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Genauigkeit bei SBF-See-Prüfung?

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Jens Stark

unread,
May 20, 2012, 9:50:36 AM5/20/12
to
Hallo!

Meine Frau will so in ca. 6 Wochen die Prᅵfung zum SBF See ablegen.
Das heiᅵt: Multiple Choice und neue Kartenaufgaben.

Steht irgendwo etwas ᅵber die Toleranzen bei den Kartenaufgaben?

Bei der Miᅵweisung scheint man ja auf volle ᅵ aufzurunden, was
sicherlich praxisnah ist, aber wenn ich mir auf der Karte so die Strecke
fᅵr die Aufgaben zur Besteckversetzung anschaue, halte ich eine
brauchbare Messung auf 1ᅵ genau fᅵr relativ schwierig.

Gruᅵ,
Jens (dessen Prᅵfung in den 70ern noch ganz anders aussah...)

Michael Hermes

unread,
May 20, 2012, 4:25:26 PM5/20/12
to
Am 20.05.2012 15:50 schrieb Jens Stark:
> Hallo!
>
> Meine Frau will so in ca. 6 Wochen die Prᅵfung zum SBF See ablegen.
> Das heiᅵt: Multiple Choice und neue Kartenaufgaben.
>
> Steht irgendwo etwas ᅵber die Toleranzen bei den Kartenaufgaben?
>
> Bei der Miᅵweisung scheint man ja auf volle ᅵ aufzurunden, was
> sicherlich praxisnah ist, aber wenn ich mir auf der Karte so die Strecke
> fᅵr die Aufgaben zur Besteckversetzung anschaue, halte ich eine
> brauchbare Messung auf 1ᅵ genau fᅵr relativ schwierig.

Bei meiner Prᅵfung (immerhin auch 6 Jahre her) gab es keine vorgegebene
Zielgenauigkeit. Es wurde einfach bewertet ob man nichts vergessen hat,
keinen Fehler drinhat und sauber und ordentlich gearbeitet hat.
Also ich denke bei jedem einzelnen Schritt sollte man schon 1ᅵ / 1mm
Genauigkeit erreichen. Zu wieviel sich die Ungenauigkeiten dann
summieren ist dann wieder was anderes.

Gruss
--
Yoghurt: A type of cheese that wasn't trying hard enough.

Tobias Crefeld

unread,
May 21, 2012, 2:19:00 PM5/21/12
to
Michael Hermes meinte:
> Am 20.05.2012 15:50 schrieb Jens Stark:

>> Meine Frau will so in ca. 6 Wochen die Prüfung zum SBF See ablegen.
>> Das heißt: Multiple Choice und neue Kartenaufgaben.
[..]

> Bei meiner Prüfung (immerhin auch 6 Jahre her) gab es keine vorgegebene
> Zielgenauigkeit. Es wurde einfach bewertet ob man nichts vergessen hat,
[..]

Nur mal so interessehalber: Verwenden sie mittlerweile Karten, die diesen
Namen verdienen? Bei meiner SBF-See-Prüfung waren im Prüfungsbogen
Kartenausschnitte in Visitenkartengröße integriert. Da scheitert
zeichnerische Genauigkeit schon an der mangelhaften Kartenauflösung.
Ist aber schon ein paar Järchen her. Sollte sich das geändert haben?
--
Gruss,
Tobias.

Alexander Stielau

unread,
May 22, 2012, 4:10:47 AM5/22/12
to
Am 21 May 2012 18:19:00 +0000 schrieb Tobias Crefeld:
> Nur mal so interessehalber: Verwenden sie mittlerweile Karten, die diesen
> Namen verdienen? Bei meiner SBF-See-Prüfung waren im Prüfungsbogen
> Kartenausschnitte in Visitenkartengröße integriert. Da scheitert
> zeichnerische Genauigkeit schon an der mangelhaften Kartenauflösung.
> Ist aber schon ein paar Järchen her. Sollte sich das geändert haben?

Nein.
Z.T. haben die Hilfslinien eingezeichnet, z.T. nicht, alles Kraut und
Rüben. Mit einem normal großen Kursdreieck kann man nicht sinnvoll
verschieben, weil man sonst den Kartenschnipsel verschiebt.

Zur Genauigkeit:
Die Kartenaufgaben sind alle so angelegt, daß es fast immer zu glatten
Zahlen, Kursen, Distanzen usw. kommt. Es ist relativ schwer,
zeichnerisch mehr als 1 oder 2 mm von dem gewünschten Ergebnis
abzuweichen, wenn man die Aufgaben handwerklich korrekt löst - bzw.
fallen dadurch grundsätzliche Denkfehler schnell auf.

Da die Aufgaben so primitiv sind, sind auch die Folgefehler gering. Das
ist dann beim SSS (vielleicht auch beim SHS, kenne ich nicht) schon anders.

Ein Problem beim neuen Fragenkatalog ist aber das
Multiple-Choice-Verfahren. Bei vielen Fragen sind die Antworten dermaßen
ähnlich, daß es auch gestandenen Ausbildern schwer fällt, die richtige
Antwort zu finden.
Fragenkatalog (zum spielen, A ist immer die richtige Antwort):
www.elwis.de/Freizeitschifffahrt/fuehrerscheininformationen/Fragenkatalog-See-Mai-2012.pdf


Und wieder mehr Auswendiglernen statt verstehen und in eigenen Worten
wiedergeben.

Aleks

Bernd J. Kaup

unread,
May 22, 2012, 4:34:38 AM5/22/12
to
Am 20.05.2012 15:50, schrieb Jens Stark:
> Hallo!
>
> Meine Frau will so in ca. 6 Wochen die Prüfung zum SBF See ablegen.
> Das heißt: Multiple Choice und neue Kartenaufgaben.
>
> Steht irgendwo etwas über die Toleranzen bei den Kartenaufgaben?
>
> Bei der Mißweisung scheint man ja auf volle ° aufzurunden, was
> sicherlich praxisnah ist, aber wenn ich mir auf der Karte so die Strecke
> für die Aufgaben zur Besteckversetzung anschaue, halte ich eine
> brauchbare Messung auf 1° genau für relativ schwierig.
>
> Gruß,
> Jens (dessen Prüfung in den 70ern noch ganz anders aussah...)

die Genauigkeit richtet sich nach dem Augenmaß des Prüfers.

Nur als Beispiel: ich habe meine Trigonometrie-Aufgaben auch unter
Zeitdruck in der Klassenarbeit immer in einer den Lehrer höchst
zufriedenstellenden Weise erledigt. Daher war ich natürlich etwas
verwundert als der Prüfer im SBF-See ein simples Peildreieck für
unrichtig erklärte, was meine Ausbilderin so aufbrachte, dass sie von
den Mitprüflingen aus dem Verkehr gezogen werden mußte, um Schlimmeres
zu verhindern. Ich hatte dann immerhin Gelegenheit, die Aufgabe unter
Aufsicht der Prüfungskommission zu wiederholen und selbstverständlich
mit deckungsgleichem Ergebnis anerkannt zu bekommen. Später erklärte mir
einer der Mitglieder der Prüfungskommission, dass der betreffende Prüfer
schon mehrfach den Unwillen sowhl der Prüflinge als auch der übrigen
Kommissionsmitglieder auf sich gezogen habe.
mfg
bjk

Matthias Luczak

unread,
May 22, 2012, 5:53:53 AM5/22/12
to
On 21 Mai, 20:19, tc-...@myway.de (Tobias Crefeld) wrote:
> Nur mal so interessehalber: Verwenden sie mittlerweile Karten, die diesen
> Namen verdienen? Bei meiner SBF-See-Prüfung waren im Prüfungsbogen
> Kartenausschnitte in Visitenkartengröße integriert. Da scheitert
> zeichnerische Genauigkeit schon an der mangelhaften Kartenauflösung.
> Ist aber schon ein paar Järchen her. Sollte sich das geändert haben?
> --
> Gruss,
>  Tobias.

Seit Mai 2012 ist für die Vorbereitung zum SBF-See Navigation die
Seekarte D49
(Originalgöße Berufsschifffahrt) zu verwenden. In den Prüfungen werden
dann
jeweils ca. DIN A3 große Ausschnitte (selber Maßstab) aus der D49
ausgegeben.

