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Schlaue Stute läßt sich nicht bespringen

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Peter Severidt

unread,
Apr 17, 1999, 3:00:00 AM4/17/99
to
Hallo,
wieder mit falschem Absender...
Ich möchte Euch folgendes berichten: In unserem Stall steht seit einer
Woche eine Quarterstute zum Decken. Geht es dann zur Sache, macht sie den
Hengst an und roßt und roßt. Will er dann aufsteigen, kickt sie entweder
sofort oder läßt ihn kurz probieren und kickt ihn dann weg. Der arme Hengst
ist dann immer ganz enttäuscht, einmal habe ich ihn auch mit dem Vorderbein
aufstampfen gesehen, so als ob er sagen wollte: "Was soll das eigentlich?
Du mußt doch wissen, was Du willst?". Unser Stallchef meinte zuerst, sie
wäre vielleicht noch nicht rossig genug, dann meinte er, das ist für sie
das erste Mal und eben ungewohnt, und später wurde er ratlos. Ist das
vielleicht eine zickige, dumme Stute? Zufällig war dann unsere Tierärztin
da und ihr wurde die Sache erzählt. Sie hatte gleich einen Verdacht,
untersuchte die Stute kurz und wirklich: Sie stellte fest, daß die Stute
zugenäht wurde! Das wäre in Amerika üblich, um Weideunfälle zu vermeiden!
Was sagt man dazu? Da hätte man ja noch lange probieren und Stute/ Hengst
nur Schmerzen verursachen können. Die Besitzer wußten das jedenfalls nicht.
Aber der Tierarzt, der die Stute vor dem Decken untersucht hat, hätte das
schon merken müssen. Na, zu dem gehen die Besitzer nun bestimmt nicht
mehr!

Unsere Tierärztin behebt nun diese Sache, das ist wohl kein großer
Eingriff. Bei der nächsten Rosse kann man es dann wieder probieren.
Hoffentlich hat die Stute jetzt nicht zu viele negativen Eindrücke behalten
und "genießt" es das nächste Mal.

Herzliche Grüße
Ulrike.

Natalie Klas

unread,
Apr 17, 1999, 3:00:00 AM4/17/99
to
Ich habe eine Stute, die hat wirklich kein Bock sich bespringen zu
lassen. Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, sie war zu dem Zeitpunkt
14 Jahre alt. Damals wolle ich noch ein Fohlen von ihr. Also stellte ich
sie zu beginn der Rosse zum Hengst. Sie blieb während der ganzen Rosse
bei ihm im Gatter, ließ ihn aber nicht an sich heran. Doch wenn ein
Mensch in ihre Nähe kam dann wollte sie schmusen und drehte der Person
dann das Hinterteil zu. Ich hab das ganze dann noch zweimal versucht
ohne erfolg. Später hatte ich sogar noch einen Hengst das ganze Jahr
über mit ihr auf der Weide und nichts ist passiert. Zugenäht war sie
nicht, da sie schon vorher zwei
Fohlen bekommen hatte. Jetzt ist die 24 Jahre, erfreut sich bester
Gesundheit und geniest ihr Alter auf der Weide.

Natalie

Peter Severidt schrieb:

Ardenner

unread,
Apr 18, 1999, 3:00:00 AM4/18/99
to
On 17 Apr 1999 17:17:08 GMT, "Peter Severidt"
<pets...@fh-heilbronn.de> wrote:

>Hallo,
>wieder mit falschem Absender...

Wie soll ich dir dann was dazu schreiben ???
Ich denke das du der Stute erst mal das Gefühl vermittlen musst NICHT
mehr zugenäht zu sein. Sonst reagiert sie beim nächsten mal wie immer
und hat nur angst.

