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Überbordfallen! Ist hier jemand mit eigenen Erfahrungen?

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Birgit Bechhaus-Kästner

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Dec 7, 2002, 3:18:48 AM12/7/02
to
Hallo NG

In uk.rec.sailing verfolge ich eine Dikussion über das Überbordfallen. Dabei
kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?
Ich bin gespannt auf eure Berichte.

Gruß Birgit
--
Paracelsus Apotheke, Kaltehardtstr. 64, 44892 Bochum
www.paracelsus-apo-bochum.de
in...@paracelsus-apo-bochum.de
Tel. 0234-286118


Georg Seifert

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Dec 7, 2002, 4:27:30 AM12/7/02
to
"Birgit Bechhaus-Kästner" schrieb:

Ja. Im Hafen über den Heckkorb. War ziemlich peinlich. Und endete mit
der Erkenntniss, das man nicht mehr alleine aus dem Wasser kommt,
jedenfalls nicht an Bord zurück. Weil, da gab es keine Badeleitern und
die Schiffe hatten noch nicht so komische Erker hinten 'rausgebaut wie
heute modern.

Georg

J. P. Schma

unread,
Dec 7, 2002, 6:18:49 AM12/7/02
to

"Birgit Bechhaus-Kästner" <in...@paracelsus-apo-bochum.de> schrieb
snip

> kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?

Keine eigenen aber gesehen im Lauterbacher Hafen/Rügen. Der Vorgang: Großer
Charterkahn mit einer Menge Leute in der Plicht nach zigstem Anleger-Db,
am Heck ging einer der Zechkumpanen zu Bache, alles grölte vor Vergnügen.
Nach "etlichen Minuten" des nicht wieder Auftauchens des Mitzechers bequemte
sich die Mannschaft mal "nachzusehen" wo denn der geblieben ist!
Ein beherzter Mensch rief dann die Feuerwehr, die mit Rettungstauchern dann
nur noch einen Toten bergen konnten.
Da wir auch sehr "feucht-fröhlich" in der Plicht mit Nachbarn zusammensaßen,
hatten wir am Anfang das alles nicht mitbekommen, später gab es dann
nüchterne "Expertengespräche" wo keiner so richtig eine Lösung fand für
solch eine Situation.
Die Lösung: Anleinen beim Biertrinken im Hafen oder sogar Verzicht auf ein
Glas Wein ect. wurden abgelehnt, eine verteufelte Situation!
Jürgen


Ruediger Weissbach

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Dec 7, 2002, 6:51:01 AM12/7/02
to
"Birgit Bechhaus-Kästner" wrote:
>
> Hallo NG
>
> In uk.rec.sailing verfolge ich eine Dikussion über das Überbordfallen. Dabei
> kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?

Nicht mit "Fallen", aber mit dem Versuch, als Schwimmer wieder
beabsichtigt in eine Weser-Jolle (vom Freibord vergleichbar mit einer
Elb-H-Jolle) einzusteigen: Nachdem ich eine 1/4 Stunde versucht hatte,
von einem Surfbrett bei 6 Bft. nicht immer sofort abgeworfen zu werden,
durften mich dann die Kollegen in die besagte Jolle 'reinziehen. Da war
nicht mehr viel mit "Einsteigen".

Rüdiger

Nils Ketelsen

unread,
Dec 7, 2002, 7:40:45 AM12/7/02
to
"Birgit Bechhaus-Kästner" <in...@paracelsus-apo-bochum.de> wrote:

> In uk.rec.sailing verfolge ich eine Dikussion über das Überbordfallen. Dabei
> kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?

Klar. Schon als Kind.

Einmal auf einem Tampen gesetzt, der über den Durchgang in der Reling
gespannt war. Leider war der befestigende nicht gut in Knoten... Ich bin mit
einer Rückwärtsrolle in der Lübecker Stadttrave gelandet. Meine Eltern sind
immernoch begeistert, dass ich beim hochklettern der Badeleiter berichtet
habe der Unterwasseranstrich sei noch in Ordnung.

In Burgtiefe (Fehmarn) habe ich bei dem Schritt an Bord leider suboptimal
das Gewicht verlagert. Als das Boot dann leicht nach achtern abtrieb endete
das ganze im Hafenbecken. Die ersten Worte, die ich hörte als ich auftauchte
waren "Nils, hol die Pütz wieder raus". Ich habe angeblich geantwortet, dass
ich sie nicht mit rein genommen habe.

Ansonsten habe ich noch Sichtungen anderer:

Früher konnte man in Tespe (Elbe, gegenüber Krümmel) noch schön mit dem Bug
ans ufer und lag an einer grossen Wiese. War sehr schön (geht das da
eigentlich noch, ich war da ewig nicht). Skipper geht in den Bug und will
beim Anlegen an Land springen. Vorleine in der Hand setzt er zum grossen
Sprung an. Er hatte allerdings die aufgeschossene Vorleine in der Hand und
nicht lose gegeben. Natürlich war die Leine SO zu kurz und er hing
waagerecht in der Luft und viel in Bach.

Etwas unschöner war es im Frühjahr, wo jemand beim zu Wasser lassen der
Boote zwischen Schiff und Kaimauer gefallen ist. Wir haben versucht mit dem
Boot so schnell als möglich von der Kaimauer wegzukommen und die ganzen
Experten brüllten wir sollten die ins Wasser gefallene retten. Leider
konnten wir sie nicht sehen und hatten daher die Befürchtung sie zwischen
Rumpf und Kaimauer zu zerquetschen. Dank nochmal an die Ufersteher, die zwar
viele gute Ratschläge geben konnten, aber nicht auf die Idee kamen IRGENDWAS
sinnvolles zu tun.


Nils
--
ich hab die Zukunft eingeholt
doch sie hat mir den Arsch versohlt
sie ist ein übler Fallensteller
denn Du erwachst bei ihr im Keller [J. Witt]

Michael Holtermann

unread,
Dec 7, 2002, 8:09:39 AM12/7/02
to
Moin Birgit!

Birgit Bechhaus-Kästner schrieb folgendes:

> Dabei kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?
> Ich bin gespannt auf eure Berichte.

Eigentlich auch etwas peinlich, aber wenigstens bin ich nur teilschuldig
;-):

Angesetzter Prüfungstag für SBF Binnen auf einem flachen Gewässer Ende
Oktober im Norden Deutschlands. Die Prüfung wurde abgesagt, weil
Windstärke 6, Spitzen bis über 9 Bft. Am Ersatztermin konnte aber einer
der Teilnehmer nicht, so dass wir eine Dreiergruppe zusammengestellt
haben, die das mal versuchen sollte. (Bereits zuvpr war ich mit 3 Mann
rausgefahren, dass war schon nicht einfach. Dabei sind wir kräftig auf
einen Steg aufgefahren...)

Also doch mit einer 20 Jahre alten VB, ohne Fock und gerefftem Groß,
einmal aus dem schon recht aufgewühltem Hafen um eine Boje und zurück. Im
Nachhinein würde ich sagen, man hätte vielleicht etwas höher an den Wind
gehen sollen und die Großschot dichter holen sollen, so aber haben wir
die Hafenausfahrt verpasst und statt der angedachten Wende (die ist uns
versackt) eine Patenthalse hingelegt. Hätten wir das Gewicht schneller
verlagert wäre vielleicht noch was zu retten gewesen, so ist der
Steuermann vom Großbaum gestreift worden und dann wars auch schon vorbei.

