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Welches Logbuch?

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Jürgen Schroll

unread,
May 4, 2006, 3:53:14 AM5/4/06
to
Diesen Sommer habe ich mir zusammen mit Freunden eine Yacht gechartert
und ich bin der Skipper. Allerding muß ich mir selbst noch ein paar
Seemeilen nachweisen für den SSS, also will ich mein eigenes Logbuch
mitnehmen.
Ein kurzer Blick bei den Online-Buchhändler hat gezeigt, das es genug
Auswahl gibt.

Kann mir jemand eines, in Hinblick auf Einteilung und Platz für
Geschriebenes, empfehlen?

Gruß
JS

Alexander Stielau

unread,
May 4, 2006, 6:30:06 AM5/4/06
to
Am Thu, 04 May 2006 09:53:14 +0200 schrieb Jürgen Schroll:

[Logbuch]

> Kann mir jemand eines, in Hinblick auf Einteilung und Platz für
> Geschriebenes, empfehlen?

Ich komme mit den fast quadratischen (grauen von N+V und dem blauen vom
DSV-Verlag) gut zurecht.
Beim Blauen ist eigentlich nur Platz für zwei Wetterberichte am Tag,
aber wenn man nur die Vorhersagen und Aussichten und nicht die
Wetterlage mitschreibt, reicht es.

Ich würde mir die schon live ansehen, wegen Linienabstand, Einteilung
und so weiter - ich brauche z.B. keine 40 Zeilen für wechselnde
Kursbeschickungen, aber Platz für Freitext.
--

http://oerks.de/cgi-bin/blosxom

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 6:57:25 AM5/4/06
to
Jürgen Schroll <j...@wiedenmann-seile.de> wrote:

> Kann mir jemand eines, in Hinblick auf Einteilung und Platz für
> Geschriebenes, empfehlen?

Ich hab mir meins selbstgetüddelt:

<http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>

Einseitig ausdrucken, im Copyshop ringbinden lassen (damit es sich
komplett umschlagen lässt!), fertich.

W.

--
La perfection est atteinte non quand il ne reste rien à ajouter,
mais quand il ne reste rien à enlever. (Antoine de Saint-Exupéry)

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 6:59:05 AM5/4/06
to
Jürgen Schroll <j...@wiedenmann-seile.de> wrote:

> Kann mir jemand eines, in Hinblick auf Einteilung und Platz für
> Geschriebenes, empfehlen?

Ich hab mir meins selbstgetüddelt:

<http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>

Ausdrucken (einseitig, mind. 90g-Papier, kein Tintenstrahl), im Copyshop

RA J. Geraedts.

unread,
May 4, 2006, 7:10:41 AM5/4/06
to
Am Thu, 04 May 2006 09:53:14 +0200 schrieb Jürgen Schroll
<j...@wiedenmann-seile.de>:

>(...)


>Kann mir jemand eines, in Hinblick auf Einteilung und Platz für
>Geschriebenes, empfehlen?

Du hast Post ! ;-))

Gruß,

Joachim.

Jürgen Schroll

unread,
May 4, 2006, 8:26:42 AM5/4/06
to
Das gefällt mir sehr gut, das nehme ich.

Danke
JS

Jürgen Schroll

unread,
May 4, 2006, 8:27:30 AM5/4/06
to
Danke für die Post. Ich habe mich aber für das von Wolfgang entschieden.

Gruß
JS

Peter Schrey

unread,
May 4, 2006, 8:51:48 AM5/4/06
to
Wolfgang Kommerell schrieb:

> Ich hab mir meins selbstgetüddelt:
>
> <http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>
>
> Einseitig ausdrucken, im Copyshop ringbinden lassen (damit es sich
> komplett umschlagen lässt!), fertich.

Hallo Wolfgang,

gefällt mir auch sehr gut (übrigens auch der Rest Deiner Website,
wurde gleich mal gebookmarked ;-) )
- vielleicht sollte meine bisherigen Logbuchvorlagen (Leere, gebundene
Din A5-Hefte mit handschriftlich eingetragenen Checklisten) nocheinmal
überdenken :-)
Auf der anderen Seite hat man so herrlich viel Platz zum schreiben,
Notizen zu einem Tag umfassen bei mir typischerweise mehrere Seiten.

Viele Grüße,

Peter

--
http://www.SkipperGuide.de

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 9:09:57 AM5/4/06
to
Jürgen Schroll <j...@wiedenmann-seile.de> wrote:

> Das gefällt mir sehr gut, das nehme ich.

Freut mich.
Wenn du "nach Gebrauch" noch Verbesserungsvorschläge oder sonstige Ideen
dazu hast - ich bin immer für Vorschläge zu haben.

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 9:09:58 AM5/4/06
to
Peter Schrey <psc...@googlemail.com> wrote:

> gefällt mir auch sehr gut (übrigens auch der Rest Deiner Website,
> wurde gleich mal gebookmarked ;-) )

:-)

> - vielleicht sollte meine bisherigen Logbuchvorlagen (Leere, gebundene
> Din A5-Hefte mit handschriftlich eingetragenen Checklisten) nocheinmal
> überdenken :-)

Ach, wenn das ordentlich gemacht wird, kann daraus sicher ein sehr
schönes und persönliches Logbuch werden. Leider bin ich nicht so
ordentlich ...

> Auf der anderen Seite hat man so herrlich viel Platz zum schreiben,
> Notizen zu einem Tag umfassen bei mir typischerweise mehrere Seiten.

So fleißig bin ich nicht, aber dennoch ist mir die linke Seite als
"Zusatzraum" willkommen. Man kann auch Quittungen einkleben - oder sogar
nach der Reise Fotos.

Vor allem ist der einseitige Ausdruck aber auch wichtig, damit bei
aufgeschlagenem Logbuch keinesfalls die Tage verwechselt werden.

W.

PS: Eine Wetterkladde führe ich übllicherweise separat; wer Interesse an
meinem Vordruck für den DWD-Wetterbericht inclusive eingedruckter
Bordwetterkarte hat -> Mail an mich.

di...@alter-schwede.de

unread,
May 4, 2006, 10:12:32 AM5/4/06
to
hi,

> Kann mir jemand eines, in Hinblick auf Einteilung und Platz für
> Geschriebenes, empfehlen?

einfach mal unter http://www.Logbuch.de schauen. Da gibt es das
günstigste für 5 Euro incl. Porto.

Dafür kann man es nicht selber machen.

Mfg Dirk

Jürgen Schroll

unread,
May 4, 2006, 10:29:21 AM5/4/06
to
> Dafür kann man es nicht selber machen.

Der Preis ist zweitrangig. Wichtiger ist es eine Dokumentation zu haben,
wie ich es für richtig halte und das ist der Entwurf von Wolfgang.

Da gefällt mir z. B. das DIN A4 hoch, die Mitseglervereinbarung, die
Notrolle und die Möglichkeit das für jeden Törn neu zu machen.

Gruß
JS

skipper

unread,
May 4, 2006, 10:48:54 AM5/4/06
to
hi,

habs mir eben ausgedruckt, ist super! fuer den blauwassersegler ist das
mit den gezeiten natuerlich ueber ;-)

wobei es auch nicht schadet 8)

nen bunten gruss dirk
http://www.alter-schwede.de

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 10:57:26 AM5/4/06
to
Jürgen Schroll <j...@wiedenmann-seile.de> wrote:

> Da gefällt mir z. B. das DIN A4 hoch, die Mitseglervereinbarung, die
> Notrolle und die Möglichkeit das für jeden Törn neu zu machen.

Die Mitsegelvereinbarung stammt übrigens iirc von Olaf Hoffmann. Wobei
ich neulich auf einen unsinnigen Passus darin aufmerksam gemacht wurde -
werde das bald noch ändern.

W.

Wolfgang Broeker

unread,
May 4, 2006, 11:03:00 AM5/4/06
to
Jürgen Schroll schrub[tm]:

> Kann mir jemand eines, in Hinblick auf Einteilung und Platz für
> Geschriebenes, empfehlen?

Das ist nun extrem von den individuellen Vorlieben abhängig.

Ich verwende das grüne, fest gebundene Logbuch von der Sportsee-
schifffahrt Verlag GmbH, Hohenfelder Allee 17-19, 22087 Hamburg.
Gekauft habe ich die letzte Fassung bei A.W.Niemeyer in Altona.

Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Thu, 04 May 2006 16:55 +0200 ***

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 11:20:14 AM5/4/06
to
Wolfgang Kommerell <wolk...@arcor.de> wrote:

> Die Mitsegelvereinbarung stammt übrigens iirc von Olaf Hoffmann. Wobei
> ich neulich auf einen unsinnigen Passus darin aufmerksam gemacht wurde -
> werde das bald noch ändern.

So, schon erledigt.

I.

Thomas Erstfeld

unread,
May 4, 2006, 4:47:53 PM5/4/06
to

Wenn ich mir die hier empfohlenen Logbücher so ansehe, frage ich mich
immer, ob die Masse an Angaben wirklich sein muss. Nach verschiedenen
(Charter-)Törns habe ich mir eine einfache Vorlage von W. Erdmann
genommen und daraus eine Excel-Tabelle (DIN-A-4 hochkant) gebastelt.

Dazu noch eine Crewliste und ein Deckblatt (habe ich von Joachim),
fertig ist das einfache Törnlogbuch mit genug Zeilenabstand, um auch bei
bewegter See mit der Hand Eintragungen machen zu können.

Und wer es unbedingt gebunden haben will, nimmt eine Vorlage mit zum
Copy-Shop und läßt sich eine Ringbindung machen.

Gruß
Thomas

--
____
| @ @| "The chicken is now plantsching with the fish
X| _|_|X in the soup auf dem Boden because of the run-
[##V#] ning gag with the räudige Katze."

Joachim Reinke

unread,
May 4, 2006, 5:27:51 PM5/4/06
to

Hallo Wolfgang,

über die Mitsegelvereinbarung habe ich mir schon ein paar Gedanken
gemacht. Ich verwende ja auch eine, wenn ich Skipper bin.

Insbesondere deswegen, weil ich mich an einen Artikel in der Segler-BILD
erinnere, in der ein Jurist darüber schrieb, daß solche
Mitseglervereinbarungen sehr schnell vor Gericht den Charakter von AGB
zugeordnet bekommen können, und wenn so ein Vertrag AGB-Charakter hat,
können vielerlei Art Klauseln nicht mehr vorkommen, da das in AGB nicht
zulässig ist. Z.B. so zentrale Sachen wie gegenseitige Haftungsausschlüsse.

