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Vitamin B17-Therapie bei Tumor

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Joerg Tillmann

unread,
Oct 1, 2016, 10:20:16 AM10/1/16
to
Hallo Gemeinde,

nachdem in Frühjahr eines unserer alten Mädels wegen eines unentdeckten
Tumors innerhalb einer Woche querschnittsgelähmt war und wir sie
schweren Herzens von uns gehen ließen bekamen wir diese Woche die
nächste Hiobsbotschaft.

Unser 13 Jahre alter Kater entwickelte die letzten Wochen ein extremes
Sabberproblem, weshalb wir ihn letzten Dienstag der TÄin vorstellten.
Sie tastete sein Maul von innen ab und stellte einen Knoten unter der
Zunge fest. In der Hoffnung, dass es sich nur um eine Entzündung
handelt, spritzte sie ihm ein entzündungshemmendes Medikament und
bestellte uns für Donnerstag zur Kontrolle.

Am Donnerstag war der Knoten noch unverändert. Sie gab uns ein
Antibiotikum mit für den Fall, dass der Knoten eine bakteriell
induzierte Schwellung ist und einen Termin für nächste Woche Donnerstag,
wo der Kater unter Narkose genauer untersucht werden soll. Sie hält
einen Tumor für sehr wahrscheinlich, meint aber, dass man ihn an dieser
Stelle nicht entfernen könne. Auch die Entnahme einer Gewebeprobe hält
sie für problematisch, da eine OP eh nicht in Frage kommt und der Tumor
durch die Entnahme metastasieren könne. Sie schlägt daher vor,
alternativmedizinisch vorzugehen und den Kater u.a. mit Vitamin B17
(Amygdalin) zu behandeln um zumindest das Wachstum des Tumors zu
stoppen.

Wenn der Kater nicht dieses Sabberproblem hätte würde ich sagen, er ist
kerngesund und zeigt auch sonst keine Auffälligkeiten. Er frisst sehr
gut, auch wenn er einen Teil seines Futters um den Napf verteilt und
scheint auch keine Schmerzen zu haben. Wenn wir seinen derzeitigen
Zustand stabilisieren könnten, hätte er kaum Einschränkungen.

Im Netz findet man sowohl positive, wie auch negative Berichte zu
Vitamin B17 in der Tumorbehandlung, aber so wie ich die TÄin verstanden
habe, möchte sie B17 nicht als Monotherapie, sondern in Kombination mit
anderen Mitteln verabreichen. Leider habe ich nicht weiter nachgefragt
und finde im Netz auch nichts über die Möglichkeit der Kombination von
B17 mit anderen Mitteln in der veterinärmedizinischen
Alternativbehandlung von Tumoren. Hat jemand nährere Infos oder gar
Erfahrung mit einer derartigen Therapie?

--
Gruß,
Jörg

M.Igrant

unread,
Oct 1, 2016, 1:03:30 PM10/1/16
to
On Sat, 1 Oct 2016 14:20:16 +0000 (UTC), Joerg Tillmann
<de...@abwesend.de> wrote:


>(Amygdalin)


> Hat jemand nährere Infos oder gar
>Erfahrung mit einer derartigen Therapie?

Habs selber für meinen eigenen Krebs probiert (bittere Aprikosenkerne
mit getrockneten Ananas Scheiben als Enzymträger)
Geholfen hats Null.

Hol besser eine zweite Meinung ein.
Meine TÄ war sogar zu blöd ein Horner-Syndrom zu diagnostizieren und
hat mit Narkose, Augensalben und Cortison rumexperimentiert. 100 Euro
für *nichts*


--- news://freenews.netfront.net/ - complaints: ne...@netfront.net ---

Markus Luft

unread,
Oct 1, 2016, 1:20:18 PM10/1/16
to
On Sat, 01 Oct 2016 14:20:16 +0000, Joerg Tillmann wrote:

[...]
> Im Netz findet man sowohl positive, wie auch negative Berichte zu
> Vitamin B17 in der Tumorbehandlung, aber so wie ich die TÄin verstanden
> habe, möchte sie B17 nicht als Monotherapie, sondern in Kombination mit
> anderen Mitteln verabreichen. Leider habe ich nicht weiter nachgefragt
> und finde im Netz auch nichts über die Möglichkeit der Kombination von
> B17 mit anderen Mitteln in der veterinärmedizinischen
> Alternativbehandlung von Tumoren. Hat jemand nährere Infos oder gar
> Erfahrung mit einer derartigen Therapie?
<https://de.wikipedia.org/wiki/Amygdalin>
Was bitte, brauchst Du denn noch für Informationen um entscheiden zu
können, daß es sich um eine unseriöse, ja sogar riskante, "Therapie"
handelt?
Die behandelnde TÄ ist jedenfalls mit ihrem Latein am Ende, kann den
Kater nicht behandeln und möchte stattdessen Deine Psyche behandeln.
Da kannst Du auch einen anderen TA hinzuziehen und gegebenenfalls auch
noch eine Drittmeinung einholen. Wenn die dann alle meinen "Ich kann da
Nichts tun, egal was es ist und das wird entweder besser oder schlimmer",
dann hast Du für den Kater auch alles getan was Du konntest, nur mit dem
Unterschied, daß Du den Kater nicht mit etwas belastet hat, was ihm
sicher nicht hilft, sondern bestenfalls nur Dir.


Joerg Tillmann

unread,
Oct 1, 2016, 5:02:59 PM10/1/16
to
M.Igrant schrieb:

>> (Amygdalin)
>
>> Hat jemand nährere Infos oder gar Erfahrung mit einer derartigen
>> Therapie?
>
> Habs selber für meinen eigenen Krebs probiert (bittere Aprikosenkerne
> mit getrockneten Ananas Scheiben als Enzymträger)
> Geholfen hats Null.

So wie ich das verstanden habe, soll das Vitamin B17 alle zwei Tage
gespritzt werden. Laut dem, was ich bisher gelesen habe, wird so die
toxische Nebenwirkung, die es bei oraler Aufnahme gibt, ausgeschaltet
und die Wirksamkeit gegen die Tumorzellen erhöht.

Ansonsten habe ich noch etwas über dendritische Zelltherapie gelesen, da
wird wohl mit Material aus dem Tumorgewebe ein Antikörper gezüchtet und
der Katze injiziert.