Gruss
Uwe

P.S. eine Stute zunähen und unbeaufsichtig mit Hengsten auf der Weide
halten ist Tierquälerei. Unfähige Amis :(

Ardenner

unread,
Apr 18, 1999, 3:00:00 AM4/18/99
to
On Sat, 17 Apr 1999 20:34:06 +0200, Natalie Klas <nk...@rz-online.de>
wrote:

>Ich habe eine Stute, die hat wirklich kein Bock sich bespringen zu
>lassen. Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, sie war zu dem Zeitpunkt
>14 Jahre alt. Damals wolle ich noch ein Fohlen von ihr. Also stellte ich
>sie zu beginn der Rosse zum Hengst. Sie blieb während der ganzen Rosse
>bei ihm im Gatter, ließ ihn aber nicht an sich heran. Doch wenn ein
>Mensch in ihre Nähe kam dann wollte sie schmusen und drehte der Person
>dann das Hinterteil zu. Ich hab das ganze dann noch zweimal versucht
>ohne erfolg. Später hatte ich sogar noch einen Hengst das ganze Jahr

Siehste mal.. Stuten wissen auch was sie mögen. Manche möchten richtig
"verführt" werden um einen Hengst ranzulassen. Manche sind auch extrem
wählerisch.
irgendeine Stute + irgendein Hengst= Fohlen ist falsch.

Gruss
Uwe

Natalie Klas

unread,
Apr 18, 1999, 3:00:00 AM4/18/99
to
Witzbold!!! ;-)

Gruß

Natalie

Ardenner schrieb:

Anke Spix

unread,
Apr 18, 1999, 3:00:00 AM4/18/99
to
Peter Severidt <pets...@fh-heilbronn.de> wrote:

Hallo, Ulrike!

> wieder mit falschem Absender...
> Ich möchte Euch folgendes berichten: In unserem Stall steht seit einer
> Woche eine Quarterstute zum Decken. Geht es dann zur Sache, macht sie den
> Hengst an und roßt und roßt. Will er dann aufsteigen, kickt sie entweder

> sofort oder läßt ihn kurz probieren und kickt ihn dann weg. ...Ist das


> vielleicht eine zickige, dumme Stute? Zufällig war dann unsere Tierärztin
> da und ihr wurde die Sache erzählt. Sie hatte gleich einen Verdacht,
> untersuchte die Stute kurz und wirklich: Sie stellte fest, daß die Stute
> zugenäht wurde! Das wäre in Amerika üblich, um Weideunfälle zu vermeiden!

<schauder> Sowas im Zeitalter der Antibabypille!!! Da kann es jeder Frau
ja nur kalt über den Rücken laufen. Keuschheitsgürtel wäre genauso
effektiv gewesen, glaube ich, und man hätte wenigstens sofort gesehen,
daß es nicht geht ;-)
Bloß gut, daß sie in der Lage war, sich zu wehren, und nicht mit
Deckstricken im Deckstand gefesselt und ohne ausweichen zu können dem
Hengst präsentiert wurde <bei der Vorstellung richten sich mir sämtliche
Haare auf>

> Was sagt man dazu? Da hätte man ja noch lange probieren und Stute/ Hengst
> nur Schmerzen verursachen können. Die Besitzer wußten das jedenfalls nicht.
> Aber der Tierarzt, der die Stute vor dem Decken untersucht hat, hätte das
> schon merken müssen.

Das ist schon seltsam (vorsichtig formuliert). Ich kann mir wirklich
nicht vorstellen, daß er es bei der Tupferprobe nicht gemerkt haben
soll. Immerhin braucht man dafür ja ein Spaekulum. SEHR seltsam!


> Unsere Tierärztin behebt nun diese Sache, das ist wohl kein großer
> Eingriff. Bei der nächsten Rosse kann man es dann wieder probieren.
> Hoffentlich hat die Stute jetzt nicht zu viele negativen Eindrücke behalten
> und "genießt" es das nächste Mal.