Wenn ich mich recht erinnere, so kann man nur durch einige merkwürdige
wudu-artige Methoden AGB-Charakter ausschließen, die da wären:

- Mitseglervereinbarung handschriftlich und
- für jeden leicht individuell formuliert und
- den einzigartigen Charakter des Törns betonend.
- Verfügbarmachen aller Klauseln und Ankreuzbarkeit der gewünschten
durch den Mitsegler. Natürlich werden nur solche Leute mitgenommen,
die auch tatsächlich alle angekreuzt haben, aber das Anbieten der
Wahlmöglichkeit ist wichtig (wird in Mietverträgen wohl auch gerne
so gemacht, habe ich mir von kundiger Seite berichten lassen)

Wir haben doch hier einige Juristen in der Gruppe, mich würde mal
interessieren, was die dazu sagen.

Vielleicht sind ja all die Mitseglervereinbarungen, die wir so
unterschreiben oder formulieren und uns unterschreiben lassen, das
Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.

Gruß,
Joachim

PS: Ja, ich hab gehadert, ob ich einen neuen Thread anfange, aber ich
hab verloren ;-)

Joachim Reinke

unread,
May 4, 2006, 5:29:07 PM5/4/06
to
Hallo Wolfgang,

> Ich hab mir meins selbstgetüddelt:
>
> <http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>
>
> Ausdrucken (einseitig, mind. 90g-Papier, kein Tintenstrahl),
> im Copyshop ringbinden lassen (damit es sich komplett umschlagen
> lässt!), fertich.

gefällt mir sehr gut! Werde ich nehmen!

Gruß,
Joachim

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 5:42:56 PM5/4/06
to
Joachim Reinke <zx6.kein....@gmx.de> wrote:

> > <http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>
> >
> > Ausdrucken (einseitig, mind. 90g-Papier, kein Tintenstrahl),
> > im Copyshop ringbinden lassen (damit es sich komplett umschlagen
> > lässt!), fertich.
>
> gefällt mir sehr gut! Werde ich nehmen!

Prima! So langsam könnte ich ja mal über Lizenzgebühren nachdenken - pro
Seetag einen Euro an die DGzRS zum Bleistift :-)

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 5:54:57 PM5/4/06
to
Thomas Erstfeld <the...@nurfuerspam.de> wrote:

> Wenn ich mir die hier empfohlenen Logbücher so ansehe, frage ich mich
> immer, ob die Masse an Angaben wirklich sein muss.

Nö, dat mutt gewiss nich.

Der Gesetzgeber schreibt nur "geeignete Aufzeichnungen" vor - das kann
auch eine ordentlich geführte Kladde mit Freitext sein.

Für mich ist das Logbuch aber immer auch eine Art Checkliste, die mich
an Kontrollen und Handlungen erinnert. Man muss ja außerdem nicht jedes
Kästchen jeden Tag (oder auf jedem Törn) ausfüllen.

Die genaue Berechnung des Dieselverbrauchs nach Motorstunden habe ich
z.B. auf einigen Törns schon als außerordentlich beruhigend empfunden;
auf anderen Törns (z.B. auf einer HR37 mit 340l-Tank bei 2,5 l/h
Verbrauch) war sie dann wieder völlig obsolet.

> Dazu noch eine Crewliste und ein Deckblatt (habe ich von Joachim),
> fertig ist das einfache Törnlogbuch mit genug Zeilenabstand, um auch bei
> bewegter See mit der Hand Eintragungen machen zu können.

Spricht ja auch nix dagegen. Wobei ich bei meinem Logbuch trotz
anfänglicher Bedenken noch bei niemandem von Problemen mit der
Zeilenhöhe gehört habe - trotz Seegang :-)

> Und wer es unbedingt gebunden haben will, nimmt eine Vorlage mit zum
> Copy-Shop und läßt sich eine Ringbindung machen.

Das halte ich für sehr lohnend, weil nur so das problemlose Umschlagen
auf halbe Größe möglich ist.

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 6:05:17 PM5/4/06
to
Joachim Reinke <zx6.kein....@gmx.de> wrote:

> über die Mitsegelvereinbarung habe ich mir schon ein paar Gedanken
> gemacht. Ich verwende ja auch eine, wenn ich Skipper bin.
>
> Insbesondere deswegen, weil ich mich an einen Artikel in der Segler-BILD
> erinnere, in der ein Jurist darüber schrieb, daß solche
> Mitseglervereinbarungen sehr schnell vor Gericht den Charakter von AGB
> zugeordnet bekommen können, und wenn so ein Vertrag AGB-Charakter hat,
> können vielerlei Art Klauseln nicht mehr vorkommen, da das in AGB nicht
> zulässig ist. Z.B. so zentrale Sachen wie gegenseitige Haftungsausschlüsse.

Die Bedenken hatte ich auch schon - allerdings sehe ich wenig
praktikable Möglichkeiten, das anders zu handhaben, ohne das eigene
Image bei der Crew schon vor Törnbeginn als totaler Bürokratiespinner zu
versauen ;-)

Und ich hege die Hoffnung, dass bei privaten Gelegenheitsskippern trotz
Vorformulierung nicht so schnell die AGB-Keule gezogen würde. Abgesehen
davon sehe ich die Bedeutung der Vereinbarung vor allem in noch privaten
bzw. vorgerichtlichen Auseinandersetzungen - es ist einfach angenehm,
bestimmte Dinge schriftlich fixiert zu haben, selbst wenn es nur zur
Fairness zwischen den Törnteilnehmern motiviert.

Tät mir ja auch interessieren, was der Herr RA dazu sagt :-)

> PS: Ja, ich hab gehadert, ob ich einen neuen Thread anfange, aber ich
> hab verloren ;-)

Hättste mal auf dich gehört! :-)

W.

Joachim Reinke

unread,
May 4, 2006, 6:18:39 PM5/4/06
to

Hallo Wolfgang,

> <http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>

eine Sache ist mir gerade noch aufgefallen: im Vordruck für den
Seenotfunkspruch kommt unten vor:

"2x für 15 sek Sprechtaste drücken"

Ist das zu dem Zweck, die Funkstelle anpeilbar zu machen? Wenn ja, wäre
es nicht sinnvoll, das nur auf Kommando des MRCC oder OSC zu machen?

Immerhin jammt man für 30 sek - was eine wertvolle Menge an Zeit sein
kann - den Kanal 16 zu und verhindert in dieser Zeit effektiv
Koordination dort. Jedenfalls in Reichweite von 25 W.

Oder hab ich den Sinn der 2x 15 sek gerade nicht verstanden?

Immerhin hört man ja immer wieder, daß in der Aufregung vergessen wird,
die Sprechtaste loszulassen. Auf diese Art und Weise könnte das MRCC
dazu verleitet werden, zu glauben, daß hier so ein Fall vorliegt und man
ab da auf die Funkmithilfe des Havaristen getrost pfeifen kann, oder?

Gruß,
Joachim

Wolfgang Kommerell

unread,
May 4, 2006, 6:27:18 PM5/4/06
to
Joachim Reinke <zx6.kein....@gmx.de> wrote:

> eine Sache ist mir gerade noch aufgefallen: im Vordruck für den
> Seenotfunkspruch kommt unten vor:
>
> "2x für 15 sek Sprechtaste drücken"
>
> Ist das zu dem Zweck, die Funkstelle anpeilbar zu machen? Wenn ja, wäre
> es nicht sinnvoll, das nur auf Kommando des MRCC oder OSC zu machen?

Ja, diese Ausendung soll zur Peilung dienen. Allerdings habe ich auch
schon gelesen, dass dies heute nicht mehr empfohlen wird bzw. nicht mehr
nötig ist. Das Blocken des Kanals halte ich nich für soo tragisch - 30s
sind ja keine wirklich lange Zeit, wenn man sie in Relation mit dem
Eintreffen von Hilfe setzt.

Dennoch würde mich interessieren, wie diesbezüglich der Stand der Dinge
ist. Wolfgang I, weißt Du was dazu?

Nils Ketelsen

unread,
May 5, 2006, 1:36:19 AM5/5/06
to
Wolfgang Kommerell <wolk...@arcor.de> wrote:

>> Ist das zu dem Zweck, die Funkstelle anpeilbar zu machen? Wenn ja, wäre
>> es nicht sinnvoll, das nur auf Kommando des MRCC oder OSC zu machen?
> Ja, diese Ausendung soll zur Peilung dienen. Allerdings habe ich auch
> schon gelesen, dass dies heute nicht mehr empfohlen wird bzw. nicht mehr
> nötig ist. Das Blocken des Kanals halte ich nich für soo tragisch - 30s

Naja, auf der einen Seite senden die meisten DSC-Geräte sowieso was das GPS
ihnen an Position verrät, da ist schon ziemlich klar was los ist.
Andererseits glaube ich nicht, daß man wirklich 30 Sekunden braucht für eine
Peilung... Entweder man kann das sofort (weil man die Ausrüstung bereit
hält) oder eben auch nicht in 30 Sekunden.

Ich denke auch, daß 30 Sekunden (nicht explizit angekündigtes) blockieren
von Kanal 16 mit einem Träger aber ohne was zu sagen der Kommunikation eher
hinderlich ist, wenn ein Notfall vorliegt. Da werden antworten etwas
unbedarfterer Funkgerätebesitzer verloren gehen, da bin ich mir sicher. Und
jemand, der nicht begreift, daß man ihn nicht hört während man selber das
Knöppke drückt, kann trotzdem eine willkommene Rettungsmöglichkeit in der
Nähe sein.

> sind ja keine wirklich lange Zeit, wenn man sie in Relation mit dem
> Eintreffen von Hilfe setzt.

Aber eine lange Zeit, wenn man das in Relation mit dem Eintreffen von
möglichen Antworten setzt.

Nils
--
In the Beginning there was nothing, which exploded.

-- (Terry Pratchett, Lords and Ladies)

skipper

unread,
May 5, 2006, 3:21:09 AM5/5/06
to
hi,

> Und ich hege die Hoffnung, dass bei privaten Gelegenheitsskippern trotz
> Vorformulierung nicht so schnell die AGB-Keule gezogen würde. Abgesehen
> davon sehe ich die Bedeutung der Vereinbarung vor allem in noch privaten
> bzw. vorgerichtlichen Auseinandersetzungen - es ist einfach angenehm,
> bestimmte Dinge schriftlich fixiert zu haben, selbst wenn es nur zur
> Fairness zwischen den Törnteilnehmern motiviert.

