Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Einhand mit Spi

94 views
Skip to first unread message

Andre Tornow

unread,
Nov 4, 1998, 3:00:00 AM11/4/98
to
Moin,
in dem relativ heftigen Thread um Provokation und
Einhandsegeln hat einer der Teilnehmer geschrieben,
dass er auch Einhand gerne mit Spi segelt. Ich weiss
nicht mehr wer es war (ist ja auch wurscht), nur noch,
das es sich um ein eher groessere Boot gehandelt hat
(so um die 40 ft). Ich muss sagen, das noetigt mir einigen
Respekt ab. Bei uns sieht es so aus, dass drei Leute gut
zu tun haben den Spi hoch und auch wieder runter zu
kriegen. Alleine das Handling des Spibaumes, duerfte wohl
nicht ganz ohne sein. Nun ist mir wohl bekannt, dass es
Hilfsmittel wie Bergeschlaeuche usw. gibt, doch scheint
mir trotzdem eine gute Planung des Arbeitsablaufs beim
einhaendigen Setzen des Spinnakers notwendig zu sein.
Ich faende es sehr nett, wenn der Betreffende oder
andere mit entsprechendem Know How, hier ein paar Worte
darueber verlieren koennten, wie sie das anstellen. Sicher
liessen sich einige Tricks und Kniffe auch beim Manoever mit
groesserer Crew einsetzen.
Mehr aus theoretischem Interesse wuerde mich dann auch
interessiern, wie Selbststeueranlagen mit dem Spi
zurecht kommen, zumal ja einige von Euch anscheinend
nicht mit einer Windsteueranlage fahren.

Andre

P.S. Ich frage hier nicht in meiner Eigenschaft als
Charterdepp sondern als gelegentlicher Mitsegler auf
einem richtigen Boot, denn wir Charterdeppen sind ja schon
heilfroh, wenn wir ohne zu stolpern unsere Bierkisten aufs
Boot kriegen und dann bei Flaute eine Runde unter Maschine
vor dem Hafen drehen koennen ;-)

Michael Konz

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
Andre Tornow <tor...@zedat.fu-berlin.de> wrote:


>Moin,
>in dem relativ heftigen Thread um Provokation und
>Einhandsegeln hat einer der Teilnehmer geschrieben,
>dass er auch Einhand gerne mit Spi segelt. Ich weiss
>nicht mehr wer es war (ist ja auch wurscht), nur noch,
>das es sich um ein eher groessere Boot gehandelt hat
>(so um die 40 ft). Ich muss sagen, das noetigt mir einigen
>Respekt ab. Bei uns sieht es so aus, dass drei Leute gut
>zu tun haben den Spi hoch und auch wieder runter zu
>kriegen. Alleine das Handling des Spibaumes, duerfte wohl
>nicht ganz ohne sein. Nun ist mir wohl bekannt, dass es
>Hilfsmittel wie Bergeschlaeuche usw. gibt, doch scheint
>mir trotzdem eine gute Planung des Arbeitsablaufs beim
>einhaendigen Setzen des Spinnakers notwendig zu sein.
>Ich faende es sehr nett, wenn der Betreffende oder
>andere mit entsprechendem Know How, hier ein paar Worte
>darueber verlieren koennten, wie sie das anstellen. Sicher
>liessen sich einige Tricks und Kniffe auch beim Manoever mit
>groesserer Crew einsetzen.
>Mehr aus theoretischem Interesse wuerde mich dann auch
>interessiern, wie Selbststeueranlagen mit dem Spi
>zurecht kommen, zumal ja einige von Euch anscheinend
>nicht mit einer Windsteueranlage fahren.

Zum einhaendigen Setzen und Bergen von Spis kann ich nichts sagen,
aber wenn wir zu zweit unterwegs sind, fahren wir den Spi im
allgemeinen aus dem Bergeschlauch. Da wir unter diesen Bedingungen
(2er Crew) den Spi nur bei schwachen Winden bis ca. 3 Bft hervorholen,
gibt es damit eigentlich auch keine Probleme.

Der Ablauf ist fast wie beim normalen Setzen ohne Schlauch. Baum
vorbereiten mit Topnant und Niederholer sowie Schoten vorbereiten.
Achterholer einpieken und antoppen. Spi in der Tuete hochziehen und
Schoten anschlagen. Schot und Achterholer in etwa fuer den
gewuenschten Kurs einstellen, d.h. Luv-Schothorn bis zum Baum
vorholen. Meistens rollen wir spaetestens jetzt die Genua weg, da sie
beim Hochholen der Tuete etwas stoert und die Abdeckung zum Setzen aus
der Tuete bei schwachen Winden nicht unbedingt notwendig ist.
Waehrend der ganzen Zeit steuert der Autopilot.

Bis zu diesem Punkt sollte eigentlich alles auch einhand machbar sein.
Jetzt wird die Tuete hochgezogen und der Spi fuellt sich
(hoffentlich). Schoten werden nachjustiert und das war's. Ich denke,
auch die letzten beiden Schritte muessten, bei hinreichender
Geschwindigkeit des Ausfuehrenden und nicht zuviel Wind einhand
machbar sein.

Unser Autopilot (Autohelm 4000 Pinne) hat bei diesen Rahmenbedingungen
uebrigens keine Probleme unter Spi (raumen) Kurs zu halten.

Wichtig ist dabei, dass Du den Spi bei auffrischendem Wind fruehzeitig
- und ich meine wirklich fruehzeitig - wieder wegnimmst. Sonst hast Du
mit Minimalbesatzung evtl. bald ein kleines Problem, besonders wenn
diese Sch... Tuete mal wieder klemmt und die Hafeneinfahrt (in Lee)
immer naeher kommt (ist schon vorgekommen).


>
>Andre
>
>P.S. Ich frage hier nicht in meiner Eigenschaft als
>Charterdepp sondern als gelegentlicher Mitsegler auf
>einem richtigen Boot, denn wir Charterdeppen sind ja schon
>heilfroh, wenn wir ohne zu stolpern unsere Bierkisten aufs
>Boot kriegen und dann bei Flaute eine Runde unter Maschine
>vor dem Hafen drehen koennen ;-)

Ja,ja, wenn man vergisst das Landstromkabel einzuholen, kommt man halt
nicht viel weiter ;-).

