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Costa Concordia

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Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 14, 2012, 1:13:07 PM1/14/12
to
Die Nachricht dürfte ja mittlerweile rum sein. Sowas wie diesen
gigantischen Felsbrocken, der sich direkt unter der Wasserlinie im
Rumpf des Schiffs verkeilt hat, habe ich noch nicht gesehen. Steel is
zwar real, but this rock rocked it.

Und ich frage mich, warum der da erst mittschiffs reingedrungen ist.
Entweder hat auf der Brücke jemand ein Manöver der letzten + 1
Augenblicks gefahren, wobei das Heck nach Backbord geschwoit ist und
der Rumpf schräg seitlich auf den Felsen getroffen ist, oder,
wahrscheinlicher, das wird man wissen, wenn man die Stelle untersucht,
wo er herkommt - der ragte sozusagen als Vorsprung unter Wasser in den
Kurs, der Rumpf schrammt daran längs, und hinter dem letzten
stehengebliebenen Spant
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-77370-5.html
war es dann so weit: Fels bricht ab, kantet sich dabei noch weiter in
Richtung Rumpf, und rengdeng ist er drin.

Wie es zu dem Ereignis überhaupt kommen konnte, kann man ja derzeit
nur mutmaßen. Bedienfehler des Autopiloten ist am wahrscheinlichsten.
Hier die letzten AIS-Positionen:
http://www.marinetraffic.com/ais/default.aspx?zoom=9&oldmmsi=247158500&olddate=1/13/2012%209:02:00%20PM

Obacht, die Zeiten dort sind UTC. Und die Linie gibt nicht den
wirklich en Kurs wieder, nur die kleinen Dreiecke als geloggte Punkte
stimmen. Was dazwischen war (am ehesten Grundberührung vor der
kleinen Isole de Scole südöstlich von Giglio Porto) ist daraus nicht
zu ersehen.

Hier noch die Seite der dailymail

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2086527/Costa-Concordia-accident-Pictures-cruise-ship-sinking-coast-Italy-Titanic-like-scene.html

Die Opfer und noch Vermißten waren wohl überwiegend im Bereich der
Maschine tätig, wo ihnen die automatisch schließenden Schotten und der
Wasserdruck, der diese möglicherweise auch noch verschloß, den Weg
abschnitt.

Gruß,
U.

Thomas Erstfeld

unread,
Jan 14, 2012, 2:11:24 PM1/14/12
to
Am 14.01.12 19:13, schrieb Ulrich G. Kliegis:
> Die Nachricht dürfte ja mittlerweile rum sein. Sowas wie diesen
> gigantischen Felsbrocken, der sich direkt unter der Wasserlinie im
> Rumpf des Schiffs verkeilt hat, habe ich noch nicht gesehen. Steel is
> zwar real, but this rock rocked it.
>
> Und ich frage mich, warum der da erst mittschiffs reingedrungen ist.
> Entweder hat auf der Brücke jemand ein Manöver der letzten + 1
> Augenblicks gefahren, wobei das Heck nach Backbord geschwoit ist und
> der Rumpf schräg seitlich auf den Felsen getroffen ist, oder,
> wahrscheinlicher, das wird man wissen, wenn man die Stelle untersucht,
> wo er herkommt - der ragte sozusagen als Vorsprung unter Wasser in den
> Kurs, der Rumpf schrammt daran längs, und hinter dem letzten...

In der Tagesschau wurde gerade darüber spekuliert, dass das Schiff an
der Stelle wohl immer dicht unter Land fuhr als Gruß für die Familien
der Mitarbeiter an Bord.

Einmal war jetzt wohl etwas zu nah oder der Fels ist "plötzlich und
unerwartet" (beliebte Floskel in Todesanzeigen) vor dem Schiff aufgetaucht.

Gruß
Thomas

Cornelia Schneider

unread,
Jan 14, 2012, 2:24:40 PM1/14/12
to
Ulrich G. Kliegis
<diesemailadressevonUlliistzwaretwaslangabersieisttrotzdemgueltig@kliegis.d
e> wrote in news:smg3h7hg566u8g52p...@4ax.com:

> Sowas wie diesen
> gigantischen Felsbrocken, der sich direkt unter der Wasserlinie im
> Rumpf des Schiffs verkeilt hat, habe ich noch nicht gesehen.

Das war auch mein Gedanke. Sieht nach einer Kollision mit viel Kraft
dahinter aus.

Cornelia

--
Be out and be proud - today is the first day of the rest of your life
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Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 14, 2012, 2:28:57 PM1/14/12
to
On Sat, 14 Jan 2012 20:11:24 +0100, Thomas Erstfeld
<the...@nurfuerspam.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>In der Tagesschau wurde gerade darüber spekuliert, dass das Schiff an
>der Stelle wohl immer dicht unter Land fuhr als Gruß für die Familien
>der Mitarbeiter an Bord.


Steuermann: "Sir, ist das nicht ein bißchen dicht am Land?"

Steuermannweisungsbefugter: "Nee, hier bin ich schon als Kind
rumgschippert, alles
saffchchchchchhhhhrrrrzzztttssssssssschhhhhhhhhhhit! " (Handy raus -)
Mama? - Nee, Du, hör mal zu, ist dringend jetzt, ruf Luigi an, er soll
seinen Diesel anwerfen und sofort rausfahren, und er soll den andern
Jungs auch Bescheid sagen, erklär ich Dir später... Nein, ich komm
nicht zum Essen, Mama!


So etwa... ?


Gruß,
U.

Thomas Erstfeld

unread,
Jan 14, 2012, 2:56:20 PM1/14/12
to
Am 14.01.12 20:28, schrieb Ulrich G. Kliegis:
So hatte ich mir das während der Tagesschau vorgestellt. Gut getroffen. ;-)

Gruß
Thomas

Cornelia Schneider

unread,
Jan 14, 2012, 4:06:21 PM1/14/12
to
Oder sie wollten die Passagiere Enten füttern lassen... oder mal Winkewinke
ans Land machen lassen... Aber egal, auf jeden Fall dürfte man das Fahren
mit einem so großen Pott so dicht an unbefestigtem Land als groben Fehler
bezeichnen können.

gUnther nanonüm

unread,
Jan 14, 2012, 4:34:03 PM1/14/12
to

"Cornelia Schneider" <cschn...@pccsxb.com> schrieb im Newsbeitrag
news:4f11d678$0$26331$426a...@news.free.fr...

>> Sowas wie diesen
>> gigantischen Felsbrocken, der sich direkt unter der Wasserlinie im
>> Rumpf des Schiffs verkeilt hat, habe ich noch nicht gesehen.
>
> Das war auch mein Gedanke. Sieht nach einer Kollision mit viel Kraft
> dahinter aus.

Hi,
aber der Fels ist recht "rund", die Außenfläche ist glatt. Kann gut sein,
daß es sich um ein Stück Stein handelt, das sich erst kürzlich verlagert
hat, etwa bei einem der kleinen Erdbeben dort. Und daß der Stein vorher den
Rumpf einschliff und zunehmend tiefer eindrang, weißt auf gewissen
Stömungsversatz Richtung "Stein" hin. Sollte sich da ein tiefer Eddy
gebildet haben, der den lokalen Eingeborenen unbekannt war? Ist ja für ein
flaches Fischerboot unfühlbar. Auch das kann durch die geänderte
Unterwassertopologie von ein paar verlagerten Steinen passiert sein.

--
mfg,
gUnther


Reinhard Greulich

unread,
Jan 14, 2012, 4:42:24 PM1/14/12
to
Ulrich G. Kliegis schrieb am Sat, 14 Jan 2012 19:13:07 +0100:

> Wie es zu dem Ereignis überhaupt kommen konnte, kann man ja derzeit
> nur mutmaßen. Bedienfehler des Autopiloten ist am wahrscheinlichsten.

Die Korrespondentin der ARD-Tagesthemen hat eben die Ursache gefunden.
Der Kapitän stand nicht am Steuer, sondern saß beim Captain's Dinner.

Das nenne ich investigativen Journalismus.

Gruß - Reinhard.

--
70086
~=@=~ www.debx.de ~=@=~
die Homepage der deb*-Newsgruppen.

Christoph Schmitz

unread,
Jan 14, 2012, 5:11:43 PM1/14/12
to
Am 14.01.12 22:42, schrieb Reinhard Greulich:
> Ulrich G. Kliegis schrieb am Sat, 14 Jan 2012 19:13:07 +0100:
>
>> Wie es zu dem Ereignis überhaupt kommen konnte, kann man ja derzeit
>> nur mutmaßen. Bedienfehler des Autopiloten ist am wahrscheinlichsten.
>
> Die Korrespondentin der ARD-Tagesthemen hat eben die Ursache gefunden.
> Der Kapitän stand nicht am Steuer, sondern saß beim Captain's Dinner.

Das musste ja so kommen, was machen die das Captain's Dinner auch
waehrend der Fahrt. Koennen die dafuer nicht mal kurz den Anker
werfen?

> Das nenne ich investigativen Journalismus.

Wahrscheinlich finden sie auch noch heraus, dass die Passagiere
nicht angeschnallt waren.

Christoph

Reinhard Greulich

unread,
Jan 14, 2012, 5:39:43 PM1/14/12
to
Christoph Schmitz schrieb am Sat, 14 Jan 2012 23:11:43 +0100:

> Wahrscheinlich finden sie auch noch heraus, dass die Passagiere
> nicht angeschnallt waren.

Echt? Waren die nicht mal angeschnallt?? Dann hatten sie wohl auch
keine Schwimmwesten an beim Abendessen. Und der Kapitän sitzt dabei
und sagt nix, Skandal!

Jakob Achterndiek

unread,
Jan 14, 2012, 5:48:39 PM1/14/12
to
Am 14.01.2012, 22:42 Uhr, schrieb Reinhard Greulich
<usn0208...@greulich.de>:

> Ulrich G. Kliegis schrieb am Sat, 14 Jan 2012 19:13:07 +0100:
>> Wie es zu dem Ereignis überhaupt kommen konnte, kann man ja derzeit
>> nur mutmaßen. Bedienfehler des Autopiloten ist am wahrscheinlichsten.
>
> Die Korrespondentin der ARD-Tagesthemen hat eben die Ursache gefunden.
> Der Kapitän stand nicht am Steuer, sondern saß beim Captain's Dinner.

<http://www.buzemann.de/unterLand.htm>

Cornelia Schneider

unread,
Jan 14, 2012, 6:35:40 PM1/14/12
to
Christoph Schmitz <christoph...@post.rwth-aachen.de> wrote in
news:9necsv...@mid.dfncis.de:

> Wahrscheinlich finden sie auch noch heraus, dass die Passagiere
> nicht angeschnallt waren.

Und die Fallschirme nicht aufgeblasen. Oder so.

Jakob Achterndiek

unread,
Jan 14, 2012, 6:37:37 PM1/14/12
to
Am 14.01.2012, 22:42 Uhr, schrieb Reinhard Greulich
<usn0208...@greulich.de>:

> Ulrich G. Kliegis schrieb am Sat, 14 Jan 2012 19:13:07 +0100:
>
>> Wie es zu dem Ereignis überhaupt kommen konnte, kann man ja derzeit
>> nur mutmaßen. Bedienfehler des Autopiloten ist am wahrscheinlichsten.
>
> Die Korrespondentin der ARD-Tagesthemen hat eben die Ursache gefunden.
> Der Kapitän stand nicht am Steuer, sondern saß beim Captain's Dinner.

Beitrag zurückgezogen.
<http://www.buzemann.de/unterLand.htm>

Christoph Schmitz

unread,
Jan 14, 2012, 6:43:38 PM1/14/12
to
Am 14.01.12 19:13, schrieb Ulrich G. Kliegis:
>
> Und ich frage mich, warum der da erst mittschiffs reingedrungen ist.
> Entweder hat auf der Brücke jemand ein Manöver der letzten + 1
> Augenblicks gefahren, wobei das Heck nach Backbord geschwoit ist und
> der Rumpf schräg seitlich auf den Felsen getroffen ist, oder,
> wahrscheinlicher, das wird man wissen, wenn man die Stelle untersucht,
> wo er herkommt - der ragte sozusagen als Vorsprung unter Wasser in den
> Kurs, der Rumpf schrammt daran längs, und hinter dem letzten
> stehengebliebenen Spant
> http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-77370-5.html
> war es dann so weit: Fels bricht ab, kantet sich dabei noch weiter in
> Richtung Rumpf, und rengdeng ist er drin.

http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/schiffsunglueck112_mtb-1_pos-8.html
finde ich in diesem Zusammenhang auch sehr interessant. Man beachte,
dass vielleicht hundert Meter vor dem Leck die Stabilisatorflosse
noch unbeschaedigt aus dem Rumpf ragt.

Christoph

Reinhard Greulich

unread,
Jan 14, 2012, 7:07:14 PM1/14/12
to
Christoph Schmitz schrieb am Sun, 15 Jan 2012 00:43:38 +0100:

> Man beachte,
> dass vielleicht hundert Meter vor dem Leck die Stabilisatorflosse
> noch unbeschaedigt aus dem Rumpf ragt.

Könnte knapp drübergeschrammt sein. Oder er hat aus irgendeinem Grund
hart nach stb gedreht und ist dabei auf den Fels gelaufen. Dann war er
vorher aber auch sehr viel näher dran, als gut gewesen wäre.

Ansonsten bliebe noch die Möglichkeit, dass jemand mit dem Hinkelstein
geworfen hat. Wäre verständlich, wenn das überall so hässlich aussieht
wie in dem Salon auf dem letzten Bild.

Cornelia Schneider

unread,
Jan 14, 2012, 7:54:32 PM1/14/12
to
Reinhard Greulich <usn0208...@greulich.de> wrote in
news:gm54h7p82hn4audq9...@4ax.com:

> Ansonsten bliebe noch die Möglichkeit, dass jemand mit dem Hinkelstein
> geworfen hat.

Yups, ein gallisches Attentat erscheint nicht auszuschließen, Civitavecchia
liegt ja schließlich in der Nähe von Rom. Hinkeltorpedos wären mir zwar
neu, aber wer weiß was die alles so im geheimen entwickelt haben.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 14, 2012, 8:19:10 PM1/14/12
to
On Sun, 15 Jan 2012 01:07:14 +0100, Reinhard Greulich
<usn0208...@greulich.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Könnte knapp drübergeschrammt sein. Oder er hat aus irgendeinem Grund
>hart nach stb gedreht und ist dabei auf den Fels gelaufen. Dann war er
>vorher aber auch sehr viel näher dran, als gut gewesen wäre.