150% Zustimmung! Manchmal frage ich mich ob ich beim atmen nicht auch
gegen etwas verstosse, Immissionsverordnung?
ich kenne zwar den Bericht nicht aus dem hier zitiert wird, kann mir
das aber gut vorstellen das hier in D ruck zuck alles gleich AGB
charakter hat.
Auch aus diesem Grund ist ein skipper der ohne Skipperhaftpflicht
faehrt ein Wahnsinniger 8-) ich habe daher jene von yacht pool die auch
grobe fahrlaessigkeite abdeckt.

IMHO kann das mit den AGB´s nur dem Veranstalter gegenüber "ziehen"!
So die Teilnehmer untereinander -auch der Skipper- eine gemeinsame
Crewerklaerung unterzeichnen wird man das im innverhaeltnis IMHO schwer
als AGB werten koennen.
Anders ist das schon wenn der Skipper Veranstalter ist ...

Fakt ist das ein Crewvertrag vermutlich nicht schaden kann. Jedes
Gericht würdigt letztlich den Einzelfall ...

Hat einer zufaellig den Bericht oder gar ein Aktenzeichen, wuerde mir
das ganze gerne mal anschauen.

Wolfgang Broeker

unread,
May 5, 2006, 3:22:37 AM5/5/06
to
Wolfgang Kommerell schrub[tm]:

> Ja, diese Ausendung soll zur Peilung dienen. Allerdings habe ich auch
> schon gelesen, dass dies heute nicht mehr empfohlen wird bzw. nicht mehr
> nötig ist. Das Blocken des Kanals halte ich nich für soo tragisch - 30s
> sind ja keine wirklich lange Zeit, wenn man sie in Relation mit dem
> Eintreffen von Hilfe setzt.
>
> Dennoch würde mich interessieren, wie diesbezüglich der Stand der Dinge
> ist.

Für tragisch halte ich die 30 Sekunden auch nicht, aber bei einem DSC-
gerät mit intakter Positionsangabe ist die Aussendung von Peilsignalen
zum Zeitpunkt der Notmeldung überflüssig.

Alle Rettungsfahrzeuge der DGzRS sind nach eigenen Angaben mit Funk-
peilern ausgestattet, so dass man im Bedarfsfall auf diese Technik
zurückgreifen kann. Ich würde dann aber auf eine entsprechende Auf-
forderung warten.

Die Radio Regulations lassen sich darüber nur insoweit aus, dass es
zulässig ist, u.a. die UKW-Seefunkfrequenzen für Peilungszweck zu ver-
wenden (Artikel 30.60 "Locating and homing signals" ff.).

Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***

*** Fri, 05 May 2006 08:31 +0200 ***

Ruprecht Wiskott

unread,
May 5, 2006, 3:49:54 AM5/5/06
to
Moin,

Wolfgang Kommerell schrieb:

> Prima! So langsam könnte ich ja mal über Lizenzgebühren nachdenken - pro
> Seetag einen Euro an die DGzRS zum Bleistift :-)

AKA "Lebensversicherungsprämie"

Gruß
Ruprecht

Wolfgang Kommerell

unread,
May 5, 2006, 3:44:54 AM5/5/06
to
Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> wrote:

> Für tragisch halte ich die 30 Sekunden auch nicht, aber bei einem DSC-
> gerät mit intakter Positionsangabe ist die Aussendung von Peilsignalen
> zum Zeitpunkt der Notmeldung überflüssig.

Das steht natürlich außer Frage, aber der Text bezieht sich in erster
Linie auf Non-DSC-Geräte, die ja (leider) immer noch auf vielen
Charteryachten verbreitet sind.

> Alle Rettungsfahrzeuge der DGzRS sind nach eigenen Angaben mit Funk-
> peilern ausgestattet, so dass man im Bedarfsfall auf diese Technik
> zurückgreifen kann. Ich würde dann aber auf eine entsprechende Auf-
> forderung warten.

Eigentlich ergibt eine Peilung ja auch nur dann Sinn, wenn man nicht in
der Lage ist, seine Position anderweitig präzise genug zu beschreiben
(z.B. durch Ablesen des GPS). Und wenn es z.B. auf die letzten paar
hundert Kabellängen - z.B. bei Nebel oder nachts bei Ausfall der
Elektrik - ankommt, dann ist das Senden des Signals bei Einleitung des
Notverkehrs garantiert zu früh. Ergo, wie du schreibst: Auf Aufforderung
warten.

> Die Radio Regulations lassen sich darüber nur insoweit aus, dass es
> zulässig ist, u.a. die UKW-Seefunkfrequenzen für Peilungszweck zu ver-
> wenden (Artikel 30.60 "Locating and homing signals" ff.).

Ok, aber das allein sagt natürlich noch nichts über den Zweck eines
"spontanen Peilträgers" aus...

Alexander Stielau

unread,
May 5, 2006, 9:00:28 AM5/5/06
to
Am Fri, 5 May 2006 05:36:19 +0000 (UTC) schrieb Nils Ketelsen:
> Andererseits glaube ich nicht, daß man wirklich 30 Sekunden braucht für eine
> Peilung... Entweder man kann das sofort (weil man die Ausrüstung bereit
> hält) oder eben auch nicht in 30 Sekunden.

Die DGzRS hat entsprechende Ausrüstung, dort reichen deutlich weniger
als 5 Sekunden für ne Peilung. Beeindruckende Technik.

Alexander Stielau

unread,
May 5, 2006, 9:02:42 AM5/5/06
to
Am Fri, 05 May 2006 09:22:37 +0200 schrieb Wolfgang Broeker:
> Alle Rettungsfahrzeuge der DGzRS sind nach eigenen Angaben mit Funk-
> peilern ausgestattet, so dass man im Bedarfsfall auf diese Technik
> zurückgreifen kann. Ich würde dann aber auf eine entsprechende Auf-
> forderung warten.

Nach Aussage eines Vormanns reichen dafür locker normale Gespräche aus,
explizites Peilen ist nur notwendig, wenn auf dem Kanal großes Chaos
herscht und viele durcheinander plappern. Er hat uns das mal vorgeführt,
das Gerät gibt direkt die Peilung zum Signal aus, und spackt nur, wenn
mehrere gleichzeitig drücken (logo).

Andreas Lange

unread,
May 5, 2006, 10:52:05 AM5/5/06
to
Moin Alexander,

Alexander Stielau wrote:
>
> Die DGzRS hat entsprechende Ausrüstung, dort reichen deutlich
> weniger
> als 5 Sekunden für ne Peilung. Beeindruckende Technik.

Das aber nur wenn:
Jemand am Peiler steht, sonst ist das ganze witzlos.
Der Peiler ist nicht permanent eingeschaltet, sondern nur im
Einsatzfall.

Die anderen Peiler gehören zum VTS German Bight und den
anschließenden VTS Jade-Weser und Elbe und brauchen ca.
10 Sekunden für eine Peilung mit Anzeige auf dem Radarschirm in
der jeweiligen Verkehrszentrale. D.h. schon während der Aussendung
des Notrufes kann rech genau gepeilt werden.

Grüße

Andreas

Joachim Reinke

unread,
May 5, 2006, 1:06:48 PM5/5/06
to

Hallo,

> Hat einer zufaellig den Bericht oder gar ein Aktenzeichen, wuerde mir
> das ganze gerne mal anschauen.

hab den Bericht noch innerhalb eines 1/2 m hohen Stapels Zeitungen, ich
such den mal die Tage raus. Hab gerade keine Zeit.


Gruß,
Joachim

Joachim Reinke

unread,
May 5, 2006, 1:13:47 PM5/5/06
to
Hallo Wolfgang,

> [..] Elektrik - ankommt, dann ist das Senden des Signals bei


> Einleitung des Notverkehrs garantiert zu früh. Ergo, wie du
> schreibst: Auf Aufforderung warten.

Man könnte auch überlegen, wenn man schon nicht auf Aufforderung wartet
bevor man die Sprechtaste gedrückt hält ein paar sinnfällige Worte dazu
zu sagen, damit potenzielle Mithörende wissen, was man vorhat. Und nicht
mühselig versuchen, zu mir durchzukommen.

"PLEASE TAKE BEARING NOW" oder so...

Gruß,
Joachim

Wolfgang Kommerell

unread,
May 5, 2006, 5:04:38 PM5/5/06
to
Andreas Lange <ne...@sentinel.twongi.de> wrote:

> Das aber nur wenn:
> Jemand am Peiler steht, sonst ist das ganze witzlos.
> Der Peiler ist nicht permanent eingeschaltet, sondern nur im
> Einsatzfall.
>
> Die anderen Peiler gehören zum VTS German Bight und den
> anschließenden VTS Jade-Weser und Elbe und brauchen ca.
> 10 Sekunden für eine Peilung mit Anzeige auf dem Radarschirm in
> der jeweiligen Verkehrszentrale. D.h. schon während der Aussendung
> des Notrufes kann rech genau gepeilt werden.

Nun ist aber bekannt, dass die DGzRS die wohl reichste
Seenotrettungsgesellschaft weltweit ist - und sich folglich mit feinster
Technik ausstatten kann. Und die Überwachung der Deutschen Bucht mit
ihren bevölkerten Fahrwassern gehört auch zur 1. Liga in puncto Technik.

Interessant wäre aber auch, wie es in England, Litauen, Portugal,
Kroatien - you name it - aussieht. Man segelt ja nicht immer nur in
deutschen Gewässern...

Gerd Krützmann

unread,
May 6, 2006, 3:32:42 AM5/6/06
to
> Ich hab mir meins selbstgetüddelt:
>
> <http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>

Hallo Wolfgang,
ich bin über deinen Beitrag auf deine Seite gekommen. Herzlichen Dank
für dein Logbuch. Das werde ich für meine Fahrten auch benutzen.

Schöne Grüße aus Münster
Gerd


Christian Fette

unread,
May 9, 2006, 3:20:41 AM5/9/06
to
Am 04.05.2006 schrieb Wolfgang Kommerell:

> Jürgen Schroll <j...@wiedenmann-seile.de> wrote:
>
>> Da gefällt mir z. B. das DIN A4 hoch, die Mitseglervereinbarung, die
>> Notrolle und die Möglichkeit das für jeden Törn neu zu machen.
>
> Die Mitsegelvereinbarung stammt übrigens iirc von Olaf Hoffmann. Wobei
> ich neulich auf einen unsinnigen Passus darin aufmerksam gemacht wurde -
> werde das bald noch ändern.

