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Wann wächst ein Pferd wieviel?

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Nicola Trappmann

unread,
Oct 19, 2004, 8:38:38 AM10/19/04
to
Hallo NG!
Wie kann ich eigentlich die endgültige Größe eines Pferdes bestimmen?
Sagen wir mal, ich suche ein Pferd, das ausgewachsen um die 1,55 Stckm.
haben sollte. Wie kann ich bei einem 2-/3-/4-jährigen bestimmen, ob er auch
die Größe bekommen wird, die ich haben möchte? Welche Größe sollte er dann
mit 2/3/4 haben? In wieweit ist das rassespezifisch? Ich denke speziell an
einen Haflinger oder Welsh-Cob. Kann ein dreijähriger Wallach mit 1,45 noch
10 cm zulegen?

Nico,
die ihre erste Abzeichenprüfung als Trainerin hinter sich hat! Die Trainerin
war genauso aufgeregt wie die Schüler, aber alle 19 Basispässler, 7 Fahrer
und 1 Longierer haben locker bestanden! :o))


Annekoehn

unread,
Oct 19, 2004, 9:34:30 AM10/19/04
to
allgemeine Zahlen hab ich da nich, aber zumindest meiner (Isländer) hat mit 6
nochmal einen Wachstumsschub hingelegt und war anschließend gut 5 cm höher....
(und der Sattel hat nich mehr gepasst, grummel)
Anne

Oliver Komhard

unread,
Oct 19, 2004, 12:49:15 PM10/19/04
to
Nicola Trappmann schrieb in der newsgroup de.rec.tiere.pferde:

> Wie kann ich eigentlich die endgültige Größe eines Pferdes bestimmen?
> Sagen wir mal, ich suche ein Pferd, das ausgewachsen um die 1,55 Stckm.
> haben sollte. Wie kann ich bei einem 2-/3-/4-jährigen bestimmen, ob er
>auch
> die Größe bekommen wird, die ich haben möchte? Welche Größe sollte er
>dann
> mit 2/3/4 haben? In wieweit ist das rassespezifisch? Ich denke
>speziell an
> einen Haflinger oder Welsh-Cob. Kann ein dreijähriger Wallach mit 1,45
>noch
> 10 cm zulegen?

Wachstumskurven habe ich nicht, aber G-Ponys ( also die im Grenzbereich
zur Ponygrenze) müssen bis zum 8.Lebensjahr jährlich neu gemessen werden
um als Pony registriert zu werden.

Das massive Wachstum findet in den ersten 2 Jahren statt, aber es gibt
durchhaus Pferde, die mit 5 noch mal einen Schub tun. Wir stehen als
Züchter jedenfalls immer vor den Fohlen und kratzen uns den Kopf, wie
groß es denn werden könnte, auch die Stellungnahmen von
Zuchtleiter/TA/andere Züchter helfen da meistens nicht weiter.

Die These, die zeitliche Verteilung von Wachtum wäre rassetypisch, ist,
glaube ich, vom Tisch. Das hängt wohl mehr vom Individum als von der
Rasse ab; frühreife bzw spätreife Rassen gibt es so nicht.

Gruß,
Oliver, der mit Maltas fünfjährigem Bruder zugange ist. Der ist jetzt
1,74 und müßte von mir aus nicht mehr wachsen.
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de


Nicola Trappmann

unread,
Oct 19, 2004, 2:47:11 PM10/19/04
to
Hi!

> Wachstumskurven habe ich nicht, aber G-Ponys ( also die im Grenzbereich
> zur Ponygrenze) müssen bis zum 8.Lebensjahr jährlich neu gemessen werden
> um als Pony registriert zu werden.

Gut, das ist mir klar. Will aber gar kein Pony, sondern einen einigermaßen
Passenden zu unserem Haflinger (1,50), aber lieber 5 cm größer, damit meine
Beine dran passen. Will aber auch einen max. Vierjährigen. In diversen
Verkaufsanzeigen wissen die Verkäufer aber oft schon, wie groß die
2-3Jährigen werden, nur... kann ich mich darauf verlassen?

> Das massive Wachstum findet in den ersten 2 Jahren statt, aber es gibt
> durchhaus Pferde, die mit 5 noch mal einen Schub tun. Wir stehen als
> Züchter jedenfalls immer vor den Fohlen und kratzen uns den Kopf, wie
> groß es denn werden könnte, auch die Stellungnahmen von
> Zuchtleiter/TA/andere Züchter helfen da meistens nicht weiter.

