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Tauchen mit Pneumo Thorax

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Christian Rimke

unread,
Apr 17, 2002, 12:40:01 PM4/17/02
to
Hallo Leute,

ich überlege einen Tauchkurs zu belegen. Vor ein paar Jahren hatte ich mal
was an der Lunge, einen sog. Pneumo Thorax oder so ähnlich. Das ist operiert
und "verschweißt" worden.
Kann ich damit Tauchen?
Beim Unterwasserrugby tauchen wir ohne Gerät bis zu 5,5 Meter tief. Die
notwendige tauchsportärztliche Untersuchung habe ich immer ohne Probleme
bestanden.
Hat jemand Erfahrungen?

Vielen Dank

Christian


Matthias Taube

unread,
Apr 17, 2002, 2:50:06 PM4/17/02
to
> ich überlege einen Tauchkurs zu belegen. Vor ein paar Jahren hatte ich mal
> was an der Lunge, einen sog. Pneumo Thorax oder so ähnlich. Das ist operiert
> und "verschweißt" worden.
> Kann ich damit Tauchen?

Da Du für den Tauchkurs ohnehin eine tauchmedizinische Untersuchung brauchst, solltest Du diese Frage eher an den untersuchenden
Arzt stellen.

Dein Hausarzt wird Dir (im Rahmen einer normalen von der Kasse bezahlten Untersuchung) sagen, ob Du Dir die tauchmedizinische
Untersuchung mangels Erfolgsaussicht schenken kannst.


--
mfg
Matthias Taube


Sylvio Kosse

unread,
Apr 17, 2002, 2:56:43 PM4/17/02
to
Hallo Christian,

> ich überlege einen Tauchkurs zu belegen. Vor ein paar Jahren hatte ich mal
> was an der Lunge, einen sog. Pneumo Thorax oder so ähnlich. Das ist operiert
> und "verschweißt" worden.

War es ein Spontan-Pneu oder hatte er andere Ursachen? Als Du operiert
wurdest, wurde da zusaetzlich auf sichtbar vergroesserte Blaeschen geachtet?
Bei Spontan-Pneu und weiteren vergroesserten Blaeschen wuerde ich Dir
abraten, mit Geraet zu tauchen.
Wenn Du an den Ehm kommst, belese Dich dort auch einmal. Wenn ich
mich nicht ganz taeusche, lehnt er die Tauchtauglichkeit bei einem
Pneumothorax ab. Aber die Tauchmediziner sind sich auch nicht ganz
einig. Vielleicht erlaeutert uns das ja mal einer genauer. Na Bjoern,
liest Du mit und hast Zeit zu antworten?


Viele Gruesse, Sylvio

Christian Rimke

unread,
Apr 17, 2002, 3:43:02 PM4/17/02
to
Vielen Dank für die prompten Antworten.
Es war ein Spontanpneu und die Ursache war tatsächlich ein vergrößertes
Lungenbläschen. Mir hat man aber nach der OP gesagt, dass es nicht wieder
vorkommen kann, da eine künstliche Rippenfellentzündung herbeigeführt worden
ist und durch die Vernarbung die Lunge fest mit dem Rippenfell vernarbt (sie
nannten es verschweißen). Ich bin mir aber halt nicht sicher wie das unter
veränderten Druckverhältnissen ist. Da muss ich wohl noch mal nachfragen.
Was ist der Ehm? Ein Buch?
Wäre echt schade, wenn ich nicht Tauchen könnte. Ich werd mich mal umhören.
CU
Christian
"Sylvio Kosse" <ko...@physik.uni-greifswald.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a9kghb$457k4$1...@ID-43898.news.dfncis.de...

Annerose und Guenter Mildenberger

unread,
Apr 17, 2002, 4:01:09 PM4/17/02
to
Hallo Chritian,


Christian Rimke schrieb:

> Was ist der Ehm? Ein Buch?

Ein Buch...

Der neue Ehm, Tauchen noch sicherer,
Tauchmedizin fuer Sporttaucher und Aerzte.

Gruss Annerose

Joachim Warner

unread,
Apr 17, 2002, 5:57:25 PM4/17/02
to
Hallo Christian,

würde dir dringend empfehlen, zu diesem Thema einen wirklich guten und
erfahrenen Tauchmediziner (den GTÜM-Link hat ja schon jemand gepostet)
zu konsultieren.

Und bring ihm möglichst eine aussagekräftige Dokumentation deiner
damaligen Erkrankung mit (Kopie des OP-Protokolls etc.).

Der "Ehm" ist gut, ersetzt aber nicht das durch Fortbildung ständig
ergänzte Fachwissen eines guten Arztes.

"Normale" Hausärzte sind bei solchen Fragestellungen in der Regel völlig
überfordert.

Wenn dir Hamburg nicht zu weit weg ist, mail mich mal an wegen eines
Tips, wer da empfehlenswert ist.

Wünsche dir, daß es klappt!