Hi Wolfgang,

un welcher Passus war das?

Gruß
Christian

Wolfgang Kommerell

unread,
May 9, 2006, 10:35:31 AM5/9/06
to
Christian Fette <chf...@gmx.de> wrote:

> > Die Mitsegelvereinbarung stammt übrigens iirc von Olaf Hoffmann. Wobei
> > ich neulich auf einen unsinnigen Passus darin aufmerksam gemacht wurde -
> > werde das bald noch ändern.
>
> Hi Wolfgang,
>
> un welcher Passus war das?

Es stand drin, dass die Haftung der Teilnehmer grundsätzlich
ausgeschlossen ist, solange nicht eine Versicherung für den Schaden
eintritt. Ich halte das für einen unsinnigen Zirkelschluss, denn die
Haftpflichtversicherung tritt ja nur dann ein, wenn der
Versicherungsnehmer zunächst persönlich haftpflichtig wird.

Tobias Crefeld

unread,
May 9, 2006, 2:28:00 PM5/9/06
to
Wolfgang Kommerell meinte:

> <http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>

Gut gefällt mir daran, daß endlich mal Zeitraum und Zeitpunkt exakt
zuzuordnen sind.

Mir fehlt ein Feld für die Etappe oder zumindest für das tagesaktuell
angesteuerte Ziel. Das entspricht zwar der Praxis einiger Segler, die in
der Früh erstmal ablegen und dann überlegen, wohin, aber zeugt nicht grad
von sorgfältiger Planung.
Ein weitere Punkt betrifft ebenfalls die Planung. Das ist sicher Option,
aber ich halte es auf manchen Trips schon für sinnvoll, wenn vorab ein
paar Wegpunkte skizziert werden.
Ebenfalls zur Törnplanung gehört bekanntlich die Wettervorhersage. Das ist
heutzutage wohl nur noch in Ausnahmefälle eine Seekarte im Logbuch,
sondern zunehmend ein Navtex-Ausdruck oder ein Wetterfax vom Hafenmeister
und kann somit leicht dazu geklebt werden. Wo dies aber nicht verfügbar
ist, sollte man auch ein Logbuch verwenden, das für Notizen über
Meldungen, die per UKW reinkommen, Platz vorsieht. Zumal es auch Navtex
als reine Monitorgeräte gibt. Gleiches gilt auch für etwaige
Bekanntmachungen wie erloschene Tonnen, Schießübungen, etc..
Solche "Zettel" gehören auch zum Logbuch und sollten deswegen dort
referenziert werden. Einkleben ist sicher eine Methode, aber ein
Texteintrag im Formblatt ist wichtig.

Man könnte in diesem Zusammenhang auch überlegen, ob man nicht ein kleines
Feld pro Blatt vorsieht, in dem die verwendeten Seekarten und sonstigen
navigatorischen Unterlagen gelistet sind. Zumindest bei mir schaut es
regelmäßig so aus, daß ein großer Teil der Navigation in kritischen
Passagen ausschließlich auf der Karte stattfindet und somit die Karten zum
integralen Bestandteil der Logbuchführung avancieren.


Bei den Rollen fehlt mir noch zumindest Ruderalarm, event. auch Mastbruch.

Bei der Feuerrolle fehlt mir noch das Abschalten der Batterie - vermutlich
ist Kabelbrand heutzutage die häufigste Brandursache auf Segelbooten und
effektiv wird man im Brandfall im Gegensatz zu Leckrolle nicht viel Zeit
auf Brandherdsuche verwenden, weil die Gefahr der Rauchvergiftung ein
Arbeiten ohne Atemschutz unmöglich macht. Ist andererseits auch ne
zweischneidige Angelegenheit, weil dadurch je nach Verkabelungsform auch
Funkgerät und Positionslichter abgeschaltet werden, aber wenn eh niemand
mehr unter Deck kann, wird das ne untergeordnete Rolle spielen.

Wind und See würde ich anders eintragen, weil Wellenhöhen kaum zu schätzen
sind. Es gibt ja eine Seegangsskala von 1 bis 10, die der Beaufort-Skala
mit ihrem Bezug auf die Wirkung ähnelt und anhand der man die Verhältnisse
vor Ort recht gut beschreiben kann. Tatsächlich es auch nicht so relevant,
wie hoch die Wellen sind, sondern wie steil.
Den Wind würde ich hingegen im Zeitalter von Autohelm & Co. nur noch in kn
oder m/s angeben.

Das Feld "Segel/M" halte ich für redundant, allerdings könnte man dort gut
den Weg über Grund eintragen, um auf diese Weise schneller seine
Segel-/Motormeilen zusammenzutragen (obwohl das eh nur ein qualitatives
Kriterium ist). Für das parallele Führen von Log und GPS-Log bietet dieses
Logbuch wie die meisten alternativen Entwürfe leider keinen Platz.

Bei der Vorratsüberwachung (Wasser, Diesel, eigentlich gehört auch Gas und
im Zeitalter von MARPOL Abfall und Fäkalien dazu) mit Ausnahme der
Batterie frage ich mich, ob es nicht sinnvoller ist, Be- und Entladen auf
einer eigenen Tabelle für den kompletten Törn zu registrieren und nur zu
Tagesbeginn den ausreichenden Füllstand zu konstatieren. Bei Expeditionen
ist es sicher was anderes, aber ich find diese Übertragerei immer ziemlich
lästig und unübersichtlich.

Die Gezeitentabellenabschnitte halte ich für ne gute Idee, weil es zu
sorgfältigerer Vorbereitung animiert.

Diese "Vereinbarungsseite" gehört eigentlich nicht ins Logbuch, sondern in
den Kojenchartervertrag. Im Logbuch mag dann noch ein Verweis auf diesen
Vertrag notiert sein. Ich würde es jedenfalls als sehr schlechten Stil
ansehen, wenn man die Crew erst an Bord damit konfrontiert und doppelt
braucht man es nicht.


> Ausdrucken (einseitig, mind. 90g-Papier, kein Tintenstrahl), im Copyshop
> ringbinden lassen (damit es sich komplett umschlagen lässt!), fertich.

Ringbindung ist nicht schlecht. Wir haben das bei unseren Clublogbüchern
im Querformat realisiert. Wobei dort noch jeweils ein Durchschlag mit
Kohlepapier zum Ausreißen und Nachhausenehmen erfolgt und dafür sind
Ringbindungen wiederum ungeeignet, weil die Blätter zueinander verrutschen
können.

Ich persönlich bevorzuge auch Hochformat, aber wenn das zu Lasten der
Schriftgrösse geht, dann ist das auch nicht der Renner. Im Querformat
bietet sich hier ausreichend Möglichkeit und wenn eine Seite mal nicht
reicht, dann schreibt man eben auf er nächsten weiter.
An liebsten arbeite ich gerade auf kleinen Schiffen mit A5-Hochformaten -
aufgeklappt ergibt das A4-Querformat. Die gibt's unter "Edition Maritim"
fertig zu kaufen (leider nur mit Klebe- oder Fadenbindung, also mit
Verblätterproblem) und die sind dann auch recht robust mit festen Einband
und so, aber natürlich hat man hier wieder das Problem, daß sich der Tag
auf 2 Vorbereitungs- und 2 Logbuchseiten verteilt und außerdem die
Spaltenaufteilung wieder nicht so genau paßt.

Wichtig ist Papier mit möglichst glatter Oberfläche, wenig saugfähig,
starker Leimung oder so, damit ein Wassertropfen nicht gleich durch drei
Lagen durchsickert, sondern schnell abgewischt werden kann, trocknet und
weiterhin beschriftbar bleibt. Folie wäre ideal, gibt's aber offenbar
nicht fertig als Logbuch zu kaufen.
Insbesondere sollte es geeignet sein, daß man mit nem wasserfesten Stift a
la Edding schreiben kann, ohne gleich aufs nächste Blatt durchzuschreiben.
Am besten ist da Hochglanzpapier, wie es für Illustrierte verwendet wird.

--
Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
May 9, 2006, 2:36:00 PM5/9/06
to
Wolfgang Kommerell meinte:

> Es stand drin, dass die Haftung der Teilnehmer grundsätzlich
> ausgeschlossen ist, solange nicht eine Versicherung für den Schaden
> eintritt. Ich halte das für einen unsinnigen Zirkelschluss, denn die
> Haftpflichtversicherung tritt ja nur dann ein, wenn der
> Versicherungsnehmer zunächst persönlich haftpflichtig wird.

Haftungsausschlüsse wie diese wuchern wie Unkraut und sind doch m.E. nur
"Angstklauseln". Da will sich jemand nicht mit rechtlichen Dingen befassen
und lehnt deshalb nach dem "kann ja nix schaden" pauschal erstmal jede
Verantwortung ab.
Ich frag mich, was man von so einem "Einmal Käptn-sein als all-inclusive-
trip, bitte"-Skipper als verantwortlichen Schiffsführer halten soll?

Eine tatsächliche Haftungsverpflichtung kann man nicht einfach
ausschließen. Ob sie besteht oder nicht, finden dann im Streitfall eh die
Gerichte heraus.

Ich halte es deswegen für sehr viel zweckdienlicher, daß man ein gewisses
Gefährdungspotential sowie den sportlichen Charakter der gemeinsamen
Veranstaltung herausstreicht, weil hier tatsächlich von manchen Skippern
der Eindruck erweckt wird, daß es sich um eine Spazierfahrt übern
Dorfteich handelt. Was dem tatsächlichen Geschehen entsprechen kann, aber
bekanntlich nicht muß.
Im Kern geht es darum, sich von Passagierschiffahrt abzugrenzen und
nachzuweisen, daß man einerseits ausreichend über Gefahren informiert hat
und andererseits angemessene Sicherheitsvorkehrungen inklusive Einweisung
getroffen hat. Hier hapert es in Praxis dann teilweise gewaltig.
Gegen gegenseitige Haftungsverpflichtungen hilft auch das nicht, aber
gegen die wirtschaftlichen Risiken einer solchen Verpflichtung kann man
sich per Versicherung schützen. Das betrifft insbesondere auch die Crew
untereinander, wenn der eine der anderen bei Seegang das heiße Nudelwasser
über C&A-Hose abschüttet. Oder so.

--
Gruss,
Tobias.

Wolfgang Kommerell

unread,
May 9, 2006, 3:55:36 PM5/9/06
to
Tobias Crefeld <tc-...@onlinehome.de> wrote:

> Wolfgang Kommerell meinte:
>
> > <http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>

Erstmal danke fürs ausführliche Feedback. Auch wenn es nie zu "dem"
Logbuch führen wird (und auch nicht soll), mit dem alle zufrieden sind,
freue ich mich über die Anregungen.

