http://www.ferries-croisieres.com/images/cip/photo_CIP/cip_ponant_2.jpg
> Paris - Der Dreimaster "Le Ponant" war Medienberichten zufolge von den
Mein Gott. Das Ding sieht ja furchtbar aus. Wie ein Kreuzfahrtschiff,
auf das man - weil man sie gerade übrig hatte - drei Maste geklatscht hat.
Tschö,
Stefan
> Mein Gott. Das Ding sieht ja furchtbar aus.
In der Tat. Wenn nicht die Besatzung in Gefahr wäre, wäre es nicht
schade drum.
Gruß - Reinhard.
--
70086 (52°22,726'N - 009°48,775'E)
~=@=~ www.debx.de ~=@=~
die Homepage der deb*-Newsgruppen.
> Piraten kapern französische Luxusjacht
Leider ohne Herrn und Frau Sarkozy an Bord...
Cornelia
--
Be out and be proud - today is the first day of the rest of your life
Support Transgenre Strasbourg : http://www.sts67.org
BoW : http://www.bownbend.com
GPG key ID 83FF7452, 659C 2B9F 7FD5 5C25 8C30 E723 4423 F8B8 83FF 7452
> Der französische Premierminister Francois Fillon verurteilte die Kaperung.
mehr kann ja offenbar weder frankreich noch europa tun
gegen kriminelle und terroristische und sonstige banden.
was machen die seefernaufklaerer, die awacs, die uav, die uboote,
die satelliten, die abhoerer, die ach-so-modernen fregatten etc.
fuer zig milliarden europaeischer steuergelder eigentlich ?
die welt und europa laesst sich von kriminellen banden vorfuehren,
die 2dutzendfach loesegelder fuer jede schiffsgroesse erpressen,
und nennt ihre selbstverliebte schutztruppe trotzdem "soldaten".
irgendwann wachen diese klimaanlagen-see-rambos auf,
und sehen sich im netz der piraten am mast hochgezogen.
ne kleine einheit blackwater jungs mit gummibooten
waere mit sicherheit effizienter, billiger und abschreckender
als die offenbar unfaehige einsatztruppe am horn von afrika
ccp
[...]
> ne kleine einheit blackwater jungs mit gummibooten
> waere mit sicherheit effizienter, billiger und abschreckender
> als die offenbar unfaehige einsatztruppe am horn von afrika
Auch die hätten keine Chance. Es hat schon seinen Grund, dass sich die
Amerikaner seinerzeit von dort zurückgezogen haben ...
Gruß
Abdul
> ne kleine einheit blackwater jungs mit gummibooten
> waere mit sicherheit effizienter, billiger und abschreckender
> als die offenbar unfaehige einsatztruppe am horn von afrika
Die Blackwater-Jungs hätten die Passagiere niedergeknallt,
das Boot versenkt und die Piraten entkommen lassen.
Wenn man "unfähig" und "Blackwater" in einem Satz verwendet,
sollte die Zuordnung schon stimmen.
.m.
--
Jürgen Ernst Günther
Wenn man beim Segeln eine offene Bierdose an sein Ohr
hält, kann man das Meer rauschen hören...
> Die Blackwater-Jungs hätten die Passagiere niedergeknallt,
> das Boot versenkt und die Piraten entkommen lassen.
Hauptsache, es knallt ordentlich.
Mir stellt sich aber die Frage, was der "Anti-Terror"-Einsatz nicht
zuletzt der Bundesmarine da unten überhaupt für einen Sinn hat.
Tschö,
Stefan
> Mir stellt sich aber die Frage, was der "Anti-Terror"-Einsatz nicht
> zuletzt der Bundesmarine da unten überhaupt für einen Sinn hat.
Die waren halt nicht da unten, um französische Kreuzfahrer zu
beschützen, die sich freiwillig da hin begeben.
> Die waren halt nicht da unten, um französische Kreuzfahrer zu
> beschützen, die sich freiwillig da hin begeben.
Ach ja, richtig. Die sollen ja nur pöhse Terroristen[tm] fangen. Also
die, die unter Al Qaida-Flagge fahren. Nicht die mit der Totenkopfflagge.
