Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Verhaltensweisen bei Polizeihunden

179 views
Skip to first unread message

Gerlinde Budziat

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
Hallo NG,

bei uns im Ort wohnt ein Diensthundeführer, der momentan zwei Polizeihunde hat.
Warum dürfen diese Hunde keinerlei Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen
haben ? Beim täglichen Gassi wird ein großer Bogen um andere Leute gemacht.
Geht er an der Leine an jemanden vorbei, gibt es jedesmal ein riesiges Gebell,
wobei seine Hunde genauso anfangen zu kläffen. Liegen die hunde im Auto und Du
gehst nichtsahnend vorbei, geht das Theater schon wieder los.

Ich dachte, diese Hunde wären eigentlich wohlerzogen?
Ich muß noch dabei anmerken, daß Hundeführer und die Hunde "angeblich" hoch
dekoriert sind.
Wie kann es da sein, daß noch nicht einmal ein Familienmitglied den Hund
anfassen darf ?

Bitte macht mich schlau, ob dies alles Allgemeingültigkeit hat.
Herzlich, Gerlinde

Michael Dörr

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
pgbu...@aol.com (Gerlinde Budziat) wrote:


>bei uns im Ort wohnt ein Diensthundeführer, der momentan zwei Polizeihunde hat.
>Warum dürfen diese Hunde keinerlei Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen

>haben ? [...]


>Ich dachte, diese Hunde wären eigentlich wohlerzogen?


Über dieses Thema habe ich mich mal mit einem Polizeihundeführer
unterhalten. Er war eigentlich recht stolz einen Hund zu führen, den
ich eher als "Krokodil" bezeichnen würde. Er hat sehr deutlich
beschrieben, dass sein Diensthund nicht für einen "Zivilisten"
geeignet sei, dass nur er ihn soweit unter Kontrolle hat, dass nichts
passiert und dass dieser Hund auch für einen erfahrenen Schutzhundler
eine Nummer "zu heiß" wäre. Über das Verhalten im Auto hat er
gesagt: "Steck die Hand ins Auto, und sie ist ab". Dieser Hund hatte
auch keinen Sozialkontakt zu anderen Hunden oder Menschen, denn
das würde "die Zuverlässigkeit gefährden". Alles in allem kann ich
in Deiner Beschreibung den Diensthundeführer wiedererkennen,
mit dem ich das mal diskutiert habe. Möglicherweise habe ich
aber nur ein Extrem kennen gelernt, das kann ich nicht beurteilen.


Micha

--
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de

Christina Würmlin

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
Hallo Gerlinde,

"Gerlinde Budziat" <pgbu...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:20000419043632...@nso-fp.aol.com...


> bei uns im Ort wohnt ein Diensthundeführer, der momentan zwei Polizeihunde
hat.
> Warum dürfen diese Hunde keinerlei Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen

> haben ? Beim täglichen Gassi wird ein großer Bogen um andere Leute
gemacht.
> Geht er an der Leine an jemanden vorbei, gibt es jedesmal ein riesiges
Gebell,

Bei den Hundeführern die ich kenne (mehrere von Polizei und Zoll) ist das
zum Glück nicht so. Nur bei einem ist eine kleine Tendenz dahin zu
beachten... er hat den Hund schon so bekommen (aus Privathand,- die Besitzer
waren mit dem Hund nicht fertig geworden...). Er muss mit seinem Hund bei
fremden Menschen aufpassen.
Bei allen anderen sind die Hunde "ganz normal" wenn sie nicht im Einsatz
sind. Einer lebt sogar in einem Rudel von sechs Hunden!

*grins* vielleicht hängt es ja mit der gewählten Rasse zusammen?? ;-) Die HF
die ich kenne, führen alle Riesenschnauzer und Rottweiler. Nur ein DSH ist
dabei.

Einer der HF, die ich kenne, hält nicht gerade viel vom DSH als
Diensthund... er ist selber Ausbilder und hat am liebsten Riesenschnauzer...
die seien zuverlässiger und selbstsicherer... die haben es also nicht nötig,
so einen Tanz aufzuführen.;-)

> Wie kann es da sein, daß noch nicht einmal ein Familienmitglied den Hund
> anfassen darf ?

Schauderhafte Vorstellung! Ich kann nur hoffen, dass dieser Hundeführer
seine Hunde bereits als erwachsene und verdorbene Hunde bekommen hat... das
würde das Ganze wenigstens noch etwas verständlicher machen.

