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Grundsatzfrage: Wieso muß man sein Pferd schlagen?

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Theresia Steinkogler

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Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Hallo liebe NG!

Ich habe mir die Postings der letzten Tage durchgelesen, und es hat mich
wirklich schockiert, daß es manchen Reitern total normal erscheint, sein
Pferd zu schlagen.

Ich hoffe Ihr teilt mit mir die Meinung, daß ein Pferd unser Freund sein
sollte. Ohne ein Pferd wäre der Reitsport einfach unmöglich - wir können
als Reiter also den Pferden dankbar sein, daß sie existieren und uns als
Freund bzw. Familie ansehen.

Weiters: Stellt Euch vor, Ihr habt einen guten Freund. Oder nehmen wir
gleich euren besten Freund (Mensch!). Der vertraut Euch, sagt Euch jedes
Geheimnis, wenn du krank bist hilft er dir und besucht dich, ist immer
treu....würdest Du genau dieser Person eine runterhaun, nur weil er mal
nicht deiner Meinung ist, oder dich nicht versteht????? Ich seh das
genauso mit den Pferden. Sind unsere besten Freunde, sperren sie in
Boxen, nehmen ihnen damit jede Freiheit (nein, ich bin keine
Extrimistin, aber das muß ich erwähnen um gewissen Personen die Augen zu
öffnen...), und als Dank dafür prügeln wir sie windelweich.

Denken denn wirklich soviele Reiter nicht mehr daran, daß so ein Pferd
eigentlich ein Wildtier ist, mit Instinkten?
Ein Pferd ist ein Fluchttier. Erschrickt es, so läuft es in freier
Wildbahn erst mal davon, und guckt von gewisser Entfernen und denkt sich
" was um alles in der Welt war dass jetzt????". Wieso müssen manche
Reiter ihr Pferd gleich mit der Gerte schlagen, nur weil das Pferd vor
einem Richterhaus oder einem Schirm davon hüpfen. Wäre es nicht
sinnvoller, dem Pferd die Möglichkeit zu geben sich alles in Ruhe
anzuzschaun und damit eine gewisse Basis an VErtrauen aufzubauen???
Deshalb finde ich es absolut wichtig, daß es immer noch gleich denkende
Reiter gibt, die ihrem Pferd, die Angst nehmen wollen (durch Spiele,
Scheutraining, Ausritte mit erfahrenen Pferden...) und Vertrauen
schaffen, um GEMEINSAM mit VERTRAUEN (und nicht durch ANGST vor
Schlägen) den Reitsprt geniessen können.

Ich könnte noch hunderte Seiten schreiben, weil mich das Thema einfach
aufregt. Yuma (und auch andere), fragt mal diese prügelnden Reiter, was
sie ohne Pferde machen würden (weil der beste Freund des Menschen es
satt hat, für ihn zu schuften und dann auch noch geschlagen zu werden)?
Zu Fuß um die Bahn laufen und alleine im Wald herumlaufen! (Vielleicht
selber noch wiehern und andere Reiter schlagen ;-))) Wieso hält man
sich einen (so teuren) Freund, wenn man ihn dann prügelt? Besucht Monty
Roberts und viele andere, die es bgriffen haben, wie man sich ein Pferd
zum Freund macht und nicht zum Untertan! Ganz einfach!

Kann sich jemand erklären wieso Pferde geschlagen werden? Angst vor dem
großen Tier? Komplexe? Die Lust jemand, der sich nicht wehren kann,
unterdrücken zu können???

Ich hoffe, ihr haltet mich jetzt nicht für zu extrem, aber ich verstehs
einfach nicht. Ich könnte nie meinem Mocki eine mit der Gerte
drüberziehen, nur weil er vor einem Holzstoß mal zur Seite hüpft. Oder
ihn schlagen, weil er nicht das macht was ich will (z.B. angaloppieren).
Ich denk mir immer: vielleicht liegt der Fehler bei mir? War meine Hilfe
zu undeutlich? Kennt er sich nicht aus? Dann probier ich es nochmal, und
siehe da, es klappt ! Wäre doch mal ein Anfang, Gerte weg - Hirn her!

Liebe Grüße, Resi und Mocki, der hofft, die zu solchen
"Pferdeliebhabern" zu kommen.


Ardenner

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
On Mon, 18 Sep 2000 18:15:04 +0200, Theresia Steinkogler
<theresia.s...@jk.uni-linz.ac.at> wrote:

>Hallo liebe NG!
>
>Ich habe mir die Postings der letzten Tage durchgelesen, und es hat mich
>wirklich schockiert, daß es manchen Reitern total normal erscheint, sein
>Pferd zu schlagen.
>
>Ich hoffe Ihr teilt mit mir die Meinung, daß ein Pferd unser Freund sein
>sollte. Ohne ein Pferd wäre der Reitsport einfach unmöglich - wir können
>als Reiter also den Pferden dankbar sein, daß sie existieren und uns als
>Freund bzw. Familie ansehen.
>
>Weiters: Stellt Euch vor, Ihr habt einen guten Freund. Oder nehmen wir
>gleich euren besten Freund (Mensch!). Der vertraut Euch, sagt Euch jedes
>Geheimnis, wenn du krank bist hilft er dir und besucht dich, ist immer
>treu....würdest Du genau dieser Person eine runterhaun, nur weil er mal
>nicht deiner Meinung ist, oder dich nicht versteht????? Ich seh das
>genauso mit den Pferden. Sind unsere besten Freunde, sperren sie in
>Boxen, nehmen ihnen damit jede Freiheit (nein, ich bin keine
>Extrimistin, aber das muß ich erwähnen um gewissen Personen die Augen zu
>öffnen...), und als Dank dafür prügeln wir sie windelweich.
>

gibt es leider, habe ich auch schon gesehen :(


>Denken denn wirklich soviele Reiter nicht mehr daran, daß so ein Pferd
>eigentlich ein Wildtier ist, mit Instinkten?
>Ein Pferd ist ein Fluchttier. Erschrickt es, so läuft es in freier
>Wildbahn erst mal davon, und guckt von gewisser Entfernen und denkt sich
>" was um alles in der Welt war dass jetzt????". Wieso müssen manche
>Reiter ihr Pferd gleich mit der Gerte schlagen, nur weil das Pferd vor
>einem Richterhaus oder einem Schirm davon hüpfen. Wäre es nicht
>sinnvoller, dem Pferd die Möglichkeit zu geben sich alles in Ruhe
>anzuzschaun und damit eine gewisse Basis an VErtrauen aufzubauen???
>Deshalb finde ich es absolut wichtig, daß es immer noch gleich denkende
>Reiter gibt, die ihrem Pferd, die Angst nehmen wollen (durch Spiele,
>Scheutraining, Ausritte mit erfahrenen Pferden...) und Vertrauen
>schaffen, um GEMEINSAM mit VERTRAUEN (und nicht durch ANGST vor
>Schlägen) den Reitsprt geniessen können.

habe ich auch schon gepredigt, aber unser FN Reitlehrer meinte : Wozu
?

Der hat NICHTS kapiert, wollte uns immer nur stur Runden in der Halle
ziehen lassen. SO lernt man keinen guten Pferdeumgang.

>Kann sich jemand erklären wieso Pferde geschlagen werden? Angst vor dem
>großen Tier? Komplexe? Die Lust jemand, der sich nicht wehren kann,
>unterdrücken zu können???
>
>Ich hoffe, ihr haltet mich jetzt nicht für zu extrem, aber ich verstehs
>einfach nicht. Ich könnte nie meinem Mocki eine mit der Gerte
>drüberziehen, nur weil er vor einem Holzstoß mal zur Seite hüpft. Oder
>ihn schlagen, weil er nicht das macht was ich will (z.B. angaloppieren).
>Ich denk mir immer: vielleicht liegt der Fehler bei mir? War meine Hilfe
>zu undeutlich? Kennt er sich nicht aus? Dann probier ich es nochmal, und
>siehe da, es klappt ! Wäre doch mal ein Anfang, Gerte weg - Hirn her!

Weil viele Menschen ein Pferd immer noch wie ein Sportgerät behandeln,
nicht wie einen lebendigen Freund.

Die sind so blöd das sie ganricht kapieren das sie selber die
Schreckempfindlichkeit ihrer Pferde verstärken.

Ich bilde die Pferde so aus das ich ihnen sage: Wenn du wirklich nicht
magst dann steige ich eben ab und zeige dir das es ungefährlich ist.

Das Leitpferd hat gefälligst an gefährlichen Stellen vorasu zu gehen.

So denken Pferde , so muss man sie behandeln.
Wenn sie dan geshen haben das der Mensch das böse
Pferdefresshinderniss anfasst oder sich drausfsetzt dann wird das
isntiktive Angstverhalten durch erlerntes Verhalten erstzt.

Wenn das Pferd weiss das es im Notfall den geregelten Rückzug antreten
kann wird es selber mutiger werden.
Ein Pferd das Angst vor dem Hinderniss UND vor Schlägen hat wird nie
mutiger werden....

Gruß
Uwe

Shamsi

unread,
Sep 19, 2000, 2:39:19 AM9/19/00
to
Da ist dann noch ein Unterschied zwischen Prügeln, und einem lehrsahmen
Klaps.
Wenn mein junger Hengst mich mit den anderen Junghengsten verwechselt,
antworte ich ihm genauso deutlich, wie es das ranghöchste Tier auf der Wiese
tun würde. Nur um diese Deutlichkeit hinzukriegen, ist das bei mir mit einem
anderen Kraftaufwand verbunden, als bei einem 600kg Pferd. Das Pferd tritt
einmal ganz elegant mit seinem Bein aus, oder beiss dem Jungspund beherzt
uin den Hals-wenn ich das tun würde, denkt er, ich will Zärtlichkeiten
austauschen *g* Also muss ich schon deutlicher werden, was dann Menschen,
die nicht wissen worum es geht (im Zweifel um mein Leben) als brutal
vorkommt. Das endet dann bestimmt nicht in wildem Peitschengeprügel, aber
immerhin doch mit EINEM Striemen auf dem Ar...
Wenn ich mein Pferd als Pferd behandeln will, dann immer-und nicht nur, wenn
es grade "politisch korrekt" ist. Vetrauen kann man nur bekommen, wenn man
berechenbar ist. Willkürliche Schläge, nur weil man selber schlechte Laune
hat, oder unfähig ist sich seinem Pferd verständlich zu machen, oder weil
das Pferd mal nen miesen Tag hat lehne ich auch absolut ab und ich habe
nicht einen Funken Verständnis dafür. Aber in dem Moment, wo mir ein Pferd
an den Pelz will gibts was an die Ohren, das es darüber die nächste Zeit
keine Diskussionen gibt. Gerade bei den jungen Hengsten reicht dann
meistens ein böser Blick, um eine Wiederholung auszuschliessen. Ich erlebe
das jetzt fast täglich mit meinem kleinen-er testet ob ich wirklich bereit
bin, meinen Chefsessel zu verteidigen. Und er denkt sich alle naselang was
neues aus-und bekommt mit aller Regelmässigkeit was an die Ohren :-) Das tut
nicht wirkich weh(welcher Mensch kötte einem Pferd mit der flachen Hand
Schmerzem bereiten? Ich laufe auch nicht immer mit ner Gerte in der Hand
rum...), aber zeigt ihm :bis hierher und nicht weiter! Und die gleiche
Masche versucht er nie zweimal...

Ich denke, wenn die Rangordnung einaml deutlich klargemacht worden ist, hat
Mensch/Pferd auf Dauer mehr davon. Der Mensch weiss, dass ihm sein Pferd
nicht in den Nacken springt, und das Pferd kann sich ganz entspannt seinem
Menschen unterordnen und sich ein gemütliches Leben machen.

Shamsi


Shamsi

unread,
Sep 19, 2000, 2:47:01 AM9/19/00
to

Beat Leuppi

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hallo Theresia

le Mon, 18 Sep 2000 18:15:04 +0200, Theresia Steinkogler
<theresia.s...@jk.uni-linz.ac.at> a écrit:

>Hallo liebe NG!
>
>Ich habe mir die Postings der letzten Tage durchgelesen, und es hat mich
>wirklich schockiert, daß es manchen Reitern total normal erscheint, sein
>Pferd zu schlagen.
>

Ich glaube du verallgemeinerst da ein bisschen.
Ueber die Leute die ihre Pferde prügeln brauche ich nicht zu
schreiben, da sind wahrscheinlich alle hier deiner Meinung!

Was die Gerte betrifft, finde ich solltest du ein bisschen
differenzieren, und es nicht gleich Prügel setzen.

Dein Vergleich mit den Menschen ist sehr schön, aber nimm anstelle
eines Freundes Dein Kind. Kinder sind ständig dabei ihre Grenzen
auszutesten, und wenn sie diese überschreiten ist halt eine Strafe
fällig [das ist jetzt natürlich sehr vereinfacht]. Und als Strafe
können im Extremfall körperliche Strafen ganz wirksam sein, wobei aus
meiner Erfahrung weniger die Schmerzen zählen, sondern eben die
Tatsache dass bestraft wurde.

Genauso ist es mit der Gerte. Ich sehe das bei Laura, welche manchmal
ein bisschen faul und unkonzentriert ist. Da genügt es schon eine
Gerte in die Hand zu nehmen und ihr zu zeigen, und plötzlich ist sie
voll da! Das ist meiner Ansicht nach weniger schlimm als wenn ich sie
mit Sporen traktieren würde bis sie aufwacht.. [und auch weniger
anstrengend für mich.. :-)]

So, ich spann jetzt schon mal den Regenschirm gegen ankommende Tomaten
auf :-))

Liebe Grüsse
Beat

Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hi

"Theresia Steinkogler" <theresia.s...@jk.uni-linz.ac.at> schrieb im
Newsbeitrag news:39C63F88...@jk.uni-linz.ac.at...


> Ich hoffe Ihr teilt mit mir die Meinung, daß ein Pferd unser Freund sein
> sollte. Ohne ein Pferd wäre der Reitsport einfach unmöglich -

Da geb ich dir uneingeschränkt Recht.

Nun zu den Anderen Dingen.
Du sagst die Gerte weg!
wiso? Die Gerte ist in erster Linier kein Strafinstrument sondern für die
Hilfengebung Prädestiniert (Ich rede von der Langgerte).
Die gerte kann zum Touchieren hilfreich sein wenn man sie richtig verwendet
um dem Pferd zu zeigen welches Körperteil das gleich Aktion zeigen muss.
Gleichzeig kann man die Gerte aber auch als Strafinstrument benutzen,
nämlich immer dann wenn das Pferd seine Rang ändern will.
Wenn ein Jungpferd dem Ranghören Pferd den Rang streitig machen will gibts
einen deftigen Biss oder Tritt, das können wir mit der Gerte nicht einmal
annähernd machen, aber darauf kommt es nicht an es kommt drauf an wie stark
man die Gerte Benutzt. Wenn das Pferd sich wiedersetzt oder nach dir
Schnappt dann wird mit der Gerte ein Streich gemacht der bestimmt nicht
schmerzt wenn das Pferd davon nicht beeindruckt wird wird der Streich sofort
wiederholt aber stärker. das wirkt wie ein Biss und wird keine Körperlichen
noch Seehlische schäden nach sich ziehen.
Es gibt dabei ein Tabu, Die Strafe muss sofort erfolgen nicht erst nach 10
sek und wenn die Strafe aus der Gerte Besteht darf man keine Körperteile
Treffen unter denen Direkt ein Knochen liegt (nicht Kopf Beine Rücken usw.)
Und die Strafe besteht immer nur aus einem einzigen Schlag. Kein Pferd würde
ein Rangniedriges wundbeissen.

Du darfst auf keinen Fall den Fehler machen das Pferd zu vermenschlichen
damit tust du ihm auf keinen fall einen Gefallen sondern setzt ihm unötigen
Stress aus, Pferde brauchen unbedingt eine klare Linie sonnst werden sie
unsicher oder übernehmen die Führerolle (und ein Pferd ist ein schlechter
Führer im Strassenverkehr).

mfg René (der sich auch immerwieder überwinden muss einem Pferd zu zeigen
wo's langgeht.)

Naujoks Michael

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hallo René

"Vollmeier René (vollmi)" schrieb:

> Gleichzeig kann man die Gerte aber auch als Strafinstrument benutzen,

> nämlich immer dann wenn das Pferd seine Rang ändern ....

Also, Hilfsmittel zum Strafen lehne ich grundsätzlich ab, bei den meisten
Menschen
setzt der Verstand beim Strafen aus und Strafe wird dann zur Rache,.
Bei Rangordnungsstreitigkeiten setze ich als erstes eine kurze Drohgebärden ein
und wenn
die Unterwerfung nicht sofort sichtbar ist, gibt es einen kräftigen Schlag mit
der Hand oder dem Fuß.
Das jedoch auch nur, wenn das Pferd mit einer Drohgebärde angefangen hat.

> mfg René (der sich auch immerwieder überwinden muss einem Pferd zu zeigen
> wo's langgeht.)

Denk einfach Du redest _Pferdisch_ und in 99% der Fälle reichen Drohgebärde,
probier mal beim nächsten Machtkampf Dich einfach umzudrehen und kräftig neben
dein Pferd auszuschlagen.:-)

Michael

Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hi

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39C73229...@twaranch.de...


> setzt der Verstand beim Strafen aus und Strafe wird dann zur Rache,.
> Bei Rangordnungsstreitigkeiten setze ich als erstes eine kurze
Drohgebärden ein
> und wenn
> die Unterwerfung nicht sofort sichtbar ist, gibt es einen kräftigen Schlag
mit
> der Hand oder dem Fuß.

Die Drohgebärde Kommt auch bei mir als erstes :-) Normalerweise Reicht ein
Lautes Wort.
Aber wenn eine Körperliche Strafe dann ziehe ich die Gerte vor oder ein
Klaps mit der Hand.
Den Fuss auf keinen Fall den damit kannst du ein Pferd ernsthaft verletzten.
Mit der Gerte nicht.
Ich benutze die Gerte nicht gerne zum Strafen da ich sie für Zirzensische
Lektionen benutze und wenn das Pferd denkt es hätte was falsch gemacht wenn
ich es mit der Gerte touchiere dann ist das garnicht gut.
Aber es Kann sehr wohl unterscheiden wann Die Gerte strafend gemeint war und
wann nicht.

mfg René

Naujoks Michael

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hallo René

"Vollmeier René (vollmi)" schrieb:

>


> Den Fuss auf keinen Fall den damit kannst du ein Pferd ernsthaft verletzten.
> Mit der Gerte nicht.

Kommt natürlich immer darauf an wo Du hinschlägst, Du kannst mit der Gerte auch
ein Auge ausschlagen.
Das hört sich aber jetzt so an als ob ich ein Monster bin. In Realität habe ich
in einen Jahr ein einziges mal einen Tritt verteilt, da mein Mithras angedeutet
hat.

>
> Ich benutze die Gerte nicht gerne zum Strafen da ich sie für Zirzensische
> Lektionen benutze und wenn das Pferd denkt es hätte was falsch gemacht wenn
> ich es mit der Gerte touchiere dann ist das garnicht gut.
> Aber es Kann sehr wohl unterscheiden wann Die Gerte strafend gemeint war und
> wann nicht.
>
> mfg René

Als Westernreiter hat man zum Glück keine Gerte beim Reiten. Bei der Bodenarbeit
ist sie jedoch ein gutes Hilfsmittel um den Pferd zu zeigen was es machen soll.

Michael

Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hi

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

news:39C73950...@twaranch.de...


> Kommt natürlich immer darauf an wo Du hinschlägst, Du kannst mit der Gerte
auch
> ein Auge ausschlagen.

Natürlich kommt es darauf an :-) Darum sagte ich ja in dem ersten Posting
das man nicht auf Knochen schlägt und auch nicht auf den Kopf.
Nur ist es mit Dem fuss schwer irgendwo andershinzutreten als an die Beine.
und die Beine sind für Tritte sehr empfindlich und so ein tritt am Bein kann
einem Pferd sehr lange schmerzen bereiten, vor allem wenn man harte schuhe
anhat (wie z.B. Ich)

> Das hört sich aber jetzt so an als ob ich ein Monster bin. In Realität
habe ich
> in einen Jahr ein einziges mal einen Tritt verteilt, da mein Mithras
angedeutet
> hat.

Ich wollte auf keinen Fall andeuten das du ein Monster bist :-) sorry wenn
sich das so angehört hat.

> Als Westernreiter hat man zum Glück keine Gerte beim Reiten. Bei der
Bodenarbeit
> ist sie jedoch ein gutes Hilfsmittel um den Pferd zu zeigen was es machen
soll.

Ich hab immer nur eine Dressurgerte dabei (obwohl ich keine Dressur reite)
Aber mit dieser Gerte kommt man überall hin ohne Das Gleichgewicht zu
verschieben und damit ist es fast nicht möglich ein Pferd ernsthaftlich zu
verletzten allerdings kann man ihm damit trotzdem schmerzen zufügen wenn man
sie nicht korrekt einsetzt. aber sinnloses Geprügel ist nicht möglich.

Mfg René

Stefan Ungemach

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
"Theresia Steinkogler" <theresia.s...@jk.uni-linz.ac.at>
schrieb im Newsbeitrag news:39C63F88...@jk.uni-linz.ac.at...

| Grundsatzfrage: Wieso muß man sein Pferd schlagen?

Na, weil's Spass macht! Wozu halt' ich mir den Esel denn sonst? <vbg>

Sorry, aber die "Grundsatzfrage" war eigentlich keine, sondern eher
ein Statement. Nichts dagegen. Aber wo diese "vielen Reiter", die mit
Lust und Liebe rumpruegeln, sein sollen - gar hier! - vermag ich nicht
zu erkennen. Wie die Verfasserin zu ihrer gegenteiligen Ansicht kommt,
auch nicht. Sei's drum - die Jahre haben gezeigt, dass gegen eine
bestimmte Art von Statements "grundsaetzlicher" Natur anzureden nichts
bringt, weil das Statement Selbstzweck ist.

Aber selbst solche Einstiege ziehen oftmals Interessantes hinter sich
her, aus dem manch Missverstaendnis erwachsen kann. Und hier ist so
was:

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

news:39C73229...@twaranch.de...

| Denk einfach Du redest _Pferdisch_ und in 99% der Fälle reichen
Drohgebärde,
| probier mal beim nächsten Machtkampf Dich einfach umzudrehen und
kräftig neben
| dein Pferd auszuschlagen.:-)

Die wenigsten Reiter setzen die Gerte vom Boden aus ein. Und vom
Sattel aus "pferdisch" zu reden duerfte weder verstanden, noch vom
Pferd erwartet werden :-)

Ergo finden 99% der "Machtkaempfe" unter dem Sattel statt. Fuer die
von Dir anempfohlene Drohgebaerde muesste man also erst mal absteigen.
Damit hat das Pferd bereits erreicht, was es will, und gewonnen.

