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Katamaran unter 10 Meter

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Richard Lechner

unread,
Mar 17, 2007, 12:40:18 PM3/17/07
to
Hallo aus Salzburg,

ich werde Ende dieses Jahr etwas länger Urlaub haben und dachte ich gehe
segeln. :-) Das Boot soll ein paar Monate in der Türkei gesegelt werden
und wenns passt auch weiter raus Richtung Lanzarotte und KapVerden.

Was haltet ihr von einem Boot wie dem Catalac 9m ganz unten:

http://tinyurl.com/ywfylz

Ich stelle die Frage desshalb weil Hausner meint ein Kat unter 10 Meter ist
kriminell. Seine Taboo war aber damals auch nur 10 Meter lang und hat doch
wunderbar durchgehalten. Ok, ein Riff stand dann irgendwann im Weg :-)

Bobby Schenk schreibt dass es mehr vom Skipper als vom Boot abhängt wo die
Grenzen liegen. Ich bin ein Segelnewbie und war bisher nur an Seen bei uns
und 2 Wochen Jollensegeln in Kenia. Also schätze ich mal 500 SM Süsswasser
als "Skipper" auf dem Buckel, Back- und Steuerboard kann ich unterscheiden
und ich weiss auch was eine Halse ist. :-)
Ich war damals beim Militär als Funker beschäftigt aber ich fürchte das wird
für den Funkamateurschein nicht berücksichtigt werden. :-( Da werde ich mich
demnächst darum kümmern müssen.

Also: Würdet ihr sagen mit einem 9 Meter Katamaran kann ich die Türkei wagen?
Und was würdet ihr für das Boot bezahlen? Schenk schreibt was von Yacht ist
ein Klotz am Bein und unter 30.000.- für ein 10 Meter Boot.

Tom Berger

unread,
Mar 17, 2007, 1:20:44 PM3/17/07
to
Am Sat, 17 Mar 2007 17:40:18 +0100 schrieb Richard Lechner:

> Also: Würdet ihr sagen mit einem 9 Meter Katamaran kann ich die Türkei wagen?
> Und was würdet ihr für das Boot bezahlen? Schenk schreibt was von Yacht ist
> ein Klotz am Bein und unter 30.000.- für ein 10 Meter Boot.

Ein 9-Meter oder auch deutlich kleinerer Katamaran ist im Mittelmeer
absolut kein ungewöhnliches Fahrzeug für Fahrtensegler. Das Problem dabei
sind halt eher die Liegeplatzkosten, die in aller Regel für Kats einen
Aufpreis von 50% kosten.

Rudolf Wagner beschreibt in seinem Buch "Weit voraus liegt Antigua" seine
Atlantiküberquerung mit einem 8-Meter Katamaran. Wenn er mal irgend welche
Probleme hatte, dann hatten die nie was mit der fehlenden Größe seines
Boots zu tun, mit dem er absolut zufrieden war.

Tom Berger

--
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ArchDIM - Architekturbemaßung und Höhenkoten
ArchAREA - Flächenermittlung und Raumbuch nach DIN 277
Info und Demo unter http://www.archtools.de

Richard Lechner

unread,
Mar 18, 2007, 3:30:42 PM3/18/07
to
Tom Berger writes:

> Ein 9-Meter oder auch deutlich kleinerer Katamaran ist im Mittelmeer
> absolut kein ungewöhnliches Fahrzeug für Fahrtensegler. Das Problem dabei
> sind halt eher die Liegeplatzkosten, die in aller Regel für Kats einen
> Aufpreis von 50% kosten.

Stimmt, darum Anker raus :-))

> Rudolf Wagner beschreibt in seinem Buch "Weit voraus liegt Antigua" seine
> Atlantiküberquerung mit einem 8-Meter Katamaran. Wenn er mal irgend welche
> Probleme hatte, dann hatten die nie was mit der fehlenden Größe seines
> Boots zu tun, mit dem er absolut zufrieden war.

Schenk schreibt dass ein 8 Meter Gerät schon bei einer Wellenhöhe von 6 Meter
kentern kann. Würde das bedeuten das Ding fällt vorneüber oder nach hinten?
Oder meint er die Breite von 4 Meter wäre der Schwachpunkt?
6 Meter Wellen kommen vermutlich öfter vor. :-(

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 19, 2007, 2:58:50 PM3/19/07
to
Richard Lechner schrieb:

> Tom Berger writes:
>
>> Rudolf Wagner beschreibt in seinem Buch "Weit voraus liegt Antigua" seine
>> Atlantiküberquerung mit einem 8-Meter Katamaran. Wenn er mal irgend welche
>> Probleme hatte, dann hatten die nie was mit der fehlenden Größe seines
>> Boots zu tun, mit dem er absolut zufrieden war.
>
> Schenk schreibt dass ein 8 Meter Gerät schon bei einer Wellenhöhe von 6 Meter
> kentern kann. Würde das bedeuten das Ding fällt vorneüber oder nach hinten?

Hier kann ich mir eigentlich nur vorstellen, dass er davon ausgeht, dass
der Kat mit hoher Geschwindigkeit die Welle herab surft, sich mit den
Rümpfen in die See bohrt (dabei stoppt er abrupt ab) und von der
nachrollenden Welle nach vorne umgekippt wird.

Aber mit genug Auftrieb in den Rümpfen (insbesondere im vorderen Teil)
und angepasster Geschwindigkeit (Leinen nachschleppen, Treibanker, noch
weniger Segelfläche usw.) dürfte sich das Risiko gegen Null reduzieren
lassen.

> Oder meint er die Breite von 4 Meter wäre der Schwachpunkt?

Wieso das? Dann müsste der Kat schon unkontrolliert quer zur Welle
treiben, was sicher auch einem 8-Meter-Monohull Probleme bereiten
dürfte. IMHO dürfte der kat wie ein Korken auf dem Wasser treiben, auch
wenn die Schiffsbewegungen dem Wohlbefinden der Crew eher abträglich
sein dürften.

> 6 Meter Wellen kommen vermutlich öfter vor. :-(

Sicher seltener, als man denkt.

Gruß
Thomas

--
* Deutschland, ein Wintermärchen *
* Handballweltmeister 2007 *
* 04.02.07 Kölnarena *
* Deutschland *

Wolfgang Allinger

unread,
Mar 20, 2007, 6:12:00 AM3/20/07
to

On 19 Mar 07 at group /de/rec/sport/segeln in article
<the...@nurfuerspam.de> (Thomas Erstfeld) wrote:

>Richard Lechner schrieb:

>> 6 Meter Wellen kommen vermutlich öfter vor. :-(

>Sicher seltener, als man denkt.

Stimmt, an vielen Stammtischen ist mindigens 7m Welle angesagt :-)

Tschüß Wolfgang


--
Meine 7 Sinne:
Unsinn, Schwachsinn, Blödsinn, Wahnsinn, Stumpfsinn, Irrsinn, Lötzinn.

Wolfgang Allinger Germany reply Adresse gesetzt !

