da bei uns (kein Segelboot, sondern Sporttaucherschiff) an Bord immer
wieder die gleichen Fragen erfolglos diskutiert werden, stelle ich sie
hier und hoffe auf Antworten, die ich weitersagen kann:
Situation 1:
Es ist Flaute, oder der Kurs einer Segelyacht, die nach Hause will, geht
genau gegenan. Die einzige Rettung ist die Maschine. Dennoch bleibt das
Großsegel stehen, obwohl es bremst anstatt nützt. Warum eigentlich?
Unsere bisherige Meinung geht dahin: Ein Segelboot hat Segel gesetzt,
denn sonst hätte man sich ja auch ein Motorboot kaufen und das Geld für
das Rigg sparen können!
Ist dieser psychologische Ansatz richtig oder hat das Segel doch Sinn?
Weiter:
Das motorende Segelboot mit gesetztem Segel, das immer noch gern ein
segelndes Boot wäre, setzt keinen Fahrtkegel. Hofft es auf Wegerecht,
weil es ein Segel zeigt, oder gibt es auch hier einen ähnlichen
psychologisch erklärbaren Ansatz?
Situation 2:
Nach guter Seemannschaft sollte jedes entsprechend ausgerüstete Boot
oder Schiff ständige Hörwache auf UKW-Kanal 16 gehen. Eine Segelyacht
auf K. 16 zu rufen ist eigentlich sinnlos, das Gerät, auch wenn
eingeschaltet, ist tief unter Deck in der Nav-Ecke und in der Plicht
nicht zu hören.
Eine mittlere Segelyacht kostet ab 300 TDM, aber die 100 DM für einen
wasserdichten Cockpitlautsprecher sind offensichtlich nicht mehr drin!
Provokante Frage: Würde der Funkverkehr auf K. 16, im Cockpit hörbar,
den Champagnergenuß stören?
Gruß
Joachim
> Situation 1:
> [Motoren mit Grosssegel]
Das wurde hier unlängst schon diskutiert.
Das Gross bleibt aus Bequemlichkeit stehen. Vielleicht entflautet
sich das Wetter ja wieder.
Einige reklamieren mehr Fahrtstabilität, andere die bessere Sicht-
barkeit. Letzteres hat Nachts vielleicht Berechtigung.
> Das motorende Segelboot mit gesetztem Segel, das immer noch gern ein
> segelndes Boot wäre, setzt keinen Fahrtkegel.
Bequemlichkeit oder Unkenntnis der Vorschriften. Ist ganz einfach
nicht Usus, vor allem im Mittelmeer. Analog zum Ankerball.
> Situation 2:
[Hörwache auf UKW-Kanal 16]
Da kann ich nicht für Andere reden. Ich habe den Kanal 16
eigentlich immer eingeschaltet.
> Eine mittlere Segelyacht kostet ab 300 TDM, aber die 100 DM für einen
> wasserdichten Cockpitlautsprecher sind offensichtlich nicht mehr drin!
Alle Yachten in dieser Preisklasse, die ich die letzten 3 Jahre gesegelt
habe, haben einen Cockpitlautsprecher gehabt.
> Provokante Frage: Würde der Funkverkehr auf K. 16, im Cockpit hörbar,
> den Champagnergenuß stören?
Hier wird DB genossen.
Gruss Felix
[Segel trotz Motorfahrt gesetzt]
[kein Motorkegel]
Reine Faulheit. Wenn die Yacht möglichst schnell nach
Hause will, spekuliert sie sicher nicht auf Auffrischen
des Windes, sondern fährt mit dem Motor durch.
Je nach Seegang kommt dazu, daß Segelbergen im Hafen
bequemer ist als draußen.
Den Motorkegel habe ich noch nie gesetzt und auch noch
keinen gesetzt gesehen. Das hängt aber sicher nicht
mit dem Wegerecht zusammen, denn wenn man ohnehin motort,
kann man um ein anderes Boot "einfach rumfahren".
--
__________________________________________________________
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Ich hatte noch nie die Gelegenheit auf einem Boot mit Segel
und unter Motor zu fahren...
Entweder hatte der Kahn kein Segel oder keinen Motor ;-)
Mal ehrlich setzt ihr immer den Kegel???
Sebastian
> Den Motorkegel habe ich noch nie gesetzt und auch noch
> keinen gesetzt gesehen. Das hängt aber sicher nicht
> mit dem Wegerecht zusammen, denn wenn man ohnehin motort,
> kann man um ein anderes Boot "einfach rumfahren".
Sorry, aber meiner Meinung nach totaler Schwachsinn und Egoismus..
Auch wenn du es nicht beabsichtigst werden alle denken du segelst
und ihren Kurs so einrichten, dass sie wenn du vermeintlich Vorfahrt hast
ausweichen...
Es bringt ihnen Überhaupt nix wenn sie dir Raum geben
und du vor der Kollision "noch mal abgedreht wärst"...
Woher sollen sie das wissen?????
Ok, du kannst jetzt sagen, das es sooo schlimm auch wieder nicht ist, aber
im
Prinzip erschleichst du dir Wegerecht und behinderst die anderen was nicht
gerade fair ist.
(ist evtl. auch davon abhängig ob du allein irgendwo rumschipperst,
oder gerade auf einen übervollen Hafen zusteuerst.)
Ist es zuviel verlangt, das entsprechende Zeichen zu zeigen um die Vorfahrt
eindeutig zu regeln????
Wenn du nachts segelst zeigst du ja auch die Lichter eines Segelbootes um
Vorfahrt zu bekommen, und erwartest das sie gewährt wird.
Die KVR sind nicht nur zum Spass da..
Sebastian
Joachim Warner schrieb:
>
Dennoch bleibt das
> Großsegel stehen, obwohl es bremst anstatt nützt. Warum eigentlich?
Hallo Joachim,
wenn schon der Motor sein muss, dann doch so kurz wie möglich, und beim
ersten Windfeld wird wieder probiert, ob der Wind reicht. Wer auf Wind
hofft lässt das Groß also gerne oben. An knallheißen Sommertagen in der
Flaute gibt es auch Leute, die einfach den Schatten mögen, den das Segel
spendet. Nebenbei: Den Kegel haben wir dann immer oben.
> Eine mittlere Segelyacht kostet ab 300 TDM, aber die 100 DM für einen
> wasserdichten Cockpitlautsprecher sind offensichtlich nicht mehr drin!
Frag mal die Vercharterer, warum die zum Teil zwar Lautsprecher in der
Plicht montieren, aber diese fast nie so anschließen, dass sie benutzt
werden könnten. Von einem Mittelmeer-Eigner und Vercharterer weiß ich,
dass er bewußt den Schalter für den Plicht-Lautsprecher auf der
Rückseite des Schalt-Panel versteckt hat, damit ihn nicht jeder benutzt
(sozusagen als unverständliche Eigner-Exklusiv-Komponente seiner Yacht).
Charterer werden dort in dem Glauben gelassen, der Lautsprecher sei
defekt.
Bis dann
Stefan
Hallo,
kurze StellungNahme unmittelbar aus der jüngsten Praxis zum Beitrag:
>Es ist Flaute, oder der Kurs einer Segelyacht, die nach Hause will, geht
>genau gegenan. Die einzige Rettung ist die Maschine. Dennoch bleibt das
>Großsegel stehen, obwohl es bremst anstatt nützt.
Anfangs haben wir auch die schwarze Raute wie ein Jojo ständig auf und ab gesetzt, wenn mal kurz
oder lang motort werden musste. Schliesslich lernt man´s so. Als wir dann jedoch auf (Ost-)See
bemerkten, dass kein einziges Boot dieser Praxis folgte, haben wir es uns auch verkniffen aus einem
Grund: Sicherheit. Auf einem kleinen Boot ist jeder Gang auf´s Deck Akrobatik . besonders bei
entsprechender Welle. Und bei Flaute ist ja gut ersichtlich, dass ein Boot mit egal welchem Segel
keine "Mords-" Bugwelle vor sich herschieben kann, wenn da nicht was anderes als das Segel schiebt.
Die Segel blieben (teilweise oder ganz) oben, wenn noch ab und zu ein Lüftchen ging - ob der
LuftWiderstand oder der gelegendliche zusätzliche Vortrieb das EntscheidungsKriterium ist, bleibt
ErmessensSache.
Meistens jedoch versuchten wir, eine Flaute gelassen auszusitzen, wenn das von der Distanz zum
nächsten Hafen her möglich war (das gehört eben auch "dazu"). Bei einer Situation jedoch haben wir
bewusst Segel und Motor benutzt - wieder aus SicherheitsGründen: Wenn radikales SchietWetter mit
Regen und StarkWind aufkam. Da brachte dann teilweise schon eine NormalFock gute 2 Knoten
zusätzlichen Speed um möglichst schnell unter LandSchutz und/oder in einen sicheren Hafen zu kommen,
sodass unsere Varianta teilweise mit beachtlichen 7-8 Knoten durch die Wellen "marschierte".
Was die Vorfahrt angeht: Nein, ein Erschleichen der Vorfahrt war kein Grund. Und MotorbootFahrer
sollten sich darüber im klaren sein, dass Segelboote oft oder meist nur einen HilfsMotor an Bord
haben, dem ihre Geräte weit überlegen sind. Also was denn? Im Allgemeinen empfehle ich, was sich bei
mir im Autoverkehr gut bewährt hat: Im Zweifelsfal haben alle andere Vorfahrt. (Ich fahre seit über
20 Jahren unfallfrei bei 20-30000km/p.a.). Zuletzt "famous last words" - diesmal von James Dean:
"Der hält an!" meinte er, bevor er mit seinem Porsche volle Kanne in ein aus einer SeitenStrasse
kommendes Auto brezelte.
Last not least: Wenn auch nur ein Minimum von Höflichkeit und Seemanschaft angewandt würden, würden
sich die meisten VorfahrtsFragen auf See von selbst erledigen. Leider ist dies nach meiner Erfahrung
nicht der Fall. Zuerst müssen hier leider MotorbootFahrer genannt werden, wobei bei Segelern (mit
und ohne Motor) oft genug falsch verstandene Sportlichkeit (Kurshalten um jeden Preis, wie wenn´s um
einen RegattaPokal ginge) auch nur auf Unhöflichkeit hinausläuft.
Schönen Tag einstweilen
Thomas
Also, ich habe ja nicht gesagt, daß ich das richtig finde,
obwohl ich es selbst mache. Ist halt Nachlässigkeit, so wie
im Straßenverkehr ja inzwischen auch viele nicht mehr blinken,
oder bei Rot über eine Fußgängerampel laufen.
>Auch wenn du es nicht beabsichtigst werden alle denken du segelst
>und ihren Kurs so einrichten, dass sie wenn du vermeintlich Vorfahrt hast
>ausweichen...
>Es bringt ihnen Überhaupt nix wenn sie dir Raum geben
>und du vor der Kollision "noch mal abgedreht wärst"...
>Woher sollen sie das wissen?????
Na ja, der häufigste Grund fürs Motoren ist ja wohl Flaute.
Und wenn ich dann einen sehe, der trotz Windstille 6 kn
macht, dann denke ich mir schon das Naheliegende.
Aber dazu mal eine Frage: Wie ist denn die Ausweichpflicht,
wenn einer erkennbar motort, aber trotzdem Segel ohne
Kegel oben hat, "offiziell" also segelt?
> Mal ehrlich setzt ihr immer den Kegel???
Zuletzt am Wochenende 25./26. August Wesermündung - Wangerooge. Um
rechtzeitig mit ablaufendem Wasser raus zu kommen, haben wir in einer
windschwachen Stunde mit stehendem Groß motort. Selbstverständlich haben
wir den Kegel gesetzt - genauso wie alle anderen, die um uns herum
motorsegelten.
Tom Berger
--
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>
>Situation 1:
>Es ist Flaute, oder der Kurs einer Segelyacht, die nach Hause will, geht
>genau gegenan. Die einzige Rettung ist die Maschine. Dennoch bleibt das
>Großsegel stehen, obwohl es bremst anstatt nützt. Warum eigentlich?
>Unsere bisherige Meinung geht dahin: Ein Segelboot hat Segel gesetzt,
>denn sonst hätte man sich ja auch ein Motorboot kaufen und das Geld für
>das Rigg sparen können!
>Ist dieser psychologische Ansatz richtig oder hat das Segel doch Sinn?
Dein tiefenpsychologischer Ansatz ist nur teilweise richtisch.
Ein gesetztes Großsegel bremst nicht beim motoren,
es stabilisiert vielmehr die Bootslage (schon mal Fischerboote
mit Stuetzsegel gesehen) und kann bei geschickter Ausnutzung
sogar eine Erhoehung der Geschwindigkeit bringen.
>
>Weiter:
>Das motorende Segelboot mit gesetztem Segel, das immer noch gern ein
>segelndes Boot wäre, setzt keinen Fahrtkegel. Hofft es auf Wegerecht,
>weil es ein Segel zeigt, oder gibt es auch hier einen ähnlichen
>psychologisch erklärbaren Ansatz?
Ein motorendes Segelboot setzt keinen Kegel, weil es ja sonst
einem Taucher ausweichen muesste.