Abgesehen davon macht selbst eine Strafe bei Pferden nur unmittelbar
nach dem Fehlverhalten Sinn. BTW (das nur mal zur Erinnerung): fuer
erstere gibt es vier Stufen. Erst das Ausbleiben von Lob. Dann die
Wiederholung der Lektion. Dann die uebersteigerte Hilfe, zu der der
Gerteneinsatz gehoeren KANN. Dann die Straflektion. Und erst, wenn das
alles nichts nutzt, die hier gemeinte Art des Gerteneinsatzes...

Liegen auch nur wenige Sekunden zwischen Fehlverhalten und Strafe,
wird diese - ausser bei fortgesetzter Widersetzlichkeit - vom Pferd
nicht mehr mit dem Grund in Verbindung gebracht. Stattdessen aber mit
dem Reiter als Person. man kann sich leicht vorstellen, wie
kontraproduktiv das ist. Pferde koennen nicht anders denken, so dass
verzoegerte Strafen nutzlos sind. Und verzoegerte Drohgebaerden
(wg.Absteigen) sind schon gleich voelliger Quatsch.

Gruss
Stefan
--
--
Stefan Ungemach ( www.ungemachdata.de/_Stefan_privat )

Naujoks Michael

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to

"Vollmeier René (vollmi)" schrieb:

> Natürlich kommt es darauf an :-) Darum sagte ich ja in dem ersten Posting
> das man nicht auf Knochen schlägt und auch nicht auf den Kopf.
> Nur ist es mit Dem fuss schwer irgendwo andershinzutreten als an die Beine.
> und die Beine sind für Tritte sehr empfindlich und so ein tritt am Bein kann
> einem Pferd sehr lange schmerzen bereiten, vor allem wenn man harte schuhe
> anhat (wie z.B. Ich)

Die _Pobake_ treff ich von Hinten vorzüglich.;-)

>
> Ich wollte auf keinen Fall andeuten das du ein Monster bist :-) sorry wenn
> sich das so angehört hat.

Habe gemeint, dass mein Geschreibsel mich als Monster outed.

> Ich hab immer nur eine Dressurgerte dabei (obwohl ich keine Dressur reite)
> Aber mit dieser Gerte kommt man überall hin ohne Das Gleichgewicht zu
> verschieben und damit ist es fast nicht möglich ein Pferd ernsthaftlich zu
> verletzten allerdings kann man ihm damit trotzdem schmerzen zufügen wenn man
> sie nicht korrekt einsetzt. aber sinnloses Geprügel ist nicht möglich.
>
> Mfg René

Beim Reiten sollte man nie durch Schläge, Sporen und ganzen anderen Hilfsmitteln
strafen.
Wenn mein Pferd unterm Sattel aufmuckt, zeig ich ihm mit Biegeübungen, langes,
langes Traben und Übungen solcher Art, wer der Chef ist. Ich denke mir immer,
mein Pferd soll sich ärgern nicht ich.
Aber Schmerzen als Strafe haben beim Reiten nur die Reiter verdient, denn meist
sind es ihre Fehler.

mfg
Michael
der sich jetzt langsam zu Monte Roberts aufmacht.


Naujoks Michael

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to


> Die wenigsten Reiter setzen die Gerte vom Boden aus ein. Und vom
> Sattel aus "pferdisch" zu reden duerfte weder verstanden, noch vom
> Pferd erwartet werden :-)

Hallo Stefan,

da habe ich mich nicht richtig ausgedrückt.
Rangordnung kann man meiner Meinung nur am Boden austragen und beim Reiten
muss
die Rangordnung schon vorher geklärt sein.
Fehler beim Reiten sind fast immer Schuld des Reiters, der sich gerne eins
mit der Gerte überziehen darf.
Wenn das Pferd nicht aufpasst, lustlos ist oder zu stürmisch ist, muß man
es durch gezielte Übungen eines
Besseren belehren. Aber im Sattel ist meiner Meinung nach Gewalt immer ein
Zeichen für die Unfähigkeit des Reiters. Und damit grundsätzlich
abzulehnen.

Michael


Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hi

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

news:39C7420B...@twaranch.de...


> Die _Pobake_ treff ich von Hinten vorzüglich.;-)

Na ich ned :-)

> Beim Reiten sollte man nie durch Schläge, Sporen und ganzen anderen
Hilfsmitteln
> strafen.

Sporen sind auch ned zum Strafen da.

Ich sag mal wie ich z.B. Schritt reite im Gelände.
Sitze ich in normal haltung im Sattel gebe mit meinem Becken den Raumgriff
und mit meinen Schenkeln den Takt des Schrittes.
wenn jetzt mein Pferd aus welchen gründen auch immer langsamer wird d.h. aus
meinem Raumgriff oder aus meinem Takt rausfällt (das spürt übrigens das
Pferd bestimmt) dann douchier ich die Flanke (das hat noch nichts mit schlag
zu tun, aber ist trotzdem eine strafe) mit der Gerte und zwar möglichst ohne
verzögerung. Dadurch merkt sie das sie nicht mehr im takt ist und springt
wieder rein.
Im Westernreiten funzt dies natürlich vollständig anders.
Westernausgebildete Pferde die werden einmal in den Takt gebracht und laufen
dann in dem Takt ohne weitere Hilfen weiter bis ein anderer Befehl kommt.
Aber was machst du wenn das mal nicht klappt? d.h. wenn dein Pferd langsamer
wird?
Anders läuft es aber wenn ich eine Kurve reite und sie abzukürzen versucht
dann treibe ich sie mit dem Innenschenkel raus, und wenn das nicht klappt
nehme ich den inneren Zügel zusätzlich, das funzt und danach gibt es
meistens keine Wiedersetzlichkeiten mehr. da kommt also die Gerte
garnichtmehr zum zug.
Wenn das Letzte mittel mit dem Zügel raustreiben nicht mehr funzt ist das
ein ärgeres Problem und bedarf abhilfe an der Longe.

> Aber Schmerzen als Strafe haben beim Reiten nur die Reiter verdient, denn
meist
> sind es ihre Fehler.

Es sind immer die Fehler des Reiters. aber es liegt in der Natur des Pferdes
die Rangordnung ab und zu auszutesten, und wenn der Reiter dann angemessen
reagiert (d.h. schnell und mit der richtigen Kraft).

> der sich jetzt langsam zu Monte Roberts aufmacht.

mfg René (der nicht mehr viel von Monty hält, seit er ihn mal live mit einem
Pferd erlebt hat)

hohma...@aol.com

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hallo!

In article <8q7ago$nnf$1...@diana.bingo-ev.de>,
"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de> wrote:

> Ergo finden 99% der "Machtkaempfe" unter dem Sattel statt.

Das kann ich fuer meinen Fall so nicht bestaetigen. Ich erlebe im
taeglichen Umgang nur zwei Machtkampf-Sitautionen mit unserem Pferd:

1.) Wenn man es von der Koppel holen moechte, schaltet es gerne in den
Esel-Modus um. Es ist uns aber bisher noch immer mit Geduld und
vereinzelten Drohgebaerden gelungen es doch zur Arbeit zu treiben.

2.) und schlimmer als 1.: Beim anziehen des Sattelgurtes veruscht es zu
beissen. Am Anfang habe ich es auch hier mit Geduld und Drohgebaerden
versucht, aber als der Blutverlust (meinerseits) dann bedenkliche
Groessenordnugen angenommen hat, bin ich zum Klapse austeilen
uebergegangen. Das hilft immer und tut dem Pferd unter Garantie weniger
weh als mir seine Bisswunden!

Wenn der Sattel dann festgezogen ist und man oben sitzt ist schluss mit
Machtkampf, weswegen eine Gerte bei unserem Tier entbehrlich ist.

ciao, maximilian

Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.

Stefan Ungemach

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
<hohma...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:8q7n56$c08$1...@nnrp1.deja.com...

| > Ergo finden 99% der "Machtkaempfe" unter dem Sattel statt.
|
| Das kann ich fuer meinen Fall so nicht bestaetigen. Ich erlebe im
| taeglichen Umgang nur zwei Machtkampf-Sitautionen mit unserem Pferd:

| (...)


| Wenn der Sattel dann festgezogen ist und man oben sitzt ist schluss
mit
| Machtkampf, weswegen eine Gerte bei unserem Tier entbehrlich ist.

Sorry. Ich haette "99% der Machtkaempfe, bei denen einer eine Gerte in
der Hand hat" schreiben sollen.

Wolfgang u. Birgitt Giessler

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to

<hohma...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:8q7n56$c08$1...@nnrp1.deja.com...

Hallo Max!

> 2.) und schlimmer als 1.: Beim anziehen des Sattelgurtes veruscht es zu
> beissen. Am Anfang habe ich es auch hier mit Geduld und Drohgebaerden
> versucht, aber als der Blutverlust (meinerseits) dann bedenkliche
> Groessenordnugen angenommen hat, bin ich zum Klapse austeilen
> uebergegangen. Das hilft immer und tut dem Pferd unter Garantie weniger
> weh als mir seine Bisswunden!

Könnte es vielleicht auch sein, dass dein Pferd dir auf pferdisch
mitzuteilen versucht, dass es an Gurtzwang leidet? Oder ist es wirklich nur
eine dumme Angewohnheit von ihm?
Im ersten Fall würden Klapse nichts ändern, im zweiten durchaus...

Auch hier, wie immer und überall _warum_ tut mein Pferd dies?

Viele Grüsse,

Birgitt

Anke Spix

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Theresia Steinkogler <theresia.s...@jk.uni-linz.ac.at> wrote:

Hallo, Theresia!


>
> Ich habe mir die Postings der letzten Tage durchgelesen, und es hat mich
> wirklich schockiert, daß es manchen Reitern total normal erscheint, sein
> Pferd zu schlagen.

??? Wer? Wo???


>
> Ich hoffe Ihr teilt mit mir die Meinung, daß ein Pferd unser Freund sein

> sollte. Ohne ein Pferd wäre der Reitsport einfach unmöglich - wir können
> als Reiter also den Pferden dankbar sein, daß sie existieren und uns als
> Freund bzw. Familie ansehen.

Prinzipiell ja - aber die Pferde sollten auch uns ein bisschen dankbar
sein, weil und wenn wir sie vertrauensvoll schulen, und sich
vertrauensvoll der Fuehrung anvertrauen.

>
> Weiters: Stellt Euch vor, Ihr habt einen guten Freund. Oder nehmen wir
> gleich euren besten Freund (Mensch!). Der vertraut Euch, sagt Euch jedes
> Geheimnis, wenn du krank bist hilft er dir und besucht dich, ist immer
> treu....würdest Du genau dieser Person eine runterhaun, nur weil er mal
> nicht deiner Meinung ist, oder dich nicht versteht????? Ich seh das
> genauso mit den Pferden. Sind unsere besten Freunde, sperren sie in
> Boxen, nehmen ihnen damit jede Freiheit (nein, ich bin keine
> Extrimistin, aber das muß ich erwähnen um gewissen Personen die Augen zu
> öffnen...), und als Dank dafür prügeln wir sie windelweich.

ICH pruegle schon lange keine Pferde mehr windelweich. Aber: ich
gebrauche Peitschen und Gerten. Und zwar regelmaessig. Deswegen bin ich
aber in meinen Augen weniger ein Tierschinder als mancher andere, der
sein Pferd mit einer gebisslosen Schnurzaeumung am losen Zuegel mit
durchgedruecktem Ruecken unterm Reiter einherschlurchen laesst.
Ich setze die Gerte oder Peitschenschnur *touchierend* (leichte,
vibrierende Klapse) ein, wenn ich etwas ganz bestimmtes vom Pferd will,
z.B. den inneren Hinterhuf heben. Wenn ich das Pferd longiere, komme ich
anders an seine Hinterhand nicht ran - nicht mal bei der Arbeit am
kurzen Zuegel oder Halfter.
Ich gebe ihnen ab und zu sogar einen festen Klaps - oder sogar zwei bis
drei hintereinander - aber nur dann, wenn sie ***ohne triftigen Grund***
"wider den Stachel loecken". ich muss das ab und zu tun, weil ich auf
meinen Pferden auch Unterricht gebe und die Pferde sich mitunter
gegenueber schwaecheren Reitern Frechheiten erlauben. Die Reiter koennen
aber nicht lernen, wenn das Pferd trotz richtiger Hilfengebung immer
noch Mist macht, oder wenn die Hilfengebung so korrekt und
*vollstaendig* noch nicht gegeben werden kann.
>
...


> Deshalb finde ich es absolut wichtig, daß es immer noch gleich denkende
> Reiter gibt, die ihrem Pferd, die Angst nehmen wollen (durch Spiele,
> Scheutraining, Ausritte mit erfahrenen Pferden...) und Vertrauen
> schaffen, um GEMEINSAM mit VERTRAUEN (und nicht durch ANGST vor
> Schlägen) den Reitsprt geniessen können.

Tue ich schon seit 15 Jahren.

... Besucht Monty


> Roberts und viele andere, die es bgriffen haben, wie man sich ein Pferd
> zum Freund macht und nicht zum Untertan! Ganz einfach!

Bitte verfalle nicht in den Fehler, Monty Roberts und andere seines
Schlages als besonders pferdefreundlich einzustufen. Seine Idee, die
Rodeopferde einzureiten, statt sie zu Huehnerfutter zu verarbeiten, war
pferdefreundlich, die Verwirklichung immer noch freundlicher als manche
andere, aber die Methode arbeitet mit immensem psychischem Druck.
Das Disziplinierungsverfahren, dass Roberts beobachtet hat, ist die
*letzte ultimative* Strafe, die eine Leitstute zu vergeben hat. Und mit
der wird bei vielen routinemaessig die Arbeit angefangen.
*Das* hat auch kaum ein Pferd verdient...


>
> Kann sich jemand erklären wieso Pferde geschlagen werden?

1. Wenn es mich angreift, um meine Gesundheit zu verteidigen (kommt
selten vor, aber wenn, kann ich mich nicht wie ein Pferd wehren)

2. Wie gesagt, wenn es sich extrem disziplinlos verhaelt ohne triftigen
Grund. Ich ueberpruefe aber erst alle Gruende, die ich kenne. Im
Zweifelsfalle arbeite ich lieber lange mit einem Pferd nicht, bis ich
den Grund weiss. So habe ich es bei Faramir und Caprice gemacht - der
erste hatte sowieso extreme Angst vor der Peitsche/Gerte, weil er
Probleme mit dem Tastsinn hatte, die zweite konnte meine Anforderungen
nicht erfuellen weil sie verrenkte Wirbel im Ruecken hatte, was ich zum
Zeitpunkt des Auftretens dieses Problems nicht erkennen konnte.
Peter z.B. andererseits hat keine Strafe bekommen, als eine Schuelerin
versuchte, mit ihm im Aussengalopp tief in die Ecke zu reiten und er sie
dafuer abgesetzt hat. Das war vollkommen "korrekt", weil er das ohnehin
nicht haette tun koenen, ohne auf die Nase zu fallen.
Er hatte allerdings dann spass an der Sache bekommen und nochmals ein
Kind abgesetzt, diesmal auf gerader Linie. Da bin ich hingegangen und
habe nochmal fuenf Minuten Galoppieren geuebt und ihm den Kopf
hochgenommen, als er buckeln wollte, und geschimpft. Das hat gelangt.

>
> Ich hoffe, ihr haltet mich jetzt nicht für zu extrem, aber ich verstehs
> einfach nicht. Ich könnte nie meinem Mocki eine mit der Gerte
> drüberziehen, nur weil er vor einem Holzstoß mal zur Seite hüpft. Oder
> ihn schlagen, weil er nicht das macht was ich will (z.B. angaloppieren).

> Ich denk mir immer: vielleicht liegt der Fehler bei mir? War meine Hilfe
> zu undeutlich? Kennt er sich nicht aus? Dann probier ich es nochmal, und
> siehe da, es klappt ! Wäre doch mal ein Anfang, Gerte weg - Hirn her!

Das ist nie verkehrt - Gerten sind aber auch "nur" Hilfsmittel wie alle
anderen. Man kann sie sinnvoll einsetzen, sinnlos oder brutal. Sie sind
nicht "boese". Die Leute, die sie brutal einsetzen, sind dumm,
egoistisch und haben kein Erinfuehlungsvermoegen.
>
Gruesse,

Anke

und Kicki, die sich manchmal auch nur verladen laesst, wenn Anke eine
Gerte dabei hat - trotzdem wissen wir beide, wie sehr wir uns
aufeinander verlassen koennen <bestespferdvonwelt>

Anke Spix

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Naujoks Michael <mic...@twaranch.de> wrote:

Hallo!

> > Die wenigsten Reiter setzen die Gerte vom Boden aus ein.

Ich ja:-) Ich brauche sie dringend als "verlaengerten Arm" in der
Bodenarbeit.

Und vom
> > Sattel aus "pferdisch" zu reden duerfte weder verstanden, noch vom
> > Pferd erwartet werden :-)
>

...


> Fehler beim Reiten sind fast immer Schuld des Reiters, der sich gerne eins
> mit der Gerte überziehen darf.
> Wenn das Pferd nicht aufpasst, lustlos ist oder zu stürmisch ist, muß man
> es durch gezielte Übungen eines
> Besseren belehren. Aber im Sattel ist meiner Meinung nach Gewalt immer ein
> Zeichen für die Unfähigkeit des Reiters. Und damit grundsätzlich
> abzulehnen.

Zwischen dem von René angegebenen Touchieren und Gewalt besteht ein
großer Unterschied.
Du kannst gern mal meinen Peter versuchen, ohne Gerte vorwaerts zu
bekommen (nicht, dass er *gar nicht* gehen wuerde, aber *wie* er geht,
da denkt man, der Boden ist mit Pattex eingeschmiert ;-))). Ohne Gerte
treibt man sich die Beine ab und das geht ihm gerade am Hintern vorbei,
und abstumpfen will ich ihn nicht. (Und ich *kann* korrekt treiben)
Mit Sporen piaffiert er nur noch oder steigt. Und er kennt die
Hinterhand-aktivierende Wirkung der touchierenden Dressurgerte genau und
gibt sich nach Ermahnung mit dieser entsprechende Muehe.
Es *sollte* irgendwann ohne gehen - selbstverstaendlich - aber im Moment
gehts eben noch nicht.
Ich gebe auch Anfaenger-Unterricht. Diese Anfaenger koennen oftmals
nicht die treibenden Hilfen mit den Schenkeln so korrekt geben, wie es
noetig waere. Ohne den Einsatz der Gerte als "Schenkel-Ersatz" wuerden
die Pferde dann eben - wie viele Schulpferde - abstumpfen, weil die
Hilfen eben unkorrekt oder zum falschen Zeitpunkt gegeben werden udn
Pferde solche Hilfen ignorieren.

Linda Tellington-Jones benutzt auch Gerten als Hilfsmittel. Ist sie
deswegen ein Pferdeschinder?

Gruss,

Anke

und die "Gehauenen", die sich regelmaessig nach der Arbeit draengen -
muessen die masochistisch sein...

Naujoks Michael

unread,
Sep 19, 2000, 7:28:25 PM9/19/00
to
Hallo René

"Vollmeier René (vollmi)" schrieb:


> > Die _Pobake_ treff ich von Hinten vorzüglich.;-)
> Na ich ned :-)

Du verpasst nix

> Sporen sind auch ned zum Strafen da.

Gerdn doch a ned, aber es geht trotzdem.

> Im Westernreiten funzt dies natürlich vollständig anders.
> Westernausgebildete Pferde die werden einmal in den Takt gebracht und laufen
> dann in dem Takt ohne weitere Hilfen weiter bis ein anderer Befehl kommt.
> Aber was machst du wenn das mal nicht klappt? d.h. wenn dein Pferd langsamer
> wird?

Das gleich wie Du den Takt mit Schenkelhilfen wieder angeben.

> nehme ich den inneren Zügel zusätzlich, das funzt und danach gibt es

was heisst funzt ???

> mfg René (der nicht mehr viel von Monty hält, seit er ihn mal live mit einem
> Pferd erlebt hat)

Also ich fand die Demonstration toll, was hat Dir nicht gefallen?

Bis Morgen
Michael

Birgit.Schlag

unread,
Sep 20, 2000, 12:03:46 AM9/20/00
to
>Also, Hilfsmittel zum Strafen lehne ich grundsätzlich ab, bei den meisten
Menschen setzt der Verstand beim Strafen aus und Strafe wird dann zur

Rache,.
Bei Rangordnungsstreitigkeiten setze ich als erstes eine kurze Drohgebärden
ein und wenn die Unterwerfung nicht sofort sichtbar ist, gibt es einen
kräftigen Schlag mit der Hand oder dem Fuß.
Das jedoch auch nur, wenn das Pferd mit einer Drohgebärde angefangen hat.

Denk einfach Du redest _Pferdisch_ und in 99% der Fälle reichen


Drohgebärde, probier mal beim nächsten Machtkampf Dich einfach umzudrehen
und kräftig neben dein Pferd auszuschlagen.:-)<

Also, von sowas halt ich ja überhaupt nix. Sorry, aber mit kurzen
Drohgebärden erreicht man bei Junghengsten schon mal überhaupt nichts. Und
mit der Hand schlagen? Niemals. Find ich unmöglich, zum einen, weil es mir
mehr weh tun würde, als dem bockigen Pferd und zum anderen weil einige
Pferde sensibel sind und dementsprechend mit Handscheuheit reagieren.
Ich halte auch nichts vom Pferde "schlagen", logisch, aber man muss doch das
Recht haben, sein Pferd dann zu strafen, wenn es Mist gebaut hat und seinen
Rang austesten will. Und zwar strafen mit etwas was das Pferd eindeutig als
Straf/Hilfsinstrument anerkennt.

Börgi

Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 12:36:14 AM9/20/00
to
Hi

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

news:39C7F699...@twaranch.de...


> > Sporen sind auch ned zum Strafen da.
> Gerdn doch a ned, aber es geht trotzdem.

Natürlich aber Mit gerte ist es Schwehr ein Pferd zu verletzen.
Ich kann garnicht mehr zählen wieviele Sporenlöcher ich schon In Pferden
gesehen hab wo die Sporen nicht als Strafe gedacht waren, da will ich
garnicht drübernachdenken wie das aussehen mag wenn mal einer Mit den Sporen
richtig zutritt.

> Das gleich wie Du den Takt mit Schenkelhilfen wieder angeben.

Nur das klappt nicht mit jedem Pferd.
Und in der Englisch reiterei geht das nicht weil man niemals mit dem
Taktgeben aufhört.

