Unser kleines Meerschweinchen hat letzte Woche angefangen deutlich
weniger zu fressen. Der Tierarzt stellte zu lange Zähne fest. Die
Schneidezähne wurden gekürzt und danach das Tier weiter beobachtet.
Der Arzt sagte uns noch, daß die Backenzähne auch nicht gut aussehen
würden (zu lang).
Das Tier fraß auch weiterhin zu wenig, bzw. brauchte eeeeewig um ein
kleines Sträußchen Dill usw. runter zu kriegen. Daher kriegte es unter
Narkose die Backenzähne gekürzt und dabei wurde auch gleich der Kiefer
gerönt. Der Arzt wunderte sich nämlich, daß das Schweinchen den Mund
nicht richtig schließen konnte.
So manifestierte sich dann auch der GAU - der Unterkiefer ist rechts
entweder ausgehängt oder gebrochen. :(
Daher frißt unser Schweinchen jetzt gar nichts mehr. Es geht an den
Napf und will fressen, streckt das Schnäutzchen in den Napf und geht
wieder weg. Das muß dem Kleinen gewaltig stinken, denn nachdem er
letztens zuerst am Naßfutternapf war, danach am Trockenfutternapf und
nirgends "etwas ging", rannte es ins Häuschen, schob es mit einem Ruck
zur Seite und schmollte dann darin. Klar, ging mir wahrscheinlich
genauso, wenn ich Essen wollte und kriege die Zähne nicht auseinander.
:,-(
Jetzt ernähren wir es zwangsweise mit Babybrei, selbst angerührtem
Brei usw., aber der Kleine hat scheints keinen Drive mehr. Es liegt
meistens dösend im Häuschen, bzw. will einfach seine Ruhe haben.
Der Tierarzt sagte uns, man könne da leider nichts dagegen machen.
Eine OP sei nicht möglich.
So, jetzt der Knackpunkt:
Lange werden wir uns das nicht mehr mit ansehen! Von uns aus würden
wir den Kleinen ja füttern, bis er das zeitliche segnet, aber wenn das
Schweinchen quasi keinen Lebenswillen mehr hat, dann wird das
unvermeidliche wahrscheinlich kommen...
Hat der Kleine eine Chance seinen Kiefer wieder funktionstüchtig zu
kriegen, oder kann man da in der Tat nichts machen?
-=( Rainer )=-
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> Dass der Kiefer gebrochen ist glaube ich nicht. Dazu müßte die
> Bewegungseinschränkung infolge Schmerzen doch viel größer sein.
Auf dem Röntgenbild sah man am Gelenk einen Spalt. Selber gesehen
habe ich das leider nicht, aber meine Eltern, die an dem Tag mit dem
Kleinen beim Tierarzt waren.
> Versuch es mal bei einem anderen Tierarzt ! Das hört sich doch
> alles nach einer leichtfertigen Schnelldiagnose an.
Das kann ich allerdings ausschließen. Der Tierarzt nimmt sich wirklich
Zeit für seine Patienten, zockt seine Kunden nicht ab und gibt dir
sogar seine Handynummer mit, wenn du willst.
> 5 Minuten opfert. Vielleicht fragst du mal bei Frau Dr. Drescher
> nach, die sich mit Meerschweinchen gut auskennt (Ref:
> www.birgit-drescher.de).
Ich werde sie anmailen. Danke für ihre URL.
> Um den minimal notwendigen Kalorienbedarf
> zu decken eignet sich (nur für akute Notfälle) ein Gemisch aus
> Haferflocken und etwas geriebenen Bananen, alles gut
> durchgematscht und gut flüssig, damit nicht gekaut werden muß,
> auch feingemahlenes Heu wäre nicht schlecht (gute Kaffemühle).
Da sind wir gerade dabei. Tja, dann nochmal danke für die Hinweise,
obgleich ich immer stärker schwarz sehe...
-=( Rainer )=-
--
ich halte dir und dem schweinchen mal ganz fest die daumen.
ABER: wenns wikrlich nicht mehr geht, sollte das schweinchen nicht vor der
vollen schüssel verhungern müssen.
alles liebe
sonia.
> Das bedeutet leider nicht, dass er sich auch nur 1% mit
> Meerschweinchen auskennt....
Was erwartest du?
Ich merke wie er zu meinen Tieren, zu mir und wie er von seiner ganzen
Art her ist. Ansonsten kann ich auch schlecht vorher eine
"Tauglichkeitsprüfung" des Arztes machen lassen. Ich verlasse mich auf
das Urteil einer Bekannten, die grundsätzlich nur alte Hunde und Tiere
aufnimmt, die sonst keiner mehr haben möchte.
Ich weiß nicht wie oft die zu einem Tierarzt muß, mit Sicherheit war
die aber ungefähr 20000x öfters bei einem, wie ich. Und nach deren
Urteil und so wie ich ihn jetzt erlebt habe, kann ich über ihn nichts
negatives berichten.
Im übrigen komme ich gerade vom Tierarzt, wo mein Schweinchen auf
meinem Arm eingeschlafen ist. Zum Glück kann ich hier schreiben,
anstatt zu reden, denn im moment kriege ich kein Wort heraus...
