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Üble Erfahrung mit "Tolfedine"

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Jana

unread,
Mar 10, 2004, 7:06:41 AM3/10/04
to
Hi NG,

vor zwei Wochen hatte unser Kater Maki eine entzündete Pfote - vielleicht
erinnert sich der/die eine oder andere noch, daß ich damals hier um Rat
gefragt hatte. Die Pfote ist in der Klinik behandelt worden, zur
Nachbehandlung sollten wir ihm neben einem Antibiotikum das Präparat
Tolfedine vier Tage lang zur Schmerzlinderung verabreichen.

Schon nach der ersten Tolfedine-Gabe hatte ich das Gefühl, daß es Maki
nicht gut ging (Rückzug, Kauerhaltung, geweitete Pupillen) - andererseits
war er wegen der diversen unangenehmen Maßnahmen rund um die
Pfotenwundnachsorge (Plastikkragen, zwei Pfotenspülungen täglich,
Antibiotikum, Stubenarrest etc.) ohnehin alles andere als gutgelaunt oder
aktiv, weswegen ich auch nicht gleich einen Zusammenhang zwischen der
Tolfedine-Verabreichung und seinem Zustand hergestellt habe. Am zweiten
Tag festigte sich mein Eindruck vom Vortag, wenn auch eher "instinktiv"
als aufgrund konkreter Unverträglichkeits-Symptome; er hat weitgehend
normal gefressen und getrunken, ich habe aber trotzdem beschlossen, für
die verbleibenden zwei Tage die Dosis zu reduzieren. Blöde Situation:
einerseits hatte ich die vage Vermutung, daß ihm das Zeug nicht guttut,
andererseits wußte ich auch, daß er wegen der wunden Pfote Schmerzen hatte
und wollte ihn natürlich nicht leiden lassen.

Vier Tage nach Ende der Tolfedine-Gaben nahm Makis Appetit spürbar ab und
er begann, sich zu übergeben - was auch zur Folge hatte, daß wir die
Antibiotika-Verabreichung vorzeitig beenden mußten. Am letzten Wochenende
schließlich wollte er dann gar nichts mehr fressen, trank auch nur noch
wenig, war sehr matt und teilnahmslos; völlig panisch wurden wir dann, als
wir feststellten, daß sowohl im Erbrochenen als auch im Durchfall
plötzlich Blut war.

Seitdem ist er in der Tierklinik, bekommt Infusionen, wurde gründlichst
in- und auswendig durchgecheckt, ist mittlerweile - zum Glück! - wieder
einigermaßen stabil, und ich hoffe, daß wir ihn heute oder morgen wieder
nach Hause holen können. Eingehandelt haben wir uns seinen Zustand nach
Auskunft der TÄ tatsächlich durch Tolfedine bzw. die Nebenwirkungen dieses
Präparats, die Blutungen in Magen und Darm verursacht haben. Da Tolfedine
(angeblich) als gut verträgliches Mittel gilt, würde mich mal
interessieren, ob eine(r) von Euch ähnlich ungute Erfahrungen damit
gemacht hat.

Gruß,
Jana

Michael Greis

unread,
Mar 10, 2004, 8:01:09 AM3/10/04
to
Am Wed, 10 Mar 2004 13:06:41 +0100 hat Jana <tlaloc23n...@gmx.de>
geschrieben:

> Eingehandelt haben wir uns seinen Zustand nach Auskunft der TÄ
> tatsächlich durch Tolfedine bzw. die Nebenwirkungen dieses Präparats,
> die Blutungen in Magen und Darm verursacht haben. Da Tolfedine
> (angeblich) als gut verträgliches Mittel gilt, würde mich mal
> interessieren, ob eine(r) von Euch ähnlich ungute Erfahrungen damit
> gemacht hat.

Deine Beschreibung ist leider sehr typisch für die Nebenwirkungen von
Antibiotika.
Was die im Körper anrichten kann man nur mit der Wirkung einer Bombe
vergleichen (wenn auch nur im biochemischem, mikroskopischem Sinne), daher
auch meine starke Ablehnung demgegenüber. Im Falle deiner Katze mit der
stark entzündeten Wunde und bereits geschwächten Körper ist es aber leider
so, daß die Bakterien radikal bekämpft werden müssen, für eine Stärkung
des Immunsystemes ist es da schon zu spät. In den Statistiken tauchen die
meißten der Todesfälle durch Antibiotikagabe nicht auf, da dann kurzerhand
die Krankheit/Entzündung als ursächlich angegeben wird. Für den Arzt
besteht das Problem, daß er bei Nichtgabe verantwortlich für alle Folgen
ist, bei Verabreichnung aber nur für nichterkannte Unverträglichkeiten.

Es gibt in der Naturheilkunde genügend Mittel und Wege es auch anders zu
machen, aber auch nur durch einen Arzt oder Heilkundigen, der sich damit
auskennt. Oder eben dem Katzenhalter selber. Problem bei einer Katze ist
immer ihr Ungestüm, die natürlichen Wege laufen fast alle über die Wunde
selber und bedingen einen Verband, der nicht bewegt werden darf.

Was jetzt wichtig ist:
Schonkost (z.B. gekochter Fisch ganz, ganz leicht gesalzen, später evtl.
etwas Reis oder Kartoffelpürree hinzufügen) und auch die nächsten Wochen
nicht zu früh mit normaler Kost anfangen (ein, zwei Mäuse wären übrigens
auch nicht schlecht, wenn Erbrechen und Blutstuhl aufgehört haben). Für
die Behandlung mußt du dich auf den TA verlassen, beim nächsten Mal
vielleicht direkt einen anderen nehmen. Sein Gefühl scheint ja nicht viel
zu taugen.

Ich drück euch alle Daumen.


Gruß

Micha

Sheena

unread,
Mar 10, 2004, 8:19:55 AM3/10/04
to
Michael Greis wrote:

> Deine Beschreibung ist leider sehr typisch für die Nebenwirkungen von
> Antibiotika.

Tolfedine ist ein nicht-steroidales Antiphlogistikum, kein Antibiotikum. Es
wird zur Fiebersenkung, Entzündungshemmung und Schmerzstillung verabreicht!

LG

Sheena

Kathrin Bochow

unread,
Mar 10, 2004, 8:30:08 AM3/10/04
to
Michael Greis wrote:

> Am Wed, 10 Mar 2004 13:06:41 +0100 hat Jana <tlaloc23n...@gmx.de>
> geschrieben:
>
>> Eingehandelt haben wir uns seinen Zustand nach Auskunft der TÄ
>> tatsächlich durch Tolfedine bzw. die Nebenwirkungen dieses Präparats,
>> die Blutungen in Magen und Darm verursacht haben. Da Tolfedine
>> (angeblich) als gut verträgliches Mittel gilt, würde mich mal
>> interessieren, ob eine(r) von Euch ähnlich ungute Erfahrungen damit
>> gemacht hat.
>
> Deine Beschreibung ist leider sehr typisch für die Nebenwirkungen von
> Antibiotika.

[...]

Tolfedine ist ein Schmerzmittel mit entzündungshemmender sowie
fiebersenkender Wirkung, gedacht ist es zur symptomatischen Behandlung von
entzündlichen und schmerzhaften Prozessen des Gelenks- und
Muskel-Skelettsystems beim Hund. Also kein AB.
http://www-vetpharm.unizh.ch/TAK/05000000/00055517.01

Gruss,
Kathrin

Michael Greis

unread,
Mar 10, 2004, 8:31:29 AM3/10/04
to
Am Wed, 10 Mar 2004 14:19:55 +0100 hat Sheena <shee...@gmx.net>
geschrieben:

> Tolfedine ist ein nicht-steroidales Antiphlogistikum, kein Antibiotikum.
> Es
> wird zur Fiebersenkung, Entzündungshemmung und Schmerzstillung
> verabreicht!

