Ich kopier Euch am besten einfach mal den ganzen Text hier rein:
Dᅵstere Wolken ziehen ᅵber der Welt der Gᅵnse auf:
In Bayern dᅵrfen seit 1. August fᅵr fast ein halbes Jahr Grau- und
Kanadagᅵnse und auch Nilgᅵnse planlos geschossen werden!
Protestiert bitte hier:
<https://www.change.org/de/Petitionen/bayerisches-staatsministerium-fᅵr-
ernᅵhrung-landwirtschaft-und-forsten-stoppen-sie-5-1-2-monate-ungeregelte-
jagd-auf-gᅵnse-nehmen-sie-die-neuen-jagdzeiten-zurᅵck>
Wohin das fᅵhrt, ist am Starnberger See zu sehen: In Tutzing wurde bereits
am ersten Tag der neuen Jagdzeitenregelung ein Viertel der Gᅵnse geschossen
- vor den Augen und gegen den Willen der Mehrheit der Bᅵrger und der
Gemeinde! Inzwischen (4.8.2014) gibt es dort schon keine Gᅵnse mehr - sie
wurden abgeschossen oder sind (vorᅵbergehend) geflohen. Vor ein paar Jahren
wurden am gesamten Starnberber See - damals noch mit Ausnahmegenehmigung -
70 % der Gᅵnse geschossen!
Dies kᅵnnte sich nun in ganz Bayern wiederholen. Denn wenn man nicht massiv
bejagen wollte, wofᅵr braucht man dann 5 1/2 Monate?
Naturfreunde haben sich zu einer Interessengruppe Wasservᅵgel
zusammengefunden und eine Petition zum Schutz der Gᅵnse und anderer
Wasservᅵgel gestartet, damit Deutschland endlich seinen Verpflichtungen zum
Schutz heimischer und ziehender Wasservᅵgel nachkommt.
Die Forderungen der Petition sind:
Die sofortige Rᅵcknahme der neuen Jagdzeitenregelung solange eine
Umweltvertrᅵglichkeitsprᅵfung nicht deren Unbedenklichkeit fᅵr den
Erhaltungszustand einheimischer und europᅵischer Wasservogelpopulationen
erwiesen hat
Eine generelle Jagdruhe fᅵr Wasservᅵgel von Oktober bis November
zum Schutz von Zugvᅵgeln
Einen Mindestabstand von Jagdhandlungen von 300 Metern zu
Mauserplᅵtzen zum Schutz von Mauservᅵgeln
Die Abschaffung der Jagdzeiten auf Bleᅵgᅵnse, Saatgᅵnse und
Ringelgᅵnse: Bei diesen Arten handelt es sich um in Bayern sehr seltene
Zugvᅵgel; Ringelgᅵnse kommen praktisch nicht vor, insgesamt nimmt ihr
Bestand ab; bei den Bleᅵgᅵnsen besteht die Gefahr einer Verwechslung mit den
bedrohten Zwerggᅵnsen, bei Saatgᅵnsen besteht die Gefahr von Abschᅵssen der
seltenen Kurzschnabelgᅵnse und Waldsaatgᅵnse
Die Genehmigung von Gᅵnsejagden frᅵhestens ab 15. August nach
Beendigung der Mauser der Gᅵnse ausschlieᅵlich in Gebieten, in denen
Managementplᅵne die Abschuᅵzahlen regeln sowie geeignete Duldungszonen fᅵr
Gᅵnse ausgewiesen und umgesetzt worden sind
ERLᅵUTERUNGEN:
Die bayerischen Jagdzeiten auf Grau- und Kanadagᅵnse wurden erweitert und
eine Jagdzeit fᅵr Nilgᅵnse eingefᅵhrt, alle drei Arten dᅵrfen ab sofort
jᅵhrlich vom 1. August durchgᅵngig bis 15. Januar geschossen werden.
Fᅵr den Erhaltungszustand der Graugans trᅵgt Deutschland laut BfN-Kriterien
in besonderem Maᅵe Verantwortung, fᅵr Bleᅵ-, Saat- und Ringelgᅵnse sogar in
besonders hohem Maᅵe. Das heiᅵt, daᅵ das ᅵberleben dieser Arten entsprechend
gefᅵhrdet ist, wenn sie in Deutschland nicht ausreichend geschᅵtzt werden.
Bei der Kanadagans - frᅵher auch Trompetergans genannt - handelt es sich um
einen eingebᅵrgerten, aber inzwischen heimischen Brutvogel. Die Nilgans ist
keine echte Gans im engeren Sinne, sondern eine Halbgans. Sie wurde
ebenfalls in Europa eingebᅵrgert und breitet sich seither selbstᅵndig aus.
Ohne Abschuᅵplᅵne oder Zielvorgaben liegt es im Ermessen der Jᅵger, wieviele
Gᅵnse geschossen werden - praktisch dᅵrfen sie 5 1/2 Monate lang schieᅵen,
solange sie noch Gᅵnse in ihrem Revier antreffen.
Dies, obwohl in der Vergangenheit die Jagd jeden Nachweis schuldig geblieben
ist, die gewᅵnschten Effekte auf die Lenkung oder die Regulation von
Gᅵnsebestᅵnden zu haben.
