Am Fri, 10 May 2013 10:45:54 -0700 (PDT) schrieb Ralf Wenzel:
> Moin moin,
Hallo,
> so, ich habe meinen SBF See, beim Binnen stehe ich kurz vor der
> praktischen Prüfung (Theorie hab ich schon) -- und schon fallen mir
> (wie auch Mitprüflingen) ein paar Dinge auf:
>
> * Vom Autoführerschein (neueste Version) her konditioniert, war ich
> doch etwas überrascht, dass gerade Sportbootführerscheinen nicht als
> (wasserfeste) Plastikkarte, sondern als "Papierfleppe" ausgestellt
> werden -- und dann auch noch in einem Format, für das es keine
> Klarsichthüllen gibt (die es für Kfz-Scheine ja gibt). Angeblich
> sollten mit der Erweiterung auf 15 PS für führerscheinloses Fahren
> auch Plastikkarten eingeführt werden, scheint aber nicht passiert zu
> sein. Lt WSP darf man sie aber auch nicht laminieren.
>
> Noch unverständlicher ist dabei, dass es "den Führerschein" ja gar
> nicht gibt. SBF See und Binnen, Funkzeugnis Binnen und See,
> Bodenseeschein -- dass artet ja richtig aus. Da wäre der
> Autoführerschein eine gute Vorlage gewesen.
Die Papierfleppe beim Autoführerschein hatte auch seine Vorteile, die
bei Plastik abhanden kamen. Da waren unter anderem die
Geltungsbereiche noch treffender formuliert, da ausreichend Platz auf
dem Papier für präzise, von sich aus vollständige Beschreibungen
gewesen ist, während auf den Plastik-Karten nur noch für kryptische
Zahlencodes Platz genug ist.
> * Für den Bodensee und den Rhein braucht man Extrascheine?
> Gerade für den Bodensee kann man prüfungsfrei zeitlich begrenzt
> gültige Scheine erwerben. Kann es sein, dass die Scheine eher als
> Einnahmequelle für die Landratsämter denn als Qualifikationsnachweis
> notwendig sind?
Am vergangenen Wochenende habe ich in Langenargen am Bodensee nach
bestandener Prüfung meinen SBF-See bekommen. *freu*
Praktische Prüfung war einen Tag zuvor, bei der Insel Reichenau. Es
fanden sich zirka 100 Personen für die SBF-See Prüfung in Langenargen
ein. Davon waren auch viele aus Oesterreich, der Schweiz und dem
Fürstentum Liechtenstein angereist. Für diese nicht in Deutschland
wohnhaften Absolventen gab es einen expliziten, seltsamen Eintrag im
Schein; dass das Dokument nicht als Internationales Zertifikat gültig
sei. Gemäss Wikipedia müsste als Internationales Zertifikat sowieso
auch für in Deutschland wohnhafte Absolventen ein zusätzliches Beiblatt
beantragt werden, obwohl das soeben geprüfte international anerkannt
ist:
Als „nationales“ Dokument hat der SBF See im Ausland keine Gültigkeit.
Allerdings beinhalten alle Sportbootführerscheine das Internationale
Zertifikat gemäß der Resolution Nr. 40 der Wirtschaftskommission der
Vereinten Nationen (International Certificate of Competence). Führer
von Sportbooten können mit Hilfe dieses Nachweises ihre Qualifikation
im Ausland belegen. Die Führerscheine werden hierzu um eine dritte
Innenseite erweitert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sportbootführerschein_See#Internationales_Zertifikat
Das wird sicherlich wieder einige Notenbank-Zertifikate kosten, aber
naja, Hauptsache ich habe endlich den Schein.
> * Und nach dem SBF? Viele Mitprüflinge haben schon während des
> Lehrganges vom SKS. gesprochen -- ich will lieber erstmal
> Praxiserfahrung sammeln, ehe ich über sowas nachdenke. Und dann vllt.
> (!) in zwei Jahren mal nen SKS-Kurs machen. Geht ihr da konform? Oder
> kann man den SKS auch weglassen und "ersetzen" durch praktische
> Erfahrung? Ich bin kein Freund von Prüfungen....
Ich sehe das auch etwa so. Bevor ich mir ein eigenes Boot zulege, werde
ich sowieso noch eine Weile per Kojencharter unterwegs sein, und dabei
Erfahrungen sammeln und ins Meilenbuch eintragen. (Bislang sind darin
500 sm Ostsee) Auch da mich die laufenden Kosten eines eigenen Bootes
abschrecken. Die Skipper, bei denen ich bislang Kojen charterte, haben
den SKS. Für gewerbliche Zwecke würde der SBF-See nicht ausreichen.
So kann im Grunde genausogut das notwendige Wissen auf diesen Fahrten
bekommen anstatt über den Schulweg, um mich irgendwann an längere Törns
zu wagen, dabei die ganze Verantwortung für ein eigenes Boot und alle an
Bord zu übernehmen, auch wenn das dann nicht in Gestalt von
gewerblichen Fahrten sein dürfte. Es gibt auch einige Beispiele von
Weltumseglern, die keine weitere Prüfung abgeschlossen haben als den
SBF-See. Möglicherweise werde ich mich nächstes Jahr trotzdem dazu
entscheiden, mich für die SKS-Prüfung anzumelden, auch wenn keine
zwingende Notwendigkeit dazu besteht.
Gruesse, Andreas