Normalerweise leben Diensthunde ganz normal in Familien.

Natürlich lassen die HF ihre Hunde nicht ohne ausdrükliche Erlaubnis zu
Fremden. Eine gewisse Distanz müssen die Hunde schon halten. Aber wenn die
HF sehen, dass der Hund gerne zu jemandem möchte, dann erlauben sie´s
einfach und dann wird ganz normal geschmust und gespielt.

>
> Bitte macht mich schlau, ob dies alles Allgemeingültigkeit hat.

Hat es zum Glück nicht,
Viele Grüsse,
Christina

Alexander Knauer

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
Hallo Gerlinde,
ich kenne auch einige Diensthundeführer. Einer von Ihnen hat seinen Hund sehr
scharf abgerichtet und ein anderer hat seinen Hund auch ganz normal zu Hause. Er
arbeitet auch mit diesem ganz normal bei uns auf dem Übungsplatz und läßt seinen
Hund auch ganz normal von mir hetzen. Das ist wie ich weiß, auch der Normalfall.
Leider gibt es auch Ausnahmen, wie ich dir schon gesagt habe. Den, den ich meine
ist ganz stolz darauf, dass sein Hund jeden abmontiert, der neben ihm steht. Ich
glaube zwar auch und weiß auch, dass diese Hunde eine andere Ausbildung und
Handhabung brauchen, wie unsere Hunde. Aber trotzdem ist es unnötig, dass ein
Hund jeden abmontiert. Den Diensthundeführer den ich meine (im negativen Sinne)
ist für mich ein "Idiot". Das darf ich sagen, weil ich seinen Namen nicht nenne.
Diesem Hundeführer sein Hund ist im Kopf durchgeknallt. Dieser Hund sollte
normalerweise eingeschläfert werden, zusammen mit seinem Hundeführer. Ich stimme
also der Meinung/ Aussage von Christina zu.

Gruß ALEX

Christina Würmlin <CWue...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
8dkqaj$use$1...@news08.btx.dtag.de...

Norbert Gschw.

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to

Gerlinde Budziat schrieb in Nachricht
<20000419043632...@nso-fp.aol.com>...
>Hallo NG,

>
>bei uns im Ort wohnt ein Diensthundeführer, der momentan zwei Polizeihunde
hat.
>Warum dürfen diese Hunde keinerlei Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen
>haben ?

Stell dir vor, bei einem Einsatz schleckt dir der gefährliche Polizeihund
freundlich die Hand! Welch eine Blamage!
Ein freundlicher Polizeihund scheint leider für viele Leute genauso
unvorstellbar zu sein wie freundliche Polizei!

>Bitte macht mich schlau, ob dies alles Allgemeingültigkeit hat.

Es gibt Ausnahmen. Einen Zollhund durfte ich streicheln und sogar Leckerchen
geben (man weiß ja nicht, ob man mal gute Beziehungen zum Zoll braucht :-))
Und irgenwo gibt es bestimmt freundliche Polizisten mit freundlichen Hunden!

Norbert


Volker Greulich

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
Norbert Gschw. <N.Gsch...@t-online.de> wrote:


> Und irgenwo gibt es bestimmt freundliche Polizisten mit freundlichen Hunden!

Aberja doch.In Wien,bei der Mordkommision!

MFG
Volker Greulich
--
Protestiert gegen das sinnlose 100 %ige Kastrationsgebot für Hunde in
einigen deutschen Tierheimen.-Tierheimkunden sind keine unmündigen
Trottel.Hunde haben ein Anrecht auf körperliche Unversehrtheit-auch
wenn sie durch Tierheime oder den WDR vermittelt werden.

Isabel Wieland

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
Hallo Gerlinde.

Ich kenne ein paar Hunde von einem Wachdienstunternehmen, alle samt DSH oder
Malinios. Diese Hunde konnte man auch nicht zusammen lassen, geschweige denn
mit Futter in den Zwinger gehen, die hätten sich wahrscheinlich regelrecht
zerfleischt.
Ich denke auch, dass ein Wach-, Polizei- oder Zollhunde nicht von Fremden
angefaßt werden solltet, ganz einfach aus dem Grund, dass sie dann einfach
nicht mehr zuverlässig sind. Aber, dass sie nicht mit anderen Hunden in
Kontakt kommen dürfen, halte ich für schwachsinnig. Mit einem nicht
sozialisierten Hund kann man meiner Meinung nach nicht einmal auf die Straße
gehen, besonders in solchen Fällen, in denen die Hunde im Dienst sind.#