> > nehme ich den inneren Zügel zusätzlich, das funzt und danach gibt es
> was heisst funzt ???

funzt = funktioniert
Wenn ich den Inneren Zügel stärker annehme und ihn zusätzlich noch am Hals
anlege dann reicht das meistens um die Spur zu korrigieren.

> > mfg René (der nicht mehr viel von Monty hält, seit er ihn mal live mit
einem
> > Pferd erlebt hat)
> Also ich fand die Demonstration toll, was hat Dir nicht gefallen?

Die Demonstartionen sind toll aufgemacht, wie im Zirkus.
Aber Die Pferd haben Angst vor dem Mann, und sind gestresst.

mfg René

hohma...@aol.com

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo!

In article <8q86nu$ekd$1...@news.kdt.de>,
"Wolfgang u. Birgitt Giessler" <wolfgang...@wupperonline.de>
wrote:

> Könnte es vielleicht auch sein, dass dein Pferd dir auf pferdisch
> mitzuteilen versucht, dass es an Gurtzwang leidet? Oder ist es
> wirklich nur eine dumme Angewohnheit von ihm?
> Im ersten Fall würden Klapse nichts ändern, im zweiten durchaus...

Nach allem, was wir schon ausprobiert haben (Dressurgurt,
Neopren-Sattelgurt, Fellueberzug, ...) und vor allem ,weil sie es nicht
immmer, sondern nur manchmal macht, bin ich inzwischen ueberzeugt davon,
dass es sich nur um eine dumme Angewohnheit handelt. Wie gesagt, die
Klapse helfen ja. Die reitbeteiligten Maedchen legen beim Satteln immer
eine Gerte auf den Boden - das reicht auch schon.

> Auch hier, wie immer und überall _warum_ tut mein Pferd dies?

Leider habe ich darauf bisher keine Antwort gefunden. Normalerweise
hoere ich die Erklaerung: 'So sind Stuten eben'.

Konstanze Thiele

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
[....]

>Anders läuft es aber wenn ich eine Kurve reite und sie abzukürzen versucht
>dann treibe ich sie mit dem Innenschenkel raus, und wenn das nicht klappt
>nehme ich den inneren Zügel zusätzlich, das funzt und danach gibt es
>meistens keine Wiedersetzlichkeiten mehr. [....]

So weit ich mich erinnere, wird das Pferd am _äußeren_ Zügel geführt, der
innere dient der Stellung?! Wie willst Du denn ein Pferd am inneren Zügel
nach außen führen?

Grüße,

Konstanze

Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi

"Konstanze Thiele" <thie...@pers.uni-passau.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39c8...@news.rz.uni-passau.de...


> So weit ich mich erinnere, wird das Pferd am _äußeren_ Zügel geführt, der
> innere dient der Stellung?! Wie willst Du denn ein Pferd am inneren Zügel
> nach außen führen?

Eigendlich wird mit den Schenkeln und dem Gewicht geführt.
Der äussere zügel wird eigendlich nicht gebraucht d.h. bei mir ist er nur
leicht angenommen, und gibt höchstens impulse wenn das Pferd den Kopf
hochreist. Oder gibt auch stellung wenn das Pferd in aussenstellung gehen
soll.

Nun zur Frage:
Im allerletzten Notfall (ich hab leider noch nicht so im griff darum kommt
der Zügel bei mir auch mal unbewusst zum zug wenn kein Notfall herrscht)
lege ich den Zügel stärke an den Hals an wärend ich zuäzlich mehr kraft in
der Hand aufnehme Bis das Pferd weicht dann lasse ich sofort Zügel wieder in
anlehnung und nehme gleichzeitig mit dem schenkel wieder druck weg.

wie machst du das?

mfg René

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Börgi,

"Birgit.Schlag" schrieb:

> Also, von sowas halt ich ja überhaupt nix. Sorry, aber mit kurzen
> Drohgebärden erreicht man bei Junghengsten schon mal überhaupt nichts.

Glaub mir Du kannst mit Drohgebärden Pferde so _fertig_ machen, finde ich aber
das auch nicht gut.

> Und mit der Hand schlagen? Niemals. Find ich unmöglich, zum einen, weil es mir
>
> mehr weh tun würde, als dem bockigen Pferd und zum anderen weil einige
> Pferde sensibel sind und dementsprechend mit Handscheuheit reagieren.

Das mit dem mehr weh tun, ist ja gerade das gute, du erziehst dich selbst.

> Ich halte auch nichts vom Pferde "schlagen", logisch, aber man muss doch das
> Recht haben, sein Pferd dann zu strafen, wenn es Mist gebaut hat und seinen
> Rang austesten will. Und zwar strafen mit etwas was das Pferd eindeutig als
> Straf/Hilfsinstrument anerkennt.

Elektrischer Stuhl? Spaß beiseite, es geht bestimmt ganz ohne Schmerzen
zuzufügen.
Wenn du mit Schmerzen strafst, ist das das Zeichen dafür, das du keine andere
Möglichkeit mehr
kennst dich durchzusetzen, aber nicht das es keine andere Möglichkeit mehr gibt.

Und wenn du mit einem Pferd öfter als einmal pro Jahr kurz strafen mußt, hast du
in der Vergangenheit grobe Fehler gemach oder du machst sie gerade.
Wenn du dann auch noch dieses eine Strafaktion weglassen kannst, hast du
verstanden mit Pferden umzugehen.
denn du hast immer noch das letzte starke Mittel Gewalt in der Rückhand.
Ich denke mir auch, dass du dir beim Strafen mit Schmerz mehr Schaden zufügst
als dem Pferd.
Überlege dir mal, wie toll es sein muß, im Umgang mit Pferden ganz ohne Gewalt,
alles zu erreichen, ist das nicht der schönste Traum und zerstörst du ihn nicht
selbst, jedesmal wenn du zuschlägst?
Ich wäre glücklich, wenn ich es mal ein Jahr ganz ohne Gewalt schaffe. NA Ja
vielleicht 2001.

Denk mal darüber nach was für ein Mensch du selbst sein willst. Es ist ganz
unwichtig was die Anderen oder ich sage oder über dich denken, vergiss sie,
wichtig ist nur, dass du das, was du wirklich sein willst, auch erreichst.
Michael

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo René

"Vollmeier René (vollmi)" schrieb:

> Die Demonstartionen sind toll aufgemacht, wie im Zirkus.


> Aber Die Pferd haben Angst vor dem Mann, und sind gestresst.
>
> mfg René

Nein, ich glaub nicht, dass sie Angst vor den Mann haben. Angst und Stress ja.
Aber Du hast gesagt, dass Du ihn ausserhalb einer Demo erlebt hast und er sich
da anders benommen hat?

Ein neugieriger
Michael


Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

news:39C8767B...@twaranch.de...


> > Die Demonstartionen sind toll aufgemacht, wie im Zirkus.
> > Aber Die Pferd haben Angst vor dem Mann, und sind gestresst.

> Nein, ich glaub nicht, dass sie Angst vor den Mann haben. Angst und Stress
ja.
> Aber Du hast gesagt, dass Du ihn ausserhalb einer Demo erlebt hast und er
sich
> da anders benommen hat?

Nein nicht ausserhalb einer Demo.
Nein mir gefällt nicht wie er mit den Pferd auch in der Demo umgeht.
vieleicht sehe ich das zu schlimm aber IMHO schüchtert er die Pferde total
ein.

mfg René

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hey
hohma...@aol.com schrieb:

>
> Leider habe ich darauf bisher keine Antwort gefunden. Normalerweise
> hoere ich die Erklaerung: 'So sind Stuten eben'.

So sind die Menschen eben!

Michael


Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Mon, 18 Sep 2000 18:15:04 +0200, schrieb Theresia Steinkogler
<theresia.s...@jk.uni-linz.ac.at> in der Nachricht
<39C63F88...@jk.uni-linz.ac.at> :

Hi,

zum Einsatz von Gerte und lehrreichen Klapsen ist schon genug
geschrieben worden, daher spar ich mir das.

>Ich hoffe Ihr teilt mit mir die Meinung, daß ein Pferd unser Freund sein
>sollte. Ohne ein Pferd wäre der Reitsport einfach unmöglich - wir können
>als Reiter also den Pferden dankbar sein, daß sie existieren und uns als
>Freund bzw. Familie ansehen.
>

>Weiters: Stellt Euch vor, Ihr habt einen guten Freund. Oder nehmen wir
>gleich euren besten Freund (Mensch!). Der vertraut Euch, sagt Euch jedes
>Geheimnis, wenn du krank bist hilft er dir und besucht dich, ist immer
>treu....würdest Du genau dieser Person eine runterhaun, nur weil er mal
>nicht deiner Meinung ist, oder dich nicht versteht?????

Sicher sollte man eine Freundschaft mit seinem Pferd anstreben. Die
jedoch mit der Freundschaft zweier Menschen vergleichen zu wollen,
halte ich fuer nicht praktikabel. Ein Pferd ist und bleibt ein
Schutzbefohlener. Es ist nicht in der Lage, verantwortungsvolle
Entscheidungen fuer sich selbst zu treffen, und daher bin ich als
Reiterin und Besitzerin gefordert, das Pferd zu erziehen, damit es in
seinem Leben als Reitpferd gut klarkommt.
Was ich absolut ablehne, ist die Vorstellung von einer innigen,
gleichberechtigten Partnerschaft. Das kann es nicht geben, wenn ich
ranghoeher bin als mein Pferd. Ausserdem will ich mir schon das Recht
herausnehmen, meinem Pferd zu sagen, wo es langgeht - und bisher hat
es noch keinen Schaden erlitten. Im Gegenteil. Apollo ist in seinem
neuen Stall das erklaertermassen am besten erzogene Pferd, das selten
bettelt (und wenn, dann aeussert sich das lediglich in einem Nicken
mit dem Kopf, aber nicht darin, meine Taschen zu durchwuehlen), ruhig
wartet, bis ich von der Futterschuessel weggegangen bin usf.
Das Pferd ist kein erwachsener Mensch. Es ist mit einem Kleinkind
vergleichbar, dem man ab und zu deutlich sagen muss, wo es langgeht.
Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich und
Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor), aber dann ist
immer eine lange, extreme Provokation meines Rangplatzes
vorausgegangen, und er einige Male verwarnt worden. (Das allerdings
wuerde ich mit einem Kleinkind nicht machen, keine Sorge ;-) )

Solltest Du mich jetzt in die Ecke der Pferde-Pruegler stecken wollen
- da gehoere ich nicht hin (obwohl ich nicht nur mit Gerte, sondern
auch manchmal mit Sporen reite °haendeueberdemkopfzusammenschlag°).
Mir ist lediglich daran gelegen, mit meinem Pferd eine schoene Zeit zu
haben, und dazu gehoert auch, dass ich meine Position verteidige.
Ansonsten bin ich ebenso vernarrt in mein Hueh wie die meisten hier :)

So long,

Katje + Apollo + die Kleinen


Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Tue, 19 Sep 2000 12:08:55 +0200, schrieb "Stefan Ungemach"
<stefan....@bingo-ev.de> in der Nachricht
<8q7ago$nnf$1...@diana.bingo-ev.de> :

>Die wenigsten Reiter setzen die Gerte vom Boden aus ein. Und vom


>Sattel aus "pferdisch" zu reden duerfte weder verstanden, noch vom
>Pferd erwartet werden :-)
>

>Ergo finden 99% der "Machtkaempfe" unter dem Sattel statt. Fuer die
>von Dir anempfohlene Drohgebaerde muesste man also erst mal absteigen.
>Damit hat das Pferd bereits erreicht, was es will, und gewonnen.

Hallo Stefan,

da muss ich aber mal widersprechen. Nur weil ein Reiter die Gerte
nicht vom Boden aus einsetzt, gibt es keine Machtkaempfchen am Boden?
Ein Pferd, das sich unter dem Sattel nicht an das haelt, was der
Reiter vorgibt, wird in der Mehrzahl der Faelle auch nicht gut
gehorchen, wenn der Reiter neben ihm steht. Das faengt damit an, dass
dem Reiter beim Putzen das Hinterteil zugekehrt wird, dass der Kopf in
schwindelnde Hoehen gehoben wird, um das Putzen zu erschweren, dass
der huf ncht gegeben oder wieder weggezogen wird... Das sind alles
Machtproben, die es auch vom Boden aus zu bekaempfen gilt. Und da
droht es sich ganz gut, oder man nimmt eben, was grade zur Hand ist
;-))

So long,

Katje + Apollo, dessen Machtkaempfchen unter dem Sattel mich dazu
bewegen, moeglichst gut zu reiten - "mal eben so" ist nicht...


Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo René

"Vollmeier René (vollmi)" schrieb:

> Nein nicht ausserhalb einer Demo.


> Nein mir gefällt nicht wie er mit den Pferd auch in der Demo umgeht.
> vieleicht sehe ich das zu schlimm aber IMHO schüchtert er die Pferde total
> ein.
>
> mfg René

Also Gestern nicht, ich war in der ersten Reihe und nach dem Join up habe sich
die Pferde wieder entspannt
und wirklich bei ihm Schutz gesucht.
Und egal wie seine Methode ist, mußt Du sehen was der Mann für die Pferde bisher
Gutes vollbracht hat.
Die Methode scheint jedoch sehr schwer erlernbar zu sein, das größte Problem,
das ich sehe, ist das Pferd so genau zu verstehen wie Monte es kann und dem
eigenen Körper die Fremdsprache beizubringen.
Aber du weist es sicher selbst, das was am einfachsten aussieht, ist bei der
Horsemanship (gibt es dafür auch ein deutsches Word?) oft am schwersten.

Michael

Stefan Ungemach

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"Vollmeier René (vollmi)" <vol...@dolphin-area.de> schrieb im
Newsbeitrag news:8q9f13$ei4a1$1...@ID-39223.news.cis.dfn.de...

| Ich kann garnicht mehr zählen wieviele Sporenlöcher ich schon In
Pferden
| gesehen hab wo die Sporen nicht als Strafe gedacht waren, da will
ich
| garnicht drübernachdenken wie das aussehen mag wenn mal einer Mit
den Sporen
| richtig zutritt.

Da kann ich Dich aufklaeren: man sieht ueberhaupt nichts!

Ein "Normalsporn", selbst lang oder mit Rad, ist, wenn er immer schoen
sauber, glatt und gaengig (Rad) gehalten wird, nicht dazu geeignet,
ein Pferd zu verletzen. Folterinstrumente wie z.B. "polnische
Springsporen" sind im Gegensatz hierzu bewusst scharf gehalten - und
lt. LPO verboten!

Die unzaehligen Sporenloecher an den Seiten vieler Pferde stammen
nicht vom "Zutreten", sondern sind eigentlich eher "Scheuerstellen".
Der Ursachen gibt es viele, allerdings laufen sie letztlich alle auf
das Gleiche hinaus: der Reiter hat noch viel an sich zu arbeiten.

Drei der einander nicht unaehnlichen Hauptprobleme (sie greifen alle
ineinander, und es gibt noch viel mehr davon), fuer die Sporenflecken
bis hin zu offenen, grossflaechigen Wunden ein Indiz darstellen, sind:

-(1)- unkontrollierte Schenkellage des Reiters, nicht selten in
Verbindung mit viel zu weit ausgedrehtem Fuss. Aufgrund unsicheren
Sitzes "klemmende" Reiter oder schlicht der Stuhlsitz foerdern dies.
Nicht ganz ohne Grund hat man frueher davon gesprochen, sich die
"Sporen zu verdienen" - die gab's erst NACH dem Erreichen eines
halbwegs losgelassenen Sitzes (ich habe meine seinerzeit auch noch vom
Reitlehrer erhalten). Abhilfe: Sitzschule (an der Longe)

-(2)- generell triebige Pferde. Meistens liegt die Ursache hierfuer
auch wieder beim Reiter, der oft die treibenden Gewichtshilfen gar
nicht, und/oder die treibenden Schenkelhilfen zum falschen Zeitpunkt,
gibt. Das eigentliche Problem besteht aber dann darin, dass nicht
direkt an dieser Ursache gearbeitet, sondern - nicht selten auf
Empfehlung des Reitlehrers - per Sporn eine kuenstliche Steigerung der
treibenden Schenkelhilfe (diese wird vom Reiter am leichtesten
verstanden) erzeugt wird. Viel richtiger waere es, stattdessen voellig
ohne den Sporn zu reiten und so zu ueben, das Pferd per Gewicht
"anzuschieben" - der Teufelskreis besteht aber darin, dass genau das
erst gelernt bzw. erfuehlt werden kann, wenn man schon ein fleissig
vorwaertsgehendes Pferd hat. Zum effektiven Arbeiten an diesem Problem
braucht man also ein hinreichend sensibles, fleissiges oder wenigstens
gut ausgebildetes Pferd - und das unter zunaechst anhaltender,
direkter Aufsicht eines guten Reitlehrers (sonst hat man bald noch ein
"triebiges" Pferd mehr geschaffen). Natuerlich ohne Sporen. Der
Lernerfolg beim Reiter, auch zu (1), tritt dann oft erstaunlich
schnell ein: selbst ueber Jahrzehnte "eingebrannte" Beinfehler von
"sporenklopfenden" Reitern mit entsprechend gezeichneten Pferden habe
ich schon nach wenigen Minuten dramatisch reduziert gesehen, wenn ich
sie mal auf ein "feines" Dressurpferd gesetzt habe. Ich sage bewußt
"Beinfehler" - interessanterweise halten sie an Gleichgewichts-, Hand-
und sonstigen Sitzfehlern sehr viel laenger fest.

-(3)- "aufs Bein stumpf" gewordene Pferde, d.h., Pferde, die JEDE Art
von Schenkelhilfe besonders schlecht annehmen. Das kann ein
Ausbildungsdefizit sein, ist aber auch oft eine Form oder
Begleiterscheinung von (2). Das Problem wird dadurch zementiert, dass
der Reiter die schlecht angenommene Hilfe halt "deutlicher" gibt - und
das bald permanent. Hier ist es zur Abhilfe erforderlich, das Pferd
(wieder) "elektrisch" aufs Bein zu machen, also die Abgestumpftheit zu
beheben. Das erfordert Korrekturberitt durch einen erfahrenen Reiter.
Und damit kommen wir zum fast einzigen Anlass, tatsaechlich mal mit
dem Sporn "zuzutreten". Und wie gesagt: DADURCH passiert dem Pferd im
Regelfall nichts. Selbst wenn die Haut am Sporenfleck bereits
vernarbt, starr und entsprechend empfindlich ist - da der Sporn des
Korrekturbereiters im Regelfall (sollte man wenigstens erwarten - wenn
dessen Sitz den Sporen an die gleiche Stelle bringt, duerfte die
Eignung zum "Bereiten" in Frage zu stellen sein) sowieso an einer ganz
anderen Stelle zu liegen kommt, ist das aber zweitrangig.

Auf Art, Zeitpunkt, Haeufigkeit und Sinn dieses "Zutretens" will ich,
um keine Missverstaendnisse aufkommen zu lassen, noch etwas deutlicher
eingehen (ich sehe schon Heerscharen von NG-Lesern ihre Pferde - unter
Berufung auf mich - kernig in die Rippen treten, nur weil die keine
rechte Begeisterung fuers Vorwaertsgehen aufbringen koennen. Nein, war
natuerlich nur Spass...). Dazu hole ich aber ein wenig weiter aus.

Jede Hilfe, die einem Pferd gegeben wird, soll im Verlauf der
Ausbildung immer schwaecher werden. Genaugenommen ist es das
Hauptziel, dass das Pferd sozusagen von sich aus auf jene Hilfen
"lauert". Es liegt auf der Hand, dass fortgeschrittene Hilfen nicht
nur praeziser im Zusammenspiel, sondern auch geringer in der
Kraftaufwendung ausfallen muessen - der Einsatz von Kraft und grossen
Bewegungen bringt den Sitz durcheinander, und damit wieder Unruhe in
das Ganze.

Wenn eine Hilfe nicht angenommen wird, ist irgend etwas zu tun. Die
allermeisten Reiter meinen es nun besonders gut und steigern die Hilfe
"behutsam", sprich langsam, bis der gewuenschte Effekt eintritt.
Allerdings erreichen sie damit genau das Gegenteil ihres Ziels: nicht
sie erziehen ihr Pferd dazu, auf ihre Anweisungen zu reagieren.
Vielmehr werden sie von ihrem Pferd dazu erzogen, zur Durchsetzung
ihrer Wuensche immer mehr Aufwand zu treiben. So entstehen die
unzaehligen stumpfen Pferde.

Dem liegt ein geringfuegiges Missverstaendnis zugrunde, das aber
fatale Folgen nach sich zieht. Jeder Reiter wuenscht sich ein Pferd,
welches harmonisch mit ihm zusammenarbeitet und seine Wuensche quasi
vorausahnt - und freiwillig erfuellt. Das aber ist das Endziel und
muss auch so gesehen werden. Sprich: das Pferd muss dazu ausgebildet
werden, sich fuer ebendiese Wuensche des Reiters zu interessieren und
ihnen seine ganze Aufmerksamkeit zukommen zu lassen - dann profitiert
man von der grundsaetzlichen Bereitschaft der Pferde, "vorauseilend
gehorsam" mit Ranghoeheren zusammenzuarbeiten (die den Umgang mit
ihnen so sympathisch macht). Ab einer gewissen Stufe der
Grundausbildung erfordert das ein Umdenken.

Zwar gehoert es zu den allerersten Aufgaben, ein Pferd an den
Menschen, das Gerittenwerden, zu gewoehnen und ein grundsaetzliches
Vertrauen aufzubauen. Das erfolgt ohne jeden Druck. Irgendwann tritt
die Ausbildung aber in eine Phase ein, in der das Pferd durchaus
Vertrauen HAT - aber deswegen noch lange keine Lust zeigen muss, sich
besonders anzustrengen, sich mal eine halbe Stunde DURCHGEHEND
diszipliniert zu bewegen, oder sich NICHT fuer jedes Blaetterrauschen
zu interessieren. Ein Pferd kann durch Vertrauensaufbau, Bodenarbeit,
Koerpersprache etc. zum besten Freund des Menschen werden - solange
sich der am Boden befindet und eher als Herdenmitglied oder
Spielkamerad wahrgenommen wird. Unter dem Sattel wird es dies nicht so
selbstverstaendlich - hier ist es erforderlich, ueber das allgemeine
Vertrauen hinaus auch ein gleichermassen engagiertes wie
kontrolliertes Mitarbeiten zu schaffen.

Der signifikante Unterschied: am Boden kann ich mir alle Zeit der Welt
geben. Es ist nicht von grundlegender Bedeutung, ob das Pferd SOFORT
hinter mir herlaeuft oder hierzu einen Moment laenger braucht, WIE
(mit welchem Bewegungsablauf) es die Hufe hebt oder mit mir auf der
Koppel Fangen spielt. Hier will ich primaer das Verhaeltnis, die
Beziehung, gestalten - und dazu stehen mir erstens ein erhebliches
"Sprachpotential", und zweitens alle Moeglichkeiten zur Gestaltung der
"Spielstunden" offen.