Richard Lechner

unread,
Mar 20, 2007, 8:38:22 AM3/20/07
to
Thomas Erstfeld writes:

>> Schenk schreibt dass ein 8 Meter Gerät schon bei einer Wellenhöhe von 6 Meter
>> kentern kann. Würde das bedeuten das Ding fällt vorneüber oder nach hinten?
>
> Hier kann ich mir eigentlich nur vorstellen, dass er davon ausgeht, dass
> der Kat mit hoher Geschwindigkeit die Welle herab surft, sich mit den
> Rümpfen in die See bohrt (dabei stoppt er abrupt ab) und von der
> nachrollenden Welle nach vorne umgekippt wird.
>
> Aber mit genug Auftrieb in den Rümpfen (insbesondere im vorderen Teil)
> und angepasster Geschwindigkeit (Leinen nachschleppen, Treibanker, noch
> weniger Segelfläche usw.) dürfte sich das Risiko gegen Null reduzieren
> lassen.

OK, der Auftrieb lässt sich schwer verändern? :-) Langsam fahren dürfte
leichter zu verwirklichen sein. Leinen mit Knoten soll man als Einhänder
sowieso beidseitig! nachschleppen. (Las ich bei Hausner)

>> Oder meint er die Breite von 4 Meter wäre der Schwachpunkt?
>
> Wieso das? Dann müsste der Kat schon unkontrolliert quer zur Welle
> treiben, was sicher auch einem 8-Meter-Monohull Probleme bereiten
> dürfte. IMHO dürfte der kat wie ein Korken auf dem Wasser treiben, auch
> wenn die Schiffsbewegungen dem Wohlbefinden der Crew eher abträglich
> sein dürften.

Schenk hatte üblen Schwell und Gegenwind und kam auch unter Maschine nur mit
1 Knoten vorran. Er schreibt er hat die Segel geborgen und die Maschine
gestoppt und sich treiben lassen. Macht zwar 60 Meilen minus aber spart
Nerven und vor allem Material. Möglicherweise benutzte er einen Treibanker und
hat es nicht erwähnt weils für den Fachmann eh klar ist? Wohin würde ein
Treibanker bei Wind den Kat ausrichten? Ich dachte der bremst die Vorwärts-
bewegung bzw. schleppt das Boot rückwärts mit der Strömung fort? Würde
der es durch die Oberflächenströmung schaffen das Boot mit der Nase in den
Wind zu drehen? (mal angenommen er wird am Heck befestigt?) Ein Kat bietet
doch sehr viel Angriffsfläche für den Wind?

>> 6 Meter Wellen kommen vermutlich öfter vor. :-(
>
> Sicher seltener, als man denkt.

Oft müssen sie eh nicht kommen wenn sie auf einen Newbie treffen, meist
hinterlässt die erste Begegnung geographisch _bleibende_ Eindrücke :-)


Message has been deleted

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 20, 2007, 2:53:43 PM3/20/07
to
Richard Lechner schrieb:

> Thomas Erstfeld writes:
>
> Schenk hatte üblen Schwell und Gegenwind und kam auch unter Maschine nur mit
> 1 Knoten vorran. Er schreibt er hat die Segel geborgen und die Maschine
> gestoppt und sich treiben lassen. Macht zwar 60 Meilen minus aber spart
> Nerven und vor allem Material. Möglicherweise benutzte er einen Treibanker und
> hat es nicht erwähnt weils für den Fachmann eh klar ist? Wohin würde ein
> Treibanker bei Wind den Kat ausrichten? Ich dachte der bremst die Vorwärts-
> bewegung bzw. schleppt das Boot rückwärts mit der Strömung fort? Würde
> der es durch die Oberflächenströmung schaffen das Boot mit der Nase in den
> Wind zu drehen? (mal angenommen er wird am Heck befestigt?) Ein Kat bietet
> doch sehr viel Angriffsfläche für den Wind?

Mit deinem letzten Satz hast Du bereits die Antwort gegeben. Der Kat
segelt auch ohne Segel vor dem Wind und der Treibanker sorgt dafür, dass
das Boot besser in Windrichtung liegt (Heck zum Wind). Die Strömung wird
bei Sturm keinen nennenswerten Einfluss auf die Zugrichtung des
Treibankers haben. Eine solche Wirkung wird man wohl nur bei Flaute
erleben.

>>> 6 Meter Wellen kommen vermutlich öfter vor. :-(
>> Sicher seltener, als man denkt.
>
> Oft müssen sie eh nicht kommen wenn sie auf einen Newbie treffen, meist
> hinterlässt die erste Begegnung geographisch _bleibende_ Eindrücke :-)

Wenn man sich als Newbie, also Anfänger, solchen Verhältnissen stellt,
wird man automatisch für den Darwin Award nominiert.

Außerdem besagt die reine Wellenhöhe nichts. Viel entscheidender ist die
Form der Welle (sanft und lang gezogen oder ruppig und steil), die
wieder von der Wassertiefe und der Beschaffenheit des Meeresbodens abhängt.

Eine Grundsee in einem Seegatt im Wattenmeer ist auch weit unter 6
Metern Höhe schon unangenehm und sehr bedrohlich für Leben und Schiff.

Wenn ich deine Postings so lese, willst Du wirklich mehrere Monate
durchs Mittelmeer und evtl. auch noch bis zu den Kanaren segeln? Und das
zum Jahresende hin?

Richard Lechner

unread,
Mar 20, 2007, 5:48:03 PM3/20/07
to
Thomas Erstfeld writes:

Ich habe jetzt gesehen das mit dem Vorneüberköpfeln hat weniger mit der
Länge des Fahrzeugs zu tun :-)

http://www.esys.org/news/orma1.jpg
http://www.esys.org/news/orma2.jpg
http://www.esys.org/news/orma3.jpg

> Wenn ich deine Postings so lese, willst Du wirklich mehrere Monate
> durchs Mittelmeer und evtl. auch noch bis zu den Kanaren segeln? Und das
> zum Jahresende hin?

Ich habe jetzt mein Posting nachgelesen, das schrieb ich etwas anders.
Mehrere Monate Türkei buchtln und _wenns_ passt dann Kanaren. Durchs
Mare Nostrum wird wenn dann nach der Türkei gefahren. Vorerst muss erst noch
ein Boot her und ich vermute auch viel Zeit investiert werden.
Material (Solar, Wasser- und Dieseltanks, Windsteuerung, Elektrik) muss
auch organisiert und verbaut werden.

Falls noch jemand am Selbstbau Interesse hat:
http://www.windautopilot.de/

Und das Buch könnte auch interessant sein um eine Gebrauchte zu verbessern?
http://www.al-yachtdesign.de/index.htm
Das mit der weissen Decksfarbe zum Beispiel dachte ich auch. Wenn du mal in
den Bergen bist und es hat Schnee und Sonnenschein dann bist du Abends blind.
Die Toilette ohne Pumpe und 10 Jahre Betrieb ohne Wartung klingt gut :-)

Es gibt viel zu tun, packen wirs an :-)

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 20, 2007, 6:21:51 PM3/20/07
to
Richard Lechner schrieb:

> Thomas Erstfeld writes:
>
> Ich habe jetzt gesehen das mit dem Vorneüberköpfeln hat weniger mit der
> Länge des Fahrzeugs zu tun :-)
>
> http://www.esys.org/news/orma1.jpg
> http://www.esys.org/news/orma2.jpg
> http://www.esys.org/news/orma3.jpg

Das wirst Du mit einem 9 Meter Kat nur schwer machen können.

>> Wenn ich deine Postings so lese, willst Du wirklich mehrere Monate
>> durchs Mittelmeer und evtl. auch noch bis zu den Kanaren segeln? Und das
>> zum Jahresende hin?
>
> Ich habe jetzt mein Posting nachgelesen, das schrieb ich etwas anders.
> Mehrere Monate Türkei buchtln und _wenns_ passt dann Kanaren. Durchs
> Mare Nostrum wird wenn dann nach der Türkei gefahren.