Michael,
der zwischen zwei Booten auch fuenf Jahre lang gechartert hat.

jaroschi

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to Andre Tornow
Moin Andre,

mit einem Bergeschlauch, wie von Michael Konz beschrieben, geht es
natürlich schon recht einfach.

Eigentlich liegt aber die ganze Trickserei nur in der Vorbereitung des
Setz- oder Bergemanövers, also alle Leinen und Strecker bereitlegen und
möglichst auf einen sehr Raumen Kurs einstellen, anluven kann man später
immer noch.

Den Spibaum setzen und kurz vor dem Vorstag durch Toppnant, Niederholer
und Achterholer fixieren, die Schot kann erst mal locker belegt werden,
auf keinen Fall festmachen! Wenn alles vorbereitet ist, kann man ganz in
Ruhe den Spi hinter groß und Genua hochziehen. Vorraussetzung ist
natürlich das es nicht mir 5 Bft. oder mehr weht, sollte der Spi jetzt,
wie ein nasser Sack hinter der Genua hängen. Wenn keine
Leichtwindverhältnisse herschen muß man den Spi, je nach Größe, vorher
auf Gummies ziehen oder mit Wollfäden zusammenbinden. Jetzt erst, holt
man langsam die Spischot an oder wenn man nicht anluven will, holt man
den Achterholer, um den Spi rum zu holen. Ist der Spi gut eingestellt,
kann man die Genua bergen. Ich habe dieses Manöver allerdings bisher nur
mit einer zweiten Person am Ruder durchgeführt, mit Selbststeueranlagen
geht das theoretisch wohl auch, allerdings bezweifle ich ob es mit
Windsteueranlagen geht.

Bei Einhandregatten wird es oft so gemacht das alles wie gehabt
vorbereitet wird und alle Leinen aus dem Cockpit bedient werden können.

Ob man dabei mit einfachem oder doppelten Geschirr fährt oder nicht, ist
eine glaubensfrage und natürlich von der Schiffsgröße abhängig. Das geht
aber auch alles auf einem 50 Fuß Schiff.

Zum Bergen des Spis ist es sehr hilfreich ein Großsegel mit losem
Unterliek zu fahren, man kann dann den Spi am Achterholer zwischen
Großbaum und Großsegel hindurch bergen, so das er keinen Wind mehr
einfangen kann. Dazu die Genua wieder setzen und etwas dichtholen, sonst
behindert die Genua das Bergen. Anschliessend den Spibaum bis kurz vor
das Vorstag fahren, Niederholer ansetzten nicht vergessen, und den Spi
am Achterholer reinholen so weit es geht, dann das Fall öffnen und dabei
weiter den Spi einholen. Auch hier ist ein recht raumer Kurs
vorteilhaft. Das wars auch schon. Ich hoffe ich hab nicht irgendwas
vergessen, so auf dem Trockenen passiert das ja schon mal leicht.

Wie gesagt, das funktioniert ganz gut, wenn es nicht zu sehr weht!

Gruß Jaroschi:)


Heinz Kratz

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
Hallo Segler Hallo Leute

Ich möchte zu Spi setzen auch noch etwas beitragen.

Ich fahre den Spi im Bergeschlauch. Hierzu ist zu sagen,
billige Bergeschläuche ( z.b. Lee Sails ) sind in der Regel
viel zu klein und klemmen immer dann wenn man es
nicht brauchen kann. Also einen weiten Schlauch zulegen.

Jetzt zum Setzen Einhand.
Ich nehme grundsätzlich erst die Vorsegel weg. ( Platz )
Dann wird der Kurs soweit geändert das ich ganz leicht am Wind
aufe.( Raumwind )
Die Spischoten sind bei mir immer angeschlagen so das ich
sie nur noch am Spi selbst befestigen muß.Der Spibaum wird
angeschlagen und liegt bei diesem Kurs am Vorstag an.
Die Luvschot wird relativ fest gezogen und die Leeleine sehr
lose. Nach dem Setzen des Bergeschlauches kann ich diesen
öffnen . Der Spi weht zwar zur Leeseite aus bringt mir aber kaum
Lage. Da ich natürlich den vorhandenen Autopilot benutze habe
Ich Zeit und kann die nötigen Trimmarbeiten in Ruhe ausführen.
Ist das Schiff wieder auf Kurs nehme ich meistens das Groß weg.
Einfach aus dem Grund , weniger Arbeit und fast gleiche Fahrt.

Diese Methode eignet sich bestimmt nicht für alle Schiffstypen
aber bei mir klappt es seit Jahren . Mein Schiff hat 30 Fuß ist
Topgetakelt und der Spi hat 55 oder 82 qm. Mit dem kleinen
Spi klappt es bis 4 B . Über Rechtzeitiges verkleinern der Segel-
fläche brauche ich mich ja wohl nicht zu äußern.

Übrigens wenn ich Hilfe an Bord habe geht es natürlich anders.

Ein Blister ist noch eine gute Alternative für Leute die keinen Spi
mögen ( Angst ? ) oder die Arbeit scheuen.

Und geht Segeln nicht nur im Web.

Heinz Kratz
--
51 N 15 92
06 E 45 69
heinz...@cityweb.de
Und immer schön fröhlich bleiben
Michael Konz schrieb in Nachricht <36414f9f...@192.168.1.110>...

Michael Konz

unread,
Nov 6, 1998, 3:00:00 AM11/6/98
to
"Heinz Kratz" <heinz...@cityweb.de> wrote:

>Hallo Segler Hallo Leute
>
>Ich möchte zu Spi setzen auch noch etwas beitragen.
>
>Ich fahre den Spi im Bergeschlauch. Hierzu ist zu sagen,
>billige Bergeschläuche ( z.b. Lee Sails ) sind in der Regel
>viel zu klein und klemmen immer dann wenn man es
>nicht brauchen kann. Also einen weiten Schlauch zulegen.

Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe (leider) auch die Tuete von
Lee-Sails und die hakt immer wieder. Da der Schlauch aber schon an
ein paar Stellen anfaengt durchzuscheuern, wird sich das Problem wohl
bald von selbst erledigen.

Beim naechsten Schlauch wuerde ich unbedingt einen nehmen mit
moeglichst weitem, stabilen Trichter am unteren Ende und Bergeleinen,
die innen komplett in Taschen laufen, nicht nur punktuell befestigt
wie bei Lee.

Wenn wir mehr Leute an Bord sind wird der Spi meist konventionell
gefahren - bei Regatten sowieso.

<...snip...>

>Und geht Segeln nicht nur im Web.

Hm..., bei dem Wetter in der Ostsee zur Zeit vielleicht nicht
unbedingt die pralle Idee... :-(


Michael


Andre Tornow

unread,
Nov 6, 1998, 3:00:00 AM11/6/98
to
Schon mal besten Dank an alle, die geantwortet
haben.
Zwei Fragen haette ich allerdings noch.

Ich habe zwar schon von Bergeschlaeuchen gehoert,
aber noch keinen in Aktion gesehen. Wie funktionieren
die Dinger ? Werden sie aufgeheisst, danach der Spi in den
Schlauch gesetzt und anschliessend der Schlauch hochgezogen?
Dann brauchts doch bestimmt auch eine oder gar mehrere Berge-
leinen um den Schlauch wieder runterzukriegen, und wenn ja
wo bleiben die waehrend der Spi steht ?

Und zuletzt, wie fahrt Ihr Eure Halsen ?

Andre


MXX3837795

unread,
Nov 6, 1998, 3:00:00 AM11/6/98
to

Hallo Andre,

ich fahre gerne und (relativ) oft Einhand mit Spi.
Mein Boot ist ein moderner Leichtbau (12.25x3.95x2.10),
mein Spi ist Triradial 120 qm.

Als Hilfsmittel benutze ich einen elektr. Piloten, einen Spi-Sack, der Spi Baum
ist "stehend" am Mast gelagert, (hat den Vorteil, keine Stolperfalle
an Deck und eine Seite ist immer "eingepickt")alle Fallen gehen ins Cockpit.

Alles geht auch "ohne" (erleichtert nur die Arbeit und die ist groß
genug), nur der Pilot ist ein "Muß".

Bedingungen beim Einhand Segeln mit Spi sind bei mir:

1. Sonnenschein (damit ich das auch nach getaner Arbeit - Segelsetzen -
in aller Ruhe genießen kann)
2. Windstärke nicht unter 2 und nicht über 4 (kann dann beim Segeln
auch ein Tick mehr sein, aber immer dran denken, der Spi muß
auch wieder runter)
3. Wind aus der richtigen Richtung, also moderater Seegang (damit
ich auf dem Vordeck noch eine gute Figur mache). Am liebsten
ablandiger Wind gegen die Strömung (hat den Vorteil von glattem
Wasser und somit Höchstgeschwindigkeit und bei der "typischen"
Wochenendsegelei verlierst Du nicht soviel Weg gegen den Strom,
weil, Du mußt ja auch wieder zurück.(Dann event. mit dem Strom,
und der ist bei uns stark).

Zur Segeltechnik ist nichts zu sagen, das unterscheidet sich nicht
(ob Einhand oder Mehrhand). Natürlich hast du beim Setzen und Bergen
schon einiges mehr an "Lauferei" auf dem Boot.

Was mir wichtig erscheint: ich setze niemals das Spi-Fall mit dem
Schlauch ganz durch, ich hole nie den Spi-Sack bis zum Anschlag
hoch (beides klemmt sonst gerne beim Bergen) und ich trage immer
Handschuhe beim Aufheißen des Spi-Sack`s. Wenn sich nämlich
der Spi beim Setzen von unten nach oben mit Power füllt, das reißt
Dir die Heißleine des Spi-Sack`s durch die Hände und Du verbrennst Dir
die Handinnenseiten. Oder Du läßt los, dann kannst Du später
versuchen, die Leinen wieder einzusammeln und der Spi-Sack
ist im Top so richtig festgeknallt.

Zum Spi-Schlauch ist zu sagen, das teuerste ist gerade gut
genug, weil das ist ein diffizieles Instrument. (Grüße an Heinz).
Ich benutze wie meine Segel ein "Reckmann" Fabrikat, damit
bin ich zufrieden, ich kenne auch andere. Ich bevorzuge innenliegende
Leinenführung, weil sonst die Gefahr besteht, das sich die Leinen
beim Setzen oder Bergen am Mast oder den Salingen verfangen.
Ist aber Ansichtssache, "innenliegende" vertörnen sich dafür
leichter. Aber das ist mit Routine leichter zu beheben, als das
sich die Leinen irgenwo verfangen, den Sack zerreißen,
der Spi füllt sich unkontrolliert und und.........

Ich setze den Spi ohne Vorsegel, sonst hast Du als
Einhandsegler noch mehr "Lauferei", im Sack geht das
wunderbar.
Bei leichtem Wind (2-3) nehme ich den Wind von der Seite,
Achterholer ist (immer) belegt, Baum nahe am Vorstag, Spi-Schot
ebenfalls belegt (aber mit Spiel). Spi füllt sich schnell und Boot
nimmt direkt Fahrt auf.
Bei stärkerem Wind (4) nehme ich den Wind mehr von hinten, Baum
mehr nach hinten, Spi Schot hat viel Lose, Achterholer fest.
Baumniederholer immer relativ viel lose beim Setzen, damit der Baum
Bewegungsspielraum hat.

Ist dann alles getrimmt, das Boot läuft Höchstgeschwindigkeit,
die Sonne scheint, der Pilot steuert, dann hole ich mir was zum
Essen und Trinken und genieße es. So schön kann segeln
sein.