Fein, reingefallen. Ändert aber nicht viel an der offensichtlich
fehlgeschlagenen Verabreichung. Es handelt sich also lediglich um ein
Medikament, daß man benutzt um die natürlichen Kampfreaktionen des Körpers
zu unterdrücken *kopfschüttel*. Inwieweit ich damit nicht einverstanden
bin, kannst du dir wahrscheinlich denken.

Gruß

Micha

Sheena

unread,
Mar 10, 2004, 8:42:58 AM3/10/04
to
Michael Greis wrote:

> Es handelt sich also lediglich um ein
> Medikament, daß man benutzt um die natürlichen Kampfreaktionen des Körpers
> zu unterdrücken *kopfschüttel*. Inwieweit ich damit nicht einverstanden
> bin, kannst du dir wahrscheinlich denken.

Nun, Schmerzmittel bei starken Schmerzen zu verabreichen finde ich im
Prinzip nicht sinnfrei (Schmerzen verzögern bekanntlich den
Heilungsverlauf). Es kommt halt immer auf den jeweiligen Fall an und ob es
vielleicht besser ist, wenn das Tier lieber nicht auftritt, sondern den
Fuss schont (bei Frakturen oder Fissuren im Knochen z.B., die man nicht
chirurgisch versorgt).
Wenn man bei bakteriellen Infektionen der Haut, wie hier wahrscheinlich
durch die Verletzung, nur AB gibt, geht die Entzündung und damit die
Schmerzen meist gleichzeitig zurück.
Mit der Naturheilkunde ist das halt so eine Sache: wenn die Tierbesitzer
sagen wir mal schulmedizinisch überzeugt sind, kann man ihre Tiere selten
ohne Schulmedizin behandeln. Gibt man ihnen trotzdem zusätzlich
Homöopathika mit, geben sie sie wenn, zu selten und behaupten dann, sie
hätten ohnehin nicht gewirkt.

LG
Sheena

Anita Sprungk

unread,
Mar 10, 2004, 10:17:13 AM3/10/04
to
Michael Greis schrieb:

> Deine Beschreibung ist leider sehr typisch für die Nebenwirkungen von

> Antibiotika [Beschreibung der "chemischen Bombe" gesnipt]

Ah ja? Zu dumm, dass Tolfedine kein Antibiotikum ist... Könntest du mal
deine Vorurteilsbrille gegenüber konventioneller Medizin abnehmen oder dich
schlau machen, *bevor* du etwas aus dieser Ecke Kommendes verurteilst?
Danke.

Ein schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Mittel zu geben macht Sinn.
Dass solche Mittel Nebenwirkungen haben, ist bekannt und unvermeidbar.
Diese Mittel werden aber nicht zugelassen, wenn die Nebenwirkungen
übermäßig häufig auftreten. Kater Maki hatte also einfach "Pech", dass er
empfänglich für eine bekannte Nebenwirkung ist. Genaue Beobachtung und
rechtzeitiger (!) Hinweis an den TA hätte evtl. helfen können. Kein Vorwurf
an die Tierhalterin - sie war damit vermutlich überfordert -, aber eben
auch kein Vorwurf an den TA oder die Pharmaindustrie. Letztere weist auf
die mögliche Nebenwirkung hin, ersterer kann nur reagieren, wenn er
informiert wird.

Kein Schmerzmittel zu geben hätte Makis Problem natürlich verhindert. Aber
meinst du ernstlich, man solle verletzten Tieren generell keine
Schmerzlinderung gönnen, weil einige wenige die Nebenwirkungen der
Schmerzmittel zu spüren kriegen?

Gruß, Anita

Michael Greis

unread,
Mar 10, 2004, 10:36:33 AM3/10/04
to
Am Wed, 10 Mar 2004 16:17:13 +0100 hat Anita Sprungk
<ngkrams...@gmx.net> geschrieben:

> Michael Greis schrieb:
>
>> Deine Beschreibung ist leider sehr typisch für die Nebenwirkungen von
>> Antibiotika [Beschreibung der "chemischen Bombe" gesnipt]
>
> Ah ja? Zu dumm, dass Tolfedine kein Antibiotikum ist... Könntest du mal
> deine Vorurteilsbrille gegenüber konventioneller Medizin abnehmen oder
> dich
> schlau machen, *bevor* du etwas aus dieser Ecke Kommendes verurteilst?
> Danke.

Im Gegenzug darfst du erst schauen ob nicht schon eine entsprechende
Antwort da ist. Die Verurteilung trifft aber dann auf die Tolfedine-Gabe
auch zu.

>
> Ein schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Mittel zu geben macht
> Sinn.

Deine Aussage ist mir definitiv zu unausgewogen (in meinem Posting kannst
du wenigstens die Rücksicht auf die andere Seite lesen - scheint dir
schwer zu fallen). Bei Schmerzmilderung kann ich dir ja noch zustimmen,
aber Fiebersenkung und Entzündungshemmung sind oftmals äußerst sinnlos.
Solange diese Reaktionen nicht überbordend sind sollte man sich hüten da
etwas gegen zu unternehmen. Wenn es aber nötig ist (z.B. rasant steigendes
Fieber bei 40C) habe ich keinerlei Probleme mit der Verwertung der
Schulmedizin und die Vorurteilsbrille trage ich nur, wenn ich sehe, wie
sorglos mit den Errungenschaften umgegangen wird. Oder liest du irgendwo
"Schulmedizin ist falsch"?

> Dass solche Mittel Nebenwirkungen haben, ist bekannt und unvermeidbar.

ACK Ohne jeglichen Widerspruch

> Aber
> meinst du ernstlich, man solle verletzten Tieren generell keine
> Schmerzlinderung gönnen, weil einige wenige die Nebenwirkungen der
> Schmerzmittel zu spüren kriegen?

Schmerz ist ein Alarmsignal des Körpers - ist das Problem erkannt und in
Behandlung gibt es IMHO keinerlei Grund diese Schmerzen nicht zu
unterdrücken, solange das entsprechende Medikament übermäßig schädlich auf
die Heilung auswirkt. Aber gegen den Anteil Schmerzmittel in diesem
Medikament habe ich mich ja auch nicht gewandt.

Nimm mal die Hasskappe ab und setz' dich bitte mit dem vollständigen Text
auseinander und nicht nur einem Teilzitat.

Gruß

Micha

Anita Sprungk

unread,
Mar 10, 2004, 11:00:18 AM3/10/04
to
Michael Greis schrieb:

> Im Gegenzug darfst du erst schauen ob nicht schon eine entsprechende
> Antwort da ist.

Schon mal was davon gehört, dass Usenet kein Echtzeitmedium ist? Es tut mir
ja unendlich leid, aber zwischen Herunterladen der NG und Antworten kann
bei mir auch schon mal ein bisschen Zeit vergehen. Mit anderen Worten: Mir
lagen noch keine entsprechenden Antworten vor.

> Deine Aussage ist mir definitiv zu unausgewogen (in meinem Posting kannst
> du wenigstens die Rücksicht auf die andere Seite lesen - scheint dir
> schwer zu fallen).

Dein Posting verurteilt Tolfedine als Antibiotikum mit den "üblichen
Nebenwirkungen solcher chemischen Bomben". Tolfedine ist aber kein
Antibiotikum, was du leicht hättest feststellen können, wenn du denn
gewollt hättest. Davon abgesehen, sind Antibiotika keine chemischen Bomben,
sondern Lebensretter (von deren hirnrissigen Einsatz als Mastförderer in
der Massentierhaltung sehen wir hier mal ab, denn darum geht es nicht in
der Kleintierpraxis). Von welcher "Rücksicht auf die andere Seite" sprichst
du also?