Hatte ich auch erst so gedacht. Bis ich dieses Video sah:

http://www.spiegel.de/video/video-1172241.html#oas.videobelegung=news

Da sieht man, daß das Schiff backbords zwei von einander unabhängige
Löcher hat, die Stb-Seite sieht man ja nicht. Denkbar ist aber, daß
der zwischen zwei Felsen geriet, erst vorne backbord gegendengelte,
davon nach Stb gedrückt wurde, dann traf da vermutlich auch ein Objekt
(warum ist der Kahn nach Stb gekippt? Kann natürlich ein Durchfluß aus
dem Backbord--Loch sein, aber...) also, wenn dann Stb was getroffen
hat, hat das die ganze Fuhre wieder nach BB gedrückt, und da dachte
der Stein dann, ist eh langweilig hier, da fahr ich mal mit, und stieg
an Bord.

Mal sehen, was am Ende rauskommt.

Hier noch ein Link, den man jedem Kreuzfahrtbucher (Costa fährt ja
auch von Kiel aus) vorher zum Lesen geben sollte:

http://www.newsday.com/news/world/costa-concordia-cruise-ship-aground-off-italy-3-bodies-found-1.3451901

Gruß,
U.

Jörg W. Kremer

unread,
Jan 15, 2012, 3:40:33 AM1/15/12
to
Ulrich G. Kliegis schrieb:
[...]
> http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-77370-5.html

Auf den Bildern und Videos sieht es so aus, dass das Schiff(swrack) mit dem
Bug etwa nach Süden zeigt (der Hafen liegt auf der Ostseite der Insel
Giglio).
Der AIS-Track zeigt aber, dass das Schiff zunächst in Richtung Westen (278°)
mit ca. 15,5 kn auf die Insel zufuhr und dabei etwa alle 4 Minuten eine
Positionsangabe absetzte. Diese regelmäßigen Fixe hören um 20:37UTC auf, da
hatte der Kurs bereits etwas nach Norden (285°) gedreht.
Nächster Fix ist erst 16 Minuten später um 20:53UTC, ca. 2,5 sm vom
vorherigen entfernt; der Kurs wird mit 351° bei 2,9 kn angegeben. Der letzte
geloggte Punkt ist ca 1/4 sm nördlicher, Kurs 13° bei 1,1sm.

Mir fallen da verschiedene Dinge auf:

Wieso zeigt das Wrack Richtung Süden, obwohl das Schiff auf Nordkurs war?
So schnell kann sich ein so großer Pott doch gar nicht drehen. Allerdings
passen die Risse auf der Backbordseite des Rumpfes eher zu einem
Unfallhergang, bei dem auf Nordkurs zu dicht an die Ostseite der Insel
herangefahren wurde.

Hat das 16-minütige Fehlen der AIS-Fixe mit dem in einigen Berichten
erwähnten "Blackout"/Stromausfall zu tun?
In diesem Zeitintervall wäre die Durchschnittsgeschwindigkeit etwa 9,3 kn
gewesen was IMHO darauf hindeutet, dass relativ bald nach 20:37UTC die Fahrt
aus dem Schiff genommen wurde. Wie lang ist eigentlich der "Bremsweg" so
eines Musikdampfers?

Habt ihr Ideen dazu?

Nautisch-investigative Grüße
Jörg

--
Wer alles unter Kontrolle hat,
segelt seinen Kat zu langsam


Wolfgang Broeker

unread,
Jan 15, 2012, 3:59:01 AM1/15/12
to
Christoph Schmitz schrieb:
> Wahrscheinlich finden sie auch noch heraus, dass die Passagiere
> nicht angeschnallt waren.

Und einen Helm haben sie vermutlich auch nicht getragen,
selbst schuld also. (Ich lese wohl zu viel de.rec.fahrrad :-)

Gruß - Wolfgang

Jörg W. Kremer

unread,
Jan 15, 2012, 4:09:00 AM1/15/12
to
Jörg W. Kremer schrieb diverse Fakten ...
... und "Ingrid" spekuliert jetzt mal:

Die "Costa Concordia" fährt während des Dinners planmäßig Richtung Westen
auf die Insel Giglio zu. Gerade als sie ca. 1,5sm von der Insel entfernt auf
Nordkurs einschwenken will um östlich zu passieren, fällt der Strom aus.

Vewirrung, Panik! Navigationsinstrumente, Steuerung, Kommunikation
funktionieren nicht mehr bzw. nur noch eingeschränkt. Es wird zwar die Fahrt
herausgenommen und weiter Richtung Norden gedreht, aber zu langsam - das
Schiff kommt zu dicht unter Land. Die Backbordseite ratscht an ein bis
mehreren Felsen vorbei und reisst auf.

Der Schiffsführer macht an der Stelle das einzig richtige: die Rechtsdrehung
unvermindert fortsetzen und zurück Richtung Insel bzw. Fischerhafen Giglio
Porto ins Flache, wo das Schiff schließlich nur wenige Meter vom bewohnten
Ufer entfernt aufsetzt.

Wie "chaotisch" die dann einsetzende Evakuierung tatsächlich war, das werden
weitere Untersuchungen zeigen müssen. Eines ist für mich jedenfalls klar:
wäre das Schiff weiter vom Ufer entfernt gekentert, dann hätte es Hunderte
von Toten geben können.

Spekulative Grüße
Jörg

--
Immer eine Handbreit Wasser unterm Leeschwimmer -
und eine Handbreit Luft unterm Luvrumpf!


Thomas Erstfeld

unread,
Jan 15, 2012, 5:28:20 AM1/15/12
to
Am 14.01.12 20:56, schrieb Thomas Erstfeld:
Die Aussage des Kapitäns geht dann aber doch eher in Richtung "plötzlich
und unerwartet hat sich ein Fels vor das Schiff geworfen".

Er erklärte im italienischen Fernsehen: "Wir fuhren mit moderater
Geschwindigkeit auf einen Felsen auf, der nicht markiert war. Außerdem
zeigte die Seekarte, dass wir an der Stelle ausreichend Tiefgang hätten."

Gruß
Thomas

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 15, 2012, 5:51:00 AM1/15/12
to

On 15 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
Mir fiel das mit dem für den angeblichen Kurs um fast auf Gegenkurs
liegenden Bug auch auf.

Wie genau sind eigentlich die AIS Positionen?

Für meine Theorie zu ungenau.

Das Wrack liegt ca. 400m SW von der drittletzten AIS Positon, jedoch
praktisch 180° Gegenkurs zu den beiden letzten Vektoren.

Das Wrack ist auf BB rel. weit hinten aufgerissen. Das passt zu einem
Nordkurs nahe an der Insel vorbei.

Das Wrack liegt aber auf der SB Seite wohl auf dem Landzipfel ca. 400m
nördlich der östlichen Hafenmole.

Meine (Verschwörungs)Theorie:

In der 16min AIS-Pause: Der Käptn lässt das AIS abschalten, er will
keinen Ärger mit der Reederei für sein schneidiges Manöver Typ
Verwandtenbesuch.

Sie fahren einen schönen Bogen nach N, auf Nordkurs ganz nahe unter
Land.

So und nun winken wir alle mal meiner Freundin/Familie...

Rechnung ohne oder mit falsch eingeschätzem auflandigem Wind nahe unter
Land gemacht.

Das Ding hat ja eine gewaltige Segelfläche... und die Verantwortlichen
nur wenig Segelerfahrung.

Die vorderen BB Stabis kommen noch klar, aber das ausscheerende Heck
erwischt die Ostspitze bzw. einen (UW)Felsen des Kap südlich vom Hafen.

Rummmmmmms... Schotten dicht.

Sieht böse aus. Weiter Nordkurs. AIS schaltet sich nach dem Bumms
automatisch wieder ein und loggt noch 3 Positionen.

Schiff macht viel Wasser, wenig Fahrt und krängt nach BB und dreht
leicht weiter nach SB.

Nach der letzten AIS (1/3nm NNO der Hafenmole) Versuch einer scharfen
Wende nach BB um zurück zum Hafen zu kommen. Das AIS und Strom fällt wg.
Wasser im Schiff aus. Passagiere bemerken Stromausfall.

Durch die enge Wende holt der Kahn nach SB über, das Wasser im Schiff
läuft nun auf die SB Seite und unterstützt die Krängung nach SB.

Nun strandet er mit Krängung nach SB mit SB-Seite auf der Landzunge
nördlich der Mole und kippt immer weiter auf die Seite.

Bei den ganzen Entfernungen darf man nicht vergessen, dass der Eimer 30m
breit und 290m lang ist. Er hat weder den Grip noch den Bremsweg eines
F1 Renners.

Mal sehen, was die Untersuchungen ergeben.
Traurig für die Opfer.


Saludos Wolfgang

--
Wolfgang Allinger 15h00..21h00 MEZ: SKYPE:wolfgang.allinger
Paraguay mailer: CrossPoint XP 3.20 (XP2) in WinXPprof DOSbox
Meine 7 Sinne: reply Adresse gesetzt!
Unsinn, Schwachsinn, Bloedsinn, Wahnsinn, Stumpfsinn, Irrsinn, Loetzinn.

Reinhard Greulich

unread,
Jan 15, 2012, 6:16:21 AM1/15/12
to
Wolfgang Allinger schrieb am 15 Jan 2012 07:51:00 -0300:

> In der 16min AIS-Pause: Der Käptn lässt das AIS abschalten, er will
> keinen Ärger mit der Reederei für sein schneidiges Manöver Typ
> Verwandtenbesuch.

In irgendeinem Bericht zu dem Unfall stand, dass die Schiffe dieser
Reederei traditionell alle diese Route nehmen, wenn sie da
vorbeikommen. Ich denke auch, dass da noch was anderes passiert ist,
nach der Regel: wenn es dumm kommt, dann richtig dumm...

Cornelia Schneider

unread,
Jan 15, 2012, 6:28:01 AM1/15/12
to
Ulrich G. Kliegis
<diesemailadressevonUlliistzwaretwaslangabersieisttrotzdemgueltig@kliegis.d
e> wrote in news:q0a4h7p6ak4g14h65...@4ax.com:

> warum ist der Kahn nach Stb gekippt? Kann natürlich ein Durchfluß aus
> dem Backbord--Loch sein, aber...

Die Frage hab ich mir auch gestellt. Seltsam wenn es nur an BB ein Leck
geben sollte.

Jörg W. Kremer

unread,
Jan 15, 2012, 6:32:15 AM1/15/12
to
Wolfgang Allinger schrieb:
[...]
> Meine (Verschwörungs)Theorie:
[...]
> Nach der letzten AIS (1/3nm NNO der Hafenmole) Versuch einer scharfen
> Wende nach BB um zurück zum Hafen zu kommen. Das AIS und Strom fällt wg.
> Wasser im Schiff aus. Passagiere bemerken Stromausfall.

Das mit der BB-Wende glaube ich nicht. Dazu war der Dampfer viel zu dicht
unter Land, auf das er dann genau zugehalten hätte. Außerdem ist der mit
Sicherheit nicht so wendig - in so einer Situation würde wohl jeder über SB
drehen.

Übrigens: der "Hafen" von Giglio würde sogar auf das Oberdeck der "Costa"
passen - also nix um dort anzulegen.


> Durch die enge Wende holt der Kahn nach SB über, das Wasser im Schiff
> läuft nun auf die SB Seite und unterstützt die Krängung nach SB.

Warum der Kahn nach SB und nicht nach BB übergeholt hat, kann ich mir mit
meiner SB-Wende allerdings nicht erklären.

Reinhard Greulich

unread,
Jan 15, 2012, 7:07:00 AM1/15/12
to
Jörg W. Kremer schrieb am Sun, 15 Jan 2012 12:32:15 +0100:

> Warum der Kahn nach SB und nicht nach BB übergeholt hat, kann ich mir mit
> meiner SB-Wende allerdings nicht erklären.

Allenfalls mit der Beschaffenheit des Untergrundes, falls der jetzt
wirklich auf Grund sitzt. Andererseits wird in den Medien gerade
spekuliert, das Schiff werde bald sinken - aber die Medien schreiben
viel.

Jörg W. Kremer

unread,
Jan 15, 2012, 7:20:51 AM1/15/12
to
Wolfgang Allinger schrieb:
[...]
> Meine (Verschwörungs)Theorie:
[...]

Hauptunterschied zwischen meiner "Spekulation" und Wolfgangs
(Verschwörungs)Theorie ist:
war der Stromausfall Auslöser oder Folge der Kollision mit dem Felsen? Was
kam zeitlich zuerst: "Licht aus" oder "Rummmms"?

Gab es dazu irgendwelche belastbaren und konsistenten Aussagen in den
zahlreichen Veröffentlichungen?

Immer noch spekulierende Grüße

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 15, 2012, 7:25:00 AM1/15/12
to

On 15 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<JWKr0...@yahoo.de> (Jörg W. Kremer) wrote:

>Wolfgang Allinger schrieb:
>[...]
>> Meine (Verschwörungs)Theorie:
>[...]
>> Nach der letzten AIS (1/3nm NNO der Hafenmole) Versuch einer
>> scharfen Wende nach BB um zurück zum Hafen zu kommen. Das AIS und
>> Strom fällt wg. Wasser im Schiff aus. Passagiere bemerken
>> Stromausfall.

>Das mit der BB-Wende glaube ich nicht. Dazu war der Dampfer viel zu
>dicht unter Land, auf das er dann genau zugehalten hätte. Außerdem ist
>der mit Sicherheit nicht so wendig - in so einer Situation würde wohl
>jeder über SB drehen.

Über SB drehen verstärkt die Schlagseite aber noch mehr.

In der Luftfahrt gibbet auch die Regel: Nie über die kranke Seite
wenden!

Um nach Deiner Version in die Endposition zu kommen, müssten die von der
letzten AIS Position einen 270° Kreisabschnitt nach SB und anschliessend
90° Bogen nach BB gemacht haben bis auf den finalen Parkplatz.

Keine Ahnung, wie scharf die im Notfall wenden können. Sie dürften
mächtige Bugstrahlruder haben.

Aber der auflandige Wind hat ihnen wohl zum 2. Mal einen Streich
gespielt und es passte wieder nicht.

