neulich beim Gerätetraining im Becken wollte ich mich mal auf den
Schwimmbadboden entspannt legen und ein paar Luftkringel machen. Dabei fiel
mir auf das mir das einatmen in Rückenlage sehr schwer fällt. Also schnappte
ich mir kurzerhand einen anderen Atemregler und probierte diesen aus... das
gleiche!
Woran liegt es, das mir das Einatmen in Rückenlage so schwer fällt ?
Danke für eure Hilfe und liebe Grüße aus Hannover.
Jens
>Woran liegt es, das mir das Einatmen in Rückenlage so schwer fällt ?
>
Kurze Erklärung: Den Gezetzen der Physik.
Lange Erklärung:
Die 2. Stufe reduziert den Mitteldruck auf Umgebungsdruck. Wenn du auf
dem Rücken liegst, ist der Regler c.a. 20cm über deinen Lungen (wenn
du aufrecht im Wasser stehst ist es noch viel minder). Druck steigt
mit der Wassertiefe. In anderen Worten: Der Druck auf Lungenhöhe ist
höher als der Druck am Atemregler. Du must also die Druckdifferenz
durch saugen ausgleichen, um Luft zu holen (Druck@Lunge < Druck@Mund).
Bei einem Zewischlauchregler hingegen, wo auf Umgebungsdruck des
Flaschenventils geregelt wird, ist Einatmen in Rückenlage leichter als
Einatmen in Bauchlage.
Wenn du aufrecht im Wasser stehst, ist sowieso alles schwerer. ;)
Johannes
Jens Anders wrote:
> Woran liegt es, das mir das Einatmen in Rückenlage so schwer fällt ?
Am Druckunterschied. Wenn Du Dich selbst im Querschnitt im Wasser
anschaust, einmal horizontal mit Gesicht nach Unten und einmal
horizontal mit dem Gesich nach oben, dann wird, je nach Kopf und
Atemregler der Atemregler etwa 30cm höher sitzen. Obwohl sich eine
Druckdifferenz von 0,3bar nach recht wenig anhört, ist es doch genug,
daß Du es spürst. Das hat damit zu tun, daß der Unterdruck, den der
Brustkorb insgesamt aufbauen kann nur recht gering ist (siehe auch
"überlanger Schnorchel".
Den gleichen Effekt erreichst Du übrigens, wenn Du Dich Kopf nach oben
ins Wasser stellst, dann wird das Atmen auch schwerer, wohingegen Kopf
nach unten ins Wasser stellen dazu führt, daß Du quasi aufgeblasen wirst.
Viele Grüße,
Jonathan
> Atemregler der Atemregler etwa 30cm höher sitzen. Obwohl sich eine
> Druckdifferenz von 0,3bar
Moin Jonathan,
kleiner Rechen- oder Tippfehler:
30 cm WS sind 0,03 bar = 30 mbar
Gruß
Jo
hüstel, ja. Muß ich wieder im Staub kriechen? ;-)
Jonathan
> hüstel, ja. Muß ich wieder im Staub kriechen? ;-)
Nöö, heute ist Sonntag, habe dir deshalb ganz generös Asolution erteilt :-)
Gruß
Jo
Der Schnorchel ist doch auch länger als der Abstand Atemregler/Lunge und ich
habe in keinsterweise das Gefühl das es schwer zu Atmen geht.
Gibt es aus technischer der Atemregler Konstruktion vielleicht noch etwas
das dieses Problem erklärt???
Gruß
Jens
Jens Anders schrieb:
> Der Schnorchel ist doch auch länger als der Abstand Atemregler/Lunge und ich
> habe in keinsterweise das Gefühl das es schwer zu Atmen geht.
Die Länge des Schnorchels spielt hierfür keine Rolle, da der *Luft*
-druck nicht in Höhe der Schnorchelöffnung sondern in Höhe des Mundes
wirkt. Da die Lungen beim Schnorcheln in flacher Schwimmlage etwa auf
gleicher Höhe sind, merkt man kaum einen Unterschied. Hier wirkt nur die
"Wassersäule" zw. Oberfläche und Zentrum des Brustkorbs (genauer der
Unterschied zwischen dieser Wassersäule und einer gleich hohen
Luftsäule). Zu lange Schnorchel erhöhen dagegen das Totvolumen, d.h. Die
Luftmenge im Schnorchel geht für die Frischluftversorgung m.o.w.
verloren (das ist der eigentliche Grund, kurze Schnorchel zu nehmen).
Wenn Du es aber mal schaffst, dich mit Schnorchel *senkrecht* unter der
Wasseroberfläche zu tarieren und dann durch den Schnorchel atmest, dann
spürst Du den Atemwiderstand deutlich, weil die Lungen viel weiter unter
der Wasseroberfläche liegen und der zum Atmen nötige Unterdruck sogar
auf Dauer die Lungen schädigen kann, wenn Du mit Gewalt weiteratmest.
Schöne Grüße
Klaus
> der Wasseroberfläche liegen und der zum Atmen nötige Unterdruck sogar
> auf Dauer die Lungen schädigen kann, wenn Du mit Gewalt weiteratmest.
Akut und ohne Dauereinwirkung besteht die Gefahr eines Herzschadens
(Herzmuskeldehnung wg. Unterdruck im Brustkorb).
--
mfg
Matthias Taube
(E-Mail-Adresse im Kopf ist gültig)
Matthias Taube schrieb:
> Akut und ohne Dauereinwirkung besteht die Gefahr eines Herzschadens
> (Herzmuskeldehnung wg. Unterdruck im Brustkorb).