> Bei Schmerzmilderung kann ich dir ja noch zustimmen,
> aber Fiebersenkung und Entzündungshemmung sind oftmals äußerst sinnlos.

Fiebersenkung kann (!) sinnlos, ja sogar kontraproduktiv sein, das stimmt.
Entzündungshemmung ist nicht sinnlos. Schmerzlinderung ist es nur dann,
wenn das Tier die betreffende Gliedmaße unbedingt schonen muss und anders
nicht dazu zu bringen ist.



> Schmerz ist ein Alarmsignal des Körpers - ist das Problem erkannt und in
> Behandlung gibt es IMHO keinerlei Grund diese Schmerzen nicht zu
> unterdrücken, solange das entsprechende Medikament übermäßig schädlich auf
> die Heilung auswirkt. Aber gegen den Anteil Schmerzmittel in diesem
> Medikament habe ich mich ja auch nicht gewandt.

LOL. Natürlich nicht, du hattest es ja nicht als Schmerzmittel auf der
Rechnung, sondern als Antibiotikum, und nur deshalb hast du dich vehement
gegen die Gabe dieses Mittels gewandt. Es wurde aber nun mal als
Schmerzmittel und Entzündungshemmer gegeben, und allein darum geht es.

Was das "(nicht) übermäßig schädlich" angeht, siehe bereits vorliegende
Ausführungen. Wenn die Nebenwirkungen nicht im Rahmen lägen, könnte dieses
Medikament gar nicht verabreicht werden.

Gruß, Anita

Michael Greis

unread,
Mar 10, 2004, 11:52:00 AM3/10/04
to
Am Wed, 10 Mar 2004 17:00:18 +0100 hat Anita Sprungk
<ngkrams...@gmx.net> geschrieben:

> Michael Greis schrieb:

> Mir lagen noch keine entsprechenden Antworten vor.

Kann ja sein - dann ist dein Newsserver aber ganz schön unaktuell...


>
> Dein Posting verurteilt Tolfedine als Antibiotikum mit den "üblichen
> Nebenwirkungen solcher chemischen Bomben".

Ich verurteile Antibiotika, daß Tolfedine eines ist, entnahm ich dem
Ursprungsposting, bei dem ich schlicht und einfach falsch gelesen hatte.

> Tolfedine ist aber kein
> Antibiotikum, was du leicht hättest feststellen können, wenn du denn
> gewollt hättest.

Normalerweise schau ich da immer zuerst nach, diesmal nicht und prompt
wäre es notwendig gewesen. Aufgrund der Art und Weise wie Usenet aber
funktioniert (schau wie schnell die Einsprüche da waren) ist das Problem
nicht so groß, wie du es g'rade machst.


> Davon abgesehen, sind Antibiotika keine chemischen Bomben,

Wie sollte man denn die Wirkungsweise anders fassen (es sind übrigens
keine chemischen, sondern biologische bzw. biochemische, also
gewissermaßen naturheilkundlich)?
> sondern Lebensretter

Das sollte man schon einschränkend betrachten. Ich finde, daß sie u.U. bei
der Lebensrettung eine entscheidende Rolle spielen /können/. Sie können
auch ausgerechnet im geschwächten Körper, der sie ja unbedingt braucht,
zum Tode führen, durch Vernichtung überlebensnotwendiger Bakterien.

> Von welcher "Rücksicht auf die andere Seite" sprichst du also?

Die Seite, die übermäßige Verwendung anprangert - jetzt sag bloß noch das
gäbe es nicht.

> Entzündungshemmung ist nicht sinnlos.

Entzündung ist eine notwendige Körperreaktion, also erstmal gut und
notwendig. Hemmung wird erst sinnvoll, wenn die Schädigung größer als die
erfolgte Heilung wird = überbordende Entzündung.

>
> LOL. Natürlich nicht, du hattest es ja nicht als Schmerzmittel auf der
> Rechnung, sondern als Antibiotikum, und nur deshalb hast du dich vehement
> gegen die Gabe dieses Mittels gewandt. Es wurde aber nun mal als
> Schmerzmittel und Entzündungshemmer gegeben, und allein darum geht es.

Worauf ich zu diesem Zeitpunkt bereits eingegangen war - *sigh*, diesmal
geht die Rhetorik denn völlig in's Leere.

Was du offensichtlich völlig überliest:
Ich trete an keiner Stelle vehement gegen die Gabe dieser Mittel ein. Das
ist etwas was du herausliest, aber das ist nicht der Fall. In meiner
Hausapotheke befinden sich nahezu ausschliesslich Medikamente der
Schulmedizin (die sind nämlich so schön haltbar). Natürliche Medizin
besorge ich mir frisch. Und ja: Auch ich würde ein Antibiotikum und den
ganzen Rest nehmen, wenn es angesagt ist. Meine Grenze setze ich halt
etwas anders und da weiß ich schon sehr genau warum.

Warum ist es eigentlich so notwendig auf mein Posting zu reagieren ohne
auf das Ursprungsposting mal etwas fallen zu lassen? (eher rethorische
Frage, wer dennoch reagieren möchte kann das durchaus direkt per email
machen)

Gruß

Micha

Joerg Fischer

unread,
Mar 10, 2004, 11:30:07 AM3/10/04
to
Michael Greis <buero...@gmx.de> wrote:

> Schonkost (z.B. gekochter Fisch ganz, ganz leicht gesalzen, später

_Schonkost_ bei einer entzündeten Pfote? Ähm? Wie wärs mit einem
Schmerz- und entzündungshemmendem Mittel was besser vertragen wird?

Und SALZ? Ich bin jetzt nicht ganz auf der Höhe, ist Salz nur bei
vorgeschädigter Niere zu meiden oder generell für Katzen ungesund?

Tschau, Jörg

Michael Greis

unread,
Mar 10, 2004, 12:13:13 PM3/10/04
to
Am Wed, 10 Mar 2004 17:30:07 +0100 hat Joerg Fischer <muell...@jfis.de>
geschrieben:

> Michael Greis <buero...@gmx.de> wrote:
>
>> Schonkost (z.B. gekochter Fisch ganz, ganz leicht gesalzen, später
>
> _Schonkost_ bei einer entzündeten Pfote? Ähm? Wie wärs mit einem
> Schmerz- und entzündungshemmendem Mittel was besser vertragen wird?

[ ] Schonkost kommt auf die Wunde
[ ] du hast den Kontext gelesen und verstanden.

>
> Und SALZ? Ich bin jetzt nicht ganz auf der Höhe, ist Salz nur bei
> vorgeschädigter Niere zu meiden oder generell für Katzen ungesund?

Salz darf keinesfalls wie für menschliches Essen genutzt werden - daher
auch das "ganz, ganz leicht". Insbesondere vorbereiteter Fisch enthält
bereits mehr Salz als für die Katze gut ist. Ein "ungesund" ist da in
beide Richtungen möglich, es gibt halt Menschen, die hören 'kein Salz für
Katzen' und kochen den Fisch in aqua dest.

Exaktere Aussage bitte von den Metabolismuskennern.

Gruß

Micha

Carola Schwabe

unread,
Mar 10, 2004, 12:20:10 PM3/10/04
to
Joerg Fischer wrote:

> Und SALZ? Ich bin jetzt nicht ganz auf der Höhe, ist Salz nur bei
> vorgeschädigter Niere zu meiden oder generell für Katzen ungesund?