Auch die meisten Gegenden der türkischen Küste, an denen sich Segler
gewöhnlich herumtreiben, gehören zum Mittelmeer, selbst wenn Du dort nur
buchteln willst. Aber Du schriebst ja auch noch etwas vom Jahresende,
was auch dieses Revier besonders anspruchsvoll macht.

HC Ahlmann

unread,
Mar 21, 2007, 8:37:27 AM3/21/07
to
Thomas Erstfeld <the...@nurfuerspam.de> wrote:

> Der Kat segelt auch ohne Segel vor dem Wind und der Treibanker sorgt
> dafür, dass das Boot besser in Windrichtung liegt (Heck zum Wind).

Warum ist es besser, das Heck mitsamt offener Plicht und empfindlichen
Anbauten (Ruder, Windsteuerung, Windgenerator etc.) dem Wind und den
Wellen zuzuwenden?
--
Munterbleiben
HC

RA J. Geraedts.

unread,
Mar 21, 2007, 12:49:37 PM3/21/07
to
Am Sun, 18 Mar 2007 20:30:42 +0100, schrieb Richard Lechner
<r.le...@gmx.net> :


>Schenk schreibt dass ein 8 Meter Gerät schon bei einer Wellenhöhe von 6 Meter
>kentern kann. Würde das bedeuten das Ding fällt vorneüber oder nach hinten?
>Oder meint er die Breite von 4 Meter wäre der Schwachpunkt?
>6 Meter Wellen kommen vermutlich öfter vor. :-(

Wann ? In welchem Buch ?

Ich gebe zu bedenken, daß er vor ettlichen Jahren seine Ansichten über
Kats um ziemlich 180° geändert hat und seitdem selbst überzeugter
(Fahrten-) Katsegler ist !

Gruß,

Joachim.

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 21, 2007, 2:20:41 PM3/21/07
to
HC Ahlmann schrieb:

Das Du solche Fragen stellst, wundert mich schon. ;-)

Aber Du kannst dich ja gerne mal mit dem Bug gegen den Wind rückwärts im
Sturm treiben lassen und dann versuchen, das Boot noch zu steuern, um
z.B. eine Welle günstiger zu nehmen oder das Boot an Ausbrechen zu
hindern. Und auf die Zahl der Rümpfe kommt es da auch nicht an.

HC Ahlmann

unread,
Mar 21, 2007, 4:28:31 PM3/21/07
to
Thomas Erstfeld <the...@nurfuerspam.de> wrote:

> HC Ahlmann schrieb:
> > Thomas Erstfeld <the...@nurfuerspam.de> wrote:
> >
> >> Der Kat segelt auch ohne Segel vor dem Wind und der Treibanker sorgt
> >> dafür, dass das Boot besser in Windrichtung liegt (Heck zum Wind).
> >
> > Warum ist es besser, das Heck mitsamt offener Plicht und empfindlichen
> > Anbauten (Ruder, Windsteuerung, Windgenerator etc.) dem Wind und den
> > Wellen zuzuwenden?
>
> Das Du solche Fragen stellst, wundert mich schon. ;-)

Ich witterte unausgesprochene Annahmen, die Möglichkeit "JSA 1" zu sagen
und mir erscheint die Kombination Treibanker und Ablaufen ungünstig.

> Aber Du kannst dich ja gerne mal mit dem Bug gegen den Wind rückwärts im
> Sturm treiben lassen und dann versuchen, das Boot noch zu steuern, um
> z.B. eine Welle günstiger zu nehmen oder das Boot an Ausbrechen zu
> hindern. Und auf die Zahl der Rümpfe kommt es da auch nicht an.

Es gibt m.E. zwei Möglichkeiten, wenn alle Segel geborgn sind.

Ausreichend Raum nach Lee sei gegeben. Man läuft unter Top und Takel und
eventuell mit nachgeschleppten Leinen und hat noch soviel Fahrt durchs
Wasser, daß das Boot steuerbar ist. Dann würde ich es wagen, das Heck
Wind und Welle auszusetzen. Erst recht, wenn das Boot schneller als die
Wellen ist, weil dann keine Gefahr von einsteigenden Wellen besteht und
Ablaufen schonender für Mensch und Material ist.

Dumm, wenn nicht ausreichend Raum nach gegeben ist, dann gilt es, die
Fahrt zu mindern und einen Treibanker auszubringen. Jedoch wird das Boot
kaum Fahrt durchs Wasser machen und schlecht oder nicht steuerbar sein.
Da die Wellen sich außerdem schneller als das Boot bewegen, würde ich
dann den Bug gegen Wind und Welle richten, weil der Seeschlag deutlich
besser verträgt als das Heck oder die Crew in der Plicht. Eine Hahnepot
für den Treibanker und ein "Taschentuchbesan" oder das nackte Rigg
sorgen dafür, daß die Wellen nicht vierkant genommen werden.

Selbst eine schlecht geommene Welle auf den Bug erscheint mir angenehmer
als eine, die sich ins Cockpit ergießt.
--
Munterbleiben
HC

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 21, 2007, 6:25:47 PM3/21/07
to
HC Ahlmann schrieb:

>
> Dumm, wenn nicht ausreichend Raum nach gegeben ist, dann gilt es, die
> Fahrt zu mindern und einen Treibanker auszubringen. Jedoch wird das Boot
> kaum Fahrt durchs Wasser machen und schlecht oder nicht steuerbar sein.
> Da die Wellen sich außerdem schneller als das Boot bewegen, würde ich
> dann den Bug gegen Wind und Welle richten, weil der Seeschlag deutlich
> besser verträgt als das Heck oder die Crew in der Plicht. Eine Hahnepot
> für den Treibanker und ein "Taschentuchbesan" oder das nackte Rigg
> sorgen dafür, daß die Wellen nicht vierkant genommen werden.
>
> Selbst eine schlecht geommene Welle auf den Bug erscheint mir angenehmer
> als eine, die sich ins Cockpit ergießt.

Das mit dem nicht ausreichenden Raum ist das Problem. Wer auf Legerwall
kommt, kann sich auch mit deinen Tricks nicht mehr retten. Ablaufen
klappt nur bei freiem Seeraum und auf Legerwall hilft auch deine
Variante nicht wirklich, da der Sturm im Zweifel länger dauert, als Du
freien Seeraum hast. Da muss dann der Motor sprechen, das Segelvermögen
oder die Seenotrettung.

Das ergibt sich auch aus den Büchern diverser Weltumsegler, die diese
Methoden in der Praxis ausprobiert haben. Und jetzt komm mir bitte nicht
mit Beidrehen, dass klappt auch nur bei ausreichend freiem Seeraum.

Theorie ist gut, aber Praxis bleibt halt besser.

Ignatios Souvatzis

unread,
Mar 22, 2007, 3:53:05 AM3/22/07
to
Thomas Erstfeld wrote:

> Das ergibt sich auch aus den Büchern diverser Weltumsegler, die diese
> Methoden in der Praxis ausprobiert haben. Und jetzt komm mir bitte nicht
> mit Beidrehen, dass klappt auch nur bei ausreichend freiem Seeraum.

Beidrehen klappt bei modernen Booten (d.h. solchen, die jünger sind als
ich)? Ich dacht immer, das sei eher für Langkieler geeignet?

