ich bin neu in dieser NG. In den NG's, in denen ich sonst verkehre, wird es
nicht gern gesehen, wenn jemand crosspostet und wenn jemand eine Frage
stellt, die vielleicht zuvor schon von zig anderen Leuten gefragt und auch
schon beantwortet wurde. Beides tue ich jetzt hiermit und möchte mich dafür
entschuldigen, aber mein Prob erscheint mir so eilig und wichtig, daß es mir
jetzt immerhin den Schlaf raubt und ich diese Mail hier loswerden muß.
Meine Sorgen:
Ich habe mir gestern von dem Züchter Alois Leiking aus Vreden
(Ich möchte ausdrücklich betonen, daß ich den Namen nur erwähne, weil es ja
sein könnte, daß der eine oder andere, der dies liest, den guten Mann
kennt und mir deshalb noch besser helfen kann. Ansonsten kann ich über den
Mann nur sagen, daß dies bereits der zweite Dackel ist, den ich bei
Ihm kaufe; mit dem ersten 15 Jahre seeeeeehhhhhr:)) glücklich war (+
09.04.01) :( und daß die Unterbringungen für die Hunde - ich hasse das
Wort Zwinger- erstklassig und super sauber waren. Ach ja, und das
die Hunde alle einen guten Eindruck gemacht haben. Und natürlich, daß
der Herr Leiking auch sonst sehr nett ist.)
einen Rauhhaardackelrüden im Alter von sechseinhalb Monaten gekauft. Jetzt
plagt mich der Gedanke, ob der Hund eventuell schon zu alt oder vielleicht
über das ideale Alter hinaus ist. Stichwort Prägung. Er war vorhin sehr -
bei uns sagt man "lüünschke"- d.h., sehr scheu, ist kaum gelaufen, hat nur
ruhig und äußerlich gelassen dagelegen. Natürlich weiß ich, daß man nach der
Umstellung für den Hund, nach der langen Autofahrt (ca. 1 Stunde, die er gut
überstanden hat), nach den neuen Eindrücken und und und jetzt auch nicht
viel mehr erwarten darf. Das kommt schon.
Dennoch frage ich mich, ob diese Zeit in den ersten Monaten nicht die
wichtigste ist und später immer irgendwie fehlen wird. Meinen ersten Dackel
bekam ich im Alter von höchstens 3 Monaten (der Hund natürlich;) und mit dem
war ich, wie gesagt sehr glücklich.
Versteht mich nicht falsch: ich bin nicht der Typ, der sich so einen Hund
eben mal kauft und eben wieder zurückbringt. Das möchte ich auch nicht. Da
ich aber mit meinem Hund immerhin (hoffentlich) 15-20 Jahre zusammen bin,
möchte ich nicht schon am Anfang einen Fehler gemacht haben.
Was könnt Ihr mir raten?
Im übrigen stelle ich gerade entsetzt fest, wie lang dieser Text geworden
ist und freue mich darüber, daß Du ihn trotzdem bis hier gelesen hast.
Gruß, Bernd
P.S.: Der Teckel heißt Olto vom Rudel, aber ich rufe ihn Olli. Guter Name,
nicht?? ;-)))))
Erstmal finde ich es toll, daß noch ein Rauhhaardackelfan da ist.;-) Ich
habe selbst jetzt den dritten von dieser Gattung. Dandy wird am Montag 10
Monate alt.
Ich muß gleich dabei sagen, "Deinen" Züchter kenne ich nicht. Aber ich
denke, daß ich Dir trotzdem Auskunft geben kann.
> einen Rauhhaardackelrüden im Alter von sechseinhalb Monaten gekauft. Jetzt
> plagt mich der Gedanke, ob der Hund eventuell schon zu alt oder vielleicht
> über das ideale Alter hinaus ist. Stichwort Prägung. Er war vorhin sehr -
Grundsätzlich ist es mit der Sozialisierungsphase bereits im Alter von 16
bis 18 Wochen vorbei. Die eigentliche Prägephase schließt noch früher ab.
(Bin aufgrund der frühen Stunde zu bequem im Buch nachzusehen, aber ich habe
da etwas mit 12 Wochen in Erinnerung.) Von daher hast Du keine Möglichkeit
mehr, diese Vorgänge zu beeinflussen. Trotzdem sollte Dir das jetzt nicht
gleich Angst machen. Er war ja vorher nicht bei irgendwem, sondern bei
seinem Züchter und hatte dadurch auch Kontakt mit anderen Hunden. Und so wie
Du den Züchter beschrieben hast, besteht ja auch Hoffnung, daß er den Hund
sonst mit unterschiedlichen Situationen vertraut gemacht hast. Hast Du
eigentlich mit dem Züchter über Ollis Vorleben mal gesprochen? War er übrig
geblieben? Wurde er zurückgebracht? Wie hat er die ganze Zeit gelebt?
