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Achterstag-Antenne für UKW?

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Andreas Janke

unread,
Jul 3, 2000, 3:00:00 AM7/3/00
to
Hi,
ich habe gerade ein nettes kleines Funkgerät bekommen. Wegen meinem Holzmast
(den ich ungerne anfräsen möchte und Tackerklammern nicht lange halten ;-))
stellt sich mir nun die Frage: wohin mit der Antenna? Das Achterstag hat
zwei Isolatoren und diente dem Vorbesitzer als Antenne, ich weiß nur nicht,
für welches Gerät (Radio, UKW, Dosenpresse ...).
Hat da jemand eine Idee, was da zu tun wäre? Und welche Teile dafür ggf.
erforderlich wären?

Gruß aus Kiel,
Andreas

--
Visit me at http://home.t-online.de/home/A.Janke
Fully rebuilt May 03, 2000!
Classic yachts? http://www.mp-jachtwerft.de

Ktholmann

unread,
Jul 3, 2000, 3:00:00 AM7/3/00
to
Hallo Andreas,

Im Artikel <8jqsf4$m51$13$1...@news.t-online.com>, "Andreas Janke"
<A.J...@t-online.de> schreibt:

>Hi,
>ich habe gerade ein nettes kleines Funkgerät bekommen. Wegen meinem Holzmast
>(den ich ungerne anfräsen möchte und Tackerklammern nicht lange halten ;-))

Wie wärs mit Schrauben? (Natürlich Kerdurchmesser vorgebohrt)

>stellt sich mir nun die Frage: wohin mit der Antenna? Das Achterstag hat
>zwei Isolatoren und diente dem Vorbesitzer als Antenne, ich weiß nur nicht,
>für welches Gerät (Radio, UKW, Dosenpresse ...).

Das Achterstag ist ideal für Grenz und Kurzwelle. Mit einem geeignetem
Abgriff auf 50 Ohm lässt sich damit sehr gut Navtext und die Telex-Wetter-
sender auf 4xxx und 7xxx kHz (je nach Entfernung) empfangen. Grenzwelle
lohnt ja nicht mehr. Ein guter Gegenpart zu solchen Achterstagantennen
ist dann noch ein Erdungsschwamm im Wasser, der den Empfang meist
noch merklich verbessert.

>Hat da jemand eine Idee, was da zu tun wäre? Und welche Teile dafür ggf.
>erforderlich wären?
>

Eine UKW-Antenne sollte auf jeden Fall, da man meist damit auch senden
möchte, auf die Wellenlänge angepaßt sein. D.h. in der Regel ist eine
solche Antenne ein Stab von etwa 1m Länge, der über ein möglichst
verlustfreies Koaxkabel angeschlossen ist. (Die Leistung soll auf die
Antenne und nicht schon im Kabel verbraten werden).
Eine Möglichkeit ist es diese Antenne z.B. am Heckkorb zu plaztieren,
wo sie meist aber doch irgendwie im Weg ist.
Der günstigere Platz auch von der Wirksamkeit und Reichweite ist
immer noch oben auf dem Mast.

Gruß

Karsten

ps: Zum Senden sollte man die Anmeldung bei der RegTP nicht vergessen!

Thomas Mischke

unread,
Jul 5, 2000, 3:00:00 AM7/5/00
to
On Mon, 3 Jul 2000 22:12:33 +0200, "Andreas Janke"
<A.J...@t-online.de> wrote:


Ich fürchte das wird nix. Ein Sender ist auf die richtige
Fußpunktimpedanz der kurzen Antenne abgestimmt. Diese ist bei einer
langen Antenne viel größer und aufgrund zufälliger Anschlußpunkte und
äußerer Beeinflussungen auch noch undefiniert. Selbst mit richtiger
Anpassung durch einen HF-Trafo würde wohl ein merkwürdiges
Strahlungsdiagramm dabei herauskommen.

Das ist jetzt aber ein bißchen geraten - vielleicht hats schon jemand
probiert ?

Das einfachste wäre, eine Stummelantenne an den Heckkorb zu schrauben
(Typ Notantenne). Die Größe spielt dabei keine Rolle, da Du eh nur
kurze Distanzen überbrückst. Maßgeblich ist im wesentlichen die
Antennenhöhe, nicht die Leistung. Sicherer ist es also allemal, die
Antenne "aufs Dach" zu bauen.