Ob Der Herzmuskel selbst eine Dauerschädigung erfährt kann ich im Moment
nicht nachvollziehen. das Herzgewebe selbst ist erstaunlich robust. Auf
jeden Fall besteht aber eine akute Gefahr durch massive hämodynamische
Veränderungen: Unterdruck im Brustraum, Sog durch gewaltsames Einatmen
über Zwerchfell wirkt auf herznahe Venen mit starker Fülllung des
rechten Herzens und verringertem Nachschub durch das linke Herz. Wohl
auch zu starke Dehnung der dünneren Vorhöfe... summa summarum eine
chaotischer Stress, der Regulationsmechanismen versagen lässt (bis hin
zu Rhytmusstörungen?).
Schöne Grüße
Klaus
(der sich in der Waagrechten mit und ohne Schnorchel sauwohl fühlt).
> Hallo Matthias,
>
> Matthias Taube schrieb:
>
>> Akut und ohne Dauereinwirkung besteht die Gefahr eines Herzschadens
>> (Herzmuskeldehnung wg. Unterdruck im Brustkorb).
>
>
> Ob Der Herzmuskel selbst eine Dauerschädigung erfährt kann ich im Moment
> nicht nachvollziehen. das Herzgewebe selbst ist erstaunlich robust.
Stichwort Rechstsherzinsuffiziens, ist ein bekanntes
Berufstaucherkrankheitsbild, inwieweit aber von erhöhter Blutzähigkeit
verursacht, weiß ich nicht.
Auf jeden Fall besteht die Gefahrvon Lungenödemen bei Schnorcheln mit zu
tiefer Wasserlage in Bauchlage mit Gerät, z.B.
Gruß
Matthias
"Jens Anders" <petr...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:2v75bpF...@uni-berlin.de...
>
> Bei Rückenlage fällt es mir aber deutlich schwerer zu Atmen als bei
> aufrechter Lage. Die Abstandsdifferenz ist aber doch bei aufrechter Lage
> deutlich größer, oder??
auch wenn immer wieder kolportiert wird, dass das schwerere Atmen am
Druckunterschied zwischen Bauch- und Rückenlage liegt, konnte ich das auch
nie so recht nachvollziehen. Mein Erklärungsversuch: In der Rückenlage
versucht die Restluft im Atemregler nach oben zu steigen und drückt also von
unten auf die Membran, die du ja mit Lungenarbeit nach innen ziehen musst,
um den Kipphebel zu betätigen...
In der Bauchlage fehlt dieser zusätzliche Widerstand.
Grüße,
Matthias
Matthias Voss schrieb:
> Stichwort Rechstsherzinsuffizienz, ist ein bekanntes
> Berufstaucherkrankheitsbild,
Ja, bei *ständigem* relativem Unterdruck im Brustraum durch zu hohe
Atemarbeit allerdings.
Grüße
Klaus
Hallo,
> auch wenn immer wieder kolportiert wird, dass das schwerere Atmen am
> Druckunterschied zwischen Bauch- und Rückenlage liegt, konnte ich das auch
> nie so recht nachvollziehen. Mein Erklärungsversuch: In der Rückenlage
> versucht die Restluft im Atemregler nach oben zu steigen und drückt also von
> unten auf die Membran, die du ja mit Lungenarbeit nach innen ziehen musst,
> um den Kipphebel zu betätigen...
> In der Bauchlage fehlt dieser zusätzliche Widerstand.
Kann das nicht auch ein wenig vom verwendeten Atemregler abhängen?
Angeregt durch diese Dikussion (habe den Beitrag am Sonntag kurz vor meiner
Abfahrt an den See gelesen) habe ich es ein paar Mal ausprobiert. Ich
tauche öfters in Rückenlage, bzw. leicht schräg mit Kopf nach oben, um
meinen Hintermann zu beobachten.
Ich konne mich bisher nicht erinnern einen gravierenden Unterschied zu
bemerken, und so war es auch am Sonntag Nachmittag. Gut die "Rückenlage"
war nie länger als max. 1 Minute, dann hab ich mich wieder umgedreht.
Mein Atemregler ist ein Poseidon Xstream.
Gruss
Dietmar
> Am Tue, 9 Nov 2004 12:12:19 +0100 schrieb Matthias Retzer:
>
> Hallo,
>
>
> Ich konne mich bisher nicht erinnern einen gravierenden Unterschied zu
> bemerken, und so war es auch am Sonntag Nachmittag. Gut die "Rückenlage"
> war nie länger als max. 1 Minute, dann hab ich mich wieder umgedreht.
>
> Mein Atemregler ist ein Poseidon Xstream.
Bei dem ist ja auch das geniale, das Ein- und Ausatemmembran sehr dicht
zusammen-, und sehr dicht am Mund liegen.
Gruß
Matthias
> auch wenn immer wieder kolportiert wird, dass das schwerere Atmen am
> Druckunterschied zwischen Bauch- und Rückenlage liegt, konnte ich das auch
> nie so recht nachvollziehen.
Danke, endlich jemand den es geht wie mir :-)
>Mein Erklärungsversuch: In der Rückenlage versucht die Restluft im
>Atemregler nach oben zu steigen und drückt also von unten auf die Membran,
>die du ja mit Lungenarbeit nach innen ziehen musst, um den Kipphebel zu
>betätigen...
> In der Bauchlage fehlt dieser zusätzliche Widerstand.
Ein schöner neuer Ansatz, wird ja von Dietmar weiterunten auch unterstützt.
Werde mir nächstes mal im Becken ein paar andere Automaten zum Testen
leihen, mal gucken ob es da doch Unterschiede gibt.
Gruß aus Hannover
Jens