Das gerittene Pferd will (und muss: das ist eine Frage der
Verantwortung, weil das schlecht gerittene bzw. sich bewegende Pferd
gesundheitlich beeintraechtigt wird) ich aber in der Bewegung formen.
Das dazu per ausgesprochen geringer Kommunikationsmoeglichkeiten:
exakt dreier Arten von Hilfengebung plus ggf. Stimme. Mit den Ohren
wackeln oder sonstige Dominanzgebaerden machen kann ich so lange, wie
ich will - das kriegt das Pferd gar nicht mit. Und da meine
Vorstellung von der herbeizufuehrenden Bewegung des Pferdes ziemlich
exakt umrissen ist, muss ich erreichen, dass die Reaktion auf meine
"Anweisungen", sprich Hilfen, SOFORT und EXAKT erfolgt. Allerdings
darf ich nicht voraussetzen, dass mein Pferd um diese Notwendigkeiten
weiss oder sie zu verstehen in der Lage ist!

Damit liegt der wesentliche Unterschied zum Menschen auf der Hand.
Letzterem kann ich solche Dinge plausibel zu machen versuchen. Wenn
das nicht funktioniert (wenn also der Appell an seine Vernunft
ungehoert verhallt - ein Pferd besitzt erst gar keine), und ich etwas
von ihm will, kann man ihn erinnern, ermahnen, zur Not recht deutlich
zwingen - das funktioniert per langsamer Steigerung, weil er Vernunft
und logisches Denken beherrscht und rueckblickend die Ursache fuer die
ganze "Eskalation" zu erkennen, und kuenftig zu vermeiden, vermag. Ein
Pferd kann das nicht, und ich stelle es derart einfach nur auf immer
groebere Hilfen ein.

Um ein Beispiel zu verwenden: ein Mensch, jedenfalls ein
vernuenftiger, zahlt vielleicht mal eine Rechnung nicht. Es folgen
Zahlungserinnerungen, Mahnungen, Mahnbescheid, Vollstreckung - und am
Ende ist die Sache richtig unangenehm, weil teuer, geworden. Zumindest
theoretisch ist dieser Mensch nun imstande, den ganzen Mechanismus zu
begreifen und die naechste Rechnung sofort zu zahlen. Wuerde er wie
ein Pferd denken, so waere ihm alles unterhalb der Stufe, die ihn
endlich zum Reagieren gebracht hat, einfach egal - er wuerde also bald
nur noch auf Vollstreckungsbescheide reagieren.

Der langen Rede kurzer Sinn: wenn ich mit einem Pferd erreichen will,
dass es auf feine Hilfen meinerseits reagiert, muss ich dafuer sorgen,
dass diese a) interessant bleiben, b) wahr- und c) ernstgenommen
werden. Vor allem letzteres kann ich aber nicht verargumentieren - und
wenn ich die Hilfen von unten bis zum erforderlichen Grad steigern
muss, kann von Feinheit, von Kommunikation, eigentlich nicht mehr die
Rede sein. Hoechstens von widerwilligem (sonst waere es ja schon
frueher erfolgt) Nachgeben gegenueber einer grundsaetzlich
unangenehmen Aufforderung. Das ist kein Reiten.

Wenn also ein Pferd auf meine feine und korrekt gegebene Hilfe
reagieren KANN, aber nicht WILL (und in diesen wenigen Worten liegt
ein riesiges Problemfeld: dass die Hilfen "fein uind korrekt" gegeben
wurden, muss erst mal absolut SICHER sein - aber wir reden ja jetzt
auch vom Korrekturberitt bzw. der Pferdeausbildung, und da setze ich
das mal voraus) - dann muss der Blitz einschlagen. Einmal, und
richtig. Das ist der Moment, wo mal der Sporn zutritt oder die Gerte
pfeift. Danach lobt und versoehnt man - und probiert es sofort wieder
mit der feinen und korrekten Hilfe...

Was hier herzlos und brutal klingt, was Bilder von Ungeduld und Zwang
heraufbeschwoert, ist in Wirklichkeit sehr viel humaner als die
permanente Anwendung von Hilfen, die auf ein Mass gesteigert wurden,
welches gerade als ausreichend unangenehm empfunden wird, um sich mehr
oder minder lustlos dem Reiter zu fuegen. Das naemlich ist eigentlich
nichts anderes als ANDAUERNDES Fordern und Strafen - zum angestrebten
Ideal, ueberhaupt mal was vom Pferd angeboten zu bekommen, kommt es
erst gar nicht.

Es ist dagegen erstaunlich, wie eigentlich recht abgestumpfte Pferde
regelrecht aufbluehen, sobald ihnen mal wieder klargemacht wird, dass
es zwar ziemlich unangenehm wird, wenn sie sich faul, widerwillig und
laurig zeigen - aber ihnen dafuer auf einmal richtig Freiraum und Ruhe
am Bauch gelassen wird, sofern sie ein wenig mitarbeiten. Ich habe
mich schon oefters auf solche, eigentlich gar nicht schlecht
ausgebildete (sonst dauert es viel laenger), Kandidaten gesetzt, die
ihren Besitzern per vermeintlicher "Faulheit" oder "Widersetzlichkeit"
Kraempfe in die Beine und Traenen in die Augen getrieben haben. Die
Besitzer habe ich unter irgendeinem Vorwand fuer ca. 10 Minuten
weggeschickt (Kappe holen, oder wasweissichwas anderes), weil das
Folgende zunaechst nicht unbedingt schoen ausgesehen haben muss.

Wobei das keineswegs wildes Vorwaertsreiten, sondern eigentlich ganz
ruhige Schritt- und Trabarbeit war - aber mit einem ziemlich
ernstgemeinten Sporn am Fuss, der immer nach dem gleichen Muster
eingesetzt wird: ganz sanfte Hilfe mit dem Bein, und eine deutliche
mit dem Gewicht (alleine das hilft schon viel, weil die meisten wild
mit Bein und Sporn herumruehrenden Reiter hiermit ein Problem haben).
Und ein richtiger Tritt, anfangs mit dem Sporn, und nach relativ
kurzer Zeit nur noch mit einem ebenfalls ernstgemeinten Schenkeldruck,
wenn die Reaktion nicht umgehend, deutlich und vorwaertsgerichtet
erfolgt (die Gerte nehme ich hierfuer eigentlich nicht so gerne her,
sondern verwende sie eher zum punktgenauen "Nachhelfen" z.B. bei
Seitengaengen o.ae.).

Meistens haben die Besitzer ihr Pferd nach einer halben Stunde
wiederbekommen, aber bereits zuvor schon nicht mehr wiedererkannt. Wie
gesagt, wir reden von ausgebildeten, aber stumpfgerittenen Pferden -
dass man Defizite oder gar das Fehlen einer Ausbildung nicht im
Schnellwaschgang aus der Welt schafft, ist wohl selbstverstaendlich.
Aber genau darum geht es: wenn ein Pferd auf die Hilfe wie gewuenscht
reagieren KANN, aber nicht WILL, ist der Zeitpunkt fuer den bewussten
Blitzeinschlag gekommen. Und die Pferde nehmen daraufhin, und zwar
ohne Zeichen von widerwilliger Unterwerfung wie z.B. angelegten Ohren
oder lauernder Verspanntheit, relativ schnell wieder die "richtigen",
feineren Hilfen an - auch von ihren Besitzern! Offenbar ist ihnen die
wiedergewonnene "Klarheit" darueber, was man von ihnen will, und dass
dies auch zu erfolgen hat, nicht unwillkommen.

Unter dem Strich faellt die Bilanz fuer das Pferd ja auch absolut
positiv aus: in der gleichen halben Stunde ist es vielleicht ein, zwei
Dutzend Mal richtig getreten worden - und das auch nur am Anfang.
Davon abgesehen spuert es den Sporn ueberhaupt nicht. Gegenueber einem
ein Drittel so starken Sporenkontakt JE TRABTRITT ist das ein echter
Gewinn, der vom Pferd auch so begriffen und dankbar angenommen wird.
"Loecher" hat's auch keine davon (weil ich den Sporn eben zwar
deutlich, aber auch kontrolliert, einsetze) abbekommen - und selbst
wenn versehentlich mal doch ein Ritzer entsteht, ist das eine ganz
andere Art von Beeintraechtigung, die schnell verheilt und vergessen
ist. Wer sich mal einen Kratzer am Arm geholt hat, und zum Vergleich
auch eine wundgescheuerte Stelle z.B. am Hintern erlebt hat, weiss,
was ich meine.

Ziehen wir also ein Fazit am Ende eines langen Exkurses: wenn einer
"mal richtig mit dem Sporn zutritt", kann das durchaus angebracht sein
und zieht beileibe keine dramatischen Folgen nach sich. Vor allem ist
das noch lange kein Indiz dafuer, dass nicht unterm Strich ein
wesentlich effizienteres und pferdefreundlicheres Reiten damit
verbunden sein kann.

Stefan Ungemach

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39c87718...@news.uni-muenster.de...

Hallo Katje,

schau Dir den Thread bitte noch mal an. Ich habe die Formulierung
bereits gestern korrigiert - es haette "99% der Machtkaempfe, bei
denen einer eine Gerte in der Hand hat" heissen sollen, womit Dein
ganzer Einwand ueberfluessig (natuerlich nicht weniger richtig) wird.

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Katje,

Katje Binder schrieb:

> Was ich absolut ablehne, ist die Vorstellung von einer innigen,
> gleichberechtigten Partnerschaft. Das kann es nicht geben, wenn ich
> ranghoeher bin als mein Pferd.

Oder besser Das darf es für dich nicht geben?
Beobachte mal Freundschaften unter Pferden. Und obwohl es auch da eine
eindeutige Rangordnung gibt, gibt es keinerlei Gewalt über Jahrzehnte hinweg.
Und die arbeiten super zusammen, der eine führt der andere folgt.


Michael


Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi Stefan

"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8q9qn1$7q0$1...@diana.bingo-ev.de...
---- ABSOLUT GENIALER BEITRAG GESNIPPT ------

Mit deiner Erlaubniss werde ich diesen Text ausdrucken und mir über die
Gerte hängen :-)
Was die Sporen angeht: Ich weiss sehr wohl das die Sporen ein Super
Hilfsmittel sind um seine Hilfen zu verfeinern und unsichtbar zu machen.
Und die Sporenlöcher scheint Logisch zu sein das das aufgeriben wurde
vonwegen ständigem Treiben damit.
Wenn ich dann Richtig liege werden Die Sporen den Pferdekörper nur bei der
Hilfengebung berühren und nicht zum Treiben benutzt? hab ich das Richtig
verstanden?

Ich selbst werde auf jedenfall noch nicht so schnell Sporen benutzen, denn
1. Habe ich meine Füsse noch ned so unter Kontrolle vor allem in den ersten
30 min Trab im gelände.
2. Waren sie bis jetzt noch nicht nötig.

mfg René (dankend für diesen Beitrag)

Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

news:39C881B7...@twaranch.de...


> Oder besser Das darf es für dich nicht geben?

Kein Kommentar.

> Beobachte mal Freundschaften unter Pferden. Und obwohl es auch da eine
> eindeutige Rangordnung gibt, gibt es keinerlei Gewalt über Jahrzehnte
hinweg.

Im gegenteil eine Pferdeherde ist immer in Bewegung.
Ständig wird versucht die Rangordnung zu ändern.

> Und die arbeiten super zusammen, der eine führt der andere folgt.

Jup zwischen den Rangkämpfen schon.

mfg René

Stefan Ungemach

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"Vollmeier René (vollmi)" <vol...@dolphin-area.de> schrieb im
Newsbeitrag news:8qa08n$f3a83$1...@ID-39223.news.cis.dfn.de...

| Wenn ich dann Richtig liege werden Die Sporen den Pferdekörper nur
bei der
| Hilfengebung berühren und nicht zum Treiben benutzt? hab ich das
Richtig
| verstanden?

Absolut.

tendre

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to

"Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39c8703e...@news.uni-muenster.de...

> Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich und
> Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor),


pfui teufel.....................

tendre

Pierre Greiveldinger

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
tendre wrote:

Aha! Auch wieder aus dem Mist aufgetaucht?

Lies mal Katje's ganze Mail durch anstatt hier wieder rumzupöbeln und Leute
durch den Mist zu ziehen (wo du mittendrin reingehörst)!

Plonk!

Pierre


Wolfgang Marchewka

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"tendre" <ten...@tendre.de> wrote:
>
>"Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im
Newsbeitrag
>news:39c8703e...@news.uni-muenster.de...
>> Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd
nach Strich und
>> Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr
vor),
>
>
>pfui teufel.....................
>
>tendre
>
>


Ja, auch so kann sich eine frustrierte Frau abreagieren.
Das Ganze sollte nur nicht unter der Rubrik "Tierliebe"
stattfinden...


Wolfgang

--
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de

mh

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Meine Stute fordert solche Blitzgewitter mit aller Macht regelrecht
heraus. Sie will unbedingt immer wieder wissen, ob ich wirklich stark
genug bin, um sie zu führen. Nicht nur unter dem SAttel, sondern auch
beim Führen oder im Umgang. Anschliessend macht sie ein oberzufriedenes
Gesicht ist besonders anhänglich und freundlich und fragt unentwegt, was
sie noch tun kann, damit ich zufrieden mit ihr bin :-).
Ich verwende übrigens beim Reiten lieber die Gerte fürs Gewitter, weil
der Sporn doch eher zum Versammeln als zum Treiben eingesetzt werden
sollte und meiner Ansicht dann verfehlt ist. Meine Stute akzeptiert die
Gerte als verlängerten Arm, der sowohl beruhigend streicheln ( bei Angst
), aufmuntern, als auch strafen kann. Sie weiss das sehr genau zu
differenzieren, da der Strafe immer zwei deutliche Warnungen vorausgehen
und ich nicht ungerecht strafe. Verständigungschwierigkeiten gibt es
deshalb nicht. Vertrauensverluste auch nicht und Angst vor der Gerte
schon überhaupt nicht, da sie ja weiss, dass sie die Strafe selbst
herauf beschworen hat, als sie meine Warnung missachtete. Eine
Gertenstrafe ist nutzlos, wenn sie in Prügeln ausartet. Bei mir ist sie
nicht stärker, als notwendig, um beachtet zu werden und überhaupt nur
äusserst selten erforderlich. Es gibt noch genügend andere
Möglichkeiten wie durch zusätzliche Arbeit ein Pferd zu bestrafen. Die
Gerte ist eine der letzten Möglichkeiten.

Leider habe ich schon mehrfach frischblutige Sporenlöcher gesehen, die
weder durch Abscheuern des Felles noch durch polnische Sporen entstanden
waren. Selbst in einer Dressurprüfung Kl. M wurde das Blut von den
Richtern übersehen. Vor Jahren bekam einer unserer damaligen Reitlehrer
deshalb mal Besuch vom Tierschutzverein, weil es immer wieder vorkam. Es
ist halt leider so, dass viele Reiter nicht die Zeit haben /sich nehmen,
um ihre Pferde entsprechend auszubilden.

Gruss
Maria

Beat Leuppi

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
le Wed, 20 Sep 2000 13:02:48 +0200, Pierre Greiveldinger
<imp...@yahoo.com> a écrit:

>tendre wrote:
>
>> "Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
>> news:39c8703e...@news.uni-muenster.de...
>> > Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich und
>> > Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor),
>>
>> pfui teufel.....................
>>
>> tendre

dem schliesse ich mich an... Katje während einer Grippeperiode
solltest du wirklich NICHTschreiben... :-((


>
>Aha! Auch wieder aus dem Mist aufgetaucht?
>
>Lies mal Katje's ganze Mail durch anstatt hier wieder rumzupöbeln und Leute
>durch den Mist zu ziehen (wo du mittendrin reingehörst)!
>
>Plonk!
>
>Pierre

Prügel bleibt Prügel... und erst noch nach Strich und Faden... armes
Pferdchen

und ein PLATSCH! für den Pierre (volle Jauchegrube!)

schockierte Grüsse
Beat

Michael Heymann

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
mh <maria....@dlr.de> writes:

>Leider habe ich schon mehrfach frischblutige Sporenlcher gesehen, die


>weder durch Abscheuern des Felles noch durch polnische Sporen entstanden

>waren. Selbst in einer Dressurprfung Kl. M wurde das Blut von den
>Richtern bersehen. Vor Jahren bekam einer unserer damaligen Reitlehrer


>deshalb mal Besuch vom Tierschutzverein, weil es immer wieder vorkam. Es
>ist halt leider so, dass viele Reiter nicht die Zeit haben /sich nehmen,
>um ihre Pferde entsprechend auszubilden.

Ausbildung durch Sporeneinsatz ersetzen?
Vielleicht sollten solche Reiter dann besser nicht
reiten...

Michael


Konstanze Thiele

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo René,

[....]


>wie machst du das?
>
>mfg René
>

Innerer Schenkel, äußerer Zügel. Den äußeren Schenkel verwahrend, um die
Hinterhand am Ausfallen zu hindern. Ich habe Dich doch richtig verstanden,
daß Dein Pferd in der Kurve abkürzen will und Du es daher nach außen führen
möchtest?! Wenn Du irgendetwas am inneren Zügel machst, kannst Du damit doch
das Pferd nicht nach außen führen, würde ich jetzt mal sagen. Wenn der
äußere Zügel dann noch locker ist, kann Dein Pferd sich eigentlich nur im
Genick verwerfen. Aber vielleicht reden wir von verschiedenen Dingen?!

Grüße,

Konstanze

Wolfgang Marchewka

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
h...@informatik.tu-chemnitz.de (Michael Heymann)
wrote:

>
>Ausbildung durch Sporeneinsatz ersetzen?
>Vielleicht sollten solche Reiter dann besser nicht
>reiten...
>
So ist es. Manche Leute sollten nicht reiten, andere
sollten keine Pferde halten. Leider sieht die Realität
anders aus. Traurig.


Gruss

Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi

"Konstanze Thiele" <thie...@pers.uni-passau.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39c8...@news.rz.uni-passau.de...

> Innerer Schenkel, äußerer Zügel. Den äußeren Schenkel verwahrend, um die
> Hinterhand am Ausfallen zu hindern. Ich habe Dich doch richtig verstanden,
> daß Dein Pferd in der Kurve abkürzen will und Du es daher nach außen
führen
> möchtest?!

Das hast du richtig verstanden :-)
da sieht man wieder selbst in der gleichen Reitweise scheint es oft enorme
unterschiede zu geben (brauch ich jetzt Servicepacks?)
Nein im ernst:
Ich versuche zu erreichen das Mein Pferd durch zügeleinwirkung nicht die
Richtung ändert, sondern nur auf die Schenkel reagiert.
Den linken zügel lege ich nur an den Hals an damit das Pferd weicht, und das
Macht Silken auch so langsam immer besser.
Aber ich will das wenn ich ihren kopf z.B. nach links weise (durch
zügeleinwirkung) das sie trotzdem in diese richtung läuft die meine Schenkel
weisen.
Ich will nicht das mein Pferd eine Volte reitet nur weil ich einen zügel
annehme.
Später will ich dann das mein Pferd am Hingegebenen Zügel Volten reitet, und
sich auch ohne Zügel biegt was sie jetzt noch nicht gut macht aber es wird
besser.

> Wenn Du irgendetwas am inneren Zügel machst, kannst Du damit doch
> das Pferd nicht nach außen führen, würde ich jetzt mal sagen. Wenn der
> äußere Zügel dann noch locker ist, kann Dein Pferd sich eigentlich nur im
> Genick verwerfen. Aber vielleicht reden wir von verschiedenen Dingen?!

Das stimmt deswegen bleibt auf dem äuseren zügel immer das gleiche gewicht,
d.h. an diesem zügel wird garnichts verändert.

mfg René

Andrea & Stefan

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Katje

Katje Binder schrieb:
>
> Was ich absolut ablehne, ist die Vorstellung von einer innigen,
> gleichberechtigten Partnerschaft. Das kann es nicht geben, wenn ich

> ranghoeher bin als mein Pferd. Ausserdem will ich mir schon das Recht
> herausnehmen, meinem Pferd zu sagen, wo es langgeht - und bisher hat
> es noch keinen Schaden erlitten.

Eine Partnerschaft mit dem Pferd wird innig, wenn die Rangordnung ganz
klar geregelt ist.
Gleichberechtigung mit einem Pferd könnte ganz schön gefährlich, da hast
Du recht. (man stelle sich nur mal "Fellkraulen" vor) Aber das Pferd
denkt nicht wie wir Menschen, es fällt ihm absolut keinen Zacken aus der
Krone wenn es "nur Zweiter" in der Rangordnung ist. Im Gegenteil, das
Pferd fühlt sich sicher in dieser Position, es kann jemandem vertrauen
etc.

> Es ist mit einem Kleinkind
> vergleichbar, dem man ab und zu deutlich sagen muss, wo es langgeht.

> Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich und

> Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor), aber dann ist
> immer eine lange, extreme Provokation meines Rangplatzes
> vorausgegangen, und er einige Male verwarnt worden.

Das war jetzt eine schöne Entgleisung, nach diesem Abschnitt stelle ich
Deine Ranghöhe in Frage (Dein Pferd nach so einer Situation übrigens
auch!) Pferde kennen das Gefühl der Wut nicht - wir Reiter müssen
deshalb unbedingt lernen, Wut aussen vor zu lassen!
Ein ranghohes Pferd hat es überhaupt nicht nötig sich zu prügeln, allein
seine Anwesenheit genügt, z.b. für Ruhe zu sorgen. Und genau diese
Postition sollten wir im Umgang mit unserem Pferd einnehmen können.
Ein Dich provozierendes Pferd nimmt Dich nicht ernst und vielleicht
sollten Deine "Verwarnungen" klarer rüberkommen (z.b. direkt in einer
angemessenen Strafe) - überlege dir das mal...

> Mir ist lediglich daran gelegen, mit meinem Pferd eine schoene Zeit zu
> haben, und dazu gehoert auch, dass ich meine Position verteidige.

Wenn Du Dich ranghoh verhälst, brauchst Du Deine Position nicht zu
verteidigen, zumindest nicht in Form von "nach Strich und Faden
verprügeln"....

Gruss

Andrea und Bylur, der einem als dominantes Pferd sehr viel beibringt
über Pferdeverhalten....

PG

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Andrea & Stefan wrote:

> Das war jetzt eine schöne Entgleisung, nach diesem Abschnitt stelle ich
> Deine Ranghöhe in Frage (Dein Pferd nach so einer Situation übrigens
> auch!) Pferde kennen das Gefühl der Wut nicht - wir Reiter müssen
> deshalb unbedingt lernen, Wut aussen vor zu lassen!