Jens Stark

unread,
May 22, 2012, 1:21:33 PM5/22/12
to
Am 20.05.2012 22:25, schrieb Michael Hermes:

> Bei meiner Prᅵfung (immerhin auch 6 Jahre her) gab es keine vorgegebene
> Zielgenauigkeit. Es wurde einfach bewertet ob man nichts vergessen hat,
> keinen Fehler drinhat und sauber und ordentlich gearbeitet hat.
> Also ich denke bei jedem einzelnen Schritt sollte man schon 1ᅵ / 1mm
> Genauigkeit erreichen. Zu wieviel sich die Ungenauigkeiten dann
> summieren ist dann wieder was anderes.

Da es sich ja um "Kettenaufgaben" handelt, kann der Prᅵfer sicherlich
die Schritte nachvollziehen. Aber schauen wir mal! :)

Gruᅵ und Dank,
Jens

Jakob Achterndiek

unread,
May 22, 2012, 2:14:18 PM5/22/12
to
Am 22.05.2012, 19:21 Uhr, schrieb Jens Stark <je...@stark.net>:

> Am 20.05.2012 22:25, schrieb Michael Hermes:
>
>> [..]Zu wieviel sich die Ungenauigkeiten dann
>> summieren ist dann wieder was anderes.
>
> Da es sich ja um "Kettenaufgaben" handelt, kann der
> Prüfer sicherlich die Schritte nachvollziehen. Aber
> schauen wir mal! :)

Wir wünschen jedenfalls guten Erfolg.

Aber ich stelle mir gerade einen Disput zwischen der
Kommission und einem Prüfling vor. Der Prüfling fällt
durch und beschwert sich, sein Prüfer habe von sieben
Aufgaben nur die beiden ersten bewertet und die anderen
gar nicht mehr berücksichtigt. Worauf die Kommission
dem Prüfling erklärt: »Seit Aufgabe zwei liegt Ihr
Schiff hoch und trocken auf Schiet. Da gips nix mehr
zu prüfen.« :(

j/\a
--

Jens Stark

unread,
May 22, 2012, 2:57:09 PM5/22/12
to
Am 22.05.2012 20:14, schrieb Jakob Achterndiek:

> Wir wünschen jedenfalls guten Erfolg.
>
Danke :) Der Vorteil ist, daß bei mir lange verschollenes Wissen wieder
auftaucht, auch wenn sich einschließlich des Betonnungssystems so
einiges geändert hat. Aber meine Frau macht gute Fortschritte beim Lernen.

> Aber ich stelle mir gerade einen Disput zwischen der
> Kommission und einem Prüfling vor. Der Prüfling fällt
> durch und beschwert sich, sein Prüfer habe von sieben
> Aufgaben nur die beiden ersten bewertet und die anderen
> gar nicht mehr berücksichtigt. Worauf die Kommission
> dem Prüfling erklärt: »Seit Aufgabe zwei liegt Ihr
> Schiff hoch und trocken auf Schiet. Da gips nix mehr
> zu prüfen.« :(

Wäre ja in Praxis durchaus richtig, die Prüfungsaufgaben finden aber
anscheinend alle im Tiefwasser statt. (Vielleicht darum?)

Jens Stark

unread,
May 22, 2012, 3:05:09 PM5/22/12
to
Am 22.05.2012 10:34, schrieb Bernd J. Kaup:

> die Genauigkeit richtet sich nach dem Augenmaß des Prüfers.

Diese Aussage habe ich befürchtet...
Ebenso kam mir zu Ohren, daß einige Schulen ihre Teilnehmer nicht zum
Prüfungsausschuß in <Großstadt im Norden> sondern zum Prüfüngsausschuß
in <sehr küstennahe Stadt im Norden> schicken, weil sie meinen, guten
Grund dazu zu haben.

Ich mag ja diese Ankreuzprüfungen nicht, weil sie überwiegend die
Fähigkeiten zum Auswendiglernen und zum Textverständnis prüfen.
Aber - sie machen die Prüfung objektiver.

Bei mir hatte der Prüfer, der auch die medizinische Untersuchung
durchführte, noch sehr klare Vorstellungen über das Auftreten junger
Leute. Als ich zur Prüfung nach einem Unfall mit offener Flamme mit -
damals extrem unmodisch - sehr kurzen Haaren antrat, kam vom Prüfer
eine, vorsichtig als reaktionär zu bezeichnende, zustimmende Bemerkung.
Hat mir eventuell in der damaligen Prüfung geholfen. Eben wegen des
Nasenfaktors.

> Nur als Beispiel: ich habe meine Trigonometrie-Aufgaben auch unter
> Zeitdruck in der Klassenarbeit immer in einer den Lehrer höchst
> zufriedenstellenden Weise erledigt. Daher war ich natürlich etwas
> verwundert als der Prüfer im SBF-See ein simples Peildreieck für
> unrichtig erklärte, was meine Ausbilderin so aufbrachte, dass sie von
> den Mitprüflingen aus dem Verkehr gezogen werden mußte, um Schlimmeres
> zu verhindern. Ich hatte dann immerhin Gelegenheit, die Aufgabe unter
> Aufsicht der Prüfungskommission zu wiederholen und selbstverständlich
> mit deckungsgleichem Ergebnis anerkannt zu bekommen. Später erklärte mir
> einer der Mitglieder der Prüfungskommission, dass der betreffende Prüfer
> schon mehrfach den Unwillen sowhl der Prüflinge als auch der übrigen
> Kommissionsmitglieder auf sich gezogen habe.

Es gibt einfach zu viele Leute, die ihr "Ich bin WICHTIG!"-T-Shirt zu
Hause gelassen haben.

Gruß,
Jens

Matthias Heuer

unread,
May 22, 2012, 4:53:20 PM5/22/12
to
Am 22.05.2012 20:14, schrieb Jakob Achterndiek:
> Aber ich stelle mir gerade einen Disput zwischen der
> Kommission und einem Prüfling vor. Der Prüfling fällt
> durch und beschwert sich, sein Prüfer habe von sieben
> Aufgaben nur die beiden ersten bewertet und die anderen
> gar nicht mehr berücksichtigt. Worauf die Kommission
> dem Prüfling erklärt: »Seit Aufgabe zwei liegt Ihr
> Schiff hoch und trocken auf Schiet. Da gips nix mehr
> zu prüfen.« :(

Du glaubst nicht, welche Dinge alle vor Verwaltungsgerichten landen ;-)




Uwe St?ckel

unread,
May 22, 2012, 5:31:16 PM5/22/12
to
"Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> wrote:

>Aber ich stelle mir gerade einen Disput zwischen der
>Kommission und einem Prüfling vor. Der Prüfling fällt
>durch und beschwert sich, sein Prüfer habe von sieben
>Aufgaben nur die beiden ersten bewertet und die anderen
>gar nicht mehr berücksichtigt. Worauf die Kommission
>dem Prüfling erklärt: »Seit Aufgabe zwei liegt Ihr
>Schiff hoch und trocken auf Schiet. Da gips nix mehr
>zu prüfen.«

wo mir einer der frühen Bände der Hornblower Trilogie einfällt...
Die Prüfungssituation war gerade suboptimal - glücklicherweise griff
gerade der Feind an...

Wolfgang Broeker

unread,
May 23, 2012, 2:41:30 AM5/23/12
to
Alexander Stielau zitierte und schrieb:
> > Nur mal so interessehalber: Verwenden sie mittlerweile Karten, die diesen
> > Namen verdienen? Bei meiner SBF-See-Prüfung waren im Prüfungsbogen
> > Kartenausschnitte in Visitenkartengröße integriert. Da scheitert
> > zeichnerische Genauigkeit schon an der mangelhaften Kartenauflösung.
> > Ist aber schon ein paar Jährchen her. Sollte sich das geändert haben?
>
> Nein.

Ich habe gerade nochmal in den SBF-Unterlagen(*) meines Sohnes
nachgesehen. Die dortigen Prüfungs-Seekarten haben eine Größe
von 36 x 20 cm (Höhe mal Breite). Da kann man durchaus ein Kurs-
Dreieck vernünftig anlegen.

