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Eure Erfahrung bei Leukose und Interferon

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Simone Witt

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Apr 19, 2003, 2:28:27 PM4/19/03
to
Hallo NG,

mich erreichte eine Mail zu der ich mal Eure Meinung hören möchte:

*Zitat*

Ich war am Do noch einmal beim TA. Der sagte mir, dass bei meinem Kater
die Leukose noch nicht ausgebrochen ist. Allerdings leidet er manchmal
an Appetitmangel, was darauf zurückzuführen ist, dass sich in seinem
Körper irgendwo eine Entzündung befindet. Daher hat mir mein TA Kortisin
mitgegeben, das ich meinem Kater nur im Notfall schwach dosiert gebe.
Ansonsten war mein Kater nach der dritten Interferon Spritze nicht gut
drauf. Jetzt geht es ihm aber wieder schon viel besser.Mit Interferon
wird er nun aber auch ständig behandelt werden. Mein TA riet mir auch
von einer 5-tägigen Behandlung ab, da das Interferon auch starke
Nebenwirkungen hätte, was ich selbst auch festgestellt habe. In 2 Wochen
bekommt er seine 4. Spritze und dann wahrscheinlich 1-2 mal im Monat die
nächsten. Schließlich habe ich noch meinen TA über die Chancen für
meinen Kater befragt, er meinte, dass er noch sehr alt werden könnte,
trotz seiner Wehwechen!

Ich hoffe, dass ich meinem TA vertrauen kann, zumindest macht er einen
engagierten Eindruck.

*Zitatende*

Das mit dem Kortison kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Also
erstens sollte meiner Meinung nach erstmal untersucht werden, woher die
Entzündung kommt. Weiterhin meine ich mal gelesen zu haben, das Kortison
zur Behandlung von Leukose kontraindiziert ist.

Was mich noch interessiert: Ich weiss, dass ein paar NG-ler bisher auch
bei Leukose mit Interferon behandelt haben. Mich würden Eure Erfahrungen
damit interessieren. Auch, ob der Patient nun besser lebt oder trotz der
Behandlung nicht mehr lange leben durfte.

Wir ihr wisst, habe ich ja auch einen leukose-positiven Kater und bin
noch immer am Überlegen, ob ich mit Interferon behandeln lassen soll
oder nicht. Meine neue TA hält nichts vom Interferon. D.h. ich müsste
sie also noch überzeugen, wenn ich es einsetzen will.

Liebe Grüsse
Simone und die vier Fellfussel
www.catgirly.de

*OT* P.S.: Habe heute versucht den Morver zu installieren. Leider ist es
mir nicht gelungen, diesen zum Laufen zu bekommen. Also alles wieder
rückwärts und jetzt scheint mein Quotefix nicht mehr richtig zu
funktionieren. An dieser Stelle schon mal meine Entschuldigung.

Gunda O'Neal

unread,
Apr 19, 2003, 4:36:44 PM4/19/03
to

Simone Witt schrieb:

Hallo Simone!

> Was mich noch interessiert: Ich weiss, dass ein paar NG-ler bisher auch
> bei Leukose mit Interferon behandelt haben. Mich würden Eure Erfahrungen
> damit interessieren. Auch, ob der Patient nun besser lebt oder trotz der
> Behandlung nicht mehr lange leben durfte.

Wir haben Interferon erst einmal bei einer FeLV positiven Katze
eingesetzt, bei JOY.

JOY kam am 27.11.02 im Rahmen einer sog. "Kastrationsaktion" zu uns und
hatte zusätzlich chronischen Katzenschnupfen. Eigentlich ging es ihr
trotz ihrer Krankheiten relativ gut, sie spielte, war sehr verschmust
und verhielt sich _fast_ normal, war aber viel müde, für ihr Alter
(geschätzt auf ca. 1 Jahr) sehr klein und mager.

Sie bekam im Januar eine "Kur" mit 5 Spritzen, in erster Linie aber
wegen ihres schlimmen Katzenschnupfens.

Am 23. Februar hat JOY das letzte Mal alleine gefressen.

Am 6. März ist JOY gestorben bzw. eingeschläfert worden...

:´-(
--
Gunda O'Neal
FELIDAE Tierschutzverein und Katzennothilfe e.V.
65929 Frankfurt/ Main
http://www.katzennothilfe.de

Thomas Walter

unread,
Apr 19, 2003, 4:54:39 PM4/19/03
to
Simone Witt said...

> Ansonsten war mein Kater nach der dritten Interferon Spritze nicht gut
> drauf. Jetzt geht es ihm aber wieder schon viel besser.Mit Interferon
> wird er nun aber auch ständig behandelt werden. Mein TA riet mir auch
> von einer 5-tägigen Behandlung ab, da das Interferon auch starke
> Nebenwirkungen hätte, was ich selbst auch festgestellt habe. In 2 Wochen
> bekommt er seine 4. Spritze und dann wahrscheinlich 1-2 mal im Monat die
> nächsten. Schließlich habe ich noch meinen TA über die Chancen für
> meinen Kater befragt, er meinte, dass er noch sehr alt werden könnte,
> trotz seiner Wehwechen!
> [...]