Tschö,
Stefan
>> Der französische Premierminister Francois Fillon verurteilte die
>> Kaperung.
> mehr kann ja offenbar weder frankreich noch europa tun
> gegen kriminelle und terroristische und sonstige banden.
[..]
> die welt und europa laesst sich von kriminellen banden vorfuehren,
> die 2dutzendfach loesegelder fuer jede schiffsgroesse erpressen,
> und nennt ihre selbstverliebte schutztruppe trotzdem "soldaten".
Es ist zwar gängige Terminologie in der Politik, aber trotzdem ist die
Aufgabe von Soldaten nicht "Schutz", sondern letztlich Tötung anderer
Menschen auf Befehl (von etwas logistischen und technischen Support mal
abgesehen) und das erfordert im konkreten Fall zumindest erstmal, dass
ihnen rechtzeitig die richtige Koordinate genannt wird.
Der offizielle Auftrag der Deutschen Marine lautet dementsprechend auch
nicht auf Schutz gegen Piraterie, sondern auf Kontrolle von verdächtigem
Frachtverkehr im Rahmen von OEF.
Erst recht ist es nicht Aufgabe von Militärs, kriminelle Aktivitäten zu
verfolgen oder dagegen präventiv zu werden. Dafür sind sie nicht
ausgebildet. Müssen sie auch nicht, weil es dafür Polizei und Justiz gibt
- wenn es sie gibt, was man im Dunstkreis von Dschibuti bezweifeln darf.
Es ist jedenfalls grober Unfug, der auch hierzulande immer wieder speziell
von der konservativen Law-und-Order-Fraktion propagiert wird, dass
Soldaten die "härteren" Polizisten sind. Das ist ungefähr so, wie wenn man
verdünnte Salzsäure als die verschärfte Alternative zu Pril sieht. Da ist
dann auch "sauber"...
Was bleibt, ist Abschreckung und die funktioniert nur, wenn die Risiko-
Nutzen-Analyse der Kriminellen nicht vor einem Hintergrund stattfindet, in
der die Alternative zu Gewaltkriminalität irgendwo zwischen Hungertod und
Bettelei angesiedelt ist. Das zu verstehen, erfordert natürlich die
Einsicht, dass unsere abendländisch-demokratische Sichtweise im
internationalen Kontext eine etwas arg beschränkte ist.
> irgendwann wachen diese klimaanlagen-see-rambos auf,
> und sehen sich im netz der piraten am mast hochgezogen.
>
> ne kleine einheit blackwater jungs mit gummibooten
> waere mit sicherheit effizienter, billiger und abschreckender
> als die offenbar unfaehige einsatztruppe am horn von afrika
...meint zumindest der Mäuseschubser in D zwischen Kaffeetasse und BILD
nach der abschließenden Lagebeurteilung mittels Gummiente und
Plastikschifferl in der heimischen Badewanne.
--
Gruss,
Tobias.
Diese und andere Auffassungen in Deinem Artikel sind ganz interessant,
obwohl ich Ihnen z.T nicht mal ansatzweise zustimme, aber zur Seeräu-
berei sind die Aussagen des Völkerrechts recht eindeutig. Auf hoher
See und in Gewässern ohne staatliche Hoheitsgewalt ist es primär An-
gelegenheit des Militärs, Piratenfahrzeuge aufzubringen. Dafür sind
die Kriegsmarinen auch ausgebildet, was ich bei der Wasserschutzpoli-
zei gegenüber schwerbewaffneten feindseligen Fahrzeugen bezweifele.