Gruß - Wolfgang

(*) Rolf Dreyer, Sportküstenschifferschein + Sportbootführerschein
See, Bielefeld 2000. Es handelt sich um die Karten/Fragen 343
bis 362.

Alexander Stielau

unread,
May 23, 2012, 2:56:03 AM5/23/12
to
Am Wed, 23 May 2012 08:41:30 +0200 schrieb Wolfgang Broeker:
> Alexander Stielau zitierte und schrieb:
>> > Nur mal so interessehalber: Verwenden sie mittlerweile Karten, die diesen
>> > Namen verdienen? Bei meiner SBF-See-Prüfung waren im Prüfungsbogen
>> > Kartenausschnitte in Visitenkartengröße integriert. Da scheitert
>> > zeichnerische Genauigkeit schon an der mangelhaften Kartenauflösung.
>> > Ist aber schon ein paar Jährchen her. Sollte sich das geändert haben?
>>
>> Nein.
>
> Ich habe gerade nochmal in den SBF-Unterlagen(*) meines Sohnes
> nachgesehen. Die dortigen Prüfungs-Seekarten haben eine Größe
> von 36 x 20 cm (Höhe mal Breite). Da kann man durchaus ein Kurs-
> Dreieck vernünftig anlegen.

Die letzte Prüfung, die ich begleitet habe, war am 21.4.2012 mit den
deutschlandweit einheitlichen, amtlichen Prüfungsbögen.

Diese sind in DIN A4. Ich halte das für unrealistisch klein, vor allem,
wenn man den Standardhangriff Parallelverschiebung vornehmen will.

Dabei ist es ziemlich unerheblich, auf was Du übst (die Lehrmittel sind
freigestellt, das die üblichen Verlage zu kleine Karten in ihre Bücher
klemmen ist der Produktion und dem Vertrieb der Übungsunterlagen
geschuldet und nicht der Prüfung), die Situation verschlimmert sich sogar,
je mehr Du auf richtigen Karten übst und dann auf DIN A4 ne Prüfung zeichnen sollst.

Ich bin sehr froh zu hören, daß sich wenigstens das mit der ab Mai
gültigen Prüfungsordnung geändert hat (Ü D49).

Ignatios Souvatzis

unread,
May 23, 2012, 1:41:37 AM5/23/12
to
Wenn der/die Pruefling sich nicht vernavigiert...

-is
--
seal your e-mail: http://www.gnupg.org/

HC Ahlmann

unread,
May 23, 2012, 6:45:05 AM5/23/12
to
Alexander Stielau <al...@oerks.de> wrote:

> Diese sind in DIN A4. Ich halte das für unrealistisch klein, vor allem,
> wenn man den Standardhangriff Parallelverschiebung vornehmen will.

Es kommt halt die Überlegung hinzu, wo das Kursdreieck und an welche
Kante das Verschiebedreieck angelegt wird. Wer mit
Mittelstufen-Geometrie als (Nachhilfe-)Lehrer, Bastelbögen oder
Schnittmustern, mit Vermessungskunde oder Kartenarbeit (ohne Seekarten)
zu tun hat, beherrscht das aus dem Effeff, denn das ist kein Hexenwerk.
Ungeübte Methoden sind in Prüfungen immer erfolgerschwerend.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte

Jakob Achterndiek

unread,
May 23, 2012, 7:16:22 AM5/23/12
to
Am 23.05.2012, 07:41 Uhr, schrieb Ignatios Souvatzis
<u50...@beverly.kleinbus.org>:

> Jens Stark wrote:
>> Am 22.05.2012 20:14, schrieb Jakob Achterndiek:
>>> [..] »Seit Aufgabe zwei liegt Ihr
>>> Schiff hoch und trocken auf Schiet. Da gips nix mehr
>>> zu prüfen.« :(
>>
>> Wäre ja in Praxis durchaus richtig, die Prüfungsaufgaben
>> finden aber anscheinend alle im Tiefwasser statt.
>> (Vielleicht darum?)
>
> Wenn der/die Pruefling sich nicht vernavigiert...

Sowas kenne ich nur aus der ganz vergessenen astronomischen
Navigation. Der Fähnrich z.S. hat einen Ort aus drei Höhen
gerechnet und liefert die Koordinaten ab. Darauf der prüfende
Kapitänleutnant: »Nehmen Sie gefälligst die Mütze ab: Sie
stehen direkt vorm Patersdom.«

j/\a
--

Michael Hermes

unread,
May 23, 2012, 4:15:51 PM5/23/12
to
Am 21.05.2012 20:19 schrieb Tobias Crefeld:

>>> Meine Frau will so in ca. 6 Wochen die Prüfung zum SBF See ablegen.
>>> Das heißt: Multiple Choice und neue Kartenaufgaben.
> [..]
>
>> Bei meiner Prüfung (immerhin auch 6 Jahre her) gab es keine vorgegebene
>> Zielgenauigkeit. Es wurde einfach bewertet ob man nichts vergessen hat,
> [..]
> Nur mal so interessehalber: Verwenden sie mittlerweile Karten, die diesen
> Namen verdienen? Bei meiner SBF-See-Prüfung waren im Prüfungsbogen
> Kartenausschnitte in Visitenkartengröße integriert. Da scheitert
> zeichnerische Genauigkeit schon an der mangelhaften Kartenauflösung.
> Ist aber schon ein paar Järchen her. Sollte sich das geändert haben?

Häh? Genau zeichnen kann ich mit meinem Werkzeug und einem spitzen
Bleistift doch immer. Und der Strich mit den 62° (oder was auch immer)
war wirklich ein Strich und kein Rechteck. Ob die vorgezeichnete Karte
jetzt 1:10 oder 1:10000000 ist ändert doch nichts an meiner Genauigkeit.

HC Ahlmann

unread,
May 23, 2012, 5:14:28 PM5/23/12
to
Michael Hermes <i...@michaelhermes.de> wrote:

> Häh? Genau zeichnen kann ich mit meinem Werkzeug und einem spitzen
> Bleistift doch immer. Und der Strich mit den 62° (oder was auch immer)
> war wirklich ein Strich und kein Rechteck. Ob die vorgezeichnete Karte
> jetzt 1:10 oder 1:10000000 ist ändert doch nichts an meiner Genauigkeit.

Ein dünner Bleistiftstrich auf einer Karte 1:10 deckt weniger in natura
ab als derselbe Strich auf einer Karte 1:10000000. Die zeichnerische
Genauigkeit mag dieselbe sein, die nicht. Der dünne Bleistiftstrich in
1:10 entspricht einem 1000000-mal so dicken Bleistiftstrich (oder einem
richtig fetten Edding) im Maßstab 1:10000000. Ist noch etwas zu
erkennen?

Ignatios Souvatzis

unread,
May 24, 2012, 4:52:19 AM5/24/12
to
HC Ahlmann wrote:

> richtig fetten Edding) im Maßstab 1:10000000. Ist noch etwas zu
> erkennen?

Genau. Ich erinnere da an die Geschichte von... moment... war nebenan...

Message-ID (uk.rec.sailing):
<1575122397359063589.301347%steve%-mallo...@news.eternal-september.org>

bzw. ausführlicher im Risks Digest unter "Never trust a robot":
http://seclists.org/risks/2012/q2/6

"[...]the crew started the motor, set a waypoint at the entrance to Ensenada
harbor, and turned on the turned on the autopilot. A further inference is
that in doing so they had the electronic chart zoomed out to a point where
the Coronado Islands no longer showed up, and so had no warning that their
track would take them straight into a rock. [...]"

(das letztendlich tödliche war natürlich mal wieder die vermutlich
vergessene Lifeline. Crew war nachts schlafend unter Deck bis auf den
Rudergänger, der irgendwann über Bord ging.)