-is

Wolfgang Broeker

unread,
Mar 22, 2007, 11:10:45 AM3/22/07
to
Ignatios Souvatzis schrub[tm]:

> Beidrehen klappt bei modernen Booten (d.h. solchen, die jünger sind als
> ich)?

Ich weiß jetzt nicht, wie alt Du bist, aber Beidrehen klappt auch bei
jüngeren Booten, sogar bei Jollen. Probier es doch einfach mal aus!
Du must ggfs. mit Ruder- und Segelstellung ein wenig herumprobieren.

Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Thu, 22 Mar 2007 15:53 +0100 ***

Richard Lechner

unread,
Mar 22, 2007, 11:17:08 AM3/22/07
to
RA J. Geraedts. writes:

>>Schenk schreibt dass ein 8 Meter Gerät schon bei einer Wellenhöhe von 6 Meter
>>kentern kann. Würde das bedeuten das Ding fällt vorneüber oder nach hinten?
>>Oder meint er die Breite von 4 Meter wäre der Schwachpunkt?
>>6 Meter Wellen kommen vermutlich öfter vor. :-(
>
> Wann ? In welchem Buch ?

Auf seiner Seite bei den Antworten igrgendwo. Leider find ichs jetzt nicht mehr
und google indiziert die Seite nicht vollständig. Sobald ich wieder darüber
stolpere poste ich den Link nach.

> Ich gebe zu bedenken, daß er vor ettlichen Jahren seine Ansichten über
> Kats um ziemlich 180° geändert hat und seitdem selbst überzeugter
> (Fahrten-) Katsegler ist !

Hat man auch schön bei den Solarmodulen gesehen, mit dem Wirkungsgrad stieg
auch seine Begeisterung. :-)

Habe bezüglich Catalac's noch Hinweise per Mail erhalten und muss mich nun mit
dynamischer Stabilität und aufrichtendes Moment befassen. Scheint so als sind
sie nicht gut geeignet. :-(

Fans habe ich trotzdem auch gefunden, falls es jemand noch nicht kennt:
http://thepracticalsailor.com/

:-)


richard lechner

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 22, 2007, 2:46:08 PM3/22/07
to
Wolfgang Broeker schrieb:

> Ignatios Souvatzis schrub[tm]:
>> Beidrehen klappt bei modernen Booten (d.h. solchen, die jünger sind als
>> ich)?
>
> Ich weiß jetzt nicht, wie alt Du bist, aber Beidrehen klappt auch bei
> jüngeren Booten, sogar bei Jollen. Probier es doch einfach mal aus!
> Du must ggfs. mit Ruder- und Segelstellung ein wenig herumprobieren.

Und das klappt sogar mit einem Kat, auch wenn ich das bisher nur mit
einem Strandkat ausprobiert habe. Von modernen Segelyachten mit einem
Rumpf ganz zu schweigen, da klappte es bisher auch stets problemlos.

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 22, 2007, 2:50:02 PM3/22/07
to
Richard Lechner schrieb:

>
> Habe bezüglich Catalac's noch Hinweise per Mail erhalten und muss mich nun mit
> dynamischer Stabilität und aufrichtendes Moment befassen. Scheint so als sind
> sie nicht gut geeignet. :-(

Naja, wenn ich an die Bilder auf der von dir geposteten Internetseite
denke, kamen mir auch Zweifel an den Kats. Der Aufbau ist da schon sehr
mächtig und hoch, was zu einem ungünstigen Schwerpunkt und eher
schlechten Segeleigenschaften führen dürfte.

Sah für mich etwas wie ein schwimmender Wohnwagen mit Hilfsbesegelung
aus, aber das wollte ich damals so hart nicht schreiben. ;-))

Richard Lechner

unread,
Mar 22, 2007, 6:22:24 PM3/22/07
to
Thomas Erstfeld writes:

>> Habe bezüglich Catalac's noch Hinweise per Mail erhalten und muss mich nun

>> dynamischer Stabilität und aufrichtendes Moment befassen. Scheint so als sind
>> sie nicht gut geeignet. :-(
>
> Naja, wenn ich an die Bilder auf der von dir geposteten Internetseite
> denke, kamen mir auch Zweifel an den Kats. Der Aufbau ist da schon sehr
> mächtig und hoch, was zu einem ungünstigen Schwerpunkt und eher
> schlechten Segeleigenschaften führen dürfte.

Seltsamerweise wurde bei den Hinweisen per Mail eher die geringe Höhe des
Zwischendecks als Problem angesehen. Hmmmm.....

> Sah für mich etwas wie ein schwimmender Wohnwagen mit Hilfsbesegelung
> aus, aber das wollte ich damals so hart nicht schreiben. ;-))

Mir gefallen die, sehen wie richtig massive Kisten aus. :-) Der 10 Meter und
der 12 Meter sind wahre Panzer auf See :-)
Dachte halt das Platzangebot wäre super, die "Empfehlung" Wharram geht mit
meinen Wünschen überhaupt nicht konform. Wieso verschenkt man derartig _viel_
Platz und baut kein Mittelcockpit ein? Weil Netze soviel billiger sind?


Thomas Erstfeld

unread,
Mar 23, 2007, 2:59:06 PM3/23/07
to
Richard Lechner schrieb:
> Thomas Erstfeld writes:
>
>> Naja, wenn ich an die Bilder auf der von dir geposteten Internetseite
>> denke, kamen mir auch Zweifel an den Kats. Der Aufbau ist da schon sehr
>> mächtig und hoch, was zu einem ungünstigen Schwerpunkt und eher
>> schlechten Segeleigenschaften führen dürfte.
>
> Seltsamerweise wurde bei den Hinweisen per Mail eher die geringe Höhe des
> Zwischendecks als Problem angesehen. Hmmmm.....

Ich habe mir nur die paar kleinen Bilder angesehen und bin nicht weiter
ins Detail gegangen. War halt mein erster Eindruck aus den Bildern.

>> Sah für mich etwas wie ein schwimmender Wohnwagen mit Hilfsbesegelung
>> aus, aber das wollte ich damals so hart nicht schreiben. ;-))
>
> Mir gefallen die, sehen wie richtig massive Kisten aus. :-) Der 10 Meter und
> der 12 Meter sind wahre Panzer auf See :-)
> Dachte halt das Platzangebot wäre super, die "Empfehlung" Wharram geht mit
> meinen Wünschen überhaupt nicht konform. Wieso verschenkt man derartig _viel_
> Platz und baut kein Mittelcockpit ein? Weil Netze soviel billiger sind?

Wieso der Platz verschenkt wird, kann ich dir auch nicht sagen, aber
Wharram Kats haben IMHO einen guten Ruf, was die Segeleigenschaften und
die Sicherheit angeht. Und das Platzangebot unter Deck dürfte eigentlich
auch reichen.

Ulrike Scharfenberger

unread,
Mar 23, 2007, 8:03:48 PM3/23/07
to
Moin Richard,

ich kenne den von dir präferierten Cat nicht und will deshalb auch nicht
darüber spekulieren. Ich habe Erfahrungen auf einem Fahrtencat Beneteau 36
ft und auf den sportlichen Strandcats gesammelt.

Ich bin überzeugt, dass es nicht die Länge ist, auf die es ankommt. Ein
Achtmeter-Cat sollte im Mittelmeer, unter vernünftigen Bedingungen, völlig
ausreichen. Ich sehe reichlich Cats und Tris dieser Größenordnung auf der
Nordsee.