Da habe ich so meine Zweifel, daß es jetzt reibungslos funktioniert.
Wenn das das einzige Mal war, daß ein Hengst sie bespringen wollte, ist
es damit vielleicht gut. Wenn sie vorher schon mehr Erfahrungen in der
Richtung gemacht haben sollte, dürfte es nicht mehr so ganz einfach
sein.
Tip: Möglicherweise hifreich in dieser Situation könnten sein:
Bach-Blüten (Star of Bethlehem <?>), Klass. Homöopathie (Staphisagria
<?>) oder TTEAM (Bjanca fragen, ich bin bitte da keine solche Fachfrau)
könnten sie das leichter vergessen lassen.
Oder vielleicht sie ein halbes Jahr lang in einer Herde mit einem
erfahrenen freideckenden Hengst laufen lassen, damit die Gelegenheiten
häufig genug sind.
>
Anke, die sich langsam über nichts mehr wundert, was Menschen mit
Pferden so alles machen <kopfschüttel>

Ardenner

unread,
Apr 18, 1999, 3:00:00 AM4/18/99
to
On Sun, 18 Apr 1999 21:50:07 +0200, Natalie Klas <nk...@rz-online.de>
wrote:

>Witzbold!!! ;-)
>

Wirst dich wundern, es gibt wirklich solche Menschen denen das
Gefühlsleben ihrer Pferde total egal ist ...

Bei uns im Reitstall leider auch. Kein freudiges Begrüssungswiehern,
die Schulpferde stehen abestumpft mit dem Kopf in der Ecke , total
unintressiert an der Umgebung...

Gute Pferdehaltung stell ich mir anders vor.

Gruss
Uwe

Holger Schmeling

unread,
Apr 19, 1999, 3:00:00 AM4/19/99
to

Peter Severidt schrieb:

> Hallo,


> wieder mit falschem Absender...
> Ich möchte Euch folgendes berichten: In unserem Stall steht seit einer
> Woche eine Quarterstute zum Decken. Geht es dann zur Sache, macht sie den
> Hengst an und roßt und roßt. Will er dann aufsteigen, kickt sie entweder

> sofort oder läßt ihn kurz probieren und kickt ihn dann weg. Der arme Hengst
> ist dann immer ganz enttäuscht, einmal habe ich ihn auch mit dem Vorderbein
> aufstampfen gesehen, so als ob er sagen wollte: "Was soll das eigentlich?
> Du mußt doch wissen, was Du willst?". Unser Stallchef meinte zuerst, sie
> wäre vielleicht noch nicht rossig genug, dann meinte er, das ist für sie

> das erste Mal und eben ungewohnt, und später wurde er ratlos. Ist das


> vielleicht eine zickige, dumme Stute? Zufällig war dann unsere Tierärztin
> da und ihr wurde die Sache erzählt. Sie hatte gleich einen Verdacht,
> untersuchte die Stute kurz und wirklich: Sie stellte fest, daß die Stute
> zugenäht wurde! Das wäre in Amerika üblich, um Weideunfälle zu vermeiden!

> Was sagt man dazu? Da hätte man ja noch lange probieren und Stute/ Hengst
> nur Schmerzen verursachen können. Die Besitzer wußten das jedenfalls nicht.
> Aber der Tierarzt, der die Stute vor dem Decken untersucht hat, hätte das

> schon merken müssen. Na, zu dem gehen die Besitzer nun bestimmt nicht
> mehr!
>

Hallo,

habe erst jetzt die Nachrichten gelesen und muss jetzt mal meinen Senf
dazugeben.

Fachleute waren da ja wohl nicht am Werk!
Vor einer Bedeckung wird ja wohl eine Tupferprobe entnommen und spaetestens da
muss man das Naehen entdecken.

Naehen -> kein Weideunfall?? absoluter Schwachsinn IMHO!!!!!
Pinkeln muss sie ja noch koennen, also kann sie nicht ganz zugenaeht sein,
ODER?
Und ein kleines Loch kann dem Hengst reichen, wird dann aber bei einer
unkontrollierten Bedeckung (habt ihr Hengst und Stute auf der Weide b...en
lassen??) zu Verletzungen fuehren.

Das Nicht-bespringen-lassen wird, denke ich, andere Ursachen haben. Entweder
war sie nicht wirklich in Rosse trotz Rossezeichen (Follikeluntersuchung
gemacht?) oder noch nicht in Hochrosse (letztes Drittel, nur da wird
Aufspringen gestattet) oder sie kennt es noch nicht und wehrt sich daher.