Bernd J. Kaup

unread,
May 24, 2012, 10:47:50 AM5/24/12
to
Am 23.05.2012 23:14, schrieb HC Ahlmann:
> Michael Hermes<i...@michaelhermes.de> wrote:
>
>> H�h? Genau zeichnen kann ich mit meinem Werkzeug und einem spitzen
>> Bleistift doch immer. Und der Strich mit den 62� (oder was auch immer)
>> war wirklich ein Strich und kein Rechteck. Ob die vorgezeichnete Karte
>> jetzt 1:10 oder 1:10000000 ist �ndert doch nichts an meiner Genauigkeit.
>
> Ein d�nner Bleistiftstrich auf einer Karte 1:10 deckt weniger in natura
> ab als derselbe Strich auf einer Karte 1:10000000. Die zeichnerische
> Genauigkeit mag dieselbe sein, die nicht. Der d�nne Bleistiftstrich in
> 1:10 entspricht einem 1000000-mal so dicken Bleistiftstrich (oder einem
> richtig fetten Edding) im Ma�stab 1:10000000. Ist noch etwas zu
> erkennen?

Die Beispiele der Verkleinerung d�rften nicht zielf�hrend sein, wenn es
um Genauigkeit geht: wenn du mit einem 0,3mm Bleistift ein
gleichseitiges Dreieck mit 100 mm Seitenl�nge zeichnest, ist dieses
Dreieck nur dann richtig=genau gezeichnet, wenn die drei Winkel gleich
sind und f�glich alle drei Seiten gleich lang sind oder umgekehrt. Daran
�ndert nichts, ob das Dreieck ein solches mit 1 m Seitenl�nge
repr�sentiert, wie bei deinem 1:10 Denkansatz oder ein solches mit 100
km Seitenl�nge, wie bei deinem 1: 10 Mio Beispiel. Der 0,3 mm
Bleistiftstrich w�re dann nat�rlich 3km breit. Den in natura 100km lang
zu zeichnen w�re allerdings eine Herausforderung an die Genauigkeit.
mfg
bjk

HC Ahlmann

unread,
May 24, 2012, 3:06:36 PM5/24/12
to
Bernd J. Kaup <bjk...@internet-counsel.de> wrote:

> Die Beispiele der Verkleinerung d�rften nicht zielf�hrend sein, wenn es
> um Genauigkeit geht: wenn du mit einem 0,3mm Bleistift ein
> gleichseitiges Dreieck mit 100 mm Seitenl�nge zeichnest, ist dieses
> Dreieck nur dann richtig=genau gezeichnet, wenn die drei Winkel gleich
> sind und f�glich alle drei Seiten gleich lang sind oder umgekehrt. Daran
> �ndert nichts, ob das Dreieck ein solches mit 1 m Seitenl�nge
> repr�sentiert, wie bei deinem 1:10 Denkansatz oder ein solches mit 100
> km Seitenl�nge, wie bei deinem 1: 10 Mio Beispiel. Der 0,3 mm
> Bleistiftstrich w�re dann nat�rlich 3km breit.

Eben, damit hat man eine Ungenauigkeit von 3km f�r den Schiffsort durch
den Pinselstrich. Geht man den umgekehrten Weg und gibt eine zul�ssige
Ungenauigkeit von 30m vor, darf die Karte einen Ma�stab von h�chstens
1:100000 haben.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, T�rnberichte

Bernd J. Kaup

unread,
May 24, 2012, 4:25:13 PM5/24/12
to
Am 24.05.2012 21:06, schrieb HC Ahlmann:
> Bernd J. Kaup<bjk...@internet-counsel.de> wrote:
>
>> Die Beispiele der Verkleinerung dürften nicht zielführend sein, wenn es
>> um Genauigkeit geht: wenn du mit einem 0,3mm Bleistift ein
>> gleichseitiges Dreieck mit 100 mm Seitenlänge zeichnest, ist dieses
>> Dreieck nur dann richtig=genau gezeichnet, wenn die drei Winkel gleich
>> sind und füglich alle drei Seiten gleich lang sind oder umgekehrt. Daran
>> ändert nichts, ob das Dreieck ein solches mit 1 m Seitenlänge
>> repräsentiert, wie bei deinem 1:10 Denkansatz oder ein solches mit 100
>> km Seitenlänge, wie bei deinem 1: 10 Mio Beispiel. Der 0,3 mm
>> Bleistiftstrich wäre dann natürlich 3km breit.
>
> Eben, damit hat man eine Ungenauigkeit von 3km für den Schiffsort durch
> den Pinselstrich. Geht man den umgekehrten Weg und gibt eine zulässige
> Ungenauigkeit von 30m vor, darf die Karte einen Maßstab von höchstens
> 1:100000 haben.

wir reden von verschiedenen Formen der Genauigkeit.Wenn das Ergebnis
einer Peilung (z.B.) den Schiffsort auf 30m genau bestimmen soll, muß
die Karte, in der der Winkel zum 2.Peilort an Land eingetragen werden
soll, das natürlich hergeben. Mit der Zeichnung hat das nur insofern zu
tun, als eine Mindestgröße für die korrekte Ausführung derselben nötig
ist. Die für die Peilzeichnung zwangsläufige Parallellverschiebung wird
schwierig, wenn dafür nur Millimeter zur Verfügung stehen. Daraus folgt,
dass der verwendete Kartenausschnitt eine sinnvolle Mindest- größe haben
muß. Welcher Maßstab sich da anbietet, werde ich nicht klären,
jedenfalls dürfte ein DIN A4 Blatt, das die ganze Ostsee zeigt,
ungeeignet sein (dein 1:10 Mio Beispiel mit dem von mir eingeführten 3
km breiten Bleistiftstrich).

mfg
bjk

Tobias Crefeld

unread,
May 23, 2012, 5:24:00 PM5/23/12
to
Jakob Achterndiek meinte:

[..]
> durch und beschwert sich, sein Prüfer habe von sieben
> Aufgaben nur die beiden ersten bewertet und die anderen
> gar nicht mehr berücksichtigt. Worauf die Kommission
> dem Prüfling erklärt: »Seit Aufgabe zwei liegt Ihr
> Schiff hoch und trocken auf Schiet. Da gips nix mehr
> zu prüfen.« :(

So viel Realitätsnähe traue ich der Prüfungskommission eines Sportverbands
nicht zu. ;)

Erinnert mich an die Argumentation eines ehemaligen Lehrers in Sachen BR-
und SSS-Ausbildung. Dieser (IIRC Physikprofessor oder so) verteilte gerne
Übungsaufgaben, die nicht unbedingt immer aufgingen und auch ohne den
dafür nötigen Stoff bereits durchgenommen zu haben. Der geneigte Schüler
war ja hochschulberechtigt (bei unserer Schule ist das automatisch so),
sollte also auch in der Lage sein, Unverstandenes selbst zu repetieren.

Nun kennt man es ja von der Schule, spätestens zur nächsten Stunde mit
zumindest irgendeiner Form von Ergebniskontrolle konfrontiert zu werden
(lies: Musterlösungen, gemeinsames Nachrechnen, whatever...), aber nichts
dergleichen - auch nicht in einer der folgenden Unterrichtseinheiten.

Begründung: Draußen sagt Dir auch niemand, ob Du richtig gerechnet hast.
Wenn Du unsicher bist, rechne nochmal und das solange, bis Du sicher bist.

Aber für irgendetwas ist es ja immer gut: Wenn ich bei diesem Lehrer (und
gleichzeitigem DSV-Prüfer) auch angesichts der späteren Praxisprüfung,
eines gelernt habe, dann dass ich Zweifel für mich behalte.

--
Gruss,
Tobias.

Jens Stark

unread,
May 25, 2012, 1:59:02 AM5/25/12
to
Am 23.05.2012 23:24, schrieb Tobias Crefeld:

> Erinnert mich an die Argumentation eines ehemaligen Lehrers in Sachen BR-
> und SSS-Ausbildung. Dieser (IIRC Physikprofessor oder so) verteilte gerne
> Übungsaufgaben, die nicht unbedingt immer aufgingen und auch ohne den
...
> Aber für irgendetwas ist es ja immer gut: Wenn ich bei diesem Lehrer (und
> gleichzeitigem DSV-Prüfer) auch angesichts der späteren Praxisprüfung,
> eines gelernt habe, dann dass ich Zweifel für mich behalte.
>

Auch wenn immer über Lehramtsstudenten gelästert wird (nicht immer zu
Unrecht), merkt man, daß Grundkenntnisse der Didaktik durchaus Sinn
machen. Hoffen wir mal, daß er inzwischen keine Lust mehr zu SSS und
Prüfungskommission hat...