>
>Situation 2:
>Nach guter Seemannschaft sollte jedes entsprechend ausgerüstete Boot
>oder Schiff ständige Hörwache auf UKW-Kanal 16 gehen.
Wer das macht, hat `nen Knall.
Der hoert dann sowieso nix mehr.
Eine Segelyacht
>auf K. 16 zu rufen ist eigentlich sinnlos, das Gerät, auch wenn
>eingeschaltet, ist tief unter Deck in der Nav-Ecke und in der Plicht
>nicht zu hören.
>Eine mittlere Segelyacht kostet ab 300 TDM, aber die 100 DM für einen
>wasserdichten Cockpitlautsprecher sind offensichtlich nicht mehr drin!
>Provokante Frage: Würde der Funkverkehr auf K. 16, im Cockpit hörbar,
>den Champagnergenuß stören?
Ja.
Tach noch
Manfred
Du meinst - ich weiß weniger als Du. Klar, daher meine
Frage.
Zumindest fast immer, ja. Genauso halte ich mich (fast immer)
an den RfC, der unkodierte Umlaute im Header von Usenet-Arti-
keln nicht zulässt. Beides ist, unabhängig von der Art der
jeweiligen Normen und eventueller Sanktionsmöglichkeiten,
eine Frage der Fairness im Umgang miteinander, ob auf See oder
im Usenet.
Gruß - Wolfgang
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Wed, 05 Sep 2001 14:22 +0200 ***
>>Den Motorkegel habe ich noch nie gesetzt und auch noch
>>keinen gesetzt gesehen. Das hängt aber sicher nicht
>>mit dem Wegerecht zusammen, denn wenn man ohnehin motort,
>>kann man um ein anderes Boot "einfach rumfahren".
>
>Du hast offenbar keine Erfahrung mit solchen Dingen.
Wenn man Postings so liest wie Du, sollte man sich vielleicht
nicht über Nachlässigkeit beschweren.
Da steht, daß _ich_ den Kegel noch nicht gesetzt und
daß _ich_ auch noch keinen gesehen habe. Das ist die reine
Wahrheit und liegt womöglich daran, daß _ich_ bisher
ausschließlich im Mittelmeer war.
Morgen geht's nach Holland, da schau'n mer mal.
> Aber dazu mal eine Frage: Wie ist denn die Ausweichpflicht,
> wenn einer erkennbar motort, aber trotzdem Segel ohne
> Kegel oben hat, "offiziell" also segelt?
,---- KVR, Teil A, Regel 3 Allgemeine Begriffsbestimmungen
| Soweit sich aus dem Zusammenhang nicht etwas anderes ergibt, gilt
| für diese Regeln folgendes:
| [...]
| b) Der Ausdruck »Maschinenfahrzeug« bezeichnet ein Fahrzeug mit
| Maschinenantrieb.
| c) Der Ausdruck »Segelfahrzeug« bezeichnet ein Fahrzeug unter Segel,
| dessen Maschinenantrieb, falls vorhanden, nicht benutzt wird.
`----
Unabhängig ob der Motorkegel gesetzt ist, ist man ein Maschinenfahrzeug,
sobald der Motor läuft. Die Ausweichregeln sind unabhängig vom
Motorkegel.
Gruß
Thomas
--
-----------------------------------------------------------Fortune says:
"Show business is just like high school, except you get paid."
- Martin Mull
> wie Radfahrer auf der falschen Strassenseite, ohne Licht, Fussgaenger,
> die rote Ampeln ignorieren (Autofqahrer dito, nur tun die es seltener,
> weil sie identifizierbar sind), etc., ist dieses ueberhaupt erst zum
> Problem geworden.
Entschuldigung, aber ich seh hier kein Problem. Ich hab eher ein Problem
mit Fussgaengern, die nachts an roten Ampeln stehenbleiben, obwohl weit und
breit kein Auto zu sehen ist (und dann unter Umstaenden sogar motzen, wenn
andere nicht so dumm sind und stehen bleiben. Das ganze noch bei
stroemenden Regen habe ich schon erlebt!) , oder Seglern, die mitten auf
nem grossen Teich Wert auf korrekte Seemannschaft legen und den Kegel
setzen, und mit Leuten, die, wie ich gerade, alles ueber einen Kamm scheren
;-).
Sicherlich hast du Recht, wenn du dich ueber Idioten aufregst, die sich
ruecksichtslos verhalten, bloss macht das meist keinen Unterschied, ob
solche Leute mit oder ohne Kegel unterwegs sind. Rund um die Kieler Foerde
mag durchaus soviel Betrieb sein, dass es unangenehm auffaellt. Es gibt
wohl auch Situationen, in denen das Fuehren des Kegels sinnvoll ist,
allerdings habe ich den Sinn eher selten gesehen. Auf dem Bodensee ist eh
klar, wer faehrt hat nen Motor an, im Bereich der Elbemuendung /
Wattengebiete fahr ich parallel zum Fahrwasser und meist geht es auch nur
in eine Richtung, weiter draussen auf der Nordsee und in weiten Teilen des
Mittelmeer ist soviel Platz, dass es auch keinen stoert. Dafuer hab ich
schon mal im NOK nen Kegel gesetzt, obwohl der Motor gar nicht lief :-o.
Gehoer ich jetzt zu den "ignoranten Bootsfuehrern" bei denen "Respekt und
Akzeptanz" "praktisch ausgestorben ist"? Und verlass ich mich auf "die
Ruecksichtnahme und Nachsicht gegenueber Volltrotteln"? Ein wenig harte
Worte, wie ich finde.
Carsten
PS: Zum Thema Idioten:
http://www.despair.com/idiocy.html
wobei "Mistakes" vom nautischen Aspekt auch noch seinen Reiz hat...
> Harte Worte schon, aber sie treffen ja genau dahin, wo Du es explizit
> auch ansiedelst. Wenn ich zwischen Kiel und Marstal in einem
> Flautenloch oder bei Schwachwind, wo das Segel durchaus noch mitzieht,
> aber weit und breit kein anderes Fahrzeug in Sicht ist, den Motor
> mitlaufen lasse, weil ich noch bei Tageslicht ankommen will, ziehe ich
> den Kegel auch nicht immer hoch.
Das hoert sich doch nicht mehr ganz so hart an.
> Wenn ich aber ein anderes Schiff,
> zumal auf Begegnungskurs, herankommen sehe,
Interessehalber, ab wann faengt bei dir Begegnungskurs an? Vielleicht habe
ich auch einfach nur eine andere Einschaetzung, ab wann Boote "nah" kommen
und das Ganze "eng" wird.
> Aber ueberall da, wo es a) drauf ankommt, und b) eben die, die meinen,
> der Besitz des Motors schliesse seine Benutzungspflicht ein, ohne dass
> daraus andere Rechte Dritter entstuenden, Fehlverhalten zeigen,
> donnert mein Schimpf rein.
Da hast du meine volle Zustimmung.
Carsten
Sebastian Kraft wrote:
<snip>
> Mal ehrlich setzt ihr immer den Kegel???
Meistens. Situationsbedingt.
Ekkes
>>Interessehalber, ab wann faengt bei dir Begegnungskurs an? Vielleicht habe
>>ich auch einfach nur eine andere Einschaetzung, ab wann Boote "nah" kommen
>>und das Ganze "eng" wird.
>
> Es gibt bei den britischen ein interessantes Denkkonzept. Jedes Schiff
> ist von Sektoren umgeben.
> [...]
Prinzipiell ganz interessant, ich war aber eher an einer geschaetzten
Entfernung interessiert. Und um wieder Bezug auf den Motorkegel zu nehmen,
wann waere es dir da wichtig (zB mit Setzen des Kegels) zu signalisieren
"ich weiche aus" oder andersrum, wann wirst du nervoes, wenn der andere
kein deutliches Zeichen gibt. Eine Seemeile, hundert Meter, zwei
Schiffslaengen (ganz grob, haengt natuerlich von Wetterbedingungen und
Schiffsgroesse ab usw.)? Ich hab naemlich schon ein paar mal die Erfahrung
gemacht, das die Einschaetzung des "sicheren Abstandes" sehr stark
variieren kann. Wenn wir mit einer unserer Einschaetzung nach deutlichen
Kursaenderung ausweichen, kann das trotzdem noch zu boesen Blicken des
Wegerechtsschiffes kommen. Ich hab auch schon eine Pappnase erlebt, die auf
unsere Ausweichbewegung mit einer Panikwende, auf unsere erneute
Ausweichbewegung mit einer weiteren Wende und danach mit Losschmeissen der
Schoten und voelliger Hilflosigkeit reagiert hat :->. Er war sauer, dass
wir ihn "fast gerammt haetten" und wir waren sauer, dass er nicht einfach
gerade aus weitergesegelt ist.
> Also kuemmere ich mich z.B. nicht um ein Schiff, das am Horizont 90
> Grad zu meinem Kurs laeuft. Kommt es mir aber entgegen, oder von
> achtern auf, so muss ich aufmerksamer sein. Naja, da laesst sich so
> ein ganzes dynamisches Regelwerk beschreiben, das dann aber intuitiv
> gehandhabt werden muss, d.h., ich entwickele ein mentales Bild des
> Seeraumes um mich herum und verfolge und aktualisiere laufend die
> Entwicklung.
Das funktioniert dank regelmaessigen Regattasegelns ganz gut, dass ich
weiss, in welche Richtung ich schauen muss, und wer klar vorne oder hinten
durch geht bzw. wer gefaehrlich ist.
Ich stell mir das grad auf dem Bodensee vor, hunderte von Booten,
allerdings hat kaum eine Fahrt, ein paar motoren quer durch und einig
wenige Mobo geben richtig Stoff. Und die versuchst du in Sektoren
einzuteilen. Da hilft nur, dass du alles ignorierst, was nicht in deiner
unmittelbaren Naehe ist ;-) Da wuerde ich zwei Bootslaengen als ausreichend
ansehen. Auf der See sind eher 50-100m angemessen. (Sind fuer Manfred ja
auch ungefaehr zwei Bootslaengen), und auf dem ganz grossen Wasser
vielleicht noch deutlich mehr, aber da war ich noch nicht.
Carsten
> Im Artikel <3B956A3F...@t-online.de>, Joachim Warner
> <foerde...@t-online.de> schreibt:
>
> >auf K. 16 zu rufen ist eigentlich sinnlos, das Gerät, auch wenn
> >eingeschaltet, ist tief unter Deck in der Nav-Ecke und in der Plicht
> >nicht zu hören.
> >Eine mittlere Segelyacht kostet ab 300 TDM, aber die 100 DM für einen
> >wasserdichten Cockpitlautsprecher sind offensichtlich nicht mehr drin!
> >Provokante Frage: Würde der Funkverkehr auf K. 16, im Cockpit hörbar,
> >den Champagnergenuß stören?
>
> Ja.
>
Genau. Und mir fällt bei dem Wochenend-Kanal-16-Gequackel immer der
Kaviar aus dem Mundwinkel auf die brillibesetzte Rolex. Dann wirft mir
mein Butler jedesmal so einen unauffällig missbilligenden Blick zu.
Kommt garnicht gut.
Rainer
Wenn Du wenigstens geschrieben hättest, Du *hättest* gar keinen Motor,
wärst Du fein raus gewesen.
Aber soo ... :-[
Gruß,
Joachim.
Also Cool down und mehr Gelassenheit in der Seemanschaft und nicht
kleinkariertes SeeStrO-Ausgelege..
Mit freundlichen Grüßen
J_Karstens
> donnert mein Schimpf rein. Frag mal Joerg, wie ich das bei
> fahrwassernah ankernden Anglern ohne Ankerball mache...
>
> Gruss,
> U.
Joerg! Ist Joerg hier?
Aehm, kannst Du mir mal sagen wie Uli das bei fahrwassernah ankernden
Anglern ohne Ankerball macht?
Danke.
Andre
muß man mit gesetzten Kegel Mobo - Fahrer grüßen ?
Lieber segeln ohne Motor .
Josef Elfring
> Ich stell mir das grad auf dem Bodensee vor,[...] Da hilft nur, dass du
> alles ignorierst, was nicht in deiner unmittelbaren Naehe ist ;-) Da
> wuerde ich zwei Bootslaengen als ausreichend ansehen.
Das mag angehen, weil es nicht mehr überschaubar und bestimmbar ist,
aber verhilft bei einer Kollision vermutlich zu einer interessanten
Verhandlung.
> Auf der See sind eher 50-100m angemessen.
Um eine Tonne zu identfizieren kannst Du sie in Luv so passieren, aber
versuche das nicht mit einem 250.000-t-Tanker in Fahrt. Dazwischen
solltest Du die Abstände passend und eher zu groß wählen.
BTW: Auf der Jade ist das Führen des Motorkegels auch ein Zeichen von
Sparsamkeit. Kennst Du .-..?
Munterbleiben
HC
--
Never attribute to malice
what can be adequately explained
by ignorance or stupidity.
Isaac Asimov
> Mal ehrlich setzt ihr immer den Kegel???
Zur Verblüffung diverser Skipper: Ja. Erst das Manöver, dann das Signal.
Und wenn man das schön im workflow....
Deja vu, ich habe das schon vor 19 Monaten geschrieben geschrieben: am
29.01.2000 in <1e56ebi.1i7n3c8ammltgN%hc.ah...@gmx.de> unter dem
subject verdächtig. Grüße an groups.google.com
Munterbleiben
HC
--
Die Hölle -
das sind immer die anderen.