> Gut gefällt mir daran, daß endlich mal Zeitraum und Zeitpunkt exakt
> zuzuordnen sind.

Es geht leider ein bisschen auf Kosten der Übersichtlichkeit,
insbesondere weil die Zeile für die Wettereintragungen wieder
"zurückspringt". Aber mir ist dafür noch keine wirklich gute Lösung
eingefallen, obwohl ich lange dran geknackt habe und verschiedenste
Anordnungen ausprobiert habe.

> Mir fehlt ein Feld für die Etappe oder zumindest für das tagesaktuell
> angesteuerte Ziel. Das entspricht zwar der Praxis einiger Segler, die in
> der Früh erstmal ablegen und dann überlegen, wohin, aber zeugt nicht grad
> von sorgfältiger Planung.

Das trage ich meist beim Auslaufen in die entsprechende Manöverzeile
ein. Zusätzlich gibts ja noch in der Kopfzeile die Ortsangaben für 00
und 24 Uhr - die dienen allerdings eher der Erhöhung der
Übersichtlichkeit bei schon abgesegelten Tagen.

> Ein weitere Punkt betrifft ebenfalls die Planung. Das ist sicher Option,
> aber ich halte es auf manchen Trips schon für sinnvoll, wenn vorab ein
> paar Wegpunkte skizziert werden.

Klar, aber wie bekommst du das knackig ins Logbuch? Mir persönlich ist
am allerwichtigsten, dass es nur eine Seite pro Tag gibt (maximal
ergänzt um die "nackte" Rückseite links von der Tagesseite). Meine
Erfahrung zeigt, dass das zu einer *deutlich* ordentlicheren
Logbuchführung führt und wesentlich weniger Streichungen nach sich
zieht. Dafür bin ich gern bereit, Opfer zu bringen, d.h. nicht jeden
navigatorischen Vorgang ins Logbuch einzutragen. Koppelrechnungen
beispielsweise bleiben auch auf der Strecke.

> Ebenfalls zur Törnplanung gehört bekanntlich die Wettervorhersage. Das ist
> heutzutage wohl nur noch in Ausnahmefälle eine Seekarte im Logbuch,
> sondern zunehmend ein Navtex-Ausdruck oder ein Wetterfax vom Hafenmeister
> und kann somit leicht dazu geklebt werden. Wo dies aber nicht verfügbar
> ist, sollte man auch ein Logbuch verwenden, das für Notizen über
> Meldungen, die per UKW reinkommen, Platz vorsieht. Zumal es auch Navtex
> als reine Monitorgeräte gibt. Gleiches gilt auch für etwaige
> Bekanntmachungen wie erloschene Tonnen, Schießübungen, etc..
> Solche "Zettel" gehören auch zum Logbuch und sollten deswegen dort
> referenziert werden. Einkleben ist sicher eine Methode, aber ein
> Texteintrag im Formblatt ist wichtig.

Ja, das sehe ich auch so. Mit druckenden RTTY-Empfängern hab ich noch
keine praktische Erfahrung, aber grundsätzlich ziehe ich es vor, den
Radio-Wetterbericht mitzuschreiben. Macht mir erstens Spaß, und zweitens
habe ich das Wetter danach erfahrungsgemäß wesentlich präsenter, als
wenn ich nur den RTTY-Schrieb am Display einmal überflogen habe. Im
Zweifel mache ich dann noch eine schnelle Skizze auf der
Bordwetterkarte, die auf meinen Formularen klein eingedruckt ist.

Die entsprechenden Formulare kommen entweder hinten ins Logbuch, oder es
wird eine separate Wetterkladde geführt. Wetterberichtsfelder auf den
Tagesseiten des Logbuchs haben sich nicht bewährt, da man eben an
manchen Tagen drei Wetterberichte, an manchen aber vielleicht nur einen
hat.

Die ganz separate Lösung hat sich bei uns sehr bewährt, allein schon
weil zwei Personen gleichzeitig das Logbuch aufarbeiten und den
Wetterbericht mitschreiben können - passiert häufiger beim
2105-Wetterbericht, wenn man im Hafen liegt, gerade gegessen hat und bei
einem Gläschen Wein rumsitzt :-)

> Man könnte in diesem Zusammenhang auch überlegen, ob man nicht ein kleines
> Feld pro Blatt vorsieht, in dem die verwendeten Seekarten und sonstigen
> navigatorischen Unterlagen gelistet sind. Zumindest bei mir schaut es
> regelmäßig so aus, daß ein großer Teil der Navigation in kritischen
> Passagen ausschließlich auf der Karte stattfindet und somit die Karten zum
> integralen Bestandteil der Logbuchführung avancieren.

Gute Idee. So sieht es die Vorschrift für Seetagebücher auch vor. Habe
allerdings Zweifel, ob ich dieses Feld stets gewissenhaft ausfüllen
würde...

> Bei den Rollen fehlt mir noch zumindest Ruderalarm, event. auch Mastbruch.

Stimmt. Wobei ich Mastbruch für nicht soo akut halte, als dass man nicht
in Ruhe Rollen verteilen könnte.

Wie sehen bei Dir die Rollen für Ruderalarm aus?

> Bei der Feuerrolle fehlt mir noch das Abschalten der Batterie - vermutlich
> ist Kabelbrand heutzutage die häufigste Brandursache auf Segelbooten und
> effektiv wird man im Brandfall im Gegensatz zu Leckrolle nicht viel Zeit
> auf Brandherdsuche verwenden, weil die Gefahr der Rauchvergiftung ein
> Arbeiten ohne Atemschutz unmöglich macht. Ist andererseits auch ne
> zweischneidige Angelegenheit, weil dadurch je nach Verkabelungsform auch
> Funkgerät und Positionslichter abgeschaltet werden, aber wenn eh niemand
> mehr unter Deck kann, wird das ne untergeordnete Rolle spielen.

Hmm, wohl wahr.

> Wind und See würde ich anders eintragen, weil Wellenhöhen kaum zu schätzen
> sind. Es gibt ja eine Seegangsskala von 1 bis 10, die der Beaufort-Skala
> mit ihrem Bezug auf die Wirkung ähnelt und anhand der man die Verhältnisse
> vor Ort recht gut beschreiben kann.

Ich finde nicht, dass man Wellenhöhen so schlecht schätzen kann.
Zumindest bis 3m geht es finde ich über die Vorstellung, man stünde
selbst im Wellental, ganz ordentlich. Natürlich nicht fehlerfrei, aber
es zählt ja auch (oder gar vor allem) der subjektive Eindruck.

> Tatsächlich es auch nicht so relevant,
> wie hoch die Wellen sind, sondern wie steil.

Klar, am ehesten müsste man wohl mal eine "Wellenbeeinträchtigungsskala"
einführen...

Aber das mit den Metern versteht wenigstens jeder. Man kann den Seegang
ja noch in Freitext formulieren.

> Den Wind würde ich hingegen im Zeitalter von Autohelm & Co. nur noch in kn
> oder m/s angeben.

Nein, das sehe ich anders. Ich "denke" eigentlich immer in Beaufort,
bilde mir auch das Urteil über den Wind in erster Linie über den
subjektiven Eindruck und das Wellenbild. Üblicherweise stimmt das auch
ganz gut mit den Autohelmen überein. Würde man in kn notieren, wäre m.E.
die Versuchung zu groß, immer die Spitzenwerte aufzuschreiben ("wir ham
vierzichkommadrei Knooten gesehen!").

> Das Feld "Segel/M" halte ich für redundant, allerdings könnte man dort gut
> den Weg über Grund eintragen, um auf diese Weise schneller seine
> Segel-/Motormeilen zusammenzutragen (obwohl das eh nur ein qualitatives
> Kriterium ist).

Redundant zu was? Ich finde es sehr übersichtlich, wenn man z.B. bei
Wachübernahme die Segelführung der vergangenen Stunden auf einen Blick
erkennen kann, ohne die einzelnen Logbuchzeilen zu studieren.

> Für das parallele Führen von Log und GPS-Log bietet dieses
> Logbuch wie die meisten alternativen Entwürfe leider keinen Platz.

Das GPS-Log interessiert mich persönlich überhaupt nicht - bei unseren
Ausbildungstörns läuft es eh meistens nicht mit. Interessant finde ich
lediglich die Distanz durchs Wasser und die zurückgelegte Strecke, aus
der Karte gezirkelt. Letztere lässt sich trefflich in das Kästchen
rechts oben eintragen. Noch ein weiterer Streckenwert würde mich
verwirren, ohne echten Mehrwert zu bieten.

> Bei der Vorratsüberwachung (Wasser, Diesel, eigentlich gehört auch Gas und
> im Zeitalter von MARPOL Abfall und Fäkalien dazu) mit Ausnahme der
> Batterie frage ich mich, ob es nicht sinnvoller ist, Be- und Entladen auf
> einer eigenen Tabelle für den kompletten Törn zu registrieren und nur zu
> Tagesbeginn den ausreichenden Füllstand zu konstatieren.

Wie ich schon schrub: Man muss das ja nicht so genau nehmen, wenn man
große Tanks hat. Gas halte ich für entbehrlich, solange man keine
Ozeanüberquerungen segelt (wofür das Logbuch nicht primär gedacht
ist...). Dann kann man einfach dafür sorgen, dass immer eine volle
Reservepulle da ist. "Einfach" jedenfalls in den Revieren, in denen ich
mich bislang bewegt habe - andernorts mag es keineswegs einfach sein und
andere Maßnahmen erfordern...

> Bei Expeditionen
> ist es sicher was anderes, aber ich find diese Übertragerei immer ziemlich
> lästig und unübersichtlich.

Damit hab ich kein Problem, das finde ich recht narrensicher (wiederum:
vor allem dann, wenn es nur 1 Seite/Tag gibt!).

> Die Gezeitentabellenabschnitte halte ich für ne gute Idee, weil es zu
> sorgfältigerer Vorbereitung animiert.

Ja, die Gezeitentabelle ist in dieser Form wirklich Gold wert, finde
ich. Gerade auch dann, wenn man längere Schläge mit Wachsystem segelt.
Ist nicht auf meinem Mist gewachsen (siehe Hinweis auf der Website).