Thomas

>Hi,
>ich habe gerade ein nettes kleines Funkgerät bekommen. Wegen meinem Holzmast
>(den ich ungerne anfräsen möchte und Tackerklammern nicht lange halten ;-))

>stellt sich mir nun die Frage: wohin mit der Antenna? Das Achterstag hat
>zwei Isolatoren und diente dem Vorbesitzer als Antenne, ich weiß nur nicht,
>für welches Gerät (Radio, UKW, Dosenpresse ...).

>Hat da jemand eine Idee, was da zu tun wäre? Und welche Teile dafür ggf.
>erforderlich wären?
>

Mirko Möller

unread,
Jul 6, 2000, 3:00:00 AM7/6/00
to
Thomas Mischke schrieb:

>
> On Mon, 3 Jul 2000 22:12:33 +0200, "Andreas Janke"
> <A.J...@t-online.de> wrote:
>
> Ich fürchte das wird nix. Ein Sender ist auf die richtige
> Fußpunktimpedanz der kurzen Antenne abgestimmt. Diese ist bei einer
> langen Antenne viel größer und aufgrund zufälliger Anschlußpunkte und
> äußerer Beeinflussungen auch noch undefiniert. Selbst mit richtiger
> Anpassung durch einen HF-Trafo würde wohl ein merkwürdiges
> Strahlungsdiagramm dabei herauskommen.
>
> Das ist jetzt aber ein bißchen geraten - vielleicht hats schon jemand
> probiert ?
>
> Das einfachste wäre, eine Stummelantenne an den Heckkorb zu schrauben
> (Typ Notantenne). Die Größe spielt dabei keine Rolle, da Du eh nur
> kurze Distanzen überbrückst. Maßgeblich ist im wesentlichen die
> Antennenhöhe, nicht die Leistung. Sicherer ist es also allemal, die
> Antenne "aufs Dach" zu bauen.


Warum nimmst Du nicht einen einfachen UKW-Lambda-Viertel-Strahler und
befestigst diesen auf einem Stück Schlauch, welches Du dann (Schlauch
aufschneiden) mit irgendeinem Fall am Achterstag hochziehst. Muß ja noch
nicht mal dauerhaft angebracht werden, sondern kann je nach Bedarf
gesetzt werden.

Kommandotafel:

- Klar zum Setzen der UKW-Antenne!
- Ist klar!
- Heiß UKW-Antenn ... usw. usf.

Du solltest bei Sendebetrieb allerding mit einem SWR-Meter überprüfen,
inwieweit das nahe Achterstag das Verhalten der Antenne beeinflußt und
gegebenenfalls etwas kürzen oder Dachkapazität druff oder sonst noch
was.

Gruß
Mirko

Holger Wendt

unread,
Jul 6, 2000, 3:00:00 AM7/6/00
to
Moin!

"Ktholmann" <ktho...@aol.comnojunk> schrieb im Newsbeitrag
news:20000703171747...@nso-bh.aol.com...
...


> lohnt ja nicht mehr. Ein guter Gegenpart zu solchen Achterstagantennen
> ist dann noch ein Erdungsschwamm im Wasser, der den Empfang meist
> noch merklich verbessert.

...

Wie wichtig ist eigentlich die Erdung beim UKW-Funk? Meine Funke ist nicht
geerdet, funktioniert aber einigermassen. Kann ich den Empfang noch
verbessern? Scheint mir aber ziemlich aufwendig zu sein, so mit Erdschwamm
am Unterwasserschiff. Gibt es noch andere Moeglichkeiten?

Gruss
Holger

Thomas Mager

unread,
Jul 6, 2000, 3:00:00 AM7/6/00
to
> Wie wichtig ist eigentlich die Erdung beim UKW-Funk? Meine Funke ist nicht
> geerdet, funktioniert aber einigermassen. Kann ich den Empfang noch
> verbessern? Scheint mir aber ziemlich aufwendig zu sein, so mit Erdschwamm
> am Unterwasserschiff. Gibt es noch andere Moeglichkeiten?
>

Moin Holger,

bei einem GFK-Boot ohne Sandwich-Unterwassetschiff, kannst Du eine kapazitive
Ankopplung versuchen.
Du musst eine dicke Folie oder ein duennes Blech aus Cu oder Al auf den Boden
des Rumpfes kleben und diesen mit der
Systemerde verbinden. Dabei sollte das Verbindungskabel einen Querrschnitt
von min. 6qmm haben und so kurz wie moeglich sein.
Auch sollte die Anbindung an die Folie geloetet sein. Die Kapazitaet des
Kondensators ist abhaengig von der Flaech, dem Abstand zum
Wasser (Rumpfstaerke) und der Dielektrizitaetskonstante vom GFK.