Das ist beruhigend, von einem Züchter diese Antwort zu bekommen. Also können
mir die Verkaufsanzeigen erzählen, was sie wollen und ich gucke mir doch
besser 'nen Fünfjährigen als 'nen Dreijährigen an....

> Gruß,
> Oliver, der mit Maltas fünfjährigem Bruder zugange ist. Der ist jetzt
> 1,74 und müßte von mir aus nicht mehr wachsen.

Bei welcher deiner Körpergröße? :o)

Gruß,
Nico
und die bei Fahrern üblichen Probleme, ein Paßgespann zu bekommen. Für den
Pegaz (Rapp-Schabracktiger mit 1,65 Stckm.) einen zu finden, habe ich schon
fast aufgegeben - zu klein oder falsche Farbe.....

Catja Pafort

unread,
Oct 19, 2004, 5:58:06 PM10/19/04
to
Nico schrieb:

> Wie kann ich eigentlich die endgültige Größe eines Pferdes bestimmen?

Wenn's Pferd acht oder neun Jahre alt ist. Mit fuenf haben die meisten
das endgueltige Stockmass erreicht; viele legen aber noch ein wenig in
der Weite dazu. Wallache wachsen laenger als Hengste oder Stuten.

> Sagen wir mal, ich suche ein Pferd, das ausgewachsen um die 1,55 Stckm.
> haben sollte. Wie kann ich bei einem 2-/3-/4-jährigen bestimmen, ob er auch
> die Größe bekommen wird, die ich haben möchte?

Eltern angucken, uebern Daumen peilen, hoffen.

> Welche Größe sollte er dann
> mit 2/3/4 haben? In wieweit ist das rassespezifisch?

Gar nicht, soweit ich sehen kann. Dafuer kenne ich zuviele Vollblueter,
die sich mit dem Wachsen Zeit liessen. (Stuetchen in der Nachbarbox ist
auch so eine - mit acht ist sie wesentlich mehr Pferd als sie es vor
zwei Jahren war!)

> Ich denke speziell an
> einen Haflinger oder Welsh-Cob. Kann ein dreijähriger Wallach mit 1,45 noch
> 10 cm zulegen?

Kann er, gerade wenn er einen schlechten Start hatte - wenn ein
Jungpferd krank ist, kann sich der ganze Prozess um etliche Monate
verschieben. Bei einem Hafi oder Cob dessen Mutter u.U. suboptimal
gefuettert wurde, wuerde mich das nicht wundern. 10cm ist ziemlich viel,
aber nicht unmoeglich.

Catja
und der Count (der mit neun noch an Weite zugelegt hatte; und vom Kopf
her eh juenger war)

Bettina Kaldenberg

unread,
Oct 20, 2004, 2:26:54 AM10/20/04
to

"Nicola Trappmann" <n.tra...@worldonline.de> schrieb im Newsbeitrag
news:cl3np5$e3k$1...@online.de...

> und die bei Fahrern üblichen Probleme, ein Paßgespann zu bekommen. Für den
> Pegaz (Rapp-Schabracktiger mit 1,65 Stckm.) einen zu finden, habe ich
schon
> fast aufgegeben - zu klein oder falsche Farbe.....

Schau Dir die Seite mal an:
http://www.turnierspo.de/pferde_home.htm

Oben links, der könnte doch passen, oder?

Bettina


Oliver Komhard

unread,
Oct 20, 2004, 4:47:19 AM10/20/04
to
Hallo Nicola!
"Nicola Trappmann" <n.tra...@worldonline.de> wrote in message news:<cl3np5$e3k$1...@online.de>...

> Gut, das ist mir klar. Will aber gar kein Pony, sondern einen einigermaßen
> Passenden zu unserem Haflinger (1,50), aber lieber 5 cm größer, damit meine
> Beine dran passen. Will aber auch einen max. Vierjährigen. In diversen
> Verkaufsanzeigen wissen die Verkäufer aber oft schon, wie groß die
> 2-3Jährigen werden, nur... kann ich mich darauf verlassen?

Wenn Du die Elterntiere kennst, kannst Du natürlich ne Schätzung
machen. Aber wie bei allen Schätzungen kann man sich da böse verhauen.
Wenn die Eltern beide 1,70 sind und der Nachwuchs ist als Dreijähriger
1,65, liegt die Vermutung nahe, daß er auch an die 1,70 kommt.
Vielleicht wächst er aber auch mit fünf nochmal wie blöde...