Ausgesprochen prickelnd, wenn das kalte Wasser erst in die Gummistiefel
und dann langsam in den wasserfesten Klamotten nach oben läuft. Zumal wir
die einzige Stelle im See erwischt haben, wo man nicht stehen kann. Naja,
Boot Richtung Ufer gezogen, Groß eingeholt (nicht einfach, unter Wasser
einen Knoten zu lösen, den man nicht sieht), in eine Box gezogen,
aufgerichtet und gelenzt.

Dafür hatten wir am Ersatztermin auch eine wunderbare Windstille. Selten
einen so glatten See gesehen.

Gruß, Micha.

Owe Jessen

unread,
Dec 7, 2002, 10:23:20 AM12/7/02
to
Am Sat, 7 Dec 2002 09:18:48 +0100, schrieb "Birgit Bechhaus-Kästner"
<in...@paracelsus-apo-bochum.de> :

>Hallo NG
>
>In uk.rec.sailing verfolge ich eine Dikussion über das Überbordfallen. Dabei
>kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?
>Ich bin gespannt auf eure Berichte.
>
>Gruß Birgit

Unbeabsichtigt erst einmal, war andeutungsweise im Reisebericht
"Werkstattfahrt nach Lissabon" zu lesen: Anleger nachts an einen
Schwimmsteg (Schiff 1m, Steg 20cm über der Wasserlinie). Wind kam mit
Sturmstärke vom Steg, wir wollten längsseits gehen.

Zwei Leute sollten auf den Steg springen, um die Leinen annehmen zu
können. Leider konnte der Rudergängen nicht so gut sehen, wegen Regen
auf der Brille, so daß das Schiff nicht richtig nahe an den Steg kam.
Ich bin dann abgesprungen, dabei aber etwas abgerutsch, so daß ich zu
kurz landete, nur mit der Schulter gegen den Steg und dann ins Wasser.
Hab mich dann unter dem Steg auf die andere Seite gehangelt, da ich
deutlich Respekt davor hatte, zwischen Schiff und Steg zu gelangen.
Hab dann auf der anderen Seite versucht, mich auf den Steg zu wuchten,
was allerdings nicht ohne Hilfe geklappt hat - ist was anderes, als
beim Schwimmen nur die Badehose anzuhaben, oder das Ölzeug und die
Faserpelzklamotten, die das Wasser gierig aufgesogen haben.

Fazit ist, daß die Schulter bis heute noch nicht ganz schmerzfrei ist.


Owe
--
21 ist nur die halbe Wahrheit!
www.owejessen.de

Birgit Bechhaus-Kästner

unread,
Dec 7, 2002, 12:59:43 PM12/7/02
to

>
> Ja. Im Hafen über den Heckkorb. War ziemlich peinlich. Und endete mit
> der Erkenntniss, das man nicht mehr alleine aus dem Wasser kommt,
> jedenfalls nicht an Bord zurück. Weil, da gab es keine Badeleitern und
> die Schiffe hatten noch nicht so komische Erker hinten 'rausgebaut wie
> heute modern.
>
> Georg

Hallo Georg,

soähnlich ist meine Erfahrung auch. Ich bin einmal beim Segel setzen am
Steg ins Wasser gefallen und brauchte Hilfe wieder raus zu kommen.

Gruß Birgit


Birgit Bechhaus-Kästner

unread,
Dec 7, 2002, 1:10:18 PM12/7/02
to
Halöp NG,

vielen Dank für eure Berichte. Eine ähnliche Erfahrungen habe ich selbst
gemacht, als ich vom Baum ins Wasser gedrückt wurde, weil mein Freundin die
Jolle nicht direkt im Wind gehalten hatte, während ich versuchte ein Reff
ins Groß zu binden. Das ganze fand am steg statt und ich brauchte nur vier
Meter schwimmen. Beim Versuch an den Steg zu kommen war ich für die
helfenden Hände sehr dankbar.

In der englischen NG diskutierten sie allerdings den Sturz ins Wasser
während der Fahrt, die Länge von Rettungsleinen und das sie im Mittelmeer
ins Wasser springen wollen um sich retten zu lassen. Hat das schon jemand
erlebt?

Gruß Birgit


Klaus-Werner Olderdissen

unread,
Dec 7, 2002, 2:02:20 PM12/7/02
to
Birgit Bechhaus-Kästner <in...@paracelsus-apo-bochum.de> schrieb in im
Newsbeitrag: assarj$t0c$06$1...@news.t-online.com...

> In uk.rec.sailing verfolge ich eine Dikussion über das Überbordfallen.
Dabei
> kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?
> Ich bin gespannt auf eure Berichte.

Ja ok., kann ich auch noch was zu beisteuern. So ca. 1 1/2 Jahre zurück.
Sollte da von Duisburg aus einen Frachter was weiß ich wohin bringen
(vergessen). Man hatte mir da ein schönes Brett waagerecht von einem
Absatz in der Pier zum tief im Wasser liegenden Schiff gelegt. Es kam
wie es kommen mußte (Murphys law) und das Brett brach durch. Ich in
einer Hand meine Reisetasche mit den sauberen Unterbuchsen und in der
anderen Hand mein fast neues Schlepptop. Der erste Gedanke der mir durch
den Kopf schoß, waren die 3500 Mark für das Laptop. So stand ich nun mit
erhobenen Händen bis an die Hüfte im Wasser auf dem eingebrochenen Brett
und rief um Hilfe, damit einer der Besatzung kam und mir mein Laptop und
die Reisetasche abnahm.

Die ganze Sache entbehrte natürlich nicht einer gewissen Situationskomik
und ich schwöre, hätte damals einer gelacht, ich hätte dem voll ein paar
geklebt.

Gruß

KWO

--
N a u t i k s c h u l e O l d e r d i s s e n
Phone: +49 5208 700730 Fax: +49 5208 700731 Mobil: +49 172 5205622
eMail: n...@utikschule.de Home: http://www.schiffahrt.edu/

Frank Kemper

unread,
Dec 7, 2002, 4:19:41 PM12/7/02
to
"Birgit Bechhaus-Kästner" <bechhaus...@t-online.de> hat in Betrag
news:astdja$ds0$07$2...@news.t-online.com dies gedichtet:

> In der englischen NG diskutierten sie allerdings den Sturz ins Wasser
> während der Fahrt, die Länge von Rettungsleinen und das sie im
> Mittelmeer ins Wasser springen wollen um sich retten zu lassen. Hat
> das schon jemand erlebt?
>

Ich war relativ kurz nach meiner Segelscheinprüfung mit ein paar Leuten
auf einem Kielboot, die noch ein paar Wochen bis zur Prüfung hatten. Es
war sehr heiß (ca. 30 Grad), hatte sehr wenig Wind und ich saß in der
Badehose an Deck (und es war jedem klar, dass ich bald schwimmen gehen
würde). Die Crew war dann doch sehr erstaunt, dass ich das Boot auf
Taucher-Art verlassen habe (Rolle rückwärts über die Reling). Die
konnten dann ein "Mann über Bord" Manöver unter realistischen
Bedingungen fahren. Ich weiß, dass man sowas bei viel Wind nicht machen
sollte, aber es war fast Flaute. Ich persönlich fand es sehr
interessant, ein MoB-Manöver einmal aus der Opfer-Rolle zu sehen. Wenn
Dein Kopf gerade eben aus dem Wasser guckt, dann sieht es nämlich erst
einmal so aus, dass das verdammte Boot ewig weit wegfährt, und dann
kommt es genau auf dich zu und wirkt aus der Froschperspektive
riesengroß und bedrohlich. Ich hatte wie gesagt keinen Wind, der See war
spiegelglatt, war alles harmlos. Unter anderen Bedingungen hätte ich
vermutlich vor Schiss in den See gepinkelt.