Katzen haben auch einen gewissen Mindestbedarf an Salz. Wird der
überschritten (was schon bei vielen handelsüblichen Futtermitteln der
Fall ist), führt das lediglich zu gesteigerter Flüssigkeitsaufnahme und
einer erhöhten Menge des im Urin ausgeschiedenen Natriums. Für gesunde
Katzen ist das kein Problem, wenn ihnen genügend frisches Wasser zur
Verfügung steht.

Gruß, Carola
--
www.keinwitz.de
Infos für Neueinsteiger:
http://www.newuserinfo.org/einfuehrung/index.php und
http://www.drtk-faq.de/

Joerg Fischer

unread,
Mar 10, 2004, 3:55:27 PM3/10/04
to
Michael Greis <buero...@gmx.de> wrote:

> [ ] Schonkost kommt auf die Wunde

Wo habe ich das geschrieben?

> [ ] du hast den Kontext gelesen und verstanden.

Ich ja. Du auch? In <opr4nc37...@news.individual.de> hast Du
jedenfalls


|Was jetzt wichtig ist:
|Schonkost

geschrieben. Ein Hinweis auf die notwendige Entzündungshemmung und
Schmerzstillung fehlte, dafür kam der unqualifizierte Tip "alle
Antibiotika sind böse" der noch nicht mal zum Thema passte.

EOT, Jörg

Anita Sprungk

unread,
Mar 11, 2004, 4:31:49 AM3/11/04
to
Michael Greis schrieb:

> Kann ja sein - dann ist dein Newsserver aber ganz schön unaktuell...

Kannst du bitte mal versuchen, sinnentnehmend zu lesen? Es lag nicht am
Newsserver, sondern an *meinem* *Postingverhalten:* Postings runtergeladen,
zwei Stunden anderweitig verdaddelt, dann geantwortet, ohne noch mal in die
NG zu schauen. Abgesehen davon, dass das weder verboten ist noch allzu
unüblich - was stört dich denn so sehr daran, dass du statt zwei
Widersprüchen halt drei bekommen hast?

> Ich verurteile Antibiotika

Darauf wäre ich jetzt überhaupt nicht gekommen :->, und genau auf diese
Undifferenziertheit deiner Betrachtungs- und Urteilsweise habe ich
reagiert. Deine Aktion lief so: Stichwort entdeckt, drauf angesprungen,
nicht mehr auf den Zusammenhang geachtet, Rundumschlag losgelassen. Dass
der Rundumschlag gar nicht passte, war fast schon zweitrangig ;-)

>> Davon abgesehen, sind Antibiotika keine chemischen Bomben,
>
> Wie sollte man denn die Wirkungsweise anders fassen (es sind übrigens
> keine chemischen, sondern biologische bzw. biochemische, also
> gewissermaßen naturheilkundlich)?

Alle Achtung, das ist *dir* also bewusst. Den meisten anderen nicht, die
sehen nur deine "Bombe", und aus biochemisch wird bei ihnen chemisch, und
alles, was chemisch ist, ist nun mal Teufelswerk. Mindestens. Nun ja,
altbekannt. Dass kein Lebewesen ohne Chemie funktioniert, wird dabei eh
immer vergessen.

Die Wirkungsweise - der Name sagt es schon: Antibiotika richten sich in
ihrer Wirkung gegen das bios, also das Leben. Allerdings nicht gegen das
Leben des behandelten Patienten (es sei denn, sie sind falsch gewählt oder
hoffnungslos überdosiert), sondern gegen das Leben krankmachender
Bakterien. Nix Bombe, denn die macht alles platt, sondern - je nach
ausgewähltem Mittel, schließlich gibt es nicht nur Breitbandantibiotika -
Präzisionsgewehr. Wenn man denn schon bei militärischer Ausdrucksweise
bleiben möchte.

>> sondern Lebensretter
>
> Das sollte man schon einschränkend betrachten. Ich finde, daß sie u.U. bei
> der Lebensrettung eine entscheidende Rolle spielen /können/. Sie können
> auch ausgerechnet im geschwächten Körper, der sie ja unbedingt braucht,
> zum Tode führen, durch Vernichtung überlebensnotwendiger Bakterien.

Soo schnell geht das nicht. Antibiotika können zum Tode führen, das ist
richtig, aber kaum auf diese Weise. Anaphylaktische Schocks, also extreme
allergische Reaktionen, sind da wesentlich gefährlicher und m.W. auch
häufiger.

>> Von welcher "Rücksicht auf die andere Seite" sprichst du also?
>
> Die Seite, die übermäßige Verwendung anprangert - jetzt sag bloß noch das
> gäbe es nicht.

Sorry, du schriebst: "in meinem Posting kannst du wenigstens die Rücksicht
auf die andere Seite lesen". Dann war die von dir angesprochene "andere
Seite" also die, die du selbst propagiert hast. Das Eintreten für den
eigenen Standpunkt bezeichnet man üblicherweise nicht als "Rücksicht auf
die andere Seite".

> Entzündung ist eine notwendige Körperreaktion, also erstmal gut und
> notwendig. Hemmung wird erst sinnvoll, wenn die Schädigung größer als die
> erfolgte Heilung wird = überbordende Entzündung.

Eine Entzündung ist eine Körperreaktion. Dabei wird Gewebe zerstört, nicht
nur krankes Gewebe, nicht nur Bakterien, sondern auch gesundes Gewebe. Sie
einzudämmen ist daher nicht immer nötig, aber doch sinnvoll.

>> LOL. Natürlich nicht, du hattest es ja nicht als Schmerzmittel auf der
>> Rechnung, sondern als Antibiotikum, und nur deshalb hast du dich vehement
>> gegen die Gabe dieses Mittels gewandt. Es wurde aber nun mal als
>> Schmerzmittel und Entzündungshemmer gegeben, und allein darum geht es.
>
> Worauf ich zu diesem Zeitpunkt bereits eingegangen war - *sigh*, diesmal
> geht die Rhetorik denn völlig in's Leere.

Wie bereits gesagt: wusste ich nicht. Hätte ich's aber gewusst, wäre "die
Rhetorik" erst recht nicht ins Leere gegangen, denn du hast dich ja auf die
Richtigstellung durch Sheena sehr explizit dazu geäußert. Ich zitiere: "Es


handelt sich also lediglich um ein Medikament, daß man benutzt um die

natürlichen Kampfreaktionen des Körpers zu unterdrücken <kopfschüttel>.


Inwieweit ich damit nicht einverstanden bin, kannst du dir wahrscheinlich

denken." Darauf hätte ich erst recht die Frage gestellt: "Aber meinst du


ernstlich, man solle verletzten Tieren generell keine Schmerzlinderung
gönnen, weil einige wenige die Nebenwirkungen der Schmerzmittel zu spüren
kriegen?"

> Was du offensichtlich völlig überliest:


> Ich trete an keiner Stelle vehement gegen die Gabe dieser Mittel ein.

Ach herrje, habe *ich* etwa behauptet, dass du AB generell ablehnst? MID
bitte. Du trittst zwar tatsächlich vehement gegen AB-Verabreichung ein,
aber zum Glück nicht so generell, wie diese von dir gemachte Aussage ("Ich
verurteile Antibiotika" - stammt übrigens aus dem Posting, auf das ich
gerade antworte <g>) interpretiert werden könnte. Vielleicht solltest du
versuchen, nicht mehr aus den Postings anderer herauszulesen, als
drinsteht ;-), und gelegentlich vorsichtiger zu formulieren.



> Warum ist es eigentlich so notwendig auf mein Posting zu reagieren ohne
> auf das Ursprungsposting mal etwas fallen zu lassen?