Da hilft dann nur das Mitwirken von Fachleuten. So einer scheint euer
Stallmeister wohl nicht zu sein, sorry.

Zugenaeht werden leider immer mehr Stuten, aber aus Gruenden die mit Hygiene zu
tun haben.
Gerade in der Vollblutzucht habe ich schon 3jaehrige noch nicht gedeckte
zugenaehte Stuten gesehen. Muss meist nicht sein und wird oft prophylaktisch
gemacht, damit ja keine Keime in die Gebaermutter gelangen koennen und so zur
Unfruchtbarkeit fuehren.

So, das sollte alle Fragen beantwortet haben.

Tschuess
Holger Schmeling
http://home.t-online.de/home/Gestuet.Karlshof

Natalie Klas

unread,
Apr 19, 1999, 3:00:00 AM4/19/99
to
Hallo Uwe,

ich gebe zu das es in manchen Reitställen ganz schön verheerend zu geht.
Pferde in Ständern angebunden. Pferde die den ganzen Tag in der
Reithalle im Kreis laufen mit irgend so einem blutiger Anfänger auf dem
Rücken, der meint den Dicken machen zu müssen. Pferde, die nie auch nur
einen Fuß auf die Weide setzen können. In manchen Privatställen sieht es
auch nicht besser aus.
Meine Stute hab ich aus so einem Stall gerettet. Wenn ich sie nicht
gekauft hätte, dann wäre sie jetzt keine 24 Jahre alt, sondern würde
schon unter der Erde liegen.

Viele Grüße

Natalie
Ardenner schrieb:

Peter Severidt

unread,
Apr 26, 1999, 3:00:00 AM4/26/99
to

Hallo Fachmann:-),

>
>habe erst jetzt die Nachrichten gelesen und muss jetzt mal meinen Senf
>dazugeben.
>
>Fachleute waren da ja wohl nicht am Werk!
>Vor einer Bedeckung wird ja wohl eine Tupferprobe entnommen und spaetestens da
>muss man das Naehen entdecken.

Natürlich war die Tupferprobe Voraussetzung für die Deckung. Die Stute
ist mit dem entsprechenden tierärztlichen Bericht in unseren Stall zum
Decken gekommen. Sonst geht da gar nichts. Der Tierarzt der Besitzer
war jedenfalls blind (oder wie nennt man das am besten?).

>
>Naehen -> kein Weideunfall?? absoluter Schwachsinn IMHO!!!!!
>Pinkeln muss sie ja noch koennen, also kann sie nicht ganz zugenaeht sein,
>ODER?

Natürlich ist das nicht total verschlossen, sie kann ohne Probleme
pinkeln und rossen.

>Und ein kleines Loch kann dem Hengst reichen,

?
Auf die Erklärung bin ich gespannt:-)
?

M.E. reicht das für künstliche Befruchtung, aber nicht für natürliche.

> habt ihr Hengst und Stute auf der Weide b...en lassen??

Nein, der Hengst deckt an der Hand.

>Das Nicht-bespringen-lassen wird, denke ich, andere Ursachen haben. Entweder
>war sie nicht wirklich in Rosse trotz Rossezeichen (Follikeluntersuchung
>gemacht?) oder noch nicht in Hochrosse (letztes Drittel, nur da wird
>Aufspringen gestattet) oder sie kennt es noch nicht und wehrt sich daher.
>
>Da hilft dann nur das Mitwirken von Fachleuten. So einer scheint euer
>Stallmeister wohl nicht zu sein, sorry.

Bevor Du solche Urteile losläßt, lies bitte die Beiträge genau. Da
standen die Äußerungen unseres Chefs, genau in der von Dir genannten
Reihenfolge. Ist wohl doch ein Fachmann?

Herzliche Grüße Ulrike.


