Da die behandelnden Ärzte keine Kenntnisse in der Tauchmedizin haben, würde
ich mich freuen, wenn mir jemand die folgenden Fragen beantworten könnte:
Welche Auswirkungen kann eine behandelte Thrombose beim Tauchen haben?
Bestehen dadurch mehr Risikofaktoren oder sollte ich für einen gewissen
Zeitraum besser nicht tauchen?
Hat das Medikament Marcumar, das die Blutgerinnung hemmt, weitere
Auswirkungen, die das Risiko beim Tauchen erhöhen?
>Welche Auswirkungen kann eine behandelte Thrombose beim Tauchen haben?
>Bestehen dadurch mehr Risikofaktoren oder sollte ich für einen gewissen
>Zeitraum besser nicht tauchen?
>
>Hat das Medikament Marcumar, das die Blutgerinnung hemmt, weitere
>Auswirkungen, die das Risiko beim Tauchen erhöhen?
>
Hallo,
ich bin kein Mediziner, ich kann Dir nur raten diese Fragen an einen
Tauchmediziner zu richten. Auf der Seite von DAN Deutschland ist auch
ein Link zu der Getüm (Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin)
und einer Liste der Getüm-Taucherärzte. Wenn dort einer aufgeführt ist
in Deiner Region solltest Du diesen konsultieren.
Ansonsten gilt auch hier die Standardaussage zu Tauchen und
Medikamenten:
Die Medikamente wurden alle nie darauf getestet welche Wirkungen und
Nebenwirkungen bei Überdruck auftreten, deshalb kann man nur raten:
nicht zu tauchen während Medikamente eingenommen werden müssen.
Die einzige Ausnahme sind Medikamente, die vor einer
Druckkammerbehandlung eines Dekounfalls eingesetzt werden, dort werden
wohl auch Blutgerinnungshemmer benutzt. Dort liegt aber ein Notfall
vor, der die Anwendung von Medikamenten und Überdruck erfordert. Das
kann man auf einen freiwilligen Lusttauchgang nicht übertragen.
Deshalb nehme ich an das Dir auch ein Taucharzt vom Tauchen abraten
wird bis Deine Thrombose abgeheilt ist und keine Medikamente mehr
eforderlich sind. Danach brauchst Du streng genommen auch eine neue
Tauglichkeitsuntersuchung, auch wenn Du kurz vor der Thrombose bei der
Untersuchung warst.
Also hab lieber noch etwas Geduld.
For a reply by Email use:
hercksenATmewDOTuni-erlangenDOTde
I think you know what to do with AT and DOT,
don't you?
Und hier noch der Link auf die Taucherarzt-Adressenliste der
Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. :
http://www.daneurope.org/offices/d/gtuem/divedocs.htm
By
> Welche Auswirkungen kann eine behandelte Thrombose beim Tauchen haben?
Die Thrombose wird eine Ursachen haben. Welche?
> Bestehen dadurch mehr Risikofaktoren oder sollte ich fuer einen gewissen
> Zeitraum besser nicht tauchen?
Ja!
> Hat das Medikament Marcumar, das die Blutgerinnung hemmt, weitere
> Auswirkungen, die das Risiko beim Tauchen erhoehen?
Auch!
Als Tauchmediziner kann ich Dir nur den Rat geben, Dich an einen
Kollegen zu wenden. Er wird Dir hoffentlich den Rat geben, nicht mehr zu
tauchen. Es gibt hier einige Gruende, die das Risiko erhoehen, bei
Tauchproblemen ernsthaft zu erkranken.
Wenn dieses Problem auf allgemeines Interesse stoesst, werde ich hier
noch einige Gegenargumente (Immersion -> Dehydratation -> Eindickung des
Blutes -> erneute Thrombose; Blutungsgefahr UW; Lungenriss -> Haemato-
Pneumo-Thorax etc.) genauer ausfuehren, damit diese Krankheiten nicht
aud die leichte Schulter genommen werden.
Viele Gruesse aus Jena Bjoern
--
Wenn die Aerzte fuer die Ueberschreitung des Heilmittelbudgets haften
sollen, dann muessen Politiker auch fuer die Arbeitslosen haften.
danke für Deine Antwort, auch wenn Sie mich natürlich frustriert hat.
> > Welche Auswirkungen kann eine behandelte Thrombose beim Tauchen haben?
> Die Thrombose wird eine Ursachen haben. Welche?