Abgesehen davon hat eine nationale Polizei auf hoher See nichts ver-
loren und verfügt daher auch nur über höchst begrenzte diesbezügliche
Ressourcen.
| Auszug aus dem
| Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen [1]
| vom 10. Dezember 1982, BGBl. 1994 II S. 1798
|
| Artikel 105
| Aufbringen eines Seeräuberschiffs oder -luftfahrzeugs
|
| Jeder Staat kann auf Hoher See oder an jedem anderen Ort, der keiner
| staatlichen Hoheitsgewalt untersteht, ein Seeräuberschiff oder -luft-
| fahrzeug oder ein durch Seeräuberei erbeutetes und in der Gewalt von
| Seeräubern stehendes Schiff oder Luftfahrzeug aufbringen, die Personen
| an Bord des Schiffes oder Luftfahrzeugs festnehmen und die dort befind-
| lichen Vermögenswerte beschlagnahmen. Die Gerichte des Staates, der
| das Schiff oder Luftfahrzeug aufgebracht hat, können über die zu verhän-
| genden Strafen entscheiden sowie die Maßnahmen festlegen, die hinsicht-
| lich des Schiffes, des Luftfahrzeugs oder der Vermögenswerte zu ergrei-
| fen sind, vorbehaltlich der Rechte gutgläubiger Dritter.
|
|
| Artikel 107 - Schiffe und Luftfahrzeuge, die zum Aufbringen wegen See-
| räuberei berechtigt sind
|
| Ein Aufbringen wegen Seeräuberei darf nur von Kriegsschiffen oder
| Militärluftfahrzeugen oder von anderen Schiffen oder Luftfahrzeugen
| vorgenommen werden, die deutlich als im Staatsdienst stehend gekenn-
| zeichnet und als solche erkennbar sind und die hierzu befugt sind.
Gruß - Wolfgang
[1] http://www.bsh.de/de/Meeresnutzung/Wirtschaft/Windparks/SrUe.pdf
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Tue, 08 Apr 2008 17:24 +0200 ***
Die haben halt, bevor sie dahingefahren sind, Fortbildungen in
"Interkultureller Kompetenz" und "Deeskalationstechnik" bekommen und
wissen jetzt - im Gegensatz zu Dir - daß kulturell verankerte Eigenarten
wie Piraterie und Geiselnahme keineswegs immer gleich ein Zeichen von
Aggression sind, sondern viel häufiger durch Anerkennung und Akzeptieren
dieser spezifischen ethnischen Besonderheit gelöst werden können.
--
Der Preis, den die Freiheit kostet, heißt Verantwortung.
Oha, ein Piratenversteher!
Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Tue, 08 Apr 2008 19:55 +0200 ***
> Joachim Reinke schrub[tm]:
> > Die haben halt, bevor sie dahingefahren sind, Fortbildungen in
> > "Interkultureller Kompetenz" und "Deeskalationstechnik" bekommen und
> > wissen jetzt - im Gegensatz zu Dir - daß kulturell verankerte Eigenarten
> > wie Piraterie und Geiselnahme keineswegs immer gleich ein Zeichen von
> > Aggression sind, sondern viel häufiger durch Anerkennung und Akzeptieren
> > dieser spezifischen ethnischen Besonderheit gelöst werden können.
>
> Oha, ein Piratenversteher!
Oha, ein Mißversteher!
Man muß weder Piraten noch Piraterie mögen, aber sie zu verstehen ist
davon unabhängig und für eine Konfliktlösung sicher nicht verkehrt:
Einzelne Seeräuberfahrzeuge gewaltsam aufzubringen löst Probleme nur von
Fall zu Fall; eine langfristige Lösung geht an die Ursache und die ist
nicht auf See zu finden.
--
Munterbleiben
HC
<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Oha, ein Problemlöser!
Befürwortest Du jetzt Massenausrottung der Bewohner der entsprechenden
Küstenstreifen zur Eindämmung der Piraterie?
Und jetzt komm doch bitte als Alternative nicht mit dem üblichen
Totschlagargument der Weltverbesserer, die "uns" Industrienationen dazu
auffordern, die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern, da dies in
diesen Regionen nur mit Militärgewalt und über eine entsprechende
Kolonialpolitik funktioniert, die natürlich auch abgelehnt wird.
Manche Fehler der Vergangenheit lassen sich halt (leider) nicht
politisch lösen.
Gruß
Thomas
>Befürwortest Du jetzt Massenausrottung der Bewohner der entsprechenden
>Küstenstreifen zur Eindämmung der Piraterie?
nee, eine ebenso umfassende wie simple technische Lösung:
Alle Wasserfahrzeuge werden aus der Region entfernt!