Anke Spix

unread,
Apr 26, 1999, 3:00:00 AM4/26/99
to
Peter Severidt <pets...@fh-heilbronn.de> wrote:

Hallo, Ulrike,


>
> Natürlich war die Tupferprobe Voraussetzung für die Deckung. Die Stute
> ist mit dem entsprechenden tierärztlichen Bericht in unseren Stall zum
> Decken gekommen. Sonst geht da gar nichts. Der Tierarzt der Besitzer
> war jedenfalls blind (oder wie nennt man das am besten?).
>

Ich will ja nicht beleidigend werden, aber entweder das, oder er hat sie
nicht oder an der falschen Stute gemacht...


> M.E. reicht das für künstliche Befruchtung, aber nicht für natürliche.

Und was hätte dann im Falle einer Geburt werden sollen, wenn die
Besitzer dann immer noch im Stande gnädiger Unwissenheit gewesen
wären??? <schauder trotz Sonnenschein>
Kann man das denn nur als Frau nachvollziehen, wie man sich in einer
solchen Situation fühlen muß? Soviel Phantasie braucht es dafür doch
nicht.

Herzliche Grüße

Anke

Holger Schmeling

unread,
Apr 27, 1999, 3:00:00 AM4/27/99
to

Peter Severidt schrieb:

>
> >Vor einer Bedeckung wird ja wohl eine Tupferprobe entnommen und spaetestens da
> >muss man das Naehen entdecken.
>

> Natürlich war die Tupferprobe Voraussetzung für die Deckung. Die Stute
> ist mit dem entsprechenden tierärztlichen Bericht in unseren Stall zum
> Decken gekommen. Sonst geht da gar nichts. Der Tierarzt der Besitzer
> war jedenfalls blind (oder wie nennt man das am besten?).
>

Sicher, genau so :-) Aber trotzdem, wenn ich eine Gaststute zur Bedeckung ins
Gestuet bekomme, wird sie spaetestens bei der Follikeluntersuchung durch den
Tierarzt untersucht. Ausserdem vor der Bedeckung, wenn der Schweif einbandagiert
und die Scham gesaeubert wird.
Da haette in jedem Fall das genaeht-sein auffallen muessen.

>
> >
> >Naehen -> kein Weideunfall?? absoluter Schwachsinn IMHO!!!!!
> >Pinkeln muss sie ja noch koennen, also kann sie nicht ganz zugenaeht sein,
> >ODER?
>
> Natürlich ist das nicht total verschlossen, sie kann ohne Probleme
> pinkeln und rossen.
>
> >Und ein kleines Loch kann dem Hengst reichen,
>
> ?
> Auf die Erklärung bin ich gespannt:-)
> ?
>

> M.E. reicht das für künstliche Befruchtung, aber nicht für natürliche.
>

Sorry, aber warst du bei der kuenstlichen Befruchtung dabei? Dabei wird eine
Pipette mittels Hand und Arm des Besamers bis in die Gebaermutter eingefuehrt. Und
wo eine Hand und der Arm reinpasst, da passt auch der Hengst rein, zumal dieser
(der Hengst, nicht der Veterinaer :-) dabei oft nicht zimperlich ist.
Bei sehr eng genaehten Stuten kann es dabei zu Scheidenverletzungen kommen.

>
> >Das Nicht-bespringen-lassen wird, denke ich, andere Ursachen haben. Entweder
> >war sie nicht wirklich in Rosse trotz Rossezeichen (Follikeluntersuchung
> >gemacht?) oder noch nicht in Hochrosse (letztes Drittel, nur da wird
> >Aufspringen gestattet) oder sie kennt es noch nicht und wehrt sich daher.
> >
> >Da hilft dann nur das Mitwirken von Fachleuten. So einer scheint euer
> >Stallmeister wohl nicht zu sein, sorry.
>
> Bevor Du solche Urteile losläßt, lies bitte die Beiträge genau. Da
> standen die Äußerungen unseres Chefs, genau in der von Dir genannten
> Reihenfolge. Ist wohl doch ein Fachmann?
>
> Herzliche Grüße Ulrike.