> Diese "Vereinbarungsseite" gehört eigentlich nicht ins Logbuch, sondern in
> den Kojenchartervertrag. Im Logbuch mag dann noch ein Verweis auf diesen
> Vertrag notiert sein. Ich würde es jedenfalls als sehr schlechten Stil
> ansehen, wenn man die Crew erst an Bord damit konfrontiert und doppelt
> braucht man es nicht.

Ist'n Argument - bei Privattörns habe ich allerdings noch nie einen
Kojenchartervertrag erlebt.

> > Ausdrucken (einseitig, mind. 90g-Papier, kein Tintenstrahl), im Copyshop
> > ringbinden lassen (damit es sich komplett umschlagen lässt!), fertich.
>
> Ringbindung ist nicht schlecht. Wir haben das bei unseren Clublogbüchern
> im Querformat realisiert. Wobei dort noch jeweils ein Durchschlag mit
> Kohlepapier zum Ausreißen und Nachhausenehmen erfolgt und dafür sind
> Ringbindungen wiederum ungeeignet, weil die Blätter zueinander verrutschen
> können.

Das wär mir zu kompliziert und würde meiner obersten Prämisse
zuwiderlaufen, dass pro Tag nur eine Seite da ist. Nach Törnende lässt
sich das Logbuch ja in Ruhe für alle Interessenten kopieren. Bei Euch
mag das anders aussehen, wenn das Logbuch auf dem Boot bleibt, obwohl
der Skipper wechselt - da ist man natürlich froh, wenn man direkt einen
Durchschlag mitnehmen kann.

> Ich persönlich bevorzuge auch Hochformat, aber wenn das zu Lasten der
> Schriftgrösse geht, dann ist das auch nicht der Renner.

Die Schriftgröße war meine größte Befürchtung, als ich das Logbuch
gebastelt habe. Erstaunlicherweise hat sich diese Befürchtung aber
geradezu ins Gegenteil umgekehrt: Die relativ schmalen Zeilen sorgen für
ein ordentlicheres und leserlicheres Logbuch, als ich es mit größeren
Zeilen kenne. Solange man Logbuch und Handballen auflegen kann, klappt
das selbst noch bei Hack.

> Wichtig ist Papier mit möglichst glatter Oberfläche, wenig saugfähig,
> starker Leimung oder so, damit ein Wassertropfen nicht gleich durch drei
> Lagen durchsickert, sondern schnell abgewischt werden kann, trocknet und
> weiterhin beschriftbar bleibt. Folie wäre ideal, gibt's aber offenbar
> nicht fertig als Logbuch zu kaufen.
> Insbesondere sollte es geeignet sein, daß man mit nem wasserfesten Stift a
> la Edding schreiben kann, ohne gleich aufs nächste Blatt durchzuschreiben.
> Am besten ist da Hochglanzpapier, wie es für Illustrierte verwendet wird.

Richtig, ich verwende übllicherweise gestrichenes Papier. Aber auch die
Dicke ist wichtig, damit nicht versehentlich Seiten an- bzw. ausreißen.

Wolfgang Kommerell

unread,
May 9, 2006, 3:58:36 PM5/9/06
to
Tobias Crefeld <tc-...@onlinehome.de> wrote:

> Ich frag mich, was man von so einem "Einmal Käptn-sein als all-inclusive-
> trip, bitte"-Skipper als verantwortlichen Schiffsführer halten soll?

Liest Du das aus so einer Vereinbarung raus? Ich nicht.

> Eine tatsächliche Haftungsverpflichtung kann man nicht einfach
> ausschließen. Ob sie besteht oder nicht, finden dann im Streitfall eh die
> Gerichte heraus.

Klar, das ist ohne Frage der Fall.

Aber ich finde es vernünftig, dass jeder mal unterschrieben hat, dass er
zunächst mal auf sich selbst aufpassen muss an Bord.

Thomas Erstfeld

unread,
May 9, 2006, 5:31:03 PM5/9/06
to
Am 09.05.2006 schrieb Wolfgang Kommerell:

> Tobias Crefeld <tc-...@onlinehome.de> wrote:
>
>> Ich frag mich, was man von so einem "Einmal Käptn-sein als all-inclusive-
>> trip, bitte"-Skipper als verantwortlichen Schiffsführer halten soll?
>
> Liest Du das aus so einer Vereinbarung raus? Ich nicht.
>
>> Eine tatsächliche Haftungsverpflichtung kann man nicht einfach
>> ausschließen. Ob sie besteht oder nicht, finden dann im Streitfall eh die
>> Gerichte heraus.
>
> Klar, das ist ohne Frage der Fall.
>
> Aber ich finde es vernünftig, dass jeder mal unterschrieben hat, dass er
> zunächst mal auf sich selbst aufpassen muss an Bord.

Da schließe ich lieber eine passende Skipperhaftpflicht (inkl. Deckung
bei grober Fahrlässigkeit) ab und lege diese auf die Crew um.

Von den kursierenden Mitseglervereinbarungen halte ich nicht viel. Zum
einen schüren sie bei Nichtseglern Unsicherheit und zum anderen sind sie
IMHO juristisch das Geld nicht wert, welches das zu bedruckende Papier
kostet. Wie heißt es so schön, auf hoher See und vor Gericht sind wir
alle in Gottes Hand.

Gruß
Thomas

--
///\\\ "Habe ich euch eigentlich ____
| o|o| schon mal gesagt, dass ich |o|o |
X| _|_|X euch alle hasse?" X|_|_ |X
|oOOo| MIST |_|__|

Wolfgang Kommerell

unread,
May 9, 2006, 6:11:33 PM5/9/06
to
Thomas Erstfeld <the...@nurfuerspam.de> wrote:

> Da schließe ich lieber eine passende Skipperhaftpflicht (inkl. Deckung
> bei grober Fahrlässigkeit) ab und lege diese auf die Crew um.

Na klar, das schließt sich ja auch keineswegs aus.

> Von den kursierenden Mitseglervereinbarungen halte ich nicht viel. Zum
> einen schüren sie bei Nichtseglern Unsicherheit und zum anderen sind sie
> IMHO juristisch das Geld nicht wert, welches das zu bedruckende Papier
> kostet. Wie heißt es so schön, auf hoher See und vor Gericht sind wir
> alle in Gottes Hand.

Wie ich schon mehrfach schrub: Es geht ja gar nicht in erster Linie
darum, ob die Regelung vor Gericht Anerkennung findet.

Alexander Stielau

unread,
May 10, 2006, 9:28:45 AM5/10/06
to
Am 09 May 2006 20:28:00 +0200 schrieb Tobias Crefeld:
> Wolfgang Kommerell meinte:
>
>> <http://www.kommerell.de/segeln/logbuch/>
>
> Gut gefällt mir daran, daß endlich mal Zeitraum und Zeitpunkt exakt
> zuzuordnen sind.
>
> Mir fehlt ein Feld für die Etappe oder zumindest für das tagesaktuell
> angesteuerte Ziel. Das entspricht zwar der Praxis einiger Segler, die in
> der Früh erstmal ablegen und dann überlegen, wohin, aber zeugt nicht grad
> von sorgfältiger Planung.

Obwohl ich morgens weiß, wo ich abends hin will, trage ich das Ziel erst
ein, wenn ich auch am Ziel bin. Nicht vorher.

Es gibt zu viele Unwägbarkeiten, die mir das geradezu verbieten.
Und außerdem gibt das Unglück.

Thomas Erstfeld

unread,
May 10, 2006, 4:27:26 PM5/10/06
to
Am 10.05.2006 schrieb Wolfgang Kommerell:

> Thomas Erstfeld <the...@nurfuerspam.de> wrote:
>
>> Von den kursierenden Mitseglervereinbarungen halte ich nicht viel. Zum
>> einen schüren sie bei Nichtseglern Unsicherheit und zum anderen sind sie
>> IMHO juristisch das Geld nicht wert, welches das zu bedruckende Papier
>> kostet. Wie heißt es so schön, auf hoher See und vor Gericht sind wir
>> alle in Gottes Hand.
>
> Wie ich schon mehrfach schrub: Es geht ja gar nicht in erster Linie
> darum, ob die Regelung vor Gericht Anerkennung findet.

Das habe ich auch gelesen, aber ob man da unbedingt ein Schriftstück
haben muss? OK, ich segel fast nur mit Bekannten und Freunden, die ich
seit Jahren kenne. Bei wildfremden Teilnehmern kann das evtl. von
Vorteil sein.

Muss aber nicht, da so eine Vereinbarung auch unnötige Ängste schüren
kann (gerade bei Nichtseglern). Da ziehe ich dann ein klärendes Gespräch
doch vor.

Aber das muss eh jeder so halten, wie er meint.