Gesunde adulte (ausgewachsene) Gᅵnse haben in Mitteleuropa keine natᅵrlichen
Feinde, daher haben sich wᅵhrend ihrer Evolution eine Reihe von Mechanismen
herausgebildet, mit denen sie selbst ihre Bestᅵnde regulieren. Durch
Bejagung werden alle diese Mechanismen auᅵer Kraft gesetzt - so daᅵ der
Gᅵnsebestand sogar deutlich ansteigen kann! Am Starnberger See, wo seit
einigen Jahren besonders Kanadagᅵnse streng bejagt werden (in manchen Jahren
bis zu 70 % des Bestandes), hat sich bei gleichbleibendem Gᅵnsebestand die
Anzahl der aufgezogenen Jungvᅵgel im Vergleich zum Zeitraum vor der Bejagung
verdoppelt. Dies dient der Rechtfertigung, die Bejagung auch weiterhin
fortzufᅵhren, doch ist es eine Folge der Jagd. Im gleichen Zeitraum hat sich
der Bestand der Graugᅵnse dort fast verdreifacht - ein Teufelskreis wurde
losgetreten...
Erfahrt unter "Kein Platz fᅵr wilde Gᅵnse?"
<
http://www.gaensewelt.de/keinplatz/wildegaense.html>
nᅵheres darᅵber, weshalb es vᅵllig unmᅵglich ist, durch Bejagung die
Bestᅵnde heimischer Gᅵnse zu regulieren.
Bejagung kann allenfalls unter bestimmten Voraussetzungen eine
unterstᅵtzende Maᅵnahme bei der Lenkung von Gᅵnsebestᅵnden sein, doch dafᅵr
mᅵᅵten erstmal geeignete Duldungsflᅵchen fᅵr die Gᅵnse ausgewiesen und die
Jᅵger entsprechend geschult sein.
Fᅵr Kanadagᅵnse und auch fᅵr Nilgᅵnse, die keine festgelegte Brutzeit haben,
kommt eine Bejagung zum 1. August zu frᅵh. Zu diesem Zeitpunkt lernt der
Nachwuchs gerade fliegen oder steht noch davor, so daᅵ die Gefahr fᅵr die
unerfahrenen Jungvᅵgel, bei einer Bejagung in Panik gegen Hindernisse wie
Bᅵume zu fliegen und sich schwer zu verletzen oder den Anschluᅵ an ihre
Familie zu verlieren, sehr groᅵ ist. Die Altvᅵgel kommen zu diesem Zeitpunkt
aus der Schwingenmauser und habe ihre volle Flugfᅵhigkeit noch nicht wieder
erreicht.
Kanadagᅵnse brᅵten spᅵter im Jahr als Graugᅵnse, ihr Nachwuchs schlᅵpt im
Mai, in Ausnahmefᅵllen auch im April und Juni. Damit sind die Jungvᅵgel zu
Beginn der Bejagung noch nicht flᅵgge oder werden es gerade - in jedem Fall
haben sie keine Flugerfahrung. Gleichzeitig sind sie zu diesem Zeitpunkt
kaum noch von den Altvᅵgeln zu unterscheiden. Junge Gᅵnse werden ein Jahr
lang von ihren Eltern betreut; verlieren sie den Anschluᅵ an die Elterntiere
- in Panik oder weil diese geschossen wurden - sinken ihre ᅵberlebenschancen
dramatisch. Unter diesen Umstᅵnden verbietet der Tierschutz (und im ᅵbrigen
auch das Jagdgesetz) eine Bejagung.
Gleiches gilt fᅵr die Nilgans. Die Brutzeit der Nilgᅵnse ist nicht
festgelegt, sie kᅵnnen noch im Sommer Nestjunge fᅵhren.
Auch viele andere Wasservogel-Arten mausern auf unseren Gewᅵssern bis in den
September hinein, etliche davon kᅵnnen - ebenso wie die Gᅵnse - wᅵhrend der
Schwingenmauser nicht fliegen. Durch eine Bejagung der Gᅵnse bereits Anfang
August werden diese Mauservᅵgel extrem beunruhigt.
Viele Wasservᅵgel durchleben eine Schwingenmauser, bei der alle
Schwungfedern gleichzeitig abgeworfen werden und sie - je nach Art - fᅵr
drei bis vier Wochen flugunfᅵhig sind. In dieser besonders sensiblen Phase
suchen die Wasservᅵgel zentrale Mauserplᅵtze auf. Aus weiten Teilen Europas
kommen dabei auch Mauservᅵgel nach Deutschland. Jagdhandlungen im August und
September stᅵren die Mauser von Arten, die spᅵt im Jahr mausern, wie Zwerg-
und Schwarzhalstaucher, bzw. treffen insbesondere erfolgreich brᅵtende
Entenweibchen, da diese erst sehr spᅵt die Mauserplᅵtze aufsuchen, wie
Reiher-, Knᅵk- und Schnatterente.
Zu Mauserplᅵtzen ist daher ein ausreichender Abstand einzuhalten.
<https://www.change.org/de/Petitionen/bayerisches-staatsministerium-fᅵr-
ernᅵhrung-landwirtschaft-und-forsten-stoppen-sie-5-1-2-monate-ungeregelte-
jagd-auf-gᅵnse-nehmen-sie-die-neuen-jagdzeiten-zurᅵck>
XPost & fup2 dsb