Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Re: Petroleumlampenkokerfrage

2 views
Skip to first unread message
Message has been deleted

Patrick Kibies

unread,
Apr 1, 2008, 10:18:08 AM4/1/08
to
Ulrich G. Kliegis wrote:

> Moin,

Tach, ich X-Poste das mal zu den Chemikern.


> vor Jahr und Tag hab ich mal so eine richtig schön alte Petroleumlampe
> geschenkt gekriegt, Größenordnung Ankerlicht 20m-Schiff. Leider läßt
> sich der Docht zur Zeit nicht mehr bewegen.
>
> Also, bei dem guten Stück ist der Docht ein ca. 20mm breites Band, das
> in einen Zylinder geführt wird, in dem er durch ein Innenrohr zu einem
> kreisförmigen Querschnitt gebracht wird. Die Flamme soll normalerweise
> durch Einstellen des Dochtes reguliert werden, das Rändelrad samt
> Achse und innerem Transportrad sind auch vorhanden und machen
> eigentlich noch einen recht frischen Eindruck, lassen sich aber
> praktisch nicht bewegen, nicht weil ein lager feststitzt, sondern weil
> sich der Docht im Führungsrohr nicht verschieben läßt.
>
> Der Docht sitzt oben im Führungsrohr, da, wo er verkohlt und verklebt
> ist, fest.
>
> Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten Docht
> am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
> gesättigt. Rausprokeln? Oder mit irgendwas lösen?
>
> Wenn nötig, kann ich ein Photo machen und einen Link dahin
> bereitstellen. Aber vielleicht weiß ja jemand auch schon so eine gute
> Antwort - dafür vorab schon herzlichen Dank!

Aus Erfahrung mit einer alten Bahnlaterne weiß ich, dass Petroleum an der
Luft zu einem widerlichen Schmodder werden kann. Evtl. ist dir da Ähnliches
widerfahren. Ich würde das Ganze mal mit einem Lösemittel bearbeiten
(Diesel, WD40, Ethanol, Aceton).


fup2 drss

Gruß
Patrick

Uwe Hercksen

unread,
Apr 1, 2008, 11:19:14 AM4/1/08
to

Ulrich G. Kliegis schrieb:

> Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten Docht
> am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
> gesättigt. Rausprokeln? Oder mit irgendwas lösen?

Hallo,

ich würde ihn rausprokeln, mit Skalpell, Bohrer etc.

Bye

Claus C. Plaass

unread,
Apr 1, 2008, 1:54:06 PM4/1/08
to
"Uwe Hercksen" <herc...@mew.uni-erlangen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:65f23hF...@mid.dfncis.de...

> ich würde ihn rausprokeln, mit Skalpell, Bohrer etc.

jo, oder prepeln oder frickeln geht auch.
wennzu ran komms, ne stabile stricknadel,
oder nen stueck federdraht mit nem widerhaken,
passend biegen, laaaangsam einfuehren,
und faser fuer faser laaangsam rausziehen.

mein alter herr hatte eine grosse petroleumlampe
mit rotglas am vormast als steuerhilfe auf kanalfahrt.
die hatte auch so nen daumbreiten doch, wie beschrieben.

manchesterhosen sollen ja durch battriesaeure zerfallen,
warum nich auch nen baumwolldoch ?

ccp


Message has been deleted

gUnther nanonüm

unread,
Apr 1, 2008, 7:07:16 PM4/1/08
to

"Patrick Kibies" <linux...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:fstg6v$2h7$00$1...@news.t-online.com...
..

> > vor Jahr und Tag hab ich mal so eine richtig schön alte
Petroleumlampe
> > geschenkt gekriegt, Größenordnung Ankerlicht 20m-Schiff. Leider
läßt
> > sich der Docht zur Zeit nicht mehr bewegen.

Hi,
ja, die sind nett, und schmoken auch ganz angenehm.

> >
> > Also, bei dem guten Stück ist der Docht ein ca. 20mm breites Band,
das
> > in einen Zylinder geführt wird, in dem er durch ein Innenrohr zu
einem
> > kreisförmigen Querschnitt gebracht wird. Die Flamme soll
normalerweise
> > durch Einstellen des Dochtes reguliert werden, das Rändelrad samt
> > Achse und innerem Transportrad sind auch vorhanden und machen
> > eigentlich noch einen recht frischen Eindruck, lassen sich aber
> > praktisch nicht bewegen, nicht weil ein lager feststitzt, sondern
weil
> > sich der Docht im Führungsrohr nicht verschieben läßt.

Sehr wahrscheinlich hat sich eine Falte oder ein Knubbel des Dochtes um
das "Zahnrad" des Antriebs geklemmt, und verhindert jetzt das Drehen.
Da hilft am besten "Gewalt", solche Lampen sind genau dafür gebaut, daß
gelegentlich der Maat auf dem Mast mit klammen Pfoten dadran drehen
tut. Wenn noch Sprit drinsteht, sollte das eigentlich nicht korrodiert
sein. Ansonsten mittels Zange nach oben ziehen und zugleich drehen, den
Antrieb sozusagen unterstützen. Dann muß das tun.

> >
> > Der Docht sitzt oben im Führungsrohr, da, wo er verkohlt und
verklebt
> > ist, fest.

Mit einem Skalpell glatt abschneiden und "innen" die Führung
freikratzen. Man kann auch mal den Dochtträger ausbauen und leerbrennen
lassen, dabei sollte der obere Docht bis zum Rändel runterbrennen, und
man kann den nach unten rausziehen. Das ist also normales Lampenputzen,
vorsicht, das hinterläßt typische Seglermiefhände, anschließend reicht
Händewaschen tagelang nicht aus :-). Je nach Konstruktion des Brenners
ist dafür auch "vorgedacht", manche Brenner haben einen extra Aufsatz,
den man beim scharfen Hinsehen "findet" und der den Mechanismus
freigibt.

