Was tun? Waere Sandstrahlen effektiver? Aber wo Siliziumkarbid
und Korund scheitern, kann Sand/Glas besser sein?
Ausserdem denke ich, die Leute wollen das hier nicht unbedingt.
Und das ganze Boot staubdicht einzuhausen, uebersteigt meine
Kapazitaeten.
Gibt es irgendwelche Grundierungen, die hier anwendbar waeren,
und sich mit dem restlichen Aluminiumrumpf vertragen?
Ein Versuch mit einem sog. "Keel Primer" war desastroes, das
Zeug rostete in Null komma nix weg...
War soweit ich mich erinnere irgendwie mit Aluminiumpartikeln
angereichert und sollte perfekten Schutz bieten - naja...
Wie sieht's mit diesen "Rostumwandlern" aus? Koennte soetwas
helfen, und vertraegt der Alurumpf das?
Und noch eins:
Faellt irgendwem etwas ein, das ich auf den jetzt blank
grau/schwarzen Kiel aufbringen kann, um den bis zur naechsten
Behandlung (die erst in einigen Wochen stattfinden wird)
nicht komplett verrosten zu lassen?
Fuer jede konstruktive Idee dankbar!
Erik
E. Egerer schrieb:
> Mein Kiel wehrt sich leider schon das dritte Jahr erfolgreich
> gegen jede Art dauerhaften Anstriches.
> Ich hatte bisher immer versucht, durch exzessives Schleifen
> mit Winkelschleifer und 60er bis 80er Papier allen Rost
> zu entfernen, und dann verschiedene Behandlungen durchgefuehrt.
> Beim Schleifen komme ich aber bei dem Kiel nicht ueberall bis
> an wirklich blankes, glaenzendes Eisen.
> Aller Rost, also alles roetlich-orange-braune geht ab, aber
> grossflaechig scheint sich ein aeusserst widerstandsfaehiges
> schwarz/graues Oxid gebildet zu haben, das sich durch Schleifen
> (mit obengenanntem Geraet) nicht entfernen laesst.
> Wirklich nicht! Das Zeug ist eher haerter als das blanke
> Eisen, sprueht Funken aber geht nicht ab.
Hallo,
offenbar wurde da ein Kiel aus Stahl elektrisch gut leitend mit einer
Au�enhaut aus Aluminium verbunden durch Nieten oder Schwei�en, wie auch
immer. Das Ganze bildet aber so im Wasser ein galvanisches Element in
dem das unedlere Metall, in diesem Fall der Stahl des Kiels durch
excessive Korrosion verbraucht wird. Dagegen hilft eine Beschichtung nur
wenn sie l�ckenlos und nichtleitend w�re.
Bye
>
>Hallo,
>
>offenbar wurde da ein Kiel aus Stahl elektrisch gut leitend mit einer
>Au�enhaut aus Aluminium verbunden durch Nieten oder Schwei�en, wie auch
>immer. Das Ganze bildet aber so im Wasser ein galvanisches Element in
>dem das unedlere Metall, in diesem Fall der Stahl des Kiels durch
>excessive Korrosion verbraucht wird. Dagegen hilft eine Beschichtung nur
>wenn sie l�ckenlos und nichtleitend w�re.
>
>Bye
Hallo!
Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium:
-1,67V! Was ist da wohl unedler?
Gr�sse
Sepp Klimbacher schrieb:
> Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium:
> -1,67V! Was ist da wohl unedler?
Hallo,
es geht aber weder um reines Eisen noch um reines Aluminium. Seine
Erfahrungen zeigen das der Kiel angegriffen wird und nicht das Aluminium
daneben. Vermutlich wurde das Aluminium eloxiert.
Bye
> es geht aber weder um reines Eisen noch um reines Aluminium. Seine
> Erfahrungen zeigen das der Kiel angegriffen wird und nicht das Aluminium
> daneben. Vermutlich wurde das Aluminium eloxiert.
Offenbar wird der Stahl angegriffen, das ist nicht zu diskutieren.
Aber sicher nicht wegen der Verbindung zu Aluminium, das ist auch nicht
zu diskutieren, eloxiert hin oder her (das andert nichts).
Aber: Ist da wohl irgendwo noch was aus rostfreiem Stahl, Messing,
Kupfer oder dergleichen? Die sind alle edler, und konnen den Stahl aus
elektrochemischen Grunden korrodieren.
Oder die Korrosion findet ohne galvanische Unterstutzung statt - auch
das ist moglich.