Frank


--
please replace spam-muelleimer with fk-newsgroups for e-mail contact

Time Flies Like An Arrow - Fruit Flies Like A Banana

Wulf Kruempelmann

unread,
Dec 7, 2002, 4:25:01 PM12/7/02
to
Birgit Bechhaus-Kästner wrote:


Live nur geübt:
Eine sehr gute Schwimmerin spring bei wenig Wind über Bord.
MOB klappt, Wir haben aber massive Probleme, sie an Bord zu holen.
Gelang erst, nachdem sie sich mit einer Leine zum Heck gezogen hat und
dort über die Badeleiter selber an bord kam.
Übers Heck haben wir dann auch schwerere Personen (ohne Fahrt im Schiff)
an Bord holen können.

Gruß

Wulf


--
Wulf Krümpelmann
mailto: wu...@wulfk.de
Segelfotos aus aller Welt: http://www.wulfk.de
49°17.698 N 8°30.337 E

Michael Holtermann

unread,
Dec 7, 2002, 7:43:34 PM12/7/02
to
Michael Holtermann schrieb folgendes:

> Ausgesprochen prickelnd, wenn das kalte Wasser erst in die
> Gummistiefel und dann langsam in den wasserfesten Klamotten nach oben
> läuft.

Kleiner Nachtrag: Im Wasser war Bewegen kein Problem. Auch die Kälte
verging (scheinbar) nach ein paar Minuten. Außer die Gummistiefel, die sich
am Grund festgesogen haben :-). Aber dann aus dem Wasser und auf den Steg,
das ist anstrengend.

Gruß, Micha.

Götz Neumann

unread,
Dec 8, 2002, 3:00:24 AM12/8/02
to

Nils Ketelsen wrote:

> Skipper geht in den Bug und will
> beim Anlegen an Land springen. Vorleine in der Hand setzt er zum grossen
> Sprung an. Er hatte allerdings die aufgeschossene Vorleine in der Hand und
> nicht lose gegeben. Natürlich war die Leine SO zu kurz und er hing
> waagerecht in der Luft und viel in Bach.

Diesen Karl-der-Kojote-waagrecht-über-den-Abgrund Trick habe ich selber
auch schon erflogreich vollzogen. War zwar vor meiner Seglerzeit auf
einem Narrowboat irgendwo auf einem Kanal zwischen England und Wales,
aber das Wasser war trotzdem nass. Allerdings auch nur hüfttief, so
daß die Selbstbergung kein Problem war.

mit gut eingeweichten Grüßen,
Götz

Birgit Bechhaus-Kästner

unread,
Dec 8, 2002, 1:55:16 PM12/8/02
to
Hallo Ulrich

Ich habe mir die alten Beiträge angeguckt. Deine Beiträge fehlen ganz.

Mal eine andere Frage wie lang darf ein Thema nicht mehr angesprochen
werden, wenn es schon mal besprochen wurde? Ich findedrei Jahre sind eine
lange Zeit.

Ich habe die Hoffnung das neue Leute dazu gekommen sind und auch eine
Meinung haben. Auch kann der eine oder andere neue Erfahrungen gemacht
haben. Das alles interessiert mich.

Auf die Idee mit einer mittelmäßig trainierten Crew ins Mittelmeer zu
springen um eigene Erfahrungen zu sammeln, scheint hier, anders als bei den
Engländern, jeden falls keiner gekommen zu sein.

Gruß Birgit


Hans-Peter Nicasius

unread,
Dec 9, 2002, 2:52:45 AM12/9/02
to

"J. P. Schma" <jarn...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:asslf4$6kp$03$1...@news.t-online.com...

>
> "Birgit Bechhaus-Kästner" <in...@paracelsus-apo-bochum.de> schrieb
> snip
> > kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?
>
> Keine eigenen aber gesehen im Lauterbacher Hafen/Rügen. Der Vorgang:
Großer
> Charterkahn mit einer Menge Leute in der Plicht nach zigstem Anleger-Db,
> am Heck ging einer der Zechkumpanen zu Bache, alles grölte vor Vergnügen.
> Nach "etlichen Minuten" des nicht wieder Auftauchens des Mitzechers
bequemte
> sich die Mannschaft mal "nachzusehen" wo denn der geblieben ist!
> Ein beherzter Mensch rief dann die Feuerwehr, die mit Rettungstauchern
dann
> nur noch einen Toten bergen konnten.

Die für den Toten uninteressante, für die Mitzecher und sonstigen
(Nicht)-Helfern jedoch
wesentliche Frage ist: War der Mensch schon beim Überbordfallen tot oder ist
er ertrunken.
Beim zweiten kommt ja automatisch der Vorwurf der unterlassenen
Hilfeleistung. Und
die Gewissensbisse, man hätte ja vielleicht doch helfen können.

Charly


GMnch

unread,
Dec 9, 2002, 7:27:43 AM12/9/02
to
Im Artikel <at04hk$djl$04$1...@news.t-online.com>, "Birgit Bechhaus-Kästner"
<bechhaus...@t-online.de> schreibt:

>Ich habe mir die alten Beiträge angeguckt. Deine Beiträge fehlen ganz.

Komm lass stecken, alte Giftmischerin:-)) Herr U aus K ist schon
eine komische Nudel. Erst verweist er auf Beitraege von anno domino
dann verweigert er die Einsicht. In seine Beitraege. Obwohl, letzteres
ist soo dumm nicht! Bei all den Bekloppten hier im Feuchtisotop.


>
>Mal eine andere Frage wie lang darf ein Thema nicht mehr angesprochen
>werden, wenn es schon mal besprochen wurde?

Gute Frage. Fuehrerscheinfragen duerfen nach allgemeinem
Konsens alle 14 Tage angesprochen werden und Fragen ueber
Sprechfunkgequassel sind in taeglichem Rythmus machbar. Mindestens!
DB Diskussionen gehen nur ab 20.00. Dafuer aber mehrmals taeglich.
Am Besten kommen aber Netiquette Themen. Die sind sozusagen
permanent erlaubt. Die Fragen der Art welcher Schrauber passt in
welchen Schlitz duerfen vormittags und nachmittags gleichzeitig
gestellt werden und die Frage nach der vorschriftsmaessigen
Yachtbekleidung ist sommers wie winters immer gerne gesehen.
Ueberbordfallen? Komm iss doch langweilig:-))

Ich findedrei Jahre sind eine
>lange Zeit.

Ich auch. Gehse heute zum Arzt, bisse drei Monate spaeter tot.
Z.B. bei Bauchspeicheldruesenkrebs. So what???


>>Ich habe die Hoffnung das neue Leute dazu gekommen sind und auch eine
>Meinung haben.

Koennte nix schaden!!

Auch kann der eine oder andere neue Erfahrungen gemacht
>haben.