Zum ersten Teil der Frage: Weil das hier ein Diskussionsmedium ist und kein
Streichelzoo. Gehörst du etwa zu den Leuten, die am liebsten
unwidersprochen durchs Leben gehen? Dann bist du hier falsch.

Zum zweiten Teil der Frage: Weil ich auf die Frage des OP ("Da Tolfedine


(angeblich) als gut verträgliches Mittel gilt, würde mich mal
interessieren, ob eine(r) von Euch ähnlich ungute Erfahrungen damit gemacht

hat.") nicht mit Erfahrungen, weder guten noch schlechten, aufwarten kann.
Warum sollte ich mich zu Dingen zu Wort melden, zu denen ich nichts
beitragen kann?

Gruß, Anita

Katje Binder

unread,
Mar 11, 2004, 6:07:55 AM3/11/04
to

Muss man bei Katzen eigentlich nach der Gabe von Antibiotika auch die
Darmflora wieder aufbauen? Ich kenne das von Hunden und Pferden, dass
man ihnen waehrend und nach der Gabe Joghurt oder Fermentgetreide
gibt.
Gilt das fuer Katzen auch?

Gruss,

Katje

--
Technik kann bis zu einem bestimmten Niveau gelangen.
Jenseits dessen bedarf es einer Herzensbindung des Pferdes.
Nuno Oliveira

Sabine Dem

unread,
Mar 11, 2004, 7:40:27 AM3/11/04
to
Katje Binder wrote:
> Muss man bei Katzen eigentlich nach der Gabe von Antibiotika auch die
> Darmflora wieder aufbauen?

Wenn die Katze durch das AB Durchfall bekommen hat, ja. Es gibt verschiedene
Präparate beim TA, man kann auch Naturjoghurt geben.
--
Servus, Sabine

Meine Katzen, Meerschweinchen, Käfigbau, Gastkatzen:
http://fb-trurl.dyndns.org/~sabine/

Michael Greis

unread,
Mar 11, 2004, 8:47:33 AM3/11/04
to
On Thu, 11 Mar 2004 10:31:49 +0100, Anita Sprungk
<ngkrams...@gmx.net> wrote:

> was stört dich denn so sehr daran, dass du statt zwei
>Widersprüchen halt drei bekommen hast?

Im Endeffekt garnichts - wollte nur nicht nochmal dasselbe schreiben.


>
>> Ich verurteile Antibiotika
>
>Darauf wäre ich jetzt überhaupt nicht gekommen :->, und genau auf diese
>Undifferenziertheit deiner Betrachtungs- und Urteilsweise habe ich
>reagiert. Deine Aktion lief so: Stichwort entdeckt, drauf angesprungen,
>nicht mehr auf den Zusammenhang geachtet, Rundumschlag losgelassen. Dass
>der Rundumschlag gar nicht passte, war fast schon zweitrangig ;-)

Hmmm... das ist es ja g'rade, passen tut er ja trotzdem, außer daß ich
die Wirkung von 2 Sachen hätte zusammen nehmen müssen. Wird ja wohl
schwer sein jetzt zu entscheiden inwieweit welches Medikament welche
Reaktion ausgelöst oder beeinflusst hat. Insgesamt wurde zu viel
gegeben. Und das ist eben der typische "nicht"Einzelfall.

>
> sondern gegen das Leben krankmachender
>Bakterien.

Streiche krankmachender und ich bin einverstanden. Auch bei
spezifischen Antibiotika werden Gruppen von Bakterien erwischt und
nicht nur die unerwünschten.


> Nix Bombe, denn die macht alles platt, sondern - je nach
>ausgewähltem Mittel, schließlich gibt es nicht nur Breitbandantibiotika -
>Präzisionsgewehr. Wenn man denn schon bei militärischer Ausdrucksweise
>bleiben möchte.

ähhh.... Schrotflinte - aber das wird dann Auslegungssache

>
>Soo schnell geht das nicht. Antibiotika können zum Tode führen, das ist
>richtig, aber kaum auf diese Weise. Anaphylaktische Schocks, also extreme
>allergische Reaktionen, sind da wesentlich gefährlicher und m.W. auch
>häufiger.

Ich habe in letzter Zeit nicht die Entwicklung in der Forschung
mitbekommen, das Letzte was ich noch gelesen habe, war der Verdacht,
daß isbsd. Antibiotikagabe zur Erhöhung der Pilzinfektionen geführt
hat und hierdurch die erhöhte Zahl der z.B. Herzstenosen erklärbar
wäre. Inwieweit da inzwischen Beweise und Gegenbeweise erbracht
wurden, weiß ich nicht. Aber es war offensichtlich etwas mehr als nur
eine obskure Verdächtigung. In diesem Zusammenhang tauchte auch auf,
daß allgemein Pilze nie als Todesursache gelten (wie auch z.B.
Altersschwäche) aber eigentlich da dann die Statistik einfach falsch
aufgesetzt ist. Natürlich stirbt der Mensch an der Stenose und deren
Folgen, aber das ist auch Altersschwäche oder Pilzbefall.


>
>Sorry, du schriebst: "in meinem Posting kannst du wenigstens die Rücksicht
>auf die andere Seite lesen". Dann war die von dir angesprochene "andere
>Seite" also die, die du selbst propagiert hast. Das Eintreten für den
>eigenen Standpunkt bezeichnet man üblicherweise nicht als "Rücksicht auf
>die andere Seite".

Ne - falsch gelesen! Im Eintreten für meinen Standpunkt habe ich die
andere auch beleuchtet (z.B. Problematik des verabreichenden Arztes
etc.).

>
>Eine Entzündung ist eine Körperreaktion. Dabei wird Gewebe zerstört, nicht
>nur krankes Gewebe, nicht nur Bakterien, sondern auch gesundes Gewebe. Sie
>einzudämmen ist daher nicht immer nötig, aber doch sinnvoll.

ok - da ist es echt die Frage der Herangehensweise an die Krankheit.
Der naturheilkundliche Ansatz ist nunmal soviel wie möglich von der
natürlichen Reaktion des Körpers zu unterstützen, solange es nicht zu
weit geht. In der Konsequenz heißt das dann oft, daß ich mehr
zerstörtes Gewebe habe, aber auch ein auf's Neue geschultes
Immunsystem. Unter diesem Ansatz ist Entzündungshemmung oft sinnlos.
Im konkreten Fall ist das wohl schwer für uns zu beurteilen, da wir
weder die Wunde, noch den Gesamtzustand des Tieres gesehen haben. Ich
muß ich da also auf paar Aussagen verlassen, die ich nicht überprüfen
kann - und da sehe ich eben, daß da irgendetwas falsch gemacht wurde.

>
>Wie bereits gesagt: wusste ich nicht.

Hatte mich auf ne Textstelle bezogen, die du gelesen hattest.


Hätte ich's aber gewusst, wäre "die

>denken." Darauf hätte ich erst recht die Frage gestellt: "Aber meinst du


>ernstlich, man solle verletzten Tieren generell keine Schmerzlinderung
>gönnen, weil einige wenige die Nebenwirkungen der Schmerzmittel zu spüren
>kriegen?"

Kampfreaktion = Entzündung und Fieber
Alarmreaktion = Schmerz
Ich wende mich also nicht gegen den Anteil Schmerzmittel!

>
> von dir gemachte Aussage ("Ich
>verurteile Antibiotika" - stammt übrigens aus dem Posting, auf das ich
>gerade antworte <g>) interpretiert werden könnte. Vielleicht solltest du
>versuchen, nicht mehr aus den Postings anderer herauszulesen, als
>drinsteht ;-), und gelegentlich vorsichtiger zu formulieren.

Gut vorsichtiger formulieren wäre schon mal angesagt, völlig
akzeptiert, ich arbeite dran.

