On 23 Jan 2001 09:24:46 GMT, tknol...@aol.com (Cristine) wrote:
>Freunde von uns aus Rheinland-Pfalz suchen einen Kl. Münsterländer Welpen. Ich
>habe für sie aus dem IN die Telefonnummer der LG Saar-Rhein-Pfalz vom Verein
>für Kl. Münsterländer herausgesucht.
>Da wurde unseren Freunden gesagt, die Züchter gäben nur an Jäger ab.
Tja nun - wieso muss es denn unbedingt einer sein? Haben sie sich mal
überlegt, was es bedeutet, einen so jagdlich motivierten Hund zu
halten? Haben sie auch mal dran gedacht, was es für den Hund bedeutet,
wenn er diese Passion gestrichen bekommt?
Seit Ponda hier bei uns ist, hab ich mein Herz ja an den Dt. Drahthaar
verloren und bedauere jetzt schon, daß mein nächster Welpe keiner sein
kann. Ich würde dem Welpen keinen Gefallen tun, das wär nicht ok. Wenn
ich aber mitbekomme, dass irgendwo einer nicht jagdtauglich ist und in
andere Hände kommen soll - dann ist es meiner :-)
Liebe Grüße,
Ellen
Danke für die offene erkenntnis !
Und wenn die Kaufinteressenten Dein Posting lesen, und dann nicht
verstehen, bzw. von ihrem Rassewunsch absehen, wäre das grob
fahrlässig herbeigeführte Tierquälerei, in Deinem Posting ist so
ziemlich alles gesagt.
Gruss Frank
>-
Jäger, Hunde- und Katzenhalter
icq# 96353603
ja es ist richtig das (verantwortungsvolle) Züchter ihre Welpen nur an Jäger
abgeben.
Dadurch kommt der Hund in Hände die geeignet sind seinem starken Jagdtrieb
gerecht zu werden.
Ein Kleiner Münsterländer ist trotz seines 'hübschen' Aussehens ein
vollblut-Jagdhund
und erfordert eine absolut konsequente Erziehung. Zudem ist es erfoerderlich
solch einem
Hund eine sinnvolle Aufgabe zukommen zu lassen. Ohne Erziehung, Auslastung
und Aufgabe
verkümmert er. Man kann aus dieser Rasse nicht hoppla die hopp einen Haus
und Hof
Hund machen. ( Wie bei so vielen Rassen mit 'Spezialeigenschaften)
Grade bei Hunden die aus einer entsprechenen Zucht kommen hat man schnell
einen
'Wilderer' wenn man ihn nicht 100 % unter Kontrolle hat. Und eine Leben an
der Leine
ist für ihn (wie für viele andere Hunde) eine Qual.
Im Tierheim wird man so gut wie nie einen Welpen oder Junghung bekommen.
Züchter nehmen Notfaelle in der Regel zurück und geben sie an andere Jäger
weiter.
Nur jagduntaugliche Hunde werden manchmal an Privatpersonen abgeben.. ist
aber selten.
(so habe ich es kennen gelernt)
Es gibt immer wieder Privatpersonen die eine Hündin decken lassen... dann
hat man zwar meist
keine Papiere aber immer noch einen Hund der immer die Nase am Boden haben
wird und
sich über jede Katze, Hase und Reh freuen wird :-))
Die wichtigste Frage ist: Warum diese Rasse????? Es gibt so viele wesentlich
besser geeignete Familienhunde wie einen Jagdhund. Also nicht vom Aussehen
verführen lassen.. Man wird keinen Spass an dem Hund haben und der Hund
nicht an seinem Besitzer.
Gruss, und hoffentlich tritt bei den Interessenten die Vernunft in Kraft!!
Maren mit Apollo
(9 jähriger Kleiner Münsterländer)
>Ganz toll, dass die Züchter wirklich nur an Jäger abgeben, hätte das nie
>gedacht, weil wir gegenteilige Erfahrung gemacht haben (beím Bayr.