Schadet ebenfalls nicht!!

>Das alles interessiert mich.

Mich eigentlich auch. Aber immer bedenken: hier iss Nixnutznetz.
Internationale Zentrale aller Profilneurotiker. Ich muss es wissen,
bin im Vorstand. Also wer hier einem irgendwas glaubt hat selber schuld!!

>Auf die Idee mit einer mittelmäßig trainierten Crew ins Mittelmeer zu
>springen um eigene Erfahrungen zu sammeln, scheint hier, anders als bei den
>Engländern, jeden falls keiner gekommen zu sein.

Wie ins Mittelmeer? Alles Weicheier hier oder watt? Aber egal, deren
Idee mit den Leinen achteraus ist sooo schlecht ja nun auch nicht.
Kommt allerdings fuer mich als Schnellsegler nicht in Frage. Erstens
bremst *soetwas* und es dauert um so laenger bis man wieder anne
sicheren Theke ist und zweitens ist man schnell genug dass etwa 1/2 kn.
Fahrtverlust nicht mehr so ins Gewicht faellt funzt dass mit den Leinen
auch nicht mehr. Weil aus meiner bescheidenen Erfahrung kannse
dich als Ueberbordflieger im Wasser an sone Leine nicht mehr halten.
Jedenfalls nicht lange genug. Das funktioniert so ab 6 kn. Dann reisst
es dir das Schultergelenk aus oder die Hand ab. So bei drei, vier kn.
Fahrt aber durchaus eine ueberlegenswerte Massnahme.

Fuer Langsamsegler. Gerne auch Fahrtensegler genannt:-) Insbesonders
aber fuer Einhandsegler interessant wenn zudem die Leine mit dem
Windpiloten gekoppelt ist. Und den auschaltet. Weil selbst bei vier
Knoten Fahrt im Boot sich an einer Leine an das Boot heranzuangeln
das grenzt schon an Athletik. Oder man heisst Schwarzenegger.
Aber selbst wenn man so heisst kann man ja anders aussehen, oder?

Trotzdem, selbst bei 6 kn. Fahrt genuegt ja meist ein kurzer Ruck
anne Leine und der Pilot koppelt aus und das Boot schiesst innen
wind. Wenne Glueck hast. Und die Leine erwischst!! Und selbst wenne
dann nur noch einen Arm hast kannse mit dem anderen hinschwimmen.
Zum still liegt das Boot im Wind. Bloed iss nur wenn es dann abdriftet
und du mit dem einen Arm nicht mehr hinterherkommst.

Gab mal einen schoenen Bericht inne YACHT *da wo* ein
Einhandsegler im MM ueber Bord fiel. Und er spaeter noch davon
erzaehlen konnte.
Der wurde nach drei Tagen im warmen MM Wasser gerettet.
Zufaellig. Der sagte am tollsten sei es gewesen wie sein Boot
in aller ruhe gemuetlich von dannen zog. Segel einsa getrimmt,
maxim. Power. Schoen anzusehen. Bloed war halt nur, dass
er im Wasser lag. Und keine Kamera dabei hatte:-))

Im uebrigen weiss ich nicht wieso ihr euch immer sone Gedanken
ueber Ueberbordfallen macht. Im Normalfall (Charterer) seid ihr doch
immer mit mindestens 8 Crew on board. Und 2 Kapitaenen.
Mindestens:-) Also wenn einer ueber Bord fliegt koennen doch
8 hinterherspringen und den retten, oder? Hauptsache, es bleibt
noch einer on board. Kommt nicht immer vor!! Einer geht noch?

Gab vor Jahren mal diese Story wie im westl. MM (genaugenommen
zwischen Elba und Corsica) son 20 m Mobobrummer mit 16 Crew
ein lustiges Erlebnis hatte. Crew kann man eigentlich nicht sagen,
waren in der Mehrzahl rischtisch liebliche Bikinimaedchen. Wie
es eben fuer so eine *rischtische* Yacht angemessen ist. Also denen
wurzz zu bloed auf dem Wasser bei absoluter Windstille und
Sonnenschein pur. Also rein in das kuehle Nass. Vorher noch
ein paarmal am Champagner genippt und ab geht die (erste) Luzie.
Die zweite springt nach und die anderen lassen sich ebenfalls nicht
lumpen. Und der oder die letzte vergisst die Badeleiter auszuklinken.
Wahrscheinlich waren sie alle dermassen goil darauf es mal im
Wasser zu treiben, wer denkt da schon an *soetwas*

Moral von der Geschicht: nach zwei/drei Tagen wurden 16
Wasserleichen gefunden nicht mehr so schoen anzusehen und
1 Boot wunderschoen funkelnd im sonnenschein.

Das schoenste an diesem Pressebericht fand ich allerdings wie
sich die Experten dazu aeusserten wie es dazu kommen konnte.
Und dann diese lebensnahen Darstellungen. Erste Sahne. Wenn z.b.
der erste merkt dass keiner mehr on board ist. Und keine Badeleiter
vorhanden. Ach komm sacht der zweite, iss doch ein Klacks. Ich stell
mich auf dich und die Luzie obendrauf. Und die kommt dann an die
Reeling und zieht sich rauf. Dann koennen wir mit dem Champagner
weitermachen. Erst war also alles lustig trallalla aber als es dunkel
wurde kamen sicher die ersten Bedenken auf. Und zum Schluss
wird sicher der eine die andere totgetreten haben beim Versuch
die haushohe Bordwand raufzuklettern. Aus Spass wird Ernst,
aber dass ist schliesslich immer so, oder?

Geht noch einer?? Brandaktuell. Gestern gelesen inne WamS.
Tragischer Unfall beim ARC. Zum ersten Mal seit
17 Jahren ist ein Teilnehmer der Fahrtenseglerregatta uebern
Atlantik ums Leben gekommen. 225 Yachten sind zur Zeit unterwegs
von Gran Canaria nach St. Luzia. Der Englaender Phillip Hitchcock
(nicht verwandt oder verschwaegert mit DEM Hitchcock:-) ist
vermutlich bei einer ungewollten Halse seiner Yacht vom Typ Formosa 51
vom Baum getroffen worden und ueber Bord geschleudert worden.
Er wurde nicht mehr gesichtet. Die Moral von der Geschicht?
Lass einen Fahrtensegler racen nicht:-))

Schiff ahoi
Man[ der schon einen guten Freund im Hafen verloren hat (im winter mit
Eis auf den Stegen) und einen auffe mittelhohe See (auffem Surfbrett
auffe Canaren) und dessen Katze mitten im engl. Kanal ueber Bord ging
(don`t panic, wurde gerettet) und der unangeschnallt gerne als solist auffem
Vordeck rumturnt und der sich uebers ueberbordfallen noch nie einen Kopf
gemacht hat weil als Solosegler isses dann eh aus und die ganze
Segelscheixxe hat ENDLICH ein finales Ende und der am WE zum
Boot fahren wollte um Glysantin innen zweiten Kuehlkreislauf und innen
Klo zu schuetten der aber derart vonne Magen/Darmgrippe erwischt
wurde und seitdem nur noch von Kamillentee und Tannacomp lebt und
der sich jetzt sagt scheixx drauf am Donnerstag ist eh wieder Fruehling
und Duennpfiffi ist momentan sowieso genug vorhanden ]fred

Michael Behnke

unread,
Dec 9, 2002, 8:59:17 AM12/9/02
to

"Birgit Bechhaus-Kästner" <in...@paracelsus-apo-bochum.de> schrieb im
Newsbeitrag news:assarj$t0c$06$1...@news.t-online.com...

> kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?

Hallo NG
Ich bin vor Jahren bei einer Regatta (Halse an einer Tonne) vom Vorschiff
des elterlichen Folkebootes gefallen. Bei ca. 5-6 Bft. sollte ich den
Ausbaumer, wie schon 1000x Mal getan, schifften. Aber eine Boe während der
Halse gab mir den Rest und ich rutschte auf dem Teakdeck weg und glitt ins
Wasser. Die Crew (meine Eltern ) versuchten mich an der niedrichsten Stelle
des Schiffes reinzuholen, Dies gelang nur unter äuserster Kraftanstrengung
aller Beteiligten. Seit dem Vorfall haben verantwortungsbewuste
Folkebootsegler eine Badeleiter (Auch im Frühjahr und im Herbst) an Bord.
PS. Ich hatte zwar Schwimmweste an; aber im Frühjahr seglet man in Berlin
noch nicht Badehose.

Gruß Micha


Olaf Hoffmann

unread,
Dec 9, 2002, 12:24:39 PM12/9/02
to
Moin Birgit und alle anderen,

Birgit Bechhaus-Kästner <in...@paracelsus-apo-bochum.de> schrieb in im
Newsbeitrag: assarj$t0c$06$1...@news.t-online.com...

> In uk.rec.sailing verfolge ich eine Dikussion über das
Überbordfallen. Dabei
> kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?
> Ich bin gespannt auf eure Berichte.

Kurzfassung (Langfassung müßte in dem von Uli genannten Thread zu
ergooglen sein):
Anlegemanöver mit Minenjagdboot - Wassertemperatur ziemlich frisch -
Soldat versucht 680 Tonnen alleine zu halten und verliert gegen Leine.
Soldat im Wasser versucht Leiter schwimmend zu erreichen, bläst erst
nach mehrfachem Befehl seine (halbautomatische) Rettungsweste auf und
muß schließlich durch hinzukommendes Personal gerettet werden.
Kräftige Unterkühlung nach nur wenigen Minuten Aufenthalt im Wasser,
die das simple Erklettern einer stabilen und festen Leiter an einer
Pier unmöglich machte.


Mobile Grüße aus Neustadt (Holstein),

Olaf Hoffmann

--
de.rec.sport.segeln im Internet: www.derecsportsegeln.de
Charta, FAQ, Schreiberliste, Törnberichte, ...
(Version 2.4.2 vom 19.10.2002)

Tobias Crefeld

unread,
Dec 8, 2002, 1:18:00 PM12/8/02
to
info # paracelsus-apo-bochum.de@2:2480/8049.100 meinte am 07.12.02

BBKs> Ueberbordfallen. Dabei kam mir die Frage ob hier jemand eigene
BBKs> Erfahrungen hat? Ich bin gespannt auf eure Berichte.

Beim Lasern kommt das in gewisser Regelmaessigkeit vor. Ben Ainslie hat
dem Thema in seinem Buch "The Laser Campaign Manual" unter dem Stichwort
"capsizing" vs. "well capsizing" einen eigenen Abschnitt gewidmet.

Meiner Erfahrung nach haelt es umgemein auf und sollte deswegen vermieden
werden.


Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
Dec 8, 2002, 1:25:00 PM12/8/02
to
bechhaus-kaestner # t-online.de@2:2480/8049.100 meinte am 07.12.02

BBK> In der englischen NG diskutierten sie allerdings den Sturz ins
BBK> Wasser waehrend der Fahrt, die Laenge von Rettungsleinen und das sie
BBK> im Mittelmeer ins Wasser springen wollen um sich retten zu lassen.
BBK> Hat das schon jemand erlebt?

Ja, vor Penzance beim Warten auf Hochwasser hat das mal jemand gemacht.
Als Skipper haette ich mich (spaetestens) im Hafen von dem Herrn
verabschiedet, aber so war's mir wurscht. Man sollte einfach keine
Rettungsschwimmer am Bord lassen. Ich mein', Leute, die _freiwillig_ ins
Wasser gehen? Wozu wollen die denn ueberhaupt auf ein Segelboot? Sollen
sie doch rund England schwimmen, wenn ihnen danach ist.


Gruss,
Tobias.

Stefan Kunstmann

unread,
Dec 9, 2002, 9:33:23 PM12/9/02
to
Tobias Crefeld <Tobias_...@p97.f8057.n2480.z2.fidonet.org>
tackerte:

> keine Rettungsschwimmer am Bord lassen. Ich mein', Leute, die
> _freiwillig_ ins Wasser gehen? Wozu wollen die denn ueberhaupt auf
> ein Segelboot? Sollen sie doch rund England schwimmen, wenn ihnen
> danach ist.

Nichtschwimmer sind sowieso die symphatischeren Segler. Die kämpfen auch
viel länger um's Schiff und springen nicht einfach mal so über Bert.
Zur Übung mag sowas mal ganz gut sein (bei passenden Bedingungen), aber
just for fun? Schmeisst mal bei Dämmerung einen sehr gut sichtbaren
Gegenstand wie z.B. eine Rettungsweste mit Reflektoren o.ä. über Bord
und setzt eine komplette Mannschaft nur darauf an, diese im Blick zu
behalten... Habt ihr mal Zeiten gestoppt? Bei leichtem Wetter geht das
ja noch, da hilft auch noch die MOB-Taste zum Wiederfinden. Aber bei
Hack, Dunkelheit, Gischt, Nebel, ...? Oder wenn derjenige ohnmächtig ist
und nicht mal mehr rufen kann? Und dann nicht die komplette Mannschaft
an Deck, um vernünftig Manöver zu fahren.
Sorry, mein Albtraum!

Handbreit,
Stefan

Birgit Bechhaus-Kästner

unread,
Dec 10, 2002, 1:31:20 PM12/10/02
to
Hallo Edgar,

erzähl doch deine Geschichte bitte selber, ich bin ganz gespannt.

Gruß Birgit


Message has been deleted

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 10, 2002, 1:58:20 PM12/10/02
to
Am Tue, 10 Dec 2002 19:31:20 +0100, schrieb "Birgit Bechhaus-Kästner"
<bechhaus...@t-online.de> :

>Hallo Edgar,
>
>erzähl doch deine Geschichte bitte selber, ich bin ganz gespannt.

Laß' stecken, war halb so wild, aber höchst amüsant :

Nachdem er jeden *eindringlich* davor gewarnt hatte, den Anker als
Trittstufe zu verwenden, kam Edgar an Bord ... über die eilig von
seiner Crew heruntergelassene Badeleiter ... ;-))

Für das künstlerisch wertvolle - jugenfreie ( ! ) - Nacktphoto unseres
damaligen Skippers zeichnet AFAIR LI verantwortlich, der sicher *gerne*
bereit ist, Dir ein Exemplar per Mail zukommen zu lassen ... ;-))

Zurück zum Thema : Dazu gibt's m. W. auch einen schon etwas älteren
Artikel in der Yacht. Ich schätze, das mag 1-2 Jahre her sein. Daran
läßt sich bestimmt ganz gut anknüpfen. BTW : Interessantes Thema !