Stimmt nicht so ganz. Es gibt Pferde bei denen vor Wut das Weiße der Augen
zum Vorschein kommt, wenn sie zb einen Möhrensack nicht öffnen können. Das
Hineintreten in den Möhrensack zeugt auch nicht gerade von Zurüchkaltung,
wenn sie nicht bei ersten Mal an die Möhren herankommen!

Pierre


Stefan Ungemach

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo,

da liegt womoeglich noch eine kleine Fehlinterpretation vor:

| Ich verwende übrigens beim Reiten lieber die Gerte fürs Gewitter,
weil
| der Sporn doch eher zum Versammeln als zum Treiben eingesetzt werden
| sollte und meiner Ansicht dann verfehlt ist.

Zwischen Versammeln und Treiben gibt es einen klaren Zusammenhang:
ohne Treiben keine Versammlung. Man kann nicht dazwischen
unterscheiden; selbst wenn Du mit "Treiben" meinst, dass Du ohne zu
versammeln vorwaertsreiten willst, macht das, was die Art und
Ausfuehrung der treibenden Schenkelhilfe angeht, keinen Unterschied.

Ob der Schenkel treibt oder verwahrt, haengt von seiner Lage zum
Sattelgurt ab. Ob der treibende Schenkel mehr vorwaerts oder
seitwaerts wirkt, von der Druckrichtung und -vor allem - vom Gewicht.
Ob der vorwaertstreibende Schenkel zur Versammlung oder zur
Verstaerkung fuehrt, vom durch die restlichen im Zusammenspiel
wirkenden Hilfen bestimmten Rahmen.

Egal, zu was der treibende Schenkel nun eingesetzt werden soll: der
Sporn ist nur dessen punktuelle Verstaerkung. Aus dieser Definition
lassen sich zwei Aufgabenstellungen fuer den Sporn herauslesen.
Erstens eine Verbesserung der Praezision. Das braucht keine Kraft, ist
eng begrenzt und wird auch beim sehr fortgeschrittenen und feinen
Reiter nicht zwangsläufig ueberfluessig. Zweitens eine Verstaerkung
der treibenden Hilfe (mit dem Sporn gleichzeitig stark und verwahrend
zu wirken, stoert und blockiert den Bewegungsablauf). Dies sollte so
bald wie moeglich obsolet werden - insbesondere das gesteigerte
Treiben fuer die Versammlung, die hoehere Anforderungen an die Balance
stellt, sollte IMO mehr ueber das Gewicht stattfinden. Das deckt sich
uebrigens auch mit der von den "alten Meistern" gezeigten Versammlung
praktisch ohne Schenkeleinsatz, wie sie auch heute noch im Rahmen der
klasssichen Reitkunst gelehrt wird.

Halten wir also noch einmal in aller Deutlichkeit fest: der Sporn ist
nicht dazu da, um zum Treiben (oder zum Versammeln, das laeuft in
diesem Zusammenhang aufs Gleiche hinaus) verwendet werden. Eine solche
Formulierung verleitet zu Missverstaendnissen. Er verstaerkt den
Ausloeser fuer den Reflex, der das Hinterbein zum Vortreten
veranlasst, und er lenkt mehr Aufmerksamkeit von anderen Hilfen auf
das Bein, welches stark richtungangebend wirkt. Damit unterstuetzt und
praezisiert er die treibende Hilfe schon - aber er gehoert keinesfalls
zum Treiben in irgendeiner Weise *grundsaetzlich* dazu.

Diese Aufgabe kommt nach wie vor zuerst Gewicht und Schenkeln zu. Erst
wenn diese missachtet werden, bietet sich der Sporn fuer das bewusste
"Gewitter" an, weil er unmittelbar an der Stelle und in gleicher Weise
wie die ignorierte Hilfe wirkt, und der Zusammenhang fuer das Pferd
somit klarer nicht sein kann. Aber: von einem "Gewitter" habe ich gar
nicht gesprochen, sondern vom "Blitzeinschlag". Die Betonung hierbei
liegt auf der Einmaligkeit.

Die Gerte halte ich hierfuer deshalb fuer weniger geeignet, weil sie
nicht gleichzeitig prompt, stark, und an der richtigen Stelle
eingesetzt werden kann. Entweder trifft sie die Hinterhand oder den
hinteren Rumpf - das stellt aber einen schlechteren Bezug zum
ignorierten Schenkel dar. Oder sie tippt an die richtige Stelle - das
geschieht dann aber, bedingt durch Hand und Oberschenkel, nur ganz
leicht und ist so eher zu Verfeinerungen zu gebrauchen. Oder sie
trifft schliesslich deutlich nahe der Schenkellage - dann aber muss
der Reiter die Hand deutlich aus der Mitte wegfuehren und damit Sitz,
mehr noch die Zuegeleinwirkung, veraendern.

| Leider habe ich schon mehrfach frischblutige Sporenlöcher gesehen,


die
| weder durch Abscheuern des Felles noch durch polnische Sporen
entstanden

| waren. Selbst in einer Dressurprüfung Kl. M wurde das Blut von den
| Richtern übersehen.

Auf die Gefahr hin, wieder missverstanden zu werden: das KANN auf
einen einzelnen Sporenstich zurueckzufuehren sein (vgl. das Beispiel
mit dem Kratzer). Das ist zwar nicht sehr fein und waere in den
allermeisten Faellen nicht noetig gewesen - aber es kann auch dem
allerbesten Reiter passieren. Das abgescheuerte Fell dagegen bringt
den weitaus gravierenden, weil andauernden, Reiterfehler ans
Tageslicht.

Wolfgang u. Birgitt Giessler

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to

"Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag > Am Mon, 18

Sep 2000 18:15:04 +0200, schrieb Theresia Steinkogler

Hallo Katje!

> Reiterin und Besitzerin gefordert, das Pferd zu erziehen, damit es in
> seinem Leben als Reitpferd gut klarkommt.

..in seinem Leben als Tier im Umgang mit Menschen...ich kann auch drauf
verzichten, mein Pferd als Reittier zu nutzen (und habe das lange Jahre auch
getan) und dennoch gutes Benehmen eingefordert.

> Was ich absolut ablehne, ist die Vorstellung von einer innigen,
> gleichberechtigten Partnerschaft. Das kann es nicht geben, wenn ich
> ranghoeher bin als mein Pferd.

Auf innig lege ich Wert (= vertrauensvoll), gleichberechtigt kann der Umgang
nicht sein, richtig.

> Ausserdem will ich mir schon das Recht herausnehmen, meinem Pferd zu
sagen, wo es
> langgeht - und bisher hat es noch keinen Schaden erlitten.

...was aber ernsthafte Schläge (=Prügeln) nicht zwangsläufig notwendig
macht.

> Im Gegenteil. Apollo ist in seinem
> neuen Stall das erklaertermassen am besten erzogene Pferd, das selten
> bettelt (und wenn, dann aeussert sich das lediglich in einem Nicken
> mit dem Kopf, aber nicht darin, meine Taschen zu durchwuehlen), ruhig
> wartet, bis ich von der Futterschuessel weggegangen bin usf.

Das alles ist bei meinem Pony (und war bei meinem alten Pferd) auch so,
insgesamt jetzt seit ca 28 Jahren, nicht ein einziges Mal habe ich mehr als
einen Gertenschlag im Extremfall gebraucht und das ist für mich kein
Prügeln, sondern eine klare situationsbezogene Strafe für unangemessenes
Verhalten mir gegenüber.

> Das Pferd ist kein erwachsener Mensch. Es ist mit einem Kleinkind


> vergleichbar, dem man ab und zu deutlich sagen muss, wo es langgeht.

Selbst einem Kleinkind kannst du Gründe nennen, warum etwas so gemacht
werden soll (wenn du es richtig machst, wird es sie verstehen)...einem Pferd
nennst du keine Gründe. Insofern hinkt auch hier der Vergleich.

> Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich und
> Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor), aber dann ist
> immer eine lange, extreme Provokation meines Rangplatzes
> vorausgegangen, und er einige Male verwarnt worden.

Wenn du das nötig hast, dein Pferd einmal im Jahr (oder überhaupt) nach
Strich und Faden zu verprügeln ist trotz aller scheinbarer Wohlerzogenheit
anscheinend doch was schief gegangen.
Dann hat dein Pferd gelernt, dass alle vorherigen Strafmaßnahmen nicht ernst
genug gemeint, nicht konsequent genug waren und er sie nicht wirklich ernst
nehmen muss...

> (Das allerdings
> wuerde ich mit einem Kleinkind nicht machen, keine Sorge ;-) )

Traurig genug, dass du es deiner Ansicht nach bei Apollo tun musst.

> Solltest Du mich jetzt in die Ecke der Pferde-Pruegler stecken wollen
> - da gehoere ich nicht hin (obwohl ich nicht nur mit Gerte, sondern
> auch manchmal mit Sporen reite °haendeueberdemkopfzusammenschlag°).

> Mir ist lediglich daran gelegen, mit meinem Pferd eine schoene Zeit zu
> haben, und dazu gehoert auch, dass ich meine Position verteidige.

Was aber, wie gesagt, nicht notwendigerweise mit "Prügeln" geschehen muss.
Klar versucht Hjerkinn auch immer mal wieder zu zeigen, dass er der stärkere
ist, aber ein scharfes "Ey" oder "Na" reicht i.d.R. vollkommen aus. Und er
ist bestimmt keins von den Sensibelchen, die man nur schief anschauen muss
[Fjordi eben ;-)]

> Ansonsten bin ich ebenso vernarrt in mein Hueh wie die meisten hier :)

Und weil ich das auch bin (in mein Hüh vernarrt), habe ich mir im Laufe der
Zeit mit viel Engangement sein grenzenloses Vertrauen erworben. Der Weg, den
ich vorgebe, ist unser Weg, und wie wir ihn bewältigen unsere gemeinsame
Sache.
Dass ich so auf dem richtigen Weg bin, hat mir der Lehrgang (TTeam) am
Wochenende gezeigt.

Birgitt

Andrea & Stefan

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Pierre

Entschuldige, aber sowas habe ich noch nie gesehen.... mein Pony frisst
viel und gern, aber ich konnte ihn noch nie beobachten, dass er wütig
wurde, weil er etwas nicht bekam und diese dann woanders abliess.

Das hineintreten in einen Möhrensack dürfte man wohl eher als
energisches Scharren bezeichnen oder? Als Versuch mit en Hufen den Sack
doch noch zu öffnen? Ich glaube kaum, dass sich das Pferd von den Möhren
wegdreht um dann mit den Hinterbeinen wütig dagegenzuschlagen, stimmts?


Ich denke definitiv, dass Pferde Wut in unserem Sinne nicht kennen. Ich
meine damit die Wut, in der man beinahe platzt und wie irr auf etwas
oder jemand einschlägt (vielleicht ist ein besserer Ausdruck dafür Zorn
oder gar Jähzorn?)


Gruss

Andrea

Andrea & Stefan

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to

Andrea & Stefan schrieb:
>
> ...weil er etwas nicht bekam und diese dann woanders abliess.

mit "diese" meinte ich natürlich die Wut...
sorry...
>
Gruss
Andrea

PG

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Andrea & Stefan wrote:

Ja, jähzornig wird ein Pferd auf keinen Fall, aber wenn ich zb meinem eine
Wurmkur verpasse (negatives Erlebnis für ihn, weil ihm das Zeug's überhaupt
nicht schmeckt, er motzt dann 'ne Stunde rum und frisst nicht mal seine
Lieblingsleckerlis), dann granzt er als allererstes das am nächsten stehende
Pferd an und beisst resp.drängt es energisch weg.

Das ist doch schon fast wie bei uns Menschen. Wenn wir Prügel bekommen, dann
versuchen wir oft unsere Frust an Schwächeren abzulassen, oder?

Schelte vom Chef -> Pferd ungerecht behandeln

... deshalb reite ich nie (oder nur ausreiten) nach einem stressigen Tag

Pierre


Stefan Ungemach

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"tendre" <ten...@tendre.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8qa2vj$itt$1...@news1.sunrise.ch...

|
| "Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
| news:39c8703e...@news.uni-muenster.de...

| > Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich
und
| > Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor),
|
| pfui teufel.....................

Kann mir mal einer erklaeren, weshalb hier wieder ganz bewusst ein
Teilsatz so aus dem Zusammenhang gerissen wird, dass der Sinn der
Aussage voellig verzerrt und verdreht wird? Nur um, anstelle eines
sachlichen Beitrags, ein politisch korrektes Rudimentaerstatement
abzugeben, und auf hohlen Beifall dafuer zu hoffen?

Den zumindest hast Du ja bekommen. Und zwar von Gesinnungsgenossen,
die keineswegs bessere Zitier- oder Lesegepflogenheiten vorweisen
koennen, sondern die Diskussion postwendend ("Grippeanfall",
"frustrierte Frau") noch weiter von den Sachthemen weg und in sattsam
bekannte Tiefen herabziehen. Freu' Dich darueber und sei stolz
darauf - Du bist mein Held. Ach ja, das haette ich fast vergessen:
danke fuer den Hinweis. Pferde verpruegeln ist "pfui teufel". Ganz was
Neues. Brav, setzen.

BTW: Andrea nehme ich hiervon ausdruecklich aus. Die hat ihre
kontraere Meinung naemlich begruendet und darueberhinaus
differenzierter formuliert.

So, und jetzt schauen wir anderen, die mehr auf sachliche Beitraege
als auf ein paar Applauseinheiten aus sind, uns das verhackstueckte
Zitat von Katje mal vollstaendig an:

| Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich
und
| Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor), aber dann ist
| immer eine lange, extreme Provokation meines Rangplatzes
| vorausgegangen, und er einige Male verwarnt worden.

Den Einzelfall vermag ich nicht zu beurteilen. Immerhin aber ist dem
offenbar mehr als eine Meinungsdifferenz ueber bestimmte
Hilfengebungen vorausgegangen, und ich lese auch keineswegs heraus,
dass es sich bei einem "einjaehrlichen" Ereignis um den Regelfall hand
elt.

Pauschale Aussagen des Tenors, dass es NIE notwendig ist, ein Pferd
nach Strich und Faden zu verpruegeln, offenbaren dagegen vor allem
eines: der Urheber hat einfach noch nicht genug Pferde kennengelernt.
Oder vielleicht vorwiegend irgendeine besonders brave Sorte, oder nur
stoerungsfrei aufgewachsene, oder was weiss ich sonst fuer eine heile
Welt. Derartige Statements habe ich auch mal herausposaunt: da war ich
noch naiver Anfaenger und meine direkten Erfahrungen (andere angucken
zaehlt wenig) bezogen sich im wesentlichen auf ein einziges, erstes
eigenes Pferd.

Inzwischen ist das aber anders, und ich habe auch mit einer knappen
Handvoll *wirklicher* Problempferde zu tun gehabt. Ich meine damit
solche, die sich ein Rai oder Roberts nach vorherigem Kennenlernen
garantiert nicht in seine abgesicherten Publikumsverdummungen einladen
wuerde, weil die ihm die Nummer vom dominanten Guru unter Vollgarantie
schmeissen. Nicht jedes Pferd waechst jahrelang, idealerweise von
Jugend an, bei verstaendnisvollen und darueberhinaus auch noch
qualifizierten Pferdemenschen in einer Art auf, die ein normales und
berechenbares Verhalten foerdert - es gibt auch andere Werdegaenge.
Auch diese "Psycho-Pferde" haben aber ein Recht auf ein "normales"
Leben, zu dem nun mal ein Besitzer gehoert, der sie sich "antut",
unterhaelt und auch reitet (im Regelfall handelt es sich dabei nicht
um den, der den Charakter des Pferdes aus Bos- oder Dummheit
"verbrochen" hat, sondern um einen "wohlmeinenden Ahnungslosen"). Das
jedoch ist, da nicht jeder ein Bereiter sein kann, nicht immer ganz
einfach, wenn es sich dabei um Vierbeiner handelt, die keineswegs
Angst oder ein Vertrauensproblem haben, aber einfach viele Jahre lang
niemals in ihre Schranken verwiesen worden sind.

Wenn ich einen solchen Kandidaten zu reiten habe, geht es
selbstverstaendlich erst mal einige Monate lang ganz freundlich und
sanft zur Sache. Meistens reicht das auch, und die Probleme
verschwinden vergleichsweise schnell. Grosse Gertenhauereien braucht
es da nicht (eines von meinen Pferden hat ueberhaupt noch nie eine
gesehen, und die anderen nehmen sie eher als hoechst ungewohnte
Unterhaltung wahr). Aber es kann auch anders kommen.

So habe ich einen Achtjaehrigen zu einem inzwischen ziemlich reellen
Reitpferd fuer Dressur, Springen und Gelaende geformt, der sich als
absolut lebensgefaehrlicher Spinner eingefuehrt hatte (ueber den wurde
bereits frueher mal berichtet), und der von mehr als einem der
besseren Profis als unreitbar und darob schlachtreif eingestuft wurde.
Natuerlich erfolgte das ueber anderthalb Jahre hinweg vorwiegend per
Vertrauensaufbau und Grundausbildung - das belegt nicht zuletzt der
Umstand, dass er ohne mich ziemlich ungluecklich ist, auf das leiseste
Zeichen antanzt, seinen Trost bei Problemen immer bei mir sucht und -
inzwischen - auch unter dem Sattel sicher "funktioniert".

Trotzdem hat es in dieser Zeit gar schlimme Ausfaelle gegeben, in
deren Verlauf wirklich moerderische Kaempfe vom Pferd gegen den Reiter
angestrengt wurden. Hierbei ist das Pferd voellig ausgerastet und
unter Missachtung jedweder Hilfengebung wild buckelnd in Stangenhaufen
und Eggen gesprungen, gegen Waende gerannt, hat Menschen wie Pferde
ueber den Haufen gefegt und Fahrzeuge gerammt. Ich wage zu behaupten,
dass die meisten derer, die sich in selbstgefaelligen Bewertungen der
Gewaltanwendung anderer gegenueber Pferden ergehen, so etwas
ueberhaupt noch nie gesehen haben, geschweige denn ueberstehen
wuerden. Meinen Reitlehrern jedenfalls war so etwas in fast vierzig
jahren noch nicht begegnet. Wir hatten hier den bestimmt seltenen,
aber trotzdem keinesfalls einmaligen Fall eines Pferdes, welches
gezielt und heftig Gewalt gegenueber dem Reiter angewendet hat.

Und der wollte schliesslich auch ueberleben. Vor allem, weil er den
Kerl auch am naechsten Tag wieder zu besteigen hatte. Also habe ich
dieses eine Pferd (womit ich mich wohl endgueltig als Boesewicht oute)
in eindreiviertel Jahren insgesamt 3 Mal wirklich boese verhauen - das
waren drei Machtkaempfe, deren "heisse Phasen" sich jeweils ueber eine
Dreiviertelstunde hinzogen. Bei keinem anderen Pferd war Derartiges je
noetig oder angebracht - und wenn ich doch mal zulange, hinterlaesst
das mit Sicherheit noch um einiges deutlichere Spuren als bei Katje.
Es waren die einzigen drei Male in meinem Leben, und niemandem hat das
mehr leidgetan als mir selbst. Ich habe danach jeweils noch einige
Stunden mit ihm verbracht, wobei er sich keineswegs von mir abgewandt
haette - aber gut ging's mir erst am jeweils uebernaechsten Tag
wieder.

Immerhin habe ich diese Angelegenheit bei gleichen Chancen mit ihm
ausgetragen: er war weder gehilfszuegelt, noch gar vom Boden her in
irgendeiner Weise geknechtet - das einzige, womit er sich abfinden
musste, war ein Reiter, der noch nie im Sattel aufgegeben hat. Und
wenn er am Tag danach ein paar Striemen hatte, hatte ich dafuer einmal
eine verschobene Bandscheibe - wir sind also quitt...

Aber er hat angefangen. Er hatte auch keine andere Entschuldigung als
"absolut keine Lust" - er wurde weder ueberfordert noch ueberfallen,
wurde weder unfein noch ungeschickt geritten, war weder krank noch
falsch ausgeruestet. Trotzdem hat er allen konventionellen Formen von
Hilfengebung und irgendwann auch Strafe zum Trotz weit mehr als nur
ein simples Hinterfragen der Dominanz ins Feld gefuehrt, sondern
gleich und ohne Vorwarnung das Kaempfen angefangen. Bei frueheren
Besitzern ist er, natuerlich in sehr viel schwaecherer Form, immer
damit durchgekommen, und ihn wollte eigentlich keiner mehr haben resp.
durchfuettern - dabei hatten bereits die ein knappes Dutzend Pferde
und durchaus Ahnung von Pferdeerziehung, Drohgebaerden etc.pp.

Ich fuehre das alles aus, weil hieraus klar wird, dass es schlicht
Situationen und Problemfaelle gibt, die viele hier nicht kennen und
sich vermutlich nicht mal vorstellen koennen. Bevor ich dieses Pferd
kennenlernte, habe ich auch nicht geglaubt, dass sich Derartiges bei
meiner wirklich weit ueberdurchschnittlichen Geduld mal abspielen
koenne - und ich habe anderen nicht geglaubt, dass sie mit den mir bis
dato gelaeufigen Mitteln nicht jedes Problem loesen koennten.
Wenigstens hatte ich schon so viele Pferde geritten und gekannt, dass
ich diese Meinung vorsichtshalber nicht so laut herumposaunt habe oder
gar mit meinem Urteil hausieren gegangen waere - wenigstens hatte ich
wohl schon geahnt, dass es da durchaus noch Neues hinzuzulernen geben
koennte. Qoud erat demonstrandum. Deswegen waere ich mit Vermutungen
ueber Katje und ihren Apollo, ueber die Uebertragbarkeit von des
Bylurs Verhalten, und aehnlichen Spekulationen, lieber vorsichtig
(eher inhaltsfreies Geklaeff wie das der beiden anderen nehme ich
sowieso nicht fuer voll).

Gruss
Stefan, Pferdepruegler, jetzt geoutet...

Stefan Ungemach

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"Andrea & Stefan" <ste...@bluewin.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:39C8CB4D...@bluewin.ch...

> Ich denke definitiv, dass Pferde Wut in unserem Sinne
> nicht kennen. Ich meine damit die Wut, in der man beinahe
> platzt und wie irr auf etwas oder jemand einschlägt (vielleicht
> ist ein besserer Ausdruck dafür Zorn oder gar Jähzorn?)