Spi-Bergen: bei stärkerem Wind (ab 4) Wind relativ von achtern
nehmen, Baum an das Vorstag, absenken, Spi am Baum ausreißen,
fliegen lassen, "Tüte" drüber, Ende. Dafür braucht man aber Nerven,
weil der Spi meist noch voller Power ist und nach dem ausreißen
gräßliche Geräusche entstehen und der Baum schnell fixiert
werden muß und Du keine Möglichkeit mehr zum korrigieren hast.

bei schwächerem Wind (unter 4) Spi einfach einfallen lassen
( z.B.durch Kursänderung, Lösung der Spi-Schot (fliegt dann allerdings
unkontrolliert durch die Gegend), Änderung der Baum-Position etc.,
"Tüte" drüber, Ende. (Hierbei allerdings aufpassen, das der Spi sich nicht
erneut
füllen kann, sonst stehst Du als Solosegler relativ dumm da.).

Halsen fahre ich mit dem Spi Einhand nicht, sollte das nötig werden,
ziehe ich den Schlauch drüber, wechsle alles auf die andere Seite
und dann den Schlauch wieder hoch. Mit Routine geht das schnell
(relativ) und ist wesentlich sicherer. Eine Regatta kann ich damit
natürlich nicht gewinnen.

Meine Selbststeueranlage (Autohelm 6000) kommt mit dem Spi
ausgezeichnet zurecht (besser als bei anderen Gelegenheiten
ohne Spi). Der Spi bringt immer gute Fahrt ins Schiff, der Seegang ist
moderat, der Wind nicht zu stark, das Boot ist gut ausgetrimmt.
Da hat der Pilot bei weitem nicht so viel zu tun, als bei Wind 6
auf die Nase und hoher Welle.

Sorry, das ganze ist wieder länger geworden als ich wollte und sicher habe ich
hier am PC wieder was vergessen aber trotzdem Grüße an alle Spi-Freaks.

Manfred


MXX3837795

unread,
Nov 7, 1998, 3:00:00 AM11/7/98
to

Im Artikel <71um4f$cc6$1...@fu-berlin.de>, Andre Tornow
<tor...@zedat.fu-berlin.de> schreibt:

>
>Ich habe zwar schon von Bergeschlaeuchen gehoert,
>aber noch keinen in Aktion gesehen. Wie funktionieren
>die Dinger ? Werden sie aufgeheisst, danach der Spi in den
>Schlauch gesetzt und anschliessend der Schlauch hochgezogen?
>Dann brauchts doch bestimmt auch eine oder gar mehrere Berge-
>leinen um den Schlauch wieder runterzukriegen, und wenn ja
>wo bleiben die waehrend der Spi steht ?
>
>Und zuletzt, wie fahrt Ihr Eure Halsen ?
>

Hallo Andre,

der Spi bleibt permanent im Schlauch. Der Schlauch mit dem
innenliegenden Spi wird hochgezogen. Der Spi ist also auch oben
und muß sich "nur" noch entfalten. Zu dem Zweck wird der Schlauch
mit einer Heißleine nach oben gezogen. Umgekehrt mit einer
Bergeleine wieder nach unten. Die Leinen werden bei mir lose
an der Bugklampe befestigt.

Klassische Spi-Halse fahre ich als Einhandsegler nicht. Das ist
wirklich zu kompliziert und zu gefährlich für nur eine Person
(zumal ich noch ein Babystag habe, um das ich bei der Halse
mit dem Spi Baum rum muß). Sollte Halsen nötig sein,
dann ziehe ich den Schlauch runter, wechsle das "Geschirr" auf
die andere Seite, Schlauch wieder hoch, over and out.

Ein in meinen Augen ganz wichtiger Gesichtspunkt: das lästige
"Packen" des Spi`s nach getaner Arbeit oder zur Vorbereitung
entfällt mit Hilfe des Spi-Schlauchs total, der Spi ist immer
einsatzbereit.

Ich fahre z.B. auch Blister. Weil ich den aber wirklich selten benutze,
ohne Schlauch. Der ist nur 3/4 so groß wie der Spi, bereitet aber
wegen der Packerei wesentlich mehr Arbeit als dieser beim
Setzen. Hast Du schon mal bei Wind 4 auf dem Vordeck
versucht ein superleichtes Tuch von ca. 80 qm zu sortieren?
Das ist mühsam. Ich habe zwar die verschieden Seiten (Unter,Vorder,
Achterlieck) markiert damit ich sie in dem "Gewühl" leichter finde,
aber ein richtiger Windstoß und Du fängst wieder von vorne an.
Das Bergen ist leichter. Ein Blister ist ja
relativ hoch geschnitten, da fällt Dir das eine Ende nicht so schnell
ins Wasser.
Aber Blister fahre ich nur, wenn der Spi nichts mehr bringt (an Vortrieb).
Das ist bei Einhand (weil der Pilot ja nicht so genau steuert) so ab ca.
70 Grad zum Wind der Fall. Der Spi steht hier noch wunderbar, bringt
auch die vollste Power,aber mehr zur Seite als zum Vortrieb. Das sieht
dann immer gewaltig aus, das Boot liegt mächtig auf der Seite,
aber die Fahrt geht raus. Und immer die Gefahr, das das Vorlieck
einfällt. Du willst ja als Solosegler nicht permanent mit Schot, Ruder und
Achterholer trimmen !!
Also für diese Fälle nehme ich den Blister, aber s.o.
die Packerei !! Und komme mir jetzt bitte keiner mit diesen
kuriosen Gummiringen. Das ist noch zeitraubender, da laß
ich es lieber ganz sein. Hast Du das 80 qm Tuch unten, dann
bist Du als Solosegler "fertig", dann hast Du keine Lust mehr auf
packen. Also ab in den Sack. Und im Hafen, da trink ich erst mal
mein Bier. Also gleiche Prozedur beim nächstenmal. Aber irgendwann
kommt auch der Sack für den Blister.

Du merkst schon, bin halt ein "Sack-Freak".