Gruß
Thomas

--
~~~~ ____
|-@-@| "Sie haben mich erkannt." |o|o |
X| _D_|X X|_|_ |X
|__|_| MIST |_|__|

Edgar Warnecke

unread,
May 11, 2006, 1:12:42 PM5/11/06
to
Am Wed, 10 May 2006 00:11:33 +0200 schrieb Wolfgang Kommerell:

> Wie ich schon mehrfach schrub: Es geht ja gar nicht in erster Linie
> darum, ob die Regelung vor Gericht Anerkennung findet.

Je mehr Unsicherheit bei den Newbies, die sich hoffentlich sowieso
irgendwann legt, umso groesser die Sicherheit beim Skipper.

Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass ein Segelboot kein
Kindergarten ist, wo die Nanny Skipper permanent auf alle aufpasst.

Die deutsche Vollkaskomentalitaet war und ist mir sowieso ein Raetsel.

Edg@r
--
*** Einfach ist genial / fácil es genial ***
Berichte aus Paraguay [last update: 08.05.06]
http://edgar-warnecke.schmuckfabrik.de

Tobias Crefeld

unread,
May 11, 2006, 2:14:00 PM5/11/06
to
Alexander Stielau meinte:

Aberglaube ist natürlich ein schwer zu widerlegendes Argument.

Ansonsten haben manche Logbüchern nicht ganz zufällig ein Feld für die
Positionen um 0000 und zu 2359 UND ein Feld mit dem Ziel - das auch erst
in ein paar Tagesetappen Entfernung liegen kann.
Warum? Eigentlich ist der Zielhafen eine logische Folge der Routenplanung
und so wie diese inklusive der wichtigsten Eckdaten niedergeschrieben
werden sollte, kann dies dann auch der Zielhafen sein.
Ich werde wohl nie verstehen, warum heute noch manche Skipper ihr Boot
mit doppelter Logbuchführung wie anno domini Kolumbus führen - nur nicht
zuviel verraten.

--
Gruss,
Tobias.

Michael Ottenbruch

unread,
May 5, 2006, 7:41:00 PM5/5/06
to
Am Fri, 05 May 2006 09:22:37 +0200, schrieb Wolfgang Broeker:

> Wolfgang Kommerell schrub[tm]:
> > Ja, diese Ausendung soll zur Peilung dienen. Allerdings habe ich auch
> > schon gelesen, dass dies heute nicht mehr empfohlen wird bzw. nicht mehr
> > nötig ist. Das Blocken des Kanals halte ich nich für soo tragisch - 30s
> > sind ja keine wirklich lange Zeit, wenn man sie in Relation mit dem
> > Eintreffen von Hilfe setzt.
> >
> > Dennoch würde mich interessieren, wie diesbezüglich der Stand der Dinge
> > ist.
>
> Für tragisch halte ich die 30 Sekunden auch nicht, aber bei einem DSC-
> gerät mit intakter Positionsangabe ist die Aussendung von Peilsignalen
> zum Zeitpunkt der Notmeldung überflüssig.

Und woher weiß man das? "DSC-gerät mit intakter Positionsangabe [...]
zum Zeitpunkt der Notmeldung" ist sicher eine erstrebenswerte Sache. Das
haben aber nicht alle. Und alle, die sich nicht sicher sind (und die
sich sicher sind auch), sollten die Standard-Prozedur abspulen, die sie
(hoffentlich!) irgendwann mal "stumpf und blödsinnig auswendig gelernt"
haben. Und dazu gehört nach wie vor zwei mal fünfzehn Sekunden Träger
auf Kanal 16.



> Alle Rettungsfahrzeuge der DGzRS sind nach eigenen Angaben mit Funk-
> peilern ausgestattet, so dass man im Bedarfsfall auf diese Technik
> zurückgreifen kann. Ich würde dann aber auf eine entsprechende Auf-
> forderung warten.

Mit solchen "Insider-Tipps" sorgst Du nur dafür, daß irgendjemand in
einem Notfall(!) noch darüber nachdenkt, ob er das nicht doch lieber
weglassen soll, weil er ja ein "DSC-gerät mit intakter Positionsangabe
[...] zum Zeitpunkt der Notmeldung" gehabt haben könnte.

>
> [...]
>
--
...und tschuess!

Michael
E-mail: M.Otte...@sailor.ping.de

Wolfgang Broeker

unread,
May 13, 2006, 12:54:04 AM5/13/06
to
Michael Ottenbruch zitierte und schrub[tm]:

> > Für tragisch halte ich die 30 Sekunden auch nicht, aber bei einem DSC-
> > gerät mit intakter Positionsangabe ist die Aussendung von Peilsignalen
> > zum Zeitpunkt der Notmeldung überflüssig.
>
> Und woher weiß man das? "DSC-gerät mit intakter Positionsangabe [...]
> zum Zeitpunkt der Notmeldung" ist sicher eine erstrebenswerte Sache.
> Das haben aber nicht alle.

Für die, die es nicht haben, gilt meine obige Feststellung nicht.


> Mit solchen "Insider-Tipps" sorgst Du nur dafür, daß irgendjemand in
> einem Notfall(!) noch darüber nachdenkt, ob er das nicht doch lieber
> weglassen soll, weil er ja ein "DSC-gerät mit intakter Positionsangabe
> [...] zum Zeitpunkt der Notmeldung" gehabt haben könnte.

Notfallalarmierungen laufen unterschiedlich ab, je nachdem, ob das
Funkgerät mit oder ohne DSC-Controller ausgestattet ist. Es sind
zwei sehr unterschiedliche Programme, die dazu abgespult werden
müssen. Wer das DSC-Programm nicht beherrscht, nämlich das Ent-
sichern und Betätigen eines roten Knopfs, muss halt das Sprech-
funkprogramm anwenden.

Oder störst Du Dich an der "intakten Positionsangabe"? Bei wohl
allen DSC-Geräten wird angezeigt, ob sie aktuell von einem an-
geschlossenen GPS-Gerät mit Daten versorgt werden. Ist der Daten-
strom aus irgendwelchen Gründen versiegt, weil z.B. die GPS weg-
gerissen wurde, muss ich mir überlegen, wie ich meine Position
anzeige. Die Aussendung eines Peilsignals bei der gesprochenen
Notmeldung wäre dazu eine Möglichkeit.

Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
*** Wat brüllt de See? 'n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***

*** Sat, 13 May 2006 06:43 +0200 ***

Edgar Warnecke

unread,
May 13, 2006, 3:09:39 PM5/13/06
to
Am 11 May 2006 20:14:00 +0200 schrieb Tobias Crefeld:

> Ich werde wohl nie verstehen, warum heute noch manche Skipper ihr Boot
> mit doppelter Logbuchführung wie anno domini Kolumbus führen - nur nicht
> zuviel verraten.

Mache ich auch. Eines vergesse ich immer daheim.

Was soll daran schlimm sein?

Wen geht es in einer Seeamtsverhandlung was an welches Maedchen ich in
einer Hafenkneipe kennengelernt habe, oder dass die Baeckereiverkaeuferin
auf Sejeroe trotz Piercings traumhaft huebsch ist und mir deshalb auf dem
Rueckweg vermutlich eine Kursaenderung einfallen wird?

Michael Ottenbruch

unread,
May 13, 2006, 4:02:37 PM5/13/06
to
Am Sat, 13 May 2006 06:54:04 +0200, schrieb Wolfgang Broeker:

> Michael Ottenbruch zitierte und schrub[tm]:
> > > Für tragisch halte ich die 30 Sekunden auch nicht, aber bei einem DSC-
> > > gerät mit intakter Positionsangabe ist die Aussendung von Peilsignalen
> > > zum Zeitpunkt der Notmeldung überflüssig.
> >
> > Und woher weiß man das? "DSC-gerät mit intakter Positionsangabe [...]
> > zum Zeitpunkt der Notmeldung" ist sicher eine erstrebenswerte Sache.
> > Das haben aber nicht alle.
>
> Für die, die es nicht haben, gilt meine obige Feststellung nicht.

Für die, die es nicht sicher wissen, sollte sie auch nicht gelten.



> > Mit solchen "Insider-Tipps" sorgst Du nur dafür, daß irgendjemand in
> > einem Notfall(!) noch darüber nachdenkt, ob er das nicht doch lieber
> > weglassen soll, weil er ja ein "DSC-gerät mit intakter Positionsangabe
> > [...] zum Zeitpunkt der Notmeldung" gehabt haben könnte.
>
> Notfallalarmierungen laufen unterschiedlich ab, je nachdem, ob das
> Funkgerät mit oder ohne DSC-Controller ausgestattet ist. Es sind
> zwei sehr unterschiedliche Programme, die dazu abgespult werden
> müssen. Wer das DSC-Programm nicht beherrscht, nämlich das Ent-
> sichern und Betätigen eines roten Knopfs, muss halt das Sprech-
> funkprogramm anwenden.

Das sowieso.



> Oder störst Du Dich an der "intakten Positionsangabe"?

Ja.

> Bei wohl
> allen DSC-Geräten wird angezeigt, ob sie aktuell von einem an-
> geschlossenen GPS-Gerät mit Daten versorgt werden. Ist der Daten-
> strom aus irgendwelchen Gründen versiegt, weil z.B. die GPS weg-
> gerissen wurde, muss ich mir überlegen, wie ich meine Position
> anzeige. Die Aussendung eines Peilsignals bei der gesprochenen
> Notmeldung wäre dazu eine Möglichkeit.

Ebendt. Uch bin der Meinung, daß in einer Notsituation(!) stumpf
einegübte Mechanismen ablaufen sollten und man sich keine Gedanken mehr
darüber machen sollte, an welcher Anzeige man nun erkennt, ob die
aktuelle Postion aus dem GPS ins Funkgerät übertragen wird oder nicht.

Ich sehe das Ganze vom Standpunkt des Freizeitseglers, der maximal zwei
Wochen im Jahr auf Schiffen mit Funkgerät zubringt und dann womöglich
noch jedes Jahr auf einem anderen. Bei Eignern, die ihr Schiff und auch
ihre Funkanlage in- und auswendig kennen, mag das anders aussehen.

Auch mit mehreren nacheinander erworbenen unterschiedlichen
Funkzeugnissen und als regelmäßig alleinig Funkberechtigter an Bord
glaube ich, daß ich in einem Notfall froh sein kann, wenn ich den
auswendig gelernten Ablauf hinbringe. Mit Denken wäre ich wahrscheinlich
überfordert. :-)

Als ich im vergangenen Oktober im Großen Belt bei strahlendstem Wetter
und völliger Abwesenheit alles Notfallmäßigen auf Kanal 16 die
"Ratz-Fatz" abgerufen habe und auf einmal Bremen Rescue in der Leitung
hatte, weil die "PAN PAN" verstanden hatten, ist mir vor Schreck fast
das Mikro aus der Hand gefallen. Ich möchte nicht wisssen, wie ich bei
einem echten Notfall reagieren würde, und ich halte mich nicht für viel
blöder als den Rest der Welt.

Wolfgang Kommerell

unread,
May 13, 2006, 4:11:13 PM5/13/06
to
Michael Ottenbruch <M.Otte...@sailor.ping.de> wrote:

> Auch mit mehreren nacheinander erworbenen unterschiedlichen
> Funkzeugnissen und als regelmäßig alleinig Funkberechtigter an Bord
