vermeiden können, indem Du das Pferd
> "sofort" in die Klinik gefahren hättest, - was bei starker Kolik immer
> vernünftiger ist, als zu lange zu Hause auf Besserung zu warten, oder
> wolltest Du vielleicht einfach nur Geld sparen, weil Du dachtest der TA
> kriegt das zu Hause schon wieder hin und nu ärgerst Du Dich, dass Du
> trotzdem zwei Rechnungen bezahlen musst? Nix für ungut.
Das ist ja schon fast unverschämt. Die verschiedenen Arten und Ursachen von
Koliken sind dir bekannt?
Es gibt durchaus Koliken, die durch Gabe von Medikamenten und Führen von
selbst wieder weggehen. Ohne Diagnose brauch ich nicht mein Pferd irgendwo
hineiern. Was, wenn es nun gar keine Kolik ist, sondern z.B. eine
Kreislaufschwäche o.ä.? Ist es dann sinnvoll das Pferd in der Gegend rum zu
kutschieren?
Nebenbei, sind die Symptome für Koliken bei den verschiedenen Pferden recht
unterschiedlich.
> Statt dessen solltest Du Dich freuen, dass Dein Pferd die Kolik ohne OP
> überlebt hat und es ihm wieder gut geht - einem echten Pferdemenschen
> sind die Kosten dann egal.
Moment, das ist nicht mein einziges Pferd. Leider muss man ab und zu auch
wirtschaftlich denken.
Einem fast 24-jährigen Pferd tut eine OP sicher nicht mehr gut, von der
anschliessenden Zwangspause von mind. 4 Wochen ganz zu schweigen.
Da steht einfach Risiko gegen Vernunft und Geldbeutel.
Ich hab das Pferd seit mehr als 15 Jahren und ihm ne Menge zu verdanken.
Solche Entscheidungen sind für niemanden leicht und wenn sie hätten
vermieden werden können, dann erst recht nicht.
Ich denke nicht, dass du in der Position bist, solche Urteile zu fällen.
> Gruss Luise
Wie schon gesagt, du solltest vielleicht erstmal eine Diskussion verfolgen,
bevor du dich einmischt.
Ich hab durchaus kompetente Ratschläge erhalten und auch noch andere
Möglichkeiten als die NG. Mich hat in diesem Fall nur die Meinung anderer
interessiert.
> Daraufhin habe ich den Tierarzt gerufen, der eine Verschiebung des
> Nieren-Milzbandes diagnostizierte.
> Diese Art Kolik ist mir nicht unbekannt und daraufhin habe ich dem Tierarzt
> gesagt, dann lassen wir das Pferd wälzen. Worauf der Tierarzt meinte, erst
> bekommt er ein Schmerzmittel,ein Mittel gegen die Krampfungen und das
> übliche Führen und Stehenlassen. In 4 Stunden sollte alles wieder in
> Ordnung sein. Meine Schwester hatte zwischenzeitlich auch nochmal mit ihm
> geredet und gemeint, das Pferd muss sich zumindest wälzen.
Lass mich das bitte klarstellen:
- Du hast ein krankes Pferd mit einer Diagnose, der Du vertraust.
- Dir ist die Krankheit bekannt, und Du weist eine Behandlung, die aus
Deiner Erfahrung helfen wird.
- Der Tierarzt schlaegt eine andere vor.
- Du entschliesst Dich, auf den Tierarzt zu vertrauen.
- Du bist sauer auf den Tierarzt, weil Du recht hattest
Soweit, so gut - aber warum _hast_ Du das Pferd nicht waelzen lassen?
Natuerlich ist das eine Entscheidung von ungeheuren Ausmassen -
schliesslich geht es um das Leben Deines Pferdes - aber am Ende bleibt
es doch am Besitzer haengen, welche Entscheidung er trifft, ob er dem TA
vertraut oder nicht.
Tieraerzte sind auch Menschen. Deiner hat sich sicherlich etwas bei der
Sache gedacht, u.U. nur, dass, wenn das Waelzen die Sache schlimmer
macht, keine Moeglichkeit mehr bestehen wuerde, etwas dagegen zu tun -
was beim Waelzen-in-der-Klinik ganz anders gelagert ist.