Wichtig ist die Ausstattung und da hast du ja offenbar selbst Möglichkeiten
und Vorstellungen. Die wirklich erfahrenen Nordsee-Cat-Segler (und auch die
Einrumpffahrer) fahren "underdressed", d.h. mit kürzerem Mast als möglich
und dafür stärkeren Wanten als nötig.

Die Segeleingenschaften eines Cats werden auch ganz schnell dadurch
verdorben, dass man das Raumangebot nutzt und das Boot überlädt. Darauf
musst du achten.

Die Fahreigenschaften des Cats sind natürlich ganz andere als die eines
Einrumpfbootes. Vor allem: Er fährt rückwärts. Das ist bei kniffeligen
Manövern mit Wind von vorn manchmal hinderlich ;-)

Derweil es mit dem Strandcat richtig Spaß macht, auf einer Kufe zu gleiten,
ist es beim Fahrtencat in dieser Situation mit dem Spaß schon längst vorbei.
Deshalb solltest du gerade bei einem älteren Cat mal schauen, wie es um die
Ausstiege im Boot gestellt ist, wenn er sich wirklich mal umlegt. Sitzt du
dann _auf_ deinem gekenterten Cat, musst du dir schon mal keine Sorgen
darüber machen, dass er sinkt ;-)

Wie man sich bei Schwerwetter verhalten muss, kann man sicher trefflich
diskutieren. Aber ob man gerade die Situation durchspielt, die dann konkret
eintritt, wage ich zu bezweifeln. Beim Cat gilt anders als beim
Einrumpfboot, dass er nicht durch eine Rumpfgeschwidigkeit in Gefahr gerät.
Er erhebt sich über die Welle und das ist wirklich ein tolles Gefühl
(solange alles im kontrollierten Bereich bleibt) ;-)

Wann du wenden und wann du halsen musst, das musst du "erfahren". Bei
Schwerwetter ist es wichtig, das zu wissen. Anders als beim Einrumpf ist die
Halse beim Cat oftmals das bessere Manöver....

Beidrehen ist auch nicht einfach. Wenn Wind und Welle aus derselben Richtung
kommen, vielleicht gar nicht möglich. Beim Fahrtencat (anders als beim
Strandcat) spielt nicht nur das Segel / der Wind eine Rolle, der hat auch
Unterwasserschiff (60-80 cm wirken sich da schon richtig aus).

Mein Tipp für dich: Bevor du an dein eigenes Projekt gehst, solltest du
Gelegenheiten finden, vorher mal ein bisschen Erfahrung zu sammeln.

Ich drücke dir die Daumen, gönne dir den tollen Urlaub und bin gespannt, was
du gutes erleben und hier berichten wirst.

Sportliche Grüße
Ulli

Segeln und segeln lassen


"Richard Lechner" <r.le...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:caa45$45fc1a4c$557fbe4d$31...@news.inode.at...

Edgar Warnecke

unread,
Mar 24, 2007, 4:09:57 PM3/24/07
to
Am Wed, 21 Mar 2007 17:49:37 +0100 schrieb RA J. Geraedts.:

> Ich gebe zu bedenken, daß er vor ettlichen Jahren seine Ansichten über
> Kats um ziemlich 180° geändert hat und seitdem selbst überzeugter
> (Fahrten-) Katsegler ist !

War, meines Wissens ist er schon seit einigen Jahren wieder in Augsburg.

Edg@r
--
*** Einfach ist genial / fácil es genial ***
Berichte aus Paraguay (Last update: 10. Jan. 2007)
http://edgar-warnecke.schmuckfabrik.de
Manchmal unvermeidbare Doppelpostings/-mails, bitte wegschmeissen.

Edgar Warnecke

unread,
Mar 24, 2007, 4:09:58 PM3/24/07
to
Am Wed, 21 Mar 2007 19:20:41 +0100 schrieb Thomas Erstfeld:

> Aber Du kannst dich ja gerne mal mit dem Bug gegen den Wind rückwärts im
> Sturm treiben lassen und dann versuchen, das Boot noch zu steuern, um
> z.B. eine Welle günstiger zu nehmen oder das Boot an Ausbrechen zu
> hindern. Und auf die Zahl der Rümpfe kommt es da auch nicht an.

Haste das schon mal gemacht?

Edg@r

P.S.: Notfalls kann man ja auch Oel auf's Wassergiessen.

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RA J. Geraedts.

unread,
Mar 24, 2007, 7:27:00 PM3/24/07
to
Am Sat, 24 Mar 2007 23:58:07 +0100, schrieb Ulrich G. Kliegis
<Ulli....@kliegis.de> :

>On Sat, 24 Mar 2007 16:09:58 -0400, Edgar Warnecke <ewar...@gmx.net>
>wrote in de.rec.sport.segeln:


>
>
>>P.S.: Notfalls kann man ja auch Oel auf's Wassergiessen.
>

>Hamse beim ASV vor Jahren mal probiert. Außer maximalem Schweinkram
>und gewaltig gesteigertem Risiko, dann Leute von Bord zu verlieren,
>weil die Pampe aufs Deck klatscht und alles glitschig wird, kein
>Effekt. Streich es aus dem Katalog.

Unter diesen Umständen sollte man es tatsächlich wohl besser ins Feuer
gießen ... ;-))

Gruß,

Joachim.

Ignatios Souvatzis

unread,
Mar 25, 2007, 6:49:52 AM3/25/07
to
Ulrich G Kliegis wrote:
> On Sat, 24 Mar 2007 16:09:58 -0400, Edgar Warnecke <ewar...@gmx.net>
> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>>P.S.: Notfalls kann man ja auch Oel auf's Wassergiessen.
>
> Hamse beim ASV vor Jahren mal probiert. Außer maximalem Schweinkram
> und gewaltig gesteigertem Risiko, dann Leute von Bord zu verlieren,
> weil die Pampe aufs Deck klatscht und alles glitschig wird, kein
> Effekt. Streich es aus dem Katalog.

Hm. Vielleicht war es die falsche Sorte Wellenöl?

-is
--
seal your e-mail: http://www.gnupg.org/

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 25, 2007, 1:13:45 PM3/25/07
to
Edgar Warnecke schrieb:

> Am Wed, 21 Mar 2007 19:20:41 +0100 schrieb Thomas Erstfeld:
>
>> Aber Du kannst dich ja gerne mal mit dem Bug gegen den Wind rückwärts im
>> Sturm treiben lassen und dann versuchen, das Boot noch zu steuern, um
>> z.B. eine Welle günstiger zu nehmen oder das Boot an Ausbrechen zu
>> hindern. Und auf die Zahl der Rümpfe kommt es da auch nicht an.
>
> Haste das schon mal gemacht?

Nein, aber die Idee brachte ja HC auf, also dachte ich, er würde es
gerne mal probieren.

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 25, 2007, 1:15:27 PM3/25/07
to
Ignatios Souvatzis schrieb:
> Ulrich G Kliegis wrote:
>> On Sat, 24 Mar 2007 16:09:58 -0400, Edgar Warnecke <news:ewar...@gmx.net>

>> wrote in de.rec.sport.segeln:
>>
>>> P.S.: Notfalls kann man ja auch Oel auf's Wassergiessen.
>> Hamse beim ASV vor Jahren mal probiert. Außer maximalem Schweinkram
>> und gewaltig gesteigertem Risiko, dann Leute von Bord zu verlieren,
>> weil die Pampe aufs Deck klatscht und alles glitschig wird, kein
>> Effekt. Streich es aus dem Katalog.
>
> Hm. Vielleicht war es die falsche Sorte Wellenöl?