Der Teufel scheisst immer auf den dicksten Haufen!

>Übrigens: der "Hafen" von Giglio würde sogar auf das Oberdeck der
>"Costa" passen - also nix um dort anzulegen.

So sehe ich das auch, aber je näher am `Strand` (Mohle) desto einfacher
Rettung.

Der Kahn ist 291m lang bei 38m breit (also nicht nur 30m) bei 8,2m
Tiefgang. Ich dachte ernsthaft, dass die mehr Tiefgang haben, aber so
werden die Segeleigenschaften bei Seitenwind eben noch teuflischer :(

>> Durch die enge Wende holt der Kahn nach SB über, das Wasser im
>> Schiff läuft nun auf die SB Seite und unterstützt die Krängung nach
>> SB.

>Warum der Kahn nach SB und nicht nach BB übergeholt hat, kann ich mir
>mit meiner SB-Wende allerdings nicht erklären.

Ich auch nicht :)

Aber für kentern bist Du eher zuständig, bin bloss der LI :)

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 15, 2012, 7:34:00 AM1/15/12
to

On 15 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<usn0208...@greulich.de> (Reinhard Greulich) wrote:

>Jörg W. Kremer schrieb am Sun, 15 Jan 2012 12:32:15 +0100:

>> Warum der Kahn nach SB und nicht nach BB übergeholt hat, kann ich
>> mir mit meiner SB-Wende allerdings nicht erklären.

>Allenfalls mit der Beschaffenheit des Untergrundes, falls der jetzt
>wirklich auf Grund sitzt.

Bin sicher, dass der zumindest teilweise auf dem Felshang liegt.
Der Grund fällt zur Seeseite hin ab, somit liegt das Schiff eigentlich
auf der flaschen Seite. Zum Glück, sonst wäre es bestimmt den Abhang
"runtergekullert" bzw. völlig gekentert. Und in die Lage vorm aufsetzen
kommt sie mit dem Wassereinbruch auf BB nur mit einer vorherigen engen
SB Wende. Just my 2ct.


>Andererseits wird in den Medien gerade spekuliert, das Schiff werde
>bald sinken - aber die Medien schreiben viel.

Nen paar Bergeschlaufen um den Kahn wickeln und ein paar Fischerdübel in
den Berg donnern... Hilti und Fischer machen schon Überstunden :)


Noch `ne andere Anmerkung:

Ich staune über das Riesenschlauchboot, auf das die BlackBox gerade
verladen wird.

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 15, 2012, 8:08:00 AM1/15/12
to

On 15 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<JWKr0...@yahoo.de> (Jörg W. Kremer) wrote:

>Wolfgang Allinger schrieb:
>[...]
>> Meine (Verschwörungs)Theorie:
>[...]
>
>Hauptunterschied zwischen meiner "Spekulation" und Wolfgangs
>(Verschwörungs)Theorie ist:
>war der Stromausfall Auslöser oder Folge der Kollision mit dem Felsen?
>Was kam zeitlich zuerst: "Licht aus" oder "Rummmms"?

Ohne Licht ist alles im dunkeln :)


>Gab es dazu irgendwelche belastbaren und konsistenten Aussagen in den
>zahlreichen Veröffentlichungen?

Keine Ahnung, aber Wullfs RAe melden sich stibimmt bald :]

Als 1. werden mal die Daten des Flugschreibers als ungültig/unzulässig/
manipuliert erklärt.

Psssst! v.Guttenberg erstellt gerade die Kriegstagebücher der Costa
Concordia.

Die Mafia hat den Kahn auf die rechte Seite legen lassen, damit die am
UW-Schiff an SB liegenden Kokain-Behälter vorläufig nicht entdeckt
werden.

Der Angriff mit einem talibanischen Hinkelsteintorpedo von einem
iranischen Atom-Uboot abgefeuert wird sicher ein prima Kriegsgrund...

Warten wirs ab.

Cornelia Schneider

unread,
Jan 15, 2012, 8:22:03 AM1/15/12
to
all...@spambog.com (Wolfgang Allinger) wrote in news:C0uL5RNjQoB@allinger-
307049.user.uni-berlin:

> Ohne Licht ist alles im dunkeln :)

Und kälter als draußen. (fragt sich allerdings warum der Strom ausfiel)

> Der Angriff mit einem talibanischen Hinkelsteintorpedo von einem
> iranischen Atom-Uboot abgefeuert wird sicher ein prima Kriegsgrund...

Punischer Krieg IV? Wär mal was anderes als immer nur Irak und Afghanistan,
Libyen ist ja jetzt auch nicht mehr angesagt.

Sven Greve

unread,
Jan 15, 2012, 10:04:28 AM1/15/12
to
>
> Hier noch die Seite der dailymail
>
> http://www.dailymail.co.uk/news/article-2086527/Costa-Concordia-accident-Pictures-cruise-ship-sinking-coast-Italy-Titanic-like-scene.html
>
> Die Opfer und noch Vermißten waren wohl überwiegend im Bereich der
> Maschine tätig, wo ihnen die automatisch schließenden Schotten und der
> Wasserdruck, der diese möglicherweise auch noch verschloß, den Weg
> abschnitt.
>
> Gruß,
> U.


Und hier noch der Link zur Life Webcam incl. Zeitrafferfilm in Giglio

http://www.kielmonitor.de

dritte Bilderreihe von oben, als "Spezial" gekennzeichnet.

Gruß, Sven

HC Ahlmann

unread,
Jan 15, 2012, 10:48:21 AM1/15/12
to
Wolfgang Allinger <all...@spambog.com> wrote:

> Traurig für die Opfer.

Aber der Fortschritt! Vor einhundert Jahren starben bei einem
Schiffsunglück ähnlicher Art noch hunderte. Linear extrapoliert ergibt
das unglaublich viele Geburten bei einem ähnlichen Untergang 2112. Ach,
21.12.; das wird wohl nichts mehr, sagen die Maya-Kalender-Esoteriker.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte

Harald Maedl

unread,
Jan 15, 2012, 12:13:18 PM1/15/12
to
Sven Greve wrote:

> Und hier noch der Link zur Life Webcam

Die Frage ist, ob die Hafenkamera auch nachts gelaufen ist. Falls ja,
müsste man zumindest kurz vor dem Unglück zumindest noch die Umrisse
erkennen. Kreuzfahrtschiffe sind üblicher reichlich illuminiert.

Sven Greve

unread,
Jan 15, 2012, 1:21:10 PM1/15/12
to


"Harald Maedl" <harald...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag news:150112.18131...@maedl-online.de...
Die ersten Bilder sind von 23°° Uhr und die Rettungsboote sind schon
an der Hafenpier festgemacht. Die Havarie war laut ZDF um 21.45 Uhr.
Somit ist das Sinken der CC nicht aufgenommen worden oder in
den Archiven der lokalen "Giglio News" zu finden. Allerdings kann
man bzw. ich z.Zt. deren Homepage nicht öffnen. Vllt. ist der Server
überlastet. Oder es werden Exklusivrechte verhandelt.

Auf jeden Fall war um 23°° Uhr auf der CC der Ofen aus. Samt AIS.
Erstaunlich finde ich, dass den ganzen Tag hunderte von Booten um
das Wrack wuseln und kein Mensch auf die Idee kommt, 'mal eine
Ölsperre auszubringen.

Wird m.E. noch spannend, das weitere Schicksal der CC per WebCam
zu verfolgen, so sie denn online bleibt.

Gruß, Sven




Martin Bohm

unread,
Jan 15, 2012, 3:31:39 PM1/15/12
to
Sven Greve schrieb:
> Wird m.E. noch spannend, das weitere Schicksal der CC per WebCam
> zu verfolgen, so sie denn online bleibt.

Wenn ich letzten Bilder so sehe... Ich tippe da mal auf Totalschaden.
Aber da kann ich als Laie natürlich auch völlig falsch liegen. Um das
Schiff jemals wieder herrichten zu können, müsste man es wohl irgendwie
in eine schwimmfähige Lage versetzten und in ein Dock schleppen. Oder
warten in diesem Fall nur noch die Schneidbrenner? Nur so aus Interesse.

Martin

Reinhard Greulich

unread,
Jan 15, 2012, 3:59:26 PM1/15/12
to
Martin Bohm schrieb am Sun, 15 Jan 2012 21:31:39 +0100:

> Um das
> Schiff jemals wieder herrichten zu können, müsste man es wohl irgendwie
> in eine schwimmfähige Lage versetzten und in ein Dock schleppen. Oder
> warten in diesem Fall nur noch die Schneidbrenner?

Naja, bis auf das Loch im Rumpf ist ja erst mal nicht so viel kaputt,
soll heißen, da ist auch noch eine Menge heile dran. Wenn es also
gelingt, das Schiff in der jetzigen Lage zu sichern, wird man es
abdichten, dann lenzen und wegschleppen können. Muss man ja sowieso
machen, da liegen bleiben kann es ja nicht. Die Reederei wird auch
daran interessiert sein, das Bild ihres gekenterten Schiffes nicht
länger als nötig der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sollte es sinken,
wäre es zwar auch weg, aber auch dann müsste man irgendwie eine
Bergung hinbekommen, wäre nur teurer.

Und dann sieht man weiter - der Eigner wird aber wenigstens einen Teil
der Bergekosten zurückbekommen wollen. Also: Sollte sich das noch
reparieren lassen, wird die Reederei es verkaufen und irgendwo taucht
es dann unter anderem Namen wieder auf, möglichst so, dass potentielle
Kunden das nicht merken. Dass man am Ende nur den Schrott verkaufen
wird, halte ich nicht für so wahrscheinlich, aber wer steckt da schon
drin (außer dem Felsbrocken derzeit)?

Masko Müller, Hamburg

unread,
Jan 15, 2012, 4:00:44 PM1/15/12
to
Martin Bohm <bo...@freenet.de> wrote:

> Oder
> warten in diesem Fall nur noch die Schneidbrenner? Nur so aus Interesse.

Zu meiner Lehrzeit (vor ca. 30 Jahren) hat ein Kapitän mal einen
Frachter im Hamburger hafen versenkt (im Suff, das Wasser stand ca. 4-5
Meter hoch im Kahn, Maschine lief NICHT). Das Schiff wurde gehoben, und
die elektrische Schaltanlage (Maschinenleitstand und ähnliches) wurde
gesäubert, brauchbares wieder verwendet (Schaltschränke, hier
Maßbauten), elektrische Geräte erneuert (Schütze, Elektronik, Kabel) und
das Schiff wieder aufgebaut. Aber es war ein Frachter, außer der
Maschinenanlage ist nicht wirklich viel kaputt gegangen. Ob sich das
heute und bei einem 'Musikdampfer', wie weiter vorn genannt, lohnt, weis
ich nicht. Machbar wäre es jedenfalls.


--
Mit freundlichen Grüßen
Masko
Nur mit gesundem Humor ansehen:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/19886/Grosse-Haufen

Reinhard Greulich

unread,
Jan 15, 2012, 4:40:09 PM1/15/12
to
Masko Müller, Hamburg schrieb am Sun, 15 Jan 2012 22:00:44 +0100:

> Ob sich das
> heute und bei einem 'Musikdampfer', wie weiter vorn genannt, lohnt, weis
> ich nicht. Machbar wäre es jedenfalls.

Ein Musikdampfer zeichnet sich gegenüber einem Frachter ja bekanntlich
dadurch aus, dass die Laderäume in große und kleine Kabinen unterteilt
und diese möbliert sind. Die vorgesehene Nutzungsdauer der
Einrichtungsgegenstände in besseren Hotels ist unter fünf Jahren.
Angenommen, das ist auf einem Schiff nicht anders, würde an deren
Erneuerung eine Wiederinbetriebnahme also wohl nicht scheitern.

Cornelia Schneider

unread,
Jan 15, 2012, 8:00:51 PM1/15/12
to
Reinhard Greulich <usn0208...@greulich.de> wrote in
news:m6h6h79u32cnp1c5f...@4ax.com:

> Die vorgesehene Nutzungsdauer der
> Einrichtungsgegenst„nde in besseren Hotels ist unter fünf Jahren.
> Angenommen, das ist auf einem Schiff nicht anders, würde an deren
> Erneuerung eine Wiederinbetriebnahme also wohl nicht scheitern.

Wenn aber die Maschine(n) und andere Technik richtig Schaden genommmen
haben wird die Rechnung wohl wesentlich teurer werden.

Einen derart auffälligen Kahn wird man wahrscheinlich auch nicht, auch wenn
restauriert und umbenannt, mal soeben unbemerkt verscherbeln können.

Uwe Kloß

unread,
Jan 16, 2012, 1:44:54 AM1/16/12
to
Am 15.01.2012 12:28, schrieb Cornelia Schneider:
> Ulrich G. Kliegis
> <diesemailadressevonUlliistzwaretwaslangabersieisttrotzdemgueltig@kliegis.d
> e> wrote in news:q0a4h7p6ak4g14h65...@4ax.com:
>
>> warum ist der Kahn nach Stb gekippt? Kann natürlich ein Durchfluß aus
>> dem Backbord--Loch sein, aber...
>
> Die Frage hab ich mir auch gestellt. Seltsam wenn es nur an BB ein Leck
> geben sollte.

Wenn die Kraft mit der der Felsen in den Rumpf gedrückt wird über den
Schwerpunkt zielt, dann gibt das ein Drehmoment um die Längsachse nach
Steuerbord.
Ob der Kahn kippt oder nicht ist dann nur eine Frage der Lagestabilität.

Ähnlich wie wenn Du ein Auto halb auf dem Bürgersteig parkst.
Bei 2m Breite (des Autos) - kein Problem.
Bei 20cm Breite (auch des Autos ;-) sollte der Bordstein nicht zu hoch sein.
--
Grüße,
Uwe

M. Handschuher

unread,
Jan 16, 2012, 2:05:25 AM1/16/12
to
On 15.01.2012 11:28, Thomas Erstfeld wrote:

> Die Aussage des Kapitäns geht dann aber doch eher in Richtung
> "plötzlich und unerwartet hat sich ein Fels vor das Schiff
> geworfen".