> Das ist beruhigend, von einem Züchter diese Antwort zu bekommen. Also können
> mir die Verkaufsanzeigen erzählen, was sie wollen und ich gucke mir doch
> besser 'nen Fünfjährigen als 'nen Dreijährigen an....

Ja, da kann man sich halbwegs sichersein, das sich nihct mehr die ganz
großen Dinge tun. Und du kannst gleich mit dem Training voll loslegen,
ist vielleicht auch ein Argument.

> > Gruß,
> > Oliver, der mit Maltas fünfjährigem Bruder zugange ist. Der ist jetzt
> > 1,74 und müßte von mir aus nicht mehr wachsen.
>
> Bei welcher deiner Körpergröße? :o)

1,88 m. So zum Reiten ist das Pferd top von den Proportionen, da
gingen zur Not auch noch ein paar Zentimeterchen. Aber er stößt sich
die Ohren im Hänger und im Busch liege ich jetzt schon auf dem Hals,
um unter den Bäumen durch zu kommen. Dafür ist der Galopp traumhaft,
man wundert sich nur, warum die lange Seite auf einmal so kurz ist...


> Gruß,
> Nico
> und die bei Fahrern üblichen Probleme, ein Paßgespann zu bekommen. Für den
> Pegaz (Rapp-Schabracktiger mit 1,65 Stckm.) einen zu finden, habe ich schon
> fast aufgegeben - zu klein oder falsche Farbe.....


Ok, weswegen die Viererzugfahrer ja wohl auch entweder Braun oder
Rappe nehmen, da findet sich dann immer was zu.

Gruß,
Oliver

Michael A. Naujoks

unread,
Oct 20, 2004, 5:01:36 AM10/20/04
to
Hi Nicola,

es gibt ein Zigeunermaß, mit den die Pferdehändler immer bestimmen,
wie groß ein Pferd wird. Bei so ungefähr 20 Pferden habe ich es mal
ausprobiert. Es stimmte nicht, reine Zufallsverteilung.

Wobei ich nicht glaube, dass ein dreijähriger Haflinger noch 10cm
Stockmaß zulegt. Es kommt viel auf die Eltern und die Fütterung an. Im
Gestüt habe ich festgestellt, dass unsere Bastards(Die Weideunfälle)
meist kleiner waren wie die Eltern, Sie bekamen auch nie das
Fohlenspezialfutter, wie die anderen Rennpferde. Bestimmte Stuten
brachten immer kleinere Pferde zu Welt, anderer größere.
Also, als Tipp schaue dir die Größen beider Eltern und der vier
Großeltern an. Es kommt bestimmt keiner raus, der größer ist, als der
Größte der Vorfahren. Da die Ernährung sich in den letzten 20 Jahren
nicht geändert hat, dürfte sich dadurch kein Einfluss ergeben.

Gruß
Michael
Aussie-Bayern team
www.aussies-Deutschland.de

Eberhard Hübener

unread,
Oct 20, 2004, 12:37:20 PM10/20/04
to
Michael A. Naujoks wrote:

> es gibt ein Zigeunermaß ...


Hallo Michael,

welches "Zigeunermaß" meinst Du: Das, nachdem die Widerristhöhe des
ausgewachsenen Pferdes das doppelte Maß Boden - Ellbogengelenk beim
Jährling erreichen soll?

Einen Fingerzeig gibt angeblich die Röhrbeinlänge. Jungpferde mit einem
für die Rasse / den Schlag langen Röhre des Vorderbeins versprechen
danach rel. starken Wuchs.

Gene, Umwelt, Aufzuchtbedingungen, Kastrations-Zeitpunkt, Zeitpunkt
erster Trächtigkeit bei Stuten usw. sollen Einfluß aufs Wachstum haben.

Genau weiß mans also wohl wirklich nie.

Die Maße der Elterntiere geben vielleicht noch den sichersten Hinweis.

MfG
Eberhard
--
www.reiten-lesen-denken.de
[Stand: 09/2004]

Michael A. Naujoks

unread,
Oct 22, 2004, 4:33:14 PM10/22/04
to
Also man zählte mehr auf die Röhrbeinlänge.
und auch wenn sich ein Händler zu 80% irrte, war er immer noch von der
Wahrheit seine Aussage überzeugt.