Gruss
Marc
--
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>
>Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium:
>-1,67V! Was ist da wohl unedler?
Wertewechsel also auch in der Elemente-Gesellschaft? :)
Gru�,
U.
>
>Was tun?
Gibt es an Deinem Kiel Opferanoden? Ich vermute, nein, und ich wei�
nicht, wie die sich dann bzgl. des offenbar galvanisch verbundenen
Alurumpfs verhalten w�rden. Bronzepropeller, Bronze-Seeventile?
galvanisch mit dem Kiel (Schleifelektrode) verbundene Propellerwelle?
Du hast auch noch nichts �ber Typ und Hersteller Deines Bootes gesagt.
Und wo das ganze rostet: in S��- oder Seewasser, Ostsee oder
Mittelmeer, oder?
Sind Kiel und Rumpf tats�chlich miteinander verschraubt? Wie sehen
ggf. die Bolzen / Scheiben / Muttern in der Bilge aus? Bilder sind
immer gut, aber nicht direkt hier in der NG, sondern auf einer
geeigneten Seite mit hier gepostetem Link.
Gru�,
U.
Erstmal Dank fuer alle Ideen, und ein paar mehr Informationen:
Opferanoden: ja, beidseitig knapp unter dem Alu-Stahl Uebergang.
Jeweils 1 kg, die arbeiteten auch erkennbar - wurden verbraucht.
Der Kiel ist mit (anscheinend) Edelstahl Bolzen durch den Rumpf
verschraubt, am Uebergang waren weder Stahl noch Alu erkennbar
angegriffen, auch an den Bolzen, Muttern und Scheiben sowie
den Auflagepunkten an der Alukonstruktion ist nichts von
Korrosion zu sehen.
Sonst im Kielbereich keine Fremdmetalle, Bronze ist nur das
Wellenlager an einer Aluminiumstuetze (mit 2 Anoden) zwischen
Kiel und Skeg. Welle ist Edelstahl, auch mit Anode, Propeller
ist Alu. Noch 2 Anoden am Skeg selbst...
Boot liegt im Mittelmeer (Mallorca), gebaut um 1976 in
Frankreich nach Entwurf von Michel Joubert. Angeblich
Werftbau, viel mehr weiss ich leider nicht.
Fotos kann ich ab ca. Mitte der Woche zugaenglich machen,
wenn ich wieder daheim bin.
Ich habe das Boot seit knapp 5 Jahren, und seinerzeit den
gesamten Rumpf bis auf das blanke Aluminium freigelegt, und
dann nur mehr das Unterwasserschiff gestrichen - mit
Epoxigrundierung und jaehrlich neuem, aluminiumtauglichen
Antifouling.
Das Oberwasserschiff ist blankes Aluminium und haelt sich
sehr gut, es hat sich eine duenne, stabile Oxidschicht
gebildet, ungesunde Korrosion ist am Aluminium nirgends
feststellbar.
Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff, und ich
ersetze sukzessive alle mit dem Rumpf galvanisch verbundenen
Edelstahlteile durch Kunststoff, bzw. wo dies nicht moeglich
ist wird galvanisch getrennt - durch Teflon Huelsen bzw.
Unterlagen.
Alles in allem vermute ich kein galvanisches Problem, wie
von den Vorpostern angemerkt muesste das ja zuerst
die Aluminiumteile betreffen, die sind aber perfekt!
Danke und Gruss,
Erik
>
>Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff,
Was im Falle eines Brandes immerhin f�r ausreichende Zufuhr von
L�schwasser sorgt. Die spontane Gelbf�rbung der Flammen ist dann auf
das Natrium zur�ckzuf�hren.
Gru�,
U.
> On Mon, 23 Nov 2009 14:07:02 +0100, "E. Egerer" <"nos...@please.now">
> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>> Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff,
>
> Was im Falle eines Brandes immerhin f�r ausreichende Zufuhr von
> L�schwasser sorgt.
Hm, vielleicht ist es ganz recht, wenn der Kahn abs�uft, wenn die
Seeventile vom Brand erreicht sind...
--
mfg Hans-Hermann H�lscher
mailto: hh.hoelscher at gmx.de
Das Problem haette ich bei Vollbrand sowieso, spontan fallen mir 3
Kandidaten ein:
-Wellendichtung (Gummi)
-Log Geber und
-Echolot Geber (beide aus Kunststoff)
Den Hinweis auf diese Art der Feuergefahr greife ich dankend auf,
um mich �ber M�glichkeiten der Brandschutzisolierung schlau zu machen...