Ja, der Fels war wohl nicht in der Seekarte drin. Dann sind wenigstens
die schuld, die den in der Seekarte vergessen haben. Aber mit so einem
Koloß so dicht unter Land zu fahren ist ja vollkommen normal. Auf meinen
Törns trietze ich meine Crew immer, meinen persönlichen
"Wohlfühlabstand" zum Ufer (2 Kabellängen) einzuhalten (natürlich ohne
Rockies vor dem Land). So wie's aussieht, war der Wohlfühlabstand des
Kapitäns merklich kleiner


> Geschwindigkeit Außerdem zeigte die Seekarte, dass wir an der Stelle
> ausreichend Tiefgang hätten.

<prust>

Manfred

M. Handschuher

unread,
Jan 16, 2012, 2:15:55 AM1/16/12
to
On 15.01.2012 11:51, Wolfgang Allinger wrote:

> Mal sehen, was die Untersuchungen ergeben.

Den "Fahrtenschreiber" hat man ja geborgen bekommen. Bin mal gespannt,
was da rauskommt.


> Traurig für die Opfer.

Das sowieso.

Einige Passagiere sind sogar an Land geschwommen. Das Wasser hat immer
noch 15°, ein Vorteil im Mittelmeeer. Nordsee dürfte bedeutend kälter sein.

Manfred

M. Handschuher

unread,
Jan 16, 2012, 2:21:35 AM1/16/12
to
On 15.01.2012 21:31, Martin Bohm wrote:

> Wenn ich letzten Bilder so sehe... Ich tippe da mal auf Totalschaden.

So sehen das die Bergungsspezialisten aus .nl lt. heutiger Meldung der
SZ auch: Öl abpumpen und dann zersägen.

Manfred

gUnther nanonüm

unread,
Jan 16, 2012, 4:16:37 AM1/16/12
to

"Uwe Kloß" <uwe....@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9nhvb4...@mid.individual.net...

>>> warum ist der Kahn nach Stb gekippt? Kann natürlich ein Durchfluß aus
>>> dem Backbord--Loch sein, aber...
>>
>> Die Frage hab ich mir auch gestellt. Seltsam wenn es nur an BB ein Leck
>> geben sollte.
>
> Wenn die Kraft mit der der Felsen in den Rumpf gedrückt wird über den
> Schwerpunkt zielt, dann gibt das ein Drehmoment um die Längsachse nach
> Steuerbord.
> Ob der Kahn kippt oder nicht ist dann nur eine Frage der Lagestabilität.
>
> Ähnlich wie wenn Du ein Auto halb auf dem Bürgersteig parkst.
> Bei 2m Breite (des Autos) - kein Problem.
> Bei 20cm Breite (auch des Autos ;-) sollte der Bordstein nicht zu hoch
> sein.

Hi,
der Kahn ist zwischen den Felsen und der Insel durchgefahren, dabei an die
Felsen gestoßen mit dem Backbordunterwasserschiff. Anschließend hat der
Kapitän seine Wahnsinnsfahrt weiter landwärts gelegt, um das Schiff
möglichst hoch auf Grund zu legen. Mit dem Versagen der Stromversorgung war
klar, daß er selbst beim Halten vieler Schotten den Kahn nicht lenzen
konnte. Das war ne moderne Titanic. Was ich dabei noch als Probblem sehe ist
die "Rücksichtslosigkeit" des Kapitäns bei dieser Maßnahme. Er wußte ja nun,
daß er seinen Pott auf Felsen geritten hatte, aber dann diesen möglichst
hoch auf eine Barre zu legen riskiert, dem Schiff das Rückrat zu brechen.
Das kann ein Totalschaden werden. Außerdem legt sich der Pott so nahe am
Landsockel mit größerer Wahrscheinlichkeit auf die Seite. Das Unterschiff
ist ja eher flachgehend. Sind diese Pötte dermaßen auf Kante genäht, daß der
Ingeniör nicht per Teilflutung das Schiff aufrichten kann? Vermutlich
überall nur breite Kegelbahnen von Bord zu Bord. Bei der Queenie waren die
Maschinen in Generatorsätzen auf beiden Seiten angeordnet und hätten
zumindest teilweise weiterfunktioniert. Welche Sparmaßnahme hat die Reederei
bei diesem Pott verlangt? Gibts schon irgendwo Pläne?

--
mfg,
gUnther




gUnther nanonüm

unread,
Jan 16, 2012, 4:25:10 AM1/16/12
to

"Reinhard Greulich" <usn0208...@greulich.de> schrieb im Newsbeitrag
news:6fe6h79n3ooqsub9e...@4ax.com...

>Naja, bis auf das Loch im Rumpf ist ja erst mal nicht so viel kaputt,
>soll heißen, da ist auch noch eine Menge heile dran. Wenn es also

Hi,
außer wenn die Lage auf der Barre den Kiel geknickt hat. Das wär schon was
heftig zu fixen.

>gelingt, das Schiff in der jetzigen Lage zu sichern, wird man es
>abdichten, dann lenzen und wegschleppen können. Muss man ja sowieso
>machen, da liegen bleiben kann es ja nicht. Die Reederei wird auch
>daran interessiert sein, das Bild ihres gekenterten Schiffes nicht
>länger als nötig der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sollte es sinken,
>wäre es zwar auch weg, aber auch dann müsste man irgendwie eine
>Bergung hinbekommen, wäre nur teurer.

Sinken kann es nur, wenn es dabei von den Felsen herunterrutscht. Dafür
werden die nächsten Stürme vielleicht sorgen. Hoffentlich wird das Wrack bis
dahin schon sicher verankert. Sollte unterm Schiff eine steile Kante stehen,
könnte diese den Rumpf regelrecht zersägen.

>Und dann sieht man weiter - der Eigner wird aber wenigstens einen Teil
>der Bergekosten zurückbekommen wollen. Also: Sollte sich das noch
>reparieren lassen, wird die Reederei es verkaufen und irgendwo taucht
>es dann unter anderem Namen wieder auf, möglichst so, dass potentielle
>Kunden das nicht merken. Dass man am Ende nur den Schrott verkaufen
>wird, halte ich nicht für so wahrscheinlich, aber wer steckt da schon
>drin (außer dem Felsbrocken derzeit)?

Das Schiff ist eines der Größten weltweit. Das läßt sich nicht so einfach
verstecken wie die alte Deutschland oder irgendein Atomfrachter. Aber egal,
viele Länder suchen nach "Hotelschiffen" moderner Bauart. Solange keine
größeren Schäden an der Inneneinrichtung vorliegen, wird man das Wrack
problemlos verkloppt bekommen.

Wie sind eigentlich die Regeln in Italien, der Kahn ist innerhalb der
Inselkette aufgelaufen, hatte Grundberührung ohne Anker und der Kapitän hat
das Schiff vor seiner "Ladung" verlassen. Gehört der Pott jetzt dem König?
Oder der Inselbevölkerung, als Strandgut?

--
mfg,
gUnther


gUnther nanonüm

unread,
Jan 16, 2012, 4:28:22 AM1/16/12
to

"M. Handschuher" <k...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9ni1fv...@mid.individual.net...

> So sehen das die Bergungsspezialisten aus .nl lt. heutiger Meldung der SZ
> auch: Öl abpumpen und dann zersägen.

Hi,
schneller ginge aber, bei weiterhin gutem Wetter, den Rumpf abdichten,
lenzen und abschleppen. Bloß wo gibts innerhalb der Gutwetterzone ein so
großes Trockendock?

--
mfg,
gUnther


Jakob Achterndiek

unread,
Jan 16, 2012, 4:47:21 AM1/16/12
to
Am 16.01.2012, 10:28 Uhr, schrieb gUnther nanonüm <g-...@gmx.de>:

> "M. Handschuher" <k...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:9ni1fv...@mid.individual.net...
>> Öl abpumpen und dann zersägen.
>
> schneller ginge aber, bei weiterhin gutem Wetter, den Rumpf
> abdichten, lenzen und abschleppen.

Ein sehr konventioneller Vorschlag! Ich weiß was Besseres:
Noch schneller ginge, das Schiff mit ein paar Trossen zu
unterfangen und dann mit einem gaaanz großen Hubs-Schrauber
aus dem Wasser zu heben und an Land zu setzen.

> Bloß wo gibts innerhalb der Gutwetterzone ein so großes
> Trockendock?

Und wer leiht mir einen groß genuchen Hubs-Schrauber?

j/\a
--

gUnther nanonüm

unread,
Jan 16, 2012, 5:13:43 AM1/16/12
to

"gUnther nanonüm" <g-...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:4f13edbb$0$7628$9b4e...@newsspool1.arcor-online.net...

> schneller ginge aber, bei weiterhin gutem Wetter, den Rumpf abdichten,
> lenzen und abschleppen. Bloß wo gibts innerhalb der Gutwetterzone ein so
> großes Trockendock?

Hi,
ah, ich weiß, Fincantieri, Genua. Da ist Schiff ja sogar vom Stapel
gelaufen. Wie praktisch...

--
mfg,
gUnther


Fritz Brause

unread,
Jan 16, 2012, 5:26:14 AM1/16/12
to

"Reinhard Greulich" <usn0208...@greulich.de> schrieb im Newsbeitrag
news:6fe6h79n3ooqsub9e...@4ax.com...

> Sollte es sinken,
> wäre es zwar auch weg, aber auch dann müsste man irgendwie eine
> Bergung hinbekommen, wäre nur teurer.

Ich vermute, dass es dann "weg" ist und bleibt -
siehe "Sea Diamond" http://de.wikipedia.org/wiki/Sea_Diamond
Die liegt immer noch da unten.

Vielleicht noch interessant, wie dicht die Schiffe üblicherweise (?) sonst
an der Insel vorbeifuhren:
http://video.corriere.it/nave-concordia-al-giglio-/9dfa5ea6-3e9b-11e1-8b52-5f77182bc574
Das ist nicht weit von der Hafeneinfahrt entfernt...

mfg
Fritz


Harald Maedl

unread,
Jan 16, 2012, 6:01:03 AM1/16/12
to
M. Handschuher wrote:
> On 15.01.2012 11:28, Thomas Erstfeld wrote:

>> Die Aussage des Kapitäns geht dann aber doch eher in Richtung
>> "plötzlich und unerwartet hat sich ein Fels vor das Schiff
>> geworfen".
> Ja, der Fels war wohl nicht in der Seekarte drin.

Sollte die Aussage tatsächlich so geäußert worden sein, so wundert sie
mich. Der Crew dürften die Örtlichkeiten bekannt gewesen sein, haben sie
diesen Bereich doch schon mehrmals in der Vergangenheit passiert.

> Dann sind wenigstens
> die schuld, die den in der Seekarte vergessen haben. Aber mit so einem
> Koloß so dicht unter Land zu fahren ist ja vollkommen normal.

Naja, genau das ist die Attraktion z.B der Hurtic-Routen

Harald Maedl

unread,
Jan 16, 2012, 6:01:33 AM1/16/12
to
gUnther nanonüm wrote:

> der Kahn ist zwischen den Felsen und der Insel durchgefahren, dabei an die
> Felsen gestoßen mit dem Backbordunterwasserschiff. Anschließend hat der
> Kapitän seine Wahnsinnsfahrt weiter landwärts gelegt,

Es reicht schon, was die Medien an Spekulationen und Vorverurteilungen
verbreiten, auch der übereifrig hingeschlunzte Wiki-Artikel reiht sich
hier nahtlos in diesen Sermon ein. Man muss sich nicht auch hier noch
daran beteiligen.
Dass auch die Reederei vom Kapitän Abstand nimmt, wundert nicht, braucht
man doch zunächst einmal einen Schuldigen.

Momentan sind zu viele Fragen offen, als dass man hier im Vorfeld
bereits schon von einer "Wahnsinnsfahrt" etc sprechen sollte.

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 6:17:07 AM1/16/12
to
Am 15 Jan 2012 09:34:00 -0300 schrieb Wolfgang Allinger:
> Ich staune über das Riesenschlauchboot, auf das die BlackBox gerade
> verladen wird.

Ja, geiles Pressebild.

Klar, so ein wichtiges Teil wird so übergeben, daß darunter erstmal
Wasser ist, ranziehen ist ja unmöglich.

Genauso, wie der unter größten Schwierigkeiten gefundene
Verschlussbolzen des Bugvisiers der Estonia vom Hubschrauber aus wieder
ins Wasser geschmissen wurde, weil 'zu schwer'. Dabei flog der
Hubschrauber aber schon.

Ich hoffe ja, daß aus irgendeinem Umstand das BSU mitermitteln und
veröffentlichen darf, keiner kann trockener beschrieben, wie idiotisch
falsch etwas gelaufen ist.

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 16, 2012, 5:39:00 AM1/16/12
to

On 16 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<g-...@gmx.de> (gUnther nanonüm) wrote:

>
>"Uwe Kloß" <uwe....@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
>news:9nhvb4...@mid.individual.net...

>>>> warum ist der Kahn nach Stb gekippt? Kann natürlich ein Durchfluß
>>>> aus dem Backbord--Loch sein, aber...
>>>
>>> Die Frage hab ich mir auch gestellt. Seltsam wenn es nur an BB ein
>>> Leck geben sollte.
>>
>> Wenn die Kraft mit der der Felsen in den Rumpf gedrückt wird über
>> den Schwerpunkt zielt, dann gibt das ein Drehmoment um die
>> Längsachse nach Steuerbord.
>> Ob der Kahn kippt oder nicht ist dann nur eine Frage der
>> Lagestabilität.
>>
>> Ähnlich wie wenn Du ein Auto halb auf dem Bürgersteig parkst.
>> Bei 2m Breite (des Autos) - kein Problem.
>> Bei 20cm Breite (auch des Autos ;-) sollte der Bordstein nicht zu
>> hoch sein.

>Hi,
>der Kahn ist zwischen den Felsen und der Insel durchgefahren, dabei an
>die Felsen gestoßen mit dem Backbordunterwasserschiff. Anschließend
>hat der Kapitän seine Wahnsinnsfahrt weiter landwärts gelegt, um das
>Schiff möglichst hoch auf Grund zu legen. Mit dem Versagen der
>Stromversorgung war klar, daß er selbst beim Halten vieler Schotten
>den Kahn nicht lenzen konnte.

Nö, die Kollision mit dem Hinkelstein fand mit Nord Kurs statt. Das
erklärt auch den BB-Schaden. Anschliessend `strandete` der Kahn mit Süd
Kurs, anfangs noch mit wenig SB Schlagseite. sh. Bilder aus der Nacht.
Strom war auch (wieder) da, denn es brannte einiges an Beleuchtung.