Jean Paul Sartre
GMnch schrieb:
> Ein gesetztes Großsegel bremst nicht beim motoren,
> es stabilisiert vielmehr die Bootslage (schon mal Fischerboote
> mit Stuetzsegel gesehen)
Jo, aber die brauchen es ja auch nicht bei Flaute und Ententeich!
> Ein motorendes Segelboot setzt keinen Kegel, weil es ja sonst
> einem Taucher ausweichen muesste.
Und wenn es ein segelnd-motorendes Segelboot ist, haben wir wenigstens
ne schöne große Zielscheibe für nen weißen Stern, wenn wir Alpha gesetzt
haben.
> >Nach guter Seemannschaft sollte jedes entsprechend ausgerüstete Boot
> >oder Schiff ständige Hörwache auf UKW-Kanal 16 gehen.
>
> Wer das macht, hat `nen Knall.
> Der hoert dann sowieso nix mehr.
Bei der Funkdisziplin heutezutage kann man ja auch blöd werden! Nen
Hörer festhalten ist ja auch keine Kunst. Wüßte aber gerne, wie viele
dieser "Funker" eigentlich ein Zeugnis dafür besitzen - schätze auf
unter 30 %, fragt ja auch zu selten einer nach.
Trotzdem ist eigentlich immer noch (auch in GMDSS-Zeiten) Hörwache
Pflicht. Leider wird auch die Berufsschiffahrt da zum Teil luschig.
Joachim
> Also Cool down und mehr Gelassenheit in der Seemanschaft und nicht
> kleinkariertes SeeStrO-Ausgelege..
Wieso sollte Beobachtungsgabe und Kombinationsvermögen von der Beachtung
der KVR oder anderer Regeln freistellen?
Munterbleiben & Mind Murphy!
HC
--
Wenn etwas schiefgehen kann,
dann geht es schief.
Und zwar so, daß es den größten Schaden anrichtet.
Murphy's law und seine 1. Ableitung
ACK.
Man sollte sich zwar dem revier (bzw. der WaSchPo) anpassen, aber sehen
kann man die kleinen Dinger meist eh nicht bzw. zu spaet.
Gruss
Tho*benoetigekeineBrille*mas
Hi Andre,
ich bin zwar nicht Joerg und war auch nicht dabei, aber Uli macht es
wahrscheinlich aehnlich, wie ich letztes Jahr bei einem ausweich-
pflichtigen Segler.
Also erstmal schoen Kurs halten (soll man ja) und dann das Manoever
des letzten Augenblicks so timen, dass man knapp hinter seinem Heck-
korb durchgeht.
Heckkorb ist hier wichtig, da dies Manoever beim Ausweichpflichtigen
oft zu Panikreaktionen fuehrt. Wenn er sich genug erschrocken hat,
schaut er vieleicht mal in einem Buch nach, wer jetzt was falsch
gemacht hat und lernt fuer den naechsten Toern dazu.
In diesem Sinne.
Gruss
Thomas
--
Dies ist nur ein OE-Signaturtest.
>
> Manno, hab ich Dir das nicht erzaehlt, als wir zusammen in dieser
> lauschigen Kellerkneipe unter dieser ewigen Kirchenbaustelle in Eurem
> Dorf sassen?
>
Noe. Und ich glaub auch nicht, dass ich soviele glasgefasstes FB hatte,
dass mir das entgangen sein koennte. Also, falls Joerg nicht demnaechst
hier auftaucht und aus dem Naehkaestchen plaudert, muss ich dann warten,
bis ich Dich wieder in einer lauschigen Kneipe habe?
Andre
> Oder eine gut sortierte Festplatte:
Du auch? Biete 37250 postings entsprechend 65MB seit 13.10.1999, Datum
meines Umstiegs auf MacSOUP :-)
Belesenbleiben
HC
--
Ein Held ist, wer einen Witz unterdrücken kann.
Jiddisches Sprichwort
>
>Gehoer ich jetzt zu den "ignoranten Bootsfuehrern" bei denen "Respekt und
>Akzeptanz" "praktisch ausgestorben ist"? Und verlass ich mich auf "die
>Ruecksichtnahme und Nachsicht gegenueber Volltrotteln"?
Natuerlich. Du unwuerdiger Volltrottel:-))
Und ich stell mir das gerade bildlich vor: da geigst du ueber den Atlantik,
sagen wir mal von Canaria nach St. Luzia, prima Rueckenpassat und dann
kommst du in die aequatoriale Flautenzone. Null Wind (ueber mehrere Tage)
aber maechtige Duenung. Also Groß oben (um diese entsetzliche
Schaukelei wenigsten etwas auszugleichen) und Motor auf volle Leistung
um da jemals durchzukommen. Derjenige, der in dieser Situation
einen Kegel setzt, hat ja wohl einen inne Ratsche. Einerseits.
Andererseits mag bei einer Durchquerung des Verkehrstrennungsgebietes
im englischen Kanal unter Motor und Groß ein setzen des Kegels
durchaus angebracht sein. Wie Ekkes es so schoen sagte: situationsgerecht!!!
Und noch ein Doenkes aus meiner alltaeglichen Praxis: wenn ich z.B.
aus meinem Heimathafen (einem stark frequentierten großen Faehrhafen
im engl. Kanal) solo mit meinem Boot auslaufe, setze ich
schon gerne im Vorhafen das Großsegel. Dann geht`s unter Maschine
und Groß und Autohelm raus. Es dauert manchmal 10 min. bis ich die
Fock/Genua ausrollen kann und die Luzie abgeht. Auf die Idee, in dieser
Situation den vorgeschriebenen Kegel zu setzten, bin ich noch nie
gekommen. Selbst die (auslaendische) Wachpo, die hier von Zeit zu Zeit
diese Regelung ueberprueft ist noch nicht auf die Idee gekommen, dies
anzumahnen. Wenn die sehen, wie ich als Solosegler mich abmuehe,
die Situation unter absoluter DB Abstinenz in den Griff zu kriegen, sagen die
sich sicher: laß stecken, der ist trocken. Womit wir mal wieder bei
Radio Eriwan waeren: alles ist halt relativ.
Tach noch
Manfred
>Wenn du nachts segelst zeigst du ja auch die Lichter eines Segelbootes um
>Vorfahrt zu bekommen, und erwartest das sie gewährt wird.
>
Na endlich mal eine prima Argumentation fuer`s Lichterzeigen auf
Segelbooten. Komm doch mal in mein (Heimat) Revier (engl. Kanal), dann
zeigen sie dir praxisgerecht wer nachts die Vorfahrt hat! Mit oder mitohne
Licht. Von mir aus kannst du auch noch den Kegel machen:-)
Tach noch
Manfred
Hallo,
die archaischen Instinkte des Jägers und Sammlers machen auch vor Bits
und Bytes nicht halt, noch nicht einmal vor Megabytes.
Was sagt Dein Datenschutzbeauftragter zu so umfangreichen Sammlungen
personenbezogener Daten? ;-)
Bye
"Andre Tornow" schrieb
> "Ulrich G. Kliegis" schrieb:
>
> >
> > Manno, hab ich Dir das nicht erzaehlt, als wir zusammen in dieser
> > lauschigen Kellerkneipe unter dieser ewigen Kirchenbaustelle in Eurem
> > Dorf sassen?
> >
> Noe. Und ich glaub auch nicht, dass ich soviele glasgefasstes FB hatte,
> dass mir das entgangen sein koennte. Also, falls Joerg nicht demnaechst
> hier auftaucht und aus dem Naehkaestchen plaudert, [...]
...also - ähhh - wie war das noch gleich ....?
Ich war gerade mit dem Öffnen meiner Bierdose beschäftigt.
Und da war dann noch ein klitze-kleines Motorboot direkt auf
*Kollisionskurs* mit Ulrichs großem grünen Schiff, das den *neuen* Blister
gesetzt hatte und mit jeder Menge Knoten durch die Kieler Förde pflügte. Und
da saßen doch zwei Angler in dem Motorboot - und das fuhr ja gar nicht!
Und dann hat Ulrich ... ähhh - Eireen! EIREEN! Hilf mal weiter! Ich
war wohl doch zu sehr (und zu erfolglos) mit dem Öffnen der Bierdose
beschäftigt ;-)
Veralzheimerte Grüße
Jörg
--
Immer eine Handbreit Wasser unterm Leeschwimmer -
und eine Handbreit Luft unterm Luvrumpf!
> Also erstmal schoen Kurs halten (soll man ja) und dann das Manoever
> des letzten Augenblicks so timen, dass man knapp hinter seinem Heck-
> korb durchgeht.
>
> Heckkorb ist hier wichtig, da dies Manoever beim Ausweichpflichtigen
> oft zu Panikreaktionen fuehrt. Wenn er sich genug erschrocken hat,
> schaut er vieleicht mal in einem Buch nach, wer jetzt was falsch
> gemacht hat und lernt fuer den naechsten Toern dazu.
Sollte man sich diese Schulmeisterei nicht verkneifen?
Das ist ja wie beim Autofahren.
Du siehst doch problemlos, da ist ein Schiff ohne Fahrt.
Also fährst du mit genügend Abstand daran vorbei.
Gruss Felix
<GEBETSMUEHLE>
Es gibt auf See keine Vorfahrt.
</GEBETSMUEHLE>
Gruß - Wolfgang
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Thu, 06 Sep 2001 13:56 +0200 ***
Der erklärt sich vermutlich für unzuständig angesichts der
Tatsache, dass die gespeicherten Artikel von Leuten stammen,
die gerade wollen, dass ihre Verbalergüsse in einer weltweit
verbreiteten internationalen Newsgruppe von möglichst vielen
Leuten gelesen werden, was beim derzeitigen Stand der Software-
entwicklung und -distribution bedeutet, dass diese Daten auf
ganz schrecklich vielen Rechnern gespeichert werden.
Gruß - Wolfgang
-
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Thu, 06 Sep 2001 14:47 +0200 ***
> Natuerlich. Du unwuerdiger Volltrottel:-))
Endlich jemand, der mich versteht.
Carsten
> Carsten Russ <carste...@gmx.de> wrote:
>
>> Ich stell mir das grad auf dem Bodensee vor,[...] Da hilft nur, dass du
>> alles ignorierst, was nicht in deiner unmittelbaren Naehe ist ;-) Da
>> wuerde ich zwei Bootslaengen als ausreichend ansehen.
>
> Das mag angehen, weil es nicht mehr überschaubar und bestimmbar ist,
> aber verhilft bei einer Kollision vermutlich zu einer interessanten
> Verhandlung.
Bei Bootsgeschwindigkeiten von nem halben Knoten passiert da nicht so viel
;-)
>> Auf der See sind eher 50-100m angemessen.
>
> Um eine Tonne zu identfizieren kannst Du sie in Luv so passieren, aber
> versuche das nicht mit einem 250.000-t-Tanker in Fahrt. Dazwischen
> solltest Du die Abstände passend und eher zu groß wählen.
Ich hab hier an Segelboote untereinander gedacht, alles was deutlich
groesser ist als ich weiche ich sowieso aus. Meist funktioniert der
Selbsterhaltungstrieb. Ja, ich hab auch schon ein Schiff gesehen, das von
der Welle des nicht eingetauchten Wulstbuges gerade noch weit genug
seitlich versetzt worden sind, und ein anderes, das so dicht dran war, dass
es seitlich angesaugt wurden, und dann die 100m an der Bordwand
laengsgeschleift worden ist. Nein, ich war auf keinem der Boote. Da weich
ich aus! Auch kenn ich grosse Stahltonnen, die dich mit ueber drei Knoten
Fahrt verfolgen, und manche pendeln dabei auch noch einige Meter hin und
her. Sehr spassig, wenn das Bahnmarken einer Regatta sind.
> BTW: Auf der Jade ist das Führen des Motorkegels auch ein Zeichen von
> Sparsamkeit. Kennst Du .-..?
L? Was soll mir das sagen?
Carsten
> HC Ahlmann wrote:
[...]
>> Kennst Du .-..?
>
> L? Was soll mir das sagen?
L, Lima, die Aufforderung zum Stoppen, meist als Schallzeichen gegeben.
Aber Wahrschau, es gibt eine Tankerlöschbrücke in der Jade nahe
Hooksiel, deren Nebelhornkennung auch Lima ist :-))
Munterbleiben
HC
On Thu, 6 Sep 2001, HC Ahlmann wrote:
>L, Lima, die Aufforderung zum Stoppen, meist als Schallzeichen gegeben.
>
>Aber Wahrschau, es gibt eine Tankerlöschbrücke in der Jade nahe
>Hooksiel, deren Nebelhornkennung auch Lima ist :-))
>
Also aufstoppen bei Nebel.
Achtung: Strom bis zu 4 kn jadeauf- oder abwaerts, daher aufpassen,
nicht die Bruecke oder die Taenker zu rammen beim Treiben...
-wolfram
> bin Brillenträger, aber in der Regel ist der Kegel (reimt sich sogar) doch von
> den Segeln verdeckt.
Also wenn schon, dann bitte:
In der Regel
hängt der Kegel
hinterm Segel.
So ein Flegel!