Nennen wir es gesteigerte Aggression. Und doch, das gibt es auch bei
Pferden. Die Bylurs und Hjerkinns dieser Welt (aus den Namen alleine
entnehme ich schon die Zugehoerigkeit zu den doch ausgeglicheneren
nordischen Robustrassen) sind hierfuer eher unwahrscheinlichere
Kandidaten - aber unter den hochgezuechteten Warmbluetern findet man
durchaus ganz andere Charaktere, die bei Erziehungsdefiziten in
voellig anderen Kategorien zum Rangkampf antreten.

Gruss
Stefan

Wolfgang Marchewka

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de>
wrote:


- jede Menge oberlehrerhaftes Zeugs -


Was hast Du für ein Glück, dass Pferde so dumm sind,
dass sie ihre körperliche Überlegenheit nicht gegen den
Menschen einsetzen. Dann nämlich würdest Du heeute
nicht mehr posten können.


Der Ausdruck "nach Strich und Faden verprügeln" zeugt
weder von überlegener menschlicher Intelligenz, noch
von sich in jeder Situation unter Kontrolle haben, noch
von fairen Umgang mit dem Pferd, das eine
angemessene, unmittelbare, einmalige körperliche
Züchtigung durchaus verstehen kann, wohl aber kaum
ein Verprügeln nach Strich und Faden.
Wer Problempferde nicht mit Psychologie, sondern mit
Gewalt "ausbildet", muss damit rechnen, dass sich
negatives Verhalten noch verfestigt.

beat

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Stefan

le Wed, 20 Sep 2000 16:56:46 +0200, "Stefan Ungemach"
<stefan....@bingo-ev.de> écrivait:

Zwischen dem

>| > Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich
>und
>| > Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor),
>|

und dem

>in eindreiviertel Jahren insgesamt 3 Mal wirklich boese verhauen - das
>waren drei Machtkaempfe, deren "heisse Phasen" sich jeweils ueber eine
>Dreiviertelstunde hinzogen. Bei keinem anderen Pferd war Derartiges je
>noetig oder angebracht - und wenn ich doch mal zulange, hinterlaesst
>das mit Sicherheit noch um einiges deutlichere Spuren als bei Katje.
>Es waren die einzigen drei Male in meinem Leben, und niemandem hat das

ist doch ein RIESIGER Unterschied!

Ich will jetzt nicht raussuchen was Katje alles über Apollo in den
Grüssen anfügte, aber ich habe nie den Eindruck erhalten, dass er so
wild, bösartig und gemeingefährlich wäre, dass er nach Strich und
Faden durchgeprügelt werden muss.
Und wenn er dies wirklich nötig hat, erlaube ich mir, in aller
Bescheidenheit und im Bewusstsein meiner Unwissenheit zu behaupten,
dass sie da einen Fehler im Umgang mit Apollo macht!

Dass man einem Pferd zwischendurch den Meister zeigen muss, ist
unbestritten, aber dies kann man, wie es aus den meisten Postings
hervorgeht mit vernünftigen Massen und der Gerte machen.
Was darüber hinausgeht, zum Beispiel das was du beschreibst ist doch
wohl ein extremer Ausnahmefall.
Was war denn nachher ? musstest du oder jemand anders das Pferd
regelmässig wieder verhauen um es daran zu erinnern wer der Meister
ist?
Weiter ist es doch auch komisch, dass dir dies in deiner langen
Laufbahn bisher genau mit einem Pferd passiert ist, das sonst eben
auch unreitbar war!

Dein Outing als Prügler ist dir da also total misslungen! Die
Verteidigung von Katje allerdings auch...

Ich wollte ja eigentlich noch nett sein und dies auf ihre Grippe
schieben, weil ich aus eigener Erfahrung weiss, dass man dann manchmal
Probleme mit der Wortwahl hat!
Also ich hätte absolut ein Problem wenn ich mein Pferd [oder meine
Kinder] prügeln müsste!

Liebe Grüsse
Beat

Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 12:11:55 +0200, schrieb "tendre"
<ten...@tendre.de> in der Nachricht <8qa2vj$itt$1...@news1.sunrise.ch> :

>
>"Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
>news:39c8703e...@news.uni-muenster.de...

>> Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich und
>> Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor),
>

>pfui teufel.....................
>
>tendre

Geht das jetzt schon wieder los? Sicher wars etwas hart "nach Strich
und Faden", aber ich wollte der NG die Prozedur ersparen. Aber fuer
Dich, Heinz, damit ich nicht gleich wieder untendurch bin bei Dir:

Die Situation gestaltete sich beim letzten Mal (vor etwa einem halben
Jahr) so: Ich habe Apollo auf einem genuegend grossen Zirkel longiert.
Er machte halbwegs mit, kennt das alles seit Jahren und ich sehe immer
zu, dass ich das nicht zu oft mache. Aber ab und zu muss longiert
werden, finde ich.
Apollo faengt nach der Aufwaermphase also an, mich zu provozieren. Er
bricht immer an derselben Stelle ueber die Schulter aus, reisst mir
die Longe durch die Hand und rennt quer ueber den Platz. Das kann ich
schon wegen der Unfallgefahr nicht gutheissen! Ich fange ihn also ein
(von Angst uebrigens keine Spur), lasse ihn vor mir einige Tritte
rueckwaerts gehen, lobe ihn und gehe ruhig und friedlich wieder in die
Mitte des Zirkels. Doch alles Aufpassen und Beschaeftigen hilft nichts
- nach einigen Minuten bricht er wieder aus. Dieselbe Methode wie
vorher - Pferd einfangen, dann zusaetzlich zurechtweisen und eine
kurze Seite rueckwaerts treten lassen. Da Apollo im Gegensatz zu sonst
nicht so zuverlaessig weicht wie sonst, kurzes Touchieren seiner Brust
mit der Gerte. Beim naechsten Ausbrechen muss er eine ganze Bahn
rueckwaerts treten; es hilft ja nun nichts. Er weiss genau, was er da
tut, und dass er nicht gehorcht. Denn wenn er eine Woche vorher noch
ohne dieses Brimborium ausgekommen ist, kann es nicht sein, dass er
das alles ploetzlich vergessen haette. So. Apollo hat also
schliesslich genug Chancen gehabt, sich angemessen zu verhalten. Ich
habe ihn anfangs ignoriert, dann zurechtgewiesen und schliesslich eine
fuer ihn bloede Gehorsamsuebung gemacht, indem ich ihn so weit habe
zuruecktreten lassen. Dann wieder in Ruhe, mit Lob und Verzeihen die
Arbeit wieder aufgenommen. Wenn mein Pferd dann meint, mich noch
weiter provozieren zu muessen, dann weiss er auch, was er sich damit
einhandelt, denn wir haben das schon zweimal gehabt. Auch vom
sonstigen Umgang weiss er, dass ich konsequent bin und er fuer
Ungehorsam bestraft wird, sei es durch Ignorieren oder einen Klaps
oder mal ein strenges Wort. Wenn das alles nichts hilft, wie in der
geschilderten Situation, muss ich als Ranghoehere hart durchgreifen.
Ich hole ihn mir also beim naechsten Ausbruch ran und haue ihm eins
mit der Longierpeitsche auf den Ar***. Apollo springt weg, ich lasse
ihn auch weg und hole ihn mir dann wieder ran. Er bekommt dann 2-5
Schlaege auf diese Art, und dann arbeiten wir noch ein bisschen
weiter. Ich musste das noch nie wiederholen, weil Apollo sich dann
wieder untergeordnet hat und mitgemacht hat. Ich mache das nicht
gerne, aber bei einem 650-kg-Pferd, das 170 Stm hat (inzwischen),
mache ich keine Kompromisse.

Und Apollo ist immer noch klar im Kopf, er kommt auf der Weide IMMER
auf mich zu, wenn ich ihn holen will, er hat keine Angst vor mir.
Meistens bleibt er noch bei mir stehen, wenn ich ihn wieder zurueck
auf die Weide bringe. Ich stehe zu meiner Art, mit diesem Pferd
umzugehen; wenn ich mir so ansehe, wie die Stuten auf ihm rumpruegeln,
denke ich, dass das vertretbar ist. Trotzdem zaehle ich mich nicht zu
den "Prueglern", weil diese Art des Durchsetzens die absolut letzte
Moeglichkeit ist, mich diesem Pferd gegenueber zu behaupten. Ich waere
auch gluecklich, wenn diese Situation vor einem halben Jahr die letzte
dieser Art gewesen waere, denn froh macht mich das nicht. Und fuer
alle Pferde geeignet ist sie beileibe nicht. Apollo kann ziemlich was
ab, und mit 6 Jahren ist er auch noch im Flegelalter, wo man mal hart
durchgreifen muss.

Aber ich fuerchte, lieber Heinz, dass dieser Roman ziemlich zwecklos
ist, weil Du mich eh nicht fuer einen guten Pferdemenschen haeltst -
sei's drum. Ich weiss, was ich tue und kann mit anderen Meinungen
leben.

So long,

Katje + Apollo, der immer noch begeistert ist, wenn ich komme...


Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am 20 Sep 2000 13:36:21 +0200, schrieb "Wolfgang Marchewka"
<Webm...@funny-friesland.de> in der Nachricht
39c8a017$1...@netnews.web.de> :

>Ja, auch so kann sich eine frustrierte Frau abreagieren.
>Das Ganze sollte nur nicht unter der Rubrik "Tierliebe"
>stattfinden...

Lieber Wolfgang,

laber nicht. Lies mein anderes Posting an Heinz und nimm gefaelligst
die "frustrierte Frau" zurueck. Oder hab ich Dir vielleicht eine
bellende Schwanzverlaengerung unterstellt? Na bitte. Bisschen
Sachlichkeit und mal ein "warum machst Du das denn so?" waere
vielleicht mal angebracht.

Katje


Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 14:21:19 +0200, schrieb "Wolfgang u. Birgitt
Giessler" <wolfgang...@wupperonline.de> in der Nachricht
<8qaejf$pjb$1...@news.kdt.de> :

>
>"Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag > Am Mon, 18
>Sep 2000 18:15:04 +0200, schrieb Theresia Steinkogler
>
>Hallo Katje!

Huhu,

eins vorweg: Ich hab mich bloed ausgedrueckt - ihr habt es in den
falschen Hals gekriegt - meine Schuld. Tut mir leid.

>Auf innig lege ich Wert (= vertrauensvoll), gleichberechtigt kann der Umgang
>nicht sein, richtig.

Das sehe ich auch so. Mit "innig" meinte ich auch eher sowas wie
"romantisch verklaert"...

>> Ausserdem will ich mir schon das Recht herausnehmen, meinem Pferd zu
>sagen, wo es
>> langgeht - und bisher hat es noch keinen Schaden erlitten.
>
>...was aber ernsthafte Schläge (=Prügeln) nicht zwangsläufig notwendig
>macht.

Nein, nicht zwangslaeufig. Ich habe meinen VA-Wallach bspw. nie
geschlagen, weil es bei ihm immer anders ging. Er war supersensibel
und wenn er was angestellt hat, reichte ein strenges Wort immer aus.
Bei Apollo ist das anders, und wie ich schon in meinem Posting an
Heinz geschrieben habe, erfolgen ernste Schlaege auch nur nach
anhaltender Provokation, nach vielen Chancen und Moeglichkeiten fuer
ihn, sich wieder unterzuordnen. Wenn ich aber sehe, wie die Pferde in
der Herde miteinander umgehen, dann denke ich, dass Apollo bei mir
mehr Chancen bekommt. Er weiss auch, woran er ist.

>> Das Pferd ist kein erwachsener Mensch. Es ist mit einem Kleinkind
>> vergleichbar, dem man ab und zu deutlich sagen muss, wo es langgeht.
>
>Selbst einem Kleinkind kannst du Gründe nennen, warum etwas so gemacht
>werden soll (wenn du es richtig machst, wird es sie verstehen)...einem Pferd
>nennst du keine Gründe. Insofern hinkt auch hier der Vergleich.

Das habe ich ja weiter unten auch geschrieben. Darum muss man ja auch
kein Kind jemals verhauen. Ich meinte eher, dass das Pferd "geistig"
in der Position eines Kleinkindes ist; manche Pferde wachsen noch
darueber hinaus.

>> Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich und

>> Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor), aber dann ist
>> immer eine lange, extreme Provokation meines Rangplatzes
>> vorausgegangen, und er einige Male verwarnt worden.
>

>Wenn du das nötig hast, dein Pferd einmal im Jahr (oder überhaupt) nach
>Strich und Faden zu verprügeln ist trotz aller scheinbarer Wohlerzogenheit
>anscheinend doch was schief gegangen.
>Dann hat dein Pferd gelernt, dass alle vorherigen Strafmaßnahmen nicht ernst
>genug gemeint, nicht konsequent genug waren und er sie nicht wirklich ernst
>nehmen muss...

Also noch mal von vorne. Einmal im Jahr ist keine Regel, sondern das
langjaehrige Mittel. Ich wuerde gerne ohne auskommen und ich sehe dann
auch nicht rot oder so. Es sind einige Schlaege mit der
Gerte/Peitsche, denen viele Chancen auf Unterordnung vorangegangen
sind. Ich muss sagen, dass Apollo nicht so schlau ist wie zB ein Pony,
und dass er nach derartigen Provokationen bestraft werden muss. Und
wenn alles nichts hilft, dann eben mit Schlaegen. Ich kann ihn je
schlecht in eine Ecke draengen und beissen und treten, und ich kann
ihn auch nicht wegjagen zur Strafe.

>Traurig genug, dass du es deiner Ansicht nach bei Apollo tun musst.

Jetzt regt Euch doch nicht so darueber auf. Ich mag mein Pferd und ich
leide auch mit ihm, denn nichts liegt mir ferner als diese Aktionen.
Manchmal sind sie aber einfach noetig. Hoffentlich nie wieder, denke
ich jedesmal, und gebe ihm alle erdenklichen Moeglichkeiten, sich da
elegant wieder rauszuwinden. In 99,5% der Faelle reicht ja auch eine
muendliche Verwarnung; aber in diesen 0,5% muss ich durchgreifen, wenn
ich der Chef bleiben will. Ich pruegel ja auch nicht wie von Sinnen
auf meinem Pferd herum, sondern es sind gezielte, einzelne Schlaege,
die ihren Sinn haben und Apollo wieder auf den Boden der Tatsachen
zurueckholen. Danach wird weitergearbeitet und bei Wohlverhalten
besonders viel und ausgiebig gelobt.

>> Mir ist lediglich daran gelegen, mit meinem Pferd eine schoene Zeit zu
>> haben, und dazu gehoert auch, dass ich meine Position verteidige.
>Was aber, wie gesagt, nicht notwendigerweise mit "Prügeln" geschehen muss.

Nein, das habe ich doch auch nie behauptet.

>Klar versucht Hjerkinn auch immer mal wieder zu zeigen, dass er der stärkere
>ist, aber ein scharfes "Ey" oder "Na" reicht i.d.R. vollkommen aus. Und er
>ist bestimmt keins von den Sensibelchen, die man nur schief anschauen muss
>[Fjordi eben ;-)]

Eben. Meistens reicht das bei Apollo auch. Es ist auch schon lange
nicht mehr vorgekommen, dass Apollo mich derartig herausgefordert hat,
und ich hoffe, dass in Zukunft auch ein "Na" oder ein Klaps ausreicht.
Im Gegensatz zu vielen anderen ziehe ich naemlich auch keine
Genugtuung daraus, mein Pferd zu schlagen, und wuerde es lieber anders
regeln. Aber glaub es mir einfach - manchmal, ganz selten, geht halt
gar nichts anderes mehr bei ihm.

>> Ansonsten bin ich ebenso vernarrt in mein Hueh wie die meisten hier :)
>Und weil ich das auch bin (in mein Hüh vernarrt), habe ich mir im Laufe der
>Zeit mit viel Engangement sein grenzenloses Vertrauen erworben. Der Weg, den
>ich vorgebe, ist unser Weg, und wie wir ihn bewältigen unsere gemeinsame
>Sache.

Das ist ja auch genau richtig. Haette ich jemals gemerkt, dass Apollo
sein Vertrauen in mich verliert nach so einer Aktion, haette ich das
nie wieder getan. Aber diese Klaerung der Rangfolge laesst ihn
entspannt zurueck, und das kann man sehen. Er weiss immer, wo er
steht, und er zieht viel Sicherheit daraus.
Und zusammengewachsen - das kann man von Apollo und mir auch sagen. Er
steht eine Viertelstunde mit geschlossenen Augen, die Stirn an mich
gedrueckt, und laesst sich die Ohren kraulen. er geht an
pferdefressenden Dingen vorbei, weil ich vorgehe. Das alles zeigt,
dass er mir vertraut, und das habe ich nicht mit Streicheln alleine
erkauft, sondern mit Konsequenz und Zuneigung. Und dazu gehoert auch,
dass ich ihn in seine Schranken verweise, wenn er ungehorsam ist. Er
selbst gibt eigentlich meine Reaktion vor. Fuer Ungehorsam gibts eine
Folge, und fuer anhaltende Provokationen eine andere. Ich bin
berechenbar fuer ihn.

So long,

Katje, die mal wieder merkt, dass ein schriftliches Medium auch
Nachteile hat

Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 13:02:48 +0200, schrieb Pierre Greiveldinger
<imp...@yahoo.com> in der Nachricht <39C89958...@yahoo.com> :

>tendre wrote:
>
>> "Katje Binder" <bin...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag

>> news:39c8703e...@news.uni-muenster.de...
>> > Und ich bin mir auch nicht zu schade dazu, mein Pferd nach Strich und=


>
>> > Faden zu verpruegeln (kommt etwa einmal im Jahr vor),
>>

>> pfui teufel.....................
>>
>> tendre


>
>Aha! Auch wieder aus dem Mist aufgetaucht?
>

>Lies mal Katje's ganze Mail durch anstatt hier wieder rumzup=F6beln und L=
>eute
>durch den Mist zu ziehen (wo du mittendrin reingeh=F6rst)!
>

Hi Pierre,

danke fuer die Schuetzenhilfe. Ich hatte mich wohl missverstaendlich
ausgedrueckt, aber fuer Heinz und Wolfgang war das ein gefundenes
Fressen...

Katje


Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 15:24:18 +0200, schrieb Andrea & Stefan
<ste...@bluewin.ch> in der Nachricht <39C8BA82...@bluewin.ch> :

Hi Andrea,

lies bitte meine anderen Postings zu diesem Thema. Kann nur sagen:
Habe mich bloed ausgedrueckt. Tut mir leid.

Katje


Michael Heymann

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
beat <ble...@freesurf.ch> writes:

>Ich will jetzt nicht raussuchen was Katje alles ber Apollo in den
>Grssen anfgte, aber ich habe nie den Eindruck erhalten, dass er so
>wild, bsartig und gemeingefhrlich wre, dass er nach Strich und
>Faden durchgeprgelt werden muss.

Vielleicht hat sie sich mit dieser Redensart einfach bisschen
vergriffen... und manche bekommen das gleich wieder in die
falsche Kehle. Ich kann mir aufgrund ihrer ganzen Postings
naemlich nicht vorstellen, dass sie das Pferd tatsaechlich
"nach Strich und Faden" verpruegelt.

Michael


Wolfgang Marchewka

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
bin...@uni-muenster.de (Katje Binder) wrote:


>Sachlichkeit und mal ein "warum machst Du das denn
so?" waere
>vielleicht mal angebracht.


verstehe ich das richtig: Das Pferd in aller Sachlichkeit
nach Strich und Faden verprügeln?


Gruss
Wolfgang,
der eine Schwanzverlängerung nun wirklich nicht
benötigt...

Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 16:56:46 +0200, schrieb "Stefan Ungemach"
<stefan....@bingo-ev.de> in der Nachricht
<8qafod$k4d$1...@diana.bingo-ev.de> :

[snip]


>Gruss
>Stefan, Pferdepruegler, jetzt geoutet...

Dann sind wir ja jetzt schon mal zwei.

Katje

Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Mann mann. Vielleicht ist es im Bereich des Moeglichen, mal
nachzufragen, bevor man jemanden derartig angreift? Dass ich das von
Wolfgang und Heinz nicht erwarte, ist klar, aber von Euch anderen???

Katje


Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Stefan,

da ich nicht alles von dir posten will, und auch nichts aus den
Zusammenhang reissen will, lasse ich es ganz.

Ich habe mal nachgerechnet, ich habe in 28 Jahren ungefähr mit 450 Pferden
zu tun gehabt. Davon waren ca. 50 Problempferde und 8 extreme
Problempferde. Von den 8 wurden zwei geschlachtet, da ich keine Lust
hatte, für sie mein Leben aufs Spiel zu setzen.
Ja, ich habe in den ersten Jahren geprügelt, aber es bringt nichts, ich
habe nur Schaden angerichtet.
Du kommst ohne viel weiter. Du kannst ein Pferd auch verprügeln ohne es zu
berühren.:
Sorge dafür das es keinen Fluchtweg hat, schrei, mach Krach und führe dich
auf wie ein Berserker, ich habe gefährliche Hengste schon auf diese Weise
vor Angst in eine Ecke gedrückt urinieren sehn.
Aber es bringt nichts, ausser dass man selbst ein Monster wird.
Du kommst ohne Gewalt mit guten Ideen viel weiter, und dein Leben wird
schöner. OK du brauchst mehr Zeit, aber das muss es dir wert sein. Schau
dir die, ich glaube du nennst sie Gurus an, nimm Dir die guten Teile, die
zu dir passen und denke viel nach.

Es geht wirklich ganz ohne Gewalt, wenn auch ich noch nicht ganz dazu
fähig bin, aber ich arbeite daran.

Michael
ehem. Monster

mh

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
OK. Es gibt Autoren, die den Sporeneinsatz anders definieren. Da ich
nicht mit Sporen reite, weil mein Pferd Sporen nicht gut annimmt, und
wir mit der Gerte bestens klar kommen, möchte ich da weiter nichts zu
sagen. Prinzipiell klingt Deine Erklärung aber logisch.

Sicher muss man auch von Pferd zu Pferd unterscheiden. Mein Pferd ist
nicht allzu gross. Beim Einsatz von Sporen müsste ich den Fuss mit dem
Sporn nach oben bringen, um an die Stelle zu kommen, wo ich Kontakt zum
Pferdebauch bekomme. In normaler Stellung liegt der Sporn direkt auf
Höhe der unteren Bauchlinie ohne Kontakt zu demselben. Und das ist dann
auch nicht effektiver, würde es doch die Schenkellage völlig verändern.
Ich habe mein Pferd so trainiert, dass es weiss, was die Gerte sagen
will, ich rede sehr viel mit ihr und sie reagiert sehr empfindsam auf
meine Stimme. An ihrer Reaktion merke ich, dass sie absolut weiss mit
dem Einsatz der Gerte umzugehen. Ich verstehe durchaus, was du mit
Blitzeinschlag meinst. Bei mir gehört halt immer die mündliche
Vorwarnung dazu, deshalb nannte ich es Gewitter. Ich denke, wir meinen
dasselbe. Ich möchte hier Deine Grundsätze nicht in Frage stellen,
sondern ich wollte nur meinen Senf dazu geben.