Ich sags ja immer, ihr müsst beim Öl-Kauf auf die Wellenlänge achten.
Und darauf, ob das Öl rechts- oder linksherum dreht. ;-))

Mit esoterischen Grüßen

Christoph Schmitz

unread,
Mar 25, 2007, 4:06:51 PM3/25/07
to

Bei Toplicht gibts Leinoel fuer diese Verwendung, angeblich
nicht umweltschaedlich. Aber das Deck glitschig macht es
bestimmt auch, das hat Oel so an sich.

Christoph

Ignatios Souvatzis

unread,
Mar 25, 2007, 4:37:42 PM3/25/07
to

Wenn ich das Kalauern mal sein lassen soll: das Zeugs mag neben
hochbordigen Schiffen sinnvoll sein, weil es Gischt etc. reduziert.
Hm, oder setzt man es gar nur vom Rettungsboot aus ein?

Tobias Crefeld

unread,
Mar 24, 2007, 11:16:00 AM3/24/07
to
Richard Lechner meinte:

> ich werde Ende dieses Jahr etwas länger Urlaub haben und dachte ich gehe
> segeln. :-) Das Boot soll ein paar Monate in der Türkei gesegelt werden
> und wenns passt auch weiter raus Richtung Lanzarotte und KapVerden.

[..]


> Bobby Schenk schreibt dass es mehr vom Skipper als vom Boot abhängt wo
> die Grenzen liegen. Ich bin ein Segelnewbie und war bisher nur an Seen
> bei uns und 2 Wochen Jollensegeln in Kenia. Also schätze ich mal 500 SM
> Süsswasser als "Skipper" auf dem Buckel, Back- und Steuerboard kann ich
> unterscheiden und ich weiss auch was eine Halse ist. :-)

Das reicht nicht für eine sichere Schiffsführung auf Hochsee. Ausgiebige
Erfahrung mit Jollen, auch im Grenzbereich würde ich schon als sehr
sinnvolle Voraussetzung bezeichnen, wenn es ein Kat sein soll, aber zum
Sammeln von Hochseeerfahrung solltest Du Schulen besuchen und etliche
Törns als deckshand und Wachführer in Mittelmeer und Atlantik mitsegeln.

Letztlich bedeutet beim Kat eine Kenterung immer das Ende der Reise. Bei
einem Monohull meist nur Mastbruch.


> Ich war damals beim Militär als Funker beschäftigt aber ich fürchte das
> wird für den Funkamateurschein nicht berücksichtigt werden. :-( Da werde
> ich mich demnächst darum kümmern müssen.

Ich kenne nicht die österreichischen Vorschriften für Seefunk, aber
normalerweise wird mindestens ein ROC oder sein Äquivalent für
Sportschiffer benötigt. Gerade Euer 'Hausrevier' Kroatien legt da ganz
besonders Wert drauf. Mit Amateurfunk hat das übrigens gar nichts zu tun.


> Also: Würdet ihr sagen mit einem 9 Meter Katamaran kann ich die Türkei
> wagen? Und was würdet ihr für das Boot bezahlen? Schenk schreibt was von
> Yacht ist ein Klotz am Bein und unter 30.000.- für ein 10 Meter Boot.

Grundsätzlich ja, aber nicht mit Deinen Erfahrungen. Das mit dem Klotz
würde ich ernst nehmen. Charter von privat kann auch ein interessantes
Modell sein und man ist erstmal in der Wahl des Segelreviers flexibler.

--
Gruss,
Tobias.

Edgar Warnecke

unread,
Mar 26, 2007, 5:01:39 PM3/26/07
to
Am Sun, 25 Mar 2007 19:13:45 +0200 schrieb Thomas Erstfeld:

> Edgar Warnecke schrieb:
>> Am Wed, 21 Mar 2007 19:20:41 +0100 schrieb Thomas Erstfeld:
>>
>>> Aber Du kannst dich ja gerne mal mit dem Bug gegen den Wind rückwärts im
>>> Sturm treiben lassen und dann versuchen, das Boot noch zu steuern, um
>>> z.B. eine Welle günstiger zu nehmen oder das Boot an Ausbrechen zu
>>> hindern. Und auf die Zahl der Rümpfe kommt es da auch nicht an.
>>
>> Haste das schon mal gemacht?
>
> Nein, aber die Idee brachte ja HC auf, also dachte ich, er würde es
> gerne mal probieren.

Also ich wuerde es gerne, gerne auch mit HC, mal probieren. Man muss ja
nicht gleich bei "volle Kanuele" testen. Zumindest in der Literatur wird es
als probates Mittel beschrieben.

Wie weiter oben schon geschrieben, nicht auf dem Ijsselmeer, nicht in der
deutschen Bucht, nicht auf der Ostsee. Auf Atlantik und Pazifik, mit
genuegend Raum nach Lee, erscheint es mir plausibel.

Stuermischen Gruss

Edg@r

Edgar Warnecke

unread,
Mar 26, 2007, 5:01:41 PM3/26/07
to
Am Sun, 25 Mar 2007 19:15:27 +0200 schrieb Thomas Erstfeld:

> Ich sags ja immer, ihr müsst beim Öl-Kauf auf die Wellenlänge achten.
> Und darauf, ob das Öl rechts- oder linksherum dreht. ;-))

Jajajaaaa, Ihr Schnacker ;-)))
Immer feste druff!

> Mit esoterischen Grüßen

Keine Ahnung, wa'? ;->

Erstens braucht Ihr "Waloel". Nach meinen relativ(?) zuverlaessigen Quellen
von 17hundertschnee (Hornblower, Hiscock und wie hiess der olle Franzose
doch noch gleich?) hat nur das die richtige Viskositaet. Oder habt Ihr
schon mal einen Wal so schlingern sehen, wie ein Sportboot bei Windstaerke
8 und Kreuzsseen in der deutschen Bucht?

So, das Waloel kommt in eine mit Putzlappen ausgestoppfte und
durchloecherte Konservendose, dann kleet da auch nich soviel rum.
Faeddich!

Wenn jetzt einer ankommt und wissen will ob das funktioniert, erklaere ich
Unwissen mangels Erfahrung. Das reicht noch fuer jeden Freispruch.

Joachim, lies Dich schon mal in die Materie ein. Nich dasses hinterher
wieder heisst, der Warnecke hat aber gesagt...

Edg@r

Message has been deleted

Richard Lechner

unread,
Mar 28, 2007, 5:27:42 PM3/28/07
to
Ulrike Scharfenberger writes:

> Moin Richard,

Hallo Ulrike,

> Wichtig ist die Ausstattung und da hast du ja offenbar selbst Möglichkeiten
> und Vorstellungen. Die wirklich erfahrenen Nordsee-Cat-Segler (und auch die
> Einrumpffahrer) fahren "underdressed", d.h. mit kürzerem Mast als möglich
> und dafür stärkeren Wanten als nötig.

ich könnte vermutlich kleinere Segel kaufen bzw. um 1 Stufe reffen?



> Die Segeleingenschaften eines Cats werden auch ganz schnell dadurch
> verdorben, dass man das Raumangebot nutzt und das Boot überlädt. Darauf
> musst du achten.

