Bin für jeden Hinweis dankbar.
Thomas Lauer.
> Welche Booten bevorzugen eigentlich Langzeitsegler (z.B. für eine
> Atlantiküberquerung)?
> Sind sog. Motorsegler vollwertige Segelyachten? Mir gefällt die
> Möglichkeit, bei Schlechtwetter an einem 2. Steuerstand unter Deck zu
> navigieren.
> Gibt es Bücher, die Yachttypen vorstellen und beurteilen?
Hmm, bei einer Atlantikueberquerung wuerde ich immer mal damit rechnen, dass
einem ein Paar tage mal die Wellen uebers Deck rollen. Die meisten Schiffe
mit einem Innensteuerstand haben aber auch die schoenen Panoramascheiben. Da
wuerde ich zumindest Platten dabeihaben wollen, die man davor machen kann,
sonst hat man so leicht die Fenster innen.
Bei relativ ruhigem Schietwetter kann man ehh den Autopilot anmachen und
sich irgendwo verkriechen.
Nils
--
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
"Halt Du sie dumm - ich halt sie Arm"
[Reinhard Mey, 'Sei Wachsam']
Das hab ich schon des oefteren gelesen, aber sollte es heutzutage
nicht schon ziemlich bruchfeste Glassorten geben? :-? Oder scheitert
das dann eher "nur" an den Kosten?
Gruesse,
johannes
Panzerglas ist nicht ganz billig, nein.
Das einzige mal, das ich das erlebt habe, das eine Scheibe reinkommt war auf
einem Boot, wo die Scheiben einfach scheisse befestigt waren (nicht aussen,
groesser als das Loch im Stahl, sondern genau in das Loch eingepasst).
Vor der Schleuse Brunsbuettel in der kippenden Tide war dann etwas mehr
Seegang als wir erwartet hatten und eine Welle ging uns ueber Deck. Die
Scheibe war heil, lag nur auf der Pantry. Wir sind dann einfach
unvorschriftsmaessig in den Schleusenkanal eingefahren um nicht allzuviel
Wasser zu nehmen. Aber bei einer Atlantikueberquerung sind halt die
Schleusenkanaele so weit weg. ;-)
Nils
--
Will trade links for food.
[geklaut bei
www.userfriendly.org]
Naja, gibt's nicht noch einiges dazwischen, zwischen Panzerglas (als
militaerischer Laie stell ich mir das so als "schussfestes" Glas vor)
und "wellenfestem" Glas?
Nu, da muesste man wohl bissl Ahnung von Physik und den bei Wellen
auftretenden Kraeften haben. :-?
Gruesse,
j.
>Als Anhaltspunkt möge Dir dienen, das die Bullaugen oder
>Brücken-/Aufbaufenster auf Seeschiffen eine Dicke ab 10mm haben.
>Trotzdem ist auch das keine Garantie gegen Seeschlag.
Moin,
Das gilt auch fuer Ankerwinschen aufs Vordeck grossere Seeschiffe ;-)
Polikarbonat (Lexan®) ist ein gutes material fuer Fenster, in
Geeigneter Dicke.
Cheers, Pieter
--
Vernuft is een sublimatie van domheid.©
>Welche Booten bevorzugen eigentlich Langzeitsegler (z.B. für eine
>Atlantiküberquerung)?
Mit beschraenkte Besatzung: bequeme Booten, also kein Renner (zu
Anstrengend).
Spitzgatter haben eine bequemere Fahrt in Wellen als *trendy* Teller.
Mehrruempfer haben das Vorteil man kann in schweres Wetter ein
*Fallschirmseeanker* benutzen.
Suche mal unter http://www.kreuzer-abteilung.org
im INFO-POOL die Dokumentenübersicht mit *5520 die
Sicherheitsrichtlinien.
Da findest Du ganz bestimmt mehr als nur eine info über eine
eingedrückte Scheibe auf der Elbe.
Mit sportlichen Grüßen
Manfred G.
> Welche Booten bevorzugen eigentlich Langzeitsegler (z.B. für eine
> Atlantiküberquerung)?
Ziemlich unterschiedliche, was Riss, Baumaterial, Größe, Takelung etc.
betrifft. Die "Bevölkerungszahl" spielt natürlich auch eine Rolle.