Wenn der Tierarzt etwas vorschlaegt, dass meinen Erfahrung/meinem
Gefuehl so ganz und gar wiederspricht, lasse ich mir die Sache genau
erklaeren - und treffe dann meine Entscheidung. Schiefgehen kann's so
oder so, aber ich koennte mir eher vergeben, das Beste getan zu haben,
und es war falsch, und der <Profi> hatte doch recht, als das Beste
_nicht_ getan zu haben, und der <Profi> hatte doch unrecht, und mein
Pferd leidet darunter. Das habe ich mit dem Sattler gemacht, und mein
Kleiner giing durch die Hoelle; das habe ich nicht mit der Rehe gemacht,
als der TA nach einem Abzess bohren wollte - und somit mein Pferd vor
groesserem Schaden bewahrt.
So oder so ist die Entscheidung eine ungemein schwierige; aber
letztendlich bleibt sie, solange das Pferd in Deiner Obhut ist, die
Deinige.
Ich freu mich, dass Dein Pferdi das Ganze gut ueberstanden hat!
Catja
und der Count
Sprich wenn man Glück hat, entwirrt es sich, wenn man Pech hat wird's noch
schlimmer, der Darm verdreht sich oder wird in eine Lage bugsiert, bei der er
durch die Organe abgequestscht wird.
Genau das hat meiner Stute (damals 4 Jahre alt) das Leben gekostet.
Also nicht wild, unqualifiziert und mit Schimpfwörtern ÖFFENTLICH einen
Tierarzt, der schliesslich das Leben des Pferdes retten wollte, als Pfuscher
und so weiter titulieren.
Ich bin ja froh daß es Deinem Pferd besser geht, aber wenn ich Tierarzt wäre
würde ich darum betem, von Kunden wie Dir verschont zu bleiben, die sowieso
alles besser wissen, und mich mich dann in einem öffentlichen Forum
beschimpfen.
Du weisst nicht, ob nicht gerade das, was der Tierarzt getan hat, Deinem Pferd
das Leben gerettet hat. Hätte sich meine NICHT gewälzt wäre sie vielleicht noch
am Leben !
Petra
Ruettiger Petra schrieb:
>
> Du weisst nicht, ob nicht gerade das, was der Tierarzt getan hat, Deinem Pferd
> das Leben gerettet hat. Hätte sich meine NICHT gewälzt wäre sie vielleicht noch
> am Leben !
>
mir tut es leid das dein pferd dadurch gestorben ist, aber: seltenes ist
selten und haeufiges ist haeufig. Dein pferd war wohl eine ausnahme.
Denn in der regel ist der darm nach verutschen immer noch an seine
aufhaengung (gekroese) fest, und sobald die ganze organe ein bisschen
schieben beim waelzen sollte diese aufhaengung passiv den darm zuruck
schieben.
Anders mag es sien wenn 1. die aufhaengung gerissen ist an der stelle,
2. der kolik schon laenger besteht und sich deswegen kot in den
verschobenen darm reinkomt, und nicht mehr raus kann wegen der engstelle
(bzw schon abgestorben ist), 3. bei unglaubliches pech (jede anatomie
ist anders).
es ist aber so das die wahl der methoden bei diese kolikart waelzen ist.
Die gegebene medikamenten sind nicht wirklich sinnvol, sie beheben
vielleicht schmerz aber eine erfolgreiche behebng der ursache ist es
nicht. auf jeden fall nicht als einziges mittel.
Einzige sinnvolle alternative waere operativ den darm wieder zurueck zu
legen, aber op ist nun mal nicht vor zu ziehen wenn andere methoden sich
bewaehrt haben(wie gesagt: ausnahmen...)und op ist auch sicher nicht
risikofrei.
nfu cloudy
> > Du weisst nicht, ob nicht gerade das, was der Tierarzt getan hat, Deinem Pferd
> > das Leben gerettet hat. Hätte sich meine NICHT gewälzt wäre sie vielleicht noch
> > am Leben !