Das mit dem Überladen ist fix. Der Wein muss wo gebunkert werden. :-)



> Die Fahreigenschaften des Cats sind natürlich ganz andere als die eines
> Einrumpfbootes. Vor allem: Er fährt rückwärts. Das ist bei kniffeligen
> Manövern mit Wind von vorn manchmal hinderlich ;-)

Ja aber tun das nicht alle? Auch mit Jollen bin ich schon rückwärts "gefahren".



> Derweil es mit dem Strandcat richtig Spaß macht, auf einer Kufe zu gleiten,
> ist es beim Fahrtencat in dieser Situation mit dem Spaß schon längst vorbei.

Das glaube ich auch. So ein Dickschiff wenns steigt... ojeeee.

> Deshalb solltest du gerade bei einem älteren Cat mal schauen, wie es um die
> Ausstiege im Boot gestellt ist, wenn er sich wirklich mal umlegt. Sitzt du
> dann _auf_ deinem gekenterten Cat, musst du dir schon mal keine Sorgen
> darüber machen, dass er sinkt ;-)

Hmmm, wenn ich ein Bodenluck öffne geht Luft raus und von unten Wasser rein?
Ist das nicht kontraproduktiv?



> Wie man sich bei Schwerwetter verhalten muss, kann man sicher trefflich
> diskutieren. Aber ob man gerade die Situation durchspielt, die dann konkret
> eintritt, wage ich zu bezweifeln. Beim Cat gilt anders als beim
> Einrumpfboot, dass er nicht durch eine Rumpfgeschwidigkeit in Gefahr gerät.
> Er erhebt sich über die Welle und das ist wirklich ein tolles Gefühl
> (solange alles im kontrollierten Bereich bleibt) ;-)

Naja ein bischen Erfahrung mit schlechtem Wetter wäre vermutlich nicht
schlecht. Aber als Landratte auf Süsswasser fehlt mir die ganz.



> Wann du wenden und wann du halsen musst, das musst du "erfahren". Bei
> Schwerwetter ist es wichtig, das zu wissen. Anders als beim Einrumpf ist die
> Halse beim Cat oftmals das bessere Manöver....

Schenk schreibt auch er fährt immer Halse mit dem seinen. Verstehe auch den
Grund, das Verhalten müsste ich "erfahren".



> Mein Tipp für dich: Bevor du an dein eigenes Projekt gehst, solltest du
> Gelegenheiten finden, vorher mal ein bisschen Erfahrung zu sammeln.

Habe am WE den Skipper vom Bootsservice interviewt, er hat eine Mono, mal sehen
ob er Kontakt zu Multi herstellern kann. Soll natürlich nicht zuviel kosten
weil auf die allgemeine Ablehnung bzgl. Catalac habe ich schon nach anderen
Typen gesucht. Der nächstmögliche Quest 33 oder Comanche kostet viel mehr
und da muss ich jetzt sparen. :-)

> Ich drücke dir die Daumen, gönne dir den tollen Urlaub und bin gespannt, was
> du gutes erleben und hier berichten wirst.

Jo, ich auch. :-)))


Richard Lechner

unread,
Mar 28, 2007, 5:44:04 PM3/28/07
to
Tobias Crefeld writes:

>> Bobby Schenk schreibt dass es mehr vom Skipper als vom Boot abhängt wo
>> die Grenzen liegen. Ich bin ein Segelnewbie und war bisher nur an Seen
>> bei uns und 2 Wochen Jollensegeln in Kenia. Also schätze ich mal 500 SM
>> Süsswasser als "Skipper" auf dem Buckel, Back- und Steuerboard kann ich
>> unterscheiden und ich weiss auch was eine Halse ist. :-)
>
> Das reicht nicht für eine sichere Schiffsführung auf Hochsee. Ausgiebige
> Erfahrung mit Jollen, auch im Grenzbereich würde ich schon als sehr
> sinnvolle Voraussetzung bezeichnen, wenn es ein Kat sein soll, aber zum
> Sammeln von Hochseeerfahrung solltest Du Schulen besuchen und etliche
> Törns als deckshand und Wachführer in Mittelmeer und Atlantik mitsegeln.

Ist mir klar, darum wollte ich auch entlang der Küste anfangen. Von einer
Bucht zur nächsten sollte es doch zu schaffen sein :-)
Ich werde mal sehen das die Freedom ins Wasser kommt und ich den Dickbauch
bei Schlechtwetter um die Wellen dreschen kann. :-)

> Letztlich bedeutet beim Kat eine Kenterung immer das Ende der Reise. Bei
> einem Monohull meist nur Mastbruch.

Kentern wäre extremer Mist, Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste. :-)

>> Ich war damals beim Militär als Funker beschäftigt aber ich fürchte das
>> wird für den Funkamateurschein nicht berücksichtigt werden. :-( Da werde
>> ich mich demnächst darum kümmern müssen.
>
> Ich kenne nicht die österreichischen Vorschriften für Seefunk, aber
> normalerweise wird mindestens ein ROC oder sein Äquivalent für
> Sportschiffer benötigt. Gerade Euer 'Hausrevier' Kroatien legt da ganz
> besonders Wert drauf. Mit Amateurfunk hat das übrigens gar nichts zu tun.

Ich brauche das da: CEPT I Kurs

>> Also: Würdet ihr sagen mit einem 9 Meter Katamaran kann ich die Türkei
>> wagen? Und was würdet ihr für das Boot bezahlen? Schenk schreibt was von
>> Yacht ist ein Klotz am Bein und unter 30.000.- für ein 10 Meter Boot.
>
> Grundsätzlich ja, aber nicht mit Deinen Erfahrungen. Das mit dem Klotz
> würde ich ernst nehmen. Charter von privat kann auch ein interessantes
> Modell sein und man ist erstmal in der Wahl des Segelreviers flexibler.

Klotz bezüglich "der Preis ist Verhandlungssache" oder "die bring ich nie
wieder los"? Eine Quest 33 gibts bei boat.de um VB 55.500.- ohne Versteuerung
in der EU, hat aber nur einen Motor. Stünde in der Karibik und müsste herüber.
Wieviel sollte man da als Endpreis kalkulieren? 40, 45 oder 50.000.-?

Rätsel über Rätsel :-))

Tobias Crefeld

unread,
Mar 29, 2007, 5:04:00 PM3/29/07
to
Richard Lechner meinte:
> Tobias Crefeld writes:

>> aber zum Sammeln von Hochseeerfahrung solltest Du Schulen besuchen und
>> etliche Törns als deckshand und Wachführer in Mittelmeer und Atlantik
>> mitsegeln.

> Ist mir klar, darum wollte ich auch entlang der Küste anfangen. Von
> einer Bucht zur nächsten sollte es doch zu schaffen sein :-)
> Ich werde mal sehen das die Freedom ins Wasser kommt und ich den
> Dickbauch bei Schlechtwetter um die Wellen dreschen kann. :-)

Laß es Dir jedenfalls erstmal von ein paar Leuten zeigen, die was davon
verstehen. Eigene Erfahrungen sammelst Du danach eh noch mehr als genug.


>> Letztlich bedeutet beim Kat eine Kenterung immer das Ende der Reise.
>> Bei einem Monohull meist nur Mastbruch.
> Kentern wäre extremer Mist, Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste.
> :-)

Dazu muß man aber das Gefühl entwickelt haben, was der Kahn noch verträgt
und was nicht mehr. Kentern und damit auch Nicht-Kentern lernt man
tunlichst auf der Jolle. Auf der Yacht lernt man das schlecht, auf nem
Fahrten-Katamaran gar nicht.