> Was mich noch interessiert: Ich weiss, dass ein paar NG-ler bisher auch
> bei Leukose mit Interferon behandelt haben. Mich würden Eure Erfahrungen
> damit interessieren. Auch, ob der Patient nun besser lebt oder trotz der
> Behandlung nicht mehr lange leben durfte.

Hallo Simone,

Dein Beitrag von letztem September hat mich ja erst auf
Omega-Interferon gebracht. Nachdem ich bei meiner FeLV positiven Lucy
im Oktober mit Omega Interferon behandelt habe, hier meine Erfahrungen
bis jetzt:

Prinzipiell kann man nicht von einem Krankheitsfall auf die generelle
Wirkung eines Medikaments rückzufolgern. Deshalb ist Lucy nur eine
Einzelfallschilderung:

Zum ersten ist es schwer, festzustellen, wann FeLV ausgebrochen ist.
Bei Lucy war das mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fall. Sie hatte immer
kurzfristige Besserung von ein paar Wochen nach Behandlung mit
Antibiotika, danach kam die nächste Schwäche, Zittern, Fellausfall.
Erst ein richtiges Screening beim TA hat dann endlich FeLV als Diagnose
gebracht, was die ganzen Ausbrüche zumindest gut erklärt.

Ich habe die Behandlung mit 5mal subkutan Omega Interferon gewählt. Das
Medikament war ohne jede erkennbare Nebenwirkung. Insofern kann ich die
Aussage des Beitrags nicht bestätigigen. Es ist bekannt, dass Katzen
humanes Interferon nicht vertragen, was ja bis vor kurzem und in den
USA noch heute üblich ist. Bei felinem Interferon habe ich noch nicht
von Nebenwirkungen gehört, daher bezweifle ich die Aussage des TA.

Lucy erholte sich nach der Behandlung deutlich und hat bis heute keinen
Rückfall. Sie hat zwar eine kahle Stelle am Bauch, aber ich bin nicht
sicher inwieweit das auf einen neuen Ausbruch von FeLV hindeutet. Ich
sehe es so, dass das Omega Interferon ihr ein weiteres halbes Jahr
Leben geschenkt hat (und hoffentlich noch mehr, sie wird im Juni 12)

Unklar bleibt, ob die 5malige Gabe mit Interferon, wie von Virbac
empfohlen, die beste Art der Medikation ist. Diese Gabe wurde wohl in
den ersten Versuchen zur Wirksamkeit des Medikamentes gewählt und ist
bislang nicht gross variiert worden.

Vollkommen unklar ist auch, wie lange eine Gabe Interferon anhält. Dies
ist der Punkt, der mir am meisten Bauchschmerzen bereitet. Manche sagen
zwei Jahre, aber das ist wohl vollkommene Mutmaßung. Ich habe fuer mich
entschlossen, bei den naechsten Syptomen wieder Interferon zu geben.
Aber auch nach etwa einem Jahr das Ganze zu wiederholen, falls bis
dahin alles glatt geht. Hier gehen wohl eine Menge Faktoren ein, wie
z.B. das Alter des Tiers etc.. Auch ist Lucy nierenkrank, was es
kompliziert, ein Syptom auf die Nierenerkrankung oder das FeLV
zurückzuführen.

Interessant wäre, mal wieder Kontakt zu Prof. Lutz aus Zürich
aufzunehmen, der ja eine Feldstudie vornehmen zu FeLV und Interferon
wollte. Er war ja damals recht euphorisch, vor allem bzgl. der
Bahenadlung bei FeLV (wobei er sagte, dass es auch bei FIV das Befinden
deutlich steigert). Er verstieg sich ja sogar zu der Aussage, dass, in
einem frühen Stadium der FeLV gegeben, Omega Interferon FeLV heilen
könne.

Ganz vorsichtig gesagt: Es scheint nach den Einzelfallstudiuen im Web,
dass Omega Interferon ein hochwirksames Mittel gegen FeLV sein könnte.
Meine persönlichen Erfahrungen damit sind soweit sehr positiv.
Zweifellos ist es ein neues Medikament. Aber die Erfahrungen am
Menschen mit Interferonen sind wohl übertragbar.

Ich rate daher heute zu Omega Interferon. Die TAs haben im Hinblick auf
dieses Medikament meist *keine* Ahnung. Dies war meine Erfahrung. Da
wird schnell mal was rumgeschwafelt, ohne überhaupt Fakten in der
Hinterhand zu haben.

Ob es ein wirklich hochwirksames Medikament ist, werden allerdings wohl
die nächsten Jahre erst zeigen. Für viele Katzen kommt diese Gewissheit
dann freilich zu spät.