Ich kenne einige Leute, die Junghunde von Züchtern übernommen haben und mit
ihnen sehr glücklich worden, obwohl sie selbst keinen Einfluß mehr auf
Präge- und Sozialisierungsphase hatten. Es waren Hunde, für die sich
entweder nicht sofort ein geeigneter Besitzer fand oder die ursprünglich zur
Zucht behalten werden sollten. Es kann ja vorkommen, daß sich während der
Entwicklung plötzlich ein zuchtausschließender Schönheitsfehler zeigt, z.B.
fehlender Zahn. Wenn es sich um einen verantwortungsbewußten Züchter
handelt, spricht überhaupt nichts dagegen, einen solchen Hund zu nehmen.
> bei uns sagt man "lüünschke"- d.h., sehr scheu, ist kaum gelaufen, hat nur
> ruhig und äußerlich gelassen dagelegen. Natürlich weiß ich, daß man nach
der
> Umstellung für den Hund, nach der langen Autofahrt (ca. 1 Stunde, die er
gut
> überstanden hat), nach den neuen Eindrücken und und und jetzt auch nicht
> viel mehr erwarten darf. Das kommt schon.
Du mußt auch bedenken, daß er jetzt schon in die Pubertät kommt (oder sogar
schon ist) und von daher eh etwas unsicher ist. Dackel sind frühreif. Ich
denke mal, er wird schon noch auftauen. So ein Besitzerwechsel ist für einen
Hund schon eine gewaltige Umstellung. Unabhängig vom Alter. Plötzlich sind
alle Vertrauten weg. Die Züchter, die anderen Hunde. Das ist schon hart für
so einen Hund. Bekannte von mir hatten einen einjährigen Langhaarrüden vom
Züchter übernommen. In den ersten Tagen waren sie ziemlich verzweifelt. Er
war sogar mal ausgebüxt. Aber dann ging's doch und sie sind bis heute
zufrieden.
> Dennoch frage ich mich, ob diese Zeit in den ersten Monaten nicht die
> wichtigste ist und später immer irgendwie fehlen wird. Meinen ersten
Dackel
Die fehlen nur, wenn absolut nichts gemacht wurde. Aber selbst aus Hunden,
die in dieser Phase nicht so behandelt wurden, wie es im Idealfall sein
sollte, können noch gute Hunde werden.
> Versteht mich nicht falsch: ich bin nicht der Typ, der sich so einen Hund
> eben mal kauft und eben wieder zurückbringt. Das möchte ich auch nicht. Da
> ich aber mit meinem Hund immerhin (hoffentlich) 15-20 Jahre zusammen bin,
> möchte ich nicht schon am Anfang einen Fehler gemacht haben.
>
> Was könnt Ihr mir raten?
Such Dir eine gute Junghundespielstunde (gibt's in Hundevereinen,
Hundeschulen etc), in der er weiter Sozialverhalten üben kann und mit
anderen Hunden Kontakt hat. Desweiteren wird es jetzt wichtig, daß Du ihn
liebevoll, aber konsequent erziehst. Er braucht vor allem klare
Rudelstrukturen. Die kann man ihm relativ undramatisch deutlich machen.
Einhaltung der Futterrangordnung, Spiele werden vom Rudelchef begonnen und
beendet, evtl. statt Freilauf Schleppleine usw. In diesem Alter sollte
unbedingt mit der Erziehung begonnen werden, sofern das nicht schon
geschehen ist.
Ansonsten solltest Du Dir soviel Zeit wie möglich für ihn nehmen und vor
allem viel Geduld mit ihm haben. Mit so gut 6 Monaten hat Dandy einen
ziemlichen Sturkopf entwickelt. Wenn Du willst, kann ich Dir ja mal ein paar
Details per PM berichten. In der Hundeschule war es manchmal zum
Verzweifeln. Und seit etwa 2 Wochen hört er plötzlich, daß man sich nur
wundern kann. Also nie aufgeben.
> Im übrigen stelle ich gerade entsetzt fest, wie lang dieser Text geworden
> ist und freue mich darüber, daß Du ihn trotzdem bis hier gelesen hast.
Meine Antwort ist auch lang geraten. Es tippt sich auch nicht einfach mit
einem Dackel auf dem Schoß.
> P.S.: Der Teckel heißt Olto vom Rudel, aber ich rufe ihn Olli. Guter Name,
> nicht?? ;-)))))
Meiner heißt Dandy vom Frielicker Armskamp, kommt aus Hamm in NRW und ist
ein Rauhhaar, Standardgröße, Schwarz-rot. Wie sieht Deiner aus?
Viele Grüße,
Anja mit Dandy
P.S.: Mein Vater sagt immer, einen Dackel könnte man sich maximal ein
dreiviertel Jahr halten. Danach hält er sich seine Menschen. - Aber das
müßtest Du ja kennen. - Melde Dich mal, wie es so läuft mit Olli
Hallo Bernd,
laß Olli einfach Zeit.