Formel: C=\epsilon_0 \epsilon_r(GFK) Flaeche/Rumpfstarke

Bei 1qmm Flaeche, 10mm Rumpfstaerke, \epsilon_r(Expoxid)=5.5 folgt C=49pF

das Entspricht bei einer Frequenz von 50MHz einer Impedanz von 416 Ohm
Die Ankopplung ist zwar nicht optimal, aber bei 2 qm Folie oder einem halb so
dicken rumpf solltest Du eine
Verbesserung spueren. Du musst aber unbeding die Antenne neu anpassen, da
durch die Kapazitaet die Resonazfrequenz verstellt ist.

Ciao

Thomas

Thomas Mager

unread,
Jul 6, 2000, 3:00:00 AM7/6/00
to
Thomas Mager wrote:

> > Wie wichtig ist eigentlich die Erdung beim UKW-Funk? Meine Funke ist nicht
> > geerdet, funktioniert aber einigermassen. Kann ich den Empfang noch
> > verbessern? Scheint mir aber ziemlich aufwendig zu sein, so mit Erdschwamm
> > am Unterwasserschiff. Gibt es noch andere Moeglichkeiten?
> >
>
> Moin Holger,
>
> bei einem GFK-Boot ohne Sandwich-Unterwassetschiff, kannst Du eine kapazitive
> Ankopplung versuchen.
> Du musst eine dicke Folie oder ein duennes Blech aus Cu oder Al auf den Boden
> des Rumpfes kleben und diesen mit der
> Systemerde verbinden. Dabei sollte das Verbindungskabel einen Querrschnitt
> von min. 6qmm haben und so kurz wie moeglich sein.
> Auch sollte die Anbindung an die Folie geloetet sein. Die Kapazitaet des
> Kondensators ist abhaengig von der Flaech, dem Abstand zum
> Wasser (Rumpfstaerke) und der Dielektrizitaetskonstante vom GFK.
>
> Formel: C=\epsilon_0 \epsilon_r(GFK) Flaeche/Rumpfstarke
>
> Bei 1qmm Flaeche, 10mm Rumpfstaerke, \epsilon_r(Expoxid)=5.5 folgt C=49pF
>
> das Entspricht bei einer Frequenz von 50MHz einer Impedanz von 416 Ohm

Sorry ich habe mit der Kreisfrequenz gerechnet.

also., bei 50MHz ist die Impedanz 66Ohm.

Das passt doch schon ganz gut.

Ciao

Thomas


Ruediger Weissbach

unread,
Jul 6, 2000, 3:00:00 AM7/6/00
to
Thomas Mager schrieb:

>
> Thomas Mager wrote:
>
> > > Wie wichtig ist eigentlich die Erdung beim UKW-Funk? Meine Funke ist nicht
> > > geerdet, funktioniert aber einigermassen. Kann ich den Empfang noch
> > > verbessern? Scheint mir aber ziemlich aufwendig zu sein, so mit Erdschwamm
> > > am Unterwasserschiff. Gibt es noch andere Moeglichkeiten?
> > >
> >
> > Moin Holger,
> >
> > bei einem GFK-Boot ohne Sandwich-Unterwassetschiff, kannst Du eine kapazitive
> > Ankopplung versuchen.
> > Du musst eine dicke Folie oder ein duennes Blech aus Cu oder Al auf den Boden
> > des Rumpfes kleben und diesen mit der
> > Systemerde verbinden. Dabei sollte das Verbindungskabel einen Querrschnitt
> > von min. 6qmm haben und so kurz wie moeglich sein.
> > Auch sollte die Anbindung an die Folie geloetet sein. Die Kapazitaet des
> > Kondensators ist abhaengig von der Flaech, dem Abstand zum
> > Wasser (Rumpfstaerke) und der Dielektrizitaetskonstante vom GFK.
> >
...

