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Rhodesian Ridgeback ist zerstörungswürtig sobald er alleine ist

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teleweb

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May 30, 2000, 3:00:00 AM5/30/00
to
Wir haben einen 4 Monate alten Rhodesian Ridgeback, der sobald wir ihn 1/2
Stunde alleine zuhause lassen, uns die Möbel ruiniert.
Wer kann uns helfen?
Grüße aus Wien

Anke Schilla

unread,
May 30, 2000, 3:00:00 AM5/30/00
to
Hallo Markus,

leider habe ich auch keine Lösung, einen Maulkorb halte ich aber für falsch
(s. Beitrag Caligula).
Um Deinen Welpen besser zu verstehen, habe ich dir ein paar Zeilen aus einem
Artikel von Wolfgang Seifried kopiert, vielleicht solltest Du ihn ganz
langsam an das Alleinsein gewöhnen. Möglicherweise warst Du zu schnell zu
lange weg.

"Hund alleine lassen

Ihr Welpe ist noch sehr abhängig von Ihnen. Er braucht Ihre Zuneigung, Ihr
Lob und Ihre Gesellschaft. Während des vierten Monats wird er unter
Umständen noch anhänglicher und beobachtet jeden Ihrer Schritte. Er folgt
Ihnen bei jeder Gelegenheit dicht auf den Fersen. Wenn Sie kein anderes
Haustier haben, kommt seine Abhängigkeit noch stärker zum Ausdruck und er
hat möglicherweise große Schwierigkeiten Sie aus seinem Gesichtskreis
verschwinden zu lassen.
Spätestens jetzt müssen Sie ihm beibringen, die Abwesenheit von Menschen zu
ertragen, sonst werden Sie später große Mühe haben. Es kommt darauf an, dem
Welpen wissen zu lassen, daß Sie mit Sicherheit zurückkommen, wenn Sie
weggehen und ihn alleine lassen. Sie müssen ihn in mehreren Schritten
entsprechend konditionieren, das heißt, daran gewöhnen, ruhig zu bleiben und
sich still zu verhalten, auch wenn er von seiner Menschenfamilie (dem Rudel)
getrennt ist. Das fängt man ganz langsam an, indem man ihn mal kurz
innerhalb der Wohnung alleine laßt, dann zurückgeht und lobt, wenn er sich
gut benommen hat. Machen Sie es, wenn er sowieso vom Spielen oder
Spazierengehen müde ist. Man soll zwar den Welpen mitnehmen, wann immer es
möglich ist um ihn an alle Arten von Situationen zu gewöhnen, aber Sie
werden einmal damit beginnen müssen, ihn für kurze Zeit alleine im Haus
zurückzulassen. Sie sollten dies auch tun, wenn Sie nichts Bestimmtes
vorhaben. Gehen Sie einmal zur nächsten Straßenkreuzung oder fahren Sie zum
Postamt oder tun Sie sonst irgend etwas, aber tun Sie es regelmäßig. Führen
Sie auch jedesmal dieselben Routinehandlungen durch, auch wenn Sie nur für
zehn Minuten das Haus verlassen. Schließen Sie die Fenster oder Türen,
schalten Sie das Licht aus, gehen Sie zur Garderobe, nehmen Sie sich einen
Mantel oder Jacke, stecken Sie die Autoschlüssel ein, und nehmen Sie Ihre
Handtasche, Ihre Mappe oder sonst etwas - eben das, was Sie normalerweise
mitnehmen würden, wenn Sie mehrere Stunden fortgingen. Ihr Welpe wird
schnell lernen, die Anzeichen dafür zu erkennen daß Sie das Haus verlassen
wollen, auch wenn Sie sich je nach Jahres- oder Tageszeit etwas anders
darauf vorbereiten.
Überlegen Sie sich also, was Sie normalerweise bei Abwesenheit von ungefähr
acht Stunden tun würden. Versuchen Sie, alle Handlungsabläufe und Handgriffe
zumindest für einige Wochen gewissenhaft zu wiederholen, bis Sie merken, daß
Ihr Welpe bereit ist Ihr Fortgehen zu akzeptieren. Falls Sie ihn bis jetzt
regelmäßig mitgenommen haben, kann er in Aufregung geraten, wenn Sie Ihre
Vorbereitungen zum Fortgehen treffen. Richten Sie vielleicht deshalb in der
Routine des Aufbruchs einige Worte an ihn, zum Beispiel ,,Nein, du kommst
nicht mit!", oder einfach "Nein". Es schadet nichts, wenn Sie sich von dem
Welpen verabschieden, aber machen Sie das Tier nicht glauben, Ihr Fortgehen
sei ein großes Ereignis. Es genügt wenn Sie einfach sagen; "Sei ein braver
Hund" oder "Bis bald!" Es ist wichtig, daß Sie tatsächlich weggehen Glauben
Sie nicht, Ihr Welpe merkt es nicht, wenn Sie sich nur in die Garage oder
den Garten begeben. Er wird Ihre Nähe spüren und vielleicht glauben, daß er
Sie durch sein Bellen oder Winseln zurückholen kann.
Die Ansicht, nach der es sinnvoll sein soll, draußen vor der Türe zu warten,
um zu sehen, was passiert, und dann schnell zurückzugehen, um den Hund zu
bestrafen, falls er beIlt, ist veraltet. Es ist eine ,,negative Bestärkung".
Alles was Sie damit erreichen ist nur, ihn für sein Bellen mit Ihrer
Rückkehr zu belohnen. Weil es ihm vor allem um Ihre Zuneigung geht, wird er
sich nicht einmal viel aus Ihrem Schimpfen machen! Wenn Sie zurückkommen,
auch wenn Sie nur 10 Minuten fort waren, begrüßen Sie Ihren Hund fröhlich
und lassen Ihn sofort hinaus. Sparen Sie sich eine ausführliche Begrüßung,
bis er Gelegenheit hatte sich zu erleichtern. Es könnte sonst sein, daß er
vor lauter Aufregung uriniert. Begrüßen Sie ihn immer fröhlich, und lassen
ihn sofort hinaus, bevor Sie sich mit irgendwelchen Problemen abgeben, die
zwischenzeitlich entstanden sind. Ihr Heimkommen sollte immer ein freudiges
Ereignis für den Welpen sein. Damit es das auch für Sie ist, räumen Sie
besser alles außer Reichweite was er zerstören könnte, bevor Sie weggehen.
Manche Welpen neigen zur Zerstörungswut, die aus der Angst vor dem
Alleinsein oder aus Langeweile erfolgt. Beim Zerbeißen und Zerstören bekommt
er seine Angst in den Griff, und langweilig ist es ihm dann auch nicht
mehr."