Sollte es sich tatsächlich um einen bösartigen Tumor handeln, ist die
Prognose an dieser Stelle eher schlecht, aber noch wissen wir ja nicht,
wie groß der Knoten ist und wo er genau liegt, da sich der Kater trotz
aller Gutmütigkeit nur ungern im Maul rumfummeln lässt. Die TÄin konnte
das Maul beim zweiten Mal etwas besser abtasten und meinte, dass sie den
Knoten gut fühlen konnte und eine OP an dieser Stelle einer Entfernung
der Zunge gleichkäme. Da ist nicht viel Material und einen Tumor sollte
man stets großzügig entfernen. Bleibt also nur noch die medikamentöse
Behandlung.

Dendritische Zelltherapie kann alleine angewendet werden, allerdings
wird die chirurgische Entfernung des Tumors so weit wie möglich vor der
Behandlung empfohlen. Zumindest braucht man eine Gewebeprobe des Tumors
zum "beladen" der Antikörper. Es geht wohl auch mit "unbeladenen"
Antikörpern, also ohne Genmaterial des Tumors, aber dann kann der
Antikörper nach meinem Verständnis nur unspezifisch wirken, also eher
Glücksspiel. Eine Gewebeprobe birgt aber die Gefahr, das sich
Tumorgewebe im Körper ausbreitet und metastasiert, insofern bin ich der
Therapie mit Amygdalin nicht unaufgeschlossen.

Warten wir mal auf das Ergebnis der Untersuchung unter Narkose nächste
Woche. Ich glaube, der einzige, der hier im Moment tiefenentspannt ist,
ist der Kater.

--
Gruß,
Jörg

Jo Warner

unread,
Oct 2, 2016, 10:31:14 AM10/2/16
to
Am 01.10.2016 um 23:02 schrieb Joerg Tillmann:

> So wie ich das verstanden habe, soll das Vitamin B17 alle zwei Tage
> gespritzt werden. Laut dem, was ich bisher gelesen habe, wird so die
> toxische Nebenwirkung, die es bei oraler Aufnahme gibt, ausgeschaltet
> und die Wirksamkeit gegen die Tumorzellen erhöht.
>
> Ansonsten habe ich noch etwas über dendritische Zelltherapie gelesen, da
> wird wohl mit Material aus dem Tumorgewebe ein Antikörper gezüchtet und
> der Katze injiziert.

Hört sich nach vielen Kiloeuro an, ohne 100% Erfolgschance, was nur dem
TA hilft.

Lass deine vielen Euros auf deinem Konto. So schwer und schmerzlich es
auch ist: Einen Tumor bei einer Katze bekommt niemand jahrelang vital
lebensverlängernd kuriert, egal mit welchem teuren Verfahren. Gönne ihr
behandlungsstressfrei Restmonate und dann rechtzeitig die Regenbogenbrücke.


Markus Luft

unread,
Oct 2, 2016, 12:31:04 PM10/2/16
to
Der OP zieht es offensichtlich vor seinen Kater mit riskantem Hokus-Pokus
zu traktieren. Es ist sinnlos, rationales Denken ist bei OP nicht zu
erwarten. Dabei steht noch nicht mal fest, daß es sich überhaupt um etwas
Bösartiges handelt.
Hier kommt also nichts Sinvolles mehr, was dem Kater helfen könnte.

Joerg Tillmann

unread,
Oct 2, 2016, 2:44:42 PM10/2/16
to
Jo Warner schrieb:

> Lass deine vielen Euros auf deinem Konto. So schwer und schmerzlich es
> auch ist: Einen Tumor bei einer Katze bekommt niemand jahrelang vital
> lebensverlängernd kuriert, egal mit welchem teuren Verfahren. Gönne
> ihr behandlungsstressfrei Restmonate und dann rechtzeitig die
> Regenbogenbrücke.

Unsere alte Dame war 16 Jahre alt, als sie plötzlich mit den
Hinterbeinen wegknickte und innerhalb einer Woche querschnittsgelähmt
war. Da unsere TÄin auf dem Röntgenbild nichts erkennen konnte, ließen
wir in einer Tierklinik eine CT machen um Gewissheit zu haben. Ein Tumor
im Brustraum hatte bereits die Wirbelsäule erreicht und das Rückenmark
geschädigt. Die Diagnose war zwar niederschmetternd, aber zumindest
wussten wir, wo wir dran waren. Auf der Basis konnten wir sie zwar
schweren Herzens, aber ruhigen Gewissens gehen lassen. Mehr konnten wir
nicht mehr tun.

Ich überlege, ob wir am Dienstag nochmal in die Tierlinik fahren und von
dem Kater eine CT machen lassen sollen. Zur Untersuchung der Maulhöhle
müsste er bei unserer TÄin auch in Narkose, und wenn er schon
narkotisiert wird, dann wäre es meiner Meinung nach eine gute
Gelegenheit, den Kater direkt bestmöglich bildgebend zu untersuchen.
Dann kann man zumindest eine Prognose stellen und entscheiden, ob und
wie man ihn behandeln kann.

--
Gruß,
Jörg

Joerg Tillmann

unread,
Oct 2, 2016, 3:04:02 PM10/2/16
to
Markus Luft schrieb:

> Der OP zieht es offensichtlich vor seinen Kater mit riskantem
> Hokus-Pokus zu traktieren. Es ist sinnlos, rationales Denken ist bei
> OP nicht zu erwarten. Dabei steht noch nicht mal fest, daß es sich
> überhaupt um etwas Bösartiges handelt.
> Hier kommt also nichts Sinvolles mehr, was dem Kater helfen könnte.

Ich danke Dir für die messerscharfe Psychoanalyse. Hast Du zufällig auch
medizinische Ratschläge?

--
Gruß,
Jörg

Markus Luft

unread,
Oct 3, 2016, 12:35:23 AM10/3/16
to
Hast Du doch bekommen. Der einzig vernünftige medizinische Rat ist in
dem Falle der Wechsel zu einem TA mit Fachwissen.

