Gruss Bettina
Hallo, Burkhard,
machen kann mensch da nichts. Laut Katzenforscher Leyhausen kann die
Unfähigkeit zu töten "ein völliger Antriebsausfall sein, wie er als
Domestikationsfolge immer wieder bei allen möglichen Haustieren auftritt",
er kann aber auch darauf beruhen, "daß die Entwicklung des Tieres in der
einen oder anderen Hinsicht auf einer jugendlichen Stufe stehenbleibt". Eine
Hauskatze werde ja nie richtig erwachsen, "was wir im Falle der Erhaltung
des kindlichen Anschlußbedürfnisses an unserem Schmusetierchen so hinreißend
finden". Auch die Beißhemmung sei ein solches Jugendmerkmal. Sie hindere die
Kätzchen daran, ihren Geschwistern gefährliche Verletzungen beizubringen.
Werde sie später nicht überwunden, brächten die Katzen das Töten nicht
fertig. Manchmal fasse eine solche Katze sich schließlich doch ein Herz und
beiße richtig zu, häufig dann, wenn der Mensch oder eine Mitkatze
versuchten, ihr das Beutetier wegzunehmen.
Der Antrieb zum Beschleichen, Belauern, Jagen, Anspringen, Heranangeln,
Zupacken und Umhertragen sei stärker und erhole sich schneller als der zum
Töten oder gar Verzehren. Das ist, so Leyhausen, auch sinnvoll, weil ja
viele Jagden von Katzen (auch von Großkatzen) fehlschlagen: "Würde häufiger
Mißerfolg den Tieren das Fangen abdressieren, müßten sie schließlich
verhungern."
Die Jungkatzen bekommen somit nicht den Tötungsbiß an sich von der Mutter
beigebracht, sondern trainieren mit ihr das Überwinden der Beißhemmung, wenn
ich Leyhausen richtig verstehe. Das Spielen mit der (lebenden) Beute
bezeichnet er als Stauungsspiel. Wilde Katzen machen das auch, allerdings
fast immer mit der schon getöteten Beute.
Unser Ferdl war in seiner Jugend ohne Kontakt zu realen Beutetieren und
schon 2,5 Jahre alt, als er seine erste Maus fing. Danach brauchte er noch
fast 2 Jahre, bis er zum ersten Mal eine tote Maus anschleppte. Also hat er
die Beißhemmung wohl überwunden - zu meiner Erleichterung, denn ich war es
leid, die halbtoten Tierchen (fachgerecht) zu erlösen. Und er erwischt nicht
mehr nur die Jungmäuse, sondern richtig große. Er hat sich als Jäger
ziemlich gesteigert. Und das tut er uns kund, indem er laut quäkt, wenn er
Beute mitbringt. Oft kommt das zum Glück aber nicht vor, weil es hier nicht
viele Mäuse gibt.
Vielleicht kriegt Euere Katze ja auch noch die Kurve.:-)))
Gruß,
Mo und Kater
Am Fri, 16 Jun 2000 05:24:50 GMT schrieb Gleis...@t-online.de
(Burkhard Gleiáberg) :
>Hallo, wir haben eine junge Katze (8 Monate), die mit Mäusen nur
>spielt, aber nicht töten kann. Ist das normal in dem Alter ? Was kann
>Mensch machen ?
Wurde die Kleine zu früh von ihrer Mutter getrennt? Junge Katzen
lernen den Tötungsbiß so zwischen der 8. und 12. Lebenswoche von ihrer
Mutter (sofern sie Gelegenheit hat, Mäuse zu fangen).
Möglicherweise findet die Kleine es noch selbst heraus. Es gibt
allerdings auch Katzen, die es nicht lernen (wie unser ehemaliges
Flaschenkind Leonie).
Wir halten es so, dass wir versuchen, augenscheinlich unverletzte
Mäuse wieder raussetzen. Verletzte Tiere haben draußen meist keine
Chance. Deshalb überlassen wir sie ihr oder machen dem grausamen Spiel
selbst ein Ende. Das ist zwar nicht angenehm, aber für das Mäuschen
sicher besser, als stundenlang qualvoll zu Tode gespielt zu werden.
Viele Grüße
Monika mit Baghira, Leonie, Mäxchen, Maurice, Wanja und Helmut
--
MfG Julia
In article <wCn25.70539$yR.12...@news.chello.at>, Julia wrote:
>Vielleicht werden die Mäuse auch nicht getötet, weil die Katze keinen Hunger
>hat???
So eine richtig echte, frische, selbstgejagte Maus passt immer noch rein -
zumindest finden das unsere beiden. Ok, sie fressen die Maus oft auch
nicht, wahrscheinlich, weils Spitzmaeuse sind, bzw. Geschenke an uns, aber
nach dem zu urteilen, was manchmal wieder obnen raus kommt, fressen meine
Beiden ihre Maeuse oft auch.
Was den Toetungsbiss angeht: Mephi scheint das frueher auch nicht gekonnt
zu haben, der hat seine Maeuse auch muehevoll totgespielt. Aber ich habe
den leisen Verdacht, dass der Lump ihm das derzeit beibringt - *der* kann
das naemlich, eindeutig. Der gaht auch ganz anders mit einer Maus um,
nicht halb so vorsichtig (wenn die Maus aus seiner Reichweite zu kommen
droht, dann holt er sie zurueck, aber nicht, wie der Kleine mit
Samtpfoetchen, sondern mit ausgefahrenen Krallen)
Lump 'spielt' auch nicht lange mit den Maeusen rum, die sind immer recht
schnell tot, waehrend Murphy und Mephi das durchaus auch mal 1-2 Stunen
zelebrieren.
neko
--
Simone Demmel *** ne...@greenie.muc.de *** http://greenie.muc.de/~neko/
Hi,
nein, mit Hunger hat der Jagdtrieb der Katzen wenig zu tun. Deshalb sollten
auch Leute, die ihre Katzen hauptsächlich zur Nagerabwehr halten, die Miezen
füttern. Und laut Verhaltensforschung spielen auch hungrige Katzen oft erst mit
der Beute, um sich gewissermaßen abzureagieren.
Gruß,
Mo und Kater
Hi,
also unsere Nachbarin hat voriges Jahr eine kleine verlassene Katze (ca. 2
Wochen alt) mit der Flasche großgezogen, die hatte also gar keinen Lehrer
zum Jagenlernen.
Trotz alledem war sie auf jedem Dach zuhause und vor dem verlassen der
Wohnung musste man so nach etwa einem halben Jahr erst mal schauen, ob nicht
die nächtliche Beute als "Strecke" gelegt war.
Also können Katzen das töten auch lernen, wenn sie keine Anleitung dazu
hatten!
Gruß
Kagemucha
Und möge Basted Euch gewogen sein!
"Monika Wolz" <mo...@s.netic.de> schrieb im Newsbeitrag
news:394fdc2b...@194.163.56.4...
snip
>
> Wurde die Kleine zu früh von ihrer Mutter getrennt? Junge Katzen
> lernen den Tötungsbiß so zwischen der 8. und 12. Lebenswoche von ihrer
> Mutter (sofern sie Gelegenheit hat, Mäuse zu fangen).
>
Also ich habe Java mit 6 Wochen bekommen, leider viel zu früh.
Das hat ihn aber nicht abgehalten , als reiner Wohnungskater auf
dem Balkon mit 3 Monaten eine Meise zu fangen, zu töten und
zu verspeisen....bis auf die Schwanzfedern.
Woher er das wußte? Er war nie draußen !
Grüße André + Java *naturalbornkiller* +Ayla + Finchen