Grüße

Manfred


MXX3837795

unread,
Nov 7, 1998, 3:00:00 AM11/7/98
to

Im Artikel <1di3f5y.f0...@pec-34.au3.m.uunet.de>,
wolf...@amadeus.m.eunet.de (Wolfgang Keller) schreibt:

>
>> Und zuletzt, wie fahrt Ihr Eure Halsen ?
>

>Einhand halsen? Mit Spi?
>
>Bergen, Halsen, auf der anderen Seite wieder setzen vermutlich.
>
>Denn ich kann mir kaum vorstellen, daß jemand es schafft, auf dem
>Vordeck den Baum so umzupicken, daß der Spi sich nicht verknäult, wenn
>gleichzeitig die Schoten festgelegt sind. Und daß eine
>Selbststeueranlage (in der Welle) währenddessen exakt platt vor dem Wind
>steuern kann (womöglich noch mit Dünung von achtern), würde mich auch
>sehr wundern.
>

Hallo Wolfgang,

Gut erkannt !


Gruß

Manfred

Heinz Kratz

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to
Hallo Leute

Ich muß noch eine Kleinigkeit loswerden zum Thema.
Das ich in der Regel wenig Schwierigkeiten mit dem Spi habe
schrieb ich schon. Trotzdem habe ich mir vor 4 Jahren einen
Blister zugelegt welcher auch in einem Bergeschlauch gefahren wird. Er hat
eine Größe von 55 qm ( also in etwa die Größe meines
kleinsten Spinnackers ). Meiner Meinung nach bietet der Blister
ein Paar große Vorteile ( für kleine Crew oder etwas ängstliche Segler ).
Das Handling und der Trimm ist einfacher. Auch bei Wind aus
achtern geigt das Boot nicht. ( oder weniger ) Die Segelleistung ist
beachtlich ( Beim Fahrtensegeln ). Er kann hervorragend am Wind eingesetzt
werden. Aber auch zu dem Thema ist zu sagen"Keine enge oder billige Tüte
Bergeschlauch ) verwenden "
Alles in allem ein gutes Gebrauchssegel.

Mir fällt noch ein , ich vermisse noch ein paar Reiseberichte.
Oder war das schon alles.

Andre Tornow

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to
mxx38...@aol.com (MXX3837795) wrote:

>
>Klassische Spi-Halse fahre ich als Einhandsegler nicht. Das ist
>wirklich zu kompliziert und zu gefährlich für nur eine Person
>(zumal ich noch ein Babystag habe, um das ich bei der Halse
>mit dem Spi Baum rum muß). Sollte Halsen nötig sein,
>dann ziehe ich den Schlauch runter, wechsle das "Geschirr" auf
>die andere Seite, Schlauch wieder hoch, over and out.

Ich habe am Wochenende in einem aelteren Palstek einen 'Test'-
bericht gelesen. Ging um Spibergesaecke. Hoch und runter
scheint ja damit wirklich ziemlich locker zu gehen.
Da stellt sich die Frage nach der Halse natuerlich nicht mehr.

>Setzen. Hast Du schon mal bei Wind 4 auf dem Vordeck
>versucht ein superleichtes Tuch von ca. 80 qm zu sortieren?

Allerdings. Daher ja auch meine Fragen.

In dem Test war auch die Rede von gelegentlichen Klemmern
(beim Bergen). Hast Du schon mal Probleme gehabt,
den Sack wieder runter zu ziehen (und sei es nur, dass Du
kraeftiger ziehen musstest, als man dem Material zumuten moechte?

Andre

MXX3837795

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to

Im Artikel <726bme$b8h$1...@fu-berlin.de>, Andre Tornow
<tor...@zedat.fu-berlin.de> schreibt:

>


>In dem Test war auch die Rede von gelegentlichen Klemmern
>(beim Bergen). Hast Du schon mal Probleme gehabt,
>den Sack wieder runter zu ziehen (und sei es nur, dass Du
>kraeftiger ziehen musstest, als man dem Material zumuten moechte?
>

Hallo Andre,

natürlich, daß kommt manchmal vor. Um das zu vermeiden,
ziehe ich den Spi-Sack NIE bis zum Anschlag hoch !
Übrigends mache ich das Gleiche auch mit dem Spi-Fall (an dem ja
der Sack hängt).

Im Fall der Fälle genügt meist ein "Spiel mit den Leinen".
Also rauf und runter ziehen, beim dritten Mal ist meist alles frei.
Gelingt es nicht, kannst Du den Spi ja mit dem Sack im Top
am Spi-Fall traditionell nach unten bringen.

Aber wie gesagt, Fall und Sack nie ganz durchsetzen.
Das ist mein Rezept !
Das gibt bei mir ganz selten Probleme (vieleicht 5 %).
Meist wenn der Sack dann trotzdem richtig im Top "festgeknallt" ist.
Und auch da bekomme ich den Spi-Sack nach einigem
hin und her immer runter.
In all den Jahren mußte ich den Spi erst zwei-oder dreimal auf "normale Weise"
runterbringen, weil der Spi-Sack klemmte und ich ihn tatsächlich
nicht mehr runterbekam.

Grüße

Manfred

MXX3837795

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to

Im Artikel <MZx12.949$gB4....@news2.cityweb.de>, "Heinz Kratz"
<heinz...@cityweb.de> schreibt:

>Meiner Meinung nach bietet der Blister
>ein Paar große Vorteile ( für kleine Crew oder etwas ängstliche Segler ).
>Das Handling und der Trimm ist einfacher. Auch bei Wind aus
>achtern geigt das Boot nicht. ( oder weniger ) Die Segelleistung ist
>beachtlich ( Beim Fahrtensegeln ). Er kann hervorragend am Wind eingesetzt
>werden. Aber auch zu dem Thema ist zu sagen"Keine enge oder billige Tüte
> Bergeschlauch ) verwenden "
>Alles in allem ein gutes Gebrauchssegel.

Hallo Heinz,

genau richtig. Der Blister hat schon Vorteile.

Aber wenn Du den "Rausch der Geschwindigkeit" voll auskosten
willst, das geht nur mit Spi.
Mit einem Spi bei Halbwind
Stärke 4-5 bei relativ glatter See (am Besten ablandiger Wind)
und strahlendem Sonnenschein Höchstgeschwindigkeit zu fahren,
das nenne ich Segeln pur.