So long
und
Viel Erfolg
Anke


--
Die Hunde haben mehr Spaß an den Menschen als diese an den Hunden, weil der
Mensch offenkundig der Komischere der beiden Kreaturen ist. (James Grover
Thurber)


Gerhard Bayer

unread,
May 31, 2000, 3:00:00 AM5/31/00
to
teleweb schrieb:

Was stellt er denn so an? Zerbeißt er die Möbel, zerfetzt er Teppiche,
Stoffe, Decken? Oder markiert er einfach?

Grundsätzlich wollen Hunde (Rudeltiere) gar nicht allein gelassen
werden, können es aber behutsam lernen.

Nach meiner Erfahrung: verschließe keine Türen zu Räumen, die er in
Deiner Anwesenheit benutzen darf. Gib ihm eine Decke, die nach DIR
riecht zum kuscheln. Ärgere Dich nicht, wenn er diese in kleine
Fuzerln zerlegt, sondern ersetz sie ab dem halben Gewicht durch eine
neue. Je nach Hund kannst Du bis zu fünf Decken verbrauchen. Laß den
Fernseher weiterlaufen, wenn er bei Deiner Anwesenheit sowieso immer
an ist. Plötzliche Stille im Haus beunruhigt. Leere PET Flaschen
eignen sich wunderbar als Spielzeug, sie werden nicht zerfetzt, nur
zerdrückt, wodurch er sie in seinem Frust nicht fressen kann.

Diese Liste kann noch endlos erweitert werden, dafür brauch ich aber
mehr Input. Abschließend noch zur Sicherheit, weil ich Dich nicht
kenne: Kein aufgeregtes Schimpfen, wenn Du nach Hause kommst und den
Schaden bemerkst! Damit verunsicherst Du den Hund und bleibst außerdem
erfolglos.

P.S.: Hast Du wenigstens einen Garten, wenn Du Dir einen RR hältst? In
einer Skala ungeeigneter Wohnungshunde steht der RR ganz weit oben.

Servus
Gerhard Bayer

Sabine Friedrich

unread,
May 31, 2000, 3:00:00 AM5/31/00
to
> Man kann den Hund verpruegeln und es hilft nicht. Mit dem richtigen
Maulkorb
> geht das ganz gut und unser Hund hat davon keinen Schaden genommen.
>
> Unsere Moebel dann auch nicht mehr :-))
>
> Tschuess
> Caligula

Na toll, wenn deine zwei Hunde den gleichen Stellenwert haben wie deine
Fernsehcouch.

Sabine

Anke Schilla

unread,
May 31, 2000, 3:00:00 AM5/31/00
to
Hallo Caligula,

also ich denke ein 4 Monate alter Welpe läßt sich noch ganz gut erziehen.
Und ob er eine Einschränkung wie einen Maulkorb unbedingt so gut verkraftet.
In dem Artikel ist die Rede von Angst.

"Manche Welpen neigen zur Zerstörungswut, die aus der Angst vor dem
Alleinsein oder aus Langeweile erfolgt. Beim Zerbeißen und Zerstören bekommt
er seine Angst in den Griff, und langweilig ist es ihm dann auch nicht
mehr."