Michael Hermes

unread,
May 25, 2012, 2:19:44 PM5/25/12
to
Am 23.05.2012 23:14 schrieb HC Ahlmann:

>> Häh? Genau zeichnen kann ich mit meinem Werkzeug und einem spitzen
>> Bleistift doch immer. Und der Strich mit den 62° (oder was auch immer)
>> war wirklich ein Strich und kein Rechteck. Ob die vorgezeichnete Karte
>> jetzt 1:10 oder 1:10000000 ist ändert doch nichts an meiner Genauigkeit.
>
> Ein dünner Bleistiftstrich auf einer Karte 1:10 deckt weniger in natura
> ab als derselbe Strich auf einer Karte 1:10000000. Die zeichnerische
> Genauigkeit mag dieselbe sein, die nicht. Der dünne Bleistiftstrich in
> 1:10 entspricht einem 1000000-mal so dicken Bleistiftstrich (oder einem
> richtig fetten Edding) im Maßstab 1:10000000. Ist noch etwas zu
> erkennen?

Ähm, es ging gerade um eine Karten-Prüfung zu der ich schrieb, daß eine
Genauigkeit von 1mm hinzubekommen sein sollte. Und die bezieht sich
natürlich auf die eigene Zeichnung. In einer Prüfung nachweisen, daß man
richtig und genau arbeitet sollte auch möglich sein wenn als Vordruck
nur das Gekraxel eines 5-jährigen auf 15x15 cm (mit natürlich
realistischen Grad-Angaben an den Seiten) vorgegeben ist.

Tobias Crefeld

unread,
May 24, 2012, 8:23:00 PM5/24/12
to
Alexander Stielau meinte:
> Am Wed, 23 May 2012 08:41:30 +0200 schrieb Wolfgang Broeker:
>> Alexander Stielau zitierte und schrieb:

>>>> Nur mal so interessehalber: Verwenden sie mittlerweile Karten, die
>>>> diesen Namen verdienen? Bei meiner SBF-See-Prüfung waren im
>>>> Prüfungsbogen Kartenausschnitte in Visitenkartengröße integriert.
>>> Nein.

>> Ich habe gerade nochmal in den SBF-Unterlagen(*) meines Sohnes
>> nachgesehen. Die dortigen Prüfungs-Seekarten haben eine Größe
>> von 36 x 20 cm (Höhe mal Breite).

> Die letzte Prüfung, die ich begleitet habe, war am 21.4.2012 mit den
> deutschlandweit einheitlichen, amtlichen Prüfungsbögen.
> Diese sind in DIN A4. Ich halte das für unrealistisch klein, vor allem,
[..]

Offenbar sind die Karten in der SBF-See-Prüfung über die Jahre gewachsen.
Egal ob vor oder nach Mai 2012: Die Karten sind offenbar um einiges größer
als das, was ich vor 20 Jahren vorgesetzt bekam.
--
Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
May 26, 2012, 12:57:00 PM5/26/12
to
Michael Hermes meinte:

> Häh? Genau zeichnen kann ich mit meinem Werkzeug und einem spitzen
> Bleistift doch immer. Und der Strich mit den 62° (oder was auch immer)
> war wirklich ein Strich und kein Rechteck. Ob die vorgezeichnete Karte
> jetzt 1:10 oder 1:10000000 ist ändert doch nichts an meiner Genauigkeit.

Ja sicher, mit sinngemäß derselben Begründung verwenden ja auch viele
Hobbyskipper Kartenplotter mit 6"-Display zur Navigation. Wenn die vom BSH
nix unter 20" für die ausrüstungspflichtige Schiffahrt zulassen, ist das
sicher reine Geldschneiderei, stehen wohl auf der Payroll von Furuno & Co.
und überhaupt: Fürs Auto reichts doch auch und da navigiere ich auf
Zentimeter genau...

--
Gruss,
Tobias.

Jens Stark

unread,
May 27, 2012, 7:42:48 AM5/27/12
to
Am 26.05.2012 18:57, schrieb Tobias Crefeld:

> Ja sicher, mit sinngem�� derselben Begr�ndung verwenden ja auch viele
> Hobbyskipper Kartenplotter mit 6"-Display zur Navigation. Wenn die vom BSH
> nix unter 20" f�r die ausr�stungspflichtige Schiffahrt zulassen, ist das
> sicher reine Geldschneiderei, stehen wohl auf der Payroll von Furuno& Co.
> und �berhaupt: F�rs Auto reichts doch auch und da navigiere ich auf
> Zentimeter genau...
>

Das RL70C hat 7" und geht so eben. Radar/Plotter in einem.
Da w�rde ich durchaus noch eine Papierkarte griffbereit haben wollen -
ich sehe (au�er im Nahbereich) auf den Dingern einfach nicht genug...

Aber bei den heutigen Preisen f�r hochaufl�sende LCDs fragt man sich, ob
die Hersteller dieser Ger�te (alternativ: deren Kunden) meinen, noch
IRGENDWIE auf dem Stand der Technik zu sein.
Ein 17"-Panel kostet nicht einmal 100� - und das mit brauchbarer
Aufl�sung. Das kann auch in schiffstauglich kein Verm�gen kosten.

Tobias Crefeld

unread,
May 26, 2012, 1:43:00 PM5/26/12
to
Michael Hermes meinte:

> In einer Pr�fung nachweisen, da� man
> richtig und genau arbeitet sollte auch m�glich sein wenn als Vordruck
> nur das Gekraxel eines 5-j�hrigen auf 15x15 cm (mit nat�rlich
> realistischen Grad-Angaben an den Seiten) vorgegeben ist.

Eigentlich w�rde ich als einzig richtige Antwort erwarten, dass der
Pr�fling besagtes Gekraxel durchstreicht und daneben schreibt, dass mit
dieser Unterlage eine sichere Navigation nicht m�glich ist.
Wobei ich wie gesagt von offenbar �lteren Vordrucken ausging, bei denen
die "Karten" noch kleiner waren, aber auch 15x15 ist doch eher ein Witz.

--
Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
May 27, 2012, 12:59:00 PM5/27/12
to
Jens Stark meinte:
> Am 23.05.2012 23:24, schrieb Tobias Crefeld:

>> Erinnert mich an die Argumentation eines ehemaligen Lehrers in Sachen
>> BR- und SSS-Ausbildung. Dieser (IIRC Physikprofessor oder so) verteilte
>> gerne �bungsaufgaben, die nicht unbedingt immer aufgingen und auch ohne
>> den
> ...
>> Aber f�r irgendetwas ist es ja immer gut: Wenn ich bei diesem Lehrer
>> (und gleichzeitigem DSV-Pr�fer) auch angesichts der sp�teren
>> Praxispr�fung, eines gelernt habe, dann dass ich Zweifel f�r mich
>> behalte.
>>

> Auch wenn immer �ber Lehramtsstudenten gel�stert wird (nicht immer zu
> Unrecht), merkt man, da� Grundkenntnisse der Didaktik durchaus Sinn
> machen. Hoffen wir mal, da� er inzwischen keine Lust mehr zu SSS und
> Pr�fungskommission hat...

Wei� nicht, was er jetzt macht. Hoffe das zwar auch, aber aus anderen als
den vorgenannten Punkten.
Ich hatte ja keine Probleme, diesem weniger "schulorientierten" Unterricht
zu folgen, aber es gab schon einige, die sich bitter beschwert haben, weil
sie z.B. keine L�sungen bekamen, Probleme mit der h�uslichen Nacharbeit
hatten oder weil sie mehr Zeitaufwand hatten als sie mit einer der
g�ngigen kommerziellen Schulen gehabt h�tten.