>Gebirgsschweißhund).
Beim Bayr. ? Bist Du ganz sicher ?
seltsam, hab sowas die Tage auch von einem hanoveraner gehört ! Staun,
gerade bei den beiden , angebl. nur unter der Hand gehandelten Rassen.
Ein Trost, von ihrem Wesen und ihren Anlagen her vertragen diese
beiden Nichtjagdausübung wahrsch. am Besten.
>Sei glücklich darüber, es gibt noch verantwortungsvolle
>Züchter!!!!
Hoffentl. !
Wir haben zwar keinen reinrassigen Münsterländer, aber unser Brisko -
Ergebnis einer ungewollten Liason - ist ein Dalmatiner-Münsterländer-Mix
(Mama: Dalmi, Papa: Großer Münsterländer). Er sieht zwar aus wie ein Dalmi,
aber den Jagdtrieb hat er von seinem Vater geerbt. Er hat eine dermaßen
feine Nase und einen nur schwer kontrollierbaren Jagdtrieb. Seine Erziehung
nötigt einem immer wieder Konsequenz ab (oftmals sehr sachwer bei den
Augen), aber ansonsten könnte man ihn draußen nicht frei laufen lassen. Wir
habe aber das Glück, ländlich zu wohnen, mit überschaubaren und teilweise
eingezäunten Wiesen, so dass er mit unseren anderen beiden (die
glücklicherweise keinerlei Jagdtrieb haben) seinem Laufdrang fröhnen kann.
Unser Münsterländer-Mix braucht unheimlich viel Bewegung und da wir ihn
nicht jagdlich führen, müssen wir ihn anderweitig beschäftigen (Hundesport),
denn spielen im üblichen Sinn (Ball spielen oder so) tut er nicht.
Ich denke, wir haben seinen Jagdtrieb weitestgehend unter Kontrolle, was
aber im freien Gelände auch bedeutet, immer einen Tick schneller als der
Hund zu sein. Im Wald (da sind wir aber nur sehr selten) darf er
beispielsweise nur an der 8m-Flexi laufen, alles andere wäre mir zu riskant.
Ich denke, deine Bekannten sind sich nicht bewußt, was es heißt, einen
Jagdhund zu halten. So ein Hund ist trotz seines niedlichen Aussehens und
trotz vieler toller Eigenschaften kein pflegeleichter Familienhund!!!
> Die Tierheime haben natürlich auch keine Welpen. (NEIN - einen erwachsenen
Hund
> aus dem TH wollen sie nicht. Wegen 4,5jährigem Kind. Würde ich auch nicht
> wollen. Keine Diskussion bitte)
> Es wäre toll, wenn hier jemand weiterhelfen kann.
Ich denke, es gibt viele andere tolle Hunde (Mixe und Rassehunde), die viel
besser geeignet wären!
Deine Bekannten sollten es sich wirklich noch mal überlegen!
Gruß
Birgit
> Vielen Dank
> Cristine
unser Sam ist auch ein Großer Münsterländer-Dalmatiner-Mix. Wir haben ihn
mit ca.1,5 Jahren aus dem TH geholt. Heute ist er 5 Jahre. Sein Jagdtrieb
ist wirklich sehr stark ausgeprägt. Aber man lernt, das Wild schon vor ihm
zu entdecken. Ausserdem können wir Sam mittlerweile sehr gut abrufen, wenn
ihm ein Hase o.ä. über den Weg läuft. Sam braucht sehr viel Auslauf (mit
Leila im Garten findet er z. B. nur ätzend) und Beschäftigung.
Ich denke auch, daß der kl. Münsterländer in Jägerhand besser aufgehoben
ist.
viele Grüße
Marion
P.S. Hallo Birgit, kann ich mir irgendwo ein Foto von Deinem Hund ansehen?
Sam hat mehr Ähnlichkeit mit ´nem Münsterländer.
Hallo,
hier mische ich mich mal mit rein.