Gerlinde Budziat schrieb in Nachricht
<20000419043632...@nso-fp.aol.com>...
>Hallo NG,
>
>bei uns im Ort wohnt ein Diensthundeführer, der momentan zwei Polizeihunde
hat.
>Warum dürfen diese Hunde keinerlei Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen

>haben ? Beim täglichen Gassi wird ein großer Bogen um andere Leute gemacht.
>Geht er an der Leine an jemanden vorbei, gibt es jedesmal ein riesiges
Gebell,

>wobei seine Hunde genauso anfangen zu kläffen. Liegen die hunde im Auto und
Du
>gehst nichtsahnend vorbei, geht das Theater schon wieder los.
>

>Ich dachte, diese Hunde wären eigentlich wohlerzogen?

>Ich muß noch dabei anmerken, daß Hundeführer und die Hunde "angeblich" hoch
>dekoriert sind.

>Wie kann es da sein, daß noch nicht einmal ein Familienmitglied den Hund
>anfassen darf ?
>

>Bitte macht mich schlau, ob dies alles Allgemeingültigkeit hat.

>Herzlich, Gerlinde

Helmut Steinberger

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
Am Thu, 20 Apr 2000 18:47:41 +0200, schrieb "Isabel Wieland"
<32003084...@t-online.de>

>Ich denke auch, dass ein Wach-, Polizei- oder Zollhunde nicht von Fremden
>angefaßt werden solltet, ganz einfach aus dem Grund, dass sie dann einfach
>nicht mehr zuverlässig sind. Aber, dass sie nicht mit anderen Hunden in
>Kontakt kommen dürfen, halte ich für schwachsinnig. Mit einem nicht
>sozialisierten Hund kann man meiner Meinung nach nicht einmal auf die Straße
>gehen, besonders in solchen Fällen, in denen die Hunde im Dienst sind.#

Das mit dem Anfassen von Fremden ist so eine Sache. Was gibt es
überhaupt für Gründe, daß ein Hund von Fremden angefaßt werden muß?
Da ist einmal der Tierarzt. Das sollte natürlich schon möglich sein,
daß ein Tierarzt den Hund im Beisein des Hundebesitzers behandelt. Da
gibt es jede Menge Sofafifis, die da zu Bestien werden. Eurer Tierarzt
kann euch da sicher Geschichten erzählen. Hat also nichts mit
Diensthund oder nicht zu tun.
Dann gibt es eventuell noch die Notwendigkeit, daß ein Formwertrichter
auf einer Ausstellung oder ein Leistungsrichter, bei einer
Hundesportveranstaltung den Hund anfassen will. Die machen das erst
nach Rücksprache mit dem Hundeführer und so, daß nicht so leicht was
passieren kann.
Irgendwelche Fremde Personen, brauchen fremde Hunde ja wirklich nicht
anfassen.
Die Zuverlässigkeit verliert ein Diensthund, der sich von Fremden
anfassen läßt, dadurch aber nicht. Die meisten Hunde können sehr gut
unterscheiden zwischen Spaß und Ernst.
Der Kontakt mit anderen Hunden ist für Diensthunde wie auch für
normale Familienhunde nicht zwingend notwendig. Hat aber auch mit
Diensthund oder nicht, gar nichts zu tun. Ich kenne genug Diensthunde,
die ganz normal mit anderen Hunden auskommen. Den meisten
Diensthunden, die ich kenne merkt man es so gar nicht an, daß sie
Diensthunde sind.
Außerdem hängt es immer davon ab, wie der Hund unter der Kontrolle des
Hundeführers steht. Da ist mir ein Diensthund, der von seinem
Hundeführer kontrolliert wird lieber, als ein Familienhund, der sich
nach eigenem Gutdünken auf andere Hunde stürzt, weil es ihm gerade
einfällt.
Eine gute Sozialisierung ist für einen Diensthund normalerweise nicht
notwendig. Der Hundeführer hat es in manchen Fällen einfacher, aber
notwendig ist es nicht. Die Gebrauchstüchtigkeit des Dientshundes
hängt jedenfalls in keinster Weise davon ab.
Mit einem nichtsozialisierten Hund kann man ganz locker jederzeit auf
der Strasse gehen, wenn man den Hund gut ausgebildet hat und ihn unter
Kontrolle hat.