>| Artikel 107 - Schiffe und Luftfahrzeuge, die zum Aufbringen wegen See-
>| räuberei berechtigt sind
>|
>| Ein Aufbringen wegen Seeräuberei darf nur von Kriegsschiffen oder
>| Militärluftfahrzeugen oder von anderen Schiffen oder Luftfahrzeugen
>| vorgenommen werden, die deutlich als im Staatsdienst stehend gekenn-
>| zeichnet und als solche erkennbar sind und die hierzu befugt sind.
Also könnte man doch Blackwater und Konsorten mit einem Auftrag auf
Provisionsbasis ausstatten.
Deren Fahrzeuge fahren dann unter der Flagge der Auftraggeberstaaten
und schreiben auf die Seite:
"Pirateriebekämpfung im Auftrage von ..."
Mhhh da wuerde ich mir dann aber Sorgen machen wenn ich als
NichtPirat unterwegs waere... Tote wiedersprechen nur sehr
sehr selten! :(
Servus,
Michael
--
35Deg. 35' 44.97'' N; 139Deg. 20' 03.60'' E
"Gott gebe mir die Kraft zu aendern, was ich kann.
Das Unvermoegen zu akzeptieren was ich nicht kann
und die Unfaehigkeit den Unterschied zu erkennen!"
(Calvin)
>On Tue, 08 Apr 2008 19:57:05 +0200, Wolfgang Broeker
><wolf...@broeker.com> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>
>>Oha, ein Piratenversteher!
>
>Segelsozialisation auf der Piraten-Jolle?
>
>
>Gruß,
>U. (Optimist)
Knickspanter...
;o)
>Uwe St?ckel wrote:
>> Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> zitierte:
>>
>>> | Artikel 107 - Schiffe und Luftfahrzeuge, die zum Aufbringen wegen See-
>>> | räuberei berechtigt sind
>>> |
>>> | Ein Aufbringen wegen Seeräuberei darf nur von Kriegsschiffen oder
>>> | Militärluftfahrzeugen oder von anderen Schiffen oder Luftfahrzeugen
>>> | vorgenommen werden, die deutlich als im Staatsdienst stehend gekenn-
>>> | zeichnet und als solche erkennbar sind und die hierzu befugt sind.
>>
>> Also könnte man doch Blackwater und Konsorten mit einem Auftrag auf
>> Provisionsbasis ausstatten.
>> Deren Fahrzeuge fahren dann unter der Flagge der Auftraggeberstaaten
>> und schreiben auf die Seite:
>> "Pirateriebekämpfung im Auftrage von ..."
>
>Mhhh da wuerde ich mir dann aber Sorgen machen wenn ich als
>NichtPirat unterwegs waere... Tote wiedersprechen nur sehr
>sehr selten! :(
Man kann sich ja von Schwarzwasser einen 'Nichtpiratenstatus'
bescheinigen lassen, ev. nach zahlung einer mit den
Regulierungsbehörden abgestimmten Bearbeitungsgebühr....
Wenn man die Gebühr erst nach sicherer Passage zahl, könnten sich die
Angestellten (aus Provisionsbasis, das motiviert) durchaus Mühe geben.
Ich habe nicht das Mindeste dagegen, auch bei bandenmäßig ausgeübter
schwerer Kriminalität über Hintergründe nachzudenken. Aber Piraterie
und Geiselnahme als "kulturell verankerte Eigenart" zu bezeichnen,
das geht mir doch entschieden zu weit. Sicherlich ist Gegengewalt,
auch wenn sie wie bei der Piraterie in Übereinstimmung mit dem Völ-
kerrecht erfolgt, nicht die alleinige Lösung des Problems, aber ohne
die Androhung massiver Konsequenzen für solche Verbrecher wird es
ebenfalls nicht zu lösen sein.
Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Wed, 09 Apr 2008 17:33 +0200 ***
Wäre es nicht besser das Wasser abzupumpen?
Nils
--
> Es gibt da ja noch die "Chinesische Halse" bei Gaffelsegeln.
Steht die im Kamasutra?