Verständnis hab ich auch wenig, warum es unbedingt ein
Münsterländer sein soll, zumal so ein kleines Kind dabei ist
und auch jedemenge Zeit in Anspruch nimmt genauso wie ein
Hund, insbesondere aber solch ein spezieller.
Ich kenne 4 Münsterländer die im Tierheim sitzen, 3 kleine,
ein Großer. Alles bedauernswerte Geschöpfe. Der Große ist
besonders schön aber warum hockt er wohl im Tierheim ?
Wahrscheinlich weil die Anschaffung nicht gut überlegt war
und er zu anstrengend war. Kürzlich, war irgendwie lustig,
hatten wir mitbekommen wie ein älterer Herr seinen
Münsterländer wieder vom Tierheim abgeholt hatte. Für so
einen Hund gibt es wohl interessanteres als so eine
langweilige Begleitung.
Dann gibts da noch das Päarchen im Tierheim, Rüde und
Weibchen, die von einem skrupellosen Vermehrer ausgesetzt
wurden. Er hatte wahrscheinlich Gott und die Welt mit
kleinen Münsterländern beliefert. Die beiden sind einfach
nur lieb, total schmusig, betteln um jede Streicheleinheit
hocken nun aber schon fast 4 Jahre dort. Warum ? Weil sie
absolut anstrengend sind. Klar, die kommen höchstens einmal
am Tag raus aber dann wollen sie auch laufen und zerren wie
die Wilden, auch wenn sie keine Luft mehr bekommen.
Ich hoffe wirklich nur, das hier keiner ist der
"weiterhelfen" kann und wird.
Ich habe größtes Verständnis, wenn sich jemand einen Welpen
holt, gerade bei kleinen Kindern aber nicht mehr wenn es um
Rassen geht die ihren tribut fordern und früher oder später
wieder abgeschoben werden weil man eventuell merkt, geht
nicht.
Gruß Sandra
> Es wäre toll, wenn hier jemand weiterhelfen kann.
Info:
http://www.muensterlaender.de.vu/
Gruß
Gerald
Ich habe in der weiteren Umgebung meiner Hundeschule einen KM "Züchter"
sitzen, der an gott und die welt welpen verschachert. Viele landen davon bei
mir und ALLE haben massive Probleme mit den Hunden. Die meisten Hunde sind
unterfordert und totunglücklich.
Bitte keinen KM für eine Familie kaufen, es geht fast nie gut.
Liebe Grüße
Petra
Ja, ein Züchter aus Bochum hat an Nichtjäger abgegeben.
>
>>Ganz toll, dass die Züchter wirklich nur an Jäger abgeben, hätte das nie
>>gedacht, weil wir gegenteilige Erfahrung gemacht haben (beím Bayr.
>>Gebirgsschweißhund).
>
>Beim Bayr. ? Bist Du ganz sicher ?
Auf die Gefahr hin, daß Paul wieder einen A-Thread daraus entwickelt: in
Östereich bekommt man den BGS tatsächlich aus Zuchten aus dem bekannten Zwinger
"oP", und die werden sowohl an Jäger als auch an Nichtjäger abgegeben. Ich
kenne selbst zwei solcher Hunde.
Carl
WiegandCJ wrote:
>
>
> Auf die Gefahr hin, daß Paul wieder einen A-Thread daraus entwickelt:
...würde ich nie machen...
in
> Östereich bekommt man den BGS tatsächlich aus Zuchten aus dem bekannten Zwinger
> "oP", und die werden sowohl an Jäger als auch an Nichtjäger abgegeben. Ich
> kenne selbst zwei solcher Hunde.