Unterricht und Pr�fungen liefen halt auch sonst eher unkonventionell ab
und da war mir manches lieber als es heute auch von unserm Segelzentrum
veranstaltet wird. So w�re ich eigentlich durch die theoretische BR-
Pr�fung durchgefallen, weil zuviele dieser bootsbauerischen Antworten
(Ri�, Takelart, Beschl�ge, etc.) fehlten. Nachdem die Kartenaufgabe
dagegen rasch und weitgehend fehlerfrei abgeliefert wurde, sahen die
Pr�fer dann doch Punkte-Spielraum f�r eine m�ndliche Pr�fung, den es
eigentlich nicht mehr gab und so ging der Kelch einer Wiederholungspr�fung
doch noch vorbei...

Die Praxispr�fung bestand nicht aus dem allsamst�glichen gro�en Aufmarsch
in einem der �blichen H�fen mit geradezu zwangsl�ufiger Massenschleusung
der Scheine-Aspiranten, sondern aus einem T�rn mit 3 Booten, auf denen
zwei der Skipper gleichzeitig Pr�fer waren. Damals war es bei diesen T�rns
Voraussetzung, dass die Pr�flinge alle bereits fertige Bootsf�hrer des
Sportzentrums waren und ihre Seemeilen bereits anderweitig gesammelt
hatten, so dass man sich nicht mehr gro� mit den Basics des Segelns
aufhielt und stattdessen auch mal unter Segeln am anderen Boot anlegte
oder regelm��ig erst nachts einlief, mal mit, mal ohne Radar- oder GPS-
Unterst�tzung.

Kann man sicher auch anderer Meinung sein, aber mir war diese Art von
Ausbildung n�tzlicher und angenehmer als die sonst �bliche Expressvariante
mit Blockausbildung an 2..3 winterlichen Wochenenden und 1-w�chigen
Tagest�rns entlang der istrischen K�ste mit Man�vern, bei denen jeder der
8-k�pfigen Besatzung seine pers�nliche Schot in die Hand bekommt und
sp�testens nach dem gro�en Panikpr�fungstag alle urlaubsreif sind.

--
Gruss,
Tobias.

Jens Stark

unread,
May 27, 2012, 11:10:42 AM5/27/12
to
Am 27.05.2012 18:59, schrieb Tobias Crefeld:
> Die Praxispr�fung bestand nicht aus dem allsamst�glichen gro�en Aufmarsch
> in einem der �blichen H�fen mit geradezu zwangsl�ufiger Massenschleusung
> der Scheine-Aspiranten, sondern aus einem T�rn mit 3 Booten, auf denen
> zwei der Skipper gleichzeitig Pr�fer waren. Damals war es bei diesen T�rns
> Voraussetzung, dass die Pr�flinge alle bereits fertige Bootsf�hrer des
> Sportzentrums waren und ihre Seemeilen bereits anderweitig gesammelt
> hatten, so dass man sich nicht mehr gro� mit den Basics des Segelns
> aufhielt und stattdessen auch mal unter Segeln am anderen Boot anlegte
> oder regelm��ig erst nachts einlief, mal mit, mal ohne Radar- oder GPS-
> Unterst�tzung.
>
Da gef�llt mir, was die Briten mit ihren Aspiranten treiben. Andere
Theorie, harte Praxis.
Und eine Einsteigerpr�fung f�r qualifizierte Crewmitglieder, von der
Idee her toll.


Reinhard Greulich

unread,
May 27, 2012, 11:57:08 AM5/27/12
to
Jens Stark schrieb am Sun, 27 May 2012 17:10:42 +0200:

> Da gefällt mir, was die Briten mit ihren Aspiranten treiben. Andere
> Theorie, harte Praxis.

Ich denke, es würde schon viel bringen, wenn man die hiesigen
Prüfungsaspiranten insbesondere über ihre Grenzen aufklären würde,
denn Gefahren entstehen nicht durch die Prüfung selbst, sondern durch
Selbstüberschätzung und mangelnde Erfahrung, egal mit was für
Scheinen. Da mögen die Briten besser vorbeugen, aber eine gute und
solide Ausbildung hier täte das auch.

Meine eigene Ausbildung war so, würde ich jedenfalls sagen: SBF
Theorie von einem Kapitän a.D., der eigentlich zu jeder Frage eine
Story parat hatte, um deren praktischen Nutzen zu erläutern. SKS dann
eine ganze Weile später in einer selbst organisierten Lerngruppe an
einem großen Küchentisch, und als wir die Kartenaufgaben alle zur
eigenen Zufriedenheit beherrscht haben, Anmeldung zur theoretischen
Prüfung über eine befreundete Schule. Fragen wurden nebenbei gelernt.
Dazu muss man allerdings sagen, dass wir zu der Zeit alle schon aktive
Segler bzw. eben Mitsegler waren und unsere Meilen locker zusammen
hatten. Die Praxis war dann so ein einwöchiger Törn Anfang Mai in der
Ostsee mit nicht gerade wenig Wind, am Ende Prüfung vor Kerteminde.
Der hatte wiederum den Vorteil, dass nicht unbedingt Meilen geschunden
werden mussten und wirklich viel Zeit zum Üben war. Trotzdem oder
gerade deshalb wäre wohl keiner auf die Idee gekommen, mit der Prüfung
schon alles drauf zu haben.

Zur britischen Handhabung - ich weiß nicht. Das hat für mich auch
wieder was Elitäres, wenn man über Prüfungsanforderungen erst mal 80%
der Interessenten ausgrenzt - worauf es hinausläuft. Ich persönlich
mag den elitären Ruf des Segelsportes nicht und bemühe mich, andere
davon zu überzeugen, dass das nicht zutrifft.

Gruß - Reinhard.

--
70086
~=@=~ www.debx.de ~=@=~
die Homepage der deb*-Newsgruppen.

Jens Stark

unread,
May 27, 2012, 2:23:06 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012 17:57, schrieb Reinhard Greulich:

> Meine eigene Ausbildung war so, w�rde ich jedenfalls sagen: SBF
> Theorie von einem Kapit�n a.D., der eigentlich zu jeder Frage eine
> Story parat hatte, um deren praktischen Nutzen zu erl�utern.

In meinem Falle war die Ausbildung der Schule eher m��ig, was Navigation
anging. Daher ein langes Wochenende bei meinem Gro�vater, seines
Zeichens auch Kapit�n a.D.
Das hat so gut gesessen, da� mein Stoff aus 1976 auch heute noch
einigerma�en sitzt...

> Zur britischen Handhabung - ich wei� nicht. Das hat f�r mich auch
> wieder was Elit�res, wenn man �ber Pr�fungsanforderungen erst mal 80%
> der Interessenten ausgrenzt - worauf es hinausl�uft. Ich pers�nlich
> mag den elit�ren Ruf des Segelsportes nicht und bem�he mich, andere
> davon zu �berzeugen, dass das nicht zutrifft.

Interessant - war mir so nicht bewu�t, lese ich aber sicher noch einmal
nach!

Gru�,
Jens

PS: Die junge Dame bei einem lokalen H�ndler f�r Maritimes nannte das
die "Blazer mit Goldkn�pfen-Fraktion". Meines ist das auch nicht.


Reinhard Greulich

unread,
May 27, 2012, 3:21:54 PM5/27/12
to
Jens Stark schrieb am Sun, 27 May 2012 20:23:06 +0200:

> Interessant - war mir so nicht bewußt, lese ich aber sicher noch einmal
> nach!

Die 80% waren so eine gegriffene Schätzung von mir. Allgemein gesagt:
um hohes Anforderungsniveau bei Prüfungen erfüllen zu können, braucht
man in erster Linie Erfahrung. Die gewinnt man durch Umgang mit der
Materie, dazu ist die aktive Mitarbeit in einem Verein sicher eine
Möglichkeit und dafür braucht man Zeit und auch Geld, beides
zusätzliche Hindernisse. Grundsätzlich kann man das hier ja auch so
machen. Habe ich ja auch so ähnlich, nur ohne Verein. Dann macht man
die Scheine irgendwann mal so nebenbei, aber man zieht sich das nicht
in einem Urlaub rein.

Nun hatte ich diese Möglichkeit, weil ich eine Zeitlang auch beruflich
damit befasst war. Das aber können die wenigsten, und wenn man dann
die Hürden so hoch hängt, dann wirkt das ausgrenzend. Und ja, die 80%
halte ich da für realistisch.