Stell Dir vor, die Hunde, die erwachsen aus einem Tierheim zum neuen
Besitzer kommen, haben auch nicht die Prägephasen im Welpenalter mit
dem 'jetzigen Menschen' und trotzdem hat man meist sehr viel Freude an
ihnen.
Rede mit ihm, beschäftige Dich viel mit ihm, aber bedränge ihn nicht.
Wenn er 'ruhig und gelassen' (wie Du schreibst) daliegt und sich nicht
verkriecht, ist das doch schon etwas.
Meinen 2. Hund habe ich auch erst im stolzen Alter von 5 Monaten
bekommen und wir hatten 13 Jahre lang Freude an ihm.
Also, laß ihm einfach Zeit.
Wau-wau Inge
Mach Dir keine Sorgen wegen Olli. Er hat Glück gehabt , das er solange bei
seinem Rudel leben durfte. Gerade im 3.Lebensmonat erlernen Welpen sehr viel
an Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden. Das kann kein Mensch einem Tier
beibringen.Das können Welpen nur durch Mutter, Vater und Geschwister
beigebracht bekommen.
Olli ist jetzt in einem neuen Zuhause und muß sich jetzt erst eingewöhnen
bzw. einleben. Gib dem kleinen Zeit. Es ist schwer für Ihn. Kauf Dir eine
große Tüte Nerven und Ruhe und denke bitte daran , das Du Olli nicht mit
seinem Vorgäger vergleichen kannst.
Lese doch einfach auch in der Newgroup de.rec.tiere.hunde mit. Dort werden
jede Menge Themen rund um den Hund "durchgekaut".
Knddel Olli von uns
Gruß Detlef und Rudel
http://www.netcologne.de/~nc-franzede
"Bernd Daling" <bernd...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a56s16$4p1$03$1...@news.t-online.com...
meinen ersten Hund bekam ich, als er 9,5 Jahre alt war, er schloß sich, trotz
einer erlebten Odyssee duch Tiermheime und Halterhände, perfekt an, war ein
Traumhund, bis er mit 14 jahren starb. Ganz gut für einen 72 cm hohen Rüden
(Labi-Irischer Wolfshund-Mix)
Mein jetziger Hund (Labi_hovi-Mix) kam mit 3,5 Jahren zu mir, das ist nun 3
Jahre her und auch er ist heute (nach drei Jahren) nur noch klasse und kein
bißchen weniger auf mich foxiert, als die Hunde von Freunden, die sie als
Welpen bekamen. Er mußte sich erst einleben (länger als mein erster Hund),
aber es wurde schnell immer besser und heute ist es ebenso perfekt, wie mit
dem ersten Hund.
Also gib ihm einfach Zeit und Du wirst bald keinen Unterschied mehr zu Hunden
sehen, die von Anfang an bei Ihrem Halter waren.
Viel Spaß zusammen und alles Gute wünscht Jürgen.
Hallo Bernd,
erstmal herzlichen Glückwunsch zu Olli.
Ein sechsmonatiger Hund ist sicher nicht mehr so verspielt wie ein Welpe und bringt
schon etwas mehr Charakter mit, aber lernen kann er trotzdem noch alles!
Das Tier hat ja noch gar kein Vertrauen zu dir, das einzige was er von dir weiss ist,
dass du ihn aus seiner Umgebung geholt hat, er kennt die neuen Gerüche noch nicht,
die Umgebung... Der kleine Kerl hat einfach noch Trennungsschmerz, gib ihm Zeit.
Liebe Grüße
Gudrun
erstmal vielen Dank für die zahlreichen und vor allem schnellen Antworten.
Eure Antworten haben mich erstmal sehr beruhigt.
Mittlerweile, nachdem Olli jetzt knapp 10 Tage bei uns ist, kann man sagen,
daß sich eine Wandlung um 180 Grad vollzogen hat. War Olli am Anfang doch so
schüchtern, daß er sich kaum bewegt hat, so hat sich das gründlich geändert:
Er jagt unsere Katzen (tut ihnen aber nichts), verteidigt bereits unseren
Hof gegen "Eindringlinge", spielt mit unserem Münsterländer (der am Anfang
auch nichts von Olli wissen wollte) usw.
Seit heute versucht er gar, bei meinem Vater am Bein zu "bocken"...ähem,
tja...ein Hund ist auch nur ein Mensch.
>Dennoch frage ich mich, ob diese Zeit in den ersten Monaten nicht die
>wichtigste ist und später immer irgendwie fehlen wird.
Natürlich kann ich dazu jetzt noch nichts sagen, aber wie's aussieht
entwickelt sich Olli ganz prächtig.
Gruß, Bernd