>
Ich kannte nur einen "Haus-BGS". (der Hund ist schon verstorben)
Herzliche Gruesse
Paul
On 24 Jan 2001 23:35:50 +0200, "Isabell Ney" <Bell...@web.de> wrote:
[Mirko]
vielleicht hast Du das Ausgangsposting nicht gelesen? Es ging um eine
Familie mit 4,5 jährigem Kind und -wie ich es verstanden haben-
Ersthundbesitzer. Meinst Du, da wäre es angeraten, ausgerechnet einen
Münsterländer-Welpen aufzunehmen? Ich glaube, das meinst Du nicht
wirklich. Ich würde da auch nicht zu einem Border Collie raten. Wir
haben nun mal spezialisierte und sehr arbeitsfreudige Rassen, die bei
Unterforderung sehr schnell zum Problemhund werden. Wo landet der
"Problemhund" später? Bei Jagdhunde in Not oder anderswo - das muß
doch nicht sein. Es gibt genügend andere Hunde...
>Im Gegenteil dazu kenne ich viele glückliche reinrassige Münstis und auch Dt.
>Drahthaar (mit Papieren aus Jägerhand) denen es in Privatfamilien mit normaler
>Erziehung besser geht als manchem Jagdhund der täglich mehr als 6 Stunden im
>Zwinger sitzt oder der nur zum jagen gehalten wird.
Glaub ich. Ausnahmen bestätigen immer die Regel. Aber die schwarzen
Schafe unter den Jägern, kann man nicht als Argument nutzen, um für
den Jagdhund in Familien zu werben. Ich selbst haben einen
Dt.Drahthaar-Border Collie-Mix. Vom Border hat er lediglich die
schwarze Farbe und ein wenig Fellstruktur (also weicher, kein
Drahthaar). Laut DD-Kennern soll er wesensmäßig DD pur sein. Ich liebe
diesen Hund, kannst Du mir glauben :-) Aber es ist auch nicht
wegzureden, daß er schwierig und teilweise anstrengend ist. Solche
Hunde fordern, hast Du von Deinem Mirko ja auch geschrieben. Und es
ist eben nicht immer so, daß Familien auf diese Forderungen dann auch
eingehen möchten. In meinem Bekanntenkreis ist z.B. eine Familie mit 5
Kindern, die Jüngste ist jetzt 7. Anfang Dezember bekomm ich nen
Anruf, ich solle doch mal vorbeikommen. Erwartet hat mich ein 8 Wochen
altes Hundebaby - Mix aus Labrador und Bayr. Gebirgsschweißhund. Süüß,
wirklich ganz entzückend. Frauchen hat dann erzählt, Anschaffungsgrund
war die Gesundheit des Familienvaters, der bräuchte Bewegung an
frischer Luft :-( Da kam mir etwas die Galle hoch. Nun gut, sie hat
mich ausgefragt - ich hab geantwortet. Ich hab sie mit Lesestoff
versorgt und sie war Feuer und Flamme zum Welpenhopsen zu kommen. Bis
heute ist sie nicht einmal erschienen :-( Der Garten ist ja groß und
der Familienvater spielt leider nicht mit bei der Planung. Der hat gar
keine Lust, sich an frischer Luft zu bewegen. Tja, sowas ist für jeden
Hund Mäusekacke - aber für einen so spezialisierten - und sei er auch
nur Mix - ist es mehr als Mäusekacke.
>Übrigens als Tip: unter der Homepage
>http://www.jagdhunde-in-not.de/
>und der E-Mail: jagdhund...@t-online.de
>bekommt man wertvolle Tipps. Die haben auch oft Welpen oder jüngere Hunde an
>Jäger oder Nichtjäger zu vermitteln und kennen die meisten Jagdhunde in
>Deutschlands Tierheimen.
Das merk ich mir mal gleich :-)
Liebe Grüße,
Ellen
>denn als ich ihn bekam wurde er jagdlich erzogen bzw. hat man anscheinend
>mit Schlägen ihm einiges beigebracht.(ich kann wenig über seine Vergangenheit
>sagen da er einen Tag nach Weihnachten ausgesetzt wurde)
Das sollte aber doch hoffentlich keine Gleichsetzung sein?
Carl