Grüsse an Heinz,
Stefan
Stefan Beeger schrieb:
> Also wenn schon, dann bitte:
>
> In der Regel
> hängt der Kegel
> hinterm Segel.
> So ein Flegel!
Schon Josef Boys sagte ja, jeder Mensch ist ein Künstler. Hut ab :-)
Ich bin ja mehr Amateurdichter - auf der Basis von Sikaflex ;-)
Mit freundlichen Grüßen
J_Karstens
Besorgte, freundliche Grüße
J_Karstens
LF> [kein Motorkegel]
LF> Den Motorkegel habe ich noch nie gesetzt und auch noch
LF> keinen gesetzt gesehen. Das haengt aber sicher nicht
LF> mit dem Wegerecht zusammen, denn wenn man ohnehin motort,
LF> kann man um ein anderes Boot "einfach rumfahren".
Dann gehoerst Du wahrscheinlich auch zu der Spezies Segler, die ihr
Ausweichverhalten nach der Groesse des Kollisionsgegners ausrichten, oder?
Kleine Jolle => weiterdampfen;
Schnellfaehre => hilfsloser (was will man mit seinen 5 kn schon gegen 25
und mehr kn ausrichten) Ausweichversuch;
Sinn und Zweck des Motorkegels ist es, 1DEUTIG zu zeigen, dass man sich
als Motorboot sieht. Wenn Dein Auspuff qualmt und der Kegel unten ist oder
umgekehrt, dann ueberlaesst Du die Interpretation Deines Status dem
Zufall. Sieht jemand den Auspuffqualm, wird er Dich vielleicht als Motorer
behandeln (er weiss ja nicht, ob Gang drin ist). Sieht er es nicht, wird
er Dich als Segler behandeln.
Konkret heisst das, dass ein Motorboot, dass Dich als Segler identifiziert
von Deiner Kurshaltepflicht ausgeht und nicht davon, dass Du "einfach
rumfaehrst". Es wird also selber ebenfalls "einfach rumfahren" sprich
ausweichen. Der Erfolg ist lediglich, dass Ihr Euch woanders "trefft".
Gruss,
Tobias.
JW> Es ist Flaute, oder der Kurs einer Segelyacht, die nach Hause will,
JW> geht genau gegenan. Die einzige Rettung ist die Maschine. Dennoch
JW> bleibt das Grosssegel stehen, obwohl es bremst anstatt nuetzt. Warum
Bei Seegang kann ein Gross auf modernen Leichtbauten stabilisierend
wirken. Bei der heutzutage ueblichen Uebermotorisierung der Segelyachten
reduziert es kaum die Fahrt durchs Wasser, weil die Limitierung eher durch
die Rumpfgeschwindigkeit gegeben ist. Mehr Sprit braucht diese Mimik aber
natuerlich schon und wenn man dann das Gross in der Mitte killen laesst
und nicht gegen den Wind backzieht, dann freut sich schon der Segelmacher
auf nen neuen Auftrag.
Bei Flachwasser oder mit nem Langkieler nehme ich die Segel schon runter,
es sei denn, dass ersichtlich ist, dass ich nur in ein Flautenloch
gesegelt bin und mit 5..15 min. motoren wieder rauskomme, dann kann
schonmal Faulheit siegen.
JW> Das motorende Segelboot mit gesetztem Segel, das immer noch gern ein
JW> segelndes Boot waere, setzt keinen Fahrtkegel. Hofft es auf Wegerecht,
JW> weil es ein Segel zeigt, oder gibt es auch hier einen aehnlichen
Das ist sicherlich ein Grund.
Ein anderer ist schlicht Faulheit oder Nicht-Vorhandensein eines Kegels.
Leider gibts bei den wenigsten Booten eine einfache Vorrichtung zum Setzen
des Kegels. Waere mal ne Ueberlegung wert, ob man auch als Charterer sich
sowas auf einfachem Wege selbst bauen kann.
JW> Nach guter Seemannschaft sollte jedes entsprechend ausgeruestete Boot
JW> oder Schiff staendige Hoerwache auf UKW-Kanal 16 gehen. Eine Segelyacht
JW> auf K. 16 zu rufen ist eigentlich sinnlos, das Geraet, auch wenn
JW> eingeschaltet, ist tief unter Deck in der Nav-Ecke und in der Plicht
JW> nicht zu hoeren.
JW> Eine mittlere Segelyacht kostet ab 300 TDM, aber die 100 DM fuer einen
JW> wasserdichten Cockpitlautsprecher sind offensichtlich nicht mehr drin!
JW> Provokante Frage: Wuerde der Funkverkehr auf K. 16, im Cockpit hoerbar,
JW> den Champagnergenuss stoeren?
So ungefaehr. Insbesondere sind ja im Cockpit schon die Lautsprecher fuer
die Stereoanlage - da ist kein Platz mehr fuer nen UKW-LS. ;->
[seitenhieb on] Nach guter Seemannschaft sollte heutzutage das UKW-Geraet
GMDSS-faehig sein... [off]
Nachdem ich das Ding allein schon wegen der Wettervorhersage eigentlich
immer eingeschaltet habe, kann ich allerdings nicht gerade behaupten, dass
eine Yacht sonderlich haeufig direkt gerufen wuerde ausser wenn sie es
vorher vereinbart hat.
Auf meinem letzten Toern meldete sich auch auf einen Rundruf der
Kuestenwache hin sofort eine Yacht, dass sie sich in der Naehe des
Havarierten befaende. Deine Behauptung kann ich also nur bedingt
unterschreiben.
Nachdem in manchen Revieren ein paar "Supercoolen" sowas wie Funkdisziplin
dermassen wurscht ist, dass sie sich auf 16 ueber die Vorzuege der
verschiedenen Alternativen fuer den abendlichen Restaurantbesucht
unterhalten muessen, ist es aber manchmal schon auch nervig. Hat sich aber
m.E. mit Einfuehrung der Mobiltelefone gebessert.
Gruss,
Tobias.
Mann, Ihr mir Eurem Alzheimer :-)
Ich hoffe bloss, dass es Uli nocht auch schon erwischt hat.
Wahrscheinlich muss ich mich mit nem Angelkan in die Foerde legen, um
rauszukriegen was er macht.
Andre
Hi Felix,
bei dem Manoever, von dem ich berichtet habe, hatte das andere Boot
alle segel oben und machte bei 4 Bft. gute Fahrt. Lediglich die geltenden
Ausweichregeln hat er missachtet.
Als 'Vorrangberechtigter' hatte ich sogar die Pflicht, meinen Kurs zu halten.
Und auch das Manoever des letzten Augenblicks war regelkonform.
Du kannst mir jetzt zwar vorwerfen, dass ich dieses Manoever auch
20 Meter frueher haette einleiten koennen, aber 'Schulmeisterei' finde
ich in diesem Zusammenhang etwas uebertrieben.
Gruss
Thomas
--
Die Wege von M$ sind unergründlich. ;-)
(Sebastian Borchers in hamster.de.newuser)
> > L? Was soll mir das sagen?
HA> L, Lima, die Aufforderung zum Stoppen, meist als Schallzeichen
HA> gegeben.
[klugscheiss on] Eigentlich heisst das "Kommen oder bleiben Sie in
Rufweite". [off]
HA> Aber Wahrschau, es gibt eine Tankerloeschbruecke in der Jade nahe
HA> Hooksiel, deren Nebelhornkennung auch Lima ist :-))
Da stoppt man wohl besser nicht. ;)
Gruss,
Tobias.
> > Heckkorb ist hier wichtig, da dies Manoever beim
> > Ausweichpflichtigen oft zu Panikreaktionen fuehrt. Wenn er sich
> > genug erschrocken hat, schaut er vieleicht mal in einem Buch nach,
FWt> Sollte man sich diese Schulmeisterei nicht verkneifen?
FWt> Das ist ja wie beim Autofahren.
Hey, moment mal, wir sind hier in Deutschland, da muss das sein - jeder
Verkehrsteilnehmer ist ein Gegner und die anderen haben sowieso alle keine
Ahnung! :-]
FWt> Also faehrst du mit genuegend Abstand daran vorbei.
...und dies in der Regel am Bug und nicht am Heck, weil KVR Regel 15 dem
Ausweichpflichtigen empfiehlt, am Heck des Kurshalter zu passieren und der
Kurshalter sein Manoever 'des vorletzten Augenblicks' daran orientieren
sollte, dass der Ausweichpflichtige doch noch nach KVR ausweicht, also
selbst in Fahrtrichtung des Ausweichpflichtigen ausweichen sollte, was in
der Regel der Bug ist.
Vielleicht sollte man diese Regel aber noch ergaenzen "ausser wenn der
Kurshalter eine schwarz-rot-goldige Nationale fuehrt"....
Gruss,
Tobias.
TE> Also erstmal schoen Kurs halten (soll man ja) und dann das Manoever
TE> des letzten Augenblicks so timen, dass man knapp hinter seinem Heck-
TE> korb durchgeht.
TE> Heckkorb ist hier wichtig, da dies Manoever beim Ausweichpflichtigen
TE> oft zu Panikreaktionen fuehrt. Wenn er sich genug erschrocken hat,
TE> schaut er vieleicht mal in einem Buch nach, wer jetzt was falsch
TE> gemacht hat und lernt fuer den naechsten Toern dazu.
Am Heck VORBEI!?! Memme!
Rammsporn raus, aufs Heck zielen und volle Kraft voraus, Schiff pluendern,
(huebsche) Frauen bergen und verslaven und Schiff versenken. Damit waerst
Du immerhin zu der Sorte Seefahrer kompatibel, zu der Dich das Ziel Deiner
Belehrungsmanoever dazugerechnet haben wird.
Ansonsten bliebe, mal "in einem Buch nachzuschauen", was die KVR unter
Regel 34d, 8 und 17a-ii sowie 17b in Kombi mit 17d dem Kurshalter (als der
Du Dich ja bezeichnetest) auferlegt.
Wieso identifizierst Du eigentlich den anderen als Ankerlieger, aber
siehst Dich gleichzeitig selbst als Kurshalter nach KVR?
Gruss,
Tobias.
>
> Du kannst mir jetzt zwar vorwerfen, dass ich dieses Manoever auch
> 20 Meter frueher haette einleiten koennen, aber 'Schulmeisterei' finde
> ich in diesem Zusammenhang etwas uebertrieben.
Kannst ja machen was Du willst und manch einer braucht vielleicht
tatsaechlich so eine Lektion, aber Lektionen zu erteilen und sowas
<Zitat>
Heckkorb ist hier wichtig, da dies Manoever beim Ausweichpflichtigen
oft zu Panikreaktionen fuehrt. Wenn er sich genug erschrocken hat,
schaut er vieleicht mal in einem Buch nach, wer jetzt was falsch
gemacht hat und lernt fuer den naechsten Toern dazu.
</Zitat>
ist nun mal ein ganz kleines bisschen Schulmeisterei.
Und wenn jetzt einer meint, das Zitat rauszukramen und Dir unter die
Nase zu reiben, sei auch Schulmeisterei, dann hat er wahrscheinlich
(leider) recht.
Im uebrigen glaube ichkaum, dass der danach in ein Buch geguckt hat.
Viel eher wird er sich ueber die Rowdies aufm Wasser mockieren.
Andre
<KORINTHE>
Wir sind hier keineswegs in Deutschland, sondern in der inter-
nationalen, weltweit verbreiteten *deutschsprachigen* News-
gruppe de.rec.sport.segeln. Das de. am Beginn des Gruppennamens
ist etwas anderes als die Toplevel-Domäne .de
</KORINTHE>
Musste mal wieder sein - Wolfgang
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Fri, 07 Sep 2001 08:40 +0200 ***
> was haltet Ihr denn davon, den Kegel an der holenden Part des Falls zu
> befestigen? Dann geht er beim Segelbergen automatisch mit hoch. ;-)
Im Mast? "Oh, Tschuldigung Herr Oberseepolizist, ich wusste nicht, dass man
den Kegel auch sichtbar fuehren muss."
> Muß ich bei Flaute solange nicht genaugenommen schwarze Bälle
> setzten, da ich Manövrierunfähig bin?
Genau!
> Besorgte, freundliche Grüße
Mach dir nix draus, du hast ja selbst erkannt, was du falsch machst. Ich
bin zum Beispiel dazu uebergegeangen, dauernd eine gelbe Flagge mit
mehereren schwarzen Punkten zu fuehren. Erleichtert den mitmenschlichen
Umgang ungemein.
Carsten
Ich
>bin zum Beispiel dazu uebergegeangen, dauernd eine gelbe Flagge mit
>mehereren schwarzen Punkten zu fuehren. Erleichtert den mitmenschlichen
>Umgang ungemein.
>
Da iss was dran!
Und ich gehe noch einen Schritt weiter: erwaege in der naechsten
Saison meinen Bootsrumpf in dieser Farbkombination neu zu
streichen. Speziell fuer die Stammtischcrew hier in d.g.z.r.s.s.
Tach noch
Manfred
> Dann gehoerst Du wahrscheinlich auch zu der Spezies Segler, die ihr
> Ausweichverhalten nach der Groesse des Kollisionsgegners ausrichten, oder?