Die handtellergrossen Löcher einiger Pferde, die wochenlang zum Abheilen
brauchten, waren nicht durch einmalige Sporenstiche entstanden, da wir
bei der Trainingstunde zusehen konnten und auch sehen konnten, wie oft
und in welcher Weise zugestochen wurde. Nämlich durch Abheben der
Unterschenkel und kräftiges Gegenhämmern. Auf unsere Einwände bekamen
wir nur zu hören, der Bock braucht das so!

Gruss
Maria

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo an Alle,

wenn ich mal Sporen für eine bestimmte Übung brauch nehme ich spezielle
Gummisporen, mit denen kann man alles mache, ausser verletzen.
Warum werden solche Sporen nicht von allen verwendet?

Michael


Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi Andrea

"Andrea & Stefan" <ste...@bluewin.ch> schrieb im Newsbeitrag

news:39C8BA82...@bluewin.ch...


> Pferde kennen das Gefühl der Wut nicht - wir Reiter müssen
> deshalb unbedingt lernen, Wut aussen vor zu lassen!

Da muss ich dir wiedersprechen, nicht das Reiter lernen müssen nicht aus wut
heraus zu strafen das erklährt sich von selbst.
Aber Pferde können sehr wohl Wütend werden.
Silken ist so ein Pferd :-)
z.B. Hab ich mal den Fehler gemacht Leckerlie sack voll sichtbar vor die Box
zu hängen. es haben etwa einen Halben meter gefehlt das sie an den Sack
gekommen wär.
Sie hat es ziemlich lange versucht den Sack zu erreichen (und ich ekel hab
sadistischerweise zugesehen, und mich krankgelacht), dann ist Sie
ausgerastet Hat Zuerst die Boxennachbarin Gebissen, und ging dann dazu über
die Box zu zerlegen (und zwar nicht überlegt das es sie etwas näher an den
Futtersack gebracht hätte sondern einfach blind auf alles eingeschlagen was
erreichbar war) Ich war total überrascht und bin viel zu spät
eingeschritten.

mfg René

Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39C8E6BB...@twaranch.de...


> wenn ich mal Sporen für eine bestimmte Übung brauch nehme ich spezielle
> Gummisporen, mit denen kann man alles mache, ausser verletzen.
> Warum werden solche Sporen nicht von allen verwendet?

Ich kann mir vorstellen das Gummisporen sehr ungenau sind.
und Gummi rutscht nicht vermutlich wirst du mit jedem Streich Haare und Haut
reizen bzw. ausreissen

mfg René

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Katje,

was du da beschreibst ist kein Rangordungskampf, dein Pferd wollte nur in
einer extrem langweiligen Situation mit dir spielen, da er ja genau wusste
wie langweilig das sonst immer war. Diese Situation hättest du wirklich
besser lösen können. Das einzige was du erreicht hast ist, dass dein Apollo
jetzt weiß, das du ein Spielverderber bist.
Wenn du mal Lust auf echte Rangordnungskämpfe hast, ich kenn da einen
Traberhengst, der schon einige gegen Menschen gewonnen hat.

Michael
Aber dein Apollo scheint ein richtig netter Kerl zu sein.


Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi eins würde mich interessieren

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

news:39C8EFF0...@twaranch.de...


> was du da beschreibst ist kein Rangordungskampf, dein Pferd wollte nur in
> einer extrem langweiligen Situation mit dir spielen, da er ja genau wusste
> wie langweilig das sonst immer war. Diese Situation hättest du wirklich
> besser lösen können. Das einzige was du erreicht hast ist, dass dein
Apollo
> jetzt weiß, das du ein Spielverderber bist.

Was macht eigendlich dein Chef wenn du keine Lust auf langweilige Arbeit
hast?

mfg René

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Habs gerade an Papier, meinen Haaren und meiner Haut ausprobiert, rutscht
überall wunderbar.
Michael

"Vollmeier René (vollmi)" schrieb:

> Hi


>
> "Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to

Hi,
In meinen Hobby(Arbeit) gibt es keine langweilige Arbeit, für langweilige Arbeit
gibt es Werkstudenten;-)

"Vollmeier René (vollmi)" schrieb:

> Hi eins würde mich interessieren


>
> "Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag

beat

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Katje

le Wed, 20 Sep 2000 16:02:36 GMT, bin...@uni-muenster.de (Katje
Binder) écrivait:


>Ich hole ihn mir also beim naechsten Ausbruch ran und haue ihm eins
>mit der Longierpeitsche auf den Ar***. Apollo springt weg, ich lasse
>ihn auch weg und hole ihn mir dann wieder ran. Er bekommt dann 2-5
>Schlaege auf diese Art, und dann arbeiten wir noch ein bisschen
>weiter. Ich musste das noch nie wiederholen, weil Apollo sich dann

Unter nach "Strich und Faden verprügeln" verstehe ich was ganz
anderes... das hier tönt doch ganz zivilisiert :-)

Wenn du wieder gesund bist, kannst du dir ein Versöhnungsküsschen
holen... nicht vorher, wegen Ansteckungsgefahr... :-)

Liebe Grüsse
Beat

Nine

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Sag mal Katje,

ist das dein Ernst, was du hier schreibst?

Nine

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
> danke fuer die Schuetzenhilfe. Ich hatte mich wohl missverstaendlich
> ausgedrueckt, aber fuer Heinz und Wolfgang war das ein gefundenes
> Fressen...


MISSVERSTÄNDLICH???
ALso ich glaube da gibt es gar nichts misszuverstehen!! Du hast klar und
deutlich gesagt, daß du KEINE innige Freundschaft zu Apollo aufbauen
wolltest; aus welchen Gründen auch immer... und daß du ihn verprügeln
würdest (1x im Jahr??), wenn er einen "Aussetzer" hat.
Sach ma, meinst du nicht, das kann man anders lösen?

In einem anderen Posting schreibst du dann wieder,
daß du dein Pferd nicht schlägst...

Ich glaub ich spinn.
Katje, ich halte sehr viel von dir - sowohl im Reiterlichen Sinne als auch
im Umgang mit Pferden, aber diese Zeilen kommen mir vor wie nicht von dir
geschrieben...
Wenn du es anders gemeint hast, dann schreib es doch anders hin?!

Gruß Nine

Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am 20 Sep 2000 18:00:44 +0200, schrieb "Wolfgang Marchewka"
<Webm...@funny-friesland.de> in der Nachricht
<39c8de0d$1...@netnews.web.de> :

>bin...@uni-muenster.de (Katje Binder) wrote:
>
>
>>Sachlichkeit und mal ein "warum machst Du das denn
>so?" waere
>>vielleicht mal angebracht.
>
>
>verstehe ich das richtig: Das Pferd in aller Sachlichkeit
>nach Strich und Faden verprügeln?
>

Bla bla. "Nach Strich und Faden" bedeutet im urspruenglichen Gebrauch
des Wortes, etwas genau und gruendlich zu tun. Und falls Du Dir die
Muehe gemacht haben solltest, meine anderen Postings zu dem Thema zu
lesen, wirst Du sehen, dass ich nicht wie von Sinnen auf mein Pferd
einschlage. Aber was solls, bei Dir hat eh kein Argument eine Chance.

>Gruss
>Wolfgang,
>der eine Schwanzverlängerung nun wirklich nicht
>benötigt...

So genau wollte ich es gar nicht wissen, aber der Spruch passt ins
Bild.


Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 20:39:57 +0200, schrieb beat <ble...@freesurf.ch>
in der Nachricht <8o0iss4otu506efg8...@4ax.com> :

>Hallo Katje
>
>le Wed, 20 Sep 2000 16:02:36 GMT, bin...@uni-muenster.de (Katje
>Binder) écrivait:
>
>>Ich hole ihn mir also beim naechsten Ausbruch ran und haue ihm eins
>>mit der Longierpeitsche auf den Ar***. Apollo springt weg, ich lasse
>>ihn auch weg und hole ihn mir dann wieder ran. Er bekommt dann 2-5
>>Schlaege auf diese Art, und dann arbeiten wir noch ein bisschen
>>weiter. Ich musste das noch nie wiederholen, weil Apollo sich dann
>
>Unter nach "Strich und Faden verprügeln" verstehe ich was ganz
>anderes... das hier tönt doch ganz zivilisiert :-)

Na eben. Darum vielleicht erst mal nachfragen, bevor man auf jemanden
einschlaegt,. der nur das falsche Wort benutzt hat...


>
>Wenn du wieder gesund bist, kannst du dir ein Versöhnungsküsschen
>holen... nicht vorher, wegen Ansteckungsgefahr... :-)

°schmatz° schon passiert. Viel Spass mit der Grippe - ich finde, da
sollten alle was von haben ;-))

Katje, die dachte, es wuerden sich noch genug Leute dran erinnern,
dass sie diese Prozedur schon mal beschrieben hat...


Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 20:48:36 +0200, schrieb "Nine"
<ro...@s-direktnet.de> in der Nachricht
<39c90c0c$1$17...@businessnews.de.uu.net> :

>Sag mal Katje,
>
>ist das dein Ernst, was du hier schreibst?
>
>

Was denn?


Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 19:12:16 +0200, schrieb Naujoks Michael
<mic...@twaranch.de> in der Nachricht <39C8EFF0...@twaranch.de>
:

>Hallo Katje,


>
>was du da beschreibst ist kein Rangordungskampf, dein Pferd wollte nur in
>einer extrem langweiligen Situation mit dir spielen, da er ja genau wusste
>wie langweilig das sonst immer war.

Bei aller Zuneigung: Das ist Unsinn. Ich gestalte das Longieren immer
recht abwechslungsreich, und nie laenger als eine halbe Stunde.
Normalerweise klappt das ja auch ganz gut...

>Diese Situation hättest du wirklich
>besser lösen können. Das einzige was du erreicht hast ist, dass dein Apollo
>jetzt weiß, das du ein Spielverderber bist.

Ich bin einer, wenn er einer ist. Ich bestimme schliesslich, wann
gespielt wird. Zum Beispiel, als ich neulich auf dem Platz einige
Cavaletti und ein kleines HIndernis aufgebaut hatte und Apollo, der
nicht mal ein Halfter anhatte, dazu animiert habe, drueberzuspringen.
Hat er auch voller Begeisterung gemacht...
Aber das korrekte Longieren gehoert nun mal dazu, und es zu lassen,
nur weil es dem Herrn Apollo nicht so viel Spass macht, finde ich
falsch. Er muss genau so lernen wie ein Kind, dass man auch mal sowas
machen muss... Aber da er ja danach immer schrecklich gelobt wird,
gewinnt er zunehmend Interesse daran...

>Wenn du mal Lust auf echte Rangordnungskämpfe hast, ich kenn da einen
>Traberhengst, der schon einige gegen Menschen gewonnen hat.

ICH HABE KEINE LUST AUF KAEMPFE!! Sorry fuer die Schreierei, aber ich
dachte, das sei deutlich geworden. Ich komme ja auch ohne Kaempfe aus
- fast.

>Aber dein Apollo scheint ein richtig netter Kerl zu sein.

Der netteste von allen, glaub mir. Aber auch halt ein pubertierender
Wallach ;-), der es ab und zu mal drauf anlegt. Und er weiss ja genau,
was passiert - deshalb laesst er es meistens bei einem dezenten
Versuch, zB nur einen Schritt rueckwaerts zu gehen, oder mir mal den
Huf aus der Hand zu ziehen... da ich immer gleich darauf reagiere,
weiss er, wo seine Grenzen sind. Wenn er ein bisschen aelter ist, ist
er bestimmt ein richtiger Gentleman, und dann brauchen wir schon lange
keine drakonischen Massnahmen mehr :)

Katje

Katje Binder

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Am Wed, 20 Sep 2000 20:58:58 +0200, schrieb "Nine"
<ro...@s-direktnet.de> in der Nachricht
<39c90c0d$0$17...@businessnews.de.uu.net> :

Liebe Nine,

mach Dir mal bitte die Muehe, meine Postings genau zu lesen.

>ALso ich glaube da gibt es gar nichts misszuverstehen!! Du hast klar und
>deutlich gesagt, daß du KEINE innige Freundschaft zu Apollo aufbauen
>wolltest; aus welchen Gründen auch immer...

Aus dem Zusammenhang gerissen macht sich kein Zitat besonders gut. Es
hiess:
"Sicher sollte man eine Freundschaft mit seinem Pferd anstreben. Die
jedoch mit der Freundschaft zweier Menschen vergleichen zu wollen,
halte ich fuer nicht praktikabel. Ein Pferd ist und bleibt ein
Schutzbefohlener"
Und: "Was ich absolut ablehne, ist die Vorstellung von einer innigen,
gleichberechtigten Partnerschaft. Das kann es nicht geben, wenn ich
ranghoeher bin als mein Pferd."
Also bitte. Was ich mit "innig" meinte, naemlich eine romantisch
verklaerte Immenhof-Attituede dem Pferd gegenueber, war vielleicht
auch missverstaendlich. Aber lies bitte mal genauer, bevor Du jemanden
kritisierst.

>und daß du ihn verprügeln
>würdest (1x im Jahr??), wenn er einen "Aussetzer" hat.
>Sach ma, meinst du nicht, das kann man anders lösen?
>In einem anderen Posting schreibst du dann wieder,
>daß du dein Pferd nicht schlägst...

Nie habe ich das geschrieben. Lies bitte mal nach.
Einmal im Jahr ist das retraspektiv beobachtete Mittel, aber ich hoffe
nach wie vor, dass das nicht mehr vorkommen muss.

>Katje, ich halte sehr viel von dir - sowohl im Reiterlichen Sinne als auch
>im Umgang mit Pferden, aber diese Zeilen kommen mir vor wie nicht von dir
>geschrieben...

Das ist nett, dass Du das sagst. Ich hatte gedacht, dass sich das
jeder denken koennte, wie ich das gemeint habe, aber das war wohl zu
viel verlangt. Ich stehe aber dazu, dass ich als letztes Mittel, wenn
nichts anderes mehr hilft, meine Position mit Gewalt durchsetze. Das
klingt boese, klar, aber soll ich mir von meinem Pferd auf der Nase
herumtanzen lassen? Das ist kein schlaues kleines Pony, sondern ein
grosses Warmblut, dass ab und zu mal ueber die Straenge schlaegt. Der
Einsatz koerperlicher Gewalt ist das letzte Mittel, wie gesagt, wenn
alles andere versagt hat und Apollo es wirklich wissen will. Ich habe
viel ausprobiert, weil ich auch nicht gern auf ein Lebewesen
einschlage, aber bei diesem Pferd hilft es nun mal nicht. Ich habe
auch in der Herde beobachtet, wie er den alten Wallach so lange
provoziert, bis der ihn ueber die Weide jagt oder blitzartig
vertrimmt. Noch Fragen?

>Wenn du es anders gemeint hast, dann schreib es doch anders hin?!

Jetzt hab ich das schon 5mal hingeschrieben, wie ich es gemeint
habe... ich dachte, ich muesste nicht die ganz eProzedur aufschreiben,
nur um eine Meinung darzustellen, die ich seit Jahren habe und die ich
hier auch schon des oefteren kungetan habe...

So long,

Katje

Anke Spix

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
PG <imp...@yahoo.com> wrote:

> Andrea & Stefan wrote:
>
> > Das war jetzt eine schöne Entgleisung, nach diesem Abschnitt stelle ich
> > Deine Ranghöhe in Frage (Dein Pferd nach so einer Situation übrigens
> > auch!) Pferde kennen das Gefühl der Wut nicht - wir Reiter müssen


> > deshalb unbedingt lernen, Wut aussen vor zu lassen!
>

> Stimmt nicht so ganz. Es gibt Pferde bei denen vor Wut das Weiße der Augen
> zum Vorschein kommt, wenn sie zb einen Möhrensack nicht öffnen können. Das
> Hineintreten in den Möhrensack zeugt auch nicht gerade von Zurüchkaltung,
> wenn sie nicht bei ersten Mal an die Möhren herankommen!
>
Ich habe das schon gesehen - extremer Zorn, auf mich und auf sich
selbst, und auf den Zaun ;-), alles gleichzeitig.
Es aeusserte sich in wie irrem Hin-und Herrasen am Zaun und Buckeln, als
ich dafuergesorgt hatte, dass Peteres Patentausbruchsmethode nicht mehr
funktionierte. Wobei der Ausdruck seiner Bewegungen eigentlich
ausschlaggebend war. Und es war langanhaltend - ueber eine Stunde, bis
wir mit den Stuten zurueck kamen. Und er war sogar noch mir gegenueber
nachtragend ;-)

Um jetzt eventuellen Moechtegernpferdepsychologen den wind aus den
Selegln zu nehmen: 1. Er hatte Gesellschft 2. Er konnte im Auslauf auch
alleine bleiben und tolerierte es dort mit nicht mehr Unruhe, als jedes
alleingelassene Pferd zeigt (ein bisschen Umhergehen, ab und zu wiehern)
Er *wollte* nur nicht zurueckgelassen werden, und auch nicht, dass ich
seine Lieblingsstute mit mir nahm ohne ihn.

Das soll jetzt aber kein Argument dafuer sein, gegenueber seinem Pferd
in blindem Zorn aufzutreten. Davor hat schon Xenophon gewarnt. Und er
hatte recht, den mit blindem Zorn verdirbt man sich alles, was man an
vorheriger Arbeit und Vertrauen aufgebaut hat.

Gruss,

Anke

und der kurierte Ausbrecherkoenig

Anke Spix

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Katje Binder <bin...@uni-muenster.de> wrote:

... Wenn das alles nichts hilft, wie in der
> geschilderten Situation, muss ich als Ranghoehere hart durchgreifen.


> Ich hole ihn mir also beim naechsten Ausbruch ran und haue ihm eins
> mit der Longierpeitsche auf den Ar***. Apollo springt weg, ich lasse
> ihn auch weg und hole ihn mir dann wieder ran. Er bekommt dann 2-5
> Schlaege auf diese Art, und dann arbeiten wir noch ein bisschen
> weiter.

Ich haette es genauso gemacht. Aber ich habe mich ja auch schon als
"Staendig-Pruegler" geoutet...also hat Theresia recht, wir sind alle
Tierschinder... bis auf sie und Michael Naujoks.

Ich spiele auch nicht immer mit meinem Pferd, wenn ihm danach ist, und
ich spiele *nie* Rangordnungsspiele. Ich muss auch manchmal arbeiten
oder misten, wenn ich lieber reiten wuerde, wenn ich mit dem Pferd
*arbeiten* will, dann *muss* es arbeiten - aber ich biete ihm immer eine
moeglichst angenehme Art an. Und dann macht auf einmal auch die Arbeit
Spass.

Willkommen im Pruegelclub,

Anke

Anke Spix

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Naujoks Michael <mic...@twaranch.de> wrote:

...
> Beobachte mal Freundschaften unter Pferden. Und obwohl es auch da eine
> eindeutige Rangordnung gibt, gibt es keinerlei Gewalt über Jahrzehnte
> hinweg. Und die arbeiten super zusammen, der eine führt der andere folgt.
>
So ist es IMO nicht. Pferde koennen sogar als Team zusammenarbeiten.
Ohne dass einer eindeutig "den Ton angibt". Das kann man bei jedem
eingespielten Zweispaenner-Team sehen.
In meiner Herde gibt es eigentlich keinerlei klare Rangfolge, selbst den
Rang der Leitstute teilen sich zwei Stuten, oder moeglicherweise bildet
die eine ihre Nachfolgerin aus, weiss ichs?
Jedes Pferd hat seine Staerken und seine Schwachstellen und jedes nutzt
seine Staerken fuer die anderen, waehrend die Schwachstellen von den
anderen versucht werden zu kompensieren. Und trotzdem sind sie infolge
Erziehung auch (fast) genauso gut in der Lage, alleine und selbstaendig
zu agieren.
Vielleicht habe ich eine absolut ungewoehnliche Herde, aber so habe ich
es halt beobachtet.
Ich denke, dass die Pferde auch so untereinander umgehen, wie man mit
ihnen umgeht. Kehrt man die dominante Leitperson heraus, werden sie
ihren Frust an den Schwaecheren herauslassen und damit die Theorie der
HAckordnung bestaetigen, laesst man ihnen einen *gewissen* Freiraum und
bemueht sich um weitestgehende partnerschaftliche Zusammenarbeit, tun
sie das auch untereinander.
Ich dulde keine "unfairen" Streitigkeiten in meiner Herde, und die
"Leitstuten" sehen auch zu, dass das so bleibt. Ansonsten greifen sie
ein, aber noch *nie* haben sie ein Pferd voellig absondern muessen.
Meist reicht es voellig aus, sich bei Streitigkeiten zwischen die
Streithansel zu schieben, denn diese wissen, wenn sie weitermachen,
bekommen sie es mit eben jenem "Blitzschlag" zu tun, den (auch) Stefan
als "menschliche" Strafe einsetzt.

Gruss,

Anke

und die Harmoniesuechtigen

Anke Spix

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Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Naujoks Michael <mic...@twaranch.de> wrote:


> Und wenn du mit einem Pferd öfter als einmal pro Jahr kurz strafen mußt,
> hast du in der Vergangenheit grobe Fehler gemach oder du machst sie
> gerade. Wenn du dann auch noch dieses eine Strafaktion weglassen kannst,
> hast du verstanden mit Pferden umzugehen. denn du hast immer noch das
> letzte starke Mittel Gewalt in der Rückhand. Ich denke mir auch, dass du
> dir beim Strafen mit Schmerz mehr Schaden zufügst als dem Pferd. Überlege
> dir mal, wie toll es sein muß, im Umgang mit Pferden ganz ohne Gewalt,
> alles zu erreichen, ist das nicht der schönste Traum und zerstörst du ihn
> nicht selbst, jedesmal wenn du zuschlägst? Ich wäre glücklich, wenn ich es
> mal ein Jahr ganz ohne Gewalt schaffe. NA Ja vielleicht 2001.
>
> Denk mal darüber nach was für ein Mensch du selbst sein willst. Es ist
> ganz unwichtig was die Anderen oder ich sage oder über dich denken,
> vergiss sie, wichtig ist nur, dass du das, was du wirklich sein willst,
> auch erreichst. Michael

Ich fuerchte, du unterliegtst da genau der Selbsttaeuschung, der viele
"Dominanz-Fans" nacheifern - diese benutzen lediglich verdecke Gewalt.
(wenn man es denn so nennen will), und wie du richtig sagst, kann man
auch damit ein Pferd vollkommen fertig machen (habe es jetzt mehrfach
gesehen und seitdem von dem ganzen Kram die Schnauze gstrichen voll).
Aber selbst wenn man nicht so weit geht - Gewalt ist es immer. Und
gerade diese nicht so brutal sichtbare Gewalt verleitet einen sehr viel
eher dazu, zu viel zu tun.
Da bleibe ich lieber bei meiner Touchiergerte und benutze sie
hinterhand-aktivierend u.U. in jeder Reitstunde mehrfach, und meine
Pferde behalten ihr Selbstbewusstsein und ihre seelische Integritaet.