Hi Cloudy,
> es ist aber so das die wahl der methoden bei diese kolikart waelzen ist.
> Die gegebene medikamenten sind nicht wirklich sinnvol,
Bist Du da soo sicher? Zum Ersten, hat die Gabe von Schmerzmitteln
bei starken Schmerzen auch was mit Tierschutz zu tun – oder hältst Du
es für sinnvoll, unnötig zuzulassen, dass ein Tier Schmerzen hat,
obwohl man es durch Medikamente mildern könnte?
Zum Zweiten reagieren Pferde bei Schmerzen unterschiedlich – möchtest
Du ein Pferd im Stall behandeln oder gar mit einem Pferd im Hänger
fahren müssen, dass vor Schmerzen tobt und sich hin und her wirft?
Sag jetzt bitte nicht, dass so etwas nicht passieren würde.
Wie Du schon selber in Deinem Buch gelesen hast, ist die hier
beschriebene Behandlung im Sinne einer Erstversorgung durchaus
sinnvoll und m. E. auch angebracht – alles Weitere sollte wirklich in
einer Klinik unter Überwachung stattfinden, da dort wesentlich mehr
Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Möglich kann das Wälzen in einigen leichteren Fällen die
Rückverlagerung des Darmes herbeiführen – in anderen Fällen, wie Petra
schon schrieb - kann es die Sache verschlimmern und erst recht zum
Tode führen.
> Einzige sinnvolle alternative waere operativ den darm wieder zurueck zu
> legen, aber op ist nun mal nicht vor zu ziehen wenn andere methoden sich
> bewaehrt haben(wie gesagt: ausnahmen...)und op ist auch sicher nicht
> risikofrei.
Selbstverständlich ist eine OP überhaupt nicht risikofrei und bei
einem 24jährigen Pferd ist es erst recht fraglich, ob man das dem Tier
noch zumuten soll. Allerdings gibt es gerade in einer Klinik weitaus
mehr Möglichkeiten eine Kolik samt Nebenwirkungen zu behandeln. Du
weißt sicher, warum die Pferde z. B. literweise Infusionen erhalten
gelle.
Viele Grüsse
Luise
Luise Sanders schrieb:
> Claudia Hochheimer <wa...@gmx.de> wrote in message news:<2vcpe4F...@uni-berlin.de>...
>>es ist aber so das die wahl der methoden bei diese kolikart waelzen ist.
>>Die gegebene medikamenten sind nicht wirklich sinnvol,
>
>
> Bist Du da soo sicher? Zum Ersten, hat die Gabe von Schmerzmitteln
> bei starken Schmerzen auch was mit Tierschutz zu tun – oder hältst Du
> es für sinnvoll, unnötig zuzulassen, dass ein Tier Schmerzen hat,
> obwohl man es durch Medikamente mildern könnte?
jein. SIcher ist es prinzipiell nicht zu zu muten das ein lebewesen mehr
schmerzen als noetig hat, aber es ist immer ein kosten nutzen rechnung.
Wenn das pferd wegen herabgesetzte schmerzen nicht mehr walzen will,
dadurch der verlagerte darm nicht zurueckrutscht, voller kot gelangt,
die gefaesse stranguliert werden, der darm dadurch abstirbt, das pferd
nicht inneerhalb 6 st operiert wird, dann stirbt es. Hatte zwar keine
schmerzen aber ist dafuer tot. Sicher nicht die sinnvolle variante oder?
Das ist aber die gefahr (die laut die famulanten bei denen ich dienste
mitlaufe, nicht sooo selten nach schmerzmittel) die man damit eingeht.
> Zum Zweiten reagieren Pferde bei Schmerzen unterschiedlich – möchtest
> Du ein Pferd im Stall behandeln oder gar mit einem Pferd im Hänger
> fahren müssen, dass vor Schmerzen tobt und sich hin und her wirft?
nein. aber es ist leider bei koliken haeufig der fall. Die meisten
koliken gehen aber mit ruhepausen einher, und in die momenten soll man
dan ans pferd dran. Ist klar leichter gesagt als getan. Aber diesen
moment muss man abwarten, mindestens um spritzen zu koennen.