Tut mir leid, da war in meiner Forumsliste der entsprechende vermutlich aeltere
Beitrag nicht enthalten, sonst haette ich sicherlich anders geantwortet ;-)

Nix fuer ungut :-))

Holger Schmeling


Holger Schmeling

unread,
Apr 27, 1999, 3:00:00 AM4/27/99
to

Anke Spix schrieb:

> Peter Severidt <pets...@fh-heilbronn.de> wrote:
>
> Hallo, Ulrike,
> >

> > Natürlich war die Tupferprobe Voraussetzung für die Deckung. Die Stute
> > ist mit dem entsprechenden tierärztlichen Bericht in unseren Stall zum
> > Decken gekommen. Sonst geht da gar nichts. Der Tierarzt der Besitzer
> > war jedenfalls blind (oder wie nennt man das am besten?).
> >

> Ich will ja nicht beleidigend werden, aber entweder das, oder er hat sie
> nicht oder an der falschen Stute gemacht...
>

> > M.E. reicht das für künstliche Befruchtung, aber nicht für natürliche.
>

> Und was hätte dann im Falle einer Geburt werden sollen, wenn die
> Besitzer dann immer noch im Stande gnädiger Unwissenheit gewesen
> wären??? <schauder trotz Sonnenschein>
> Kann man das denn nur als Frau nachvollziehen, wie man sich in einer
> solchen Situation fühlen muß? Soviel Phantasie braucht es dafür doch
> nicht.
>
>

Hallo Anke,

im Falle der Geburt fuehrt das in aller Regel zu einem mehr oder weniger
stark ausgepraegtem Dammriss, der wiederum genaeht werden muss.
Und das in aller Regel dann alle Jahre wieder.

In der Vollblutzucht wird das zum Teil schon vorbeugend gemacht, allerdings
nicht aus dem hier urspruenglich angegebenem Grund (Weideunfall *kicher*)
sondern aus Gruenden der Hygiene.
Es wird eben auf Rennleistung und nicht auf Fruchtbarkeit selektiert, was
sicher kontrovers diskutiert werden kann.
M.E. gehoert beides in Betracht gezogen.

Genaehte Stuten werden dann in der Regel kurz vor der Geburt von einem
*Fachmann* mittels Einmal-Skalpell aufgeschnitten. Das erfordert Routine,
einen Helfer der die Stute haelt, eine ruhige Hand.
Ausserdem muss man die Geburt rechtzeitig mitbekommen. Sollte die Stute
schon liegen und das Fohlen halb heraus haengen, ist nix mehr mit schneiden.

Holger Schmeling

Anke Spix

unread,
Apr 28, 1999, 3:00:00 AM4/28/99
to
Holger Schmeling <Holger.S...@t-online.de> wrote:

> Anke Spix schrieb:


>
> > Und was hätte dann im Falle einer Geburt werden sollen, wenn die
> > Besitzer dann immer noch im Stande gnädiger Unwissenheit gewesen
> > wären??? <schauder trotz Sonnenschein>
> > Kann man das denn nur als Frau nachvollziehen, wie man sich in einer
> > solchen Situation fühlen muß? Soviel Phantasie braucht es dafür doch
> > nicht.
>>
> Hallo Anke,
>
> im Falle der Geburt fuehrt das in aller Regel zu einem mehr oder weniger
> stark ausgepraegtem Dammriss, der wiederum genaeht werden muss.
> Und das in aller Regel dann alle Jahre wieder.

Das war mit völlig klar. Aber diese klinisch korrekte Beschreibung läßt
einen nicht so leicht nachvollziehen, wie sich eine Geburt unter diesen
Umständen anfühlen muß. Heißt es nicht im Tierschutzgesetz u.a., man
dürfe einem Tier ohne vernünftigen Grund keine Schmerzen... zufügen?
Klar, was ist ein vernünftiger Grund? Das ist Interpretationssache. Für
mich ist ein möglicher Schutz vor ungewollter Bedeckung oder
Infektionsgefahren im Genitalbereich kein Grund für eine solche
Maßnahme, eben vor allem dann nicht, wenn man es NICHT rechtzeitig vor
Bedeckung/Geburt rückgängig macht (weil man davon z. B. nichts weiß oder
zu spät kommt). Zumindest bei der Geburt besteht immer die Gefahr, daß
es zu spät ist.
Zudem bilden sich allein durch die einstiche, aber erst recht durch
einen Dammriß, Narben. Narbengewebe ist bekanntlich weniger elastisch
als gesundes gewebe, und gerade die scheide muß ja besonders elastisch
sein, um sich bei der Geburt genügend weiten zu können. Bei vorhandenen
Narben wird die Geburt schwieriger und schmerzhafter, was meiner meinung
nach ein vermeidbarer Schmerz ist. Immerhin träte dieses bestimmte
Problem ohne menschlichen Eingriff nicht auf.