> PS: Die junge Dame bei einem lokalen Händler für Maritimes nannte das
> die "Blazer mit Goldknöpfen-Fraktion". Meines ist das auch nicht.

Assoziiere ich jetzt eher mit MoBos. Ich nenne das die
"Algenfraktion", erkennbar an dem Grünrand, der sich am Liegeplatz der
sagenwirmal HR48 an der Wasserlinie gegen Mitte der Saison abzeichnet.
Die akkurat ausgebrachten Fender mit Überzug nicht zu vergessen. Aber
solche Leute werden eigentlich auch nicht gefährlich.

Wobei ich gern eine HR48 hätte, sie mir aber wohl nie werde leisten
können, außer vielleicht irgendwann mal per Charter. :-)

Grundsätzlich finde ich einen vergleichsweise einfachen Einstieg in
die Segelei in Ordnung, wobei ich da nicht an SBF denke, sondern
wenigstens an SKS. Dann sollte man genug gelernt haben, um Risiken
einschätzen und sie vermeiden zu können, und darum geht es erst mal.
Mit meinem frischen SKS habe ich folglich noch lange nicht
verantwortlich ein Schiff geführt, das kam erst viel später. Und mit
einer entsprechenden Ausbildung ist es auch nicht schwer einzusehen,
im Gegenteil - man käme gar nicht auf die Idee.

Jens Stark

unread,
May 27, 2012, 4:45:39 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012 21:21, schrieb Reinhard Greulich:

> Wobei ich gern eine HR48 h�tte, sie mir aber wohl nie werde leisten
> k�nnen, au�er vielleicht irgendwann mal per Charter. :-)

Na ja. Will man das wirklich?

> Grunds�tzlich finde ich einen vergleichsweise einfachen Einstieg in
> die Segelei in Ordnung, wobei ich da nicht an SBF denke, sondern
> wenigstens an SKS. Dann sollte man genug gelernt haben, um Risiken
> einsch�tzen und sie vermeiden zu k�nnen, und darum geht es erst mal.

Darum wollte meine Frau das Training in Neustadt vor dem SBF See.
Wir gehen davon aus, da� man mit den S*S-Scheinen durchaus brauchbare
Sachen lernt, haben aber in der Liste erst mal Sachen wie
Hafenman�vertraining, Mitfahrt bei �berf�hrungst�rns usw. bevor wir
�berhaupt daran denken w�rden, alleine Schrammen ins Gelcoat zu hauen.

> Mit meinem frischen SKS habe ich folglich noch lange nicht
> verantwortlich ein Schiff gef�hrt, das kam erst viel sp�ter. Und mit
> einer entsprechenden Ausbildung ist es auch nicht schwer einzusehen,
> im Gegenteil - man k�me gar nicht auf die Idee.

Manche Leute haben allerdings auch eine falsche Vorstellung von der
eigenen Unsterblichkeit.
Wenn man die Unfallberichte der BSU so liest, merkt man: Darwin ist
unter uns. So viele vermeidbare Kleinigkeiten mit finsterem Ausgang.

Reinhard Greulich

unread,
May 27, 2012, 5:46:01 PM5/27/12
to
Jens Stark schrieb am Sun, 27 May 2012 22:45:39 +0200:

> Wenn man die Unfallberichte der BSU so liest, merkt man: Darwin ist
> unter uns. So viele vermeidbare Kleinigkeiten mit finsterem Ausgang.

Da liest man allerdings auch von erfahrenen Crews, bei denen so
ziemlich alles schief läuft, was schief laufen kann. Ich lerne daraus:
wenn mal was passiert, braucht man auch sehr, sehr viel Glück, denn
wir können nun mal nicht so viel trainieren, wie die Marine.
Beispielsweise.

Also lieber vorher viel dafür tun, dass nichts passiert. Das mag dann
manchmal pingelig aussehen, damit kann ich aber leben. Für mich ist da
nahezu jeder einzelne BSU-Bericht extrem lehrreich.

Jens Stark

unread,
May 28, 2012, 4:40:50 AM5/28/12
to
Am 27.05.2012 23:46, schrieb Reinhard Greulich:

> Da liest man allerdings auch von erfahrenen Crews, bei denen so
> ziemlich alles schief l�uft, was schief laufen kann. Ich lerne daraus:
> wenn mal was passiert, braucht man auch sehr, sehr viel Gl�ck, denn
> wir k�nnen nun mal nicht so viel trainieren, wie die Marine.
> Beispielsweise.

Ich versuche mir zur Zeit, einen Reim aus dem hier zu machen:

http://www.sailingcatamarans.com/perfect%20storm%201.htm
(Mehrere Seiten - und lang...)

Erfahrener Segler, stabiles Boot (wurde hinterher ja fast unbesch�digt
gefunden aber ausgepl�ndert), daf�r aber viel Gl�ck gehabt.

Nirgends im Bericht ist davon zu lesen, da� man �berlegt hat, im Falle
des Sinkens in die Insel umzusteigen. Klar, nach Neustadt wei� ich, da�
das wenig spa�ig ist (und bei dem Sturm sicherlich ein Risiko). Aber
hattte er �berhaupt eine? Und die Story mit dem EPIRB wirft kein gutes
Licht auf den Hersteller.


Gru�,
Jens

Michael Hermes

unread,
May 28, 2012, 5:47:00 AM5/28/12
to
Am 26.05.2012 19:43 schrieb Tobias Crefeld:
> Michael Hermes meinte:

>> In einer Prüfung nachweisen, daß man
>> richtig und genau arbeitet sollte auch möglich sein wenn als Vordruck
>> nur das Gekraxel eines 5-jährigen auf 15x15 cm (mit natürlich
>> realistischen Grad-Angaben an den Seiten) vorgegeben ist.
>
> Eigentlich würde ich als einzig richtige Antwort erwarten, dass der
> Prüfling besagtes Gekraxel durchstreicht und daneben schreibt, dass mit
> dieser Unterlage eine sichere Navigation nicht möglich ist.
> Wobei ich wie gesagt von offenbar älteren Vordrucken ausging, bei denen
> die "Karten" noch kleiner waren, aber auch 15x15 ist doch eher ein Witz.

In einer Prüfung geht es immer nur um das Abfragen gewisser kleiner
Teile. Und solange nicht jeder Prüfling einen Kartentisch mit 20
originalgroßen Karten mit unterschiedlichsten Massstäben bekommt und
erstmal selbst die richtigen raussucht ist es IMO nur eine Prüfung ob
von einem gegebenen Kreuz aus mit ausreichender Genauigkeit Richtungen
und Entfernungen eingetragen und ausgelesen werden, Kombinationen davon
und die richtigen Schlüsse gezogen werden können.

Michael Hermes

unread,
May 28, 2012, 5:55:18 AM5/28/12
to
Am 26.05.2012 18:57 schrieb Tobias Crefeld:

>> H�h? Genau zeichnen kann ich mit meinem Werkzeug und einem spitzen
>> Bleistift doch immer. Und der Strich mit den 62� (oder was auch immer)
>> war wirklich ein Strich und kein Rechteck. Ob die vorgezeichnete Karte
>> jetzt 1:10 oder 1:10000000 ist �ndert doch nichts an meiner Genauigkeit.
>
> Ja sicher, mit sinngem�� derselben Begr�ndung verwenden ja auch viele
> Hobbyskipper Kartenplotter mit 6"-Display zur Navigation. Wenn die vom BSH
> nix unter 20" f�r die ausr�stungspflichtige Schiffahrt zulassen, ist das

...noch mehr Anreiz die Papierkarten nie zu benutzen. *g*
Eine Pr�fung kann nie ein Abbild einer realen Situation sein. Dazu
br�uchte es erstmal noch einen hypernerv�sen K�pten der alle 10sec
runterschreit er braucht jetzt unbedingt den Kurs und einen Kartentisch
der sich mal langsam, mal schnell hin- und herbewegt.
Und daf�r ob der Pr�fling sauber, genau und richtig arbeiten kann ist
der Massstab tats�chlich v�llig unerheblich.
Man kann ja gerne noch eine Aufgabe hinterherschieben 'Halten Sie die
gegebene Karte f�r optimal f�r diese Aufgabe? Begr�ndung'. W�rde zu
einigen lustigen Diskussionen mit Leuten f�hren die pl�tzlich eine Frage
sehen deren Antwort sie nicht auswenig lernen k�nnen.