Beim weiteren absaufen ist er dann wohl mit der SB-Kante aufgesetzt und
weiter zum ansteigenden Hang gekippt. Vermutlich gings nicht weiter, als
bis die ca. 80° nach SB.

Wie kommt er in die Richtung ohne Wende? Iss ja kein F1, der einen
Dreher hinlegt, wenn er an einem Estoril-Curb sich den Reifen
aufschlitzt :(

Am Anfang des Thread wurde ein Link mit AIS Plot gezeigt, da sind die 3
letzten Plot-Punkte deutlich NO vom Anlegepunkt hüstel Ablagepunkt.


>Das war ne moderne Titanic. Was ich
>dabei noch als Probblem sehe ist die "Rücksichtslosigkeit" des
>Kapitäns bei dieser Maßnahme. Er wußte ja nun, daß er seinen Pott auf
>Felsen geritten hatte, aber dann diesen möglichst hoch auf eine Barre
>zu legen riskiert, dem Schiff das Rückrat zu brechen. Das kann ein
>Totalschaden werden. Außerdem legt sich der Pott so nahe am Landsockel
>mit größerer Wahrscheinlichkeit auf die Seite. Das Unterschiff ist ja
>eher flachgehend.

Zur Ablage s.o. Nach Deiner Theorie muss der Kahn nach BB kippen, da das
der Gefälle Richtung entspricht. Tat er aber nicht. IMHO hat der Käptn
wohl als Ziel gehabt, längsseits der kleinen Mole zu kommen und ist
vorher hängengeblieben.

>Sind diese Pötte dermaßen auf Kante genäht, daß der
>Ingeniör nicht per Teilflutung das Schiff aufrichten kann? Vermutlich
>überall nur breite Kegelbahnen von Bord zu Bord. Bei der Queenie waren
>die Maschinen in Generatorsätzen auf beiden Seiten angeordnet und
>hätten zumindest teilweise weiterfunktioniert. Welche Sparmaßnahme hat
>die Reederei bei diesem Pott verlangt? Gibts schon irgendwo Pläne?

Die Pläne werden gerade sicher von Wullfs Anwälten frisiert, man kann ja
nie wissen :] Und dann werden sie mit Hinweis auf Urheberrecht und
Datenschutz in den Schubladen gehalten.

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 6:37:21 AM1/16/12
to
Am Sun, 15 Jan 2012 13:20:51 +0100 schrieb Jörg W. Kremer:
> Wolfgang Allinger schrieb:
> [...]
>> Meine (Verschwörungs)Theorie:
> [...]
>
> Hauptunterschied zwischen meiner "Spekulation" und Wolfgangs
> (Verschwörungs)Theorie ist:
> war der Stromausfall Auslöser oder Folge der Kollision mit dem Felsen? Was
> kam zeitlich zuerst: "Licht aus" oder "Rummmms"?

Hmm.
Blackout ist Blackout.

Ich gehe davon aus, daß der Schlitten elektrische Azipots als Antrieb
hat. In diesem Fall braucht man viele Generatoren, die man je nach
Lastzustand/Verbrauch startet/stoppt. Es wäre unsinnig, extra für den
Antrieb eigene Generatoren zu betreiben.
Falls es eine zusätzliche Ruderanlage gibt, wird diese sicher auch
elektrisch mit Druck beaufschlagt.

Ich stelle mir das so vor (Experten am Schreibtisch :-):
http://www.marinetraffic.com/ais/de/default.aspx?zoom=9&oldmmsi=247158500&olddate=1/13/2012%209:02:00%20PM

Nordkurs, winke winke, Tut-Vorbeifahrt an der Insel, Rumms, Klamotte
gefressen, fieser Wassereinbruch, der Brandabschnitt BB des
Maschinenraums fällt komplett aus, Überlast durch Hotelbetrieb,
Blackout.
Notstart von Generatoren im Brandabschnitt STB, hart-BB, um ans Ufer zu
kommen, aussteigen.

Ein großes Chaos beim Aussteigen kann ich bei 4000(!) Menschen, der
trotz Schlagseite offensichtlich erfolgreich gewasserten Rettungsboote
und der unglaublich geringen Anzahl von Toten nicht erkennen - aber das
stellt sich sicher anders dar, wenn man an Bord ist und nur in schnellem
italienisch informiert wird, das das Schiff gerade absäuft.

Cornelia Schneider

unread,
Jan 16, 2012, 7:28:10 AM1/16/12
to
Uwe Kloß <uwe....@gmx.de> wrote in news:9nhvb4...@mid.individual.net:

> Wenn die Kraft mit der der Felsen in den Rumpf gedrückt wird über den
> Schwerpunkt zielt, dann gibt das ein Drehmoment um die Längsachse nach
> Steuerbord.
> Ob der Kahn kippt oder nicht ist dann nur eine Frage der Lagestabilität.

Schon. Der Felsbrocken liegt aber sichtbar unter der Wasserlinie des
Schiffs und auf seiner BB-Seite. Vielleicht liegen aber noch ähnliche
Brocken tiefer im Rumpf, wer weiß.

M. Handschuher

unread,
Jan 16, 2012, 7:38:48 AM1/16/12
to
On 16.01.2012 10:28, gUnther nanonüm wrote:

> schneller ginge aber, bei weiterhin gutem Wetter, den Rumpf abdichten,

Vorausgesetzt, der hat nicht auf Stb auch noch ein Loch. Da wird's dann
etwas schwieriger mit abdichten. Aber ich zweifle nicht daran, daß wir
aufgrund der Landnähe das alles bis ins kleinste Detail mitbekommen werden.

Als vor Jahren mal ein Autofrachter im Kanal gesunken ist, hat man den
in "handliche" Teile zersägt und abtransportiert. Da war allerdings kaum
was davon zu sehen, weil die Autofirma, deren Fahrzeuge natürlich auch
mit zersägt wurden, ein gesteigertes Interesse daran hatte, daß nicht
allzu viel davon in die Presse kommt.

Manfred

M. Handschuher

unread,
Jan 16, 2012, 7:42:21 AM1/16/12
to
On 16.01.2012 12:01, Harald Maedl wrote:

>> Ja, der Fels war wohl nicht in der Seekarte drin.
> Sollte die Aussage tatsächlich so geäußert worden sein, so wundert sie
> mich. Der Crew dürften die Örtlichkeiten bekannt gewesen sein, haben sie
> diesen Bereich doch schon mehrmals in der Vergangenheit passiert.

Das war ironisch gemeint. Und ja, diese Aussage ist angeblich so gefallen.


>> die schuld, die den in der Seekarte vergessen haben. Aber mit so einem
>> Koloß so dicht unter Land zu fahren ist ja vollkommen normal.
> Naja, genau das ist die Attraktion z.B der Hurtic-Routen

Mit dem Unterschied, daß in .no die Ufer teilw. so steil sind, daß Du
mit dem größen Dampfer da längsseits anlegen könntest, ohne dem Grund
auch nur im entferntesten nahe zu kommen. Sprich sie fallen senkrecht ab
bis in einige hundert Meter Tiefe.

Manfred

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 7:59:06 AM1/16/12
to
Am Mon, 16 Jan 2012 11:37:21 +0000 (UTC) schrieb Ingrid:
> Nordkurs, winke winke, Tut-Vorbeifahrt an der Insel, Rumms, Klamotte
> gefressen, fieser Wassereinbruch, der Brandabschnitt BB des

Klamotte gefressen:
Le Scole bietet sich da gerade zu an:
http://www.charts.noaa.gov/NGAViewer/53135.shtml

Ansonsten isses da irre tief, die Kiste hinterher einigemaßen überlegt
auf Grund zu setzen ist da schon gute Seemannschaft.

M. Handschuher

unread,
Jan 16, 2012, 8:24:12 AM1/16/12
to
On 16.01.2012 13:59, Alexander Stielau wrote:

> Le Scole bietet sich da gerade zu an:

Sehe ich auch so.


> Ansonsten isses da irre tief, die Kiste hinterher einigemaßen überlegt
> auf Grund zu setzen ist da schon gute Seemannschaft.

Wobei ich mich frage, wie (und wieso) er umgedreht hat. Wollt er in den
Hafen von Giglio reinfahren?? Den Kahn zwischen den Molenköpfen parken,
damit er nicht umkippt?

Manfred

gUnther nanonüm

unread,
Jan 16, 2012, 8:32:47 AM1/16/12
to

"M. Handschuher" <k...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9nik2...@mid.individual.net...

> Als vor Jahren mal ein Autofrachter im Kanal gesunken ist, hat man den in
> "handliche" Teile zersägt und abtransportiert. Da war allerdings kaum was
> davon zu sehen, weil die Autofirma, deren Fahrzeuge natürlich auch mit
> zersägt wurden, ein gesteigertes Interesse daran hatte, daß nicht allzu
> viel davon in die Presse kommt.

Hi,
soein Autofrachter ist ne große Wanne, den kann man einmal gesunken nur wie
einen Ziegelstein bergen. Dieser Pott aber ist praktisch unbeschädigt,
sofern man den Wassereinbruch am Rumpf dicht bekommt. Netterweise liegt das
fast frei, dieses Loch. Vielleicht ein paar Dutztend Tonnen Kaltschaum in
die lecken Räume rein? Dann das Schiff lenzen und gucken, ob es aufschwimmt.
Bis nach Genua ists ja nicht weit, sofern das gute Wetter anhält. Eine
prominente Bergungsaktion wird der Marke sicher besser gefallen als ein
simpler "Verlust". Unterstützen könnte man das mit Kamelen, Luftsäcken
beiderseits.

--
mfg,
gUnther



Martin Bohm

unread,
Jan 16, 2012, 8:52:19 AM1/16/12
to
Fritz Brause schrieb:

> Vielleicht noch interessant, wie dicht die Schiffe üblicherweise (?) sonst
> an der Insel vorbeifuhren:
> http://video.corriere.it/nave-concordia-al-giglio-/9dfa5ea6-3e9b-11e1-8b52-5f77182bc574
> Das ist nicht weit von der Hafeneinfahrt entfernt...

Starkes Video! (Das erste, von der dichten Vorbeifahrt).
Ich kann mir jetzt sehr gut vorstellen, wie die Katastrophe abgelaufen
ist. Der Kapitän hat sich tatsächlich nur um wenige Meter geirrt. Oder
seine Seekarte. Dann wären die ersten spontanen Äußerungen des Kapitäns
zu einer nicht verzeichneten Untiefe auch spontan richtig oder
mindestens ehlich gemeint.

Eine andere technische Frage: Hat so ein Luxusliner nicht auch ein
Sonar, das bei Annäherung an Unterwasserhindernisse Alarm gibt? So etwas
gibt es doch längst schon im Sportboot-Bereich. Vermutlich gab es
einen solchen Alarm, das Ruder wurde hart gelegt und der Einschlag
erfolgte in die Breitseite. Und wie einst bei der Titanic wäre das
Schiff bei einem Frontalaufprall wenigstens schwimmfähig geblieben.

Martin

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 9:28:23 AM1/16/12
to
Am Mon, 16 Jan 2012 14:52:19 +0100 schrieb Martin Bohm:
> Eine andere technische Frage: Hat so ein Luxusliner nicht auch ein
> Sonar, das bei Annäherung an Unterwasserhindernisse Alarm gibt? So etwas
> gibt es doch längst schon im Sportboot-Bereich. Vermutlich gab es
> einen solchen Alarm, das Ruder wurde hart gelegt und der Einschlag
> erfolgte in die Breitseite. Und wie einst bei der Titanic wäre das
> Schiff bei einem Frontalaufprall wenigstens schwimmfähig geblieben.

Echolot auf jeden Fall, Sonar eher nicht.
Etwas, was voraus und nicht nach unten strahlt, braucht eine irre
Reichweite bei den üblichen Fahrtgeschwindigkeiten. Das ist mehr was für
militärische Anwendungen.

Die Weltmeere gehen als weitgehend komplett vermessen durch, es besteht
eigentlich keine Notwendigkeit auf einem zivilen Schiff auf
Unterwasserhindernisse im Vorausvektor zu achten, wenn man sich an die
in Seekarten ausgewiesenen Wassertiefen hält - einzelne Container
o.ä. stellen keine tötliche Gefahr für ein Seeschiff dar.

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 9:33:14 AM1/16/12
to
Die hatten einen Blackout und einen schweren Wassereinbruch, das Schiff
bleibt dadurch ja nicht auf der Stelle liegen, sondern schmiert
irgendwie weiter.

Währenddessen mußten sie gleichzeitig:
* Schäden feststellen
* wieder Strom machen, unwichtige Teile abschalten
* Kontrolle über das Schiff wiedergewinnen, rausfinden, wo sie sind,
Kurvenfahrt beenden usw.
* Schadensmeldungen verstehen und beurteilen
* Alternativen für das weitere Vorgehen durchspielen

Soo irre weit ist das alles nicht auseinander, bis die genau wußten, was
sie tun würden, waren sie wohl schon an Giglio vorbei. Also Wenden und
das Ding auf Grund oder in die Hafeneinfahrt setzen.

Uwe Hercksen

unread,
Jan 16, 2012, 9:33:40 AM1/16/12
to


M. Handschuher schrieb:

> Mit dem Unterschied, daß in .no die Ufer teilw. so steil sind, daß Du
> mit dem größen Dampfer da längsseits anlegen könntest, ohne dem Grund
> auch nur im entferntesten nahe zu kommen. Sprich sie fallen senkrecht ab
> bis in einige hundert Meter Tiefe.

Hallo,

und bei den Fijorden die in der Eiszeit durch Gletscher ausgehobelt
wurden ist auch ziemlich sicher das da keine Felsnadeln irgendwo
herumstehen.

Bye

Uwe Hercksen

unread,
Jan 16, 2012, 9:36:55 AM1/16/12
to


Alexander Stielau schrieb:

> Ein großes Chaos beim Aussteigen kann ich bei 4000(!) Menschen, der
> trotz Schlagseite offensichtlich erfolgreich gewasserten Rettungsboote
> und der unglaublich geringen Anzahl von Toten nicht erkennen - aber das
> stellt sich sicher anders dar, wenn man an Bord ist und nur in schnellem
> italienisch informiert wird, das das Schiff gerade absäuft.

Hallo,

die Rettungsboote auf der hochliegenden Bordseite konnten ja offenbar
überhaupt nicht benutzt werden.

