Gabi Fehrentz schrieb:
>
> Hallo NG,
> ...
> Was versteht man unter einer Hüftgelenksresektion? Wie sind die Chancen,
> wie die Risiken? Läßt man das beim normalen TA machen oder in einer
> Spezialklinik? Hat jemand damit Erfahrung?
> ...
Hi Gabi,
Eine Hüftgelenksresektion ist die Entfernung des Hüftgelenkes, am
einfachsten in dem man das obere Ende des Oberschenkelknochens samt
Gelenkskugel wegoperiert. Es bildet sich dann eine Pseudarthrose, d.h.
ein 'falsches' Gelenk. Kitty wird damit zwar weiterhin humpeln, aber
möglicherweise weniger Schmerzen haben. Risiken sehe ich eigentlich
keine, abgesehen vom üblichen Narkoserisiko. Es braucht auch keine
Spezialklinik dazu.
Eine Alternative wäre eventuell die Wiederherstellung anatomischer
Gelenksverhältnisse in der Hüfte, was wahrscheinlich schwieriger wäre
und eine Sache für den (Katzen-)Orthopäden. Damit dürfte man nicht zu
lange warten, da sich nach einer Weile die Muskelverkürzungen kaum mehr
rückgängig machen liessen.
Da der Erfolg der 2. Variante ungewiss ist, würde ich, besonders weil im
Moment keine Schmerzen bestehen und Kitty in Deinem Steinkrautgärtchen
offensichtlich glücklich erscheint, darauf verzichten. Es ist noch
anzumerken, dass Katzen eine Behinderung oder gar ein Verlust eines
Hinterbeines relativ problemlos vertragen, wohingegen der Verlust eines
Vorderlaufes sehr viel schwerwiegender ist, und oft zum Tod (ev. durch
Einschläfern) des Tieres führt, leider.
Also mein Tip für Euch wäre: watchful waiting! (beobachtendes Abwarten).
Liebe Grüsse.. Michael.
Hallo Gabi,
>Warum ich das wissen will? Vor 3 Monaten habe ich Kitty (ca. 9J.) aus
>dem Tierheim bei mir aufgenommen. Sie humpelt ein bischen. Erkennbare
>Schmerzen hat sie nicht. Seit ein paar wochen ist sie in Behandlung,
>weil ihre akuten Nierenwerte nicht in Ordnung sind. Gestern waren wir
>wieder beim TA und da habe ich sie röntgen lassen, weil ich wissen
>wollte warum sie humpelt. Die Aufnahmen ergaben, daß sie vor höchstens
>einem Jahr einen Unfall hatte, der nicht behandelt worden ist. Der linke
>Oberschenkel war mehrfach gebrochen, ist jetzt krumm und verkürzt. Die
>Hüfte war ebenfalls gebrochen (TA:"Darmbeim war ab.") Man sieht, daß die
>linke Hüftgelenkskugel nicht in der Pfanne liegt, sondern ins Becken
>hineinragt. Der TA meinte, wenn sie einmal erkennbare Schmerzen zeigt,
>was irgendwann in der Zukunft zu erwarten ist, könne man eine
>Hüftgelenksresektion vornehmen.
deine Frage hat Michael ja schon beantwortet.Ich möchte nur eine
kleine Anmerkung dazu machen. Unser Maurice hat ein ähnliches Problem.
Auch er hat einen schlecht verheilten Hueftgelenksschaden, auch wir
standen vor der Entscheidung, eine Hueftgelenksresektion vornehmen zu
lassen oder es bleiben zu lassen.
Wir haben uns vorerst dagegen entschieden, solange er keine
erkennbaren Schmerzen hat, denn so eine Operation birgt zum einen die
ueblichen OP-Risiken, zum anderen bedeutet sie fuer so eine Katze
nicht unterheblichen Stress. Vor allem muss das Bein - soweit ich
weiss - nach der OP fuer einige Zeit ruhiggestellt werden, das heisst
Katze mehrere Tage in eine Box mit moeglichst wenig
Bewegungsmoeglichkeiten einsperren. Ich habe so etwas einmal beieiner
anderen Katze nach einem Autounfall eine Woche lang mitgemacht und
wuerde es nach dieser Erfahrung nur in Betracht ziehen, wenn es
unvermeidlich ist.