Bei einem Fahrradsturz hatte ich mir eine Bänderdehnung zugezogen. Deshalb
hat mein Orthopäde das Knie mit einem Schlickverband, der sehr eng war,
ruhig gestellt. Während dieser Zeit hatte es relativ hohe
Außentemperaturen. Das waren die Ursachen. Ansonsten wird meine Throbose
vom behandelnden Arzt als komplikationslos eingestuft. Er will die
Behandlung mir Marcumar nach einem halben Jahr wieder einstellen. In meiner
Familie gab es bisher noch keinen Fall von Thrombose. Anscheinend liegt
keine besondere Veranlagung vor.
> Als Tauchmediziner kann ich Dir nur den Rat geben, Dich an einen
> Kollegen zu wenden. Er wird Dir hoffentlich den Rat geben, nicht mehr zu
> tauchen. Es gibt hier einige Gruende, die das Risiko erhoehen, bei
> Tauchproblemen ernsthaft zu erkranken.
Meinst Du damit, das Tauchen ganz aufzugeben oder warten, bis die
Behandlung beendet ist?
> Wenn dieses Problem auf allgemeines Interesse stoesst, werde ich hier
> noch einige Gegenargumente (Immersion -> Dehydratation -> Eindickung des
> Blutes -> erneute Thrombose; Blutungsgefahr UW; Lungenriss -> Haemato-
> Pneumo-Thorax etc.) genauer ausfuehren, damit diese Krankheiten nicht
> aud die leichte Schulter genommen werden.
Da die Ursache der Thrombose höchstwahrscheinlich mein Unfall war und keine
entsprechende Veranlagung vorliegt, hoffe ich, nach dem halben Jahr wieder
ganz hergestellt zu sein. Falls Du als Fachmann anderer Meinung bist, würde
ich gerne wissen, wie groß das Risiko ist, wenn ich danach wieder tauchen
würde. Könnte ich durch entsprechend vorsichtiges Tauchen (nur ein TG pro
Tag, keine Tieftauchgänge, etc.) das Risiko minimieren?
Falls Du mir meine Fragen beantworten könntest, wäre ich sehr dankbar.
Gruß,
Thomas
Bjoern Mehlhorn schrieb in Nachricht <6udmx...@quincy.apg.lahn.de>...
>Wenn dieses Problem auf allgemeines Interesse stoesst, werde ich hier
>noch einige Gegenargumente (Immersion -> Dehydratation -> Eindickung des
>Blutes -> erneute Thrombose; Blutungsgefahr UW; Lungenriss -> Haemato-
>Pneumo-Thorax etc.) genauer ausfuehren, damit diese Krankheiten nicht
>aud die leichte Schulter genommen werden.
Ich habe weiteres Interesse!
Hintergrund:
Anfrage einer Sportgruppe bei uns nach einer Tauchausbildung:
Eine Person die ständig Macomar nimmt,
Eine Person ist Bluter,
Eine Person ist schwerer Diabetiker,
auch der Rest der Gruppe hat irgend was, dazu fehlen mir aber noch
die genauen Info´s. Ist halt eine Gruppe die vom
Krankenhaus in´s Leben gerufen worden ist.
Ich habe die natürlich zuerst gebeten mit Ihren Ärzten darüber zu sprechen,
bin jedoch für alle Info´s sehr empfänglich.
Wenn sonst keinen Interessiert, dann ev. per MAIL ?
Danke
Hermann-Josef
Ich auch und bestimmt noch mehr hier.
...
: Wenn sonst keinen Interessiert, dann ev. per MAIL ?
Bitte hier!
...
: Danke
: Hermann-Josef
Ciao,
Christian
>Anfrage einer Sportgruppe bei uns nach einer Tauchausbildung:
>Eine Person die ständig Macomar nimmt,
>Eine Person ist Bluter,
>Eine Person ist schwerer Diabetiker,
>auch der Rest der Gruppe hat irgend was, dazu fehlen mir aber noch
>die genauen Info´s. Ist halt eine Gruppe die vom
>Krankenhaus in´s Leben gerufen worden ist.
>
>Ich habe die natürlich zuerst gebeten mit Ihren Ärzten darüber zu sprechen,
>bin jedoch für alle Info´s sehr empfänglich.
>
Hallo,
zu Tauchen mit Diabetes war in den letzten Monaten im Sporttaucher, in
Unterwasser und in den Taucher News je ein Artikel. Der im
Sporttaucher war von einem Diabetiker, die anderen von Medizinern. Aus
allen zusammen konnte man sich recht gut über die Problematik
informieren. Evtl. kann ich Dir Kopien zukommen lassen.
> Ich habe weiteres Interesse!
