On 22.01.2014 12:18, Paul Berger wrote:
> Fratzenbuch¹ gibst Du Deine Daten freiwillig, aber beim Tierheim² stößt's
> Dir auf? DAS finde ich sehr befremdlich. Fratzenbuch, nein danke.
Du magst das sehr befremdlich finden, ich nenne so was einfach
Informationelle Selbstbestimmung. Ich weiß, dass Facebook eine
Datenkrake ist, und ich kann entscheiden, welche Daten ich es ihm
anvertraue und welche eben nicht. Ich weiß sogar grob, was die damit
dann anfangen werden.
Beim Tierheim weiß ich weder, warum die meinen Ausweis sehen wollen (den
zeige ich normalerweise nur dazu bevollmächtigten Personen vor,
(freiwillige) Mitarbeiter eines Tierheimes gehören da normalerweise
nicht dazu, es sei denn, es ist für mich ein Grund dafür erkennbar
Beispielsweise, wenn ich von denen ein Tier bekommen möchte, damit die
sich sicher sein können, dass die von mir angegebene Adresse stimmt-
völlig legitime Abfrage, und da habe ich dann auch kein Problem damit,
denen meinen Ausweis zu zeigen (und sogar die Daten notieren zu lassen).
Warum ich mutmaßlich das gleiche tun soll, wenn ich mir die Tiere
ansehen will, aber noch gar nicht feststeht, ob ich überhaupt eines in
Obhut nehmen möchte oder werde, ist für mich nicht erkenntlich, und
entsprechend habe ich dann ein ungutes Gefühl dabei. Ich zeige auch
meinem Supermarkt an der Tür keinen Ausweis vor, wenn ich mich bei denen
im Laden umschauen möchte, sondern erst dann, wenn ich was geklaut habe. ;-)
Dieses (seltsame) Gefühl, meinen Ausweis unnötigerweise irgendwem
vorzeigen zu müssen (oder weisen die sich mir dann auch aus?) wird dann
dadurch ergänzt, dass man denen zwar per eMailformular Fragen zu
einzelnen dort vorgestellten Tieren stellen kann, dafür aber die Angabe
einer Telefonnummer optional ist- die einer eMailadresse hingegen nicht.
Im Grunde genommen wäre beides nicht erforderlich, es könnten ja bspw.
eintreffende Fragen zu einzelnen Tieren auch auf der Webseite auf deren
Portraitseite beantwortet werden, soo viele werden das nun auch nicht
sein...
Gibt man jedoch seine eMailadresse an (wie es erforderlich ist), willigt
man dadurch dann gleichzeitig ein, auch zukünftig von denen mit
Vereinsinformationen be-emailt zu werden. Ein datenschutzkonformes
Opt-In für einen eMail- Newsletter sieht anders aus.
Wie gesagt, wem ich welche Daten gebe, möchte ich nachvollziehen können,
und selbst steuern können. Ein "Dann schau dir da halt keine Tiere an"
ist bei einem Fast-Monopol in Hamburg etwas schwerig (es gibt halt nur
diese beiden Tierheime, und ich will schon ganz bewusst eine Katze aus
dem Tierheim, keine von einem Züchter, der das mutmaßlich (auch) aus
finanziellen Gründen tut oder "versehentlichen Züchter", die einfach
nicht in der Lage waren, ihre Katzen zu kastrieren.