Der kleinste Transatlantiksegler war knapp 1,8 m lang (Hugo Vihlen
mit seiner April Fool in 84 Tagen von Casablanca nach Florida).
Henderson, Einhandsegeln, Verlag Delius, Klasing, schreibt dazu (S.
94): "... und mit ihr wurde ein Rekord aufgestellt, der hoffentlich
jeden von dem Versuch abhalten wird, ihn brechen zu wollen."
> Sind sog. Motorsegler vollwertige Segelyachten?
Meistens nicht. Eierlegende Wollmilchsäue gibt es nun mal leider
nicht.
> Mir gefällt die
> Möglichkeit, bei Schlechtwetter an einem 2. Steuerstand unter Deck
> zu navigieren.
Ein solcher lässt sich auch auf einem Segler einrichten (Ausgucksdom).
> Gibt es Bücher, die Yachttypen vorstellen und beurteilen?
Etliche. Zum Bleistift den oben bereits erwähnten Richard Henderson.
Viele Gedanken über seetüchtige Untersätze haben sich auch Jean
Merrien, Sie segelten allein, Verlag Delius, Klasing Verlag, und Hal
Roth, 50000 Meilen unter Segeln, Edition Maritim, gemacht.
Gruß
Abdul
> Nu, da muesste man wohl bissl Ahnung von Physik und den bei Wellen
> auftretenden Kraeften haben. :-?
Berechne mal die kinetische Energie eines Brechers, da legst di niada.
Cornelia
--
Be out and be proud - today is the first day of the rest of your life
Support Transgenre Strasbourg : http://www.sts67.org
site personnel : http://surf.to/fofol
Cornelia Schneider schrieb:
>
> Berechne mal die kinetische Energie eines Brechers, da legst di niada.
>
Hallo,
schon, nur kann diese Energie nicht komplett nur auf das Fenster
umgesetzt werden. Ein kleiner Bruchteil davon kann aber auch schon zur
Zerstörung des Fensters reichen.
Bye
> Von der kinetischen Energie, vom Rechnen, oder einfach nur so aus
> Spass? :)
Alle drei, wenn schon :D
Eben. Nimm Masse des Brechers mal seine Geschwindigkeit und berechne
dann die Belastung beim Einschlag auf das Fenster, natürlich in Funktion
der Größe des letzteren. Das langt dicke, um so manches zu Bruch zu
schlagen.
>> Naja, gibt's nicht noch einiges dazwischen, zwischen Panzerglas (als
>> militaerischer Laie stell ich mir das so als "schussfestes" Glas
>> vor) und "wellenfestem" Glas?
>> Nu, da muesste man wohl bissl Ahnung von Physik und den bei Wellen
>> auftretenden Kraeften haben. :-?
> Als Anhaltspunkt möge Dir dienen, das die Bullaugen oder
> Brücken-/Aufbaufenster auf Seeschiffen eine Dicke ab 10mm haben.
> Trotzdem ist auch das keine Garantie gegen Seeschlag.
Was am besten hilft:
Gute Form der aufbauten (damit das wasser nicht platt dagegen knallt) und
moeglichst kleine Flaeche der Fenster. Sonst kann ein Brecher oftmals auch
den duennen Stahl der Aufbauten verbiegen und die Scheibe als ganzes ins
Schiff druecken.
Nils
--
15:37 <@Zugschlus> $FLUCH
15:37 <@range> "Möge dir der Weihnachtsmann mit den Kufen seines Schlittens
über die Füße fahren!"
> johannes m. richter <psyc...@gmx.at> wrote in
> news:vo5kd054avsajslr1...@4ax.com:
>> Nu, da muesste man wohl bissl Ahnung von Physik und den bei Wellen
>> auftretenden Kraeften haben. :-?
> Berechne mal die kinetische Energie eines Brechers, da legst di niada.
Das kann man zwar machen und ist sicher eine tolle Zahl, aber wie beim Regen
gilt da ja: Das meiste geht daneben.
Wichtig ist eben der Druck und die Flaeche auf die er wirkt.
Nils
--
C: Ich möchte nicht länger "Junge" genannt werden. Ich finde den Ausdruck
demütigend und sexistisch.