Grüße an alle "Spi-Freaks"

Manfred


Heinz Kratz

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to
Hallo Manfred , hallo Segler , hallo Leute.

Natürlich ist der Spi das schnellere Segel. Ich benutze ihn so oft
wie möglich und habe bestimmt alle nur möglichen Fehler gemacht.
Ich hatte zu enge Tüten, den Spi um das Vorstag gewickelt und
ihn auch schon durch das Wasser gezogen. Leider waren es immer
die eigenen Fehler. Und da ich meistens Einhand unterwegs bin kann ich nur
mich selbst anschreien. Nach meiner Meinung gibt es
aber genügend Segler für die ein Spi ein " Teufelssegel " ist. Für
die ist glaube ich ein Blister eine gute Alternative. Es sei noch angemerkt
in meinen Revieren ( Nord u Ostsee ) gibt es selten
ruhiges Wasser oder wenig Wind. In diesem Jahr hatte ich keinen
Tag in dem es nicht einmal aufrichte ( bis 8 ), Windstärke 6 und
Regen war Standart. Trotz allem der Spi kam 6 mal zum Einsatz.

Und geht Segeln nicht nur im Web.

Heinz Kratz

--
51 N 15 92
06 E 45 69
heinz...@cityweb.de
Und immer schön fröhlich bleiben
>


Manfred schrieb

Andre Tornow

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to
"Heinz Kratz" <heinz...@cityweb.de> wrote:
>...

>
>Mir fällt noch ein , ich vermisse noch ein paar Reiseberichte.
>Oder war das schon alles.
>

Offengestanden, so aussergewoehnlich find ich meine Toerns
nicht, dass ich sie hier posten muesste, aber vielleicht
einen Tag, den ich immer noch nicht 'verarbeitet' habe.

Es war wohl im Oktober 96. Ich war mit meiner Frau
oder meine Frau war mit mir auf einer v.d.Staadt 34 in
den Kykladen unterwegs. Insgesamt waren wir 3 Wochen
da unten. Es war unser erster Toern in Griechenland und
neben dem Segeln wollten wir auch auf der einen oder
anderen Insel laenger als eine Nacht bleiben und zwischen-
durch ein wenig Beach und Sightseeing machen. So auch
auf Syros. Wir hatten uns in Ormos weiss der Teufel
eingerichtet, einer Bucht, die nach Sueden offen ist.
Zwei Tage lagen wir bereits dort gelegen, vor dem Nordwind
relativ, vor der See aber bestens geschuetzt. Einen
Tag wollten wir noch bleiben. Da der Wetterbericht (Navtext)
aber auf E bis SE drehenden Wind bis 6 ankuendigte,
beschlossen wir kurzer Hand uns in eine der westlichen
Buchten zu verholen. Im Radspieler fanden wir auch eine
schoene Bucht, ich glaube sie heisst Ormos Gallisos (oder
so aehnlich). Sie sollte gut geschuetzt sein und vortrefflichen
Ankergrund haben. Gut geschuetzt war sie, der Ankergrund war
knochenhart und wo er nicht knochenhart war, da war er verkrautet.
Wir brauchten jedenfalls einige Anlaeufe bis der Haken einiger-
massen fest sass und haben zur Sicherheit gleich noch den
zweiten Anker ausgebracht.
Ich bin dann an Land gepaddelt (AB im Eimer) um mal die
Gastronomie des Ortes zu checken. Es gab tatsaechlich so gut
wie nichts mehr dort. Naja, wir waren dann noch ein bisschen
baden und beschlossen uns den Ort spaeter bei einem Abend-
spaziergang nochmal gemeinsam anzusehen.
So machten wir es auch. Gegen abend setzten wir ueber und fanden
eine nette kleine Taverne, die zwar eigentlich schon laengst
dicht war, wo man uns aber noch ein leckers kleines Abendmal
improvisierte. Da uns die Bucht gut gefallen hatte, wollten
wir sogar noch einen Tag ranhaengen. So fragten wir, ob es denn
moeglich sei am naechsten Abend noch mal zu kommen. Die
Leute waren uebergluecklich ueber unsere Frage und so durften
wir uns sogar was aussuchen, dass dann am naechsten Tag frisch
vom Markt geholt werden sollte.
Satt, zufrieden und voller Vorfreude verabschiedeten wir uns
und gingen zurueck zum Strand. Hier gab es dann eine
Ueberraschung, der Wind hatte auf West gedreht und so stand eine
leichte Brise in die Bucht. Das Boot hat sich eingedreht und
wir musstem nit dem Dinghy gegen eine ganz leichte Stroemung
paddeln. Ein paar Peilungen ergaben, dass sich die Anker
in der neuen Richtung offenbar eingegraben hatten. Ich hatte zwar
kein gutes Gefuehl auf Legerwall zu liegen, aber da es eine traumhafte
laue und sternklare Nacht war, holten wir unser Zeug raus und
beschlossen an Deck zu schlafen. Eine Stunde spaeter hatte der
Wind aufgefrischt und es war so kalt, dass meine Frau unter Deck
in die Koje ging. Ich hatte so einen Schiss, dass ich an Deck blieb
und jede halbe Stunde eine Peilung machte. Die Sorge ich koennte
verschlafen war voellig unnoetig, denn bald war eine solche Brandung
in der Bucht, dass an Schlafen nicht mehr zu denken war.
Kurz vor Sonnenaufgang war es dann soweit. Wir mussten raus.
Die Maschine sprang gleich an, der Hauptanker war (elektrische
Winsch sei Dank) auch schnell raus, den Zweitanker hab ich dann
mit jeder Welle ein bisschen dichter geholt, bis auch er endlich
oben war. Und dann ab die Post
Nachdem es nun so ordentlich aus W blies, mussten wir wohl oder
uebel unser schoenes Essen sausen lassen. Und wir hatten wirklich
ein schlechtes Gewissen. Gleich bei unserem naechsten Landfall
schrieben wir eine Karte an den Wirt und erklaerten ihm warum
wir nicht gekommen sind. Ob er die Karte je bekam wissen
wir leider nicht.

