Am 26.08.16 um 11:12 schrieb Ignatios Souvatzis:
>
> ... Von Freiberger gibt's einen Künstlichen Horizont
> aus einer Wasserschale mit durchsichtigem Schrägdach. Leider ca. doppelt so
> teuer, wie mein Sextang aus zweiter Hand gekostet hat. In die gleiche
> Größenordnung kommen Libellenhorizonte. Selbstbau letzterer ist billiger -
> aber man braucht zumindest eine Wasserwaage mit <1' / Teilstrich also
> nicht viel mehr als 0.1mm/1m ...
>
Der künstliche Horizont von Freiberger ist IMO ein Präzisionsinstrument,
hat eine dunkle Glasplatte und diverse Stellschrauben und Libellen. Ich
habe mal einen auf einem nautischen Flohmarkt für 100,- liegengelassen,
das tut mir bisweilen leid.
<
http://www.fpm.de/index.php?c=1&s=khorizont>
> ....
> Für's erste habe ich gestern früh kurzerhand einen gleichgroßen
> Teller mit Wasser gefüllt. Wenn grad' kein Hauch kam oder die Katze
> in der Balkonecke nicht gähnte, konnte ich tatsächlich die Sonnenränder
> auf gefühlt besser als 1' genau aufeinandersetzen. Ausgewertet ist
> diese Messung aber noch nicht. Für den windigen Wochenendmittag
> ist der Wasserhorizont aber vermutlich ungeeignet.
So habe ich es auch gemacht, und mir dazu (eben wegen der Kräuselung der
Oberfläche bei der kleinsten Luftbewegung) aus Plastik-Kabelkanälen und
Klarsichtfolie ein kleines Zelt nach Vorbild von Davis (Hersteller u.a.
von Plastiksextanten) gebautund über einem Teller mit Wasser
aufgestellt. Möglicherweise meintest Du weiter oben auch genau so etwas,
aber dann war Dein Sextant extrem preiswert.
<
http://www.davisnet.com/product/artificial-horizon/>
Die Flüssigkeit braucht nicht dunkel zu sein - die Sonne erforderte auch
bei klarem Wasser immer noch den Einsatz von Schattengläsern. Jenseits
eines Einfallswinkels von ca. 49° bist Du bei Wasser/Luft ohnehin in der
Totalreflexion.
Mein erster "ernster" Sextant war ein alter C. Plath aus der Bucht, der
angeblich länger in der Elbe gelegen hatte. Er war mechanisch (nach
reinigen und gängig machen) immer noch Top, die Spiegel waren allerdings
komplett durchsichtig. Auch damit funktionierte die
"Teller-Wasser-Methode" noch, Abweichung vom GPS-Ort < 0,5 sm. Das geht
bestimmt noch besser und ist nicht direkt mit der Arbeit mit dem
Sextanten an Bord vergleichbar, aber ich fand es trotzdem sehr
faszinierend, mit einem im Prinzip einfachen optischen
Winkelmessinstrument, Funkuhr und Astronav-Programm meine Position auf
dem Globus auf ca. 0,002 % des Erdumfangs genau bestimmen zu können.
Wie willst Du die Rechnerei machen? Klassisch mit Tafeln, oder mit
elektronischen Hilfsmitteln?
Grüße und viel Spaß, Helmut