Dumme Frage: Was passiert eigentlich, wenn ich versuche, meinen Kiel
(Guß) als Erde zu nehmen? (Irgendein Stück Eisen liegt da eigentlich
immer farbfrei;-)

mfg
Rüdiger

Jörg Leppin

unread,
Jul 6, 2000, 3:00:00 AM7/6/00
to

Ruediger Weissbach schrieb in Nachricht
<3964BF57...@sh-home.de>...

>Dumme Frage: Was passiert eigentlich, wenn ich versuche, meinen Kiel
>(Guß) als Erde zu nehmen? (Irgendein Stück Eisen liegt da eigentlich
>immer farbfrei;-)
>

Moin
Es kann Probleme mit Galvanischen Strömen geben.
Im schlimmsten Fall kann sich Dein Kielbolzen auflösen.

Einige haben ihre Erdung an den Seeventilen angeschlossen
gehabt und sich gewundert, warum sie plötzlich auseinanderfallen.

Jörg Leppin
--
einiges zum Thema Angeln & Wassersport:
http://home.foni.net/~joerg-leppin/index.htm

Edgar Warnecke

unread,
Jul 6, 2000, 3:00:00 AM7/6/00
to
On Thu, 06 Jul 2000 19:18:15 +0200, Ruediger Weissbach
<r.wei...@sh-home.de> wrote:

>
>Dumme Frage: Was passiert eigentlich, wenn ich versuche, meinen Kiel
>(Guß) als Erde zu nehmen? (Irgendein Stück Eisen liegt da eigentlich
>immer farbfrei;-)

Naja,

dann haste *Lokalelemente* und irgendwann, frueher oder spaeter,
wahrscheinlich eher spaeter, faellt Dein Kiel ab.

HTH ?

Gruss

Edg@r vorm Huy
--
Einfach ist genial.

Sepp Klimbacher

unread,
Jul 7, 2000, 3:00:00 AM7/7/00
to
On Thu, 6 Jul 2000 22:29:25 +0200, "Jörg Leppin"
<joerg-...@foni.net> wrote:


>Moin
>Es kann Probleme mit Galvanischen Strömen geben.
>Im schlimmsten Fall kann sich Dein Kielbolzen auflösen.
>
>Einige haben ihre Erdung an den Seeventilen angeschlossen
>gehabt und sich gewundert, warum sie plötzlich auseinanderfallen.
>
>Jörg Leppin


Hallo Jörg

Kleiner Exkurs in Korrosionskunde:

Ein Metall korrodiert in wässrigem Milieu (= elektrochemische
Korrosion) dann wenn es zumindest partiell von seinem thermodynamisch
gegebenen Gleichgewichtspotential in anodische (positive)
Richtung polarisiert wird. Das bewirkt, daß aus dem Metall lösliche,
positive Ionen (Kationen) gebildet werden. In Sekundärreaktionen
können diese Ionen feste Beläge bilden (Rost), oder sie bleiben in
Lösung und hinterlassen ein entsprechend geschwächtes Metallteil.

Die bei der Bildung dieser Metallkationen freiwerdenden Elektronen
müssen aber irgendwo "untergebracht" werden, sonst würde sich ja die
Ladung des Metalles in negative Richtung ändern und die Korrosion zum
Stillstand kommen. In den meisten Fällen werden diese Elektronen an
einer anderen Teil der Metalloberfläche zur Reduktion des im Wasser
befindlichen Sauerstoffes unter Bildung von Hydroxylionen (Anionen)
verbraucht (kathodische Reaktion). Das korrodierende Metall ist dann
eine Mischelektrode an der beide Reaktionen ablaufen.

Steht nun dieses Metall (z. B. Eisen) in galvanischem Kontakt mit
einem anderen Metall mit positiveren ("edleren")
Gleichgewichtspotential (z. B. Kupfer), so wird das Potatial des
Eisens in positive (anodische) Richtung verschoben. Es wird sich also
verstärkt auflösen. Die kathodische Reaktion findet dann am edleren
Kupfer statt. Umgekehrtes Beispiel ist die Paarung Eisen Zink wo am
edleren Eisen die kathodische Reaktion abläuft, währen sich das
unedlere Zink anodisch auflöst.

Diese Vorgänge nennt man galvanische Korrosion.