Gruß,

Joachim.
--
Juristen können alles, wissen alles, machen alles.

J. P. Schma

unread,
Dec 11, 2002, 2:36:16 AM12/11/02
to
Hallo,
"Hans-Peter Nicasius" <charly....@t-online.de> schrieb
snip

> Die für den Toten uninteressante, für die Mitzecher und sonstigen
> (Nicht)-Helfern jedoch
> wesentliche Frage ist: War der Mensch schon beim Überbordfallen tot oder
ist
> er ertrunken.
> Beim zweiten kommt ja automatisch der Vorwurf der unterlassenen
> Hilfeleistung. Und
> die Gewissensbisse, man hätte ja vielleicht doch helfen können.
Über die rechtliche Würdigung des Vorgangs habe ich keine weiteren
Informationen, nehme aber an, dass die Staatsanwaltschaft auf jeden Fall
ermittelt hat.
Da aus meiner Erinnerung heraus das menschliche Gehirn nach 3 bis 5minütigen
Sauerstoffmangel den Dienst einstellt hatten wir, entfernungsmäßig von
unserem Liegeplatz im Hafen aus, keine Möglichkeit helfend einzugreifen.
Ich vermute aber auch und das mit aller Vorsicht, das wir in einer evt.
gleichen Situation auch erst gelacht hätten.
Wenn ein Mitsegler beim Törn zu Bache geht, ist man sofort
hochsensibilisiert und außerdem trägt er eine Rettungsweste (zumindest bei
mir an Bord) aber im Hafenbecken am Abend im Kreise der Freunde beim schönen
Anleger-DB -eine Horrorvorstellung.
Jürgen


Wolfgang Broeker

unread,
Dec 11, 2002, 4:17:25 AM12/11/02
to
Jürgen Schma schrub[tm]:

> Wenn ein Mitsegler beim Törn zu Bache geht, ist man sofort
> hochsensibilisiert und außerdem trägt er eine Rettungsweste
> (zumindest bei mir an Bord) ...

Bei mir an Bord nicht unbedingt, aber das wäre ja mal Anlass
für eine kleine Umfrage "Wie haltet ihr es mit den Rettungs-
westen?" nach dem Muster:

[ ] Bei mir legt jeder jederzeit Rettungswesten an
[ ] Nur Kinder und Frauen tragen Rettungswesten immer
[ ] Nur bei heftigerem Wetter/stärkerem Seegang
[ ] Beim Verlassen des Cockpits (Arbeiten auf dem Vorschiff)
[ ] Das überlasse ich jedem Mitsegler selbst
[ ] Nur bei ...
[ ] Ich 'abe gar keine Rettungswesten

Gruß - Wolfgang

--
*** Ein Tag auf See ist ein verlorener Tag im Hafen. ***
*** Gernot Firsching ***
*** Wed, 11 Dec 2002 09:38 +0100 ***

Birgit Bechhaus-Kästner

unread,
Dec 11, 2002, 7:28:53 AM12/11/02
to
Hallo Jürgen,

wennich mir die Berichte hier angucke würde ich sagen Die Rettungs westen
müssen nur im Hafenangezogen werden.:-) Es scheint noch keiner unterwegs ins
Wasser gefallen zu sein, von den Jollenseglern mal abgesehen.

Gruß Birgit


Hartmut Schenke

unread,
Dec 11, 2002, 7:53:52 AM12/11/02
to
Birgit Bechhaus-Kästner schrieb:

[...]



> Ich habe die Hoffnung das neue Leute dazu gekommen sind und auch
> eine Meinung haben. Auch kann der eine oder andere neue Erfahrungen
> gemacht haben. Das alles interessiert mich.

Moin Birgit, da hast Du einen Neuen. :-)

ich habe seit 22 Jahren einen Laser. Anfänglich geht man da öfter mal
baden. Das ist aber niemals wirklich ein Problem, wenn man zumindest
die Schot nicht loslässt und der Wassertemperatur angemessene
Kleidung trägt. Da der Laser bei Wind immer "nass" segelt, trage ich
in aller Regel meinen Neo, um - so oder so <g> - Auskühlung zu
vermeiden, die wirklich gefährlich werden kann.
Es ist auch kein Problem, wenn es im Sommer im Mittelmeer passiert
oder absichtlich herbeigeführt wird. Eher ein willkommener Spaß. Das
haben wir auch schon häufig gemacht.

Ganz anders sieht es aber aus, wenn man z. B. im März auf dem Ostsee
von einem Dickschiff über Bord geht. Dann kann die Auskühlung schnell
lebensgefährlich werden. Weder meine crew noch ich haben
glücklicherweise insoweit praktische Erfahrungen, weil wir -
bisher wohl immer rechtzeitig - lifebelts anlegen. Geübt wird aber
regelmäßig mit Fender über Bord (aber ohne Blitzboje und
Rettungsring<s>). Je nach Wind unter Segel oder Maschine. Btw, wenn
es richtig knallt, kannst Du die Maschine vergessen, weil es Dir den
Bug wegdrückt.
Wenn der Ernstfall eintreten sollte, ist jedenfalls ganz wichtig, dass
sich der Unglücksrabe nicht mehr als unbedingt nötig bewegt,
damit der Wasseraustausch und die Auskühlung möglichst gering
bleiben. Es darf auch keiner hinterherspringen, denn es macht keinen
Sinn, aus einem Notfall zwei zu machen. Es ist schon schwer genug,
e i n e nasse Person aus dem Wasser zu bekommen, besonders, wenn
diese wegen Auskühlung erschöpft ist.
Ich wünsche uns allen, dass wir insoweit von praktische Erfahrungen
veschont bleiben mögen, ganz besonders von solchen mit schlechtem
Ausgang, wovon mir leider schon von einem betroffenen englischen
Skipper-Kollegen berichtet worden ist. Es ist danach anders als
vorher.

Gruß
Abdul

Klaus-Werner Olderdissen

unread,
Dec 11, 2002, 8:05:48 AM12/11/02
to
Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> schrieb in im Newsbeitrag:
VA.0000187...@anubis.broeker.com...

Anlegen von Rettungswesten.

Sportbereich:


[ ] Bei mir legt jeder jederzeit Rettungswesten an

[x] Nur Kinder und Nichtschwimmer tragen Rettungswesten immer
[x] Bei heftigerem Wetter/stärkerem Seegang alle
[x] Beim Verlassen des Cockpits (Arbeiten auf dem Vorschiff)
[ ] Beim Verlassen des Cockpits (Sonnen auf dem Vorschiff)


[ ] Das überlasse ich jedem Mitsegler selbst
[ ] Nur bei ...
[ ] Ich 'abe gar keine Rettungswesten

Berufsbereich:


[ ] Bei mir legt jeder jederzeit Rettungswesten an

[x] Kinder haben nichts an Bord zu suchen
[x] Bei heftigerem Wetter/stärkerem Seegang hat keiner was an Deck
verloren
[x] Beim Verlassen des Steuerhaus (alle Aufenthalte an Deck; schreibt
die BG vor)
[x] Das überlasse ich in keinem Fall den Mitfahrern selbst


[ ] Nur bei ...
[ ] Ich 'abe gar keine Rettungswesten

Gruß

KWO

HC Ahlmann

unread,
Dec 11, 2002, 10:17:33 AM12/11/02
to
Edgar Warnecke <ewar...@gmx.net> wrote:

> [X] Es kommt drauf an.