Bye

Uwe Hercksen

unread,
Jan 16, 2012, 10:10:25 AM1/16/12
to


Martin Bohm schrieb:

> Eine andere technische Frage: Hat so ein Luxusliner nicht auch ein
> Sonar, das bei Annäherung an Unterwasserhindernisse Alarm gibt? So etwas
> gibt es doch längst schon im Sportboot-Bereich. Vermutlich gab es einen
> solchen Alarm, das Ruder wurde hart gelegt und der Einschlag erfolgte in
> die Breitseite. Und wie einst bei der Titanic wäre das Schiff bei einem
> Frontalaufprall wenigstens schwimmfähig geblieben.

Hallo,

bei den Geschwindigkeiten die solche Luxusliner fahren müsste so ein
Sonar schon einige Meilen vorausschauen um noch die Option stoppen durch
volle Kraft zurück zu haben. Enge Kurven können sie auch nicht mit
voller Geschwindigkeit fahren, also brauchen sie auch für ein
Ausweichmanöver genügend Platz.
Bei einem Frontalaufprall mit 20 Knoten auf einen massiven
Unterwasserfelsen hätte es auch viele schwere Personenschäden an Bord
geben können.

Bye

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 16, 2012, 10:27:00 AM1/16/12
to

On 16 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<al...@oerks.de> (Alexander Stielau) wrote:

>Am Mon, 16 Jan 2012 14:24:12 +0100 schrieb M. Handschuher:
>> On 16.01.2012 13:59, Alexander Stielau wrote:
>>
>>> Le Scole bietet sich da gerade zu an:
>>
>> Sehe ich auch so.

Und der vorderste Punkt und die Kante wird auf zukünftigen Seekarten
ausradiert :o

>>
>>
>>> Ansonsten isses da irre tief, die Kiste hinterher einigemaßen
>>> überlegt auf Grund zu setzen ist da schon gute Seemannschaft.
>>
>> Wobei ich mich frage, wie (und wieso) er umgedreht hat. Wollt er in
>> den Hafen von Giglio reinfahren?? Den Kahn zwischen den Molenköpfen
>> parken, damit er nicht umkippt?

>Die hatten einen Blackout und einen schweren Wassereinbruch, das
>Schiff bleibt dadurch ja nicht auf der Stelle liegen, sondern schmiert
>irgendwie weiter.
>
>Währenddessen mußten sie gleichzeitig:
>* Schäden feststellen
>* wieder Strom machen, unwichtige Teile abschalten
>* Kontrolle über das Schiff wiedergewinnen, rausfinden, wo sie sind,
> Kurvenfahrt beenden usw.
>* Schadensmeldungen verstehen und beurteilen
>* Alternativen für das weitere Vorgehen durchspielen
>
>Soo irre weit ist das alles nicht auseinander, bis die genau wußten,
>was sie tun würden, waren sie wohl schon an Giglio vorbei. Also Wenden
>und das Ding auf Grund oder in die Hafeneinfahrt setzen.

Die Hafeneinfahrt ist vermutlich zu eng und zu flach.

Guckstu U. Initial Posting mit AIS link.
Laut dem AIS Plot waren die CC wohl schon gut 1sm nördlich von La Scole
und 1/2sm NNO der Stelle, wo sie dann letztendlich beschlossen, den Kahn
zu einem Landungsboot umzudeklarieren, zu wenden und eine Invasion auf
Giglio zu probieren. Sozusagen OhMama-Beach. Panzersperren übersehen und
hängengeblieben...
Naja, hat nicht perfekt geklappt, aber Versuch macht kluch :]

Wie eng kann man so ein Riesengewächshaus denn wenden?

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 16, 2012, 10:38:00 AM1/16/12
to

On 16 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<herc...@mew.uni-erlangen.de> (Uwe Hercksen) wrote:

>die Rettungsboote auf der hochliegenden Bordseite konnten ja offenbar
>überhaupt nicht benutzt werden.

Es gibt Bilder/Videos wo auf jeder Seite nur noch 3(?) Boote in den
Davids sind, alle anderen leer. Ob und welche danach noch benutzt
wurden, weiss ich nicht.

Die sind wohl alle schon benutzt worden, als der Kahn nur wenig
Schlagseite hatte. Im Hafen lagen geschätzt 15-20 Boote.

Nummer 26(!) 6(?) 8(?) hab ich erkannt. Die CC hatte auf jeder Seite 13
Boote, macht 26. Also waren von beiden Seiten welche im Hafen.

Cornelia Schneider

unread,
Jan 16, 2012, 11:32:37 AM1/16/12
to
all...@spambog.com (Wolfgang Allinger) wrote in news:C0yLub8zQoB@allinger-
307049.user.uni-berlin:

> Die Hafeneinfahrt ist vermutlich zu eng und zu flach.

Yups. Siehe auch <http://www.spiegel.de/panorama/bild-809369-304448.html>

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 11:42:09 AM1/16/12
to
Am 16 Jan 2012 12:27:00 -0300 schrieb Wolfgang Allinger:
> Wie eng kann man so ein Riesengewächshaus denn wenden?

Keine Ahnung, wenn die drehbare Azipods und wenig Fahrt im Schiff
haben, geht da einiges, bei festmontierten Pods und normaler
Ruderanlage (was der Wikipedia-Eintrag nahe legt) würde ich auf 6 bis 8
Schiffslängen tippen.

Die Frage ist wahrscheinlich , ob man mit dem Wissen um viel sich frei
ziemlich bewegendes, fremdes Wasser im Rumpf gerne extreme Manöver fährt.

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 11:44:48 AM1/16/12
to
Am Mon, 16 Jan 2012 15:36:55 +0100 schrieb Uwe Hercksen:
>> Ein großes Chaos beim Aussteigen kann ich bei 4000(!) Menschen, der
>> trotz Schlagseite offensichtlich erfolgreich gewasserten Rettungsboote
>> und der unglaublich geringen Anzahl von Toten nicht erkennen - aber das
>> stellt sich sicher anders dar, wenn man an Bord ist und nur in schnellem
>> italienisch informiert wird, das das Schiff gerade absäuft.
>
> die Rettungsboote auf der hochliegenden Bordseite konnten ja offenbar
> überhaupt nicht benutzt werden.

Doch haben sie bis auf drei. Du siehst die gelben Haken der
Heißgeschirre auf der Bordwand liegen - und im Hafen liegen mehr als 13
Boote (so viele hat sie pro Seite).

M. Handschuher

unread,
Jan 16, 2012, 1:08:59 PM1/16/12
to
On 16.01.2012 13:59, Alexander Stielau wrote:

> Le Scole bietet sich da gerade zu an:
> http://www.charts.noaa.gov/NGAViewer/53135.shtml

Lt. heute-Sendung eben war's genau da. Und es übliche Praxis, "hautnah"
an Giglio vorbeizufahren.

Manfred

M. Handschuher

unread,
Jan 16, 2012, 1:12:51 PM1/16/12
to
On 16.01.2012 16:27, Wolfgang Allinger wrote:

> Die Hafeneinfahrt ist vermutlich zu eng und zu flach.

Ist mir auch klar (afair war ich da sogar schon mal). War auch nicht
ganz ernst gemeint.


> wo sie dann letztendlich beschlossen, den Kahn zu einem Landungsboot
> umzudeklarieren, zu wenden und eine Invasion auf Giglio zu probieren.
> Sozusagen OhMama-Beach. Panzersperren übersehen und
> hängengeblieben...

ROTFL! ;)

Aber das Ding unmittelbar vor der Küste war wohl das Klügste, was die
nach dem Desaster noch machen konnten.

Manfred

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 16, 2012, 1:48:00 PM1/16/12
to

On 16 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<al...@oerks.de> (Alexander Stielau) wrote:

Bei 6-8 Schiffslängen kommt er niemals mit einer BB-Wende rum aus der
letzten Position lt. AIS-Plot
(ca. N42°22`18" E010°55`34"; Kurs 13°; 1,1knots; 21h02)
auf den Invasionspunkt am Ohmama-Beach
(ca. N42°21`53,9" E010°55`18,3"; Kurs 180°; 0knots; 21h30?..22h35?)

Die Uhrzeit passt nicht zu den 21h58 als erster Hinkelstein Treffer.

Scheinbar geht es mit GMT/UTC und CET (=UTC+0100) mächtig durcheinander
in den news :( AIS ist UTC.

Letzter AIS vor Grundberührung 20h37, dann erst wieder AIS 20h53, 20h58
und 21h02. Also 16` ohne Aufzeichnung. Nach 21h02 auch kein AIS mehr.


Wenns enger geht, dann haben die das vielleicht absichtlich gemacht um
den Kahn auf die SB zu krängen und dort zu lassen, damit weniger Wasser
ins Schiff läuft.


Meine Idee als virtueller LI :) dazu (nach 22h02 CET) und weitgehend
funzendem Strom:
Ruder hart BB, BB volle Kraft zurück, SB volle Kraft voraus,
Bugstrahl volle Kanne nach SB raus...
Der Galeeren Paukenschläger aus dem Huren Ben hämmert sich `nen Wolf!

Der Eimer dürfte dann mächtig auf die Seite gehen und fast auf dem
Teller drehen, evtl. auch noch die Stabis dementsprechend verstellen um
noch mehr Lage zu machen.
Der BB-Stabi ist voll ausgefahren. Ob der auf Höhenruder steht, ist
nicht zu erkennen. Der SB Stabi dürfte weg sein.

Nun nochmal zusammengefasst mein specklierter Zeitplan
21h37 CET Kurs 285°; 15,4knots; AIS abgeschaltet
21h49 CET Hinkelstein gerammt, Licht aus, AIS springt wg. Bumms
automatisch wieder an, braucht mehrere Minuten (4?) bis fix...
21h53 CET Kurs 351°; 2,9knots; AIS meldet wieder
21H58 CET Kurs 7° ; 1,4knots; AIS
22h02 CET Kurs 13°; 1,1knots; AIS
danach LI Plan von BB-Wende...
22h35 CET Kurs 180°; 0knots; voll beleuchtet auf Ohmama-Beach
angekommen. 10° Lage SB.
23h00 CET ausbooten beginnt.
23h30 CET der Käptn ist schon an Land lt. ital. Nachrichten!

Mal abwarten, was die Auswertung des Flugschreibers ergibt.

just my 2Gs

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 2:16:51 PM1/16/12
to
Am 16 Jan 2012 15:48:00 -0300 schrieb Wolfgang Allinger:
> Bei 6-8 Schiffslängen kommt er niemals mit einer BB-Wende rum aus der
> letzten Position lt. AIS-Plot
> (ca. N42°22`18" E010°55`34"; Kurs 13°; 1,1knots; 21h02)
> auf den Invasionspunkt am Ohmama-Beach
> (ca. N42°21`53,9" E010°55`18,3"; Kurs 180°; 0knots; 21h30?..22h35?)

Bedenke, daß sich AIS-Empfänger immer mal wieder verschlucken, weil es
ein chaotisches System ist, bei dem kein Teilnehmer weiß, ob nicht
gerade noch einer sendet.

Keine Ahnung, was marinetraffic oder digitalseas dort für für Empfänger
haben, wenn das einfachere Modelle sind, gibts da auch Minuten lang mal
kein Fix von einem Objekt - passiert einfach.

Wenn man unter einer bestimmten Geschwindigkeit fährt, und kaum
Drehvektor verursacht, sendet es sowieso seltener.

> Scheinbar geht es mit GMT/UTC und CET (=UTC+0100) mächtig durcheinander
> in den news :( AIS ist UTC.

Jupp.

> Wenns enger geht, dann haben die das vielleicht absichtlich gemacht um
> den Kahn auf die SB zu krängen und dort zu lassen, damit weniger Wasser
> ins Schiff läuft.

Kann ich mir nicht vorstellen. Guck mal, wie wenig Unterwasserschiff das
Ding im Vergleich zu den Aufbauten hat, das ist doch eh schon ein eher
labiles System. Außerdem hätten sie dann einen Wassereinbruch auf Höhe
der Wasserlinie annehmen *und* irre kewl sein müssen.

> Meine Idee als virtueller LI :) dazu (nach 22h02 CET) und weitgehend
> funzendem Strom:
> Ruder hart BB, BB volle Kraft zurück, SB volle Kraft voraus,
> Bugstrahl volle Kanne nach SB raus...

Bugstrahl funktioniert nur sinnvoll bei sehr geringen Geschwindigkeiten.
Ruderwirkung hast Du aber nur bei mehr als nur sehr geringen
Geschwindigkeiten. Deadlock .-)

> Der Eimer dürfte dann mächtig auf die Seite gehen und fast auf dem
> Teller drehen, evtl. auch noch die Stabis dementsprechend verstellen um
> noch mehr Lage zu machen.

Die Stabis funktioneren nur dynamisch, d.h., wenn sich das Schiff
vorwärts bewegt.
Ich glaube nicht, daß man die Stabis wie auf einem U-Boot im WWII (vorne
oben 10) fahren kann, auch nicht in Notsituationen. Das macht Kollege Computer.

> Nun nochmal zusammengefasst mein specklierter Zeitplan
> 21h37 CET Kurs 285°; 15,4knots; AIS abgeschaltet
> 21h49 CET Hinkelstein gerammt, Licht aus, AIS springt wg. Bumms
> automatisch wieder an, braucht mehrere Minuten (4?) bis fix...
> 21h53 CET Kurs 351°; 2,9knots; AIS meldet wieder

Wie gesagt, such dir den Track eines exbeliebigen Dampfers raus, und
guck dir an, bei welcher Geschwindigkeit die tatsächlich einen Fix bei
Marinetraffic oder digitalseas machen. Gut geeignet dafür sind langsam
fahrende Fahrzeuge vom Typ LawEnforcement, Fischereiaufsicht in der
Deutschen Bucht und so Zeugs.

AIS hängt wie auch der UKW-Fonk an den Notfunk-Batterien. Ausschalten
kann man ein Klasse-A-AIS auch nur über eher häßliche Methoden, die
bestimmt ein dickes, rotes X im VDR machen.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 2:22:07 PM1/16/12
to
On Mon, 16 Jan 2012 19:16:51 +0000 (UTC), Alexander Stielau
<al...@oerks.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>Keine Ahnung, was marinetraffic oder digitalseas dort für für Empfänger
>haben, wenn das einfachere Modelle sind, gibts da auch Minuten lang mal
>kein Fix von einem Objekt - passiert einfach.