Wichtig: Voraussetzung dafür ist ein geschlossener Stromkreis auch
über die Elektrolytphase! Der Ladungsausgleich zwischen Kathode und
Anode muß im Elektrolyt über die Wanderung von Ionen erfolgen. Daher:
Je größer der Elektrolyt("Salz")gehalt des Wassers, desto geringer
ist der Elektolytwiderstand und desto stärker ist daher auch die
Korrosion.

Werden die bei der Metallionenbildung frei werdenden Elektronen nun
durch Anlegen einer äußeren Spannung abgeführt und an anderer Stelle
durch kathodische Anionenbildung wieder in den Elektrolyt
zurückgeführt, dann spricht man von Fremdstromkorrosion. Das kann bei
fehlerhaften Erdungen (z. B. Geräten mit ständigem Leckstrom) zu
starker Korrosion des Erdungsmetalles führen. Im Falle eines
Funkgerätes kann ich mir nicht vorstellen, daß bei den kurzen
Betriebszeiten solche Ladungsmengen über die Erde transportiert
werden, daß nennenswerte Korrosion auftritt.

Eine wesentlich gefährlichere Fremdstomquelle können aber
Landstromanschlüsse sein. Es kann zwischen der Erde des Schutzleiters
am Landstromkasten und des Schiffserde ein beträchtlicher
Potentialunterschied bestehen. Ist dann das Bordladegerät von der
Landstromerde nicht galvanisch entkoppelt (wie fast bei allen
Ladegeräten :-( ) , dann kann im Dauerbetrieb an der Schiffserde
starke Korrosion auftreten.

Der Strom sucht immer den Weg des geringsten Widerstandes. Erfolgt die
Erdung über einen gut korrosionsgeschützten (gegen das Wasser
isolierten) Kiel und die ungeschützten Kielbozen sind ständig naß,
können sich die natürlich auch auflösen. Ist aber wohl eher
unwahrscheinlich.

Eine gut ausgeführte Schiffserde über eine ausreichend dimensionierte
Erdungsplatte (Metallschwamm) und ein Ladegerät mit Trenntrafo
entheben einen aber all dieser Sorgen.

Gruß
Sepp

Jörg Leppin

unread,
Jul 7, 2000, 3:00:00 AM7/7/00
to

Sepp Klimbacher schrieb in Nachricht
<0mvamsooga19r5r07...@4ax.com>...

>
>Steht nun dieses Metall (z. B. Eisen) in galvanischem Kontakt mit
>einem anderen Metall mit positiveren ("edleren")
>Gleichgewichtspotential (z. B. Kupfer), so wird das Potatial des
>Eisens in positive (anodische) Richtung verschoben. Es wird sich also
>verstärkt auflösen. Die kathodische Reaktion findet dann am edleren
>Kupfer statt. Umgekehrtes Beispiel ist die Paarung Eisen Zink wo am
>edleren Eisen die kathodische Reaktion abläuft, währen sich das
>unedlere Zink anodisch auflöst.

Bei Seeventilen (Kupfer und Zink) löst sich das Zink aus.
Zurück bleibt das nun "schwammartige" Kupfer.
Man spricht von "Auszinkung"
Optisch kann man es fast nicht sehen. Bemerken erst, wenn es zu
spät ist, das Ventil abbricht.
Schließe ich an so einem Ventil noch eine Erdung an, so
verstärkt sich der Prozess


>
>Werden die bei der Metallionenbildung frei werdenden Elektronen nun
>durch Anlegen einer äußeren Spannung abgeführt und an anderer Stelle
>durch kathodische Anionenbildung wieder in den Elektrolyt
>zurückgeführt, dann spricht man von Fremdstromkorrosion. Das kann bei
>fehlerhaften Erdungen (z. B. Geräten mit ständigem Leckstrom) zu
>starker Korrosion des Erdungsmetalles führen. Im Falle eines
>Funkgerätes kann ich mir nicht vorstellen, daß bei den kurzen
>Betriebszeiten solche Ladungsmengen über die Erde transportiert
>werden, daß nennenswerte Korrosion auftritt.

Sobald ein Funkgerät an Bord ist, sollte es auch angeschaltet werden.
Da kommen schon einige Betriebsstunden zustande.