H: Wie möchtest Du dann genannt werden? [aus "Calvin and Hobbes"
C: "Genetisch bevorzugter Jugendlicher". by Watterson]
> Gibt es Bücher, die Yachttypen vorstellen und beurteilen?
C.A. Marchaj "Seetüchtigkeit, der vergessene Faktor", Delius Klasing Verlag 1986
HUF.
Den find ich gerade nicht, aber http://tv-antenna.com/heavy-seas/
führt auch zu etlichen schönen Aufnahmen schwerer Seen.
Gruß - Wolfgang
--
*** Wir leben, wie wir träumen - allein ... ***
*** Joseph Conrad, Seemann und Dichter ***
*** Fri, 25 Jun 2004 09:42 +0200 ***
Filmreif.
Kann man solches Wetter mit einer Segelyacht überleben?
Unter Deck verkeilt, Schotten dicht? Oder wird man einfach zerquetscht?
Thomas Lauer.
Danke, sehr konkrete Informationen.
Gruß, Thomas Lauer.
Beides kommt vor: Yachten, die einfach verschwinden, und solche,
die wie ein Kork oben bleiben und in der Substanz nahezu unbe-
schädigt bleiben. Bei dem berühmten Fastnet-Sturm 1979 wurden
anschließend etliche von ihren Crews verlassene Yachten mit
vergleichsweise geringen Schäden geborgen. Allerdings dürfte
das im Innern während eines Sturms die Hölle sein.
Gruß - Wolfgang
--
*** Wir leben, wie wir träumen - allein ... ***
*** Joseph Conrad, Seemann und Dichter ***
*** Sat, 26 Jun 2004 22:07 +0200 ***
> Beides kommt vor: Yachten, die einfach verschwinden, und solche,
> die wie ein Kork oben bleiben und in der Substanz nahezu unbe-
> schädigt bleiben. Bei dem berühmten Fastnet-Sturm 1979 wurden
> anschließend etliche von ihren Crews verlassene Yachten mit
> vergleichsweise geringen Schäden geborgen. Allerdings dürfte
> das im Innern während eines Sturms die Hölle sein.
Ich empfehle Moitessier, "Der logische Weg".
Sind Bilder drin. Da hat er mit seiner Francoise solche Dinger abgeritten
und geschrieben, wie sie es geschafft haben.
John Ridgway hat auch passendes dazu veroeffentlicht.
HTH
Edg@r
P.S.: Wenn mit meinem Posting formal etwas nicht stimmen sollte, bitte ich
um Nachricht. Durfte nach Plattencrash komplett neu aufsetzen.
@Peter G.: Auch Deine Mail ist flitzen gegangen. Bist auf der sicheren
Seite. ;-)
--
Einfach ist genial
Die FAQ für de.etc.beruf.selbstaendig: www.debs-faq.de
>(...)
>Im Uebrigen glaube ich, dass der OP ein Schelm oder ein gefaketer
>Regular oder ein Schreiber verkappter Testmails ist...
... oder ein Träumer oder verdammt leichtsinnig.
Andererseits : Hätte der Mensch keine Träume gehabt, wäre er nie so weit
gekommen. Und hätte er keine Träume mehr, was wäre an seinem Leben dann
noch lebenswert ?
Gruß,
Joachim.
Der diesbezügliche Klassiker ist Adlard Coles "Schwerwettersegeln",
der im englischen Original ("Heavy Weather Sailing") erstmals 1967
erschien. Meine Ausgabe von 1981 enthält bereits die Ereignisse
des Fastnet-Rennens von 1979 und auch einen Anhang mit Artikeln
weiterer Autoren zu Wetter, Wellen, Seetüchtigkeit von Yachten
und anderem mehr.
Das Buch ist Ende 2000 neu aufgelegt worden und wurde vermutlich
grundlegend überarbeitet (ISBN 3-7688-12405 für stolze 39,90 ?).
Ältere Ausgaben sind aber antiquarisch gut erhältlich (z.B. über
http://www.zvab.com).
Gruß - Wolfgang
--
*** Wir leben, wie wir träumen - allein ... ***
*** Joseph Conrad, Seemann und Dichter ***
*** Sun, 27 Jun 2004 08:39 +0200 ***
Nils Ketelsen schrieb:
> Panzerglas ist nicht ganz billig, nein.