Ansonsten reißt du da g'rade was völlig aus dem Zusammenhang (sogar
nur einen Teil einer Aussage). Gemeint war "hierbei verurteile ich
nicht das was du mir vorwirfst".

>
>Zum ersten Teil der Frage: Weil das hier ein Diskussionsmedium ist und kein
>Streichelzoo. Gehörst du etwa zu den Leuten, die am liebsten
>unwidersprochen durchs Leben gehen? Dann bist du hier falsch.

lol - das ist mein Text, nimm' mir den nicht einfach so wech! ;-)

Gruß

Micha

Michael Greis

unread,
Mar 11, 2004, 8:54:47 AM3/11/04
to
On Wed, 10 Mar 2004 21:55:27 +0100, Joerg Fischer <muell...@jfis.de>
wrote:


>> [ ] Schonkost kommt auf die Wunde
>
>Wo habe ich das geschrieben?

Nirgendwo, aber wie soll man das anders verstehen? Ist es etwa
verkehrt dem Tier jetzt Schonkost zu verabreichen?
>

>
>geschrieben. Ein Hinweis auf die notwendige Entzündungshemmung und
>Schmerzstillung fehlte, dafür kam der unqualifizierte Tip "alle
>Antibiotika sind böse" der noch nicht mal zum Thema passte.

Es fehlt möglicherweise nicht an Entzündungshemmung... Das Tier ist in
ärztlicher Behandlung, der Doc trägt die Verantwortung und die
Entscheidung über die weitere Behandlung.Über eine Änderung der
jetzigen Behandlung will ich mich auch garnicht äußern, da es in der
Medizin schnell passieren kann etwas falsch zu entscheiden. Da muß
sich der einzelne Arzt schon /sein/ Konzept überlegen und auch
durchziehen. Er hat imho falsch angesetzt, was man ihm beim nächsten
Mal vorhalten kann. Eine Änderung jetzt im Sinne - lass den Arzt, Arzt
sein und beginne jetzt mit einer anderen Form der Behandlung ist
Unfug.

Gruß

Micha
von mir aus auch EOT

Jana

unread,
Mar 11, 2004, 1:19:10 PM3/11/04
to
Oha...

...über ähnliche Erfahrungen mit Tolfedine verfügt hier also offenbar
niemand - beharkt Euch doch bitte nicht so, Leute, das war wirklich nicht
meine Absicht.

Vorweg: Maki ist wieder bei uns, worüber wir (und er) sehr froh sind -
danke fürs Daumendrücken, Michael. Es geht ihm besser, aber ätzenderweise
sind wir schon wieder auf den Antibiotika-Trip geschickt worden :-(( -
dieses Mal, um eine Infektion der von Tolfedine verursachten Wunden mit
darmeigenen Bakterien zu verhindern. Soviel dazu.

Ein paar Anmerkungen zu dem von Euch Geschriebenen würde ich gerne
loswerden (und hoffe, daß trotzdem alles friedlich bleibt):


NATURHEILKUNDE VS. SCHULMEDIZIN

Ich stehe überhaupt nicht auf Antibiotika-Verabreichungen, und hätte es
einen Weg gegeben, sie zu umgehen, wäre ich den nur allzu gern gegangen -
nicht zuletzt deshalb, weil Maki ein äußerst verabreichungsproblematisches
Tier ist. Das Problem war aber, daß es
1. in Anbetracht des Entzündungsfortschritts der Pfote alles andere als
ratsam und/oder risikolos gewesen wäre, darauf zu verzichten (zumal sich
auch die äußerliche Behandlung der Wunde als wirklich
superoberextremschwierig erwies - wohlwollend könnte man in diesem
Zusammenhang auf "mangelnde Kooperationsbereitschaft" bei Maki verweisen)
und daß wir
2. in einem dünnbesiedelten Landstrich eines ebenso dünnbesiedelten
skandinavischen Landes leben. Es gibt hier im Umkreis von 200 km keine
große Auswahl an Tierärzten, und die, die für uns bei den derzeit immer
noch sehr nordischen Straßenbedingungen erreichbar sind, haben zu meinem
großen Bedauern ein eher gestört-defizitäres Verhältnis zu allem
Naturheilkundlichem. Ich selber bin aber nun mal keine Tierärztin und will
es nicht verantworten, bei akuten Zuständen mit meinen läppischen
Laienkenntnissen am Tier herumzuexperimentieren.


TOLFEDINE ODER: WARUM ÜBERHAUPT EIN SCHMERZMITTEL?

In der Tierklinik hieß es, Tolfedine sei sehr gut verträglich und wirke
entzündungshemmend. Evident war: Maki hatte Schmerzen und eine Entzündung
in der Pfote - die Aussicht, mit diesem angeblich so gut verträglichen
Präparat seine Schmerzen lindern und der Entzüdung entgegenwirken zu
können war für mich, ehrlich gesagt, ziemlich attraktiv. Und zwar auch
attraktiv unter der "Rahmenbedingung", daß ich alles andere als ein
unkritischer Pharma-Fan oder dergleichen bin.


ÜBERFORDERUNG & RECHTZEITIGE BENACHRICHTIGUNG DES TA

Ja, klar, ich war in der Tat überfordert damit, trennscharf zu
differenzieren, welcher der besch***enen Begleitumstände der
Pfoten"therapie" nun exakt welcher Ursache zuzuschreiben war: Maki hatte
Schmerzen in der Pfote, er hat den Plastikkragen gehaßt, den er tragen
mußte, er war dauerbeduselt von den Antibiotika, er hat die
Pfotenspülungen gehaßt, er hat den Stubenarrest gehaßt, und er hat es
gehaßt, daß ihm die normalerweise konsequent untergebutterte kleine
Schwester auf/vor der Nase herumtanzte. Daß Tolfedine Maki nicht gut
bekommt, habe ich zwar intuitiv *vermutet* und deshalb auch sofort
runterdosiert, dachte ja aber auch, daß das Zeug letztlich mehr Nutzen als
Schaden bringt und ihm möglicherweise die Schmerzen erleichtert.
Die "handfesten" Unverträglichkeits-Symptome traten ja auch erst Tage NACH
dem Absetzen des Mittels auf - während der vier Tage, in denen er
Tofledine bekam, hat er zwar auf mich einen bedrückten Eindruck gemacht,
fraß und trank aber normal, übergab sich nicht und hatte normalen
Stuhlgang.
Wer angesichts solcher Umstände "rechtzeitig" auf die richtige Alarmidee
kommt, vor dessen hellseherischen Fähigkeit (oder eben: langer Erfahrung)
ziehe ich wirklich den Hut.
Daß wir nicht gleich bei den ersten Anzeichen nachlassenden Appetits und
der ersten Kotzerei in der Klinik auf der Matte standen, liegt u.a. daran,
daß wir Maki kurz zuvor von dem blöden Kragen erlöst hatten, woraufhin er
sich ausgiebigst geputzt hat und sich infolgedessen dann ziemlich schnell
ziemlich "haarig" erbrach - und: ja doch, wir *haben* ihn gebürstet und
auch sonst überall saubergehalten, wo es nötig war, während er
"verhindert" war. Beim Auftauchen von Blut im Erbrochenen und im Stuhl
sind wir sofort mit ihm in die Klinik, wo es dann auch sehr schnell hieß
"Ach ja, das wird wohl von Tolfedine kommen" (also von eben jenem
Präparat, das uns vorher als so gut verträglich angepriesen worden war).
Das war natürlich toll :-/

Fazit: Wir (vor allem Maki) haben Pech gehabt. Schon klar. Die
Pharmaindustrie ist nicht Schuld, die Tierklinik ist nicht Schuld, wir
sind nicht Schuld - und Pechvogel Maki zahlt die Zeche. Von den monetären
Nebenwirkungen dieses Malheurs will ich gar nicht erst anfangen. Ich hätte
ja auch einfach gern gewußt, ob es einer/-m von Euch schon mal ähnlich
ergangen ist... wenn nicht, dann taugt unsere Erfahrung ja vielleicht
immerhin als Hinterkopf-Information, sollte jemand mal mit Tolfedine in
Kontakt kommen.