Joachim

Andreas Ploch

unread,
Apr 18, 2002, 3:00:39 AM4/18/02
to
"Christian Rimke" <Christia...@ruhr-uni-bochum.de> wrote:
[...]

>Es war ein Spontanpneu und die Ursache war tatsächlich ein vergrößertes
>Lungenbläschen. Mir hat man aber nach der OP gesagt, dass es nicht wieder
>vorkommen kann, [...]

Hallo Christian!


Im allgemeinen gilt der Zustand nach Pneumothorax als absolute Kontraindikation
zum Presslufttauchen. Einige Tauchmediziner sehen dies zwar etwas lockerer, wenn
es sich um einen unkomplizierten Pneu durch Verletzung gehandelt hat und keine
größeren Verwachsungen entstanden sind, aber nach einem Spontanpneu wird wohl
wirklich kein Taucherarzt eine Tauchtauglichkeit für Presslufttauchen attestieren.
Zudem besteht durch die Verklebung der Lunge mit der Brustwand eine weitere
Kontraindikation.


Ein Spontanpneumothorax entwickelt sich infolge einer angeborenen Schwäche des
sog. Lungengerüstes. Dies führt häufig zur Bildung größerer, meist oberflächlich
lokalisierter Hohlräume in den Lungen ("Emphysem-Blasen"), welche spontan oder
unter Belastung reißen können, wodurch es zum Luftaustritt aus der Lunge in den
Spalt zwischen Lunge und Brustkorb (Pleuraspalt) kommt.


Die Aussage, dass sich dieses Ereignis bei Dir nicht wiederholen kann, halte ich
für extrem gewagt, denn die Blasen können sich auch an anderer Stelle neu bilden.


Zur endgültigen Abklärung empfehle ich Dir folgendes: Konsultiere einen
Lungenfacharzt und einen Taucherarzt, zudem ist zur sicheren Beurteilung Deiner
Situation eine Dünnschicht-Computer-Tomographie der Lunge erforderlich.
(Versprich dir davon aber nicht zu viel.)


Viele Grüße


Andi


---------
Andreas Ploch, Arbeitsgruppe Hyperbarmedizin im Klinikum rechts der Isar der TU
München; Druckkammer am Stachus

--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Christian Rimke

unread,
Apr 18, 2002, 3:52:04 AM4/18/02
to
Hamburg ist etwas weit weg für mich. Ich werde es mal abklären lassen, bin
aber nach den bisherigen Postings eher skeptisch. Das Ergebnis werde ich
dann mal hier posten. Trotzdem vielen Dank an euch alle.
CU
Christian

"Joachim Warner" <foerde...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3CBDEFC5...@t-online.de...

Matthias Voss

unread,
Apr 18, 2002, 11:37:41 AM4/18/02
to
Wende dich mal an Dr. Lutz Hock in Berlin, Clayallee.
Gruß
Matthias

Christian Rimke schrieb:

Matthias Voss

unread,
Apr 18, 2002, 11:42:09 AM4/18/02
to
Auf der GTÜM Tagung 1996 in Hofheim wurde über den Fall einer
Schwimmerin( Mitglied der Bationalmanschaft, berichtet, die nach einem
nächtlichen Spontanpneu nach Genesung von ihrem betreuenden Arzt ( GTÜM
-Mietglied, die Tauch-und Wettkampstauglichkeit bescheinigt bekam. Der
Arzt ist über den Tauchsportlandesverband Berlin zu erreichen.
Gruß
MAtthias

Christian Rimke schrieb:

Oliver Mueller

unread,
Apr 18, 2002, 12:55:23 PM4/18/02
to
Hallo Christian,

dem Beitrag von Andres Ploch ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Wir sollten nicht vergessen, dass wir als Taucher eigentlich unserem Hobby
nachgehen. Gibt es da ein Problem, das das Risiko für dessen Ausübung
signifikant ansteigen lässt, sollte man eigentlich im Interesse seiner
Gesundheit etwas zurückstecken - auch wenn es schwer fällt.

Aus tauchmedizinischer Sicht herrscht eigentlich Einigkeit darüber, dass der
Spontanpneumothorax -auch nach einer Pleurodese (ich nehme an, das war der
Sinn der OP bei dir), die Taucherkarriere beendet. Von mir würdest Du keine
Tauchtauglichkeit bekommen - auch wenn ich mich jetzt wiederhole: safety
first!

Viele Grüsse aus Berlin

Oliver


"Christian Rimke" <Christia...@ruhr-uni-bochum.de> schrieb im
Newsbeitrag news:a9k8i0$3vpgo$1...@ID-61758.news.dfncis.de...

Heinz Luebke

unread,
Apr 18, 2002, 5:41:24 PM4/18/02
to
Moin,

Oliver Mueller schrieb:


>
> Aus tauchmedizinischer Sicht herrscht eigentlich Einigkeit darüber, dass der
> Spontanpneumothorax -auch nach einer Pleurodese (ich nehme an, das war der
> Sinn der OP bei dir), die Taucherkarriere beendet. Von mir würdest Du keine
> Tauchtauglichkeit bekommen - auch wenn ich mich jetzt wiederhole: safety
> first!

eben nicht. Nach Aussage von Dr. van Laack ist der Einzelfall
entscheidend. Mein Sohn ist/war betroffen durch extremen
Wachstumsschub und damit einhergehender "Ueberdehnung" des
Lungengewebes.