Edgar Warnecke

unread,
May 28, 2012, 7:23:01 AM5/28/12
to
Am Mon, 28 May 2012 10:40:50 +0200 schrieb Jens Stark:

> Ich versuche mir zur Zeit, einen Reim aus dem hier zu machen:

Fast(!) alles richtig gemacht.
Spannender Plot, guter Ausgang, was will man mehr.

> Erfahrener Segler, stabiles Boot (wurde hinterher ja fast unbesch�digt
> gefunden aber ausgepl�ndert), daf�r aber viel Gl�ck gehabt.

Naja, die US-Amis treiben sich da dauernd rum. Narcotraffico.
Der Part mit der Helikoterpilotin ist interessant. Scheinbar beherrschen
Frauen diese Maschinen insgesamt besser. Auch im Irak und Afgahnistan
fliegen sie die Apaches.

> Nirgends im Bericht ist davon zu lesen, da� man �berlegt hat, im Falle
> des Sinkens in die Insel umzusteigen. Klar, nach Neustadt wei� ich, da�
> das wenig spa�ig ist (und bei dem Sturm sicherlich ein Risiko). Aber
> hattte er �berhaupt eine?

Kein Hinweis darauf, nirgends.

> Und die Story mit dem EPIRB wirft kein gutes
> Licht auf den Hersteller.

Wie ein Feuerloescher der nicht funktioniert....
Das gibt zu denken.

Edgar
--
Einfach ist genial

Jakob Achterndiek

unread,
May 28, 2012, 8:17:09 AM5/28/12
to
Am 28.05.2012, 10:40 Uhr, schrieb Jens Stark <je...@stark.net>:

> Ich versuche mir zur Zeit, einen Reim aus dem hier zu machen:
> http://www.sailingcatamarans.com/perfect%20storm%201.htm
> (Mehrere Seiten - und lang...)
>
> Erfahrener Segler, stabiles Boot [..]

Mich hat bei der Lektüre erstaunt, daß solche Leute auch noch
den Schneid haben, sowas groß weiterzuerzählen. Muffensausen
als Rechtfertigung für einen Seenotruf - na, ick weeß nich :(

j/\a
--

Jens Stark

unread,
May 28, 2012, 9:17:47 AM5/28/12
to
Am 28.05.2012 14:17, schrieb Jakob Achterndiek:

> Mich hat bei der Lektüre erstaunt, daß solche Leute auch noch
> den Schneid haben, sowas groß weiterzuerzählen. Muffensausen
> als Rechtfertigung für einen Seenotruf - na, ick weeß nich :(

Das mit der Erzählerei finde ich schon in Ordnung. Vielleicht können
andere daraus lernen. Ich fand das Ganze schon spannend.

Nun war ich nicht in der Situation und habe auch nicht die entsprechende
Erfahrung, sodaß ich zwar ein ähnliches Gefühl bezüglich des Notrufs
habe, aber seine Entscheidung nicht verurteile.

Leben und Gesundheit der Crew geht immer vor - und mal wieder war das
Schiff stabiler als die Mannschaft. Das war mit Sicherheit eine teure
Nummer, aber er war übermüdet, hungrig, hatte eine Segelpartnerin, die
körperlich schwächer war als er und das Boot begann sich ja hier und da
aufzulösen. (Eigenbau, also sollte er eigentlich wissen, was die
Konstruktion aushält.)

Richard Woods ist, wenn man mal die Kommentare auf seiner Website liest,
immer sehr low budget unterwegs, daher halte ich es für denkbar, daß er
ohne Insel unterwegs war. Wenn das allerdings der Fall war, ist die
Entscheidung zum Aussteigen noch verständlicher. (Die könnte man ja fast
schon auf Deck aufbauen und dann einsteigen - aber die scharfen Kanten
überall wenn's kracht lassen das wohl nicht zu.)

Gruß,
Jens

Ignatios Souvatzis

unread,
May 29, 2012, 6:51:47 AM5/29/12
to
"Muffensausen"? Erinner' mich daran, nicht mit dir als Skipper zu
fahren, falls ich das jemals versuchen sollte.

***

Was man m.E. dem Skipper möglicherweise wirklich vorwerfen kann,
ist, nicht rechtzeitig die Reise abgebrochen, unterbrochen bzw.
verschoben zu haben - sie wussten ja, dass da unterwegs ein Sturm
kommen würde, wenn sie nicht schnell genug die Region passieren
würden. Now thy limits, stay in harbour - das ist eine Entscheidung,
die jedesmal erwogen werden muss, selbst wenn man nur zu einem
Nachmittagsausflug mit der Jolle aufbricht.

-is

Edgar Warnecke

unread,
May 29, 2012, 12:50:01 PM5/29/12
to
Am Tue, 29 May 2012 12:51:47 +0200 schrieb Ignatios Souvatzis:

> Was man m.E. dem Skipper möglicherweise wirklich vorwerfen kann,
> ist, nicht rechtzeitig die Reise abgebrochen, unterbrochen bzw.
> verschoben zu haben - sie wussten ja, dass da unterwegs ein Sturm
> kommen würde, wenn sie nicht schnell genug die Region passieren
> würden. Now thy limits, stay in harbour - das ist eine Entscheidung,
> die jedesmal erwogen werden muss, selbst wenn man nur zu einem
> Nachmittagsausflug mit der Jolle aufbricht.

Ja Ignatios, aber....

Bloede location, Frau noelt:"Ich will hier wech, vieleicht, vielleicht,
vielleicht..."

Murphy.

Ignations, when shit happens, shit happens.
Ist doch alles nochmal gutgegangen.

Hinterher, wenn wir vom Rathaus kommen, sind wir alle schlauer.

Ignatios Souvatzis

unread,
May 29, 2012, 3:25:40 PM5/29/12
to
Jens Stark wrote:

> Manche Leute haben allerdings auch eine falsche Vorstellung von der
> eigenen Unsterblichkeit. (...Verweis auf BSU-Berichte...)

Wenn's nur das wäre. Dummerweise auch von der Unsterblichkeit bzw.
dem Vorhandensein anderer Leute. Bin am Freitag auf dem Weg nach
Porz von einem Motorjächtchen in voller Gleitfahrt beinahe übergebügelt
worden. Schnurgerade Kurs, reagieren weder auf Brüllen noch auf
Armwedeln, schon gar nicht auf ein 7m hoch aufragendes Gaffelsegel.
Ich habe als Manöver des letzten Augenblicks nach Stb. weggewendet
- das einzige, was überhaupt ging - und überlebt. Zwei weißmähnige
Herren im "Ausguck", das herrliche Wetter genießend und vermutlich
dem Steuermann die Sicht aufs Wasser versperrend. Gegen's Gehör
hatte er ja schon den Motor auf Volllast. Durch ihre Heckwelle
war nur der Verein, aber nicht der Bootsname oder das Kennzeichen
erkennbar.

Und dann sagen die Leute, dass der Rhein wg. der großen Frachter
gefährlich sei.

-is

Jens Stark

unread,
May 30, 2012, 1:35:28 AM5/30/12
to
Am 29.05.2012 21:25, schrieb Ignatios Souvatzis:

> Und dann sagen die Leute, dass der Rhein wg. der großen Frachter
> gefährlich sei.

Oder gilt in Köln ein geheimer Zusatz für die Rheinschiffahrtsordnung,
der sogenannte Klüngel-Paragraph?

"Wer die besseren Beziehungen hat, hat unabhängig von allen anderen
Regeln Vorfahrt"?

Aber mal im Ernst und als Ex-Motorbootfahrer: Anscheinend versaut zu
viel Antriebsleistung oft den Charakter. Ob auf Straße oder Wasser.

Bei der Recherche traf ich dann auf ein schönes Beispiel der
Hohlbirnenfraktion:

http://www.poker-run-ev.de/phpbb2/poker-run-1/poker-run-2008-21/termin-2008-1668/

Gruß,
Jens
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