Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Kastration?

10 views
Skip to first unread message

Peter Clausdorff

unread,
Jan 22, 1998, 3:00:00 AM1/22/98
to

Hallo,mein Name ist Tanja
-------------------------
Mein Rüde Mimos (ein Mix aus Teneriffa) hat einen innen
liegenen Hoden.
Mein Tierarzt meint Alles muss Ab! Weil der Hoden Krebs erzeugen kann.
auf die Frage ob der Karakter sich ändert meinte der Arzt Nein.
Da mein Hund eh schon sehr ruhig ist befürchte ich nach der Op
einen Bettvorleger zu haben. Er ist bis jetzt ein eher schlechter Fresser
Alle hunde die ich kenne die eine Op hinter sich haben sind Fressmaschienen.
Viel Hunger aber kein eigener Antieb. Diese Hunde sind stinklangweilig.
Mimos spielt rennt und beschäftigt sich
im garten auch mal alleine. Ach ja, er sieht aus wie ein Border und ist 2
Jahre Alt. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?
Gibt es die Möglichkeit nur den Krüppelhoden zu entfernen,das müsste doch
reichen um das Krebsrisiko auszuschalten oder????
Es gibt auch die Gefahr das der Hoden sich dreht, wie groß ist die Gefahr ???


Muß Mimos jetzt unters Messer oder kann ich noch 3 oder 4 Jahre warten?
Für Eure Antworten im vorraus vielen Dank!


Tanja W.

--
Kessy, Mimos + Tanja ...an Peter`s Point...

(Katze, Hund + DG8BCN)

Mimos @ GMX.de


Stefan Kowalski

unread,
Jan 23, 1998, 3:00:00 AM1/23/98
to

Hallo Tanja,

Peter Clausdorff schrieb


> Da mein Hund eh schon sehr ruhig ist befürchte ich nach der Op
> einen Bettvorleger zu haben.

Ich schätze, daß man da kaum allgemeingültige Aussagen machen kann. Bei
unserer Hündin hat sich nach der Kastration in Hinsicht Verhalten nicht
viel geändert. Vermutlich ist das aber auch eine Frage, wie der Hund
gefordert wird. Wenn Du nur faul auf dem Sofa liegst, wird der Hund von
sich aus auch nicht so sehr Elan haben. ;-))

> Er ist bis jetzt ein eher schlechter Fresser
> Alle hunde die ich kenne die eine Op hinter sich haben sind
Fressmaschienen.

Die Hunde verwerten ihr Futter durch die hormonelle Umstellung nur anders.
Ansonsten bist Du ja diejenige, die den Napf füllt, also auch die Menge
regulierst. Sollte Dein Hund also zu dick werden, gib´ ihm einfach weniger.

> Diese Hunde sind stinklangweilig.

Jep.

> Gibt es die Möglichkeit nur den Krüppelhoden zu entfernen,das müsste doch
> reichen um das Krebsrisiko auszuschalten oder????
> Es gibt auch die Gefahr das der Hoden sich dreht, wie groß ist die Gefahr
???
>
>
> Muß Mimos jetzt unters Messer oder kann ich noch 3 oder 4 Jahre warten?

Das sollte besser ein Tierarzt entscheiden, ob und wann die medizinische
Notwendigkeit da ist.

Gruß
Stefan

Peter Alm

unread,
Jan 24, 1998, 3:00:00 AM1/24/98
to

Peter Clausdorff schrieb in Nachricht <0x9WGM...@pc22.fishtown.han.de>...

Hallo Tanja - Hallo die Anderen!

>Mein Rüde Mimos (ein Mix aus Teneriffa) hat einen innen
>liegenen Hoden.
>Mein Tierarzt meint Alles muss Ab! Weil der Hoden Krebs erzeugen kann.

Mein Name ist Peter und ich bin Landwirt in Brandenburg. Leider muß ich Dir
sagen, dass Dein Tierarzt vollkommen recht hatte. Ersten besteht bei
unkastrierten Rueden generell eine erhoehte Gefahr (und die sollte man nicht
unterschaetzen) von Erkrankungen der Prostata - so auch von Prostatakrebs,
wie auch weitere leichter bis schwerer Erkrankungen. Diese zeigen sich in
der Regel erst dann, wenn der Hund in die Jahre gekommen ist. Aber dann wird
das Vergnuegen erst richig teuer. Daraus folgt also, dass eine Kastration in
jungen Jahren - und erst recht bei einem Hund mit einem Bruch - eine gute
Vorbeugemaßnahme ist.
Hier noch ein Hinweis an ALLE!!! Eine Kastration aus reinen
Verhuetungstechnischen Gruenden ist in Deutschland allerdings verboten. Die
Entscheidung ueber eine Kastration aus Vorbeugenden Gruenden trifft im
endeffekt der Tierarzt.