>
>Der Strom sucht immer den Weg des geringsten Widerstandes. Erfolgt die
>Erdung über einen gut korrosionsgeschützten (gegen das Wasser
>isolierten) Kiel und die ungeschützten Kielbozen sind ständig naß,
>können sich die natürlich auch auflösen. Ist aber wohl eher
>unwahrscheinlich.

Die Kielbolzen befinden sich ganz unten in der Bilge. Dort
steht eigentlich immer etwas Wasser, bzw es ist dort feucht.
Und wenn es nur eine ausgelaufene Dose Bier ist, die zur
Kühlung dort gelagert wurde.


>
>Eine gut ausgeführte Schiffserde über eine ausreichend dimensionierte
>Erdungsplatte (Metallschwamm) und ein Ladegerät mit Trenntrafo
>entheben einen aber all dieser Sorgen.
>

Genau. Und wenn der Erdungsschwamm schon vorhanden ist, sollte
daran auch gleich die Funkgerätemasse mit angeschlossen werden.
Nicht nur das Ladegerät, sondern die gesamte 230V Versorgung im
Boot sollte durch einen Trenntrafo galvanisch getrennt werden.

Sepp Klimbacher

unread,
Jul 7, 2000, 3:00:00 AM7/7/00
to
On Fri, 7 Jul 2000 11:06:10 +0200, "Jörg Leppin"
<joerg-...@foni.net> wrote:


>Bei Seeventilen (Kupfer und Zink) löst sich das Zink aus.
>Zurück bleibt das nun "schwammartige" Kupfer.
>Man spricht von "Auszinkung"
>Optisch kann man es fast nicht sehen. Bemerken erst, wenn es zu
>spät ist, das Ventil abbricht.
>Schließe ich an so einem Ventil noch eine Erdung an, so
>verstärkt sich der Prozess

Ein Beipiel für selektive Korrosion. Diese Entzinkung findet aber auch
ohne Fremdstrom, nur langsamer statt. Gute Seeventile sind aus dem
entzinkungsbeständigen Rotguß oder noch besser aus
Nickelaluminiumbronze.

>Sobald ein Funkgerät an Bord ist, sollte es auch angeschaltet werden.
>Da kommen schon einige Betriebsstunden zustande.

Im Standbybetrieb wird nicht gesendet, daher kann auch kein Strom über
die Erde fließen.

>Die Kielbolzen befinden sich ganz unten in der Bilge. Dort
>steht eigentlich immer etwas Wasser, bzw es ist dort feucht.
>Und wenn es nur eine ausgelaufene Dose Bier ist, die zur
>Kühlung dort gelagert wurde.

Nur relevant wenn eine Elektrolytverbindung nach Außen besteht!
Bei mir kannst in der Bilge staubsaugen;-).

>Genau. Und wenn der Erdungsschwamm schon vorhanden ist, sollte
>daran auch gleich die Funkgerätemasse mit angeschlossen werden.
>Nicht nur das Ladegerät, sondern die gesamte 230V Versorgung im
>Boot sollte durch einen Trenntrafo galvanisch getrennt werden.

Korrekt.

Gruß
Sepp

Jörg Leppin

unread,
Jul 7, 2000, 3:00:00 AM7/7/00
to

Sepp Klimbacher schrieb in Nachricht ...

>
>Ein Beipiel für selektive Korrosion. Diese Entzinkung findet aber auch
>ohne Fremdstrom, nur langsamer statt. Gute Seeventile sind aus dem
>entzinkungsbeständigen Rotguß oder noch besser aus
>Nickelaluminiumbronze.

Kann man sich darauf verlassen, daß einem im Handel die
hochwertigen Borddurchlässe verkauft werden, bzw daß
die Werft diese eingebaut hat?
Es geht ja nicht nur um die Seeventile alleine, sondern auch
um alle Anschlußstücke (Durchlaß, Schlauchtülle, Adapter usw)


>
>>Sobald ein Funkgerät an Bord ist, sollte es auch angeschaltet werden.
>>Da kommen schon einige Betriebsstunden zustande.
>
>Im Standbybetrieb wird nicht gesendet, daher kann auch kein Strom über
>die Erde fließen.

Auch beim Empfangen fließt ein Strom über Erde.
Würde man die Masseleitung beim Empfanegn trennen,
so würde sich der Empfang verschlechtern.