Ueberlege mal, was Monty Roberts so empfiehlt: es ist die ultimative,
absolute, haerteste Strafe, die eine Leitstute verhaengen kann - und die
wird vom Menschen dann routinemaessig bei jeglichem kleinsten "Vergehen"
gegen den Gehorsam bestraft. Und dabei verlangen Leitstuten deutlich
weniger Gehorsam als Menschen, sie mischen sich nur dann in das
Sozialverhalten ein, wenn die Schwaechsten wirklich viel zu leiden haben
und nicht in der Lage sind, selber damit fertig zu werden oder ihre
Position angegriffen wird - sonst ist es ihnen wurst, was der Rest der
Herde macht.

Wer sich die Welt einfach zurechtschnitzt, schneidet zuviel davon ab.

Anke,

die mehrmals auf diese Weise psychisch gebrochene Pferde gesehen hat und
am liebsten *NIE WIEDER* sehen wuerde - das Schlimmste daran ist, dass
die Besitzer noch denken, sie seien pferdefreundlich <schnaub>

Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi Katje,

ich hab's nicht böse gemeint. Auch wenn du die Longe für wichtig hältst ist es
OK.
Ich habe nur gehofft, dass du vielleicht beim nächsten mal andere Lösungen
probierst.
Also so als Beispiel,
Lieber Apollo, du magst nicht, ach dann reiten wir erst mal und dann probiers
wir gleich wieder, am besten lassen wir den Sattel dann gleich bei der Longe
drauf!!!
Oder irgend so was. Die Zeit spielt für dich.
Ich habe nämlich das Gefühl du magst ihn. Lass ihn sich doch ärgern, nicht dich.

Bei uns würde ich jetzt sagen "trink ma no a mas, und san ma wida guad"

Michael

beat

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo Katje

le Wed, 20 Sep 2000 20:03:49 GMT, bin...@uni-muenster.de (Katje
Binder) écrivait:

>>


>>Unter nach "Strich und Faden verprügeln" verstehe ich was ganz
>>anderes... das hier tönt doch ganz zivilisiert :-)
>Na eben. Darum vielleicht erst mal nachfragen, bevor man auf jemanden
>einschlaegt,. der nur das falsche Wort benutzt hat...

naja ... falsches Wort... ich halte dir deine Grippe zugut... aber
wenn ich jemanden nach Strich und Faden verprügle. ist der
anschliessend krankenhausreif und vielfarbig [grèn, rot und blau] :-)

>>
>>Wenn du wieder gesund bist, kannst du dir ein Versöhnungsküsschen
>>holen... nicht vorher, wegen Ansteckungsgefahr... :-)
>
>°schmatz° schon passiert. Viel Spass mit der Grippe - ich finde, da
>sollten alle was von haben ;-))
>

*da* bist du grosszügig! dabei hatte ich meinen Anfall schon letztes
Wochenende...



>Katje, die dachte, es wuerden sich noch genug Leute dran erinnern,
>dass sie diese Prozedur schon mal beschrieben hat...

kann ich mich gar nicht daran erinnern... nächstes Mal vielleicht
etwas sorgfältiger formuliern... solltest du ja eigentlich an der Uni
gelernt haben...

Liebe Grüsse
Beat


Naujoks Michael

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hi Anke,

Anke Spix schrieb:

>
> Ich haette es genauso gemacht. Aber ich habe mich ja auch schon als
> "Staendig-Pruegler" geoutet...also hat Theresia recht, wir sind alle
> Tierschinder... bis auf sie und Michael Naujoks.
>

Ich habe bestimmt schon wesentlich härter geprügelt, als die Damen die hier
angegriffen werden,
da war ich so 25 und im passenden Umfeld. Hilfsmittel stehen überall rum,
Besenstiele, Hufraspeln u.s.w.
wenn die Leute, die dir zuschauen dann noch anerkennend sagen, der Schinder
hat's mal gebraucht, fühlt man sich stark. Und die Erfolge geben einen auch
noch recht. Beim Herrichten geht es schnell und seine Aggressionen ist man
los. Aber zum Glück lernt der Mensch und siehe da es geht auch anders und
wie es aussieht geht es ganz ohne Gewalt. Tja in den Augen richtiger Männer
ist man dann ein Weichei.
Aber die Harmonie, die man auf einmal erlebt macht alles andere weg.
Und ich möchte es noch einmal sage, und so wie du schreien, SCHLAGEN SCHADET
DIR MEHR ALS DEINEM PFERD.

Michael
ehem. Mitglied im Pruegelclub.


Andrea & Stefan

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
Hallo Katje

Katje Binder schrieb:
>
> Deinen Bericht gesnippt

Darunter verstehe ich auch nicht "nach Strich und Faden verprügeln"....

ähnliche Situationen erlebte ich übrigens bis vor einem halben Jahr
öfters beim Longieren mit Bylur. Bei ihm nützte es allerdings überhaupt
nichts ihm mal eins zu "langen"! Darauf reagierte er nur hektisch,
nervös (fast panikartig) und noch viel bockiger also vorher. Also musste
ich etwas neues suchen, Bylur davon abzuhalten, ständig auszubrechen.
Eine Kollegin gab mir dann mal den Tip, Bylur kräftig zu mir
reinzuziehen, wenn er ausbrechen will (dieses ausbrechen war übrigens
ganz klar ein Spiel von Bylur "mal schauen was sie macht, wenn ich mit
IHR spiele") Zweimal habe ich ihn auf diese Art reingezogen, bzw.
einfach nicht wegrennen lassen und seither ist Ruhe! Bylur hat nie
wieder den Zirkel verlassen ohne dass ich das wollte...
vielleicht muss ich als Ergänzung noch sagen, dass Bylur in jener
Situation auf Trense gezäumt war und an der Doppellonge lief. Der innere
Zügel war zum "V" verschnallt (also mit Hebelwirkung) und bei diesem
reinziehen war es sicher unangenehm, den Kopf nach hinten gezogen zu
bekommen - der äussere Zügel musste ich dabei loslassen und das
wichtigste ist, SOFORT lösen, wenn das Pferd nachgibt!!!!!

Gruss

Andrea

Christoph Kliemt

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
Mahlzeit!
->"Katje" == Katje Binder <bin...@uni-muenster.de> writes:

Katje> Am Wed, 20 Sep 2000 20:48:36 +0200, schrieb "Nine"
Katje> <ro...@s-direktnet.de> in der Nachricht
Katje> <39c90c0c$1$17...@businessnews.de.uu.net> :

>>Sag mal Katje,
>>
>>ist das dein Ernst, was du hier schreibst?
>>
>>

Katje> Was denn?

Kurze Mitteilung aus der Abteilung "schweigende Mitleser": Ich gehe
davon aus, daß Katje das ernst meint. Und das was sie schreibt ist
imo korrekt.
Immer mal kurz dran denken: Ein Pferd ist ein Tier.
Nett, freundlich, aber auf irgendeine Form muß man sich ja über die
Details verständigen.

ykwim?

\\// christoph


Vollmeier René (vollmi)

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
Hi

"beat" <ble...@freesurf.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:qb9iss0433fpetijt...@4ax.com...


> >°schmatz° schon passiert. Viel Spass mit der Grippe - ich finde, da
> >sollten alle was von haben ;-))

Achwienet sie teilt :-)

mfg René

Stefan Ungemach

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
"Wolfgang Marchewka" <Webm...@funny-friesland.de> schrieb im
Newsbeitrag news:39c8d831$1...@netnews.web.de...
| "Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de>
| wrote:
|
| - jede Menge oberlehrerhaftes Zeugs -

Ach, Wolfgang,

ohne Oberlehrer - lernst Du nix! Trotz Deiner immensen Lebenserfahrung
("24 Jahre Hundehaltung", wissen wir jetzt - inwieweit Dich das zum
Experten, gar Praktiker, in der Pferdeausbildung macht, sei vorlaeufig
dahingestellt. Immerhin verstehe ich jetzt ein wenig besser, wie es zu
Deinem merkwuerdigen Stil und Verhalten MENSCHEN gegenueber kommt - es
ist an der Zeit zu verstehen, dass DEREN Kommunikationsrepertoire
kurze Bellorgien weit uebersteigt <g>) waere das aber gar kein
Schaden...

Da war die Rede von Vorsicht bei Verallgemeinerungen, da wurde ein
einziges spezielles Beispiel angefuehrt (mit mehrfacher Betonung des
absoluten Ausnahmecharakters), da wurde ausgesprochen deutlich und
wiederholt auf die uebliche und korrekte Art der Ausbildung und
Korrektur hingewiesen - in Deinem Fall alles fuer die Katz'. Offenbar
willst Du gar nichts zur Kenntnis nehmen, gar begreifen, sondern
einfach nur vermeintlich "starke" Sprueche ablassen.

Allerdings stellt sich dann die Frage: warum um alles in der Welt
bringst Du das in einen laufenden Thread ein? Ueblicherweise bezieht
man sich da auf irgendwas, zitiert (oder macht auf andere Weise
deutlich, dass man den Gegenstand seiner Bezugnahme zumindest mal
gelesen hat) und liefert irgendeinen brauchbaren Beitrag. Um dieses
Minimum an Diskussionskultur zu begreifen, braucht es nicht mal die 24
Jahre Lebenserfahrung - wenige Wochen Usenet-Erfahrung sollten das
bereits erfolgreich vermitteln :-)

Zur Sache: Du weisst rein gar nichts ueber unsere Pferde, deren
Ausbildung, die hierbei in Anwendung gebrachten Methoden oder gar den
speziellen Einzelfall. Du bist noch nie in unserer Region, geschweige
denn auf unserer Anlage gewesen. Du hast noch kein einziges Pferd von
uns kennengelernt. Du besitzt keinerlei Qualifikation in der
Ausbildung von Pferden oder Reitern. Du hast selbst schon geaeussert,
dass der Sattel ein fuer Dich eher ungewohnter Aufenthaltsort ist. Und
schliesslich (das nur nebenbei zum coolen Spruch von der Pferde
Koerperkraft): offenbar ist Dir nicht mal klar, dass ein Pferd unter
dem Reiter alles an Kraft einsetzen kann (und dies gelegentlich - das
waere Dir bei einem etwas weiteren Erfahrungshorizont auch mal
begegnet - auch tut), was es hat und will - ob es damit Erfolg hat,
haengt keinesfalls von dieser seiner Verhaltensweise, sondern vom
Koennen des Reiters ab.

Was das "verfestigte negative Verhalten" angeht - wenigstens das ist
tatsaechlich mal eine richtige Feststellung. Allerdings eine, die bei
richtiger Kenntnisnahme des weggeschnittenen Teiles so ueberfluessig
wie ein Kropf ist. Wir bilden ja keineswegs "grundsaetzlich" oder auch
nur "oefters" Problempferde unter Zuhilfenahme von Gewalt aus - aber
Ausnahmen bestaetigen auch diese Regel. Meinst Du nicht, dass Du erst
mal ein wenig Zeit auf dem Ruecken von Problempferden, gar auf einem
wie dem beschriebenen, verbringen (beziehungsweise ueberhaupt mal ein
paar Jahre in IRGENDEINEM Sattel), und Faelle wie diesen speziellen
erst mal sehen, solltest, bevor Du Dir vollmundige Massregelungen
gegenueber Praktikern herausnimmst? Es ist doch vorhersehbar, dass
einer, der sich im Sattel auch mit derartigen Extremen (BTW: das
bewusste Pferd wird heute problemlos von Reitanfaengern und Kindern
geritten - und beherrscht bereits ein vergleichsweise hohes Niveau der
Dressur...) auseinandersetzen muss, bzw. ueberhaupt den Mut hat, sich
dieser Aufgabe zu stellen, ueber starke Sprueche "von unten" nur
lachen kann!

Kurz gesagt: trotz der paar Friesen, die um die von Dir vermieteten
Ferienwohnungen herumwandern, bist Du der Allerletzte, der sich zu
meiner Reitweise, zu unseren Pferden oder der bei uns - erfolgreich -
stattfindenden Ausbildung ein Urteil erlauben darf. Da musst Du noch
sehr viel lernen. Ersatzweise kannst Du solange gerne grosse Reden
ueber Deinen AmStaff schwingen, und ich halte Dich darob fuer einen
mindestens genauso starken Typen wie all die anderen
goldkettchenbewehrten Beissmaschinenfuehrer - aber in Sachen Reiten
sei (da Erfahrungen mit Hunden genauso praktikabel wie solche mit
Goldhamstern auf den Beritt von Pferden uebertragbar sind) bitte
kuenftig ganz leise...

Stefan

--
--
Stefan Ungemach ( www.ungemachdata.de/_Stefan_privat )

Wolfgang Marchewka

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de> wrote:


>|
>| - jede Menge oberlehrerhaftes Zeugs -
>

aber in Sachen Reiten
>sei (da Erfahrungen mit Hunden genauso praktikabel wie solche
mit
>Goldhamstern auf den Beritt von Pferden uebertragbar sind)
bitte
>kuenftig ganz leise...
>


Hallo mein lieber Dummschwätzer,
sollte es Dir vielleicht entgangen sein, dass ich mich NICHT
zum Thema Reiten geäußert habe? Es geht um das Thema
Pferdehaltung, um den alltäglichen Umgang mit dem Pferd. Und
da passt das "nach Strich und Faden verprügeln" nicht hin.
Zudem erlaube ich mir den Hinweis, dass Mensch beim Fahren mit
Pferden wesentlich weniger Einflussmöglichkeiten auf die
Pferde hat, als beim Reiten. Da kommt es noch viel mehr auf
die gefühlvolle, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Pferd
an.
Also erzähl mir nichts vom Pferd!


Gruss
Wolfgang

--
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de

Stefan Ungemach

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
Hallo Michael,

ich habe auch mal nachgerechnet <g>. Nun will ich nicht mit Zahlen
rumprotzen, aber die Verhaeltnisse Pferde:Problempferde sind
vergleichbar. Mit einem Unterschied: ich habe noch mit keinem
aufgegeben, sondern immer bereitwillig "mein Leben aufs Spiel gesetzt"
(zum Glueck war's bislang noch nicht wirklich so dramatisch, und
womoeglich waren Deine Kandidaten ja schlimmer) - aber, wenn dies
durch den Vierbeiner auf die Spitze getrieben wurde, schon auch
erkennbar an selbigem festgehalten...

Und genau darum geht es. Ich poste hier nun schon sozusagen seit
Anbeginn, und es hat sich - hoffentlich - herumgesprochen, dass man
mit dem Appell an den Gewaltverzicht bei mir offene Tueren einrennt.
Natuerlich koennen das einige vergleichsweise "gruene" NG-Teilnehmer
(speziell einer aus dem Wilden Osten) - noch - nicht wissen, und
wollen dies wohl auch gar nicht.

Das bedeutet aber nicht, dass ich mich nicht verteidige. Und ich habe
von dem sehr speziellen Fall gesprochen, dass mich ein Pferd
nachhaltig aus seinem Sattel zu entfernen wuenscht. Dabei kann es sich
durchaus um ein Pferd handeln, welches am Boden laengst
vertrauensvoll, und perfekt erzogen, ist (BTW: die DORT einsetzbaren
Methoden des Bedraengens, Veraengstigens etc. habe ich noch nie
benoetigt, so dass ich Dich in diesem Punkt beruhigen kann. Gelassenes
Selbstbewusstsein und eine gewisse Konsequenz haben bis heute immer
gereicht. Aber Du weisst auch, dass Du da von etwas voellig anderem
als dem Reiten sprichst...). Und im Sattel gelten geringfuegig andere
Regeln:

Geritten wird fair, korrekt und ohne das Pferd zu ueberfordern. An
neue Aufgaben wird es behutsam herangefuehrt (schliesslich soll es sie
letztlich ja irgendwann freiwillig in sein Repertoire uebernehmen und
freudig ausfuehren). Und im Zweifelsfall(!) wird darauf verzichtet,
einem an sich "mitspielenden" Pferd irgend etwas aufzuzwingen. So
weit, so gut.

Wenn aber ein hierfuer hinreichend ausgebildetes Pferd von sich aus
gegen den Reiter geht (nicht nur gegen eine spezielle Hilfe oder
Lektion; auch hier kann durchaus mal ein deutlicherer Blitzeinschlag
vonnoeten sein, der dann aber sehr begrenzt und kontrolliert
stattfindet - das ist und bleibt jedoch der Ausnahmefall), diesen
herunterzubuckeln, zu beissen oder zu steigen beginnt - dann stehen
wir vor einer anderen Situation. Dann naemlich hat (einen faehigen
Reiter, der es nicht zu diesem Schritt hin getriezt hat, setze ich
voraus) das PFERD angefangen, die Spielregeln zu missachten und Gewalt
einzusetzen. Zum Glueck tritt dies aeusserst selten auf, was auch gut
so ist: denn da hoert mein Verstaendnis auf. Das hat ueberhaupt nichts
mit "Monster" oder auch nur "Gewaltanwendung" zu tun - bevor ich mich
totschlagen lasse, haue ich auch als weitgehender Pazifist zurueck.

Bekanntlich ist diese Einstellung selbst innerhalb des Themenkomplexes
"Kriegsdienstverweigerung" akzeptiert worden, was letztlich zur
Abschaffung der "Gewissenspruefung" gefuehrt hat. Und, BTW, auch
wenn's offtopic ist: in diesem Zusammenhang wurde damals allgemein zur
Erkenntnis uebergegangen, dass die meisten der Prinzipienreiter gegen
"jede Gewalt in jeder Situation" eher ein Problem mit ihrer
Selbsterkenntnis respektive Ehrlichkeit haben (muessen), weshalb man
keine Regularien erhalten solle, die derartig perverse Aussagen
foerdern.

Gruss


Stefan
--
--
Stefan Ungemach ( www.ungemachdata.de/_Stefan_privat )

"Naujoks Michael" <mic...@twaranch.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39C8E2B6...@twaranch.de...
| Hallo Stefan,
|
| da ich nicht alles von dir posten will, und auch nichts aus den
| Zusammenhang reissen will, lasse ich es ganz.
|
| Ich habe mal nachgerechnet, ich habe in 28 Jahren ungefähr mit 450
Pferden
| zu tun gehabt. Davon waren ca. 50 Problempferde und 8 extreme
| Problempferde. Von den 8 wurden zwei geschlachtet, da ich keine Lust
| hatte, für sie mein Leben aufs Spiel zu setzen.
| Ja, ich habe in den ersten Jahren geprügelt, aber es bringt nichts,
ich
| habe nur Schaden angerichtet.
| Du kommst ohne viel weiter. Du kannst ein Pferd auch verprügeln ohne
es zu
| berühren.:
| Sorge dafür das es keinen Fluchtweg hat, schrei, mach Krach und
führe dich
| auf wie ein Berserker, ich habe gefährliche Hengste schon auf diese
Weise
| vor Angst in eine Ecke gedrückt urinieren sehn.
| Aber es bringt nichts, ausser dass man selbst ein Monster wird.
| Du kommst ohne Gewalt mit guten Ideen viel weiter, und dein Leben
wird
| schöner. OK du brauchst mehr Zeit, aber das muss es dir wert sein.
Schau
| dir die, ich glaube du nennst sie Gurus an, nimm Dir die guten
Teile, die
| zu dir passen und denke viel nach.
|
| Es geht wirklich ganz ohne Gewalt, wenn auch ich noch nicht ganz
dazu
| fähig bin, aber ich arbeite daran.
|
| Michael
| ehem. Monster
|
|


Stefan Ungemach

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
"Wolfgang Marchewka" <Webm...@funny-friesland.de> schrieb im
Newsbeitrag news:39c9b0b7$1...@netnews.web.de...

| Hallo mein lieber Dummschwätzer,
| sollte es Dir vielleicht entgangen sein, dass ich mich NICHT
| zum Thema Reiten geäußert habe?

Wir schon, und Du hast Dich darauf bezogen. Vielleicht solltest Du
solche Bezugnahmen doch mal etwas praeziser abfassen und Dich mit den
Inhalten der von Dir kommentierten Postings vertraut machen (oder
ersatzweise eigene Threads abfassen: da kannst dann wirklich mal Du
entscheiden, wovon die Rede ist) - dann nehmen solche Differenzen ab.

BTW: konfigurier mal Deinen Newsclient. Auch in den erst spaeter mit
modernen Technologien in Beruehrung gekommenen Regionen dieses unseres
Landes sollte es sich langsam herumgesprochen haben, dass Subjects wie

"Re: Oberlehrer_=28war:_=3DPferde_verprügeln=29"

nicht gerade der letzte Schrei sind.

Wolfgang Marchewka

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
"Stefan Ungemach" <stefan....@bingo-ev.de> wrote:


>BTW: konfigurier mal Deinen Newsclient. Auch in den erst
spaeter mit
>modernen Technologien in Beruehrung gekommenen Regionen
dieses unseres
>Landes sollte es sich langsam herumgesprochen haben, dass
Subjects wie
>
>"Re: Oberlehrer_=28war:_=3DPferde_verprügeln=29"
>
>nicht gerade der letzte Schrei sind.
>


Sorry, aber das muss von Dir stammen. Steht jedenfalls so bei
web.de

Heike

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
Wolfgang Marchewka wrote:

>
>
> Was hast Du für ein Glück, dass Pferde so dumm sind,
> dass sie ihre körperliche Überlegenheit nicht gegen den
> Menschen einsetzen. Dann nämlich würdest Du heeute
> nicht mehr posten können.

Du hast ja keine Ahnung ... sorry ...

>
>
> Der Ausdruck "nach Strich und Faden verprügeln" zeugt
> weder von überlegener menschlicher Intelligenz, noch
> von sich in jeder Situation unter Kontrolle haben, noch
> von fairen Umgang mit dem Pferd, das eine
> angemessene, unmittelbare, einmalige körperliche
> Züchtigung durchaus verstehen kann, wohl aber kaum
> ein Verprügeln nach Strich und Faden.
> Wer Problempferde nicht mit Psychologie, sondern mit
> Gewalt "ausbildet", muss damit rechnen, dass sich
> negatives Verhalten noch verfestigt.

Hattest Du jemals ein richtiges Problempferd ausgebildet ?
Hattest Du jemals einen richtigen Spinner unter Dir bzw. neben Dir ???
Du hast ja keine Ahnung was Du hier für einen Müll abgibst .


Cu
Heike

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