Nach OP kann nach heutigem Erkenntnisstand Tauchtauglichkeit
durchaus gegeben sein.

Achtung : ich bin med. Laie und gebe die Antworten der
von mir befragten Chirurgen und Lungen- bzw. Tauchmediziner
in der mir eigenen Laienausdrucksweise weiter.

Gruss
Heinz Luebke

Christian Rimke

unread,
Apr 19, 2002, 2:22:28 PM4/19/02
to
Hallo Oliver, laut
http://www.gtuem.org/guidelines.htm#3.3.4
gilt der Pneumothorax mit anschließender Pleurodese nicht als absolute,
sondern als relative Kontraindikation. Danach wäre eine Taucheignung bei
normaler Lungenfunktion doch durchaus gegeben, oder?

Gruss aus Rheine
Christian

"Oliver Mueller" <oli.mu...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a9mtps$314$04$1...@news.t-online.com...

Oliver Mueller

unread,
Apr 19, 2002, 3:16:07 PM4/19/02
to
Liebe NG'ler

zu dem Beitrag:

"Christian Rimke" <Christia...@ruhr-uni-bochum.de> schrieb im

Newsbeitrag news:a9pna6$553l4$1...@ID-61758.news.dfncis.de...


> Hallo Oliver, laut
> http://www.gtuem.org/guidelines.htm#3.3.4
> gilt der Pneumothorax mit anschließender Pleurodese nicht als absolute,
> sondern als relative Kontraindikation. Danach wäre eine Taucheignung bei
> normaler Lungenfunktion doch durchaus gegeben, oder?
>
> Gruss aus Rheine
> Christian

Die GTÜM hat im September 2001 die neuen Richtlinien zur Tauchtauglichkeit
im "Manual Tauchtauglichkeit" zusammen mit den entsprechenden Organistaionen
in Österreich und der Schweiz veröffentlicht.

Demnach besteht bei Tauchanfängern (d.h ohne bishereige Taucherfahrung) mit
Spontanpneumothoraxanamnese eine absolute Kontraindikation für die Erteilung
einer Tauchtauglichkeit. Anders bei Tauchern, wo deine oben getroffene
Aussage richtig ist, wenn die operative Sanierung erfolgt ist oder drei
Jahre ohne weiteren Pneu vergangen sind und im CT kein Nachweis von
Emphysemblasen vorliegt.

zu :

> eben nicht. Nach Aussage von Dr. van Laack ist der Einzelfall
> entscheidend. Mein Sohn ist/war betroffen durch extremen
> Wachstumsschub und damit einhergehender "Ueberdehnung" des
> Lungengewebes.
>
> Nach OP kann nach heutigem Erkenntnisstand Tauchtauglichkeit
> durchaus gegeben sein.
>
> Achtung : ich bin med. Laie und gebe die Antworten der
> von mir befragten Chirurgen und Lungen- bzw. Tauchmediziner
> in der mir eigenen Laienausdrucksweise weiter.
>
> Gruss
> Heinz Luebke

Ich denke, dass natürlich die Beurteilung einer Tauchtauglichkeit ein
Vorgang ist, der eine Untersuchung und ein "vis-a-vis" mit dem Betroffenen
unbedingt erfordert.
Man kann, wie bereits erwähnt, keine globalen Urteile aus geschriebenen
Worten fällen, ohne den Taucher gesehen zu haben.
Ich habe versucht, die gegenwärtige Empfehlung zur Beurteilung der
Tauchtauglichkeit wiederzugeben, ohne dabei auf individuelle Aussnahmen -
wie in dem Fall von Heinz Lübke geschildert- Rücksicht zu nehmen.

Viele Grüsse

Oliver Müller


Dr. Bjoern Mehlhorn

unread,
Apr 19, 2002, 4:05:06 PM4/19/02
to
Am 17 Apr 2002 18:56:43 GMT Sylvio Kosse
<ko...@physik.uni-greifswald.de> schrieb:

Hallo Sylvio, hallo Christian,

ich lese mit - aber hab nur wenig Zeit - ein Pneumothorax wird im
Allgemeinen von allen Tauchärzten als Kontraindikation zum Tauchen
angesehen. Besonders spontan auftretende oder sogar deshalb operierte
Pneumothoraces sind sehr gefährdet, sich zu wiederholen bei der
Belastung des wechselnden Druckes.

Ich kann mangels eigener Erfahrung jedoch nur den Bartmann und das
Buch Almeling/Böhm/Welslau wiedergeben.

Gruß

Björn
Viele Grüße

Björn
--
Früher meinte ich, 30-40 m seien genug.
Jetzt meine ich, 30+40 m sind genug. :-)

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