>
>>Die Kielbolzen befinden sich ganz unten in der Bilge. Dort
>>steht eigentlich immer etwas Wasser, bzw es ist dort feucht.
>>Und wenn es nur eine ausgelaufene Dose Bier ist, die zur
>>Kühlung dort gelagert wurde.
>
>Nur relevant wenn eine Elektrolytverbindung nach Außen besteht!
>Bei mir kannst in der Bilge staubsaugen;-).

Nur, wenn keine Verbindung nach "außen" besteht, ist der
Anschluß der Erde an den Kiel(bolzen) unnütz.
Dann hat man natürlich auch keine Probleme mit der
Korrision.
Bei mir in der Bilge kann ich auch staubsaugen. Aber nur
mit einem Allzwecksauger, mit dem man auch Flüssigkeiten
absaugen kann. :-(
Ist halt ein älteres Holzboot (Bj 44)

Sepp Klimbacher

unread,
Jul 7, 2000, 3:00:00 AM7/7/00
to
On Fri, 07 Jul 2000 12:37:15 +0200, Ulrich G. Kliegis
<Ulrich....@kiel.netsurf.de> wrote:


>Zement mal, erstens geht es beim Funkgeraet allenfalls um eine gute
>HF-Erde. Die laesst sich galvanisch getrennt ueber einen ausreichend
>dimensionierten Antennen-Uebertrager erreichen. Zweitens fliesst bei
>galvanischer Verbindung allenfalls Wechselstrom. Was wissen unsere
>Physikochemiker denn dazu?

Richtig, allerdings enthält Wechselstrom manchmal eine
Gleichstromkomponente. Ursache kann z. B. der Gleichrichtereffekt von
halbleitenden Deckschichten (Korrosionsprodukten) sein. Und das reicht
schon zur Fremdstromkorrosion.

>Aber Hand aufs Herz, wer hat tatsaechlich einen Trenntrafo auf seinem
>Schiff?

Sicher nur wenige, aber Aluschiffeignern sei er besonders dringend
empfohlen. Auch der galvanische Kontakt mit einem benachbarten
Stahlschiff oder der Stahlkonstruktion einer Steganlage kann für
Aluschiffe sehr gefährlich sein.

Gruß
Sepp

Sepp Klimbacher

unread,
Jul 7, 2000, 3:00:00 AM7/7/00
to
On Fri, 7 Jul 2000 12:40:48 +0200, "Jörg Leppin"
<joerg-...@foni.net> wrote:


>
>Kann man sich darauf verlassen, daß einem im Handel die
>hochwertigen Borddurchlässe verkauft werden, bzw daß
>die Werft diese eingebaut hat?
>Es geht ja nicht nur um die Seeventile alleine, sondern auch
>um alle Anschlußstücke (Durchlaß, Schlauchtülle, Adapter usw)

Leider nein. Für Hausinstallationen wird oft das nicht
entzinkungsfeste alpha/beta Messing (CuZn 60 40) verwendet. Grund:
billiger, leichter verarbeitbar. Besser ist das überwiegend aus der
alpha-Modifikation bestehende CuZn 70 30 mit Zusätzen von Si, Mn, As
("Marinemessing"), noch besser Rotguß. Wo die Werften nun einkaufen
kann der Kunde nicht kontrollieren, wenn Schäden auftreten ist die
Garantiezeit längst abgelaufen:-(. Das muß gar nicht aus falsch
verstandener Sparsamkeit geschehen. Man glaubt gar nicht welche
Unkenntnis über die verwendeten Werkstoffe die "Werftfachleute" haben.
Auch die für Sie wirklich grundlegende Chemie der Reaktionsharze ist
für die meisten ein völlig nebensächliches Kapitel. Der Harzhersteller
liefert das Material und die Verarbeitungsvorschrift, was da beim
Laminieren wirklich vorgeht und wie sich oft nur geringe Änderungen im
Produktionsablauf auswirken können ist den Anwendern weitgehend
unklar. Wenn es dann einmal daneben geht dann redet man sich auf das
Harz aus.


>>Nur relevant wenn eine Elektrolytverbindung nach Außen besteht!
>

>Nur, wenn keine Verbindung nach "außen" besteht, ist der
>Anschluß der Erde an den Kiel(bolzen) unnütz.
>Dann hat man natürlich auch keine Probleme mit der
>Korrision.

