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Ausbildung von Familienangehörigen - Wie und von wem?

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Michael Schmidt

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Apr 6, 2013, 1:55:55 PM4/6/13
to
Wie werden denn von Euch Familienangehörige ((Freundin,Frau,
Kinder...) ausgebildet?
Hier ein (PAID) Beispiel wie es nicht laufen sollte:
http://californiadiver.com/tragedy-at-the-breakwater-a-students-first-checkout-dive-goes-wrong/


Wie soll die Ausbildung idealerweise bei Angehörigen erfolgen:

- Grundlagenorientiert Klassisch (altes VDST/ CMAS) Schema?
wird von den meisten Vereinsleuten wohl praktiziert, praktisch werden
die meisten Plätze in Vereinstauchkursen, wo sie denn noch
stattfinden, von Kindern oder Angehörigen belegt.
Die Frage ist natürlich welche Inhalte dann gelehrt werden (neues,
weicher gespültes VDST Schema?).
Im Vereinsrahmen war es früher üblich mit Vereinskameraden (erfahrenen
Taucher, allerdings nicht zwingend ÜL/TL) tauchen zu gehem und wenn
man sich fit genug fühlt eine Prüfungsabnahme bei einem entsprechend
lizensierten TL abzulegen.
Frage ist dann: welche Vorraussetzungen sollten für den Ausbildenden
gelten?


- Ausbildung "modern recreational" vom Marktführer?
Vermutlich heute die gängige Methode. Selbst einen Angehörigen
ausbilden und dann extern brevetieeren lassen ist heute nicht mehr
überall geschätzt.
Selbst wenn es so Horrorresultate wie im obigen Link Beispiel
produziert.


- andere Systeme/Herangehensweisen?

Von einem hier in auch sehr aktiven wurde mnir in privatem Rahmenb von
einem AFF ähnlichen Tauchausbildungsschema für seinen Nachwuchs
erzählt. AFF (=Accelerated Free Fall) ist ein (alternatives)
Ausbildungssystem im Fallschirmspringen bei dem ein Schüler von 2
Ausbildern intensic betreut wird und so in Kurzer Zeit ein hohen
wissenszuwachs erlangt.
bzgl AFF siehe z.B.:
http://www.funjump.de/kurse_weiterbildung/fallschirmsprung_ausbildung
http://www.sky-fun.de/fallschirmspringen-aff-beschleunigte-freifallausbildung.php

Sein "Tauch-AFF" mit seinem Kind ist wohl sehr gut gelaufen,
allerdings sind die Voraussetzungen bei ihm (Trimix CCR TL) und
seiner Frau (CMAS *** mit 15Jahren+ Taucherfahrung), beide dazu noch
Akademiker in naturwissenschaftlich -technischer Fachrichtung, im
Vergleich zum Durchschnittstaucherpaar schon eher elitär.

Wasw gibt es denn da noch?

MS

Jo Warner

unread,
Apr 7, 2013, 7:29:38 AM4/7/13
to
Am 06.04.2013 19:55, schrieb Michael Schmidt:
> Wie werden denn von Euch Familienangehörige ((Freundin,Frau,
> Kinder...) ausgebildet?
> Hier ein (PAID) Beispiel wie es nicht laufen sollte:
> http://californiadiver.com/tragedy-at-the-breakwater-a-students-first-checkout-dive-goes-wrong/
>
>
> Wie soll die Ausbildung idealerweise bei Angehörigen erfolgen:

Moin,

das verlinkte Beispiel ist der Hammer, wie es nicht geht (weder bei
Fremden noch bei Angehörigen).

Mach es doch als erfahrener Taucher so:
Schreibe auf, wie du selbst gern aus heutiger Sicht incl. deiner
Erfahrung ausgebildet werden würdest.
Such dir ein geeignetes Ausbildungsgewässer.
Besorge dir ein verbandsübergreifendes Buch zum Anfängerkurs für
Theorieschulung am heimischen Kaffeetisch sowie die Auflistung der
(verbandsabhängig etwas unterschiedlichen) Praxisausbildungsteile.
Damit hast du erstmal alles zusammen und kannst in aller Ruhe und mit
viel Geduld/ohne Zeitdruck mit dem/der Familienangehörigen alle
Praxisteile trainieren.

Dann fehlt noch jemand, der das ganze Projekt brevetiert, also in
Theorie und Praxis prüft. Den wirst du garantiert nicht im Urlaub auf
einem Malediveninselchen finden, aber es gibt andere Wege, dafür jemand
zu finden. Er hat schließlich auch keinen großen Aufwand mehr zu
betreiben, denn ordentlich vorbereitet kann der Kandidat/die Kandidatin
alles auf Anhieb.