Viele Grüße,

Thomas

Thomas Walter

unread,
Apr 19, 2003, 5:09:58 PM4/19/03
to
Gunda O'Neal said...
> [...] war aber viel müde, für ihr Alter

> (geschätzt auf ca. 1 Jahr) sehr klein und mager.
>
> Sie bekam im Januar eine "Kur" mit 5 Spritzen, in erster Linie aber
> wegen ihres schlimmen Katzenschnupfens.
>
> [...]

>
> Am 6. März ist JOY gestorben bzw. eingeschläfert worden...
>
Das tut mir sehr leid. Damit haben wir einen Fall, wo Interferon nicht
helfen konnte und einen wo es half. Was uns so klug wie zuvor macht.

Prinzipiell ist FeLV für junge Katzen angeblich ein grösseres Problem,
da bei ihnen die Zellreproduktionsrate noch höher ist und damit auch
die Vermehrungsrate des Virus. Lucy hatte im Alter von 2 Jahren auch
Totgeburten, was ein deutlicher Hinweis auf FeLV ist (Embryonen
überleben meist nicht bis zur Geburt, da bei ihnen die
Zellreproduktionsrate sehr hoch ist).

Liebe Grüße,
Thomas

Simone Witt

unread,
Apr 20, 2003, 3:02:08 AM4/20/03
to
Thomas Walter schrieb:

> Hallo Simone,

Hallo Thomas,

[Bericht über den Einsatz von Interferon bei Lucy]

Vielen Dank für Deinen (doch recht positiven) Bericht. Ich war schon
sehr interessiert daran, wie es Lucy inzwischen geht. Wolltet Ihr nicht
noch einmal einen Bluttest bei Lucy machen lassen (erinnere ich mich
richtig), um "vorher" und "nachher" besser beurteilen zu können?

Liebe Grüsse
Simone

P.S.: Schön, zu sehen, dass Du noch immer mitliest. Wenn man lange
nichts mehr gelesen hat von drtk-lern denkt man manchmal, sie sind
abgewandert...;-)

Simone Witt

unread,
Apr 20, 2003, 2:57:35 AM4/20/03
to
Gunda O'Neal schrieb:

> Hallo Simone!

Hallo Gunda,

[Interferon-Behandlung von JOY]

Ich wusste, dass Du bei JOY Interferon eingesetzt hattest (nicht gewusst
habe ich, dass es ursprünglich des Katzenschnupfens wegen war). Vielen
Dank für Deinen Bericht.

> Am 23. Februar hat JOY das letzte Mal alleine gefressen.

Es ist schlimm zu sehen, wenn Katzen nicht mehr fressen.... Ich kann
mich noch gut erinnern, wie das bei Mogli(*) war...:-(

> Am 6. März ist JOY gestorben bzw. eingeschläfert worden...
>
>> ´-(

Ich kann mich noch erinnern :-(.

Liebe Grüsse
Simone

Thomas Walter

unread,
Apr 21, 2003, 7:52:11 AM4/21/03
to
Simone Witt said...
> [...]
> Vielen Dank für Deinen (doch recht positiven) Bericht. Ich war schon
> sehr interessiert daran, wie es Lucy inzwischen geht. Wolltet Ihr nicht
> noch einmal einen Bluttest bei Lucy machen lassen (erinnere ich mich
> richtig), um "vorher" und "nachher" besser beurteilen zu können?
> [...]

Ja, das wollten wir eigentlich. Allerdings heisst Blut abnehmen bei
Lucy sie in Narkose zu versetzen, geht einfach nicht anders. Ist ein
ziemliches Drama und recht belastend für die Katze.

Derzeit bringt ein neuer Test auch kein Resultat, das in Handeln
umgesetzt werden könnte: Lucy ist bereits auf Nierendiät und bezgl.
FeLV ist auch keine Änderung zu erwarten. Deswegen haben wir uns jetzt
erstmal gegen Blutabzapfen entschieden. Sobald aber wieder irgendwas
auffällig ist, werden wir alle Parameter testen lassen.

Zu meinem sehr grossen Bedauern gibt es keinen Test in Deutschland,
zumindest habe ich trotz rumtelefonieren keinen gefunden, der die FeLV
Viruslast bestimmt. Es gibt nur diesen recht empfindlichen Eliza-Test,
der positiv oder negativ ausspuckt. Daher kann ich den Erfolg von
Virbac Omega derzeit nicht quantifizieren.

> P.S.: Schön, zu sehen, dass Du noch immer mitliest. Wenn man lange
> nichts mehr gelesen hat von drtk-lern denkt man manchmal, sie sind
> abgewandert...;-)

Ich lese derzeit recht selten, da wir in drei Wochen in ein neues Haus
umziehen und ich beruflich oft unterwegs bin. Für mich wäre es
leichter, wenn es für Gesundheitsfragen ein eigenes deutsches Forum
gäbe, analog rec.pets.cats.health+behav. Ab und zu lade ich aber alle
Nachrichten runter und suche nach "FeLV", "Interferon", "Virbac" etc.
Dass das nun so zeitnah zu Deinem Post war, ist schon Zufall.

Liebe Grüße,

Thomas

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