Andre


Paul Lenz

unread,
Nov 10, 1998, 3:00:00 AM11/10/98
to
tor...@zedat.fu-berlin.de (Andre Tornow) schrieb am 09.11.98:

> Satt, zufrieden und voller Vorfreude verabschiedeten wir uns
> und gingen zurueck zum Strand. Hier gab es dann eine
> Ueberraschung, der Wind hatte auf West gedreht und so stand eine
> leichte Brise in die Bucht.

> [...]


> Die Sorge ich koennte verschlafen war voellig unnoetig, denn
> bald war eine solche Brandung in der Bucht, dass an Schlafen
> nicht mehr zu denken war.

Mir ist mal in Finnland auf dem Pielinen-See etwas ähnliches
passiert. Ich hatte mit einer gemieteten 10m-Yacht in einer
windgeschützten Lee-Bucht geankert, möglichst dicht am Ufer,
damit wir (meine Freundin und ich) eine gute Nachtruhe hatten.

Als wir am nächsten Morgen aufwachten, hatte der Wind sich um
180 Grad gedreht und reichlich aufgefrischt. Er wehte richtig
schön direkt in die Bucht hinein. Und ich bekam den Motor nicht
in Gang. Und meine Freundin bekam den Anker nicht aus dem Wasser
- das Boot zog zu stark am Ankertau.

Ich also nach vorn. Am Mast war eine Winsch mit Knarre, damit
bekam ich das Ankertau langsam dicht. In dem Moment, wo der
Zug nachließ, rannte ich nach achtern an die Pinne und ließ
meine Freundin mit dem Ankertau allein. Es gelang mir, das
Boot hoch am Wind in Fahrt zu bringen, bevor der Kiel (oder der
immer noch außenbord hängende Anker!) auf Grund kam. Ich glaube,
eine zweite Chance hätten wir nicht gehabt.

Draußen ließ ich das Boot dann ruhig vor dem Wind treiben, damit
meine Freundin den Anker reinholen konnte. Puh....


Proppi


Ich lese alle öffentlichen Antworten - bitte _keine_ PM-Kopien!
Diese Sig ist absichtlich nicht abgetrennt, weil ich bei meinem
Editor "RemoveTrailingWhite" aktiviert habe.
http://www.han.de/~proppi ** XP v3.1 R **

Andre Tornow

unread,
Nov 11, 1998, 3:00:00 AM11/11/98
to
pro...@sampo.han.de (Paul Lenz) wrote:

>Mir ist mal in Finnland auf dem Pielinen-See etwas ähnliches
>passiert. Ich hatte mit einer gemieteten 10m-Yacht in einer
>windgeschützten Lee-Bucht geankert,

War das ein 10 m Bananaboat oder bist Du untreu geworden ;-)


MXX3837795

unread,
Nov 11, 1998, 3:00:00 AM11/11/98
to

Im Artikel <1di8yja.iv...@pec-57.au4.m.uunet.de>,
wolf...@amadeus.m.eunet.de (Wolfgang Keller) schreibt:

>
>Mit einem Spi (je größer desto besser, ab 150 m**2 wirds unverschämt)
>bei 4-5 Windstärken, aber einer schönen langen Dünung Stärke 8+ (vom
>Vortag) vor dem Wind bis raumschots, mit Bugwelle bis zur Reling schön
>dahinsurfen (Loganzeige fällt aus, weil der Geber aus dem Wasser ist),
>dazu leise Musik aus den Decklautsprechern (aber bitte nicht Rod
>Stewart), DAS nenne ich Segeln pur. :-)

OK. Geber aus dem Wasser ist auch nicht schlecht.
Ist nur nicht sooo relaxt !
Als Solosegler auch kaum für längere Zeit zu machen.
Der Autopilot erzählt Dir was anderes !

Grüße

Manfred

Heinz Kratz

unread,
Nov 11, 1998, 3:00:00 AM11/11/98
to
>Im Artikel <1di8yja.iv...@pec-57.au4.m.uunet.de>,
>wolf...@amadeus.m.eunet.de (Wolfgang Keller) schreibt:
>
>>
>>Mit einem Spi (je größer desto besser, ab 150 m**2 wirds unverschämt)
>>bei 4-5 Windstärken, aber einer schönen langen Dünung Stärke 8+ (vom
>>Vortag) vor dem Wind bis raumschots, mit Bugwelle bis zur Reling schön
>>Rest gelöcht

Hallo Wolfgang , hallo Segler

Ich möchte diese Antwort nicht als persönlichen Angriff gewertet sehen. Er
soll es nicht sein.

150 qm Spi bei Windstärke 5 das mußt du mir vormachen.
Entweder bist du Schweinereich ( Schiffsgröße mehr als 50 Fuß
oder Hochseeregattasegler ) oder du hast eine Mannschaft ( 10
Personen ) oder du Flunkerst ein kleines bißchen.
Meine Schiffe ( X99 , Spirit, Reinke 13M) haben oder hatten
bis 90 qm und waren teilweise schon Übertakelt (X99)
Aber wenn du wirklich mal Spi bei Wind fahren willst lade ich
dich gerne ein ( 30 Fuß,80qm )

Nicht Provozieren lassen

Gruß Heinz

Tom Niegeländer

unread,
Nov 11, 1998, 3:00:00 AM11/11/98
to
>>Mit einem Spi (je größer desto besser, ab 150 m**2 wirds unverschämt)
>>bei 4-5 Windstärken, aber einer schönen langen Dünung Stärke 8+ (vom
>>Vortag) vor dem Wind bis raumschots, mit Bugwelle bis zur Reling schön
>>dahinsurfen (Loganzeige fällt aus, weil der Geber aus dem Wasser ist),
>>dazu leise Musik aus den Decklautsprechern (aber bitte nicht Rod
>>Stewart), DAS nenne ich Segeln pur. :-)
>
>OK. Geber aus dem Wasser ist auch nicht schlecht.
>Ist nur nicht sooo relaxt !
>Als Solosegler auch kaum für längere Zeit zu machen.
>Der Autopilot erzählt Dir was anderes !
>
>Grüße
>
>Manfred
Hi Jungs oder nicht !
Also, ich bin ja noch ´nen Kücken was das Segeln angeht, aber ich WILL noch
Handanlegen müssen.
AP ist sicher ganz nett. Aber ohne spürt man das Feeling wesentlich
intensiver.