>
> In der Vollblutzucht wird das zum Teil schon vorbeugend gemacht, allerdings
> nicht aus dem hier urspruenglich angegebenem Grund (Weideunfall *kicher*)
> sondern aus Gruenden der Hygiene.
> Es wird eben auf Rennleistung und nicht auf Fruchtbarkeit selektiert, was
> sicher kontrovers diskutiert werden kann.
> M.E. gehoert beides in Betracht gezogen.

Zweifellos. Und es ist ja auch sonst nicht alles, was im Rennsport
gemacht wird, vorbildlich. Weil etwas häufig gemacht wird, war immer
schon ein Grund, es für gut zu halten, aber es macht eine Sache allein
dadurch nicht besser (ich hoffe, man kann durchsteigen, was ich gemeint
habe).


>
> Genaehte Stuten werden dann in der Regel kurz vor der Geburt von einem
> *Fachmann* mittels Einmal-Skalpell aufgeschnitten. Das erfordert Routine,
> einen Helfer der die Stute haelt, eine ruhige Hand.
> Ausserdem muss man die Geburt rechtzeitig mitbekommen. Sollte die Stute
> schon liegen und das Fohlen halb heraus haengen, ist nix mehr mit schneiden.

Ist ja dann auch nicht mehr nötig :-(


Tschüß,

Anke,
die zwar selber keine Kinder hat, aber von ihrer Ausbildung her weiß,
daß ein Dammriß/Schnitt sehr schmerzhaft ist und diese Frauen bei jeder
weiteren Geburt wieder damit Probleme kriegen

Gudrun und Ralf Peter Schikowski

unread,
Apr 28, 1999, 3:00:00 AM4/28/99
to
Hallo Anke,

im Prinzip stimme ich Dir zu, was das Nähen usw. angeht.

Anke Spix schrieb:

> > im Falle der Geburt fuehrt das in aller Regel zu einem mehr oder weniger
> > stark ausgepraegtem Dammriss, der wiederum genaeht werden muss.
> > Und das in aller Regel dann alle Jahre wieder.
>
> Das war mit völlig klar. Aber diese klinisch korrekte Beschreibung läßt
> einen nicht so leicht nachvollziehen, wie sich eine Geburt unter diesen
> Umständen anfühlen muß. Heißt es nicht im Tierschutzgesetz u.a., man
> dürfe einem Tier ohne vernünftigen Grund keine Schmerzen... zufügen?

Daß ein Dammriß für die Stute nicht gerade angenehm ist, kann ich mir auch
vorstellen. Beim Menschen kommt er aber auch immer wieder vor, z.B. wenn der Kopf
des Babys zu groß ist. Manchmal kann der Arzt noch einen Dammschnitt machen, was
fürs Heilen besser sein soll. Auch ohne Betäubung soll der noch auszuhalten sein,
weiß ich von meiner Mutter, die ihn einmal ohne Betäubung hatte. Probleme machte
ein alter (verheilter) Dammschnitt bei der nächsten Geburt nicht, nur hatten wir
alle eben einen Dickkopf, was einen neuen Schnitt erforderte.

