"Patrique Willems" <PWil...@T-Online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:325e72c.01112...@posting.google.com...
> Hallo!
>
> Mein Kleiner (7 Jahre) hatte aufgrund eines Sehnenschadens absolute
> Boxenruhe (es waren insgesamt 11 Wochen) vom TA verordnet bekommen.
> Nun führen wir schon wieder seit 3 Wochen Schritt. Der TA empfahl mir,
> zu versuchen, ohne Beruhigungsmittel auszukommen, da die Gefahr des
> Vertreten seiner Meinung höher wäre.
>
> Obwohl mein Pferd schon immer einer von der aufgedrehteren, heißeren
> Sorte war, ist es nun trotz täglich 20 min führen wesentlich schlimmer
> geworden. Schon bei kleinsten Sachen (Geräuschen, Autos) ist er
> unberechenbar: Er springt weg, zieht rückwärts oder steigt sogar
> etwas. Es hätte nicht viel gefehlt, da wären zwei Autos beschädigt
> gewesen. Extrem aufregt ist er insbesondere in der Halle, wo wir nun
> bald anfangen sollen Schritt zu reiten.
>
> So weiterzumachen ist mir viel zu gefährlich und ich möchte ihn bis er
> ausgelasterter ist "ruhig stellen", d.h. die Augen sollten ihm zwar
> nicht zu fallen, aber diese Gefahren auf jeden Fall einigermaßen
> gebannt werden. Auch um seine Sehne zu schonen und um mich selbst zu
> schützen. Was könnt ihr mir an Beruhigungsmitteln empfehlen? Das Pferd
> abzulenken (z.B. Möhren füttern, Grasen) hilft nicht. Was hat bei euch
> geholfen? Welche Beruhigungsmittel könnte ich, sollte ich einsetzen
> und wie dosiert?
>
> Auch wenn ich sicherlich nochmals mit dem TA sprechen werde, würde ich
> mich freuen, von euch Tips und Anregungen zu erhalten, damit die
> Situation sich schnell ändert.
>
> Viele Grüsse,
> Patrique
Du führst Dein Pferd hoffentlich mit Trense in diesen Situationen, mit
Halfter kann das echt zum Problem werden...
Wichtig ist auch, daß Du dem Pferd nicht zu viel Energie "anfütterst".
Also momentan kein Kraftfutter, Hafer und Co.
Ich habe häufig davon gehört, daß eine Bachblütentherapie ganz gut
helfen soll... Nähere Auskünfte gibts bestimmt im WWW (Habe selbst damit
noch keine Erfahrungen gesammelt).
Es soll auch sogenannte "Notfalltropfen" geben, die das Pferd (besonders
bei stressigen Situationen wie Turnieren und Co.) beruhigen sollen.
Was bei so manchen "Zappeleien" meiner Pferde geholfen hat, ist ein
leichter Griff an der Oberlippe (da, wo auch eine "Nasenbremse" angelegt
wird), jedoch nicht zu fest (soll ja nicht wehtun!). Ein bischen an den
eben genannten Stellen mit den Fingern spielen hat sehr oft in so
mancher "Hilfe, da ist ein Tiger hinter der Bande"-Situation geholfen...
Vielleicht hilft es ja ein wenig...
Gruß
Manu
"Patrique Willems" <PWil...@T-Online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:325e72c.01113...@posting.google.com...
> ich zieh an den Zügeln (wenn er wegspringt) und er
> zieht rückwärts, ich stehe vor ihm und kann nichts mehr ausrichten,
> zieh ich noch mehr beginnt er zu steigen.
Du solltest nicht am Zügel ziehen sondern nur einen Ruck damit geben, damit
nimmst du ihm die möglichkeit gegen dich Seilziehen zu spielen (das wirst du
verlieren)
> Aber ich werde das mit der Oberlippe mal versuchen, wenn er sich
> anpacken läßt - meistens springt er aber weg und läuft dann rückwärts,
> also ich denke, die Chancen stehen nciht so gut.
Hast du es schonmal mit einem Kappzaum versucht?
Als Beruhigungsmittel kann ich neben Bachblüten noch ein kleines
Hausmittelchen empfehlen.
Alkohol. Ein Eimer Billigbier und das wildeste Pferd ist sediert :-) du
kannst dazu das billigste Bier nehmen das du findest.
mfG René
> > Du führst Dein Pferd hoffentlich mit Trense in diesen Situationen, mit
> > Halfter kann das echt zum Problem werden...
>
> Sicher! Ohne wäre mir das ziemlich gefährlich. Das Problem bei der
> ganzen Geschichte ist bloss, dass er immer, wenn man etwas
> handgreiflicher wird, eine Gegenreaktion zeigt (das war vorher auch
> schon so), d.h. ich zieh an den Zügeln (wenn er wegspringt) und er
> zieht rückwärts, ich stehe vor ihm und kann nichts mehr ausrichten,
> zieh ich noch mehr beginnt er zu steigen. Anderes Beispiel wäre z.B.
> das Benutzen der Gerte und Buckeln. Bestrafen ist bei ihm also auch
> eine sehr schwere Sache.
Bin zwar noch ziemlicher Anfaenger, aber ich hab schon einiges gelernt :)
Am Anfang hatte ich mit meinem Chico auch solche Probleme. Er ist wahnsinnig
schreckhaft. Zur Halle muessen wir aber ca. 15 Minuten durchs Dorf laufen.