<https://www.vet-dent.com/tierzahnarzt-wAssets/docs/Umfangsvermehrungen-Mundhoehle-Katze.pdf>

Jo Warner

unread,
Oct 3, 2016, 12:13:48 PM10/3/16
to
Am 01.10.2016 um 19:20 schrieb Markus Luft:

> <https://de.wikipedia.org/wiki/Amygdalin>
> Was bitte, brauchst Du denn noch für Informationen um entscheiden zu
> können, daß es sich um eine unseriöse, ja sogar riskante, "Therapie"
> handelt?
> Die behandelnde TÄ ist jedenfalls mit ihrem Latein am Ende, kann den
> Kater nicht behandeln und möchte stattdessen Deine Psyche behandeln.

Wenn der TS glaubt, Amygdalin würde einen Tumor verschwinden lassen,
geht es ganz preiswert, denn Aprikosen hat aktuell jeder Supermarkt.
Kerne sammeln, aufschlagen, Innenleben fein zerkleinern, Kater wiegen
und Aprikosenkernmus unterhalb der LD50-Dosis ins Futter mischen.

Wem nutzt eine Narkose und ein teures CT, wenn sich das mit dem
inoperablen Tumor manifestiert? Klar, der Tierklinik.

13 Jahre ist doch schon ein stolzes Katzenalter. Wenns nicht mehr geht -
liebevolle Regenbogenbrücke gewähren. Bei Katzen darf man das, Menschen
werden mit Morphinen sediert und landen in Palliativstationen.

Joerg Tillmann

unread,
Oct 3, 2016, 4:07:19 PM10/3/16
to
Jo Warner schrieb:

> Wenn der TS glaubt, Amygdalin würde einen Tumor verschwinden lassen,
> geht es ganz preiswert, denn Aprikosen hat aktuell jeder Supermarkt.
> Kerne sammeln, aufschlagen, Innenleben fein zerkleinern, Kater wiegen
> und Aprikosenkernmus unterhalb der LD50-Dosis ins Futter mischen.

Wie ich schon schrieb, soll das Präparat injiziert werden. Wir reden
hier nicht über orale Verabreichung. Dass hat mir die TÄin auf Nachfrage
bestätigt. Wenn ich sie richtig verstanden habe, soll Amygdalin in
Kombination mit einem Enzym und verabreicht werden. Ich glaube, es war
auch von Vitamin C(?) die Rede.

Da ich kein Mediziner bin, kann ich mich nur auf meine Fähigkeit zu
recherchieren berufen. Ich hatte von Vitamin B17 vorher noch nie gehört
und wenn doch, dann hat es sich nicht in meinem Gedächtnis festgesetzt.


Im Netz findet man sowohl positives, wie auch negatives, deshalb fragte
ich hier, ob jemand Erfahrung mit der alternativen Behandlung von
Tumoren speziell bei Katzen hat. Eine kritische Seite, die mir besonders
auffiel, ist diese hier:

http://www.homeopathy.at/amygdalin-laetril

Außer den Studien sind vor allem die letzten zwei Kommentare
interessant.


> Wem nutzt eine Narkose und ein teures CT, wenn sich das mit dem
> inoperablen Tumor manifestiert? Klar, der Tierklinik.

In einem Punkt gebe ich Dir Recht. Selbst, wenn die CT einen Tumor
bestätigen würde, kann an der Stelle nicht operiert werden.

Was würdest Du tun?


> 13 Jahre ist doch schon ein stolzes Katzenalter. Wenns nicht mehr geht
> - liebevolle Regenbogenbrücke gewähren. Bei Katzen darf man das,
> Menschen werden mit Morphinen sediert und landen in
> Palliativstationen.

Wenn der Zeitpunkt kommt, lassen wie ihn gehen, aber danach sieht es im
Moment noch nicht aus.

Unsere zweite Katzenoma hat seit über zwei Jahren diagnostizierte
Niereninsuffienz und Schilddrüsenüberfunktion. Als sie der TÄin
vorgestellt wurde, war sie bereits stark dehydriert und die Prognose
eher schlecht, aber nach ein paar Infusionen ging es ihr sichtbar besser
und heute ist sie dank ihrer Medikamente und Ernährung allen Unkenrufen
zum Trotz fit wie ein Turnschuh.

Es geht nicht darum, den Kater von seinem Tumor zu befreien, sondern
darum, seinen Zustand zu stabilisieren. Wenn es eine Chance gibt, sollte
man sie nutzen.

--
Gruß,
Jörg

Jo Warner

unread,
Oct 4, 2016, 4:41:26 AM10/4/16
to
Am 03.10.2016 um 22:07 schrieb Joerg Tillmann:

> http://www.homeopathy.at/amygdalin-laetril
>
> Außer den Studien sind vor allem die letzten zwei Kommentare
> interessant.

Mal ganz ohne Verschwörungstheorie, die böse Pharmaindustrie blocke die
preiswerten Naturstoffe: Homöopathie ist nicht in der Lage,
Krebspatienten zu heilen, nicht bei Menschen und nicht bei Katzen.
>
>
>> Wem nutzt eine Narkose und ein teures CT, wenn sich das mit dem
>> inoperablen Tumor manifestiert? Klar, der Tierklinik.
>
> In einem Punkt gebe ich Dir Recht. Selbst, wenn die CT einen Tumor
> bestätigen würde, kann an der Stelle nicht operiert werden.
>
> Was würdest Du tun?

Parallelfall Auto: Wenn es aus dem Getriebe Knirsch- und Mahlgeräusche
gibt, kannst du entweder schlichtweg feststellen "Getriebe ist kaputt",
du kannst es auch in alle Einzelteile zerlegen und bekommst dadurch die
gleiche Erkenntnis.

Markus Luft

unread,
Oct 4, 2016, 2:09:49 PM10/4/16
to
On Mon, 03 Oct 2016 18:13:49 +0200, Jo Warner wrote:

> Am 01.10.2016 um 19:20 schrieb Markus Luft:
>
>> <https://de.wikipedia.org/wiki/Amygdalin>
>> Was bitte, brauchst Du denn noch für Informationen um entscheiden zu
>> können, daß es sich um eine unseriöse, ja sogar riskante, "Therapie"
>> handelt?
>> Die behandelnde TÄ ist jedenfalls mit ihrem Latein am Ende, kann den
>> Kater nicht behandeln und möchte stattdessen Deine Psyche behandeln.
>
> Wenn der TS glaubt, Amygdalin würde einen Tumor verschwinden lassen,
> geht es ganz preiswert, denn Aprikosen hat aktuell jeder Supermarkt.
> Kerne sammeln, aufschlagen, Innenleben fein zerkleinern, Kater wiegen
> und Aprikosenkernmus unterhalb der LD50-Dosis ins Futter mischen.
>
Das ist ohnehin Hokus-Pokus. Menschen können das gern mit sich selbst
machen, aber wehrlosen Tieren darf man so einen sinnlosen Quark nicht
zumuten. "Behandelt" wird da ja auch nicht das Tier, sondern der
Mensch.