[Heinz-Ulrich Feldges in de.rec.sport.segeln]
> Ich habe nicht das Mindeste dagegen, auch bei bandenmäßig ausgeübter
> schwerer Kriminalität über Hintergründe nachzudenken. Aber Piraterie
> und Geiselnahme als "kulturell verankerte Eigenart" zu bezeichnen,
> das geht mir doch entschieden zu weit.
Dann spendiere ich hiermit gerne für Dich extra nochmal zwei
Ironie-Tags. Achtung - hier kommen sie:
<ironie>
<ironie/>
;-)
Joachim
> Also könnte man doch Blackwater und Konsorten mit einem Auftrag auf
> Provisionsbasis ausstatten.
Der Auftrag heißt Kaperbrief und das gab's bis 1856.
> Deren Fahrzeuge fahren dann unter der Flagge der Auftraggeberstaaten
> und schreiben auf die Seite:
> "Pirateriebekämpfung im Auftrage von ..."
Das hat's schon gegeben; die nannten sich Freibeuter, Korsaren,
Bukaniere, Piraten...
> Ich habe nicht das Mindeste dagegen, auch bei bandenmäßig ausgeübter
> schwerer Kriminalität über Hintergründe nachzudenken. Aber Piraterie
> und Geiselnahme als "kulturell verankerte Eigenart" zu bezeichnen,
> das geht mir doch entschieden zu weit.
Wenn der "Piratenversteher" so zu verstehen ist, dann war ich der
Mißversteher.
> Sicherlich ist Gegengewalt, auch wenn sie wie bei der Piraterie in
> Übereinstimmung mit dem Völkerrecht erfolgt, nicht die alleinige Lösung
> des Problems, aber ohne die Androhung massiver Konsequenzen für solche
> Verbrecher wird es ebenfalls nicht zu lösen sein.
D'accord.
>> Erst recht ist es nicht Aufgabe von Militärs, kriminelle Aktivitäten zu
>> verfolgen oder dagegen präventiv zu werden. Dafür sind sie nicht
>> ausgebildet. Müssen sie auch nicht, weil es dafür Polizei und Justiz
>> gibt - wenn es sie gibt, was man im Dunstkreis von Dschibuti bezweifeln
>> darf.
[..]
> obwohl ich Ihnen z.T nicht mal ansatzweise zustimme, aber zur Seeräu-
> berei sind die Aussagen des Völkerrechts recht eindeutig. Auf hoher
> See und in Gewässern ohne staatliche Hoheitsgewalt ist es primär An-
> gelegenheit des Militärs, Piratenfahrzeuge aufzubringen. Dafür sind
> die Kriegsmarinen auch ausgebildet, was ich bei der Wasserschutzpoli-
> zei gegenüber schwerbewaffneten feindseligen Fahrzeugen bezweifele.
> Abgesehen davon hat eine nationale Polizei auf hoher See nichts ver-
> loren und verfügt daher auch nur über höchst begrenzte diesbezügliche
> Ressourcen.
Wenn man unter "Verfolgung krimineller Aktivitäten" primär versteht, bei
einem Piratenschiff mit der größeren Waffe draufzuhalten in der Hoffnung,
dass es sich ergibt, mag auch die Kriegsmarine über geeignetes
Instrumentarium verfügen, aber in der Regel werden sie Probleme mit der
Identifikation der "feindlichen Einheiten" haben, solange diese ein Schiff
noch nicht gekapert haben.
Hinsichtlich der Seeraumüberwachung verfügen sie mitunter sogar wirklich
über das bessere Gerät, aber dass es geeignet ist, Piraten _rechtzeitig_
zu identifizieren, halte ich doch für unrealistisch. Selbst die
italienische Küstenwache hatte trotz optimaler Infrastruktur immer große
Probleme in dem relativ kleinen Seegebiet um Brindisi, albanisch-
italienische Schmuggler mit ihren kleinen, hoch motorisierten Booten
aufzubringen.