>auf die Frage ob der Karakter sich ändert meinte der Arzt Nein.

>Da mein Hund eh schon sehr ruhig ist befürchte ich nach der Op
>einen Bettvorleger zu haben.

Auch dabei braucht sich niemand Sorgen zu machen, da ein Hund der staendig
die Moeglichkeit zur Bewegung hat und von dem sie dann auch noch gefordert
wird, auch nach einer Kastration nicht langweilig wird. Bei meinen Hunden
war es eher umgekehrt. Ich habe sie immer kastrieren lassen, als sie
ungefaehr 1, 1/2 Jahre alt waren und habe beobachtet, dass sie danach eher
verspielter und ausgelassener tobten als vorher. Er braucht bloss die
Moeglichkeiten hierzu, sonst vereinsamt sein natuerlicher Spieltrieb und
seine neugier und dann wird er langweilig. Und dazu kommt noch, dass im
Alter bei allen Hunden der Spieltrieb nachlaesst und die Hunde ruhiger
werden. Bei Hunden die relativ spaet kastriert werden wird dieses oft
verwechselt und auf die Kastration zurueckgefuehrt.

>Er ist bis jetzt ein eher schlechter Fresser
>Alle hunde die ich kenne die eine Op hinter sich haben sind
Fressmaschienen.

>Viel Hunger aber kein eigener Antieb.

Dabei muss man beachten, dass ein Hund eine bestimmte Magenkapazitaet hat
und diese auch ausschoepft, wenn er die Gelegenheit hierzu hat. Solange der
Hund nicht kastriert ist wird eine Menge Energie damit "verschleudert, die
Hormonellen Prozesse und die spermienproduktion bzw. den Zyklus bei der
Huendin aufrechtzuerhalten.
Ist der Hund aber dann kastriert, steht diese vorher verbrauchte Energie
wieder zur Verfuegung und wird bei gleicher Fuetterung in Fett angesetzt.
Und nun beginnt der Teufelskreislauf. Hund nimmt zu und wird fett, dickere
Hund bewegen sich weniger, weil sie mehr Gewicht bewegen muessen und das
strengt an. Dadurch wird noch weniger verbraucht und sie nehmen zu und
werden noch langweiliger.
Aus diesem Teufelskreis auszubrechen gibt es mehrere Moeglichkeiten:

1) Hund bewegen und fordern, gleichzeitig restriktiv fuettern, d.h. auf sein
Gewicht achten und evtl. weniger Fuettern
2) Hund bewegen und fordern und gleichzeitig eine Futterumstellung
vornehmen. Da der hund nun weniger energie benoetigt, sollte auch weniger
Energie gefuettert werden. Es sollte also auf die Angaben der
Futtermittelhersteller geachtet werden und eín Futter ausgesucht werden,
welches weniger Energiereich ist. Hinzu kommt, dass aeltere Hunde sowieso
ein ganz anderes Futter benoetigen, als junge Hunde.

Das beste ist immer Ihr fragt hierzu Euren Tierarzt oder holt Euch bei einem
Fachmann Rat. Hier kann ich keine allgemeine Empfehlung geben, da dies bei
jedem Hund anders ist und ich die Umstaende kennenlernen muesste unter denen
der hund gefuettert und gehalten wird, bzw. auch sein Alter und seine
Vitalitaet kennen muesste.

>Gibt es die Möglichkeit nur den Krüppelhoden zu entfernen,das müsste doch
>reichen um das Krebsrisiko auszuschalten oder????
>Es gibt auch die Gefahr das der Hoden sich dreht, wie groß ist die Gefahr
???

Eine einseitige Kastration bringt nichts, da der verbleibende Hoden
dieselben Hormone fabriziert. Und die Gefahr der Hodenverdrehung und der
Quetschung ist um so hoeher, je mehr der Hund sich bewegt und je verspielter
er ist. Ich kann nur nochmals zur Kastration raten, Du tust Deinem Hund
damit nur einen Gefallen.

>Muß Mimos jetzt unters Messer oder kann ich noch 3 oder 4 Jahre warten?

Wegen der oben genannten Zusammenhaenge wuerde ich davon abraten zu warten,
da Du je aelter der Hund istmit mehr Schwierigkeiten in der form wie du sie
selber beschrieben hast rechnen kannst. Hinzu kommt, dass auch ein Hund -
wie auch der Mensch - eine Operation welche dazu noch unter Vollnarkose
stattfindet, mit zunehmenden Alter schlechter verkraftet und dann ehre mit
Komplikationen zu rechnen ist.

>Für Eure Antworten im vorraus vielen Dank!

Keine Ursache! Stehe gerne fuer weitere Fragen zur Verfuegung.