Viele Gruesse
Monika mit Baghira, Leonie, Mäxchen, Maurice, Wanja und Helmut
Hallo Gabi,
meine Katze Baffy fing mit 10 Jahren plötzlich an zu humpeln. Der TA meinte,
dass das Hüftgelenk aus der Pfanne gesprungen und es besser sei, die Katze
einzuschläfern. Da Baffy keine Schmerzen hatte und auch sonst rundherum in
Ordnung war, ging ich auf diese idiotische Empfehlung nicht ein und nahm das Tier
wieder mit nach Hause. Ich habe dann, wenn sie anfing zu humpeln, mit der Hand
das Gelenk wieder in die Pfanne gedrückt - manchmal hat es dann
drei bis vier Monate gedauert, bis sie wieder anfing zu humpeln. Ich muß dazu
sagen, daß Baffy Freilauf hatte und ziemlich temperamentvoll war - also dieser
Hüftschaden ganz offensichtlich immer nur bei bestimmten Bewegungen zum Tragen
kam. Meine Baffy wurde 18 Jahre alt und starb vor 4 Jahren an Krebs.
Ich würde also auch sagen, sollte die Katze keine Schmerzen haben, würde ich von
Operation absehen.
Viele Grüße von Barbara, Bonnie und Trixie
--
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Hallo Michael -
> Es ist noch
> anzumerken, dass Katzen eine Behinderung oder gar ein Verlust eines
> Hinterbeines relativ problemlos vertragen, wohingegen der Verlust eines
> Vorderlaufes sehr viel schwerwiegender ist, und oft zum Tod (ev. durch
> Einschläfern) des Tieres führt, leider.
Warum "eventuell"? Wie soll denn ein fehlender Vorderlauf sonst
zum Tode führen?
Ich habe schon eine Katze mit fehlendem Vorderlauf in einem Baum
beim geschickten Klettern beobachten können. Da ich dies in einem
Land in Asien beobachtete, in dem Katzen nicht als Schmusetiere
gehalten werden, gehe ich auch davon aus, daß sie in der Lage war,
sich ihre Nahrung selbst zu organisieren.
Gruß,
Michael
--
>> *seufz* Irgendwie kommen wir nicht weiter.
> Scheint so.
Dann belassen wir es einfach dabei. Geht die Welt ja auch nicht von
unter. ;-) (Bettina Fink und Rolf Weber in de.admin.net-abuse.news)
Michael Grimm schrieb:
>
> Michael Enezian wrote:
>
> Hallo Michael -
>
> > Es ist noch
> > anzumerken, dass Katzen eine Behinderung oder gar ein Verlust eines
> > Hinterbeines relativ problemlos vertragen, wohingegen der Verlust eines
> > Vorderlaufes sehr viel schwerwiegender ist, und oft zum Tod (ev. durch
> > Einschläfern) des Tieres führt, leider.
>
> Warum "eventuell"? Wie soll denn ein fehlender Vorderlauf sonst
> zum Tode führen?
>
Hi Michael,
Durch Gram.. Nahrungsverweigerung.. sich Verkriechen in einem
abgelegenen Versteck.. Ueberfahrenwerden auf der Strasse.. von einem
Hund erwischt.. ach, es gibt so vieles!
> Ich habe schon eine Katze mit fehlendem Vorderlauf in einem Baum
> beim geschickten Klettern beobachten können. Da ich dies in einem
> Land in Asien beobachtete, in dem Katzen nicht als Schmusetiere
> gehalten werden, gehe ich auch davon aus, daß sie in der Lage war,
> sich ihre Nahrung selbst zu organisieren.
>
Das ist aussergewöhnlich, und natürlich ein Grund zur Freude. Einmal
mehr: nichts ist unmöglich bei Katzen und unser Staunen hat kein Ende.
Liebe Grüsse.. Michael (staunend) und Kuno ('ist doch klar, was gibt's
da zu staunen?')