Ich antworte da auch mal drauf, weil ich teilweise auch zu der Spezies
gehoere. Aber bloss, weil meine Devise lautet, dass ich allem was deutlich
groesser und schwerer ist versuche aus dem Weg zu gehen, heisst das noch
lange nicht, dass ich von allen, die kleiner und schwaecher sind erwarte,
dass sie mir aus dem Weg gehen. Ich bin nicht ruecksichtslos, sondern nur
defensiv, dass ich in verschiedenen Faellen auch gerne auf mein Wegerecht
verzichte. Ja, ich weiss, dass ich Kurshaltepflichtig bin, wenn ich aber
rechtzeitig eine kleine Kursaenderung mache, kann man vielen Streitigkeiten
aus dem Weg gehen.
> Kleine Jolle => weiterdampfen;
Noe, zumindestens nicht generell, wie ich ja schon gesagt habe. Hier noch
mal, wenn ich das aus der Jollenperspektive betrachte. Wenn ich mit einer
Jolle bei vernuenftigen Bedingungen draussen bin stehen die groesseren
Schiffe meist nur als Dekoration in der Landschaft rum, und sind wie
Seezeichen einfach nur stehende Hindernisse, also meist kein Problem. Das
Problem faengt erst dann an, weil die Dickschiffer fast durchgehend keine
Ahnung haben, dass man den Kurs einer Jolle bei viel Wind nicht beliebig
aendern kann. Wenn man den Gennnacker oben hat, dann hat man wenige Grad,
innerhalb derer man den Kurs aendern kann und auf jede Boe musst du
reagieren, weil es dich sonst umschmeisst. Kursaenderungen von 30 Grad sind
bei einem Boeeneinfall normal. Du bist also mit 15-20 Knoten unterwegs
siehst irgendwo vor dir ein Schiff. Das behaelst du dann im Auge,
ueberlegst dir irgendwann, ob du den in Luv oder Lee lassen willst, und
dann kann es immer noch passieren, dass du dich im letzten Moment
umentscheiden musst, weil ne Boe kommt. Fuer den Dickschiffer sieht das
dann so aus, das da jemand sehr schnell in Schlangenlinien auf ihn zu
kommt. Bei den meisten setzen die Denkprozesse Wegerecht usw. erst bei fuer
Dickschiffe typischen Distanzen ein, was angesichts unserer hohen
Geschwindigkeit viel zu spaet ist. Zu dem Zeitpunkt wird auch meist
realisiert, wie schnell wir tatsaechlich sind, und das man eben nicht mehr
in Ruhe ausweichen kann. Das ergibt meist unvorhersehbare Panikreaktionen.
Normal wollte man mit ner Bootslaenge Abstand dran vorbei fahren, und
haefig genug, geht der Ausweichversuch dann genau in diese Richtung. Wenn
also mal ein Skiff oder ein schneller Kat auf dich zu kommt und du
Ausweichpflichtig bist, dann weich entweder grossraeumig aus, oder fahr
weiter. Bleib auf jeden Fall berechenbar.
Es gibt also Faelle, wo du durchaus darauf vertrauen solltes, dass der
kleinere ausweicht, weil es sinnvoll ist. Hast du dich vielleicht auch
schon mal quer durch ein Feld von Surfern bewegt? Du willst mir nicht
ernsthaft erzaehlen, dass du eine Chance hast fuenfzig bis hundert Surfer
im Auge zu behalten, die mit zwanzig bis dreissig Knoten in geringen
Abstaenden an dir vorbei brettern. Wenn du versuchst, einem auszuweichen,
holst du durch deine Kursaenderung drei andere vom Brett. Also hoffe
einfach darauf, dass dein Boot so gross ist, dass es die Surfer davon
abhaelt, auf ihr Wegerecht zu pochen. Ausserdem haben die wenigsten Surfer
Ahnung vom Wegerecht, und trotzdem passiert relativ selten was. So schlecht
kann die Devise "sei einfach schneller als alle anderen und weich ihnen
dann aus" gar nicht sein.
> Schnellfaehre => hilfsloser (was will man mit seinen 5 kn schon gegen 25
> und mehr kn ausrichten) Ausweichversuch;
Nein, Augen auf und erst gar nicht da sein, wo die Schnellfaehre
durchfaehrt. Wenn du nicht gerade die Dinger mitten auf der Ostsee meinst
ist, ist deren Kurs meist einfach mit Verlauf des Fahrwassers und Lage der
Haefen einzuschaetzen.
> Sinn und Zweck des Motorkegels ist es, 1DEUTIG zu zeigen,
Deswegen ist er meist so gross, dass man ihn auf grosse Entfernung deutlich
sehen kann (Vorsicht Ironie).
> Konkret heisst das, dass ein Motorboot, dass Dich als Segler identifiziert
> von Deiner Kurshaltepflicht ausgeht und nicht davon, dass Du "einfach
> rumfaehrst". Es wird also selber ebenfalls "einfach rumfahren" sprich
> ausweichen. Der Erfolg ist lediglich, dass Ihr Euch woanders "trefft".
Sacht mal, wo seid ihr unterwegs? Wenn ein gut Motorboot mit viel PS und
40-50 km/h unterwegs ist, dann faehrt das um deinen Segler mit 5-6 kn
einfach rum. Wenn's so ein Hausboot ist und auch nur 5 kn macht, sollte das
ueberhaupt kein Problem sein aneinander vorbeizukommen.
Manchmal habe ich Angst, einigen von Euch auf dem Wasser zu begegnen, so
haeufig, wie hier Regeln anstelle von Weitsicht und Ruecksichtnahme
diskutiert werden. Habt ihr wirklich alle Probleme damit bei typischen
Geschwindigkeiten von 5 kn einander auszuweichen? Seid ihr wirklich
ueberzeugt, wenn ihr Kurshalter seid, dass der andere die Ausweichregeln
beherrscht? Meiner Erfahrung nach sieht das da bei vielen sehr dunkel aus.
Da vertrau ich schon lange nicht mehr drauf.
Carsten
> bei dem Manoever, von dem ich berichtet habe, hatte das andere Boot
> alle segel oben und machte bei 4 Bft. gute Fahrt. Lediglich die geltenden
> Ausweichregeln hat er missachtet.
Hoi Thomas,
Weil du deine Aktion auf diese Zeilen bezogen hast,
<Zitiermodus>
Aehm, kannst Du mir mal sagen wie Uli das bei fahrwassernah ankernden
Anglern ohne Ankerball macht?
</Zitiermodus>
schloss ich daraus, bei dir sei es auch ein Ankerlieger gewesen.
> Als 'Vorrangberechtigter' hatte ich sogar die Pflicht, meinen Kurs zu halten.
> Und auch das Manoever des letzten Augenblicks war regelkonform.
Das glaub ich dir gern.
> Du kannst mir jetzt zwar vorwerfen, dass ich dieses Manoever auch
> 20 Meter frueher haette einleiten koennen, aber 'Schulmeisterei' finde
> ich in diesem Zusammenhang etwas uebertrieben.
Wahrscheinlich hätte ich das tatsächlich nicht geschrieben, wenn ich
erkannt hätte, dass sich deine Aussage nicht auf einen Ankerlieger
bezog.
Trotzdem ist das Beharren auf sein Recht bis zum letzten Augenblick
und anschliessendem Ausweichmanöver, IMHO eine Schulmeisterei.
Dein Ziel und sicher das mit dem angetönten, angelnden
Ankerlieger ohne Ball Manöver von Uli, war ja, dass der Andere mit
Schrecken merken soll, dass er etwas falsch gemacht hat.
KV Gruss
Felix
Ach ,das war alles halb so wild.
Nachdem Uli die Beiden höflichst aufgefordert hatte, "Wollt Ihr wohl mal
sofort euren Ankerball setzen!!!!.", da wurden die auch noch pampig und
faselten irgendwas, weil Sohn 1 oder 2 (ich weiß nicht wer nun wer ist) eine
CD an einer Schnur hinterm Boot hinterher zog.
Nun baute sich unser Skipper zu seiner vollsten Größe auf, setzte seinen
bösen Blick auf und....naja, ich krieg das auch alles nicht mehr so auf die
Reihe. Jedenfalls kam sowas wie "...sonst lasse ich euch den Ball von
Amtswegen setzen.. "
Wie gesagt, alles nicht so wild, aber diese Tonlage..Also ich hätte sofort
einen ganzen Sack Ankerbälle gesetzt....
( Nachdem wir uns nach 30 Metern noch mal umgedreht haben war der Ball auch
tatsächlich an seiner Stelle...:-)
Auf dem Rückweg haben die beiden Angler dann noch mit ihrem Mobo einen
"Scheinangriff "auf unser Boot versucht.
(Was allerdings mehr zur Belustigung als zur Einschüchterung beigetragen
hat.)
Schönen Tach noch,
Eireen
>Nun baute sich unser Skipper zu seiner vollsten Größe auf, setzte seinen
>bösen Blick auf und....naja, ich krieg das auch alles nicht mehr so auf die
>Reihe. Jedenfalls kam sowas wie "...sonst lasse ich euch den Ball von
>Amtswegen setzen.. "
>
>Wie gesagt, alles nicht so wild, aber diese Tonlage..Also ich hätte sofort
>einen ganzen Sack Ankerbälle gesetzt....
Ich nicht. Ich haette mit Fisch zurueckgeschossen!!!
Tach noch
Manfred
Und den Erzherzog-Johann-Jodler dabei nicht vergessen. Wir
wollen unserem seligen Karl Vettermann doch die volle Ehre
an seinen literarischen Ideen zukommen lassen.
Gruß - Wolfgang
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Fri, 07 Sep 2001 14:58 +0200 ***
> Ein anderer ist schlicht Faulheit oder Nicht-Vorhandensein eines Kegels.
> Leider gibts bei den wenigsten Booten eine einfache Vorrichtung zum Setzen
> des Kegels. Waere mal ne Ueberlegung wert, ob man auch als Charterer sich
> sowas auf einfachem Wege selbst bauen kann.
Bislang habe ich ein Spinnaker- oder Kutterfockfall oben und ein anderes
Ende unten an den Kegel gesteckt und die Chose auf halbe Masthöhe
gezogen, nachdem das untere Ende auf einer Vorschiffsklampe belegt
wurde. Dann schwebt der Kegel mitten im Vorsegeldreieck.
Munterbleiben
HC
--
Wo steht denn Ortlieb, der faule Sack schon wieder rum?
Hi Tobias,
zum gesnippten Teil deines Postings siehe meine Antwort weiter oben.
Aber wo schrieb ich was von 'Ankerlieger'? Meine Worte waren
'ausweichpflichtiger Segler'. Der Teil mit dem Ankerlieger (der
sich als solcher ja wohl nicht zu erkennen gegeben hat) stammt
aus dem von mir zitierten Teil von Uli's bzw. Andre's Posting.
Gruss
Thomas
--
Katsegeln ist einfach genial.
Hi Felix,
damit hast Du ja auch recht, aber wenn nach einer Woche Flautensegeln
auf der Adria am letzten Tag endlich ein vernuenftiger Segelwind da ist,
wird man halt etwas verbissener.
Ausserdem wuerde ich, obwohl ich 'berechtigt' bin, nie als Skipper
verantwortlich ein Schiff chartern, da mir, familien- und wohnort-
bedingt die regelmaessige Praxis fehlt. Und der anwesende
(Profi-)skipper hatte gegen das Manoever nichts einzuwenden.
Wenn ich sehe, wie einige 'Charterskipper' (mitlesende ausgeschlossen)
alle ein oder zwei Jahre fuer eine Woche ein Schiff chartern und einfach
lossegeln, ohne noch einmal die theoretischen Grundlagen aufzufrischen,
nur weil sie irgendwann mal irgendeinen Schein gemacht haben,
wundert mich manches Fehlverhalten und die Reaktion von
regelmaessige segelnden, erfahrenen Seglern nicht.
Gruss
Thomas
P.S.:
Karl Vettermann hat in 'Lauter Kapitaene-keine Matrosen' uebrigens den
Nagel auf den Kopf getroffen. Als ich vor 8 Jahren den BR-Schxxn
gemacht habe, hatten ca. 1/3 der Prueflinge bereits vorher Boote
fuer den anschliessenden Sommerurlaub gechartert. Eine
entsprechende Schadensstatistik habe ich dazu leider nicht.
Hi Tobias,
> Hey, moment mal, wir sind hier in Deutschland, da muss das sein - jeder
> Verkehrsteilnehmer ist ein Gegner und die anderen haben sowieso alle keine
> Ahnung! :-]
war aber in Kroatien und nicht in Deutschland.
> ...und dies in der Regel am Bug und nicht am Heck, weil KVR Regel 15 dem
> Ausweichpflichtigen empfiehlt, am Heck des Kurshalter zu passieren und der
> Kurshalter sein Manoever 'des vorletzten Augenblicks' daran orientieren
> sollte, dass der Ausweichpflichtige doch noch nach KVR ausweicht, also
> selbst in Fahrtrichtung des Ausweichpflichtigen ausweichen sollte, was in
> der Regel der Bug ist.
Da wir hoch am Wind segelten, haette ich fuer dieses Manoever erst
die Maschine starten muessen, dann den Kegel setzen und
anschliessend erst am Bug (evtl.) passieren koennen. Da der Wind
und somit die Fahrt durchs Wasser nahe an der Motorgeschwindigkeit
lag, haette ich vieleicht einen Aufschiesser segeln sollen, um den
anderen in Ruhe vorbei zu lassen?