Ich gehe eigentlich davon aus, dass heutzutage klassische Methoden der
Verbrechensbekämpfung und Guerillaabwehr besser gegen Piraterie
funktionieren. Da geht man davon aus, dass ein Flüchtiger sich früher oder
später wieder versorgen muss, was in diesem Fall insbesondere heißt, dass
er erstmal irgendwo anlanden muss. Umso mehr als Piraterie heute meist mit
kleinen Booten passiert, die für längere Seeaufenthalte nicht genügend
Wohnraum, Sprit, Waffen und Nahrung aufnehmen können.
Ab hier ist man primär auf kriminalistische Ermittlungen im sozialen
Umfeld der Täter angewiesen und da helfen einem weder Kapitänspatent noch
Flugabwehrgeschütz weiter, weil das doch meist an Land und in der
Landessprache stattfindet.
--
Gruss,
Tobias.
Es geht bei der Verfolgung darum, das Risiko der Piraten, versenkt
oder gefasst und um ihr Boot und ihre Waffen gebracht zu werden,
so groß wie möglich zu machen. Und ob bei den hier in Rede stehen-
den Gewässern wirklich ein großes Verwechselungsproblem zwischen
Schnellbooten, die mit jungen Männern, ausgerüstet mit Kalaschni-
kows und Wurfhaken, überbesetzt sind, und etwa Fischern besteht,
wage ich zu bezweifeln.
> Selbst die italienische Küstenwache hatte trotz optimaler Infra-
> struktur immer große Probleme in dem relativ kleinen Seegebiet
> um Brindisi, albanisch-italienische Schmuggler mit ihren kleinen,
> hoch motorisierten Booten aufzubringen.
Das ist eine Frage des betriebenen Aufwands, wie z.B. die Über-
wachung der DDR-Küsten bewies.
> Ich gehe eigentlich davon aus, dass heutzutage klassische Methoden der
> Verbrechensbekämpfung und Guerillaabwehr besser gegen Piraterie
> funktionieren. Da geht man davon aus, dass ein Flüchtiger sich früher oder
> später wieder versorgen muss, was in diesem Fall insbesondere heißt, dass
> er erstmal irgendwo anlanden muss. Umso mehr als Piraterie heute meist mit
> kleinen Booten passiert, die für längere Seeaufenthalte nicht genügend
> Wohnraum, Sprit, Waffen und Nahrung aufnehmen können.
> Ab hier ist man primär auf kriminalistische Ermittlungen im sozialen
> Umfeld der Täter angewiesen und da helfen einem weder Kapitänspatent noch
> Flugabwehrgeschütz weiter, weil das doch meist an Land und in der
> Landessprache stattfindet.
Damit hast Du im Grundsatz Recht, was man daran sieht, dass es z.B.
in Nord- und Ostsee keine nenneswerte Piraterie mehr gibt, aber wir
reden über Staaten wie Somalia, wo es keinerlei staatliche Infra-
struktur mehr gibt, oder über Staaten, in denen die Behörden zu
schwach, zu korrupt und zu unterfinanziert ist, um sich gegen
lokale kriminelle Machthaber durchzusetzen.
Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Thu, 10 Apr 2008 06:55 +0200 ***
Eine Buchempfehlung dazu:
In "Die Geschichte der Piraterie" schildert Hans Leip "3000 Jahre
Freibeutertum", wie der Untertitel sagt. Das Buch des Dichters der
Lili Marleen hieß ursprünglich "Bordbuch des Satans", aber sowas
passt heute wohl in kein Marketingkonzept mehr. ISBN 3-491-96052-5.
Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Thu, 10 Apr 2008 07:16 +0200 ***
>Uwe St?ckel <my_...@gmx.com> wrote:
>
>> Thomas Erstfeld <the...@nurfuerspam.de> wrote:
>>
>>>Befürwortest Du jetzt Massenausrottung der Bewohner der entsprechenden
>>>Küstenstreifen zur Eindämmung der Piraterie?
>>
>> nee, eine ebenso umfassende wie simple technische Lösung:
>>
>> Alle Wasserfahrzeuge werden aus der Region entfernt!
>
>Wäre es nicht besser das Wasser abzupumpen?
Vielleicht auch eine geschlossene Treibeisdecke?