> Wem nutzt eine Narkose und ein teures CT, wenn sich das mit dem
> inoperablen Tumor manifestiert? Klar, der Tierklinik.
>
Ja, wenn. Es ist ja nicht mal bekannt um was sich es sich dabei handelt.
Deshalb geht man ja mit dem Tier zu einem TA, der eine gescheite Diagnose
stellen kann. Damit kann man dann arbeiten und entscheiden.

> 13 Jahre ist doch schon ein stolzes Katzenalter. Wenns nicht mehr geht -
> liebevolle Regenbogenbrücke gewähren. Bei Katzen darf man das, Menschen
> werden mit Morphinen sediert und landen in Palliativstationen.
Da haben es Tiere in D ausnahmsweise mal besser als Menschen, man darf
sie erlösen, wenn sie keine lebenswertes Leben mehr führen können.
Das steht aber aktuell nicht zur Debatte.

Bonita Montero

unread,
Oct 5, 2016, 2:02:32 PM10/5/16
to
Da haste nen guten Artikel zu Amygdalin, bezieht sich aber
auf Menschen: https://www.psiram.com/ge/index.php/Amygdalin
Wird bei Tieren sicher ähnlich wirkungslos sein.

--
http://facebook.com/bonita.montero/

Heinz Schmitz

unread,
Oct 6, 2016, 6:22:17 AM10/6/16
to
Jo Warner wrote:

>>> Wem nutzt eine Narkose und ein teures CT, wenn sich das mit dem
>>> inoperablen Tumor manifestiert? Klar, der Tierklinik.

So extrem beurteile ich das nicht. Eine *Diagnose* darf etwas kosten,
weil sie Gewissheit bringt. Die *Behandlung* sollte nur dann erfolgen,
wenn eine gewisse Aussicht auf Erfolg besteht.

Grüße,
H.


Joerg Tillmann

unread,
Oct 7, 2016, 1:41:00 PM10/7/16
to
Heinz Schmitz schrieb:
Wir waren am Mittwoch nochmal bei der TÄin und haben alle Optionen
durchgesprochen. Sie hat ihm nochmal so gut es ging ins Maul geschaut
und der Verdacht eines Tumors scheint sich zu bestätigen, allerdings
scheint sich der Tumor noch in einem frühen Anfangsstadium zu befinden.
Wir haben über folgende Optionen gesprochen:

1. Klassisch medizinisch. Dazu empfahl sie uns die Tierklinik in
Hofheim, da der dort praktizierende Chef-Onkologe und Mitbegründer eine
Kapazität auf dem Gebiet der Kleintier-Onkologie sei.

2. Immuntherapie mit PetBioCell. Den Vorschlag hatte ich letzte Woche in
den Raum gestellt. Zwischenzeitlich hatte sich die TÄin mit dem Labor in
Verbindung gesetzt und nach der Vorgehensweise und den Erfolgsaussichten
erkundigt. Der Mitarbeiter des Labors hat gesagt, dass diese Therapie
eigentlich nur in Verbindung mit einer Tumorentfernung Sinn macht und
dann zum Einsatz kommt, wenn aufgund der Lokalisation nicht genug
weggeschnitten werden kann. Zum Heranzüchten des monoklonalen
Antikörpers benötigt das Labor eine Gewebeprobe des Tumors, aber von
einer Biopsie wird abgeraten, da dabei die Gefahr besteht, dass der
Tumor streut und Metastasen bildet.

3. Alternative Tumorbehandlung mit Chlorophyll (Reu-Rella), Basenpulver
(Bullrich-Basentabletten), Vitamin B17 (Aprikosenkerne), Coenzym Q10 und
Vitamin C und D. Zu den Aprikosenkernen habe ich angemerkt, dass eine
höhere und ungefählichere Wirkung erzielt werden kann, wenn Amygdalin
als Infusion verabreicht wird, aber da haben wir alle Skrupel, da diese
Vorgehensweise veterinärmedizinisch noch nirgendwo dokumentiert wurde.
Außerdem ist es fraglich, ob der Tumor auf Amygdalin anspricht.

Wir haben nun für nächste Woche Donnerstag einen Termin in Hofheim beim
Chef persönlich. Da der Kater zur Untersuchung dort höchstwahrscheinlich
in Narkose gelegt werden muss, werden wir ihn in aller Herrgottsfrühe
ohne Frühstück in die Transportkiste stecken und nach Hofheim fahren. Das
sind zwar knapp zwei Stunden Autofahrt, aber da müssen der Kater und wir
durch. Danach werden wir wissen, ob eine Therapie möglich ist.

--
Gruß,
Jörg

Heinz Schmitz

unread,
Oct 8, 2016, 7:18:08 AM10/8/16
to
Joerg Tillmann wrote:

>Wir haben nun für nächste Woche Donnerstag einen Termin in Hofheim beim
>Chef persönlich. Da der Kater zur Untersuchung dort höchstwahrscheinlich
>in Narkose gelegt werden muss, werden wir ihn in aller Herrgottsfrühe
>ohne Frühstück in die Transportkiste stecken und nach Hofheim fahren. Das
>sind zwar knapp zwei Stunden Autofahrt, aber da müssen der Kater und wir
>durch. Danach werden wir wissen, ob eine Therapie möglich ist.

Hätte ich auch so gemacht. Ich drücke Euch die Daumen. Polstert
den Transportkorb gut mit saugfähigem Papier, für den Fall, dass er
unterwegs etwas ablassen muss.

Grüße,
H.

PS
In einem TV-Bericht vor einiger Zeit wurde mitgeteilt, dass es im
deutschen Gesundheitssystem für den Patienten im Mittel 7 Jahre
dauert, bis er an den richtigen Experten gelangt.