Macht kein Quatsch, aber weiter so...

Mast- und Schotbruch
Tom Niegeländer
--
Achtung Update der Neptun homepage:
Jetzt mitb Infos zur M22
http://www.t-online.de/home/t.niegelaender/


MXX3837795

unread,
Nov 12, 1998, 3:00:00 AM11/12/98
to

Im Artikel <72d6dn$i7p$1...@news02.btx.dtag.de>, T.Niege...@t-online.de
(=?iso-8859-1?Q?Tom_Niegel=E4nder?=) schreibt:

>Also, ich bin ja noch ´nen Kücken was das Segeln angeht, aber ich WILL noch
>Handanlegen müssen.
>AP ist sicher ganz nett. Aber ohne spürt man das Feeling wesentlich
>intensiver.

Hallo Tom

Selbst steuern ist doof !

Oder ?

Oder nicht ?

Oder was ?

Grüße
Manfred


Paul Lenz

unread,
Nov 12, 1998, 3:00:00 AM11/12/98
to
tor...@zedat.fu-berlin.de (Andre Tornow) schrieb am 11.11.98:

> >Mir ist mal in Finnland auf dem Pielinen-See etwas ähnliches
> >passiert. Ich hatte mit einer gemieteten 10m-Yacht in einer
> >windgeschützten Lee-Bucht geankert,
>
> War das ein 10 m Bananaboat oder bist Du untreu geworden ;-)

Das war, bevor ich das Bananaboot kennenlernte.

Aber ehrlich gesagt: trotz Bananaboot weiß ich den Komfort
zu schätzen, wenn man Kojen und Kombüse an Bord hat.

Tom Niegeländer

unread,
Nov 13, 1998, 3:00:00 AM11/13/98
to
<
>Hallo Tom
>
>Selbst steuern ist doof !
>
>Oder ?
>
>Oder nicht ?
>
>Oder was ?
>
>Grüße
>Manfred
>
Hi Manni,
dann kannst du doch auch SEGELN lassen
z.B. du charterst dich auch der Sea Cloud ein.
Das hat meiner Meinung fast nichts mit segeln am Hut.
Ich steuer gern ..... auch mehrere Stunden !!!

Sail away...

Tom Niegeländer

Achtung Update der Neptun homepage:

Jetzt mit Prospekt der M22
http://www.t-online.de/home/t.niegelaender/


Otto Koehn

unread,
Nov 13, 1998, 3:00:00 AM11/13/98
to MXX3837795
Guten Tag zusammen.
Ich habe den Thread mit Interesse verfolgt und kann noch eine kleine Ergänzung
beisteuern:
Auch ich fahre bei einer Zweier (ehrlicherweise einer 1,5-er-) Crew den Spi aus
dem Bergeschlauch. Das funktioniert normalerweise gut, der Schlauch hat einen
ordentlichen Hart-PVC-Einlauftrichter.
Alles, was weiter oben zum durchsetzen von Fall und Schlauch gesagt ist, kann ich
bestätigen. Auch, daß es sich bei kleiner Crew empfiehlt, die "Blase" nicht zu
lange stehen zu lassen.
Wenn es aber doch passiert, weil es ja so schön läuft und man garnicht gemerkt
hat, wie sehr es zugelegt hat und es ja obendrein Spaß macht, ja dann gibt es
auch beim Spi-Schlauch ein Problem.
Wenn -bei relativ kleinem Schiff- der Stärkere und Schwerere der Crew nach vorne
geht, um den Spi-Schlauch herunter zu ziehen, geht es nicht, trotz ziehen und
zerren. Der Grund ist ganz einfach:
Durch die Belastung sackt das Vorschiff ab und das Boot wird langsamer. Dadurch
steigt der Druck im Spi und spätestens jetzt stehen Fall, Spischlauch und Kopf
des Spi horizontal. An der Spi-Schlauch Bergeleine zu ziehen, bringt nix, weil man
von Deck "nach unten" aber nicht "nach vorne" ziehen kann.
Der Spi lässt sich nur bergen, wenn entweder ein Vorsegel gesetzt wird (es lebe
die Rollfock), man ihn durch anluven zum einfallen bringt (empfohlen) oder
notfalls den Achterholer ausklinkt. Und dann Tempo, sonst zerlegt es das gute
Stück.
So jedenfalls meine Erfahrung

Otto Koehn


MXX3837795 schrieb:

Otto.Koehn.vcf

MXX3837795

unread,
Nov 15, 1998, 3:00:00 AM11/15/98
to

Im Artikel <1dii49v.7s0...@pec-58.au4.m.uunet.de>, w_ke...@gmx.de
(Wolfgang Keller) schreibt:

>
>Bitte keinen überflüssigen Datenmüll posten, danke.
>
>Und übrigens bitte auch keine kompletten Postings zitieren, wenn gar
>kein direkter Bezug darauf genommen wird.
>

Und übrigens etwas TOLERANZ könnte auch nicht schaden !

OfG

Manfred

Dorit Columbus

unread,
Nov 17, 1998, 3:00:00 AM11/17/98
to
MXX3837795 wrote:

Er hat doch 'bitte' geschrieben. Wie soll ein armer Mensch denn
erfahren, dass er was besser machen koennte, wenn's ihm keiner
sagt?

--
Dorit Columbus
Institut fuer Angewandte Physik, TU-Darmstadt
Dorit.C...@physik.tu-darmstadt.de


Otto Koehn

unread,
Nov 25, 1998, 3:00:00 AM11/25/98
to Wolfgang Keller
ok, ich lerne.
OK

Wolfgang Keller schrieb:

0 new messages