Servus Helmut

Christoph von Nathusius

unread,
Apr 21, 2000, 3:00:00 AM4/21/00
to
Helmut Steinberger writes:
> Isabel Wieland wrote:


>> Ich denke auch, dass ein Wach-, Polizei- oder Zollhunde nicht von Fremden
>> angefaßt werden solltet, ganz einfach aus dem Grund, dass sie dann einfach
>> nicht mehr zuverlässig sind.

> Das mit dem Anfassen von Fremden ist so eine Sache. Was gibt es
> überhaupt für Gründe, daß ein Hund von Fremden angefaßt werden muß?

> [...]


> Irgendwelche Fremde Personen, brauchen fremde Hunde ja wirklich nicht
> anfassen.

Jein, frag mal Leute vom Rettungsdienst. Herrchen bricht beim
Spaziergang zusammen, Autounfall und Fahrerin ist eingeklemmt,
Notfall zu Hause ... und wenn dann ein da ein Hund dabei ist,
der sich nicht anfassen läßt, verliert man mindestens kostbare
Minuten.

> Die Zuverlässigkeit verliert ein Diensthund, der sich von Fremden
> anfassen läßt, dadurch aber nicht. Die meisten Hunde können sehr gut
> unterscheiden zwischen Spaß und Ernst.

»Richtige« Diensthunde oft besser, als viele Hobby-SCHH.
(Natürlich nicht alle :-)

> Der Kontakt mit anderen Hunden ist für Diensthunde wie auch für
> normale Familienhunde nicht zwingend notwendig.

Würde ich auch wieder jein sagen: zum nackten Überleben wohl nicht.
Aber wenn der Hund z. B. dienstlich schon mal mit anderen Hunden
zusammen kommt, dann sollte er dazu auch in der Lage sein. Also
zumindest in jüngeren Jahren braucht der Diensthund ausreichend
Hundekontakt.
Und dann ist es doch wohl so, dass auch die meisten Diensthunde
gerne Hundekontakte haben, warum also nicht.

> Eine gute Sozialisierung ist für einen Diensthund normalerweise nicht
> notwendig. Der Hundeführer hat es in manchen Fällen einfacher, aber
> notwendig ist es nicht. Die Gebrauchstüchtigkeit des Dientshundes
> hängt jedenfalls in keinster Weise davon ab.

In keinster Weise halte ich für übertrieben. Wenn Du nur den
nackten Einsatz siehst, mag das stimmen - etwas Umfeld dazu,
dann sehe ich das nicht mehr ganz so.

> Mit einem nichtsozialisierten Hund kann man ganz locker jederzeit auf
> der Strasse gehen, wenn man den Hund gut ausgebildet hat und ihn unter
> Kontrolle hat.

Nur hast Du auch dann mehr Stress und sei es nur wegen fremder
Hunde, die unbedingt an deinen ran wollen.

Christoph
--
*Vorsicht* automatischer | gefiltert: Merlin, V. Luna, VAVALUNA,
Pseudo-Filter! | X. Y. Mustermann, Dr. Mabuse et.al.
_____________________________|________________________________________
Lass Computer die Dreckarbeit tun - schone Dein neuronales /dev/null

Norbert Gschw.

unread,
Apr 21, 2000, 3:00:00 AM4/21/00
to

Helmut Steinberger schrieb in Nachricht ...

>Am Thu, 20 Apr 2000 18:47:41 +0200, schrieb "Isabel Wieland"
><32003084...@t-online.de>
>
>>Ich denke auch, dass ein Wach-, Polizei- oder Zollhunde nicht von Fremden
>>angefaßt werden solltet, ganz einfach aus dem Grund, dass sie dann einfach
>>nicht mehr zuverlässig sind.

Verstehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht.

Ein Hund der von Fremden angefaßt werden kann, soll nicht mehr zuverlässig
funktionieren? Soll das heißen, er folgt nicht mehr? Oder er riecht nicht
mehr gut genug?

IMO ist der einzige Grund: Der Hund ist nicht mehr gefährlich genug! Er
schreckt nicht ab! Er ist nicht sofort als gefährliche Waffe zu erkennen.

Irgendwie ist mir das zu extrem.

Norbert mit Benji, die sich auch nicht gern von Fremden streicheln läßt.