Gisela Rohrbach

unread,
Oct 9, 2016, 10:28:51 AM10/9/16
to
Am 01.10.2016 um 19:20 schrieb Markus Luft:

> <https://de.wikipedia.org/wiki/Amygdalin>
> Was bitte, brauchst Du denn noch für Informationen um entscheiden zu
> können, daß es sich um eine unseriöse, ja sogar riskante, "Therapie"
> handelt?
> Die behandelnde TÄ ist jedenfalls mit ihrem Latein am Ende, kann den
> Kater nicht behandeln und möchte stattdessen Deine Psyche behandeln.

Wenn der TS glaubt, Amygdalin würde einen Tumor verschwinden lassen,
geht es ganz preiswert, denn Aprikosen hat aktuell jeder Supermarkt.
Kerne sammeln, aufschlagen, Innenleben fein zerkleinern, Kater wiegen
und Aprikosenkernmus unterhalb der LD50-Dosis ins Futter mischen.

Wem nutzt eine Narkose und ein teures CT, wenn sich das mit dem
inoperablen Tumor manifestiert? Klar, der Tierklinik.

Dorothee Hermann

unread,
Oct 9, 2016, 12:52:21 PM10/9/16
to
Jetzt bin ich verblüfft - wie ist denn das passiert?
Den Text las ich hier schon einmal:
Jo Warner <jo_in_...@yahoo.com> am 3.10.2016
Message-ID: <e5fedr...@mid.individual.net>

https://groups.google.com/forum/#!original/de.rec.tiere.katzen/pu5K82mXyfI/x0sndsnlEAAJ

Dorothee

Heinz Schmitz

unread,
Oct 9, 2016, 1:03:55 PM10/9/16
to
Dorothee Hermann wrote:

>> Wenn der TS glaubt, Amygdalin würde einen Tumor verschwinden lassen,
>> geht es ganz preiswert, denn Aprikosen ....

>Jetzt bin ich verblüfft - wie ist denn das passiert?
>Den Text las ich hier schon einmal:
>Jo Warner <jo_in_...@yahoo.com> am 3.10.2016
>Message-ID: <e5fedr...@mid.individual.net>
>
>https://groups.google.com/forum/#!original/de.rec.tiere.katzen/pu5K82mXyfI/x0sndsnlEAAJ

Und zwar in eben diesem gleichen Thread. Isses ein Memory-Test?

Grüße,
H.


Gisela Rohrbach

unread,
Oct 10, 2016, 7:23:25 AM10/10/16
to
Am 09.10.16 um 18:52 schrieb Dorothee Hermann:
Typischer Zu-schnell-getippt-Fehler: Ich hab den Beitrag gelesen und die
falsche Taste erwischt.
Gleich wieder gelöscht, aber offensichtlich nicht schnell genug ...

Gisela

Joerg Tillmann

unread,
Oct 13, 2016, 5:49:53 PM10/13/16
to
Heinz Schmitz schrieb:

> Hätte ich auch so gemacht. Ich drücke Euch die Daumen. Polstert
> den Transportkorb gut mit saugfähigem Papier, für den Fall, dass er
> unterwegs etwas ablassen muss.

Wir waren heute in der Tierklinik Hofheim und der Verdacht hat sich
bestätigt: Der Kater hat ein inoperables Plattenepithelkarzinom unter
der Zunge.

Zu Beginn der Untersuchung wiesen wir in Bezug auf die Narkose noch
darauf hin, dass der Kater ein vergrößertes Herz hat. Eigentlich
verließen wir das Behandlungszimmer mit der Aussage, dass der Kater nun
geröntgt werden würde. Nach zirka anderthalb Stunden wunderten wir uns,
warum das so lange dauert.

Als wir dann wieder ins Sprechzimmer gebeten wurden bekamen wir die
plättende Diagnose. Allerdings erfuhren wir auch, dass man dem Kater
eine Gewebeprobe entnommen hat. Das fanden wir irgendwie nicht so
prickelnd. Er verschrieb dem Kater Palladia, was eigentlich bei
inoperablen Mastzellentumoren beim Hund verabreicht wird und wohl auch
bei Plattenepithelkarzinomen der Katze gut wirkt. Damit könne man den
Tumor für eine Weile in Schach halten und möglicherweise sogar etwas
zurückdrängen, die prognostizierte Lebenserwartung beträge aber im
besten Fall zirka 6 Monate, ohne Medikamente weniger.

Als wir den Kater in seiner Kiste wiederbekamen, sabberte er blutig aus
dem Maul und war so halb bei Bewusstsein. Auf der Fahrt zurück wurde
nicht viel gesprochen, nur der Kater wurde allmählich wieder munter.

Zu Hause wollte der Kater das verpasste Frühstück nachholen, aber er
bekam keinen Bissen runter und sabberte alles wieder aus. Das klappte
gestern Abend noch um Längen besser, heute sieht er das erste Mal
wirklich krank aus. Auf die Gewebeentnahme hätten wir alle gut und gerne
verzichten können. Manchmal ist es vielleicht besser, wenn man nicht
alles weiss. Ein Dilemma.

Nachmittags riefen wir bei der TÄin an und gaben einen Bericht ab. Im
Grunde hat sich nur das bestätigt, was unsere TÄin bereits vermutet hat,
insofern war die Gewebeentnahme wirklich unnötig. Aber gut, wir können
es leider nicht rückgängig machen. Zu dem Problem mit der Futteraufnahme
machte sie uns darauf aufmerksam, dass der Kater sowieso noch nichts
essen dürfe, weil die Biopsie ja eine kleine OP gewesen sei.

Etwas später rief die TÄin nochmal an und teilte uns mit, dass der
Befund der Tierklinik bei ihr angekommen sei. Das Ergebnis der Biopsie
dauere allerdings noch ein paar Tage, obwohl eigentlich niemand mehr an
eine entzündliche Veränderung glaubt; selbst ich nicht.

Eben habe ich mir mal das Profil von Palladia durchgelesen:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Toceranib

Wenn ich das so lese bekomme ich Skrupel, dem Kater das zu verabreichen.
Der ist so was von gelassen, dass wir uns schon fragen, ober wir nicht
auch was von unseren Tieren lernen können.