So ungefähr; bis der Skipper oder Wachführer es anordnet, sei es jedem
freigestellt, Rettungsweste und Sicherungsgeschirr zu tragen.

Munterbleiben
HC

Thomas Erstfeld

unread,
Dec 11, 2002, 3:13:32 PM12/11/02
to
HC Ahlmann schrieb:

>> [X] Es kommt drauf an.
>
> So ungefähr; bis der Skipper oder Wachführer es anordnet, sei es jedem
> freigestellt, Rettungsweste und Sicherungsgeschirr zu tragen.

Und von unserem letzten Törn gibt es so etwas sogar auf Video, falls
Willi das noch nicht gelöscht hat.

Auch wenn meine Wortwahl etwas kitschig war. ;-))

Gruß
Thomas
--
Die Ostsee ist im April und Oktober für Anfänger nicht geeignet.
(Lieblingszitat eines Segelanfängers aus einem SKS-Lehrbuch im
Oktober 2002 auf unserem Ostsee-Törn)

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 11, 2002, 5:20:32 PM12/11/02
to
Am Wed, 11 Dec 2002 12:00:29 +0100, schrieb Edgar Warnecke
<ewar...@gmx.net> :

>Am Wed, 11 Dec 2002 10:17:25 +0100, schrieb Wolfgang Broeker :
>
>>Bei mir an Bord nicht unbedingt, aber das wäre ja mal Anlass
>>für eine kleine Umfrage "Wie haltet ihr es mit den Rettungs-
>>westen?" nach dem Muster:
>>
>>[ ] Bei mir legt jeder jederzeit Rettungswesten an
>>[ ] Nur Kinder und Frauen tragen Rettungswesten immer
>>[ ] Nur bei heftigerem Wetter/stärkerem Seegang
>>[ ] Beim Verlassen des Cockpits (Arbeiten auf dem Vorschiff)
>>[ ] Das überlasse ich jedem Mitsegler selbst
>>[ ] Nur bei ...
>>[ ] Ich 'abe gar keine Rettungswesten
>

>[X] Es kommt drauf an.

ACK.

Wobei ich gerne zugebe, daß ich das Ding oft schon recht früh trage.
Vielleicht weil sie so gut sitzt und ich mich einfach sicherer damit
fühle. 'S beruhig (mich) halt ungemein ... !

BTW : Der Hafenunfall wäre bei *keiner* der Crews, mit denen ich bisher
gefahren bin, so abgelaufen : Die haben - auch nach ettlichen DB/RW -
schon auf ein verdächtige "Holterdiepolter" reagiert und nachgesehen
(nix passiert, der Kollege war zwar im Dunkeln über den Seezaun
gestolpert, aber hing noch an demselben ... ) und nicht erst auf das
"Platsch !" gewartet.

Und nach der Sprichwörtlichen Schrecksekunde (1. Was war das ? 2. Wer
fehlt ?) lief das "Rettungsmanöver" reibungslos : Während hinten die
Badeleiter 'runtergeklappt wurde, wurden vorne schon Handtuch, trockene
Klamotten und die Kamera bereit gelegt (gell, Edgar ?).

Gruß,

Joachim.

Andre Tornow

unread,
Dec 13, 2002, 4:43:54 AM12/13/02
to
Wolfgang Allinger schrieb:

>
>
> Iss doch logisch. Laut ISO9000-platsch, Kapite 4711 muß die
> Dokumentation sein. Und dazu muß eben zuallererst der Ist-Zustand
> fotografiert werden.
>
> Stell Dir vor, wir hätten Dich erst trockengerubbelt, dann hättest Du
> möglicherweise dementiert, daß Du je im Wasser warst...
>
> Ob ich mal mit dem Bild von Dir mageren Hering zur Caritas wandere?
> Vielleicht schicken die Dir ja ein Fresspaket :-) Iss ja Weihnachtszeit,
> evtl. erbarmen die sich.
>

Ich kenne Edgar ja nicht. Aber nach allem was man so liest, solltet Ihr
die Bilder mal an Benneton schicken. Vielleicht koennen die das fuer
eine ihrer umstrittenen Kampagnen fuer United Colors verwenden :-)

Andre

Stefan Kunstmann

unread,
Dec 13, 2002, 6:03:52 AM12/13/02
to
Edgar Warnecke <ewar...@gmx.net> tackerte:

> Die koennen die sich frei aus dem Netz lutschen...

Wo? ;-)

> Ed[naja,freitagder13.,irgendwasmussjadransein]]g@r

Ste[daserscheintimmerwahrscheinlicher]fan

Olaf Hoffmann

unread,
Dec 13, 2002, 11:18:23 AM12/13/02
to

"Edgar Warnecke" <ewar...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:e1rjvussu3ou63tqi...@4ax.com...

> Am Fri, 13 Dec 2002 12:03:52 +0100, schrieb Stefan Kunstmann :
>
> >Edgar Warnecke <ewar...@gmx.net> tackerte:
> >
> >> Die koennen die sich frei aus dem Netz lutschen...
> >
> >Wo? ;-)
>
> Frag' mal den Diensthabenden.
> Olaf?

Hier! 1,5 Fotos von Edgar als (nicht immer, aber immer seltener)
Teilnehmer an drss-Treffen gibt es auf der Homepage unter
www.derecsportsegeln.de!

Grüße aus Schleswich,

Olaf Hoffmann

unread,
Dec 13, 2002, 11:30:13 AM12/13/02
to
Moin zusammen,

"Thomas Erstfeld" <the...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:at89ps.3...@hamster.erstfeld.de...


> HC Ahlmann schrieb:
>
> >> [X] Es kommt drauf an.

Ack.

> > So ungefähr; bis der Skipper oder Wachführer es anordnet, sei es
jedem
> > freigestellt, Rettungsweste und Sicherungsgeschirr zu tragen.

Bei mir (Siehe auch: <01bdeebd$657c0c60$Loca...@icke.uni-hamburg.de>):
1.a) Bei Manövern im Hafen (Grenze: Molenköpfe) : _Alle_ an Deck tragen
Schwimmweste, Lifeline halte ich hier für nicht nötig, da es sich (in
der
Regel) um ein geschützten Bereich handelt und es genügend Möglichkeiten
gibt, jemanden wieder aus dem Wasser zu holen. Gerade bei der Arbeit mit
den doch unhandlichen Festmacherleine wäre eine Lifeline mehr hinderlich
als nützlich. Alle deshalb, weil doch mal jemand, der keine Aufgabe hat
mal
eben aus dem Cockpit springt und helfend zugreift.
1.b) Bei Manövern außerhalb des Hafens tagsüber: _Alle_ an Deck tragen
Schwimmweste und Lifebelt, wer außerhalb des Cockpits arbeitet, pickt
sich
ein.
1.c) Außerhalb des Hafens tagsüber: Wer das Cockpit verläßt, legt
Schwimmweste und Lifebelt an und pickt sich ein, im Cockpit hat die
fahrende Wache ihre Klamotten klarliegen.
1.d) Außerhalb des Hafens nachts: _Alle_ an Deck tragen Schwimmweste und
Lifebelt und picken sich in und außerhalb des Cockpits ein. Verlassen
des
Cockpits nur, wenn für seemännische Manöver nötig (nicht zum "Lenzen"!)
und
nur, wenn mindestens zwei Leute im Cockpit bleiben (Rudergänger und ein
Ausguck, der einen eventuell über Bord gegangenen im Auge behalten
kann!).