>> Grundsätzlich ja, aber nicht mit Deinen Erfahrungen. Das mit dem Klotz
>> würde ich ernst nehmen. Charter von privat kann auch ein interessantes
>> Modell sein und man ist erstmal in der Wahl des Segelreviers flexibler.

> Klotz bezüglich "der Preis ist Verhandlungssache" oder "die bring ich
> nie wieder los"?

Weder noch: ein Schiff benötigt ständige Wartung und Ausrüstung und
Unterhalt. Dazu muß man aber zumindest wissen, was man wie häufig
überprüfen muß und muß zu dieser Überprüfung auch fachlich in der Lage
sein. Unser Verein hat z.B. vor 15 Jahren ein gebrauchtes Boot für 600
Tausend DM gebraucht gekauft und seither jedes Jahr zwischen 30 und 140
Tausend DM für den Unterhalt ausgegeben. Darin sind nicht die Kosten für
Törns, etc. enthalten. Wenn das Boot hauptsächlich in Häfen liegt und
wenig fährt, ist der Betrag eher kleiner.

--
Gruss,
Tobias.

Juergen Ernst Guenther

unread,
Apr 16, 2007, 4:50:20 AM4/16/07
to
HC Ahlmann <hc.ah...@gmx.de> wrote:

> Ich witterte unausgesprochene Annahmen, die Möglichkeit "JSA 1" zu sagen
> und mir erscheint die Kombination Treibanker und Ablaufen ungünstig.

Mal was anderes: Angeblich wird in neueren SKS-Büchern ganz vor
Treibankern gewarnt. Kann das mal bitte jemand verifizieren?
Und: Warum sind die neuerdings generell böse?

Muss Roman Polanski jetzt "Piraten" neu drehen?

.m.

--
Jürgen Ernst Günther
This is art. We don't smile.

Eike Rathke

unread,
Apr 17, 2007, 4:48:43 AM4/17/07
to
* Juergen Ernst Guenther, 2007-04-16 08:50 UTC:

> Mal was anderes: Angeblich wird in neueren SKS-Büchern ganz vor
> Treibankern gewarnt. Kann das mal bitte jemand verifizieren?

Im Dreyer, 8. Auflage Druck 2007, ist das nicht der Fall. Liegen vor
Treibanker in Kombination mit zweiter Leine am Heck gegen Schwojen und
Querlegen wird dort als eine der ueblichen Sturmtaktiken erwaehnt.

Eike

--
PGP/OpenPGP/GnuPG encrypted mail preferred in all private communication.
Key ID: 0x293C05FD - 997A 4C60 CE41 0149 0DB3 9E96 2F1A D073 293C 05FD

Juergen Ernst Guenther

unread,
Apr 17, 2007, 9:14:48 AM4/17/07
to
Ulrich G Kliegis <Ulli....@kliegis.de> wrote:

> On Mon, 26 Mar 2007 17:01:41 -0400, Edgar Warnecke <ewar...@gmx.net>

>>Wenn jetzt einer ankommt und wissen will ob das funktioniert, erklaere ich
>>Unwissen mangels Erfahrung. Das reicht noch fuer jeden Freispruch.

> Walfreiheit.

Das fehlte noch!

Reicht es nicht, dass Wale Schnellfähren
rammen und arme Omas schubsen?

Dagegen müsste mal jemand was tun!

Tobias Crefeld

unread,
Apr 16, 2007, 7:52:00 PM4/16/07
to
Juergen Ernst Guenther meinte:
> HC Ahlmann <hc.ah...@gmx.de> wrote:

>> Ich witterte unausgesprochene Annahmen, die Möglichkeit "JSA 1" zu
>> sagen und mir erscheint die Kombination Treibanker und Ablaufen
>> ungünstig.

> Mal was anderes: Angeblich wird in neueren SKS-Büchern ganz vor
> Treibankern gewarnt. Kann das mal bitte jemand verifizieren?
> Und: Warum sind die neuerdings generell böse?

Wenn das so pauschal drin steht, wäre es jedenfalls grober Unfug. Den mir
bekannten Querschnitt von Fachliteratur und Fachpresse zugrunde gelegt,
gibt es eigentlich nur ein Resümee: Es kommt aufs Schiff und auf die Crew
an.

Beim Ablaufen gibt es bei Sturm das Problem, daß das Boot zeitweise ohne
Ruderwirkung fährt, wenn die Welle einen überholt und das Ruderblatt
vorübergehend von achtern angeströmt wird. Dieser Wechseln der
Strömungsrichtung wirkt beim Ruderblatt genauso destabilisierend auf den
Steuerkurs wie beim Segel auf Vorwindkurs.

--
Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
Apr 17, 2007, 6:35:00 PM4/17/07
to
HC Ahlmann meinte:

> Es gibt m.E. zwei Möglichkeiten, wenn alle Segel geborgn sind.

> Ausreichend Raum nach Lee sei gegeben. Man läuft unter Top und Takel und
> eventuell mit nachgeschleppten Leinen und hat noch soviel Fahrt durchs
> Wasser, daß das Boot steuerbar ist. Dann würde ich es wagen, das Heck
> Wind und Welle auszusetzen. Erst recht, wenn das Boot schneller als die
> Wellen ist, weil dann keine Gefahr von einsteigenden Wellen besteht und
> Ablaufen schonender für Mensch und Material ist.

Die spezielle Herausforderung des Ablaufens liegt darin, Geschwindigkeit
und Steuerkurs so zu justieren, daß das Boot schneller als die Welle ist,
das Ruderblatt somit von vorne angeströmt und das Boot somit steuerbar
bleibt, aber trotzdem nicht durch die nächste Welle aufgestoppt wird.
Nachdem man bei "richtigen Sturm" keine Segelmanöver mehr fahren möchte,
geht das eigentlich nur noch durch geeignete Kurswahl.


> Dumm, wenn nicht ausreichend Raum nach gegeben ist, dann gilt es, die
> Fahrt zu mindern und einen Treibanker auszubringen. Jedoch wird das Boot
> kaum Fahrt durchs Wasser machen und schlecht oder nicht steuerbar sein.
> Da die Wellen sich außerdem schneller als das Boot bewegen, würde ich
> dann den Bug gegen Wind und Welle richten, weil der Seeschlag deutlich
> besser verträgt als das Heck oder die Crew in der Plicht. Eine Hahnepot
> für den Treibanker und ein "Taschentuchbesan" oder das nackte Rigg
> sorgen dafür, daß die Wellen nicht vierkant genommen werden.

Ich sehe keine Vorteil in einem Treibanker, wenn das Boot beiliegt. Bei
modernen Rümpfen kann man mit geringster Tuchfläche noch Strecke nach Luv
gut machen, ohne groß zu steuern. Brecher sollte man so oder so möglichst
immer vermeiden.


> Selbst eine schlecht geommene Welle auf den Bug erscheint mir angenehmer
> als eine, die sich ins Cockpit ergießt.

Das ist eigentlich nebensächlich, weil bei "richtigen Sturm" sollte sich
niemand mehr im Cockpit aufhalten. Vollständiger Verschluß ist dann
Pflicht und dazu paßt es nun mal nicht, jemand im Cockpit zu belassen.

--
Gruss,
Tobias.

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