Paul Cech

unread,
Apr 21, 2000, 3:00:00 AM4/21/00
to

"Christina Würmlin" wrote:
>

>
> Schauderhafte Vorstellung! Ich kann nur hoffen, dass dieser Hundeführer
> seine Hunde bereits als erwachsene und verdorbene Hunde bekommen hat... das
> würde das Ganze wenigstens noch etwas verständlicher machen.
>
> Normalerweise leben Diensthunde ganz normal in Familien.

Ich nehm jetzt einmal dieses Posting, um ein paar Fragen dranzuhängen,
die mich interessieren:

1) Ist es nicht so, dass Diensthundeführer oft "verdorbene" Schutzhunde
bekommen, die für den Turniersport nix mehr taugen? - und die Hunde
deshalb (sagen wir:) schwierig sind?

2) Muss ein z.B. Polizeihund überhaupt "scharf" (optisch, akustisch)
sein? Ein guter Sch-3-Hund kann schmuseweich, sozialisert sein und auf
Kommando trotzdem verteidigen, angreifen.

3) Kann es sein, dass viele der Diensthundeführer selbst schlecht
"sozialisiert" sind und um ihr eigens Ego aufzuwerten, optisch (z.B:
Lefzen hochziehen) und akustisch (Knurren, Bellen) scharfe Hunde
brauchen? (bzw. die Hunde dahingehend "erziehen")


Herzliche Gruesse
Paul

Christoph von Nathusius

unread,
Apr 21, 2000, 3:00:00 AM4/21/00
to
Paul Cech writes:
> Christina Würmlin wrote:

>> Schauderhafte Vorstellung! Ich kann nur hoffen, dass dieser Hundeführer
>> seine Hunde bereits als erwachsene und verdorbene Hunde bekommen hat

Halte ich eher für unwahrscheinlich, da hat sich vermutlich einer
den Hund gemacht, den er selber braucht.

>> Normalerweise leben Diensthunde ganz normal in Familien.

Ebend.

> 1) Ist es nicht so, dass Diensthundeführer oft "verdorbene" Schutzhunde
> bekommen, die für den Turniersport nix mehr taugen? - und die Hunde
> deshalb (sagen wir:) schwierig sind?

Afaik nicht, die Ausfallrate bei »Bewerbungen« ist außerordentlich
hoch, warum sollten sie dann ausgerechnet kaputte Hunde nehmen.
Z. T. züchtet die Polizei selbst, weil auf dem freien Markt
nicht ausreichend »Qualität« verfügbar ist.

> 2) Muss ein z.B. Polizeihund überhaupt "scharf" (optisch, akustisch)
> sein? Ein guter Sch-3-Hund kann schmuseweich, sozialisert sein und auf
> Kommando trotzdem verteidigen, angreifen.

Das gilt eigentlich auch für Diensthunde. Wobei man da wohl auch
relativieren muss. Es gibt z.B. Situationen, in denen der
Hund auch ohne Kommando aktiv werden muss. Er ist zwar ein
Familienhund, aber ob man die Kinder alleine mit dem Hund spazieren
gehen lassen darf?

Ansonsten sind die meisten Diensthunde nicht nur Schutzhunde.
Meistens arbeiten sie als Drogensuch-, Sprengstoffsuch-Hund, ...
sind aber auch SCHH. Ein hypernervoeser »Reißwolf« macht
aber in vielen Situationen eben doch Probleme.

> 3) Kann es sein, dass viele der Diensthundeführer selbst schlecht

> "sozialisiert" sind und um ihr eigens Ego aufzuwerten [...]


> scharfe Hunde brauchen? (bzw. die Hunde dahingehend "erziehen")

Bei den DHF die ich kenne, ist das nicht so. Es wird solche
aber sicher auch geben (s.o.).

Christoph (IANADHF ;-)

Michael Dörr

unread,
Apr 21, 2000, 3:00:00 AM4/21/00
to
"Norbert Gschw." <N.Gsch...@t-online.de> wrote:


>Ein Hund der von Fremden angefaßt werden kann, soll nicht mehr zuverlässig
>funktionieren? Soll das heißen, er folgt nicht mehr? Oder er riecht nicht
>mehr gut genug?
>
>IMO ist der einzige Grund: Der Hund ist nicht mehr gefährlich genug!