>
Es handelt sich da uebrigens nicht um Glas sondern um Acryl, im
Volksmund auch Flugzeug Acryl genannt.
Gruss Klaus
Ich glaube Panzerglas ist in mehr Volksmuendern als Flugzeug Acryl. Ersteres
hoerte ich zumindest schon oft, lezteres dagegen nie.
Nils
--
Hast du das auch etwas deutlicher, oder bist du das Orakel von Jena?
[Joerg Moeller zu Lutz Donnerhacke in de.admin.net-abuse.news]
Ulrich G. Kliegis schrieb:
Wo hast Du das her? Und was ist das?
Es handelt sich hierbei um hochfestes, transparentes Acryl wie es auch
im Flugzeugbau für Luken und Cockpitfenster verwendet wird. "Panzerglas"
waere da, wie auch im Schiffsbau, zu schwer.
Gruss Klaus
Woher weisst Du?
In der Bank hatte ich ?-Lagen Glas, die mit irgendeiner Kunststoffolie
verbunden waren. Das soll funktioniert haben.
Ueber den Sinn dieser Aktion...
Edg@r
>Am Sun, 27 Jun 2004 13:56:49 GMT schrieb Klaus Schaedler:
>
>> Nils Ketelsen schrieb:
>>
>>> Panzerglas ist nicht ganz billig, nein.
>>>
>> Es handelt sich da uebrigens nicht um Glas sondern um Acryl, im
>> Volksmund auch Flugzeug Acryl genannt.
>
>Woher weisst Du?
>
>In der Bank hatte ich ?-Lagen Glas, die mit irgendeiner Kunststoffolie
>verbunden waren. Das soll funktioniert haben.
Glas - auch Panzerglas - und Acryl sind 2 Paar Schuhe.
Was landläufig so unter Panzerglas läuft, ist einbruchhemmendes Glas in
verschiedenen Sicherheitsstufen und besagt lediglich, daß man es nicht
so ohne weiteres durchdringen kann. *Kaputt* bekommt man es aber auch
relativ schnell. Allerdings sorgen die darin verarbeiteten Folien dafür,
daß das Glas nicht wegfliegt, so daß es ziemlich aufwendig ist, auch nur
ein kleines Loch hineinzubekommen.
Jedoch wiegen auch kleinste Mengen Panzerglas so viel, daß sich dessen
Verbau auf Booten eigentlich von vornherein verbietet. Davon abgesehen
ist dann eher die Fassung denn das Glas die Schwachstelle : Was hilft
das schöne Panzerglas, wenn die Welle es gleich mitsamt dem Rahmen
'rausschlägt ... ?
Gruß,
Joachim.
> Naja, gibt's nicht noch einiges dazwischen, zwischen Panzerglas (als
> militaerischer Laie stell ich mir das so als "schussfestes" Glas vor)
> und "wellenfestem" Glas?
Ja, aber wahrscheinlich eher in der anderen Richtung als Du meinst. Wenn
man sich die relativ geringe Größe seeschlagfester Scheiben auf Frachtern
anschaut und dabei berücksichtigt, daß selbst diese manchmal bersten, dann
scheint mir "normales Panzerglas" auch schon unterdimenstionert.
--
Gruss,
Tobias.
>"Panzerglas" waere da, wie auch im Schiffsbau, zu schwer.
Schnacker
> Es handelt sich da uebrigens nicht um Glas sondern um Acryl, im
> Volksmund auch Flugzeug Acryl genannt.
Michael Ende for Sibirisches Arbeits Lager now!
-is
>Kann man solches Wetter mit einer Segelyacht überleben?
>Unter Deck verkeilt, Schotten dicht? Oder wird man einfach zerquetscht?
no risk, no joy ;-)
Cheers, Pieter
--
Vernuft is een sublimatie van domheid.©
> Unter Deck verkeilt, Schotten dicht? Oder wird man einfach zerquetscht?
Wenn man zu viele besoffene Schotten unter Deck verkeilt besteht das Risiko,
ja.
Nils
--
12:23 < remex> jjFux: Warum benutzt Du Computer nicht einfach, wie andere
Menschen auch?
12:24 <@jjFux> remex: ... als Wurfgeschoß? Soweit habe ich meine Emotionen
noch unter Kontrolle