Der TA von unserem falle aber spritze erst nach der untersuchung und
diagnose, also koenne man daraus doch schliessen das das pferd nicht so
schlimm die waende hoch ging ohne pausen oder?
Naturlich ist das was ich hier erzaehle lehrbuch kram und die praxis
wird haeufig anders aussehen. Im o.g. fall aber wuerde nach der
schemrzmittelgabe keine weitere aktion unternommen, und das ist imho
nicht ganz richtig gewesen. Vor allem im bezug auf die frage ob der
pferdebesitzer die ganze rechnung bezahlen muss oder nicht.
Klar mag es faellen geben wo man eben so reagierne muss mit
schmerzmittel, damit man bis zu klinik kommt. Aber da sollte dann noch
mal untersucht und weiter therapiert werden.
> Sag jetzt bitte nicht, dass so etwas nicht passieren würde.
tu ich nicht, s.o.
>
> Wie Du schon selber in Deinem Buch gelesen hast, ist die hier
> beschriebene Behandlung im Sinne einer Erstversorgung durchaus
> sinnvoll und m. E. auch angebracht – alles Weitere sollte wirklich in
> einer Klinik unter Überwachung stattfinden, da dort wesentlich mehr
> Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
genau.
>
> Möglich kann das Wälzen in einigen leichteren Fällen die
> Rückverlagerung des Darmes herbeiführen – in anderen Fällen, wie Petra
> schon schrieb - kann es die Sache verschlimmern und erst recht zum
> Tode führen.
ja,koennen tut es das sicher. Es ist aber eine frage der
warscheinlichkeiten. Und die statistik sagt das im normal fall diese
therapie erfolg gibt. Deswegen sind solche aussagen mit vorsicht zu
geniessen. Es ist sicher richtig das pferde dabei sterben koennen. aber
es ist nicht richtig es so zu sagen das deswegen die pferden nicht
waelzen sollten, weil sie dann sterben.
Das ist so wie: du sollst nicht reiten weil das pferd kann dabei tot
umkippen und umfallen und du landest drunter und brichst ein bein dabei
(unschoene geschichte, habe ich mal gehoert über eins der
reitschulpferden bei uns damals, war ein 16 jaehriger kaltblutwallach
ohne je problemen, akutes herzversagen, nix mehr zu machen, reiter hatte
lange schock, und mehrere monaten gips.)
EIne milz-nierenband-kolik ist gar nicht mal so selten, und da der
engpass nicht so eng ist, kann der darm idr von selber zuruck rutschen.
>
> Selbstverständlich ist eine OP überhaupt nicht risikofrei und bei
> einem 24jährigen Pferd ist es erst recht fraglich, ob man das dem Tier
> noch zumuten soll.
sehe ich genau so. alleine das narcose risiko ist viel hoeher, dazu
kommen dann noch so sachen wie problemen mit der wundheilung etc etc
genau desgeen sollte man doch erst versuchen richtig konservativ (also
ohne op) zu behandeln, oder?
Allerdings gibt es gerade in einer Klinik weitaus
> mehr Möglichkeiten eine Kolik samt Nebenwirkungen zu behandeln.
ja, das stimmt sicher!
Du
> weißt sicher, warum die Pferde z. B. literweise Infusionen erhalten
> gelle.
ja, wegen exikation (austrocknung wegen wasserverlust zb) oder wegen
haematokrit und tpp werten, oder wegen elektrolytenhaushalt, oder schock
und vor allem nach op's wegen blutverluste
sollte aber normal bei eine konservative behandlung von o.g. kolik art
nicht noetig sein, ausser wenn das pferd so stark in sein allgemein
befinden gestoert ist das es nicht trinkt seit laengerem. Dann sollte es
aber glaube ich eh besser in die klinik.
>
> Viele Grüsse
> Luise
lg cloudy (die jetzt ein par monaten im nachtdienst mitarbeitet in der
pferdechirurgie, ambulanz, und hofft da eine famulatur anfangen zu
koennen, und naechstes semeseter im kolikerteam mit zu machen (op s ohne
ende) )