Gern schreibe ich noch ein paar Gedanken, die sich Eure Tauchkameraden
machen sollten, bevor sie ins Wasser wollen. Dies kann natuerlich eine
individuelle Beratung unter Beachtung des Einzelfalles nicht ersetzen,
will aber dem geneigten Laien ein paar weitere Zusammenhaenge vor Augen
fuehren, die der Mediziner so durchdenkt, wenn er nicht ganz gesunde
Leute zum Tauchen schickt.
Ich wollte Thomas Lepack noch individuell zu seinem Problem antworten,
aber leider erreiche ich ihn per E-Mail zur Zeit nicht. Er moege sich
noch mal bei mir melden und ggfs. eine Alternativ-E-Mail-Adresse
benennen.
> Hintergrund:
> Anfrage einer Sportgruppe bei uns nach einer Tauchausbildung:
> Eine Person die staendig Macomar nimmt,
Marcumar - Inhaltsstoff Warfarin, auch im Rattengift enthalten - ist ein
Gegenspieler zum Vitamin K. Das Vitamin K wird von der Leber benoetigt,
um funktionsfaehige Gerinnungseiweisse herstellen zu koennen. Wenn das
Vitamin K im Koerper verdraengt wird (mit Marcumar), dann bildet die
Leber nur funktionsunfaehige Gerinnungseiweisse. Somit gerinnt das Blut
deutlich schlechter, die Blutungszeit wird laenger. Bereits kleinere
Blutungen koennen einen grossen Blutverlust bedeuten.
Tauchen ist nun leider ein Sport, wo durch die Druckunterschiede die
Gefaesse an der Grenze von Gasen zu Geweben sehr stark beansprucht
werden koennten (Nasennebenhoehlen, Mittelohr, Lunge, Auge/Maske).
Sollte hier eine Blutung durch einen kleinsten Einriss eines Gefaesses
durch einen zu grossen Druckunterschied entstehen, dann kann diese
kleine Blutung, die sich bei normaler Blutgerinnung zu einem kleinen
Uebel auswirkt, ein riesen Mallheur werden. Blutungen nach Aussen
(Verletzungen der Haut UW) koennen auch extrem bluten.
Wenn nun ein Marcumarpatient extrem stark blutet, dann kann er etwas
dagegen tun, indem er sehr viel Vitamin K zu sich nimmt. Dann hat die
Leber innerhalb von vier Stunden wieder soviel Gerinnungsstoffe
gebildet, dass die Blutgerinnung wieder halbwegs funktioniert. Noch
schneller ginge es mit einem Gerinnungseiweisskonzentrat, was aehnlich
wie beim Bluter gespritzt werden kann.
Nur dann hat leider das Marcumar seinen therapeutischen Effekt verloren
und der Patient ist wieder gefaehrdet, eine neue Thrombose oder eine
Verstopfung seiner kuenstlichen Herzklappe oder was auch immer zu
bekommen (halt der Grund, warum er ueberhaupt Marcumar nimmt).
Und dann hat die Beurteilung der Tauchtauglichkeit auch noch von der
Grundkrankheit auszugehen, weswegen die Marcumar-Therapie eingeleitet
wurde. Bei einer Thrombose ist folgendes zu bedenken:
Immersion -> Dehydratation -> Eindickung des Blutes -> erneute Thrombose
Daher muss dieser Patient extrem gut trinken, noch vielmals mehr, als
unser eins. Denn durch die Immersion, das Eintauchen des Koerpers ins
Wasser, wird schnell so viel Fluessigkeit aus dem Blut an die Nieren
abgegeben, dass das Blut wieder zu dick wird.
Bei der kuenstlichen Herzklappe ist der Kardiologe speziell nach der
koerperlichen Leistungsfaehigkeit und der Kardiochirurg nach der Art des
Eingriffes (Brusthoehleneingriff ?!?!?!) zu fragen, um die
Tauchtauglichkeit besser beurteilen zu koennen.
> Eine Person ist Bluter,
Hier gibt es wiederum 1000 Spielarten. Ich gehe einfach mal davon aus,
dass es die schwerste Form ist, wo der Patient ein Gerinnungseiweiss gar
nicht selbst bilden kann und somit die Blutgerinnung extrem
abgeschwaecht ist. Damit gelten o.g. Aussagen fuer Marcumar und
zusaetzlich noch das extreme Risiko (schon an Land) der
Einblutungsgefahr in die grossen Gelenke (Knie/Ellenbogen/Schulter) mit
sofortiger schmerzhafter Bewegungseinschraenkung. Ueber Wasser hilft
sich dieser Patient, indem er den fehlenden Gerinnungsstoff sich selbst
per Injektion (quasi wie ein Junky) in die Vene spritzt. Nur unter
Wasser geht das nicht.