Peace,
Jana

Sabine Dem

unread,
Mar 11, 2004, 1:35:15 PM3/11/04
to
Hallo Jana!

Jana wrote:
> Vorweg: Maki ist wieder bei uns, worüber wir (und er) sehr froh sind -

Das kann ich mir vorstellen. Wie geht es ihm denn?

> NATURHEILKUNDE VS. SCHULMEDIZIN
[...]

Außer einem Schreiber hat hier niemand den Einsatz von Antibiotika und
Schmerzmittel angezweifelt, im Gegenteil.


> Ich hätte
> ja auch einfach gern gewußt, ob es einer/-m von Euch schon mal ähnlich
> ergangen ist... wenn nicht, dann taugt unsere Erfahrung ja vielleicht
> immerhin als Hinterkopf-Information, sollte jemand mal mit Tolfedine in
> Kontakt kommen.

Auf die Gefahr von Magenblutungen wird sicher im Beipacktext hingewiesen.
Laut http://www-vetpharm.unizh.ch/TAK/05000000/00050793.01 sind folgende
unerwünschte Wirkungen bekannt:

"In seltenen Fällen wurden während der Behandlung Anorexie, Diarrhoe und
Erbrechen sowie Blut im Kot beobachtet. Zusätzlich kann vorübergehend ein
gesteigertes Durstgefühl und/oder eine erhöhte Diurese auftreten. Meistens
klingen diese Symptome nach Ende der Behandlung spontan ab.
Bei Überdosierung (vermehrtes Speicheln, nervöse Störungen) ist eine
symptomatische Behandlung durchzuführen."

Maki hatte wohl das Pech, zu diesen seltenen Fällen zu gehören. Hoffentlich
spricht er jetzt gut auf die weitere Behandlung an und wird bald wieder
gesund.

Jana

unread,
Mar 11, 2004, 1:48:51 PM3/11/04
to
Hallo Sabine,

> Wie geht es ihm denn?

Danke, soweit ganz gut, körperlich jedenfalls. Da wir ihm ja leider wieder
Antibiotika unterjubeln müssen und er erst in ein paar Tagen Ausgang
bekommt, ist bei aller Rückkehr-Erleichterung die Laune (noch) nicht so
toll. Aber das wird schon wieder.
Und: danke für die Genesungswünsche - die können wir brauchen :)

Gruß,
Jana

Sabine Dem

unread,
Mar 11, 2004, 4:13:33 PM3/11/04
to
Jana wrote:
> Danke, soweit ganz gut, körperlich jedenfalls.

Dann wird der Rest auch schon wieder. Hauptsache, die Pfote ist wieder OK.

> Und: danke für die Genesungswünsche - die können wir brauchen :)

Bitte sehr, wir drücken auch noch Daumen und Pfoten. :-)

Maria Einhaus

unread,
Mar 11, 2004, 4:43:34 PM3/11/04
to
Hallo!

Jana schrieb: "Blutungen nach Tolfedine ..."
Sheena schrieb: "Tolfedine ist ein nicht-steroidales
Antiphlogistikum."
Die Begünstigung einer Blutungsneigung ist Teil des Wirkungsprinzips
nichtsteroidaler Antiphlogistika; die entzündungshemmende Behinderung
der Prostaglandinfreisetzung reduziert gleichzeitig auch die
Koagulationsfähigkeit der Blutplättchen. Steroidale Antiphlogistika
hingegen verlangsamen die Wundheilung, so daß die TÄ ein Mittel aus
der geeigneteren Substanzgruppe gewählt haben. Daß kein
Gerinnungsstatus gemacht wurde, ist ihnen bei der erwarteten
Geringfügigkeit des Eingriffes nicht vorzuwerfen. Die Blutungen hätten
mit jedem anderen Arzneimittel dieser Gruppe auftreten können.

Alles Gute für Maki!

Maria

Jana

unread,
Mar 11, 2004, 5:44:30 PM3/11/04
to
Hallo Maria,

eine Frage, da Du Dich ja auszukennen scheinst:

> Die Begünstigung einer Blutungsneigung ist Teil des Wirkungsprinzips

> nichtsteroidaler Antiphlogistika [...] Die Blutungen hätten mit jedem

> anderen Arzneimittel dieser Gruppe auftreten können.

Falls sich überhaupt etwas Nicht-Spekulatives dazu sagen läßt: Sind Makis
Blutungen als Ausdruck einer generell ungünstigen Disposition für
nicht-steroidale Antiphlogistika zu interpretieren oder handelt es sich
bei dem von uns Erlebten eher um ein Zusammenwirken verschiedener
ungünstiger Faktoren?

> Alles Gute für Maki!

Dankeschön :)


Gruß,
Jana

Anita Sprungk

unread,
Mar 12, 2004, 3:23:32 AM3/12/04
to
Jana schrieb einen kleinen Rechtfertigungsroman ;-)

Auch wenn es vielleicht nicht so rübergekommen ist: Du brauchst dich für
nichts zu rechtfertigen, es gibt dafür nicht die geringste Veranlassung.
Natürlich macht(e) es Sinn, Maki mit Antibiotika und Schmerzmitteln zu
behandeln, und dass du die Unverträglichkeit des Mittels nicht rechtzeitig
erkannt hast, kann dir niemand zum Vorwurf machen. Das konntest du nicht
erkennen, schon gar nicht, da sie sich mit solcher zeitlicher Verzögerung
ausgewirkt hat. Ich gehe davon aus, dass du eh nicht über die bekannten
möglichen Nebenwirkungen des verabreichten Medikaments informiert wurdest.

> Ich hätte
> ja auch einfach gern gewußt, ob es einer/-m von Euch schon mal ähnlich
> ergangen ist... wenn nicht, dann taugt unsere Erfahrung ja vielleicht
> immerhin als Hinterkopf-Information, sollte jemand mal mit Tolfedine in
> Kontakt kommen.

Keinem von uns hier ist es offenbar ähnlich ergangen. Anderen muss es aber
so ergangen sein, denn sonst stünde diese Nebenwirkung nicht auf dem
Beipackzettel. Das einzige Fazit, das du und wir daraus ziehen können,
lautet: Über mögliche Nebenwirkungen (sowie ihre tatsächliche
Wahrscheinlichkeit!) informieren lassen, den TA mit Fragen löchern und den
Patienten eher übersensibel beobachten.

Für Maki alles Gute und rasche Erholung. Halt uns weiter auf dem Laufenden,
ja?

Gruß, Anita (P.S.: Mit voller Namensangabe im From hättest du evtl. die
erwünschten Erfahrungsberichte bekommen - nicht wenige hier filtern auf
einteilige Namen und kriegen dein Posting daher gar nicht zu Gesicht)

Katje Binder

unread,
Mar 12, 2004, 4:32:36 AM3/12/04
to
Am Thu, 11 Mar 2004 13:40:27 +0100, schrub Sabine Dem
<sabin...@ping.at>:

>Katje Binder wrote:
>> Muss man bei Katzen eigentlich nach der Gabe von Antibiotika auch die
>> Darmflora wieder aufbauen?
>
>Wenn die Katze durch das AB Durchfall bekommen hat, ja. Es gibt verschiedene
>Präparate beim TA, man kann auch Naturjoghurt geben.