Gruss,
Erik
> Ulrich G. Kliegis wrote:
> > On Fri, 20 Nov 2009 14:46:07 +0100, "E. Egerer" <"nos...@please.now">
> > wrote in de.rec.sport.segeln:
> >
> >> Was tun?
> >
> > Gibt es an Deinem Kiel Opferanoden? Ich vermute, nein, und ich wei�
> > nicht, wie die sich dann bzgl. des offenbar galvanisch verbundenen
> > Alurumpfs verhalten w�rden. Bronzepropeller, Bronze-Seeventile?
> > galvanisch mit dem Kiel (Schleifelektrode) verbundene Propellerwelle?
> >
.....
>
> Opferanoden: ja, beidseitig knapp unter dem Alu-Stahl Uebergang.
> Jeweils 1 kg, die arbeiteten auch erkennbar - wurden verbraucht.
> Der Kiel ist mit (anscheinend) Edelstahl Bolzen durch den Rumpf
> verschraubt, am Uebergang waren weder Stahl noch Alu erkennbar
> angegriffen, auch an den Bolzen, Muttern und Scheiben sowie
> den Auflagepunkten an der Alukonstruktion ist nichts von
> Korrosion zu sehen.
> Sonst im Kielbereich keine Fremdmetalle, Bronze ist nur das
> Wellenlager an einer Aluminiumstuetze (mit 2 Anoden) zwischen
> Kiel und Skeg. Welle ist Edelstahl, auch mit Anode, Propeller
> ist Alu. Noch 2 Anoden am Skeg selbst...
>
....
Nur so eine Idee: Hast du Opferanoden f�r Stahl am Kiel und Opferanoden
f�r Alu am Rumpf?
Wenn ja, sind die Opferanoden f�r Stahl zu nahe am Alubereich oder
umgekehrt?
--
Sportliche Gr��e
Ulrike
Segeln und segeln lassen
>Nur so eine Idee: Hast du Opferanoden f�r Stahl am Kiel und Opferanoden
>f�r Alu am Rumpf?
>Wenn ja, sind die Opferanoden f�r Stahl zu nahe am Alubereich oder
>umgekehrt?
Mit geschickter Verdrahtung sollte man es doch hinkriegen, davon den
Bordstrombedarf zu decken. Ggf. nachsalzen.
:)
Gru�,
U.
Meine Anoden funktionieren auch gut, soweit ich das beurteilen
kann. Ausserdem sollte eine Anode, die den Aluminiumrumpf sch�tzt,
auch den Stahl des Kiels sch�tzen, da ja zuerst das unedelste
Metall aufgefressen wird.
In meinem Fall w�ren also zuerst die Anoden weg, dann der Rumpf,
und der Kiel k�me erst zuletzt dran ;-)
Das Problem des nichthaftenden Grundanstriches am Kiel d�rfte
nicht unmittelbar korrosionsbedingt sein, dennoch k�nnte eine
Ursache in Korrosionsproblemen der Vergangenheit liegen, bzw.
deren Bek�mpfung / Behandlung.
Gr�sse, Erik
Tja, das herauszufinden wird noch Monate dauern, ich bin
- leider - nicht mehr vor Ort.
Was w�rde gelblicher Nebel bedeuten?
Neugierige Gruesse, Erik
Verzinkte Oberfl�che; an sich aufw�ndig (wenn es nur aufgetragen w�re w�rde
es nicht dem Schleifen standhalten) und recht haltbar (gegen Rost), aber
wieder ein neues Metall mit dementsprechend anderem Stand in der
Spannungsreihe und anderem Bedarf an Grundierung.
Dein Ziel sollte nicht prim�r darin liegen, die -egal wie geartete-
Oberfl�chenbehandlung zu entfernen, als vielmehr f�r eine stabile
Verbindung zum Lack zu sorgen. Ich versuche mal einen Bekannten bei einem
Lackhersteller nach einer passenden "Allround-Grundierung" zu interviewen.
Gr��e,
Rainer.
Genau das will ich eh - im Prinzip geht es darum, den Kiel
endlich mit einer haltbaren Grundierung zu versehen, die nach
ein paar Monaten im Wasser nicht mit dem K�rcher abgeht, sodass
ich wieder grundieren muss - Das ist ja nicht Sinn einer Grundierung.
Wenn Du von dem Bekannten was erfahren kannst, w�re das sicher
sehr interessant.
Vielen Dank,
Erik