> >
> > Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten
Docht
> > am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
> > gesättigt. Rausprokeln? Oder mit irgendwas lösen?

Mit Hitze oder mechanisch. Lösemittel sind entweder hinterher störend,
weil flammfärbend oder raucherzeugend, oder zu feuergefährlich, und das
Problem ist eher mechanisch-knotig denn klebrig. Wenns unbedingt
"Khemie" sein muß, nimm kochendes Wasser und weiche den Dochtträger
nach dem Trocknen darin ein, der Docht sollte aufquellen (Spüli) und
erweichen (ruhig im Pott auskochen), und man kann den Docht später
wieder nutzen. Ist manchmal schwer dranzukommen an diese Dochte.

--
mfg,
gUnther


Message has been deleted

Frank Feger

unread,
Apr 1, 2008, 7:27:32 PM4/1/08
to
Patrick Kibies schrieb:

> Ulrich G. Kliegis wrote:
>
>> Moin,
>
> Tach, ich X-Poste das mal zu den Chemikern.

Sinnvoll. Es gibt auch Petroleumlampenfans mit Sites im Web, dort
gibt es manchmal ein entsprechendes Forum. Vor ein paar Jahren war
http://www.petroleumlampen.de/ ganz informativ, IIRC.

<snip>

>> Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten Docht
>> am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
>> gesättigt. Rausprokeln?

Wenn möglich, wäre das zu bevorzugen.

> Oder mit irgendwas lösen?

Könnte man probieren, wobei man mit weniger korrosionsfördernden
Substanzen anfangen sollte. Erst Reinigungsbenzin (ich habe sehr gute
Erfahrungen mit dem von Hagebau gemacht), dann Nitroverdünnung, dann
Aceton, dann Ethanol. Lange Einwirkungszeiten, nach jedem Versuch
möglichst gut trocknen lassen. Die Reihe ist zwar so angelegt, daß
sich aufeinanderfolgende Mitglieder möglichst ineinander lösen, aber
dauern wird das schon ziemlich. Verdunsten werden die ersten drei
Lösungsmittel dagegen recht zügig.

Dichtungen dürften allerdings spätestens beim Aceton ein Problem
bekommen, deshalb wäre eine mechanische Bearbeitung meine erste Wahl.


Grüße,

F^2


--
http://astro1.physik.uni-siegen.de/users/frank/index.html

gUnther nanonüm

unread,
Apr 3, 2008, 3:35:18 AM4/3/08
to

"Patrick Kibies" <linux...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:fstg6v$2h7$00$1...@news.t-online.com...
..
> > vor Jahr und Tag hab ich mal so eine richtig schön alte
Petroleumlampe
> > geschenkt gekriegt, Größenordnung Ankerlicht 20m-Schiff. Leider
läßt
> > sich der Docht zur Zeit nicht mehr bewegen.

Hi,


ja, die sind nett, und schmoken auch ganz angenehm.

> >


> > Also, bei dem guten Stück ist der Docht ein ca. 20mm breites Band,
das
> > in einen Zylinder geführt wird, in dem er durch ein Innenrohr zu
einem
> > kreisförmigen Querschnitt gebracht wird. Die Flamme soll
normalerweise
> > durch Einstellen des Dochtes reguliert werden, das Rändelrad samt
> > Achse und innerem Transportrad sind auch vorhanden und machen
> > eigentlich noch einen recht frischen Eindruck, lassen sich aber
> > praktisch nicht bewegen, nicht weil ein lager feststitzt, sondern
weil
> > sich der Docht im Führungsrohr nicht verschieben läßt.

Sehr wahrscheinlich hat sich eine Falte oder ein Knubbel des Dochtes um


das "Zahnrad" des Antriebs geklemmt, und verhindert jetzt das Drehen.
Da hilft am besten "Gewalt", solche Lampen sind genau dafür gebaut, daß
gelegentlich der Maat auf dem Mast mit klammen Pfoten dadran drehen
tut. Wenn noch Sprit drinsteht, sollte das eigentlich nicht korrodiert
sein. Ansonsten mittels Zange nach oben ziehen und zugleich drehen, den
Antrieb sozusagen unterstützen. Dann muß das tun.

> >


> > Der Docht sitzt oben im Führungsrohr, da, wo er verkohlt und
verklebt
> > ist, fest.

Mit einem Skalpell glatt abschneiden und "innen" die Führung


freikratzen. Man kann auch mal den Dochtträger ausbauen und leerbrennen
lassen, dabei sollte der obere Docht bis zum Rändel runterbrennen, und
man kann den nach unten rausziehen. Das ist also normales Lampenputzen,
vorsicht, das hinterläßt typische Seglermiefhände, anschließend reicht
Händewaschen tagelang nicht aus :-). Je nach Konstruktion des Brenners
ist dafür auch "vorgedacht", manche Brenner haben einen extra Aufsatz,
den man beim scharfen Hinsehen "findet" und der den Mechanismus
freigibt.

> >


> > Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten
Docht
> > am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
> > gesättigt. Rausprokeln? Oder mit irgendwas lösen?

Mit Hitze oder mechanisch. Lösemittel sind entweder hinterher störend,


weil flammfärbend oder raucherzeugend, oder zu feuergefährlich, und das
Problem ist eher mechanisch-knotig denn klebrig. Wenns unbedingt
"Khemie" sein muß, nimm kochendes Wasser und weiche den Dochtträger

nach dem Trocknen des Petroleums darin ein, der Docht sollte aufquellen

0 new messages