Wieder was gelernt :-)) Danke!

Gruss,

Katje + Lisa, die ihr Stimmchen wiedergefunden hat und jetzt plappernd
durch die Wohnung laeuft (hab sie eben rausgeschmissen in den Garten
;-))

Maria Einhaus

unread,
Mar 12, 2004, 12:57:57 PM3/12/04
to
Jana schrieb: "Blutungsneigung – ungünstige Disposition oder
Zusammenwirken verschiedener ungünstiger Faktoren?"

Hallo Jana!

Eher letzteres. Die zuvor bereits seit (?) Tagen bestehende
Entzündung wird eine gewisse Verdünnung des Blutes zur Unterstützung
natürlicher Ausleitungsvorgänge erzeugt haben, die dann die Wirkung
des eingesetzten Antiphlogistikums entsprechend verstärkt hat.
Erblich bedingte Störungen der Blutgerinnung sind eher selten und
wären dann auch schon früher, etwa im Zusammenhang mit Verletzungen,
aufgefallen. Besorgniserregend ist allerdings hier der Verlauf, bei
dem Maki anscheinend nur kurz vor einer Sepsis mit der körpereigenen
Darmflora gerettet werden konnte!
Auch Vegetarier entwickeln, nebenbei bemerkt, bei Aufnahme
nichtsteroidaler Antiphlogistika nicht selten lebensbedrohliche
Blutungen, wenn sie nicht um all jene Verpflegungsweisen einen weiten
Bogen machen, die hierzulande gemeinhin für sie empfohlen werden (z.B.
Rohkost, div. Spezialitäten), wobei jedoch die Heilung auf dem Fuße
folgt, sobald eine abwechslungsarme verwertbare Kost Blutbildung und
Stoffwechsel normalisiert und dann auch diese Arzneimittel für sie
verträglich macht.

Was Deinen Bericht angeht, - dank Deiner guten und auswertenden
Beobachtungsweise konnten Leben und Gesundheit des kleinen Katers
gerettet werden. Weitere Schmerzmittel wird er hoffentlich nicht mehr
benötigen. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt unter anderer Indikation
ein Einsatz entzündungshemmender Arzneimittel angezeigt sein, müßten
die Blutwerte entsprechend überwacht werden.
Das derzeit noch eingesetzte Antibiotikum sorgt dafür, daß der Darm in
aller Ruhe ausheilen kann, daß einer Entstehung von
Lebensmittelunverträglichkeiten vorgebeugt wird und daß Maki die
Erkrankung ohne weitere Folgeschäden übersteht.

Weiterhin gute Besserung für Deinen Patienten!
Maria

Jana

unread,
Mar 12, 2004, 2:16:13 PM3/12/04
to
Hallo Maria,

danke, daß Du Dir die Zeit genommen hast, mir das näher zu erklären - das
war wirklich supernett und aufschlußreich.

Gruß,
Jana

Andreas Pohlke

unread,
Mar 13, 2004, 6:33:04 AM3/13/04
to
Hi,

Jana wrote:
[...]

ich kenne Tolfedine als Fiebersenker, der nach zwei unserer Tierärzte
eher komplikationslos gegeben werden kann.
Im geschilderten Fall tippe ich auf "ungünstige Umstände".

Zur eigenen Erfahrung: bisher haben wir Tolfedine nur
im Notfall eingesetzt und als Teil einer Intensivbehandlung
a) zum Zeit schinden für die Diagnose und b) damit es
dem Tier besser geht. (Achtung, Meinung:) Genauso wie Menschen
haben auch Tiere einen Anspruch, unter vertretbaren Umständen
_keine_ Schmerzen haben zu müssen.

Du traurigste Erfahrung war ein Kater, der (wie wir nach der
Patho erfuhren) lymphatische Leukose hatte und dem es
wirklich _sehr_ dreckig ging. Nach einer Gabe von Tolfedine
zum Fiebersenken und Schmerzstillen stand der Kater plötzlich
neben mir, als ich das (Katzen)Futter zubereitete, und mauzte
mich an - so wie er es sonst immer getan hatte. Da stand mir
das Gewässer in den Augen und ich musste die aufkeimende Idee
"vielleicht wird's ja doch wieder" mühsam rational nieder-
kämpfen.
Der Kater hat dann gefressen, aber nach etwa 60 Minuten wieder
erbrochen. Die Erklärung war: ein Tumor hatte bereits den
Darm perforiert.

Sonst gab es ein oder zwei Fälle krasser Infekte (vorzugsweise
"Neukatze"), in denen Tolfedine zum Fiebersenken gegeben wurde,
bis die Antibiotika anschlagen. Hat gut funktioniert.

Die Körpertemperatur ging in allen Fällen von etwa 40° auf
38° oder sogar 36,5° runter (das war also schon eher Untertemperatur,
für eine kranke Katze aber ok.).

Aus meiner Erfahrung sehe ich in Tolfedine (und verwandten
Substanzen) ein potentes Hilfmittel, das dem Tier unnötige
Schmerzen erspart, evtl. aber über eine Katastrophe hinwegtäuschen
könnte.

Grüße,
Andreas.

Michael Grimm

unread,
Mar 13, 2004, 11:41:09 AM3/13/04
to
Andreas Pohlke wrote:

>(Achtung, Meinung:) Genauso wie Menschen haben auch Tiere einen
> Anspruch, unter vertretbaren Umständen _keine_ Schmerzen haben zu
> müssen.

Ganze dickes ACK. Es ist in meinen Augen eine Sauerei, wenn TÄ nach
schweren operativen Eingriffen oder bei diagnostizierten schmerzhaften
Erkrankungen keine Schmerzmittel verabreichen. Das sollte sich mal ein
Humanmediziner wagen ...

Grüße,
Michael
--
Heute im Angebot der ATK: Fastenwandern mit Katzen

Gunda O'Neal

unread,
Mar 13, 2004, 8:20:48 PM3/13/04
to

Michael Grimm schrieb:

> Ganze dickes ACK. Es ist in meinen Augen eine Sauerei, wenn TÄ nach
> schweren operativen Eingriffen oder bei diagnostizierten schmerzhaften
> Erkrankungen keine Schmerzmittel verabreichen. Das sollte sich mal ein
> Humanmediziner wagen ...

Das erinnert mich an die Anfangszeiten von FELIDAE, als wir noch auf der
Suche nach uns passenden TA waren und u.a. die "Kandidaten" nach ihren
"Methoden" bei der Kastration von sog. "Wildlingen" fragten. Ein TA war
dabei, der es nicht für nötig hielt, den Katzen nach der OP ein
Antibiotikum, geschweige denn ein Schmerzmittel zu geben, das sei bei
"Wildlingen" doch nur rausgeschmissenes Geld. Nun ja, FELIDAE gehört
jetzt nicht zu seiner Kundschaft...

P.S. Der TA sitzt (bzw. saß zumindest damals) übrigends im Kommitee zur
Vergabe des Hessischen Tierschutzpreises :-(

--
Gunda O'Neal
FELIDAE Tierschutzverein und Katzennothilfe e.V.
65929 Frankfurt/ Main
http://www.katzennothilfe.de

Sabine Dem

unread,
Mar 14, 2004, 2:20:43 AM3/14/04
to
Gunda O'Neal wrote:
> P.S. Der TA sitzt (bzw. saß zumindest damals) übrigends im Kommitee zur
> Vergabe des Hessischen Tierschutzpreises :-(

Den hat dann vermutlich der/die bekommen, der die wenigstens "chemischen
Keulen" eingesetzt hat...

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