;o)
> Es geht bei der Verfolgung darum, das Risiko der Piraten, versenkt
> oder gefasst und um ihr Boot und ihre Waffen gebracht zu werden,
> so groß wie möglich zu machen.
Wie gesagt, das ist alles eine Frage der Risiko-Nutzen-Analyse, die bei
Leuten, denen das Wasser (wirtschaftlich) bis zu Hals steht, nicht mehr
wirklich stattfindet. Zumal ich Piraten nur eine begrenzte Intelligenz
unterstelle, weil sie sonst ihre kriminelle Energie als Investment-Banker
ausleben würden.
> Und ob bei den hier in Rede stehen-
> den Gewässern wirklich ein großes Verwechselungsproblem zwischen
> Schnellbooten, die mit jungen Männern, ausgerüstet mit Kalaschni-
> kows und Wurfhaken, überbesetzt sind, und etwa Fischern besteht,
> wage ich zu bezweifeln.
Schon, aber nachts sehen die auf einer Distanz über 2 nm ziemlich gleich
aus. Und man muss sie erstmal finden. Auf dem Radar kannst Du sie nur
anhand ihrer Geschwindigkeit auseinanderhalten. Und selbst da verschwinden
Boote dieser Größenordnung häufig genug im allgemeinen Rauschen.
Man sollte sich vielleicht ab und an vergegenwärtigen, dass das zur
Diskussion stehende Seegebiet nur geringfügig kleiner als die Nordsee ist.
Mittlerweile hat man ja etwas mehr aus den Medien erfahren. Demzufolge ist
der Organisationsgrad offenbar soweit fortgeschritten, dass sie größere
Schiffe als Operationsbasis benutzen.
>> Selbst die italienische Küstenwache hatte trotz optimaler Infra-
>> struktur immer große Probleme in dem relativ kleinen Seegebiet
>> um Brindisi, albanisch-italienische Schmuggler mit ihren kleinen,
>> hoch motorisierten Booten aufzubringen.
> Das ist eine Frage des betriebenen Aufwands, wie z.B. die Über-
> wachung der DDR-Küsten bewies.
Hat sie das? Das gegenüber dem Golf von Aden klitzekleine Seegebiet ist in
etwa vergleichbar, soweit richtig, aber die eigentliche Schwierigkeit
bestand ja eher darin, in der DDR überhaupt ein geeignetes Boot zur Flucht
aufzutun, ohne das dies dem lieben Nachbarn auffiel. Das dürfte in Somalia
oder Albanien kein Problem sein.
Der "Erfolg" einer Grenzabschottung läßt sich eh nur schwer abschätzen.
Bei politischen Flüchtlingen erfährt man höchstens die Zahl derer, die
durchkommen und bei Wirtschaftsflüchtlingen nur die Zahl derer, die
aufgegriffen werden. Wer still absäuft, wer illegal einreist, wer von den
DDR-Behörden aufgegriffen wurde, bleibt meist im Dunkeln oder wird
zumindest nicht statistisch erfasst.
>> Ab hier ist man primär auf kriminalistische Ermittlungen im sozialen
>> Umfeld der Täter angewiesen und da helfen einem weder Kapitänspatent
>> noch Flugabwehrgeschütz weiter, weil das doch meist an Land und in der
>> Landessprache stattfindet.
> Damit hast Du im Grundsatz Recht, was man daran sieht, dass es z.B.
> in Nord- und Ostsee keine nenneswerte Piraterie mehr gibt, aber wir
> reden über Staaten wie Somalia, wo es keinerlei staatliche Infra-
> struktur mehr gibt, oder über Staaten, in denen die Behörden zu
> schwach, zu korrupt und zu unterfinanziert ist, um sich gegen
> lokale kriminelle Machthaber durchzusetzen.
Ja, leider wird dies von den Industrienationen kaum so gesehen und auch im
zunehmend politisch einflußreichen, arabisch-orientalischen Raum setzt nur
langsam ein Umdenken ein. Es ist halt auch hierzulande noch immer
medienwirksamer, Djangos loszuschicken statt Aufbauhilfe in Sachen
staatlicher Infrastruktur zu leisten. Man muss ja nur die Presse
verfolgen, wenn einerseits Kampfjets und Fregatten in den Orient geschickt
werden und andererseits Kriminalpolizisten als Ausbilder nach Afrika
entsandt werden. Letzteres geht in der Regel unter im Blätterwald.