Ich glaube, wir warten mal das Wochenende und das Ergebnis der Biopsie
ab. Erstmal muss sich der kleine Mann von dem Eingriff erholen, dann
sehen wir weiter.

--
Gute Nacht,
Jörg

Heinz Schmitz

unread,
Oct 14, 2016, 11:28:33 AM10/14/16
to
Joerg Tillmann wrote:

>Zu Beginn der Untersuchung wiesen wir in Bezug auf die Narkose noch
>darauf hin, dass der Kater ein vergrößertes Herz hat. Eigentlich
>verließen wir das Behandlungszimmer mit der Aussage, dass der Kater nun
>geröntgt werden würde. Nach zirka anderthalb Stunden wunderten wir uns,
>warum das so lange dauert.
>
>Als wir dann wieder ins Sprechzimmer gebeten wurden bekamen wir die
>plättende Diagnose. Allerdings erfuhren wir auch, dass man dem Kater
>eine Gewebeprobe entnommen hat. Das fanden wir irgendwie nicht so
>prickelnd.

Da habe ich auch schon Sachen erlebt. Wenn man den Brüdern nicht
VÖLLIG klar macht, dass für JEDEN Eingriff zuvor das Einverständnis
eingeholt werden muss, machen die einfach drauflos. Es kann natürlich
auch sein, dass das Röntgen nicht die eindeutige Beurteilung lieferte
und sie meinten, nicht nochmal fragen zu müssen. Trotzdem sollte man
ihnen einen freundlichen Rüffel erteilen. Leider herrscht bei einigen
TAs immer noch die Meinung vor, SIE könnten über den Patienten
bestimmen. Und das Arzt-Patienten-Verhältnis ist eben ein besonderes.
Habt Ihr übrigens die Röntgen-Bilder bekommen (oder Print-Outs?).

>Er verschrieb dem Kater Palladia, was eigentlich bei
>inoperablen Mastzellentumoren beim Hund verabreicht wird und wohl auch
>bei Plattenepithelkarzinomen der Katze gut wirkt. Damit könne man den
>Tumor für eine Weile in Schach halten und möglicherweise sogar etwas
>zurückdrängen, die prognostizierte Lebenserwartung beträge aber im
>besten Fall zirka 6 Monate, ohne Medikamente weniger.

So genau kann das keiner sagen. Ich hatte für meinen ersten Kater eine
Prognose von 2 Monaten, aber er hat über ein halbes Jahr durchgehalten
mit seinem Kieferkarzinom, und von Medikamenten war damals garnicht
die Rede. Das Problem ist immer, wann man den Patienten gehen lassen
soll - da ist die über das Fachliche hinausgehende Betreuung durch den
vertrauten TA ganz wichtig.

>Nachmittags riefen wir bei der TÄin an und gaben einen Bericht ab. Im
>Grunde hat sich nur das bestätigt, was unsere TÄin bereits vermutet hat,
>insofern war die Gewebeentnahme wirklich unnötig. Aber gut, wir können
>es leider nicht rückgängig machen.

Bisher war es nur eine Vermutung, die auch hätte falsch sein können.

>...
>Etwas später rief die TÄin nochmal an und teilte uns mit, dass der
>Befund der Tierklinik bei ihr angekommen sei. Das Ergebnis der Biopsie
>dauere allerdings noch ein paar Tage, obwohl eigentlich niemand mehr an
>eine entzündliche Veränderung glaubt; selbst ich nicht.

Man weiss es nie sicher, bevor man es hat. Vielleicht erfahrt Ihr
dadurch noch Näheres, das bei der Medikation hilfreich sein könnte?

>Eben habe ich mir mal das Profil von Palladia durchgelesen:
>http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Toceranib
>Wenn ich das so lese bekomme ich Skrupel, dem Kater das zu verabreichen.
>Der ist so was von gelassen, dass wir uns schon fragen, ober wir nicht
>auch was von unseren Tieren lernen können.

Manchmal hilft es, an anderen Stellen zu suchen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed
Von den 10 Nennungen für <Palladia cats> sind einige ganz informativ.

oder direct über Google:
<palladia +feline> gibt zwei sinnvolle Ergebnisse
https://www.hindawi.com/journals/vmi/2014/675172/
http://www.csuanimalcancercenter.org/chemotherapy
Mit anderen Suchworten findet sich vielleicht noch mehr.

>Ich glaube, wir warten mal das Wochenende und das Ergebnis der Biopsie
>ab. Erstmal muss sich der kleine Mann von dem Eingriff erholen, dann
>sehen wir weiter.

Es kommt vielleicht auch darauf an, einen TA zu finden, der mit sowas
Erfahrung hat - eine (echte!) Tierklinik? Schliesslich muss auch der
Patient mitmachen - nicht jeder Liebling lässt sich Pillen einwerfen.
Ich drücke Euch weiter die Daumen - verwöhnt ihn so gut Ihr könnt.
Aber das macht Ihr sicher sowieso schon.

Grüße,
H.


Joerg Tillmann

unread,
Oct 15, 2016, 12:07:14 PM10/15/16
to
Heinz Schmitz schrieb:

> Habt Ihr übrigens die Röntgen-Bilder bekommen (oder Print-Outs?).

Persönlich nicht. Die Bilder kommen wahrscheinlich nächste Woche nach
Auswertung der Biopsie mit dem endgültigen Befund. Bis jetzt ist nur die
Rücküberweisung aus Hofheim bei unserer TÄin angekommen.

Gestern konnte der Kater immer noch nicht fressen kann, obwohl er ganz
offensichtlich wollte. Jeder Versuch der Nahrungsaufnahme endete damit,
dass ihm das Futter an dickflüssigen Sabberfäden aus dem Maul fiel.
Schlucken schien ebenfalls nicht zu funktionieren. Nach einem Anruf in
der Tierklinik empfahl uns der behandelnde Arzt, bei unserer TÄin
vorstellig zu werden. Diese untersuchte gestern Nachmittag sein Maul
und stellte fest, dass sich seine Zunge entzündet hat. Daraufhin hat sie
ihm ein Antibiotikum mit Depotwirkung und Metacam injiziert.