> Anke,
> die zwar selber keine Kinder hat, aber von ihrer Ausbildung her weiß,
> daß ein Dammriß/Schnitt sehr schmerzhaft ist und diese Frauen bei jeder
> weiteren Geburt wieder damit Probleme kriegen

Gudrun,die auch noch keine Kinder hat und sich daher auf die Erfahrung ihrer
Mutter verläßt

Anke Spix

unread,
May 2, 1999, 3:00:00 AM5/2/99
to
Gudrun und Ralf Peter Schikowski <schik...@owl-online.de> wrote:

> Hallo Anke,
>
> im Prinzip stimme ich Dir zu, was das Nähen usw. angeht.

Schön.

> Daß ein Dammriß für die Stute nicht gerade angenehm ist, kann ich mir auch
> vorstellen. Beim Menschen kommt er aber auch immer wieder vor, z.B. wenn
> der Kopf des Babys zu groß ist.

Sagen wir, wenn die Erweiterungsfähigkeit der Scheide nicht der Größe
des Kinderkopfes entspricht... es liegt nicht allein am Kopf (absolut
gesehen).

Manchmal kann der Arzt noch einen
> Dammschnitt machen, was fürs Heilen besser sein soll. Auch ohne Betäubung
> soll der noch auszuhalten sein, weiß ich von meiner Mutter, die ihn einmal
> ohne Betäubung hatte. Probleme machte ein alter (verheilter) Dammschnitt
> bei der nächsten Geburt nicht, nur hatten wir alle eben einen Dickkopf,
> was einen neuen Schnitt erforderte.

Das widerspricht etwas dem, was ich gehört habe. Aber naja. Auch ging es
mir nicht allein um das geschehen während der Geburt (da ist es gewiß
eine Frage des Verhältnisses zwischen den Schmerzen duch die Wehen und
denen durch den Dammriß/Schnitt), sondern auch um die Heilung nachher.
Im Übrigen dürfte eine "ausgerissene" Naht auch eine ganz andere und
sehr viel stärkere Narbenbildung hinterlassen als ein "sauberer"
Dammschnitt, was auch daran liegen dürfte, daß der Ort des Geschehens
nicht ganz vergleichgbar sein dürfte... das ist aber teils Vermutung.

Letztendlich läuft es wieder darauf hinaus, daß wir auf Vermutungen
angewiesen sind und uns nicht in dem Maße wie beim Menschen auf
Schilderungen verlassen können, wie ein Pferd Schmerzen erlebt. Da das
schon bei Menschen höchst unterschiedlich ist, wird das Problem beim
Pferd noch viel schwieriger, da man ihm nicht immer so leicht Schmerz
ansehen kann und eben auch nicht von einem Pferd zum andern
generalisieren. Beziehungsweise, manche Leute schauen im Zweifelsfall
lieber nicht so genau hin und sagen, dies oder jenes täte eben nicht
weh... Meiner Meinung nach sollte man gerade wegen dieser Umstände
lieber einmal zu vorsichtig sein als einmal zu lässig.

Anke

ar...@student.uni-kassel.de

unread,
May 5, 1999, 3:00:00 AM5/5/99
to
On Sun, 2 May 1999 11:04:07 +0200, Anke...@t-online.de (Anke Spix)
wrote:

>Das widerspricht etwas dem, was ich gehört habe. Aber naja. Auch ging es
>mir nicht allein um das geschehen während der Geburt (da ist es gewiß
>eine Frage des Verhältnisses zwischen den Schmerzen duch die Wehen und
>denen durch den Dammriß/Schnitt), sondern auch um die Heilung nachher.
>Im Übrigen dürfte eine "ausgerissene" Naht auch eine ganz andere und
>sehr viel stärkere Narbenbildung hinterlassen als ein "sauberer"
>Dammschnitt, was auch daran liegen dürfte, daß der Ort des Geschehens
>nicht ganz vergleichgbar sein dürfte... das ist aber teils Vermutung.

Die Frage, ob Riss oder Schnitt besser verheilt, beschaeftigt die
Humanmediziner immer aufs Neue und nach wie vor ohne endgueltiges
Ergebnis. Zu bemerken an den immer mal wieder wechselnden Trends im
Kreissaal...
Also scheint es keine eindeutigen Unterschiede zu geben, was die
Bildung von Narbengewebe betrifft.

Ruth


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