Was mich immer schockiert ist wie viel man glaubt zu wissen und wie
viel man wirklich weis, wenn man mal versucht die Wurzeln des Wissens
zu finden. Ein Beispiel, irgendeiner (mein schlechtes
Namensgedächtnis) der alten Griechen hat mal niedergeschrieben dass
die Frauen weniger Zähne haben, als die Männer.
Die Araber haben dieses Wissen übernommen und dies in den Lehrbüchern
bis in das 16. Jahrhundert niedergeschrieben. Es hat in ein par
tausend Jahren keinen Menschen gegeben, der auf die Idee kam mal
nachzuzählen.
Das Schlimme ist, dass es heute kaum besser ist, man braucht sich nur
mal die Schulbücher anschauen, wie viele echte Fehler da drinnen
stecken und jeder neue Autor schreibt die Fehler seines Vorgängers ab.


Gruß
Michael

Eberhard Hübener

unread,
Oct 23, 2004, 5:21:46 AM10/23/04
to
Hallo,
ja, und wenn jemand versucht, einer Sache auf den Grund zu gehen, wird
er als Nestbeschmutzer niedergetrampelt.
Ich habe mir gerade antiquarisch Carl Ludwig Schleich: *Besonnte
Vergangenheit* geleistet, weil meine Eltern es besaßen und weil ich als
Kind darin geschmökert hab. Da erzählt der Erfinder der Örtlichen
Betäubung: "Jeder Fortschritt in der Medizin bedarf eines Kampfes von 15
Jahren, die früher siegreichen sind keine, und die anderen: Alle großen
medizinischen Entdeckungen werden außerhalb der Hochburg der
Großsiegelbewahrer der Wissenschaft gemacht."
Es gibt (oder gab) für Denkende also auf jedem Gebiet tröstliche
Parallelen.
MfG Eberhard
--
www.reiten-lesen-denken.de
[Stand: 10/2004]

Katharina Fuhrmann

unread,
Oct 25, 2004, 7:32:40 AM10/25/04
to

"Michael A. Naujoks" <noe...@ghostwind.de> schrieb im Newsbeitrag
news:6sqin09qcccsrgh5q...@4ax.com...

> Also man zählte mehr auf die Röhrbeinlänge.
> und auch wenn sich ein Händler zu 80% irrte, war er immer noch von der
> Wahrheit seine Aussage überzeugt.

Eine Bekannte von mir schreibt jetzt grad ihre Diplomarbeit über die
Vererbbarkeit von Exterieursmerkmalen bei Hafis und Norikern. In .at wollen
sie jetzt eine Datenbank zu dem Thema machen, u.a. eben auch bei den beiden
Rassen. Bin schon neugierig, wie es da mit der Größe aussieht....

> Die Araber haben dieses Wissen übernommen und dies in den Lehrbüchern
> bis in das 16. Jahrhundert niedergeschrieben. Es hat in ein par
> tausend Jahren keinen Menschen gegeben, der auf die Idee kam mal
> nachzuzählen.

Ist ja auch so schwer... :-)
Das erinnert mich an eine Beklannte, die _ernsthaft_ geglaubt hat, daß
Frauen weniger Rippen haben als Männer.....

> Das Schlimme ist, dass es heute kaum besser ist, man braucht sich nur
> mal die Schulbücher anschauen, wie viele echte Fehler da drinnen
> stecken und jeder neue Autor schreibt die Fehler seines Vorgängers ab.

Heute haben wir in Röngten eine Zeichnung über Arthrosen gehabt, wo welche
beim Oberschenkelknochen vorkommen. Ganz am Schluß hat die Prof dann noch
gemeint, daß die Zeichnung eigentlich falsch ist. Keinem von uns ist
aufgefallen, daß der Knochen _nicht_ komplett aus fester Substanz (Compacta)
besteht, schon gar nicht im Bereich der Gelenks. Aber wir waren in guter
Gesellschaft, die Zeichnung wurde jahr_zehnte_lang verwendet, bis es
erstmals auffiel. *ggg* Das Problem war, daß es völlig irrelevant für das
dargestellte Problem war, auch wenns eigentlich falsch ist....

Kathi (die mitsamt ihren Kollegen dementsprechend aufgefordert wurde,
_immer_ zu schreien, wenn was auffallt)


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