Ich habe einige Jahre lang auf diesem Wege mit zwei Vereinen ohne
eigenen TL zusammengearbeitet. Die erfahrenen Vereinsmitglieder machten
die (wirklich sehr gute) Ausbildung, dann gab es ein Prüfungswochenende,
an dem ich hinzu kam. Keiner von diesen Kandidaten eierte mit
Tarierproblemen und Flossen-Fahrradfahren herum, wie es heutzutage
leider sehr oft bei brevetierten Absolventen von PAID-Crashkursen zu
beobachten ist.

Gruß Jo

Annerose und Guenter Mildenberger

unread,
Apr 7, 2013, 1:08:48 PM4/7/13
to
Michael Schmidt wrote:
>
> Wie werden denn von Euch Familienangehörige ((Freundin,Frau,
> Kinder...) ausgebildet?
> Hier ein (PAID) Beispiel wie es nicht laufen sollte:

wir haben unsere Kinder weitgehend selbst ausgebildet, die Fertigkeiten
im Schwimmbad mit ihnen trainiert. Die zughörige Theorie bin ich mit
ihnen über Wochen durchgegangen, kindgerecht. Ein befreundeter
Tauchlehrer hat dann den Kurs mit ihnen gemacht.

Gruesse Annerose

--

Mails bitte an mildenbergers at yahoo punkt com
FAQ von d.r.s.t unter http://www.moon-divers.net/drst-faq.html

Martin Heggli

unread,
Apr 8, 2013, 1:59:24 AM4/8/13
to
Am 06.04.2013 19:55, schrieb Michael Schmidt:
> Wasw gibt es denn da noch?

Bei so vielen Fragen würde ich mir zuerst mal im Klaren werden, ob
die "Angehörigen" überhaupt tauchen lernen wollen - oder ob sie nicht
mit dem glücklich sind, was sie haben...

--
Gruss, Martin

mahe at gmx dot net

"God gave us helium for diving, but the Devil replaced it with nitrogen."

Daniel Krabbe

unread,
Apr 8, 2013, 9:51:59 AM4/8/13
to
Hallo Michael,

Am 06.04.2013 19:55 Uhr schrieb Michael Schmidt
> Wie werden denn von Euch Familienangeh�rige ((Freundin,Frau,
> Kinder...) ausgebildet?
> Hier ein (PAID) Beispiel wie es nicht laufen sollte:
> http://californiadiver.com/tragedy-at-the-breakwater-a-students-first-checkout-dive-goes-wrong/
>
Traurig, erschreckend und unglaubliches Beispiel. Von schlechten TL (jedweder
Verbandszugeh�rigkeit) habe ich ja schon geh�rt, aber das beschriebene Verhalten hat ja
strafrechliche Z�ge...

>
> Wie soll die Ausbildung idealerweise bei Angeh�rigen erfolgen:
>
> - Grundlagenorientiert Klassisch (altes VDST/ CMAS) Schema?
> (...)
> - Ausbildung "modern recreational" vom Marktf�hrer?
> (...)
> - andere Systeme/Herangehensweisen?
> Wasw gibt es denn da noch?

Ich habe f�r mich selbst beschlossen, dass ich die Ausbildung von Angeh�rigen und mir
nahestehenden Personen nicht selber durchf�hre. Gerne nehme ich sie mal zum Schnuppern
oder sp�ter zum Tauchen mit. Die Ausbildung lege ich dann vertrauensvoll in die H�nde
eines TLs meines Vertrauens. Da habe ich Gott sei dank ein paar an der Hand.
Klar, bei denen steht dann auch ein Verband auf dem Brevet. Ich nenne diesen hier aber
ganz bewusst nicht, da alle von ihnen die Richtlinien des Verbandes als Mindestvorgaben
ansehen, darauf achten sie einzuhalten - aber wo es ihnen aus ihrer Erfahrung heraus
sinnvoll erscheint entsprechend erweitern und anreichern. Nat�rlich immer zum positiven
hin, sprich mehr vom Kandidaten zu fordern/verlangen, als vorgeschrieben und das ganze
auch als Ausbildung zu sehen, sprich ohne Scheingarantie.

Warum ich das nicht selber mache? Mache ich! Aber eben nur mit Personen, bei denen mir die
pers�nliche Ebene nicht reinspielen kann. Und damit bin ich bisher auch gut gefahren.

> MS

Gru� Daniel

Joerg Hahn

unread,
Apr 8, 2013, 11:09:58 AM4/8/13
to


On 06.04.2013 19:55, Michael Schmidt wrote:
> Wie werden denn von Euch Familienangeh�rige ((Freundin,Frau,
> Kinder...) ausgebildet?