Wenn der Patient den Gerinnungsstoff vor jedem Tauchtag sich vorbeugend
spritzt, ist nichts dagegen einzuwenden. Einzig der horrende Preis
koennte dagegensprechen - dies ist abzuklaeren.
> Eine Person ist schwerer Diabetiker,
Das macht nix. Wenn der Diabetiker 1/2 Jahr gut eingestellt ist (keine
Ueber- oder Unterzuckerung in dieser Zeit!!!) und extrem vernuenftig und
geschult mit seiner Krankheit umgehen kann, dann ist gegen das Tauchen
unter fachkundiger Anleitung nix einzuwenden. Hier verweise ich auf die
vielfaeltigen Aktivitaeten "vor Ort", da dies sehr Individuell auf den
Diabetiker zugeschnitten sein muss und er quasi "nur" seine Krankheit
und die Selbstbehandlung um eine Facette erweitern muss.
> auch der Rest der Gruppe hat irgend was, dazu fehlen mir aber noch
> die genauen Info's. Ist halt eine Gruppe die vom
> Krankenhaus in's Leben gerufen worden ist.
Das kann sehr anstrengend sein. Schon allein ein kranker Kamerad in
einer Tauchgruppe sollte die Aufmerksamkeit aller fordern. Wenn sich die
Gruppe jetzt immerzu individuell auf jeden einzelnen einstellen muss,
dann kann das leicht - nicht zuletzt fuer den TL - zu viel werden.
Allein ein Taucharzt sollte immer anwesend sein, wenn so viele Kranke
auf einmal tauchen wollen.
> Ich habe die natuerlich zuerst gebeten mit Ihren Aerzten darueber zu
> sprechen, bin jedoch fuer alle Info's sehr empfaenglich.
Erstere Aussage ist zu unterstreichen. Am besten haelt der Facharzt fuer
das individuelle Leiden mit dem Taucharzt mal Ruecksprache und laesst
sich Besonderheiten des einzelnen Patienten erklaeren.
> Wenn sonst keinen Interessiert, dann ev. per MAIL ?
Na, hier besteht doch einiges Interesse, die medizinischen Hintergruende
einiger Krankheiten etwas zu beleuchten und in Verbindung mit der
Tauchtauglichkeit zu besprechen.
Wenn ich mich mal irgendwo mit einem Wort ausgedrueckt haben sollte,
welches nicht fuer den Laien verstaendlich genug war oder wenn irgendwo
noch weitergehende Information gewuenscht wird, bin ich per PM oder auch
Brettmail jederzeit bereit, zu antworten. Nur keine Scheu.
Viele Gruesse aus Jena Bjoern
--
How to obtain succes in diving: Doing it right! (WKPP)
>Na, hier besteht doch einiges Interesse, die medizinischen Hintergruende
>einiger Krankheiten etwas zu beleuchten und in Verbindung mit der
>Tauchtauglichkeit zu besprechen.
Ich wuerde einfach mal behaupten dass es fuer Menschen mit diesen
gesundheitlichen Belastungen sicher auch andere Sportarten gibt, die
ihrer Gesundheit zutraeglicher sind und zum bestehenden Risiko nicht
noch zusaetzliche Risiken entstehen lassen.
Wer in einer solchen Situation helfen moechte sollte sich ueberlegen
ob eine Hilfe nicht genau darin besteht ein Tauchen unter solchen
Umstaenden abzulehnen.
Zum Behindertentauchen habe ich es selbst erlebt wie hilfsbereit
mancher Tauchausbilder sein will, da wird dann erst einmal alles
erdenkliche angedacht um behinderten Menschen zum Tauchen zu
verhelfen, am Ende wird schon darueber nachgedacht bis zu welchen
Wassertemperaturen man evtl. mit Epeleptikern tauchen koennte anstatt
einen zu Kraempfen neigenden Persoenenkreis zu DEREN Sicherheit lieber
auszuschliessen.
Wo ein Wille ist besteht meist auch ein Weg .... und so ist es leicht
moeglich dass von allen Seiten zu schnell und zu leicht ein Auge
zugedrueckt wird ... was ja nur zu menschlich und verstaendlich ist,
aber im falschen Moment auch sehr leicht zu einem sehr grossen Malheur
fuehren kann, damit werden die Beteiligten dann evtl. sehr viel
schwerer fertig werden als mit einer harten Entscheidung zur rechten
Zeit.
Gruesse von Andreas
--
andrea...@t-online.de
borchardsheide 28a
22117 hamburg
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