> glaube ich, daß ich in einem Notfall froh sein kann, wenn ich den
> auswendig gelernten Ablauf hinbringe. Mit Denken wäre ich wahrscheinlich
> überfordert. :-)

ACK. Daher hängt man sich sowas ja auch in die Naviecke oder hat es im
Logbuch.

> Als ich im vergangenen Oktober im Großen Belt bei strahlendstem Wetter
> und völliger Abwesenheit alles Notfallmäßigen auf Kanal 16 die
> "Ratz-Fatz" abgerufen habe und auf einmal Bremen Rescue in der Leitung
> hatte, weil die "PAN PAN" verstanden hatten, ist mir vor Schreck fast
> das Mikro aus der Hand gefallen.

*lol* Auf der Ratz-Fatz hab ich übrigens vor ziemlich genau einem Jahr
meine SSS-Praxisprüfung gemacht.

Wolfgang Broeker

unread,
May 14, 2006, 1:14:16 AM5/14/06
to
Michael Ottenbruch schrub[tm]:

> Uch bin der Meinung, daß in einer Notsituation(!) stumpf
> einegübte Mechanismen ablaufen sollten und man sich keine Gedanken mehr
> darüber machen sollte, an welcher Anzeige man nun erkennt, ob die
> aktuelle Postion aus dem GPS ins Funkgerät übertragen wird oder nicht.

Dieses Argument akzeptiere ich durchaus, nur ist heutzutage die
zweimalige Trägeraussendung zu Peilzwecken nicht mehr Bestand-
teil des Programms. Aus diesem Grund findet man es in den Lehr-
büchern auch nicht mehr. Bei einer DSC-Installation wird in ca.
98% der Fälle die Position korrekt mit übertragen. Da musst Du
nichts prüfen und Dir auch keine Gedanken machen: Roter Knopf
drücken und das war's dann erstmal.


> Ich sehe das Ganze vom Standpunkt des Freizeitseglers, der maximal zwei
> Wochen im Jahr auf Schiffen mit Funkgerät zubringt und dann womöglich
> noch jedes Jahr auf einem anderen.

Auch dieses Argument akzeptiere ich, aber für die nächsten Jahre,
in denen wir jetzt auch im Sportbootbereich den Übergang vom rei-
nen Sprechfunk zu DSC-Geräten sehen, wirst Du Dich und Deine Crew
vor jeder Reise informieren müssen, welches Funkgerät an Bord vor-
handen ist, um eine entsprechende Einweisung vorzunehmen. Vorhan-
dene DSC-Controller aus Unkenntnis oder wegen des Verhaftetseins
an ein altes Programm nicht zu verwenden, bedeutet im Seenotfall
eine deutliche Minimierung der eigenen Überlebenschancen.

Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch is'n Worm! ***
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*** Spruch aus Nordfriesland ***

*** Sun, 14 May 2006 06:38 +0200 ***

Ignatios Souvatzis

unread,
May 15, 2006, 3:00:54 AM5/15/06
to
On 2006-05-05, Michael Ottenbruch <M.Otte...@sailor.ping.de> wrote:

> Und woher weiß man das? "DSC-gerät mit intakter Positionsangabe [...]
> zum Zeitpunkt der Notmeldung" ist sicher eine erstrebenswerte Sache. Das
> haben aber nicht alle.

Wenn das DSC-Gerät nicht an einen Navigationsempfänger angeschlossen ist,
solltest du halt ca. einmal die Stunde den gegißten Ort eingeben.

Sonst musst du es unmittelbar beim Senden des Notrufs machen. Das geht
dann aber nicht mehr mit "Klappe hoch, knopf 5 Sekunden drücken, raus
ins Cockpit und ab ins Rettungsboot".

Wenn du überhaupt kein DSC-Gerät hast, musst du natürlich die Analogfunk-
Prozedur abspulen.

-is

Ignatios Souvatzis

unread,
May 15, 2006, 3:06:32 AM5/15/06
to
On 2006-05-13, Michael Ottenbruch <M.Otte...@sailor.ping.de> wrote:

> Ich sehe das Ganze vom Standpunkt des Freizeitseglers, der maximal zwei
> Wochen im Jahr auf Schiffen mit Funkgerät zubringt und dann womöglich
> noch jedes Jahr auf einem anderen.

In dem Fall empfiehlt es sich, sich bei Übernahme des Schiffes mit der
Funkanlage vertraut zu machen, genauso wie mit dem Lagerort der
Notsignalraketen und der Bedienung der Klosp^WSeeventile.[1]

-is

[1] Ja, letzteres pflege ich zu tun, und es gab auch mal einen Fall, wo es
äusserst nützlich war, dass ich es ohne hingucken auswendig konnte, statt
kopfüber auch noch ein (aus dieser Position verkehrt herum hängendes) Schild
lesen zu müssen.

Michael Ottenbruch

unread,
May 15, 2006, 11:38:05 AM5/15/06
to
Am Sat, 13 May 2006 22:11:13 +0200, schrieb Wolfgang Kommerell:

> Michael Ottenbruch <M.Otte...@sailor.ping.de> wrote:
>
> > Auch mit mehreren nacheinander erworbenen unterschiedlichen
> > Funkzeugnissen und als regelmäßig alleinig Funkberechtigter an Bord
> > glaube ich, daß ich in einem Notfall froh sein kann, wenn ich den
> > auswendig gelernten Ablauf hinbringe. Mit Denken wäre ich wahrscheinlich
> > überfordert. :-)
>
> ACK. Daher hängt man sich sowas ja auch in die Naviecke oder hat es im
> Logbuch.

Das Charterzentrum Heiligenhafen hat die nette Angewohnheit, einem
ausreichend lange vor Törnbeginn Schiffsname und Rufzeichen mitzuteilen,
so daß man das schön in einer 24-pt-Schrift ausdrucken und in
Klarsichthülle neben die Funke hängen kann.



> > Als ich im vergangenen Oktober im Großen Belt bei strahlendstem Wetter
> > und völliger Abwesenheit alles Notfallmäßigen auf Kanal 16 die
> > "Ratz-Fatz" abgerufen habe und auf einmal Bremen Rescue in der Leitung
> > hatte, weil die "PAN PAN" verstanden hatten, ist mir vor Schreck fast
> > das Mikro aus der Hand gefallen.
>
> *lol* Auf der Ratz-Fatz hab ich übrigens vor ziemlich genau einem Jahr
> meine SSS-Praxisprüfung gemacht.

Davon habe ich AFAIR einen Törnbericht gelesen.

Wolfgang Kommerell

unread,
May 15, 2006, 11:51:04 AM5/15/06
to
Michael Ottenbruch <M.Otte...@sailor.ping.de> wrote:

> Das Charterzentrum Heiligenhafen hat die nette Angewohnheit, einem
> ausreichend lange vor Törnbeginn Schiffsname und Rufzeichen mitzuteilen,
> so daß man das schön in einer 24-pt-Schrift ausdrucken und in
> Klarsichthülle neben die Funke hängen kann.

Das Charterzentrum Heiligenhafen hat die nette Angewohnheit, einem

Schiffe zu vermieten, auf denen zwar ein DSC-Funkgerät eingebaut ist,
das aber weder über eine MMSI noch über ein Rufzeichen verfügt. Auf die
etwas verwunderte Nachfrage kam dann ein "Wollen Ihr denn funken?". So
erlebt diese Ostern; zur Entschuldigung muss man wohl anführen, dass
Schiff und Funkgerät nagelneu waren - die Zulassung war wohl noch nicht
durch.

> Davon habe ich AFAIR einen Törnbericht gelesen.

Jo, den gibt's auf meiner Heimseite.

Wolfgang Kommerell

unread,
May 15, 2006, 12:00:39 PM5/15/06
to
Michael Ottenbruch <M.Otte...@sailor.ping.de> wrote:

> Das Charterzentrum Heiligenhafen hat die nette Angewohnheit, einem
> ausreichend lange vor Törnbeginn Schiffsname und Rufzeichen mitzuteilen,
> so daß man das schön in einer 24-pt-Schrift ausdrucken und in
> Klarsichthülle neben die Funke hängen kann.

Das Charterzentrum Heiligenhafen hat die nette Angewohnheit, einem

Schiffe zu vermieten, auf denen zwar ein DSC-Funkgerät eingebaut ist,
das aber weder über eine MMSI noch über ein Rufzeichen verfügt. Auf die

etwas verwunderte Nachfrage kam dann ein "Wollt Ihr denn funken?". So
erlebt dieses Jahr an Ostern; zur Entschuldigung muss man wohl anführen,


dass Schiff und Funkgerät nagelneu waren - die Zulassung war wohl noch
nicht durch.

> Davon habe ich AFAIR einen Törnbericht gelesen.

Jo, den gibt's auf meiner Heimseite.

W.

Thomas Erstfeld

unread,
May 15, 2006, 2:15:18 PM5/15/06
to
Am 15.05.2006 schrieb Wolfgang Kommerell:

> Michael Ottenbruch <M.Otte...@sailor.ping.de> wrote:
>
>> Das Charterzentrum Heiligenhafen hat die nette Angewohnheit, einem
>> ausreichend lange vor Törnbeginn Schiffsname und Rufzeichen mitzuteilen,
>> so daß man das schön in einer 24-pt-Schrift ausdrucken und in
>> Klarsichthülle neben die Funke hängen kann.
>
> Das Charterzentrum Heiligenhafen hat die nette Angewohnheit, einem
> Schiffe zu vermieten, auf denen zwar ein DSC-Funkgerät eingebaut ist,
> das aber weder über eine MMSI noch über ein Rufzeichen verfügt. Auf die
> etwas verwunderte Nachfrage kam dann ein "Wollt Ihr denn funken?". So
> erlebt dieses Jahr an Ostern; zur Entschuldigung muss man wohl anführen,
> dass Schiff und Funkgerät nagelneu waren - die Zulassung war wohl noch
> nicht durch.

Also war das Boot kürzer, als 12 Meter? Falls nicht, wie haben die denn
die erforderliche Zulassung für den Charterbetrieb bekommen?

Gruß
Thomas

--
(__(,= Thank you, Miss Sophie. _
| @ @| I'm mache jetzt the running gag, /-'
X| _|_|X with the raeudige Katze //
[##V#] //

Wolfgang Kommerell

unread,
May 15, 2006, 6:45:00 PM5/15/06
to
Thomas Erstfeld <the...@nurfuerspam.de> wrote:

> Also war das Boot kürzer, als 12 Meter? Falls nicht, wie haben die denn
> die erforderliche Zulassung für den Charterbetrieb bekommen?

34 Fuß, also unter 12m.

Alexander Stielau

unread,
May 16, 2006, 3:19:07 AM5/16/06
to
Am 11 May 2006 20:14:00 +0200 schrieb Tobias Crefeld:
> Aberglaube ist natürlich ein schwer zu widerlegendes Argument.

:-)

> Ansonsten haben manche Logbüchern nicht ganz zufällig ein Feld für die
> Positionen um 0000 und zu 2359 UND ein Feld mit dem Ziel - das auch
> erst in ein paar Tagesetappen Entfernung liegen kann.

Ja, Ziel der Reise. Es ging aber wohl um das Tagesetappenziel, oder?
Das schreibe ich beim Auslaufen mit in die Auslaufen-Zeile rein (auf dem
Weg nach...), aber nicht in das Feld 'bis'. Weil, daß müßte ich ja im
Zweifel am Abend streichen.

--

http://oerks.de/cgi-bin/blosxom

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