Beim befreundeten Tl mit dem geringsten Misttrauen abladen und erst
wieder nach der Brevetierung abholen. Ich pers�nlich kann meine
Familienangeh�rigen nicht selbst ausbilden. Man macht seine Lehre ja
auch besser nicht im elterlichen Betrieb.
Mal abgesehen von der vermutlichen Inkompetenz der Anweiser ist der
Verfasser der Geschichte und LAG der Verunfallten auch nicht
unumstritten. Der hat auch ein paar fragw�rdige Handlungen auf seiner
Seite. Angeblich hat er sie selbst ausgebildet und brauchte nur noch den
Stempel eines Anweisers.


> Wie soll die Ausbildung idealerweise bei Angeh�rigen erfolgen:
>
> - Grundlagenorientiert Klassisch (altes VDST/ CMAS) Schema?

oder VDTL... oder Alt-Barakuda

> Die Frage ist nat�rlich welche Inhalte dann gelehrt werden (neues,
> weicher gesp�ltes VDST Schema?).

Egal, der TL muss stimmen.


> Im Vereinsrahmen war es fr�her �blich mit Vereinskameraden (erfahrenen
> Taucher, allerdings nicht zwingend �L/TL) tauchen zu gehem und wenn
> man sich fit genug f�hlt eine Pr�fungsabnahme bei einem entsprechend
> lizensierten TL abzulegen.

W�rde ich heutzutage schon aus versicherungstechnischen Gr�nden nicht
machen.


> Frage ist dann: welche Vorraussetzungen sollten f�r den Ausbildenden
> gelten?

Der Tl muss gut sein.

> - Ausbildung "modern recreational" vom Marktf�hrer?

Das genau nicht. Da m�sste ich hinterher zu viel umlernen lassen.

> Selbst wenn es so Horrorresultate wie im obigen Link Beispiel
> produziert.

Der Typ war kein TL. WIMRE UW-Fotograf und -Filmer. Und es waren keine
Anweiser vom Marktf�hrer....

J�rg









Jo Warner

unread,
Apr 8, 2013, 12:24:02 PM4/8/13
to
Am 08.04.2013 17:09, schrieb Joerg Hahn:

> Beim befreundeten Tl mit dem geringsten Misttrauen abladen und erst
> wieder nach der Brevetierung abholen. Ich pers�nlich kann meine
> Familienangeh�rigen nicht selbst ausbilden. Man macht seine Lehre ja
> auch besser nicht im elterlichen Betrieb.

Ja und nein!

Meiner Tochter Schwimmen beibringen ging damals gar nicht, also schickte
ich sie mit 4,5 Jahren in den DLRG-Kurs.

Meine Ex und auch ihre Nachfolgerin waren mit meiner selbstgemachten
Tauchausbildung sehr zufrieden.

MatV

unread,
Apr 13, 2013, 10:04:57 AM4/13/13
to
> http://californiadiver.com/tragedy-at-the-breakwater-a-students-first-checkout-dive-goes-wrong/


Au weia. SSI heißt wohl Somtimes safe, incidentally.

Nach wer weiß wieviel Erfahrung ist bei uns klare Ansage: In der Ausbildung irgendwie verbandelte Leute trennen.
Im Beispeil ging es ja nicht um Ausbildung, sondern offenbar um die Absegnung von privater Ausbildung durch einen Crash-Prüfungs-TG.
Wobei ganz klar beides mangelhaft war, und der Berichterstatter wesentlich früher sehr deutlich hätte eingreifen müssen.

Gruß,
Mat
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Joerg Hahn

unread,
Apr 16, 2013, 4:53:03 AM4/16/13
to


On 14.04.2013 02:50, Guido Hennecke wrote:
> * MatV <spamma...@gmx.de> wrote:
>> Nach wer weiß wieviel Erfahrung ist bei uns klare Ansage: In der Ausbildung irgendwie verbandelte Leute trennen.
> [...]
>> Wobei ganz klar beides mangelhaft war, und der Berichterstatter wesentlich früher sehr deutlich hätte eingreifen müssen.
> Waere er getrennt gewesen, wie haette er dann ueberhaupt, geschweige
> denn "wesentlich früher", eingreifen koennen?


Es geht darum, daß manchmal "verbandelte" Personen sich nicht eindeutig
genug auf den Ausbilder einlassen und darunter der Lernerfolg leidet.
Ich habe auch schon solches selbst erlebt. Leider kann man das schlecht
im Vorhinein einschätzen. Deshalb sehe ich das für mich so, daß ich
meine Leute an handverlesene TL überweise.