Manche Hunde werden sicher auch aus Langeweile randalieren, aber das sollte
der Besitzer vorher abklären, bevor er zu solchen Maßnahmen greift.
Falls der Welpe wirklich aus Angst randalieren sollte, wird ein Maullkorb
denke ich absolut falsch sein, weil er das Tier ja noch mehr einschränkt.
Und es ist ja noch nicht einmal gesagt, daß der Hund alles zerbeißt,
vielleicht versucht er sich ja auch durch ein paar Möbel zu buddeln.

Ich würde das Terrain des Hundes soweit möglich eingrenzen und alles aus dem
Weg räumen, was ich gerne noch behalten möchte. Und natürlich ganz langsam
an das Alleinsein gewöhnen.


So long
Anke *die eiegntlich nicht viel von Maulkörben hält*

Yvonne Mohring

unread,
Jun 2, 2000, 3:00:00 AM6/2/00
to
Hallo miteinander!

Eigentlich lese ich eure Beiträge meistens nur, da ich aber selber einen
RR besitze, muß ich doch auch einmal meinen Senf dazu geben.

Einem RR einen Maulkorb anzulegen ist wirklich schwachsinnig, da diese
Geschöfte sehr sensibel sind und es einem übel nehmen. Ich habe bei
meinem RR min 9 Wochen angefangen ihn 5 min. alleinzulassen, dann 5 bis
10 minütlich gesteigert, heute kein Problem mehr. Ich lasse ihm
allerdings, seit ich umgezogen bin, das Radio laufen, damit es nicht zu
still ist.

Wenn man einen RR hat, benötigt man nicht unbedingt ein Garten, ich
hatte bei meiner vorigen Wohnnung ein Garten und er ist so gut wie nie
draußen gelegen. Ich weiß nicht wie man auf so was kommt, dass ein RR
ein Garten benötigt.

Grüße Yvonne und Gismo

Gerhard Bayer schrieb:

Gerhard Bayer

unread,
Jun 2, 2000, 3:00:00 AM6/2/00
to
Yvonne Mohring schrieb:
>
> Hallo miteinander!

>
> Wenn man einen RR hat, benötigt man nicht unbedingt ein Garten, ich
> hatte bei meiner vorigen Wohnnung ein Garten und er ist so gut wie nie
> draußen gelegen. Ich weiß nicht wie man auf so was kommt, dass ein RR
> ein Garten benötigt.
>
> Grüße Yvonne und Gismo

Ausnahmen bestätigen die Regel. War Dein früherer Garten eventuell
verseucht? Ich kenne solche Geschichten aus der Gegend um Hannover.
Dort liegen die Hunde selten freiwillig im Garten, weil sie viel
intensiver spüren, was unter den 20 cm Erde liegt, auf denen in den
vergangenen 30 Jahren Gartensiedlungen errichtet wurden.

Selber habe ich noch keinen RR gehabt - bin also kein Experte.
Trotzdem kenne und verfolge ich diese Rasse seit 25 Jahren aufmerksam,
weil sie in meiner persönlichen Favoritenskala einen der oberen Plätze
einnimmt.

Gruß
Gerhard

Yvonne Mohring

unread,
Jun 5, 2000, 3:00:00 AM6/5/00
to
Hallo Gerhard,

ich weiß nicht, ob mein früherer Garten verseucht war, kann ich mir
eigentlich nicht vorstellen.

Mich hat nur die Aussage gestört, dass ein RR mit Garten gehalten werden
muß.

Gruß Yvonne

Gerhard Bayer schrieb:

Alexander Hassinger

unread,
Jun 5, 2000, 3:00:00 AM6/5/00
to
Toll wenn Du eine Kostenrechnung bei der Hundehaltung erstellst, aber ich
denke mit der Einstellung (meine Sofa hat 8.000 DM gekostet und lasse ich
mir nicht von einem Koeter zerbeissen) solltest Du Dich nicht gerade als
geeigneter Hundehalter rechnen und anderen Menschen in diesem Forum Tips
über Hundehaltung geben. Denn ein Hund ist eben kein Sofa (kann nicht
beissen und bellen) und benötigt bei Gott keinen Maulkarb, sogar der Gedanke
an einen Maulkorb finde ich schon abwägig, nur wenn der Hund seinen Frust
den er durch alleine sein hat abbauen möchte (er ist ja alleine weil Du
dafür verantwortlich bist). Das Du Dir Tische und Sofas in dieser
Preisklasse leisten kannst finde ich einfach klasse, ich denke Du solltest
wenn Tips dann ein paar gescheite geben und nicht die BRESCHSTANGEN Tips!
Maulkorb ist in diesem Falle viel zu einfach!

Welchen Hund hast Du denn der Dir dies einfach so verzeiht??

HAsi


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