Nochmals: Gemeint ist, daß die Kielbolzen mit dem Außenelektrolyt
(Seewasser) in Kontakt stehen. Nur dann ist ein für die
Fremdstromkorrosion notwendiger geschlossener Stromkreis gegeben. Bei
einem feuchten Holzrumpf kann man allerdings davon ausgehen, daß diese
Verbindung besteht. Hier besteht noch die zusätzliche Gefahr, daß es
durch kathodisch gebildete Hydroxylionen (= pH-Werterhöhung) zu einer
Auflösung des Holzes um die Kielbolzen kommt. Dann kann der Kiel
wirklich abfallen.

Trotzdem: Fürchte Dich nicht;-).

Gruß
Sepp

Andreas Janke

unread,
Jul 7, 2000, 3:00:00 AM7/7/00
to
"Mirko Möller" <mirko....@fernuni-hagen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3963B891...@fernuni-hagen.de...
(...)

> Warum nimmst Du nicht einen einfachen UKW-Lambda-Viertel-Strahler und
> befestigst diesen auf einem Stück Schlauch, welches Du dann (Schlauch
> aufschneiden) mit irgendeinem Fall am Achterstag hochziehst. Muß ja noch
> nicht mal dauerhaft angebracht werden, sondern kann je nach Bedarf
> gesetzt werden.
(...)

Hi,
genau _das_ geht wegen der Isolatoren (2) nicht. Hätte mir halt beim
Großsegel ein leitfähiges Vorliek bestellen sollen ;-)
aber trotzdem schönen Dank, wird wohl doch auf eine Mastbefestigung
hinauslaufen, vielleicht paßt die Kupferschnur neben die Rutschbahn ...

Gruß aus Kiel,
Andreas

Ktholmann

unread,
Jul 7, 2000, 3:00:00 AM7/7/00
to
Im Artikel <8k1cs2$n5f$1...@rzsun03.rrz.uni-hamburg.de>, "Holger Wendt"
<holger...@bib.fh-hamburg.de> schreibt:

>Wie wichtig ist eigentlich die Erdung beim UKW-Funk? Meine Funke ist nicht
>geerdet, funktioniert aber einigermassen. Kann ich den Empfang noch
>verbessern? Scheint mir aber ziemlich aufwendig zu sein, so mit Erdschwamm
>am Unterwasserschiff. Gibt es noch andere Moeglichkeiten?
>

>Gruss
>Holger
>

Beim UKW-Funk ist eine Erdung über Erdschwamm IMHO nicht sinnvoll.
Dieses liegt an der Wellenlänge von etwa 2m, so daß jedes Kabel zum
Erdschwamm in Resonanz kommen kann. Das ist dann reiner Zufall
obs hilft oder nicht.
Bei der UKW-Antenne sollte an Fußpunkt der Antenne schon für eine
Entsprechene "Erdung" gesorgt werden, welches durch die Konstrucktion
der Antenne schon erreicht werden kann. Dieses ist kein Problem, da
die Antenne leicht in der Länge auf ~Wellenlänge/4 dimensioniert werden kann.

Kurzwellenantennen kann man dagegen nicht so leicht auf die Wellenlänge
optimierten. Hier zählt meist so lang wie möglich, da der Empfang kapazitiv
über die Länge der Antenne funktioniert.( Bei 4MHz ist die Wellenlänge ~80m)
Hier wird dann die Erdung wichtig, die dann auch über etwas längere Kabel
erfolgen kann.

Zum Verbessern des UKW-Betriebs würde ich eine Überprüfung des Antennen-
kabels empfehlen:
- Test auf Brüche des Innenleiters (durchmessen)
- Überprüfen aller Verbindungen (auch Antennenanschluß) auf sehr guten Kontakt

Gruß

Karsten

ps.: Ich kann mir schlecht vorstellen, daß eine UKW Antenne parallel zum
Achterstag zu gebrauchen ist. Es wird zu viel Energie in das Achterstag
gehen, so daß ein Funktion reiner Zufall (z.B. leitene Länge des Achterstags)
sein wird. Auf jeden Fall sollte dann kein Empfänger mehr am Achterstag
sein, da der mit der Sendeenergie auf der Empfangseingangsstufe leicht an
Empfangs-Emfindlichkeit verlieren könnte.

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