Bezogen auf die Geschichte in Amiland als Einzelfall sehe durchaus viele
Fehler beim LAG und Erzählers. Ich hab mich bei jedem dritten Satz
gefragt "Was macht der da? Wieso bricht der das nicht ab. Sch$$ß auf die
Anfahrt und die verdorbene Brevetierung".

lg Jörg













>
> Aus dem oben genannten Bericht kann man genau eines lernen: Wirkliche
> Vollpfosten gibt es ueberall, Bei SSI, PADI, VDST, hey: Nichtmal nur
> beim Tauchen!
>
> Und wenn man in der falschen Situation an solche Idioten geraet, kann
> das sogar lebensgefaehrlich werden.
>
> Das gilt unabhaengig von dem Umstaenden, die in oben genanntem Bericht
> vorhanden waren. Egal was da vorher gelaufen ist, so darf das natuerlich
> nicht aus gehen.
>
> Diesen Bericht als Aufhaenger fuer eine Anfrage zur Ausbildung von
> Freunden und Angehoerigen zu nehmen, finde ich hingegen einigermassen
> laecherlich.
>
> War die Anfrage ernst gemeint oder ging es eher darum, diesen
> haarstreubenden Bericht zu platzieren?
>

Daniel Krabbe

unread,
Apr 16, 2013, 7:07:41 AM4/16/13
to
Am 16.04.2013 10:53 Uhr schrieb Joerg Hahn
> Bezogen auf die Geschichte in Amiland als Einzelfall sehe durchaus viele Fehler beim LAG
> und Erzählers. Ich hab mich bei jedem dritten Satz gefragt "Was macht der da? Wieso bricht
> der das nicht ab. Sch$$ß auf die Anfahrt und die verdorbene Brevetierung".

Danke - auch meine ersten Gedanken. Wie war das mit "Tauch nie über dein Befinden"? Auch
in der UW-Situation hätte ich deutlich früher interveniert oder mir im Vorfeld nochmal
den/die TLs zur Seite genommen und sie angesprochen, was den plötzlich los ist. WENN sie
mich nicht dabei haben wollen, und mir das plausibel erklären können - auch fein für mich!

Kenne das selbst auch zu gut, wenn dann der/die wie auch immer Verbandelte plötzlich in
die Übungen reinpfuscht. Sei es, weil er was ach-so-tolles gesehen hat (Highlight:
Schnecke - könnte ja in ner Minute weg sein...), oder der Ansicht ist, er könne das besser
als ich/andere TLs die ich begleitete.

Aber andererseits, wer weiss, ob es in der Situation wirklich so extrem war, oder das erst
im Rahmen der Nachbetrachtung/des Berichtes so "deutlich" wurde...

> lg Jörg

LG,
Daniel

Jo Warner

unread,
Apr 17, 2013, 3:01:16 AM4/17/13
to
Am 16.04.2013 10:53, schrieb Joerg Hahn:

> Es geht darum, daß manchmal "verbandelte" Personen sich nicht eindeutig
> genug auf den Ausbilder einlassen und darunter der Lernerfolg leidet.
> Ich habe auch schon solches selbst erlebt. Leider kann man das schlecht
> im Vorhinein einschätzen. Deshalb sehe ich das für mich so, daß ich
> meine Leute an handverlesene TL überweise.

Moin Jörg,

siehe mein Posting vom 08.04.: Man muss ausprobieren, ob sich der
"verbandelte" Kandidat auf wirkliche Ausbildung einlässt oder nicht.
Entweder tut er es, und dann sogar sehr gern, weil zwischen den
Verbandelten von vornherein ein intensives Vertrauensverhältnis besteht
(was bei einem externen Ausbilder erst aufgebaut werden und wachsen
muss), oder er sieht in dem Verbandelten nicht den Ausbilder, sondern
den aus anderen Bereichen Vertrauten, dann ist (siehe meine Tochter und
Schwimmen lernen) ein guter externer Ausbilder die klar bessere
Entscheidung.

Eine Verallgemeinerung halte ich für viel zu pauschalisierend. Alter
Chemikerspruch: Versuch macht kluch!

Gruß Jo

Klaus Wolf

unread,
Apr 17, 2013, 5:32:53 PM4/17/13
to
Daniel Krabbe schrieb:

> Danke - auch meine ersten Gedanken. Wie war das mit "Tauch nie über
dein Befinden"? Auch in der UW-Situation hätte ich deutlich früher
interveniert ...


Mir scheint, im Amiland ist die Obrigkeitshörigkeit viel stärker
ausgeprägt, als bei uns. Besonders in der Ausbildung/Schule: "Ich sage -
du tust." Selbstsändigen Denken unerwünscht. "You should" heißt
unmissverständlich "Du musst". Der Konjunktiv ist ein reines
Understatement. Das prägt das Denken. es wird erst an der Uni besser.

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