Ciao Peter

Thorsten Guenther

unread,
Jan 24, 1998, 3:00:00 AM1/24/98
to

In <0x9WGM...@pc22.fishtown.han.de> Peter Clausdorff wrote:
>Hallo,mein Name ist Tanja
>-------------------------
>Mein Rüde Mimos (ein Mix aus Teneriffa) hat einen innen
>liegenen Hoden.
>Mein Tierarzt meint Alles muss Ab! Weil der Hoden Krebs erzeugen kann.

Hodenkrebs ist in der Tat bei nicht kastrierten Rüden nachweislich
häufiger anzutreffen - was nicht da ist, kann nicht erkranken. Da
das Argument der geringeren Krebshäufigkeit mir aber immer von Leuten
unterbreitet wird, die ohnehin für Kastration sind, bin ich ihm gegen-
über äußerst skeptisch - entsprechende Statistiken hat mir noch niemand
vorweisen können.

>auf die Frage ob der Karakter sich ändert meinte der Arzt Nein.

Dann erzählt er etwas Neues - sowohl Pferde als auch Kater werden
vornehmlich wegen des sich verändernden Verhaltens kastriert, bei
Hunden wird dies ebenfalls immer mehr "Mode". Zwar nehmen die Verhal-
tensänderungen ab, je später im Tierleben die Kastration erfolgt, aber
sie sind mindestens bei männlichen Tieren i.d.R. deutlich zu bemerken,
da sich der gesamte Hormonhaushalt ändert (das ist auch der Grund,
warum immer wieder die Kastration von Sexualstraftätern angedacht wird
und praktiziert wurde).

>Gibt es die Möglichkeit nur den Krüppelhoden zu entfernen,das müsste doch
>reichen um das Krebsrisiko auszuschalten oder????

Es gibt u.U. die Möglichkeit, den Hoden operativ zu senken, statt beide
Hoden zu entfernen.

Thorsten


--
"Walking in your footsteps, I used to walk by your side
How could you leave me on the very edge of suicide
I'm lost without you, but well I know you go your own way
You never needed me no matter what you say" - Stiltskin

_remove_Kohenw.@usa.net

unread,
Jan 25, 1998, 3:00:00 AM1/25/98
to

On 22 Jan 98 23:25:58 +0100, CAP....@FISHTOWN.han.de (Peter
Clausdorff) wrote:

Hallo Tanja,

Ich bin nicht so der Experte. Hab aber eben mal meine Frau gefragt,
die ist Tieraerztin.


>Mein Rüde Mimos (ein Mix aus Teneriffa) hat einen innen
>liegenen Hoden.

Kommt wohl garnicht so selten vor.


>Mein Tierarzt meint Alles muss Ab! Weil der Hoden Krebs erzeugen kann.

Dass der innenliegende Hoden Krebs erzeugen kann stimmt schon.
Aber Alles muß deswegen nicht ab, auch wenn man es meist so macht.

>auf die Frage ob der Karakter sich ändert meinte der Arzt Nein.

Das stimmt wohl weniger. Meist werden ja Rueden gerade darum
kastriert, damit sie ruhiger und weniger agressiv werden.

>Da mein Hund eh schon sehr ruhig ist befürchte ich nach der Op

>einen Bettvorleger zu haben. Er ist bis jetzt ein eher schlechter Fresser


>Alle hunde die ich kenne die eine Op hinter sich haben sind Fressmaschienen.

>Viel Hunger aber kein eigener Antieb. Diese Hunde sind stinklangweilig.
Da koenntest Du recht haben.

>Mimos spielt rennt und beschäftigt sich
>im garten auch mal alleine. Ach ja, er sieht aus wie ein Border und ist 2
>Jahre Alt. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

>Gibt es die Möglichkeit nur den Krüppelhoden zu entfernen,das müsste doch
>reichen um das Krebsrisiko auszuschalten oder????

Geht auch musst Du halt fordern.

>Es gibt auch die Gefahr das der Hoden sich dreht, wie groß ist die Gefahr ???
>

Von der Statistik kann man wohl nicht so leicht auf den Einzelfall
schliessen.


>Muß Mimos jetzt unters Messer oder kann ich noch 3 oder 4 Jahre warten?

>Für Eure Antworten im vorraus vielen Dank!
>

So mancher Hund scheint mit so einem Hoden alt und grau zu werden,
ohne dass er einen Krebs kriegt. Wenn er ihn aber doch entwickelt,
sollte man schnell operieren, dann ist es auch nicht so gefährlich.

Der Hodentumor hat hormonelle Störungen zur Folge und wenn du den Hund
gut kennst, merkst du das an seinem Verhalten, das sich aendert. Dann
muss er untersucht werden und wenn ein Tumor entstanden ist gleich
operiert werden.


Werny

0 new messages