Gestern Abend konnte der Kater zumindest ohne Sabbern Creme Fraiche von
meinen Fingern ablecken und auch die Tatarbrocken, die wir tagsüber
schon mal zu füttern versucht hatten, gingen halbwegs rein. Nur trinken
ging noch nicht, deshalb waren wir heute Morgen nochmal in der Praxis,
wo er eine Infusion bekommen hat. Mann, was war der Kater schlecht
drauf, aber irgendwie auch verständlich, wenn man Kohldampf schiebt,
nicht essen kann und drei Tage hintereinander gepiesackt wird. Nach der
Infusion hat er sich erstmal mit seinem subkutanen Wassersack ins Bett
gelegt und gepennt. Eben ist er aufgestanden und konnte zumindest
laktosefreie Sahne mit Metacam schlecken. Die TÄin hat uns noch zwei
Beutel extra weiches Katzenfutter mitgegeben; mal schauen, ob es damit
besser klappt.


> Manchmal hilft es, an anderen Stellen zu suchen:
> https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed
> Von den 10 Nennungen für <Palladia cats> sind einige ganz informativ.
>
> oder direct über Google:
> <palladia +feline> gibt zwei sinnvolle Ergebnisse
> https://www.hindawi.com/journals/vmi/2014/675172/
> http://www.csuanimalcancercenter.org/chemotherapy
> Mit anderen Suchworten findet sich vielleicht noch mehr.

Nachdem ich gestern Abend mal Plattenepithelkarzinom ins Englische
übersetzt (Squamous Cell Carcinoma, SCC) und nach diesem Begriff in
Verbindung mit dem wissenschaftlichen Namen des Wirkstoffs von Palladia
(Toceranib) und Katzen (Feline) gesucht habe, bin ich auch fündig
geworden:


o http://jfm.sagepub.com/content/early/2016/01/06/1098612X15622237.abstract

Gemäß dieser Studie wird Palladia von Katzen sehr gut vertragen und die
Wirksamkeit deutlich gesteigert, wenn es mit einem NSAID (Metacam)
kombiniert wird. Da Palladia und NSAIDs nicht zusammen verabreicht
werden dürfen sieht die Therapie so aus, dass die Katze Montag, Mittwoch
und Freitag Palladia und an den anderen Tagen Metacam erhält. Diese
Therapie kann den Krebs zwar nicht heilen, aber zumindest die
Progression verlangsamen und im besten Fall stoppen.


o http://www.vcchope.com/news/happy-case-feline-oral-squamous-cell-carcinoma

Dieser Bericht ist insofern interssant, als dass die mit Palladia
behandelte Katze zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts bereits
anderthalb Jahre seit der Diagnose eines oralen Plattenepithelkarzinoms
überlebt und keine schwerwiegenden Krankheitsymptome gezeigt hat. Auch
hier wurde Palladia in Kombination mit Metacam verabreicht, allerdings
war der Tumor bei der Diagnose erst 0,5 Zentimeter groß.


Interessant ist auch, dass es in Nordamerika bereits erste klinische
Untersuchungen über die Wirksamkeit von Palladia bei Katzen mit oralen
Plattenepithelkarzinomen gab, bevor das Medikament in der EU zur
Behandlung von caninen Mastzelltumoren überhaupt zugelassen wurde. Hier
ist noch ein Bericht von der Hale Veterinary Clinic in Ontario:

http://www.toothvet.ca/PDFfiles/palladia.pdf

In den letzten beiden Abschnitten heißt es:

"You will note that SCC is not mentioned in that information and nor are
cats. That is because Palladia is not cleared for use in cats or in the
treatment of SCC. Therefore its use in cats as part of the treatment of
SCC is 'off-label' and so Pfizer cannot provide 'on-the-record' Hale
Veterinary Clinic information about such use. However, oncologists are
aware of the drug and often use drugs off-label after obtaining informed
owner consent.

I will not be using this drug myself. As Clotilde pointed out in her
email to me "Because cancer cases are very complex (and time-consuming)
to manage, we recommend that cancer patients be referred to a specialist
as soon as the attending veterinarian suspects that they could benefit
from innovative cancer therapy options." and in these cases, the
specialist I would be calling on is a board-certified veterinary
oncologist. This is their shtick, and I am happy to let them do what
they do best."

Das Medikament Palladia und die Anwendungsmöglichkeit bei Katzen mit
oralen Plattenepithelkarzinomen ist unter praktischen Tierärzten
scheinbar noch relativ unbekannt, insofern war es goldrichtig, mit dem
Kater zu einem erfahrenen Onkologen zu fahren. Vor dem Hintergrund sehe
ich auch die Biopsie in einem anderen Licht.

Wir warten jetzt erstmal den endgültigen Befund ab. Wenn sich der
Verdacht eines Plattenepithelkarzinoms bestätigt, werden wir die
Therapie nach der oben beschriebenen Empfehlung beginnen. Zusätzlich
werden wir den Katz auch nach dem bereits beschriebenen Plan (aber ohne
B17) alternativ behandeln. Es kann mit Sicherheit nicht schaden und
vielleicht ist es der Therapie sogar zuträglich.


> Es kommt vielleicht auch darauf an, einen TA zu finden, der mit sowas
> Erfahrung hat - eine (echte!) Tierklinik? Schliesslich muss auch der
> Patient mitmachen - nicht jeder Liebling lässt sich Pillen einwerfen.

Wegen der Medikamentenzufuhr mache ich mir bei unserem Katz eigentlich
keine Gedanken, der ist eine regelrechte Fressmaschine. Eine Pille im
Futter wird anstandslos mitverspeist, aber dazu muss er erstmal
überhaupt wieder fressen.


> Ich drücke Euch weiter die Daumen - verwöhnt ihn so gut Ihr könnt.
> Aber das macht Ihr sicher sowieso schon.

Danke, das machen wir ;-)

--
Gruß,
Jörg

Heinz Schmitz

unread,
Oct 16, 2016, 1:28:28 PM10/16/16
to
Joerg Tillmann wrote:

>Eben ist er aufgestanden und konnte zumindest
>laktosefreie Sahne mit Metacam schlecken. Die TÄin hat uns noch zwei
>Beutel extra weiches Katzenfutter mitgegeben; mal schauen, ob es damit
>besser klappt.