-=( Rainer )=-
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Rainer Wahl wrote:
> Im übrigen komme ich gerade vom Tierarzt, wo mein Schweinchen auf
> meinem Arm eingeschlafen ist. Zum Glück kann ich hier schreiben,
> anstatt zu reden, denn im moment kriege ich kein Wort heraus...
Das tut mir sehr leid.:-( Ich habe doch auf ein kleines Wunder gehofft,
auch wenn das bei dieser Diagnose ziemlich unwahrscheinlich war.
Mitraurige Grüße,
Sabine
> Das tut mir sehr leid.:-( Ich habe doch auf ein kleines Wunder
> gehofft,
Tja, das haben wir alle hier im Haus.
> auch wenn das bei dieser Diagnose ziemlich unwahrscheinlich war.
Wir fragen uns nur, wie das passieren konnte. Es ist nirgends
angestoßen, falsch aufgekommen oder sonst etwas in der Richtung. Ich
kann mir bestenfalls vorstellen, daß es selbst beim herumtoben mit dem
Schnäuzchen irgendwo gegengerannt ist. Aber selbst das müßte dann im
Gehege passiert sein und da ist es wieder recht unwahrscheinlich.
Naja, und von alleine wird ein Kiefergelenk nicht ausrenken, bzw. ein
Kiefer nicht brechen denke ich mir. Irgendetwas muß da gewesen sein
und das ich das nicht weiß, das wurmt mich. Ändern hätte ich es zwar
so oder so nicht können, aber es würde einem einfach weiter helfen,
die Sache zu verarbeiten.
Das kann einen schon ankotzen!
Unser vorheriges Schweinchen hatte im rechten hinteren Beinchen im
Kniegelenk Krebs, der das Gelenk auffraß und sich dann seinen Weg
bahnte. Pünktlich am zweiten Weihnachtsfeiertag (oder war es sogar
noch vor Weihnachten?) war dann der Moment gekommen, das Tier zu
erlösen. Das war die "schönste" Weihnachten, die ich je hatte...
Heinz Diehl, der mich daher mit meinem Schweinchen kannte, bat mir an
zwei Pfleglinge von ihm zu nehmen, was ich dann auch tat. Jetzt im
Januar hätten wir beide 2 Jahre gehabt, da hat uns das eine wieder
einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Das jeder einmal gehen muß ist klar, aber doch nicht so wie unser
Meeri mit Krebs oder jetzt mit einem ausgerenkten/gebrochenen Kiefer!
Bei unserem "Krebsschweinchen" konnte man sich wenigstens noch darauf
vorbereiten. Jetzt ging alles praktisch innerhalb einer Woche über die
Bühne. Man empfindet Wut, Trauer und Hilflosigkeit zeitgleich.
Immerhin hatte der Kleine noch einmal ca. die Hälfte seines Lebens vor
sich gehabt (wäre demnächst ca. 3 Jahre alt geworden).
All das im Hintergrund dieses Tages gesehen muß ich sagen, dieser Tag
tat weh. Verdammt weh! |,-( Genau genommen tut er es immer noch...
Aber es war der einzigste Dienst, dem ich ihm noch erweisen konnte.
Ihn auf seinem letzten Weg begleiten, auf meinem Arm einzuschlafen,
eine vertraute Stimme zu hören und eine Hand an seinem Körper, die er
kannte.
Und jetzt brauche ich auch eine Pause, denn heute habe ich näher am
Wasser gebaut als sonst...
Noch einmal Danke an alle, die mir ein paar Minuten geopfert haben
hier in der NG und auch via Mail.
-=( Rainer )=-
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> Wollte damit sagen: nett sein bedeutet nicht gleichzeitig, auch
> die noetige Fachkenntnis zu haben.
Offensichtlich kennst du mich doch nicht so gut, wie ich dachte. :-)
Du hast natürlich Recht mit dem was du sagst, aber so blauäugig um das
nicht selbst zu wissen, bin ich jetzt auch nicht.
Andersherum wird aber auch ein Schuh daraus. Was nützt die beste
Fachkenntnis, wenn die Tiere im hopplahop Verfahren abgehandelt werden,
oder der TA nur die Dollarzeichen in den Augen hat?
Wenn ich sehe, einem TA liegt wirklich etwas an den Tieren, dann hat er
bei mir schon einmal einen dicken Stein im Brett. Dazu gehört für mich
z.B., daß man ihn jederzeit (auch Samstag Nachts um 3:00 Uhr) erreichen
kann und er dann sogar zum mir nach Hause kommt, sollte Not am Tier
sein.
-=( Rainer )=-
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> Und jetzt brauche ich auch eine Pause, denn heute habe ich näher am
> Wasser gebaut als sonst...
Lieber Rainer,
jedesmal, wenn ich hier in der NG so etwas lese und dann unsere beiden
Kaninchen sehe, sitzt mir ein unheimlich dicker Kloß im Hals.
Dir alles Gute,
Christian