Nun ja, ich denke auch, dass sich nicht jeder Hund von jedem Fremden
_gerne_ anfassen lassen muss. Aber zu einem alltagstauglichen Hund
gehört auch, dass er es "wegstecken" kann, wenn er unabsichtlich von
Fremden berührt wird. Oder wenn ihm ein alkoholisierter Mensch
schwankend entgegenkommt. Oder ein Behinderter, der seltsam läuft
und den Hund versehentlich anstößt. Er wäre mir viel zu stressig einen
Hund zu haben, mit dem ich entweder selbst die Straßenseite wechseln
muss, oder darauf hoffen muss, dass mir die Fußgänger ausweichen.
Oder stell Dir vor: Du läufst an eine ruhigen Straße, plötzlich geht
eine Tür auf und eine Horde von Kindern (z.B. Kindergeburtstag)
stürzt auf die Straße. Plötzlich sind 10 Kinderhände am Hund.
Der soll dann beißen dürfen, weil es sein "Recht" ist, sich nicht
anfassen zu lassen? In meinen Augen ist so ein Hund alles andere
als "alltagstauglich".

Helmut Steinberger

unread,
Apr 21, 2000, 3:00:00 AM4/21/00
to
Am Fri, 21 Apr 2000 12:17:22 +0200, schrieb "Norbert Gschw."
<N.Gsch...@t-online.de>

>
>Helmut Steinberger schrieb in Nachricht ...
>>Am Thu, 20 Apr 2000 18:47:41 +0200, schrieb "Isabel Wieland"
>><32003084...@t-online.de>
>>
>>>Ich denke auch, dass ein Wach-, Polizei- oder Zollhunde nicht von Fremden
>>>angefaßt werden solltet, ganz einfach aus dem Grund, dass sie dann einfach
>>>nicht mehr zuverlässig sind.
>
>Verstehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht.

Ich auch nicht. Ich habe das auch nicht geschrieben. So wie Du es
gequotet hast, könnte aber der Eindruck entstehen, das sei von mir.

Servus Helmut

Gerlinde Budziat

unread,
Apr 22, 2000, 3:00:00 AM4/22/00
to
Hallo zusammen,
genau das ist mir auch hier schon passiert. Mein Sohn, damals 2 Jahre, riß sich
von meiner Hand los und lief auf den hochdekorierten Diensthund los. Der Führer
wurde nur leichenblass vor lauter Panik.Zum Glück stoppte Sohn und blieb
stehen.

Ich dachte eigentlich, man könnte einen Hund so gut erziehen, daß er nur auf
Befehl agiert? Warum funktioniert dies nicht bei diesen Hunden?

Es ist traurig, daß des Menschen bester Freund hier als gefährliche Waffe
degradiert wird.Aber selbst eine Waffe muß doch erst entsichert werden.

Meine Freundin ( Polizistin)hat sich als Hundeführerin beworben und wurde mit
der Begründung abgelehnt, sie hätte einen SH und einen zweiten könnte man wegen
der Bissigkeit unmöglich in den Zwinger lassen.

Kopfschüttelnd aber dennoch herzlich, Gerlinde

Lothar Schmidt

unread,
Apr 23, 2000, 3:00:00 AM4/23/00
to
Hallo Gerlinde,

bei uns in der OG trainiert der Bundesgrenzschutz regelmäßig. Und einige
Kollegen von der Polizei sind auch öfter auf unserem Hundeplatz.
Ich kann dazu nur sagen das dies alles normale Hunde sind. Die spielen mit
Welpen und andere Hunde genau so wie jeder andere Hund. Und zu fremden
Personen sind diese Hunde auch nicht aggressiv.
Die Sache mit dem Auto würde ich auch als normal deuten. Die meisten
Diensthundeführer haben in Ihrem Auto diese Hundeboxen. Die Heckklappe
bleibt auf. Der Hund kann jetzt fremde Personen hören und sehen. Ähnlich ist
dies mit dem Postbotensyndrom. Der Hund beschützt nur sein Revier.
Es gibt aber auch Diensthundeführer die sich selber froh machen(eher die
Ausnahme).Da wird der Hund zu einer Kampfbestie hochgeredet. Damit dies
niemals rauskommt, daß der Hund genau wie jeder andere ist, darf er nicht zu
fremden Hunden und Personen.


--
Gruß Lothar
PS: Warum Leicht wenn es auch Schwer geht ?
_____________________________________________________
L-Sc...@t-online.de

Gerlinde Budziat <pgbu...@aol.com> schrieb in im Newsbeitrag:
20000419043632...@nso-fp.aol.com...

0 new messages