In solchen Fällen kann man Animonda "Huhn mit Karottensauce" (1)
oder Miamor "mit Ente" (2) versuchen: Ersteres hat viel Sauce, und
zweites viel Creme um die Futterbrocken herum. Das ist zwar
unwirtschaftlich, weil nur die flüssigen Bestandteile verzehrt werden,
aber immerhin geht was rein. Bekommt man z.B. im Futterhaus, oder
man muss im Web suchen.

>...
>Interessant ist auch, dass es in Nordamerika bereits erste klinische
>Untersuchungen über die Wirksamkeit von Palladia bei Katzen mit oralen
>Plattenepithelkarzinomen gab, bevor das Medikament in der EU zur
>Behandlung von caninen Mastzelltumoren überhaupt zugelassen wurde.

Es scheint bei einigen Medikamenten so zu sein, dass die Zulassungen
so teuer sind, dass die Hersteller davor zurückschrecken. Oder die
zugelassenen Medikamente werden so teuer verkauft, dass man einen
TA finden muss, der das Risiko auf sich nimmt, ein anderes Präparat zu
verschreiben - die Standesorganisation macht ihm dann u.U. Probleme.

>Das Medikament Palladia und die Anwendungsmöglichkeit bei Katzen mit
>oralen Plattenepithelkarzinomen ist unter praktischen Tierärzten
>scheinbar noch relativ unbekannt, insofern war es goldrichtig, mit dem
>Kater zu einem erfahrenen Onkologen zu fahren. Vor dem Hintergrund sehe
>ich auch die Biopsie in einem anderen Licht.

Erst wenn man einen ernsthaften Fall hat, erkennt man, dass der
übliche TA doch über nur begrenzte Mittel verfügt. Das meistgehörte
Argument ist dann, dass niemand seine dazu nötigen Bemühungen
bezahlen wollen werde. Das ist natürlich verständlich, aber traurig.
In der Human-Medizin ist das durchaus vergleichbar - wenn der
Hausarzt unbedingt selbst herumdilettieren will, kann viel Zeit
verloren gehen.

>...
>> Ich drücke Euch weiter die Daumen - verwöhnt ihn so gut Ihr könnt.
>> Aber das macht Ihr sicher sowieso schon.

>Danke, das machen wir ;-)

Das dachte ich mir, aber gute Wünsche schaden nie :-).

Grüße,
H.

1) z.B.
http://www.zooundco24.de/shop/out/pictures/generated/product/1/540_340_85/38623214301a0c00baa25bda276a3fad_animonda_huhn_karottensauce.jpg
2) z.B.
https://www.zooheld.de/images/produkte/i21/16x-Miamor-Ragout-Royale-Cream-Ente-in-Kraeutercream-100.jpg


Joerg Tillmann

unread,
Oct 17, 2016, 8:42:27 AM10/17/16
to
Heinz Schmitz schrieb:

> In solchen Fällen kann man Animonda "Huhn mit Karottensauce" (1)
> oder Miamor "mit Ente" (2) versuchen: Ersteres hat viel Sauce, und
> zweites viel Creme um die Futterbrocken herum. Das ist zwar
> unwirtschaftlich, weil nur die flüssigen Bestandteile verzehrt werden,
> aber immerhin geht was rein. Bekommt man z.B. im Futterhaus, oder man
> muss im Web suchen.

Danke für den Tipp! Gerade schleckt er Huhn in Karottensauce angereichert
mit Lachspaste aus der Tube. Für die Brocken hat er sogar eine eigene
Technik entwickelt: Er nimmt einen Brocken ins Maul, schleudert ihn hoch
und fängt ihn so wieder auf, dass er weit hinten im Schlund landet. Dann
nur noch Schlucken und gut ist. Trotzdem müssen wir zusehen, dass die
Entzündung der Zunge schnell abklingt. Ich werde gleich nochmal in der
Praxis anrufen und fragen, ob es noch etwas stärkeres gibt als Metacam.

--
Gruß,
Jörg

nici2...@gmail.com

unread,
May 4, 2017, 12:09:55 PM5/4/17
to
Hallo Jörg,
wie ist es mit eurer Katze und dem Karzinom weitergegangen?
Wir haben die selbe Diagnose und heute Palladia erhalten,
ich wäre wirklich dankbar für eine Kurze Info über Palladia,Nebenwirkungen lesen sich ja wirklich heftig.
Liebe Grüße
Heidi

Joerg Tillmann

unread,
May 5, 2017, 1:36:08 PM5/5/17
to
Heidi schrieb:

> wie ist es mit eurer Katze und dem Karzinom weitergegangen?

http://filmrausch.com/index.php?p=news&title=neko

> Wir haben die selbe Diagnose und heute Palladia erhalten,
> ich wäre wirklich dankbar für eine Kurze Info über Palladia,
> Nebenwirkungen lesen sich ja wirklich heftig.

Das tut mir wirklich leid :-( Zungenkrebs bei der Katze ist eine der
gemeinsten Krebsformen, weil man nicht wirklich was machen kann außer der
Katze eine schöne Restzeit zu bereiten und sie zum richtigen Zeitpunkt
gehen zu lassen. Wie alt ist eure Katze? Wart ihr in Hofheim?

Katzen vertragen Palladia i.d.R. recht gut, allerdings liegt die
Ansprechrate bei nur ca. 50 Prozent. Die größten Chancen haben Katzen, bei
denen der Tumor größtenteils operativ entfernt werden kann. Ich hatte
letztes Jahr Kontakt zu einer Veterinäronkologin in den USA, die einen
Kater 741 Tage mit Palladia behandelt hatte, bevor er an einem "unrelated
issue" verstarb. Das ist aber eine absolute Ausnahme. Bei dem Kater saß
der Tumor am Kiefer und wurde vor der Palladia-Behandlung bis auf einen
mikroskopischen Rest entfernt. Bei einem Tumor unter der Zunge ist die
Prognose eher schlecht.

Unser Kater hatte unter Palladia keine erkennbaren Nebenwirkungen,
trotzdem lebte er nach der Diagnose nur noch sechs Wochen. Hätten wir ihn
nicht erlöst, wäre er verhungert.

Genießt die Zeit, die ihr noch habt und lasst eure Katze rechtzeitig
gehen. Ihr werdet erkennen, wann der Zeitpunkt gekommen ist.

J.

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