Diese Publikums-Server nehmen ja nur alle paar Minuten eine
Stichprobe.

Ich hab eben mal ein paar Screenshots von der fraglichen Gegend aus
einer Seekarte kopiert, hier:

http://www.rummelecke.de/giglio

Und es war wohl eine Katastrophe mit Ansage:


http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,809432,00.html


Sorry, wenn das hier jetzt irgendwie redundant ist, ich hab noch
nicht alle neuen Artikel aufgeholt.

Gruß,
U.

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 16, 2012, 1:58:00 PM1/16/12
to

On 16 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<k...@gmx.de> (M. Handschuher) wrote:

>On 16.01.2012 16:27, Wolfgang Allinger wrote:

>> Die Hafeneinfahrt ist vermutlich zu eng und zu flach.

>Ist mir auch klar (afair war ich da sogar schon mal). War auch nicht
>ganz ernst gemeint.

Ich bin selten ernst :)

>> wo sie dann letztendlich beschlossen, den Kahn zu einem Landungsboot
>> umzudeklarieren, zu wenden und eine Invasion auf Giglio zu
>> probieren. Sozusagen OhMama-Beach. Panzersperren übersehen und
>> hängengeblieben...

>ROTFL! ;)
>
>Aber das Ding unmittelbar vor der Küste war wohl das Klügste, was die
>nach dem Desaster noch machen konnten.

ACK irgendwann ist auch mal die grösste Blödheit offensichtlich
überwunden.
Also hab ich noch Hoffnung bei mir.

Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 2:37:19 PM1/16/12
to
Am Mon, 16 Jan 2012 20:22:07 +0100 schrieb Ulrich G Kliegis:
> Und es war wohl eine Katastrophe mit Ansage:
>
>
> http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,809432,00.html

Geil, es folgt also ne Bockrunde.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 2:43:59 PM1/16/12
to
On 15 Jan 2012 09:34:00 -0300, all...@spambog.com (Wolfgang Allinger)
wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Ich staune über das Riesenschlauchboot, auf das die BlackBox gerade
>verladen wird.

So eins hat mein Sohn letzten Sommer nächtens auf dem Landweg von
Amsterdam nach Kiel gebracht - ich staunte auch, als er damit auf den
Ikea-Parkplatz rollte. So um die 12 m lang... Damit werden hier zur
Kieler Woche VIPs rumgegurkt. Ich such beizeiten mal Bilder raus.

Zum AIS: Leute, macht Euch bitte mal schlau, wie das funktioniert. Bei
15 Knoten sendet das in echt alle paar Sekunden - nur nehmen diese
Gucki-Server da natürlich nicht jeden Punkt auf. Und der Server wußte
ja auch nicht, daß die Daten da mal wichtig sein würden - wer immer da
noch auf dem Empfangsweg dazwischensteckt. Meine AIS-Daten werden auch
von irgendeinem Server verwurstet, das ist ein ziemlich stochastischer
Vorgang. Wenn also da eine Linie zwischen zwei Fixen zu sehen ist, ist
das pure Spekulation. Es könnte auch eine mehrgradige Hyperzykloide
sein. Nyquist eben...

Die Pause ist sicher auf den Stromausfall an Bord zurückzuführen, do
ats ja nicht nur a Fjusn blosn, da war ja schon richtig
Strukturschaden.

WEnn der Wahnsinnige da vomöglich sogar zwischen den Felsen der Isole
de Scole durchgebrettert sein sollte, ist meine These von der
beidseitigen Leckage umso wahrscheinlicher. BB sind zwei Schadenszonen
mit einer unbeschädigten Strecke dazwischen. Sowas gibt es nur, wenn
das Ding hin und her geschubst wurde. Eine Untersuchung der Felsen
dürfte Klarheit bringen.

Hier nochmal der Link auf die Seekartenausschnitte:


http://www.rummelecke.de/giglio

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 2:57:59 PM1/16/12
to
On Sun, 15 Jan 2012 21:59:26 +0100, Reinhard Greulich
<usn0208...@greulich.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Naja, bis auf das Loch im Rumpf ist ja erst mal nicht so viel kaputt,
>soll heißen, da ist auch noch eine Menge heile dran.


Dann schau Dir mal die Unterwasserbilder aud spon an. Das sind
vergleichsweise dünne Folien, aus denen diese Dinger gebaut werden.
Die StB-Seite dürfte total zerknittert sein. Außerdem werden Bergung
und Wiederverwertung vermutlich teurer als abwarten, bis das Ding beim
nächsten Sturm da wirklich auf Tiefe geht. Und Du wirst kein
Bergungsunternehmen finden, daß an der Stelle (zunächst ja immer mal
auf eigenes Risiko) an dem Ding rumfummeln wird. Nee, das ist längst
abgeschrieben.

Das Rumgewusel in Svens Video ist interessant - nennt man dann wohl
standby...

Welche Auswirkungen das wohl auf die gesamte Kreuzfahrt-Hype-Szene
haben wird? Schon die kommerzielle Handelsschiffahrt leidet ja unter
massivem Mangel qualifizierten Personals. Und dieser Capitano
Desperado ist ja sicher nicht der einzige HotShot seiner Zunft. Dazu
noch das völlig überforderte Schiffspersonal insgesamt - es gilt, wie
überall: ygwypf.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:08:56 PM1/16/12
to
On Mon, 16 Jan 2012 10:25:10 +0100, "gUnther nanonüm" <g-...@gmx.de>
wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>>Naja, bis auf das Loch im Rumpf ist ja erst mal nicht so viel kaputt,


Alte Monty-Python-Weisheit:
A single nuclear bomb in the morning can ruin your whole day.

Der ganze Kahn ist eben nicht mal mehr IP22.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:10:49 PM1/16/12
to
On Mon, 16 Jan 2012 10:25:10 +0100, "gUnther nanonüm" <g-...@gmx.de>
wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>außer wenn die Lage auf der Barre den Kiel geknickt hat. Das wär schon was
>heftig zu fixen.


Das sind alles Plattbodenschiffe. Die haben keinen Kiel im Sinne eines
Segelbootes mehr - schon ganz lange nicht mehr. Hochseeschiffe sind
vorn und hinten angespitzte Klötze, bestenfalls mit abgerundeten
Ecken.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:15:07 PM1/16/12
to
On 16 Jan 2012 07:39:00 -0300, all...@spambog.com (Wolfgang Allinger)
wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Wie kommt er in die Richtung ohne Wende? Iss ja kein F1, der einen
>Dreher hinlegt, wenn er an einem Estoril-Curb sich den Reifen
>aufschlitzt :(


Es liefen wohl anfangs noch >0 Pod-Antriebe - Frucht des
Ingenieursachverstands, die Systeme so von einander zu entkoppeln, daß
der noch auf einem Arm und einem Bein humpeln konnte. Und so wurde der
noch gewendet und in Landnähe manövriert. Zu der Zeit wußte auf der
Brücke ganz sicher noch niemand, wie es unter Wasser aussah.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:16:57 PM1/16/12
to
On Mon, 16 Jan 2012 11:17:07 +0000 (UTC), Alexander Stielau
<al...@oerks.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Ich hoffe ja, daß aus irgendeinem Umstand das BSU mitermitteln und
>veröffentlichen darf, keiner kann trockener beschrieben, wie idiotisch
>falsch etwas gelaufen ist.


außer den drss-Eggsbärten!
:)
Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:21:01 PM1/16/12
to
On Mon, 16 Jan 2012 12:59:06 +0000 (UTC), Alexander Stielau
<al...@oerks.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Le Scole bietet sich da gerade zu an:
>http://www.charts.noaa.gov/NGAViewer/53135.shtml


S. dazu die Detaildarstellung auf
http://www.rummelecke.de/giglio


Vielleicht hatte der Navigator aber auch nur die o.g. NOAA-Karte.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:26:58 PM1/16/12
to
On Mon, 16 Jan 2012 15:33:40 +0100, Uwe Hercksen
<herc...@mew.uni-erlangen.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>und bei den Fijorden die in der Eiszeit durch Gletscher ausgehobelt
>wurden ist auch ziemlich sicher das da keine Felsnadeln irgendwo

Du kennst den Stein kurz vor Missunde, so ungefähr 54°31.83N 9°44.02E,
noch nicht? :) Rundkopfnadeln, sozusagen... :)

Gruß,
U.

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 16, 2012, 3:27:00 PM1/16/12
to

On 16 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<al...@oerks.de> (Alexander Stielau) wrote:

>Am 16 Jan 2012 15:48:00 -0300 schrieb Wolfgang Allinger:

>Bedenke, daß sich AIS-Empfänger immer mal wieder verschlucken, weil es
>ein chaotisches System ist, bei dem kein Teilnehmer weiß, ob nicht
>gerade noch einer sendet.

Ich hab irgendwas von 3..10" Sendepause bei Fahrt im Kopp, Ankerlieger
30". Die 4min aus dem Plot scheinen mir eh extrem lang zu sein.


>Keine Ahnung, was marinetraffic oder digitalseas dort für für
>Empfänger haben, wenn das einfachere Modelle sind, gibts da auch
>Minuten lang mal kein Fix von einem Objekt - passiert einfach.
>
>Wenn man unter einer bestimmten Geschwindigkeit fährt, und kaum
>Drehvektor verursacht, sendet es sowieso seltener.

Ich versuch mich mal bei Wiki schlau zu machen, ist wohl etwas OT hier.


>> Wenns enger geht, dann haben die das vielleicht absichtlich gemacht
>> um den Kahn auf die SB zu krängen und dort zu lassen, damit weniger
>> Wasser ins Schiff läuft.

>Kann ich mir nicht vorstellen. Guck mal, wie wenig Unterwasserschiff
>das Ding im Vergleich zu den Aufbauten hat, das ist doch eh schon ein
>eher labiles System. Außerdem hätten sie dann einen Wassereinbruch auf
>Höhe der Wasserlinie annehmen *und* irre kewl sein müssen.

Vielleicht hieß deren LI Luigi McGyver :)


>> Meine Idee als virtueller LI :) dazu (nach 22h02 CET) und weitgehend
>> funzendem Strom:
>> Ruder hart BB, BB volle Kraft zurück, SB volle Kraft voraus,
>> Bugstrahl volle Kanne nach SB raus...

>Bugstrahl funktioniert nur sinnvoll bei sehr geringen
>Geschwindigkeiten. Ruderwirkung hast Du aber nur bei mehr als nur sehr
>geringen Geschwindigkeiten. Deadlock .-)

Pass IMHO doch, zuletzt hat er nur 1,1knots auffem Tacho, da sollte
Bugstrahl schon irgendeine Wirkung zeigen, Heck mit Ruder und Maschinen
entgegengesetzt. Hat ja immerhin 2, also irgendwas geht da sicher.
Zumal die CC einen Diesel-Elektro Antrieb hat mit 2 21MW
Antriebsmotoren, je 1 Propeller und 6 Diesel für die gesamte
Stromerzeugung (6x12,6MW = 75,6WM).

Jetzt ist mir auch klar, warum die ggf. jede Menge Strom haben.

>> Der Eimer dürfte dann mächtig 7auf die Seite gehen und fast auf dem
>> Teller drehen, evtl. auch noch die Stabis dementsprechend verstellen
>> um noch mehr Lage zu machen.

>Die Stabis funktioneren nur dynamisch, d.h., wenn sich das Schiff
>vorwärts bewegt.

Schon klar. Aber ein bischen Fahrt müssen die gemacht haben, sonst wären
sie woanders abgesoffen und hätten auf OhMama-Beach nix gerissen.7

>Ich glaube nicht, daß man die Stabis wie auf einem U-Boot im WWII
>(vorne oben 10) fahren kann, auch nicht in Notsituationen. Das macht
>Kollege Computer.

Oder Luigi McGyver :)

>> Nun nochmal zusammengefasst mein specklierter Zeitplan
>> 21h37 CET Kurs 285°; 15,4knots; AIS abgeschaltet
>> 21h49 CET Hinkelstein gerammt, Licht aus, AIS springt wg. Bumms
>> automatisch wieder an, braucht mehrere Minuten (4?) bis fix...
>> 21h53 CET Kurs 351°; 2,9knots; AIS meldet wieder

>Wie gesagt, such dir den Track eines exbeliebigen Dampfers raus, und
>guck dir an, bei welcher Geschwindigkeit die tatsächlich einen Fix bei
>Marinetraffic oder digitalseas machen. Gut geeignet dafür sind langsam
>fahrende Fahrzeuge vom Typ LawEnforcement, Fischereiaufsicht in der
>Deutschen Bucht und so Zeugs.
>
>AIS hängt wie auch der UKW-Fonk an den Notfunk-Batterien. Ausschalten
>kann man ein Klasse-A-AIS auch nur über eher häßliche Methoden, die
>bestimmt ein dickes, rotes X im VDR machen.

War ja nur meine Verschwörungstheorie. Keine Ahnung wie die Italiäner
für die 16min Sendepause gesorgt haben, aber sowas haben die sicher voll
drauf :o

Glaubst Du, dass sich ein Italiäner um ein rotes X schert? Ausser wenn
die Tutti-Frutti Mädels damit was verdecken?

gUnther nanonüm

unread,
Jan 16, 2012, 3:27:42 PM1/16/12
to

"Wolfgang Allinger" <all...@spambog.com> schrieb im Newsbeitrag
news:C0yM6...@allinger-307049.user.uni-berlin...

> Meine Idee als virtueller LI :) dazu (nach 22h02 CET) und weitgehend
> funzendem Strom:
> Ruder hart BB, BB volle Kraft zurück, SB volle Kraft voraus,
> Bugstrahl volle Kanne nach SB raus...
> Der Galeeren Paukenschläger aus dem Huren Ben hämmert sich `nen Wolf!
>
> Der Eimer dürfte dann mächtig auf die Seite gehen und fast auf dem
> Teller drehen, evtl. auch noch die Stabis dementsprechend verstellen um
> noch mehr Lage zu machen.
> Der BB-Stabi ist voll ausgefahren. Ob der auf Höhenruder steht, ist
> nicht zu erkennen. Der SB Stabi dürfte weg sein.