Wenn dann die boesen LKW kamen oder noch schlimmer die Traktoren, ist Chico
auch immer zur Seite gesprungen, rückwaerts gegangen, manchmal wollte er
steigen. Ich habe dann immer versucht, ihn zu beruhigen. Mit dem Ergebnis,
dass er gemerkt hat, dass die Situation offensichtlich wirklich gefaehrlich
ist und er noch mehr "gesponnen" hat. Das konnte also nicht die Loesung
sein.
Nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass es am aller einfachsten ist,
einfach weiterzugehen, ohne die Aengste des Pferdes zu beachten (natuerlich
solltest Du daran denken, dass es gleich wieder losgehen koennte!). Aber
wenn das Pferd merkt, dass Dir der LKW gar nix ausmacht, dann wird es sich
auch wieder beruhigen.
Zumindest half das bei Chico.
Hier hatte mir auch mal jemand den Tip gegeben, die Faust in Augenhoehe vors
Pferd zu halten und dann ganz schnell zu Oeffnen, wenn das Pferd gegen Dich
gehen sollte. Ohne hinzukucken. Einfach weitergehen. Das hat bei Chico
Wunder gewirkt. Er ist kurz erschrocken und war wieder brav. Das hat ihn
wohl von der eigentlichen potentiellen Gefahrenquelle abgelenkt oder so.
Weiss auch nicht. Aber es wirkt :)
Mittlerweile koennen wir ganz ruhig durchs Dorf laufen. Er laeuft sogar
todesmutig an Muellautos vorbei!
Bei uns lags halt hauptsaechlich am Vertrauen denkich. Aber vielleicht
hilfts Euch ja auch.
...Nicole
Hallo!
> Ich habe häufig davon gehört, daß eine Bachblütentherapie ganz gut
> helfen soll... Nähere Auskünfte gibts bestimmt im WWW (Habe selbst damit
> noch keine Erfahrungen gesammelt).
> Es soll auch sogenannte "Notfalltropfen" geben, die das Pferd (besonders
> bei stressigen Situationen wie Turnieren und Co.) beruhigen sollen.
Notfalltropfen haben in solchen Faellen bisher nach allem, was ich
gehoert hatte, keinen Effekt gehabt. Sie helfen ja auch nur bei
unnatuerlichem Verhalten, dieses Verhalten ist aber natuerlich.
Moeglicherweise koennte eine Mischung von Impatiens und Cherry Plum
etwas lindern (die sind uebrigens in Rescue Remedie nicht drin, das ist
eher was fuer Schock und Angst). Aber sicher ist es nicht. Und den
Menschen koennte Olive und Elm etwas mehr Durchstehvermoegen geben :-)
>
Gruesse,
Anke
Diese Methode, des "Ich merke nichts schreckliches" kann ich nur
unterstreichen.
Zusätzlich würde ich an deiner Stelle eine Mischung aus Kräutern mit
beruhigender Wirkung zufüttern. Die kannst du fertiggemischt bei DEGANIUS
bestellen (www.deganius.de). Dur kannst die Leute da auch unter 09431-50007
telefonisch erreichen. Wenn die es für sinnvol halten, mischen sie dir ein
Kräuterpack geneu für dein Pferd. Wenn sie meinen, ihre Kräuter taugen für
dein Problem nicht, sagen sie es auch ehrlich.
Viel Glück und RUHE wünscht dir
Beate Steiner
Hallo Patrique!
> Er bekommt lediglich eine kleine Hand Pellets - so rein symbolisch,
> wenn die anderen Kraftfutter bekommen.
Nicht einmal die würde ich ihm geben, vielleicht nur einen Apfel üder
ein paar Möhren, damit er nicht nichts bekommt.
> Aber ich werde das mit der Oberlippe mal versuchen, wenn er sich
> anpacken läßt
drei Ideen hätte ich noch
- massiere ihm die Ohren, streiche sie zur Ohrenspitze hin aus, mach das
ruhig eine ganze Zeit lang, führe erst dann
- massiere ihn im Maul an der inneren Seite der Oberlippe (da wo das
Lippenbändchen ist), auch vor dem Führen und auch recht lange
- führt zu zweit mit Führkette, verschnallt nach Tellington Jones auf
der einen Seite, andere Seite im Seitenring einhaken, und geht in der
Position Brieftaube (Stricke nicht zu kurz nehmen, vorne den Weg durch
Gerten weisen, Begrenzung nach vorne durch "Schließen" der Gerten durch
die beiden Führenden)
es kommen anscheinend zwei Probleme bei euch zusammen, zum einen, dass
das Pferd überpowert ist, nicht weiß, wohin mit seiner Energie und zum
anderen, dass es dich als Chef nicht so recht anerkennt.
Vielleicht kannst du das Führen auch möglichst abwechslungsreich
gestalten, nicht immer nur einfach rundum in der Halle oder auf dem
Platz, so, dass es sich immer wieder darauf konzentrieren muss, was du
als nächstes von ihm möchtest.
Mehr Ideen habe ich leider auch nicht, außer Beruhigungsmittel.
Ich hoffe, ihr findet eine Lösung für das Problem,
viele liebe Grüße,
Birgitt