Wie Du schon schriebst, KVR 15 'empfiehlt', aber wenn es nicht machbar
ist, nimmt man eben das Heck.
> Vielleicht sollte man diese Regel aber noch ergaenzen "ausser wenn der
> Kurshalter eine schwarz-rot-goldige Nationale fuehrt"....
Woher weisst Du, welche Nationale das Boot fuehrte? Warst Du dabei?
Hi Wolfgang,
ACK, aber dann sollte Carsten aber auch ein Boot mit oestereichischer
Nationale charten/fuehren, damit dem literarischen Kontext genuege
getan wird.
SCNR
Gruss
Thomas
--
/豹 ---- JOIN NOW! ----
\ / ASCII ribbon campaign
X against HTML
/ \ in mail and news
Andererseits muss man irgendwann einmal beginnen, und der Zeit-
punkt kurz nach einem Ausbildungs- und Prüfungstörn ist dafür
schon ganz gut geeignet. Die Frage ist doch eher, wie weit man
seine Fähigkeiten realistisch einschätzt und Konsequenzen daraus
zieht.
Gruß - Wolfgang
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Sat, 08 Sep 2001 11:36 +0200 ***
Hi Wolfgang,
Du hast die Leute nicht kennengelernt, die damals schon gebucht hatten.
Ein (Fast-)Ehepaar war dabei, die waren eine Woche nur Gruen im
Gesicht, hatten aber schon fest in Griechenland gechartert. Beim
gemeinsamen, abschliessenden Essen haben sie dann schon wieder
davon geschwaermt, obwohl sie 24 Stunden vorher nie wieder ein Boot
betreten wollten.
An den normalen Aufgaben auf dem Toern haben sie sich -magenbedingt-
kaum beteiligt, aber die Pruefung problemlos bestanden, da das ja wohl
jeder schafft, der vorher schon mal Jolle gesegelt ist. Ausserdem war bei
der Pruefung schoenes Wetter mit wenig Wind.
Als Gelegenheitssegler gehe ich lieber auf Nummer sicher, bevor ich das
Leben meiner (evtl. unerfahrenen) Mitsegler aufs Spiel setze. Wie hier
schon oft zu Lesen war, ein Schein besagt nicht, dass man verantwortlich
ein Boot (bei jedem Wetter) fuehren kann.
JK> was haltet Ihr denn davon, den Kegel an der holenden Part des Falls zu
JK> befestigen? Dann geht er beim Segelbergen automatisch mit hoch. ;-)
JK> Dann noch einen Toern um den Zuendschluessel, damit er ueberhaupt zu recht
JK> gesetzt wird.
Naja, eine einfache Strippe vom Cockpit aus zum Hochziehen des Kegels
wuerds fuer den Anfang auch machen. :-)
JK> Frage: Ich berge immer erst das Vorsegel und gehe dann daran die
JK> Maschine zu starten. Muss ich bei Flaute solange nicht genaugenommen
JK> schwarze Baelle setzten, da ich Manoevrierunfaehig bin?
Segeln bei Flaute wuerde ich nicht als "aussergewoehnlicher Umstand" nach
3f bezeichnen. Solange Du jederzeit Deine Maschine starten kannst, bist Du
ja sowieso manoevrierfaehig.
Ohne Maschine waere es bei Flaute schon angebracht, wenn Du gleichzeitig
Deine Segel komplett geborgen hast. Wenn Du dagegen die Segel noch
teilweise oben hast, kann ja jeder sehen, dass Dein Antrieb fehlt und sich
darauf einstellen, aber eigentlich halte ich auch dann die zwei Kugeln
fuer angebracht.
Ist aber nur meine Interpretation und ist wohl genausowenig eindeutig zu
beantworten wie die Frage, ob ein Motorboot einem rueckwaerts fahrenden
Segelboot ausweichen muss - z.B..
Gruss,
Tobias.
Da hast Du sicher recht, und mit 1-2 Wochen Segeln pro Jahr ist
es auch, gelinde gesagt, schwierig sich die erforderliche Praxis
und Erfahrung zusammenzusegeln.
Andererseits ist es wie beim Autofahren: Wenn man das richtig ler-
nen will, muss man irgendwann auch mal ohne Fahrlehrer, Vater oder
eine andere erfahrene Person den Anlasser betätigen. Nur sollte man
das zu passenden Zeiten an passenden Orten machen und mit äußerst
defensiver Einstellung.
Übertragen aus Segeln heißt das, die ersten Chartertage mit Hafen-
und Segelmanövern zu verbringen, in Hafennähe zu bleiben, die Wet-
terlage mal allein zu analysieren etc. etc. Dazu ist einiges an
Disziplin erforderlich, denn natürlich juckt es, endlich auch mal
einen großen Schlag von der Küste wegzusegeln und richtiges Ozean-
gefühl zu bekommen.
> Du hast die Leute nicht kennengelernt, die damals schon gebucht
> hatten.
Ich hatte auch nicht vor, über bestimmte Personen zu diskutieren,
die ich nicht einmal kenne ;-)
Gruß - Wolfgang
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Sun, 09 Sep 2001 08:40 +0200 ***
> "Wolfgang Broeker" <wolf...@broeker.com> schrieb:
>>> Ich bin zum Beispiel dazu uebergegeangen, dauernd eine gelbe
>>> Flagge mit mehreren schwarzen Punkten zu fuehren. Erleichtert
>>> den mitmenschlichen Umgang ungemein.
>>
>> Und den Erzherzog-Johann-Jodler dabei nicht vergessen. Wir
>> wollen unserem seligen Karl Vettermann doch die volle Ehre
>> an seinen literarischen Ideen zukommen lassen.
>
> ACK, aber dann sollte Carsten aber auch ein Boot mit oestereichischer
> Nationale charten/fuehren, damit dem literarischen Kontext genuege
> getan wird.
Hab den Vettermann nie gelesen, sollte ich vielleicht mal nachholen. Ich
kenn die Flagge als "Auszeichnung" in der Hamburger Kutterszene fuer das
blindeste Manoever, dauerhaft zu fuehren, bis sie komplett undemokratisch
und willkuerlich einem anderen Kutter verliehen wird.
Das mit der oesterreichischen Nationalitaet passiert mir uebrigens seit
einiger Zeit regelmaessig, da ich aber meist nur zu Regatten an Bord bin,
komm ich um den Lappen am Heck rum, bleibt noch das AUTsch im Segel. War
mir am Anfang schon ein wenig unangenehm, man gewoehnt sich aber daran.
Carsten
> > Hey, moment mal, wir sind hier in Deutschland, da muss das sein -
> > jeder Verkehrsteilnehmer ist ein Gegner und die anderen haben
> > sowieso alle keine Ahnung! :-]
TE> war aber in Kroatien und nicht in Deutschland.
Phh - die Kroaten sind in ihren eigenen Gewaessern doch nicht mal um
Weihnachten in der Mehrheit. Hat sich vielleicht geaendert, seit ich vor
ueber 8 Jahren das letzte Mal dort war, aber da war jedenfalls alles fest
in oesterreichischer und bundesdeutscher Hand.
TE> Da wir hoch am Wind segelten, haette ich fuer dieses Manoever erst
TE> die Maschine starten muessen, dann den Kegel setzen und
TE> anschliessend erst am Bug (evtl.) passieren koennen. Da der Wind
TE> und somit die Fahrt durchs Wasser nahe an der Motorgeschwindigkeit
TE> lag, haette ich vieleicht einen Aufschiesser segeln sollen, um den
TE> anderen in Ruhe vorbei zu lassen?
Warum eigentlich nicht?
Einfacher gehts aber auch:
Warnung entsprechend KVR.
Im Misserfolgsfall: Wende!
Aber abgesehen davon ist das eine AUSREDE: Du schriebst ja selber, dass Du
knapp an seinem Heck vorbei bist, um ihn zwengs Massregelung zu
erschrecken.
> > Vielleicht sollte man diese Regel aber noch ergaenzen "ausser wenn
> > der Kurshalter eine schwarz-rot-goldige Nationale fuehrt"....
TE> Woher weisst Du, welche Nationale das Boot fuehrte? Warst Du dabei?
Tuedelue.... wie kommst Du denn darauf, dass Du gemeint warst? =:)
Gruss,
Tobias.
HA> > Vorrichtung zum Setzen des Kegels. Waere mal ne Ueberlegung wert, ob
HA> > man auch als Charterer sich sowas auf einfachem Wege selbst bauen
HA> > kann.
HA> Bislang habe ich ein Spinnaker- oder Kutterfockfall oben und ein
HA> anderes Ende unten an den Kegel gesteckt und die Chose auf halbe
HA> Masthoehe gezogen, nachdem das untere Ende auf einer Vorschiffsklampe
HA> belegt wurde. Dann schwebt der Kegel mitten im Vorsegeldreieck.
Ist schon klar, mach ich ja meist so, aber das erfordert, dass man erst
noch aufs Vordeck und dort umschaekeln / umknoten muss.
Denke mehr so an eine Leine, die vom Cockpit aus gezogen wird und wupp is
er oben. Leine gefiert und zack ist der Kegel wieder in seiner
Parkhalterung. Und das ganze halt fuer Nicht-Bootseigner. Muss ich mal
weiter nachdenken.
Gruss,
Tobias.
CR> [..]
CR> ruecksichtslos, sondern nur defensiv, dass ich in verschiedenen
CR> Faellen auch gerne auf mein Wegerecht verzichte. Ja, ich weiss, dass
CR> ich Kurshaltepflichtig bin, wenn ich aber rechtzeitig eine kleine
CR> Kursaenderung mache, kann man vielen Streitigkeiten aus dem Weg gehen.
Nun, da kommts eben sehr auf den Zeitpunkt an.
Nur mal zum Bleistift: In der Regel hat Dich ein "Grosser" schon lange im
Auge, bevor Du ueberhaupt mitbekommst, dass da was sein koennte. Das
heisst, er hat sich schon laengst darauf eingestellt, im Falle einer
stehenden Peilung Kurs oder Fahrt zu korrigieren. Wenn Du jetzt anfaengst,
herumzueiern, dann bringt das eigentlich nur mehr Unruhe in die Situation.
Meiner Erfahrung weicht Dir ein "Grosser" einmal aus, aber nicht mehrmals.
CR> Problem. Das Problem faengt erst dann an, weil die Dickschiffer fast
CR> durchgehend keine Ahnung haben, dass man den Kurs einer Jolle bei viel
CR> Wind nicht beliebig aendern kann. Wenn man den Gennnacker oben hat,
CR> dann hat man wenige Grad, innerhalb derer man den Kurs aendern kann
CR> und auf jede Boe musst du reagieren, weil es dich sonst umschmeisst.
CR> Kursaenderungen von 30 Grad sind bei einem Boeeneinfall normal. Du
Naja, kann ich nur bedingt bestaetigen. Anfangs sah das aehnlich aus, aber
mittlerweile weiss ich Boen ganz gut rein aus der Schot zu fahren. Leute,
die gerade lernen sind sicher immer ein Sonderfall, speziell wenn das Boot
mit ihnen faehrt und nicht umgekehrt.
CR> Wenn also mal ein Skiff oder ein schneller Kat auf dich zu kommt und
CR> du Ausweichpflichtig bist, dann weich entweder grossraeumig aus, oder
CR> fahr weiter. Bleib auf jeden Fall berechenbar.
:-) Sag-ich-doch: Einmal weich ich aus, aber nicht mehrmals. Und ausser in
der Regatta gegen Konkurrenten bemuehe ich mich auch immer, entschieden
auszuweichen. 20 Grad sind da sicher zuweng, 90 Grad sicher immer.
Aber: Thema "berechenbar" gilt fuer alle Teilnehmer, also auch fuer
Skiffs, Kats, etc. - keine Freifahrtscheine!
> > Schnellfaehre => hilfsloser (was will man mit seinen 5 kn schon
> > gegen 25 und mehr kn ausrichten) Ausweichversuch;
CR> Nein, Augen auf und erst gar nicht da sein, wo die Schnellfaehre
CR> durchfaehrt. Wenn du nicht gerade die Dinger mitten auf der Ostsee
CR> meinst ist, ist deren Kurs meist einfach mit Verlauf des Fahrwassers
CR> und Lage der Haefen einzuschaetzen.
Nebenfahrwasser, Kuestengewaesser, etc. DAS ist natuerlich immer der beste
Ansatz, aber wenn ich von Ausweichmanoevern spreche, dann ist diese
Moeglichkeit schon nicht mehr gegeben.
Wenn ich z.B. durch die Strasse von Dover fahre, wo neben der Perlenkette
Kanal-Nordsee auch noch die Faehren zwischen Calais und Dover queren oder
nach Dublin-DunLaoghaire einlaufe, dann habe ich gar keine Wahl, als mich
mit Seacats und Konsorten auseinanderzusetzen und da bin ich mit
konventioneller Ausweich-Wegerechtsstrategie noch immer am stressfreisten
gefahren.