Recht treffend fand ich den Satz im Abspann eines vor kurzem im Kino
gelaufenen Films "Der Krieg des Charlie Wilson" über die Aufrüstung der
Taliban durch die USA gegen die russische Besatzung und der nachfolgenden
Nicht-Unterstützung beim zivilen Aufbau: "...und dann vermasselten wir das
Endspiel."
(Interview: http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,532127,00.html )
--
Gruss,
Tobias.
Hi,
dazu wären aber fesche Klamotten, Fremdsprachen und ein
Flughafentauglicher Paß erforderlich. Für die Piratenkarriere reicht
ein Holzbein...
> Schon, aber nachts sehen die auf einer Distanz über 2 nm ziemlich
gleich
> aus. Und man muss sie erstmal finden. Auf dem Radar kannst Du sie nur
> anhand ihrer Geschwindigkeit auseinanderhalten. Und selbst da
verschwinden
> Boote dieser Größenordnung häufig genug im allgemeinen Rauschen.
> Man sollte sich vielleicht ab und an vergegenwärtigen, dass das zur
> Diskussion stehende Seegebiet nur geringfügig kleiner als die Nordsee
ist.
Dazu wärmer, mit deutlich bewachseneren Küsten und einem praktich
überall menschenleeren Hinterland. Und vielen heftig riskanten Riffen,
oft parallel zur Küstenlinie, ohne "Geheimwissen" ist da jede schnelle
Fahrt lebensgefährlich.
>
> Mittlerweile hat man ja etwas mehr aus den Medien erfahren.
Demzufolge ist
> der Organisationsgrad offenbar soweit fortgeschritten, dass sie
größere
> Schiffe als Operationsbasis benutzen.
Vermutlich eher eine Folge des "Marktes", jemand hat erkannt, daß auch
solche Leute Bedarf an angemessener Versorgung haben. Und mangels
stabiler Landverhältnisse wurde eben ein Marketender-Tender beschafft.
>
>
> >> Selbst die italienische Küstenwache hatte trotz optimaler Infra-
> >> struktur immer große Probleme in dem relativ kleinen Seegebiet
> >> um Brindisi, albanisch-italienische Schmuggler mit ihren kleinen,
> >> hoch motorisierten Booten aufzubringen.
>
> > Das ist eine Frage des betriebenen Aufwands, wie z.B. die Über-
> > wachung der DDR-Küsten bewies.
>
> Hat sie das? Das gegenüber dem Golf von Aden klitzekleine Seegebiet
ist in
> etwa vergleichbar, soweit richtig, aber die eigentliche Schwierigkeit
> bestand ja eher darin, in der DDR überhaupt ein geeignetes Boot zur
Flucht
> aufzutun, ohne das dies dem lieben Nachbarn auffiel. Das dürfte in
Somalia
> oder Albanien kein Problem sein.
Und selbst wenn, die "See-Gefahren" an einer schmodderigen Sandbank
sind wohl kaum zu vergleichen mit schroffen Steilküsten mit
vorgelagerten Korallenriffen und Seegräben. Die Ostsee hat ja nichtmal
nenneswerte Tide, geschweige denn Haie. Und eine längere seegehende
Expedition scheitert auch am Wetter, moderne Piraten sind ja keine
Wikinger und leben monatelang von Frischfisch und Schneewasser, dagegen
das Wetter vor Afrika ist auch winters eher mild, ein Camp kann also
meist ohne feste Infrastruktur wie Hütten oder Wege auskommen. Es
reicht, ein Boot anzulanden und eine Plane mit Regenfaß hinzuhängen,
man braucht nur Trinkwasser....je kleiner das Boot, je besser die
Kenntnisse des Bootslenkers, desto mehr mögliche Stützpunkte. Und die
hochseegehenden Verfolger haben das Nachsehen.
--
mfg,
gUnther