Hi,
aber die hatten Wassereinbruch in mindestens einem Maschinenraum. Der Pott
hat 6 Generatorsätze für Antrieb, die waren vermutlich halb ausgefallen. Da
bleibt nicht genug Puste für beide Fahrmotore UND den Bugstrahl. Schon gar
nicht bei Stromausfall. So wie es aussieht, waren beide Maschinenräume naß,
da blieb gerademal der Notstrom, also vielleicht genug Saft für Kleine Fahrt
auf beiden Schrauben.

>
> Nun nochmal zusammengefasst mein specklierter Zeitplan
> 21h37 CET Kurs 285°; 15,4knots; AIS abgeschaltet
> 21h49 CET Hinkelstein gerammt, Licht aus, AIS springt wg. Bumms
> automatisch wieder an, braucht mehrere Minuten (4?) bis fix...
> 21h53 CET Kurs 351°; 2,9knots; AIS meldet wieder
> 21H58 CET Kurs 7° ; 1,4knots; AIS
> 22h02 CET Kurs 13°; 1,1knots; AIS
> danach LI Plan von BB-Wende...

Aber ohne Hauptmaschinen.

> 22h35 CET Kurs 180°; 0knots; voll beleuchtet auf Ohmama-Beach
> angekommen. 10° Lage SB.
> 23h00 CET ausbooten beginnt.
> 23h30 CET der Käptn ist schon an Land lt. ital. Nachrichten!

Vielleicht hat der Pott auf dem Teller gedreht, mit einer Maschine voll
zurück und Hartruder? Dann die Zeit, in der der Saft komplett weg war, Wind
und Strömung könnten den Pot gedreht haben.

Die Badegäste berichteten ja nix von einem spürbaren Manöver mit AK. Selbst
soein Riesenkasten müßte da doch in allen Fugen vibrieren.


>
> Mal abwarten, was die Auswertung des Flugschreibers ergibt.

wird sicher interessant.

--
mfg,
gUnther


Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:29:35 PM1/16/12
to
On 16 Jan 2012 12:27:00 -0300, all...@spambog.com (Wolfgang Allinger)
wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Wie eng kann man so ein Riesengewächshaus denn wenden?

Der dreht auf dem Teller. Goog mal nach POD-Gondeln

Wobei da auch ein(ig)e abgerissen sein können bei dem plötzlich
aufwallenden Grund.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:32:39 PM1/16/12
to
On Mon, 16 Jan 2012 16:42:09 +0000 (UTC), Alexander Stielau
<al...@oerks.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Die Frage ist wahrscheinlich , ob man mit dem Wissen um viel sich frei
>ziemlich bewegendes, fremdes Wasser im Rumpf gerne extreme Manöver fährt.


Och, eh man gar nichts macht...? Als ich vor langer Zeit Erste Hilfe
für den Autoführerschein machte, fragte ich die Ausbilderin nach
Herzdruckmassage bei Kreislaufstillstand. Die frappierende Antwort,
nein, das lehren wir nicht, man kann dabei leicht eine Rippe brechen.
Jo. Ey.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:34:45 PM1/16/12
to
On 16 Jan 2012 15:48:00 -0300, all...@spambog.com (Wolfgang Allinger)
wrote in de.rec.sport.segeln:

>AIS ist UTC.

Kann, muß nicht. Je nachdem, was dem Signal unterwegs passiert. Ist
wie NNTP. Da geistert auch alles durcheinander.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 16, 2012, 3:55:16 PM1/16/12
to
On Sun, 15 Jan 2012 09:40:33 +0100, "Jörg W. Kremer"
<JWKr0...@yahoo.de> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Hat das 16-minütige Fehlen der AIS-Fixe mit dem in einigen Berichten
>erwähnten "Blackout"/Stromausfall zu tun?

Es ist nicht bekannt, wo der für den Server aufnehmende Empfänger
stand, und welches Aufnahmesystem da spielte. Ich benutze z.B.
Shipplotter, http://www.coaa.co.uk/shipplotter.htm (vor vielen Jahren
hier mal von Wolfgang Broeker erwähnt und empfohlen) das mittels eines
Skripts alle paar Minuten Positionsdaten des Umfelds hier zu einem
SP-Server hochlädt.

Da an vielen Orten nicht mehr als allenfalls ISDN zur Verfügung steht,
oder noch weniger, sind die Daten auf dem Server letztlich skizzen-
und lückenhaft. Es kann auch sein, daß der Empfänger irgendwo
landeinwärts steht und die CC in der Zeit der Lücke im Funkschatten
eines Berges oder eines Gebäudes war. Der Empfänger steht womöglich
sigar auf dem Festland, da spielen dann die Ausbreitungsbedingungen
eine bestimmende Rolle.

Ich hab hier auch so blinde Zonen, da die Antenne nur wenige m über
dem Boden hängt.

>In diesem Zeitintervall wäre die Durchschnittsgeschwindigkeit etwa 9,3 kn
>gewesen was IMHO darauf hindeutet, dass relativ bald nach 20:37UTC die Fahrt
>aus dem Schiff genommen wurde. Wie lang ist eigentlich der "Bremsweg" so
>eines Musikdampfers?
>
>Habt ihr Ideen dazu?

Das kommt auf das bremsende Medium an. Die Stena-Fähren z.B. haben,
was einem bekloppten Studenten, der hier eines Morgens die Förde
durchschwimmen wollte, mal das Leben gerettet hat, einen aktiven
Stoppweg von wenigen Schiffslängen. Es kommt darauf an, wie schnell
die Maschine ggf. runterzufahren und umgesteuert wieder hochzufahren
ist.

Bei den POD-Antrieben hast Du praktisch Akkubohrer-Umsteuerzeiten.
Haben die ja u.a. auch, um teure Schlepperunterstützuung zu vermeiden.
Ist ja auch schneidiger, den Kahn per Joystick an die Mauer zu setzen.
Aber hier spielt ja auch noch der Bremswiderstand eine Rolle, der
durch das Pflügen des Meeresbodens entstand, und durch die starke
gegenseitig deformierende Wechselwirkung. Ich glaube nicht, daß die
noch z.B. durch Voll Achteraus künstlich Fahrt aus dem Schiff genommen
haben.

Gruß,
U.

gUnther nanonüm

unread,
Jan 16, 2012, 3:57:02 PM1/16/12
to

"Ulrich G. Kliegis"
<diesemailadressevonUlliistzwaret...@kliegis.de>
schrieb im Newsbeitrag news:4v09h7tna6meanic7...@4ax.com...

> Das sind alles Plattbodenschiffe. Die haben keinen Kiel im Sinne eines
> Segelbootes mehr - schon ganz lange nicht mehr. Hochseeschiffe sind
> vorn und hinten angespitzte Klötze, bestenfalls mit abgerundeten
> Ecken.

Hi,
ja schon, aber der Rumpf hat "ganz unten" eine Doppelstruktur, um Stabilität
zu haben. Wird diese "geknickt", gibt das gewaltigen Zug auf die
draufgesetzten Aufbauten. Vermutlich wird man nach der Bergung diese Teile
heraustrennen und "neue" Segmente einschweißen.

--
mfg,
gUnther


gUnther nanonüm

unread,
Jan 16, 2012, 4:04:54 PM1/16/12
to

"Ulrich G. Kliegis"
<diesemailadressevonUlliistzwaret...@kliegis.de>
schrieb im Newsbeitrag news:qtv8h7548hqpsns9b...@4ax.com...

> Dann schau Dir mal die Unterwasserbilder aud spon an. Das sind
> vergleichsweise dünne Folien, aus denen diese Dinger gebaut werden.
> Die StB-Seite dürfte total zerknittert sein. Außerdem werden Bergung

Hi,
die Außenwände sind vermutlich geknittert, aber das Ding ist wie ne
Bienenwabe gebaut, solange es nicht aus der Form gerät, sollte es schwimmen
können. Wenn man es lenzen kann.

> und Wiederverwertung vermutlich teurer als abwarten, bis das Ding beim
> nächsten Sturm da wirklich auf Tiefe geht. Und Du wirst kein
> Bergungsunternehmen finden, daß an der Stelle (zunächst ja immer mal
> auf eigenes Risiko) an dem Ding rumfummeln wird. Nee, das ist längst
> abgeschrieben.

Erst mal das Öl raus, wenigstens sauberen Diesel, der schnell verfliegt,
kein Schweröl oder gar Sludge. Hätte ich den Itals garnicht zugetraut. Naja,
der Pott hat viel Hafenliegezeit, die Eingeborenen hätten sich wohl
beschwert :-)

> Welche Auswirkungen das wohl auf die gesamte Kreuzfahrt-Hype-Szene
> haben wird? Schon die kommerzielle Handelsschiffahrt leidet ja unter

Keine. Die kleine Motorbrennerei des Schwesterpotts vorm Jahr hatte auch
keine. Es gibt nur etwas "Abenteuerreiz". Nervenkitzel. Daß die Italis in
Sachen Pfusch und Trottelei nur noch von der griechischen Fährmarine
übertroffen werden, sagt der ADAC doch oft genug...

> massivem Mangel qualifizierten Personals. Und dieser Capitano
> Desperado ist ja sicher nicht der einzige HotShot seiner Zunft. Dazu
> noch das völlig überforderte Schiffspersonal insgesamt - es gilt, wie
> überall: ygwypf.

Genau. Und diese Regel gilt weiter, wetten?
Kapitäne sind knapp, aber Personal eher nicht. Es wird bloß mies gelöhnt...
die Sparmaßnahmen bei den EU-Staaten werden demnächst etliche
"Fregattenkapitäne" freisetzen. Etwa bei den Griechen :-)

--
mfg,
gUnther


Alexander Stielau

unread,
Jan 16, 2012, 4:20:58 PM1/16/12
to
Am Mon, 16 Jan 2012 21:29:35 +0100 schrieb Ulrich G Kliegis:
> On 16 Jan 2012 12:27:00 -0300, all...@spambog.com (Wolfgang Allinger)
> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>>
>>Wie eng kann man so ein Riesengewächshaus denn wenden?
>
> Der dreht auf dem Teller. Goog mal nach POD-Gondeln

Keine Pods, sorry, dachte ich auch erst.
Feste elektrische Antriebe auf Festpropeller plus Balance-Ruder, sagt Wikipedia.

Tobias Crefeld

unread,
Jan 15, 2012, 9:04:00 AM1/15/12
to
Ulrich G. Kliegis meinte zu "Costa Concordia" in de.rec.sport.segeln:

> Die Opfer und noch Vermißten waren wohl überwiegend im Bereich der
> Maschine tätig, wo ihnen die automatisch schließenden Schotten und der
> Wasserdruck, der diese möglicherweise auch noch verschloß, den Weg
> abschnitt.

Irgendwie wartet man bei diesem Beitrag vergebens auf die Stelle, an der
er vielleicht doch noch ontopic werden könnte.

Vielleicht sollte eine newsgroup mit der Kategorisierung Segeln als
Freizeitsport, in der z.B. die jüngst bekanntgewordenen Planungen zu
Änderungen im bundesdeutschen Scheine(-un-)wesen kein Thema sind, hingegen
Tagespresse über Schiffe, die lediglich Sonnensegel und das ausschließlich
zu kommerziellen Zwecken führen, breit ausgewalzt werden, doch eher
aufgelöst werden.

--
Gruss,
Tobias.

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 16, 2012, 6:14:00 PM1/16/12
to

On 16 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<al...@oerks.de> (Alexander Stielau) wrote:

>Am 16 Jan 2012 15:48:00 -0300 schrieb Wolfgang Allinger:

>> Der Eimer dürfte dann mächtig auf die Seite gehen und fast auf dem
>> Teller drehen, evtl. auch noch die Stabis dementsprechend verstellen
>> um noch mehr Lage zu machen.

>Die Stabis funktioneren nur dynamisch, d.h., wenn sich das Schiff
>vorwärts bewegt.
>Ich glaube nicht, daß man die Stabis wie auf einem U-Boot im WWII
>(vorne oben 10) fahren kann, auch nicht in Notsituationen. Das macht
>Kollege Computer.

hmm, gerade wikipediert(tm) :)

Flossenstabilisatoren:

Auch statische Krängung kann ausgelichen werden, was aber aus
ökonomischen Gründen kaum genutzt wird

Man braucht also keinen Luigi McGyver :)
Nur was an der SPS verstellen...

Wolfgang Allinger

unread,
Jan 16, 2012, 6:24:00 PM1/16/12
to

On 15 Jan 12 at group /de/rec/sport/segeln in article
<tc-...@myway.de> (Tobias Crefeld) wrote:

>Ulrich G. Kliegis meinte zu "Costa Concordia" in de.rec.sport.segeln:

>> Die Opfer und noch Vermißten waren wohl überwiegend im Bereich der
>> Maschine tätig, wo ihnen die automatisch schließenden Schotten und
>> der Wasserdruck, der diese möglicherweise auch noch verschloß, den
>> Weg abschnitt.

>Irgendwie wartet man bei diesem Beitrag vergebens auf die Stelle, an
>der er vielleicht doch noch ontopic werden könnte.

Och, die CC "segelt" schon recht gut, jedenfalls bei Seitenwind.
Hat sie schon 2008 bewiesen, als die Hafenmole in Palermo ramponiert
wurde. Und ich wette, dass auch bei dem aktuellen Fall, der Seitenwind
wieder zugeschlagen hat, und zwar beim Hinkelsteinsammeln als auch beim
Invasionsversuch an Ohmama-Beach.

Ausserdem ist auf der Nordhalbkugel gerade etwas mau mit segeln, warum
dann nicht mal einen verhinderten Grossegler diskutieren, zumal das ja
auch noch korrekt mit OT gekennzeichnet ist.

André Grafe

unread,
Jan 16, 2012, 8:11:48 PM1/16/12
to
Am 16.01.2012 19:08, schrieb M. Handschuher:
> On 16.01.2012 13:59, Alexander Stielau wrote:
>
>> Le Scole bietet sich da gerade zu an:
>> http://www.charts.noaa.gov/NGAViewer/53135.shtml
>
> Lt. heute-Sendung eben war's genau da. Und es übliche Praxis, "hautnah"
> an Giglio vorbeizufahren.
>
> Manfred

Laut DLF am 16.1. nachmittags ist der Pott auf einem Kurs gefahren den
sich nicht mal die italienische Finanzpolizei mit ihren Schnellbooten
traut, und die haben so gut wie keinen Tiefgang.

MfG, André

--
André Grafe
01239Dresden 51°00'27.10 N 13°47'43.02 E
http://www.boincstats.com/signature/user_117365.gif
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