CR> Manchmal habe ich Angst, einigen von Euch auf dem Wasser zu begegnen,
CR> so haeufig, wie hier Regeln anstelle von Weitsicht und Ruecksichtnahme
CR> diskutiert werden. Habt ihr wirklich alle Probleme damit bei typischen
CR> Geschwindigkeiten von 5 kn einander auszuweichen? Seid ihr wirklich
Habe bislang noch nix gelesen, dass jemand Probleme mit Ausweichen (oder
kurshalten) hat.
Der Punkt ist lediglich, ob ich frei Schnauze in der Gegend rumgurke oder
stehende Peilungen nach Schema F abarbeite. Leider fangen ja manche schon
das "Ausweichen" an, wenn gar keine Kollisionsgefahr besteht, nur weil sie
ein grosses Schiff sehen.
BTW: Wir fahren gerade Richtung Richtung Golf von Quiberon oder so.
Parallel oder mit sehr spitzen Winkel zu uns in der Ferne gerade noch
erkennbar am Decksaufbau eine Schnellfaehre, stehende Peilung. Mit sehr
stumpfen Winkel und scheinbar schon recht nah eine weitere Faehre, Peilung
wandert schnell nach vorne aus. Ich hak letztere schon im Geiste ab, geh
unter Deck und sag einem Mitsegler noch, er soll doch oefters mal schauen,
ob die Faehre ausweicht. Nach 5..10 Miunten und mehreren "Mmmh, ja, mal
schauen, koennt eng werden" kam irgendwann ein "achwas, die geht weit
vorne durch." Ich verwirrt, weil die Faehre mit der stehenden Peilung
ziemlich weit entfernt schien, schau selber und sehe sie immer noch. Nun
schon etwas naeher, aber immer noch stehende Peilung und auf meinen
verwirrten Blick hin meinte der Kollege "achso die?! Die faehrt doch
parallel zu uns". Nunja, 10 Minuten spaeter legte die Faehre dann doch mal
den Hebel auf den Tisch und die Peilung wanderte endlich aus. Weitere 10
Minuten spaeter ging sie dann mit wenigen Kabellaengen Distanz an unserm
Bug vorbei.
CR> ueberzeugt, wenn ihr Kurshalter seid, dass der andere die
CR> Ausweichregeln beherrscht? Meiner Erfahrung nach sieht das da bei
CR> vielen sehr dunkel aus. Da vertrau ich schon lange nicht mehr drauf.
Ich gehe selbstverstaendlich davon aus, dass der andere die KVR (bzw. ggf.
nationale und sonstige lokale Vorschriften) beherrscht und danach handelt,
ziehe aber auch die Moeglichkeit in Betracht, dass er dies nicht tut.
Meine praktische Erfahrung ist, dass ein "Desorientierter" mit einem
Warnsignal wie Rufen, Hupen, Pfeifen und notfalls weissem Blitz schnell
auf den richtigen Pfad zurueckgebracht werden kann. Aber Schnarchlappen
gibts ueberall und manchmal hat der andere ja auch ein Handicap.
Gruss,
Tobias.
> Ist schon klar, mach ich ja meist so, aber das erfordert, dass man erst
> noch aufs Vordeck und dort umschaekeln / umknoten muss.
> Denke mehr so an eine Leine, die vom Cockpit aus gezogen wird und wupp is
> er oben. Leine gefiert und zack ist der Kegel wieder in seiner
> Parkhalterung. Und das ganze halt fuer Nicht-Bootseigner. Muss ich mal
> weiter nachdenken.
Na, wenn du sonst keine anderen Sorgen hast... ;-)
Kann man kaufen. Hab sowas mal vor Jahren in irgendeiner der
Seglergazetten gesehen. Das war ein Köcher, in dem ein Kegel steckte,
der aus Tuch und einem federnden Drahtgestell gemacht war. Beim
Rausziehen mit der einen Leine entfaltete er sich wie ein kleiner
spitzer Regenschirm, beim Einziehen mit der zweiten Leine legte er sich
wieder automatisch in dem Köcher zusammen. Der ganze Teil muß dann nur
noch an gefälliger Stelle beigebändselt werden.
Mit anderen Worten: genau das richtige Spielzeug für
Kegelfetischisten.;-)
Rainer
TE> An den normalen Aufgaben auf dem Toern haben sie sich -magenbedingt-
TE> kaum beteiligt, aber die Pruefung problemlos bestanden, da das ja wohl
Da ist auch nix mehr dabei. In einer Woche kann man nicht segeln lernen,
sondern hoechstens das handling einer Yacht in Grobform. Wenn BK-
Scheininhaber beim Palstek oder beim Auflegen auf die Winsch ne
"Trefferquote" von 50% haben oder C-Scheininhaber auch nach dem 50. selbst
geskipperten Toern nachts barfuss im Schlafanzug bei 4 Bft. auf dem
Vordeck herumhampeln und selbst bei Idealbedingungen (1 Bft. von vorne,
flaches Wasser, 10 Bootslaengen Platz) ein Boot nur mit lautem Krakeelen
in die Box bekommen, dann interessiert mich das Scheinwesen irgendwann
nicht mehr.
TE> Als Gelegenheitssegler gehe ich lieber auf Nummer sicher, bevor ich
TE> das Leben meiner (evtl. unerfahrenen) Mitsegler aufs Spiel setze. Wie
TE> hier schon oft zu Lesen war, ein Schein besagt nicht, dass man
TE> verantwortlich ein Boot (bei jedem Wetter) fuehren kann.
...und in jedem Revier. Aber "Schein" hat ja noch eine anderen Bedeutung
und das trifft bei den DSV-Lappen wohl hauptsaechlich zu.
Gruss,
Tobias.
UGK> also ca. alle 50 bis 60 Meter ein Boot, stattfand. Und da ist es dann
UGK> schon im Sinne der KVR, dass ein Ankerlieger, und sei er noch so
UGK> klein, seinen Ball setzt. War ja, wie Eireen dann schrieb, auch in
Von wegen "und sei er noch so klein": Nach KVR *muss* er das erst ab 7 m
Laenge tun. Das es auch darunter sinnvoll ist, sei unbestritten.
UGK> Nullkommanix getan. Und waehrend wir unser erstes DB aufproekelten,
UGK> hatten die beiden Angler offenbar schon ihren gesamten
UGK> Fruehstuecksschnaps verposematuckelt und waren schon bei der
UGK> Mittagsration angelangt. Naja...
Ahja, jetzt kommts langsam raus: Sie haben Dir nix abgegeben und deswegen
bist grantig geworden! ;-)
Gruss,
Tobias.
> Nun, da kommts eben sehr auf den Zeitpunkt an.
> Nur mal zum Bleistift: In der Regel hat Dich ein "Grosser" schon lange im
> Auge, bevor Du ueberhaupt mitbekommst, dass da was sein koennte.
Ok, du hattest Motorboot geschrieben, und da hab ich an Sportboot und nicht
an einen Grossen gedacht. Das is nen komplett anderer Fall.
> > Problem. Das Problem faengt erst dann an, weil die Dickschiffer fast
> > durchgehend keine Ahnung haben, dass man den Kurs einer Jolle bei viel
> > Wind nicht beliebig aendern kann. Wenn man den Gennnacker oben hat,
> > dann hat man wenige Grad, innerhalb derer man den Kurs aendern kann
> > und auf jede Boe musst du reagieren, weil es dich sonst umschmeisst.
> > Kursaenderungen von 30 Grad sind bei einem Boeeneinfall normal. Du
>
> Naja, kann ich nur bedingt bestaetigen. Anfangs sah das aehnlich aus, aber
> mittlerweile weiss ich Boen ganz gut rein aus der Schot zu fahren. Leute,
> die gerade lernen sind sicher immer ein Sonderfall, speziell wenn das Boot
> mit ihnen faehrt und nicht umgekehrt.
Glaub mir, ich weiss, was ich mache. Schot fieren ist bei Skiffs selten
eine Option. Als Notmanoever vielleicht moeglich, aber wenn du Skiff
segelst suchst du auch den Spass, und den maximierst du, wenn du mit den
Boen nach Lee abbiegst und *deutlich* beschleunigst. Auf welchen Booten
bist du den unterwegs?
> > Wenn also mal ein Skiff oder ein schneller Kat auf dich zu kommt und
> > du Ausweichpflichtig bist, dann weich entweder grossraeumig aus, oder
> > fahr weiter. Bleib auf jeden Fall berechenbar.
>
> :-) Sag-ich-doch: Einmal weich ich aus, aber nicht mehrmals. Und ausser in
> der Regatta gegen Konkurrenten bemuehe ich mich auch immer, entschieden
> auszuweichen. 20 Grad sind da sicher zuweng, 90 Grad sicher immer.
> Aber: Thema "berechenbar" gilt fuer alle Teilnehmer, also auch fuer
> Skiffs, Kats, etc. - keine Freifahrtscheine!
OK, Details sind verhandelbar ;-)
> Wenn ich z.B. durch die Strasse von Dover fahre, wo neben der Perlenkette
> Kanal-Nordsee auch noch die Faehren zwischen Calais und Dover queren oder
> nach Dublin-DunLaoghaire einlaufe, dann habe ich gar keine Wahl, als mich
> mit Seacats und Konsorten auseinanderzusetzen und da bin ich mit
> konventioneller Ausweich-Wegerechtsstrategie noch immer am stressfreisten
> gefahren.
Wieder: Ich hab hier an Sportboote gedacht. BTW, wann warst du in Dun
Laoghaire?
> Habe bislang noch nix gelesen, dass jemand Probleme mit Ausweichen (oder
> kurshalten) hat.
Es hoert sich nur manchmal so an, wenn die Wichtigkeit von Kegeln
diskutiert wird.
> Leider fangen ja manche schon
> das "Ausweichen" an, wenn gar keine Kollisionsgefahr besteht, nur weil sie
> ein grosses Schiff sehen.
ACK. Ich hab das Gefuehl, das einige Probleme auch dadurch entstehen, dass
"Kollisionsgefahr" oft sehr unterschiedlich ausgelegt wird.
> > ueberzeugt, wenn ihr Kurshalter seid, dass der andere die
> > Ausweichregeln beherrscht? Meiner Erfahrung nach sieht das da bei
> > vielen sehr dunkel aus. Da vertrau ich schon lange nicht mehr drauf.
>
> Ich gehe selbstverstaendlich davon aus, dass der andere die KVR (bzw. ggf.
> nationale und sonstige lokale Vorschriften) beherrscht und danach handelt,
> ziehe aber auch die Moeglichkeit in Betracht, dass er dies nicht tut.
> Meine praktische Erfahrung ist, dass ein "Desorientierter" mit einem
> Warnsignal wie Rufen, Hupen, Pfeifen und notfalls weissem Blitz schnell
> auf den richtigen Pfad zurueckgebracht werden kann. Aber Schnarchlappen
> gibts ueberall und manchmal hat der andere ja auch ein Handicap.
Auch hier haben wir glaube ich ein wenig aneinander vorbeigeredet. Ich hab
hier verschiedene Alpenseen vor der Haustuer, und was da an Skippern
unterwegs ist, spottet jeder Beschreibung. Als hier waehrend ner grossen
Kaffee-Langstrecken-Regatta (RundUm am Bodensee) eine Gewitterfront, die
lang angekuendigt war und vor der zudem noch durch die Begleiboote mit
Megaphon dierkt vorher gewarnt wurde, durchzog, gingen soviele rote Sterne
hoch, dass du dachtest du waerst im Feuerwerk. Davon waren zwei oder drei
Faelle berechtigt, alles andere war Panik. Wenn ich da jetzt mit Blitzknall
schiesse, springen die doch total verunsichert direkt ins Wasser und denken
an nen Piratenueberfall.
Carsten
Uh, _das_ kann ich nachvollziehen.
Vor einigen Jahren (hm, alte Wohnung, $KIND weder geboren noch ... na ihr
wisst schon ... also mindestens 6 Jahre her) war mir mal abends bei der
Heimfahrt vom Kinobesuch[1] und hinterher zu Hause so schlecht, dass ich
nie wieder etwas essen wollte.
Ich habe das 1 Tag lang durchgehalten.
-is
[1] An Land[1], voll[3] an Land, und nichts als an Land
[2] Strassenbahn
[3] nein, nicht voll DB[4]
[4] oder sonstiger alkoholischer Getränke
[5] Muss irgend ein Virus oder so gewesen sein.
hm.... ich bin am nervoesesten im Hafen. Da ist es eng, und es gibt viel
teures Geraet anderer Leute, das man kaputtfahren koennte. ;-)
-is
Mich würde langsam mal interessieren, woher der in diesem Zu-
sammenhang völlig fehlerhaft verwendete Ausdruck "Wegerecht"
kommt. Es gibt lediglich "Wegerechtschiffe" nach § 2 Ziffer
13 der Seeschiffahrtsstraßenordnung, aber das war hier noch
nie Diskussionsgegenstand.
Die KVR kennen im Hinblick auf die Möglichkeit der Gefahr eines
Zusammenstoßes (sic!) keine Rechte, sondern lediglich zwei unter-
schiedliche Pflichten: eine zum Kurshalten und eine zum Ausweichen.
Ansonsten kann ich Deine Erfahrungen bestätigen: Auch Großschiffe
weichen aus, wenn man denn selbst klaren Kurs beibehält und nicht
rumdaddelt.
Gruß - Wolfgang
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Mon, 10 Sep 2001 14:23 +0200 ***
> Zement, Surfer muessen zumindest laut SeeSchStrO allem, was sich sonst
> auf dem Wasser bewegt, ausweichen.
Nicht alles ist SeeSchStrO, zeig mir mal in der BSchO, wo die
Unterscheidung gemacht wird. Nun gut, hier auf dem Bodensee gibt's mangels
Wind nicht so viele Surfer, ich hab da eher an verschiedene Thermikseen
gedacht, speziell, wenn du von Riva del Garda auf dem Weg zur Regattabahn
beim Conca d'Oro bei kraeftiger Ora (5-6 Bft) bist.
> Schon mal nem Motorboot auf der Ostsee begegnet, dessen Steuerstand
> nur von ein paar dummen Elektronen besetzt war? Verlass Dich drauf,
> das gibts.
Damit unterstuetzt du mich ja sogar, denn den Elektronen ist das komplett
egal, ob du nen Kegel gesetzt hast.
> Und hier gibt es genug Motorbootfahrer, die ihre SBF-Pruefung schon
> nur mit groesster Schummelei (bis hin zum Strohmannhinschicken)
> geschafft haben, in deren Haenden selbst der SBF See dann eher ein
> Jagdschein ist... Wenn sie denn ueberhaupt mal eine Ausbildung gemacht
> haben.
Mein Reden, alles Deppen ausser einem selber. ;-)
Zurueck zu meiner These, dass das Fuehren eines Motorkegels nur selten
sinnvoll ist. Das Verhalten dieser Gruppe wird sich sicherlich auch nicht
aendern, wenn du nen Kegel oben hast.
> Die Regeln sind doch die Grundlage des Miteinander.
Viel wichtiger finde ich den Geist, der hinter den Regeln steckt. Stumpfe
Befolgung von Regeln war noch nie mein Ding. Warum sollte ich als
Fussgaenger nachts an ner roten Ampel stehenbleiben? Situationsbedingt
fallen mir verschiedene Gruende ein, aber in der speziellen Situation drei
Uhr morgens, ein Auto pro halbe Stunde, Sicht bis zum Horizont und keine
kleine Kinder, denen ich ein schlechtes Vorbild sein koennte, finde ich
keinen Grund, und ignorier die Regel. Ebenso versuche ich hinter der Regel,
einen Kegel fuehren zu muessen, einen Sinn, und bisher habe ich noch keinen
gefunden der mich ueberzeugt hat. Das mag daran liegen, dass ich entweder
in Gegenden unterwegs bin, wo keiner da ist, der den Kegel sehen wuerde,
oder in Flautenrevieren, wo jedes Segelboot mit Geschwindigkeit
offensichtlich den Motor laufen hat.
>Was Du weiter oben
> (ich habe es hier nicht zitiert) ueber die beschraenkte
> Ausweichfaehigkeit Deiner Rennjolle geschrieben hast, ist doch nur
> eine Umschreibung fuer ein nicht verkehrssicheres Fahrzeug. Du
> solltest Dich damit aus Bereichen, in denen eine
> Schiffahrtsstrassenordnung gilt, heraushalten.
;-)
Na ein Glueck fuer mich, dass du das nicht entscheidest.
Ein paar mehr Moeglichkeiten gibt es noch, Halsen zum Beispiel. Wenn man
mit Gennacker oben Hoehe schinden will, kann man die Segel schlagen lassen
(immer noch beide bzw. alle drei im Trapez), ist aber kein Spass. Und man
kann auf einen Vorm Wind abfallen. Verliert dabei aber massiv an
Geschwindigkeit und Stabilitaet. Man hat zwar nur wenige Moeglichkeiten,
wenn man die aber zu nutzen weiss, reicht das vollkommen. Schick mal ueber
sechzig typische Vertreter der Gattung Gelegenheits-Charter-Segler auf
einen engen Regattakurs bei 5Bft, da wird um Groessenordnungen mehr
passieren, als bei einer Skiffregatta. So unverantwortlich kann unser
Handeln also nicht sein. (Natuerlich mach ich sowas auch nur unter halbwegs
kontrollierten Bedingungen, erwartet also nicht, mich damit auf dem Weg
nach Helgoland zu treffen, oder ohne Begleitboot bei ablandigem Mistral.)
>> Habt ihr wirklich alle Probleme damit bei typischen
>>Geschwindigkeiten von 5 kn einander auszuweichen?
> Nein, [...]
Uff, da bin ich erleichtert. ;-)
<ernsthaft>
Ich moecht hier nicht als Rebell fuer ein Leben ohne Regeln kaempfen, nur
gehoert gemaess meiner beschraenkten Erfahrung das Setzen eines Motorkegels
zu den Handlungen, die komplett verzichtbar sind. Aber mit der gesammelten
Erfahrung von drss sollte es doch moeglich sein, mir eine Anekdote zu
schildern, wo durch ordnungsgemaesses Verhalten ein Katastrophe abgewendet
worden ist.
<war doch nicht 100% ernsthaft, ein kleines ;-) sei passend einzufuegen>
Carsten
Was sagen denn zu folgendem die Kegelfetischisten?
Ich sah da ein Fahrzeug ohne Segel, dafür aber den Kegel mit der Spitze
nach oben!
Fragende Grüße von
Manfred G.
Tobias Crefeld wrote:
> Ist schon klar, mach ich ja meist so, aber das erfordert, dass man erst
> noch aufs Vordeck und dort umschaekeln / umknoten muss.
> Denke mehr so an eine Leine, die vom Cockpit aus gezogen wird und wupp is
> er oben. Leine gefiert und zack ist der Kegel wieder in seiner
> Parkhalterung. Und das ganze halt fuer Nicht-Bootseigner. Muss ich mal
> weiter nachdenken.
Nicht ganz in Deine Richtung, aber auch wegen Stauraum bei kleinen
Booten bzw. dem Leinengefummel hatte ich zwei (nocht realisierte) Ideen:
- Statt dieser 2 Holz bzw. Plastikdreiecke fuer den Kegel einen
aufpustbaren Kegel. Vorteil, sehr klein staubar + leicht, Nachteil:
Aufpusten mit der Lunge ist bei der vorgeschreibenen Groesse nicht so
ganz fix machbar. Am besten einen scharzen Luftballon in kegelform, der
direkt von den Auspuffgasen aufgepustet wird. ;-)
- Statt den Kegel an einer Lein zu hissen und mit einer nach unten dicht
zu holen, den Kegel an einer (Teleskop-)Stange auf Deck aufzustellen.
Ist es eigentlich auch Achtern erlaubt? Ist doch auch (m.E. wie auf dem
Vorschiff) gut sichtbar. Die Stange (Alu-Teleskopstange wie fuer die
Farbrolle, oder Besenstiel) koennte mit Kabelfuehrungsrohrklemmen an
einer Relingstuetze o.ae. leicht angebracht weden.
Ekkes
<snip>
> Ist aber nur meine Interpretation und ist wohl genausowenig eindeutig zu
> beantworten wie die Frage, ob ein Motorboot einem rueckwaerts fahrenden
> Segelboot ausweichen muss - z.B..
Sogar das ankernde Motorboot, wenn es im 135Grad Achtersektor ist, da es
dann ja Ueberholer ist. Und die Uebrholerregel ist die hoechste. Da gilt
ja sogar, dass ein manoeverierbehindertes Fahrzeug dem zu Ueberholenden
ausweichpflichtig ist.
:-)
Ekkes
Du solltest Dich beim DB etwas mehr zurückhalten.
Gruß - Wolfgang
--
*** Außenbordmotoren sind, wie Frauen, eine Erfindung ***
*** des Satans. - Michael Green, Ruder hart rechts - ***
*** Mon, 10 Sep 2001 18:30 +0200 ***
>
>Nebenfahrwasser, Kuestengewaesser, etc. DAS ist natuerlich immer der beste
>Ansatz, aber wenn ich von Ausweichmanoevern spreche, dann ist diese
>Moeglichkeit schon nicht mehr gegeben.
>Wenn ich z.B. durch die Strasse von Dover fahre, wo neben der Perlenkette
>Kanal-Nordsee auch noch die Faehren zwischen Calais und Dover queren oder
>nach Dublin-DunLaoghaire einlaufe, dann habe ich gar keine Wahl, als mich
>mit Seacats und Konsorten auseinanderzusetzen und da bin ich mit
>konventioneller Ausweich-Wegerechtsstrategie noch immer am stressfreisten
>gefahren.
Aus meiner total voreingenommenen Sicht: wer im engl. Kanal
als Lustsegler auf irgendeinem Wegerecht gegenueber der Berufsfahrt
besteht, ist entweder lebensmuede oder Anfaenger. Beides gleichbloed.
Im uebrigen wird in der Dover Straight jede Schiffsbewegung (auch von
Lustbooten) per Radar von Calais Control aufgezeichnet. Und in wirklich
harten Faellen steigt auch schon mal der Helikopter von denen auf
und identifiziert so einen Lustseglerwegerechtsfetichisten im
Verkehrstrennungsgebiet. Das kostet dann ein Bußgeld so um die
400 deutschmark.
Tach noch
Man[der seit einem viertel Jahrhundert dieses Revier als sein
Heimatrevier gewaehlt hat und der nicht nur fuer die Berufsschiffahrt
bremst sondern auch fuer Windsurfer und Kitesurfer und der selbst
Angelbooten ohne Ankerball ausweichen wuerde:-)]fred
Hab ich im ersten Posting ganz uebersehen:
die Frage oben ist eigentlich eindeutig, denn Mobo muss Fahrzeug unter
Seeln ausweichen, erst recht, wenn es im Ueberholsektor ist.
Aber wie ist es mit rueckwaertsfahrendem Mobo und einem von hinten
kommenden Seger.
Mobo ausweispflichtig, oder Ueberholeregel?
IMO , insbesondere nachts: Ueberholerregel.
Aber wenn nachts der Segler in einer Flaute steht, aber Positinslichter
(nicht Ankerlicht) fuehrt und der Mobo Rueckwaertsfaehrt?
Fragen ueber Fragen....
das Szenario noch mit Strom, Windrift etc.
Ekkes
>Hab den Vettermann nie gelesen, sollte ich vielleicht mal nachholen.
Unbedingt !!!
Fassungslosen Gruß,
Joachim.
>Hab ich im ersten Posting ganz uebersehen:
... hoffentlich geht Dir das an Bord nicht mal so !
<V,*V*BG>
Gruß,
Jo(SCNR)achim.
"Ulrich G. Kliegis" schrieb:
> Muss mal bei Topplicht gucken, ob es sowas nicht noch zu kaufen gibt.
gibt es:
3021-062 Signalkegel H=60cm Stahlring mit PVC-Bezug DM 95.00
(Toplicht)
Sammelbestellung ?!
> Einzelanfertigung beim Segelmacher ist zu teuer.
... das kommt auf die Stückzahl und eine Anfrage an!
Sammelbestellung ?!
Gruß
Uwe
Manfred Gatti schrieb:
> Was sagen denn zu folgendem die Kegelfetischisten?
> Ich sah da ein Fahrzeug ohne Segel, dafür aber den Kegel mit der Spitze
> nach oben!
Moin,
so einem mußt Du aus dem Weg gehen. Er zeigt an, dass er mit Treibnetzten
fischt.
Übrigens neulich in Dänemark:
Ein kleiner Fischkutter nähert sich. Die Peilung steht, er hat keine
Signalkörper gesetzt. Da er sich nicht rührt, weiche ich aus und sehe hinten
seine Kurre ins Wasser führen.
Neulich in Friedrichskoog:
Im Hafen ligen diverse Kutter mit gesetzter "Eieruhr". Die geht gar nicht mehr
runter. Soll ich glauben, dass die auch im Hafen fischen?
Mit freundlichen Grüßen
J_Karstens
Mit freundlichen Grüßen
J_Karstens
Bin ich froh, daß es nicht das DB war. Aber nach Deiner Lösung bleibt
kaum noch Platz für schöne Antworten.
KVR Regel 26 (c) (ii) kann ja jeder nachlesen!
Mit sportlichen Grüßen
Manfred G.
(PS: Hallo Joachim, das war wieder so etwas für Dein Wunschdenken)
> (Natuerlich mach ich sowas auch nur unter halbwegs kontrollierten
> Bedingungen, erwartet also nicht, mich damit auf dem Weg nach Helgoland zu
> treffen, oder ohne Begleitboot bei ablandigem Mistral.)
BEEEERND!
Dein Helgolandtörn mit Nußschale kann nochmal zur Diskussion gestellt
werden!
Munterbleiben
HC
Hi Tobias,
vollstes ACK, was anderes hab ich ja auch nicht geschrieben.
Sind wir also doch mal einer Meinung. ;-)
Gruss
Thomas
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Katsegeln ist einfach genial.
Hi Ignatios,
die Punkte [2] bis [5] hast Du in deinem Posting aber nicht markiert.
Zuviel DB? ;-))
BTW, die beiden konnten ab 3 Bft. nicht mehr unter Deck gehem
und waren ab 6 Bft. ein Totalausfall.
Mann, muss es in Griechenland schwachwindig sein. ;-)
Gruss
Thomas
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Nur die Harten kommen in den Garten,
die Weichen muessen Schiffe streichen.