Tobias Crefeld

unread,
Dec 12, 2002, 1:08:00 PM12/12/02
to
n # utikschule.de@2:2480/8049.100 meinte am 11.12.02

KWO> Sportbereich:
KWO> [x] Beim Verlassen des Cockpits (Arbeiten auf dem Vorschiff)
KWO> [ ] Beim Verlassen des Cockpits (Sonnen auf dem Vorschiff)

KWO> Berufsbereich:
KWO> [x] Bei heftigerem Wetter/staerkerem Seegang hat keiner was an Deck
KWO> verloren
KWO> [x] Beim Verlassen des Steuerhaus (alle Aufenthalte an Deck; schreibt
KWO> die BG vor)

Irgendwie interessant:
1. Heisst das, dass Du die Forderung der BG fuer unsinnig haeltst?
2. Muss man bei "heftigerem Wetter/staerkerem Seegang" nicht an Deck
arbeiten?


Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
Dec 13, 2002, 8:37:00 PM12/13/02
to
wolfgang # broeker.com@2:2480/8049.100 meinte am 11.12.02

WB> Juergen Schma schrub[tm]:
> > Wenn ein Mitsegler beim Toern zu Bache geht, ist man sofort
> > hochsensibilisiert und ausserdem traegt er eine Rettungsweste


> > (zumindest bei mir an Bord) ...

WB> Bei mir an Bord nicht unbedingt, aber das waere ja mal Anlass
WB> fuer eine kleine Umfrage "Wie haltet ihr es mit den Rettungs-
WB> westen?" nach dem Muster:

Laesst sich heutzutage nicht so einfach beantworten, weil entweder haben
Rettungswesten einen Lifebelt integriert und nicht. Das macht IMHO in der
Praxis einen enormen Unterschied, aber egal:


[ ] Bei mir legt jeder jederzeit Rettungswesten an
[ ] Nur Kinder und Frauen tragen Rettungswesten immer

[ ] Nur bei heftigerem Wetter/staerkerem Seegang
[X] Beim Verlassen des Cockpits (Arbeiten auf dem Vorschiff)
[X] Das ueberlasse ich jedem Mitsegler selbst
[ ] ...


[ ] Ich 'abe gar keine Rettungswesten

...naja, passt irgendwie nicht, traue keinem Fragebogen, den Du nicht
selbst gefaelscht hast. ;)

Auf einen (eingepickten!) Lifebelt (wahlweise Weste mit integriertem
Lifebelt) verzichte ich bei Hafenmanoevern, an Land und unter Deck.
Auf See in Fahrt nur tagsueber, bei guter Sicht, wenig Welle, wenig Wind,
wenig Fahrt, mit zusaetzlichen Mann an Deck (!) UND Wassertemperatur ueber
15?C - also praktisch nie.

Eine Weste als solche benutze ich nur vor Anker und im Hafen. Hier muss
man agil sein und die Wahrscheinlichkeit, dass man gefunden wird, ist
deutlich groesser. Feststoffwesten ausserdem noch gelegentlich als
Waermepolster oder Rueckenlehne. :)

Ausserdem gibts natuerlich noch den Unterschied zwischen Anspruch und
Realitaet...


Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
Dec 13, 2002, 8:38:00 PM12/13/02
to
bechhaus-kaestner # t-online.de@2:2480/8049.100 meinte am 11.12.02:

BBKs> wennich mir die Berichte hier angucke wuerde ich sagen Die Rettungs
BBKs> westen muessen nur im Hafenangezogen werden.:-) Es scheint noch

Nix ":-)" - ist durchaus realistisch, auch wenn es nicht in allen Revieren
ueblich zu sein scheint:
- Beim Ankern die Westen erst an Land ausziehen und ins Dinghi oder in
den Rucksack packen.
- In Haefen mit Kaimauer oder Steg Weste tragen, bis das Boot endgueltig
festgemacht ist.
Die Konsequenz, mit der das gemacht wird, scheint allerdings proportional
zum Breitengrad zu sein.


BBKs> keiner unterwegs ins Wasser gefallen zu sein, von den Jollenseglern
BBKs> mal abgesehen.

Das verwundert nicht, weil es hinsichtlich Ueberlebenschancen ziemlich
dumm ist, von einer Yacht auf See ins Wasser zu fallen.


Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
Dec 13, 2002, 8:34:00 PM12/13/02
to
hc.ahlmann # gmx.de@2:2480/8049.100 meinte am 11.12.02

HA> So ungefaehr; bis der Skipper oder Wachfuehrer es anordnet, sei es jedem
HA> freigestellt, Rettungsweste und Sicherungsgeschirr zu tragen.

Was bleibt bei Zivilisten auch anderes uebrig? Mit vorgehaltener Waffe die
Anordnung durchsetzen? Wohl kaum.
Gegen Unvernunft ist eh kein Kraut gewachsen. Die Verhaltensmassregeln
werden vorm Toern bekanntgegeben und damit ist der Skipper aus dem
Schneider. Danach muss jeder selbst entscheiden und die Erfahreneren sind
dann in erster Linie Vorbild. IMHO.


Gruss,
Tobias.

GMnch

unread,
Dec 14, 2002, 5:50:41 AM12/14/02
to
Im Artikel <MSGID_2=3A2480=2F8057.97=40fidonet...@fidonet.org>, Tobias
Crefeld <Tobias_...@p97.f8057.n2480.z2.fidonet.org> schreibt:

>Das verwundert nicht, weil es hinsichtlich Ueberlebenschancen ziemlich
>dumm ist, von einer Yacht auf See ins Wasser zu fallen.
>

Es ist immer dumm ins Wasser zu fallen. Sieht meist irgendwie
bloed aus. Und von einer YACHT sollte man natuerlich nur
in geuebtem upside down ins Wasser springen. Sowieso.
Man ist ja schliesslich YACHTMEN. Ansonsten kommt es
hinsichtlich Ueberlebenschancen doch SEHR auf die
Bedingungen an. Auffem See ins Wasser fallen kann
relativ ungefaehrlich sein weil da kann der geuebte Schwimmer
event. nach 5 min. das rettende Ufer erreichen. Sieht aber trotzdem
nicht soo elegant aus wenn z.B. ein Jollensolosegler beim ausreiten
ausse Gurte rutscht und das Boot alleine weiterfaehrt. Auf Stil sollte
man also schon achten bei solchen Ueberlebenstaetigkeiten!

Auffer allerhoechsten Hochsee kommt es bezueglich weiterleben
im Diesseits in erster Linie darauf an welcher Seegang herrscht.
Weil erstens ist es bis zum Ufer (relativ) weit und zweitens muss
der oder die Aermste im Wasser ab sagen wir mal Seegang vier
ganz schoen Wasser schlucken. Und Salzwasser ist kein Calvados,
oder? Und drittens ist son kleiner Kopf im Wasser (ausser den drss
Grosskoepfen natuerlich) dann von den anderen Kleinkarierten
nicht mehr so gut zu sehen. Rothaarige natuerlich ausgenommen.

Gilt natuerlich nur fuer Tageslicht wer im Dunkel ueber Bord springt
hat schliesslich selber schuld. Obwohl wenn ich so daran denke
wie die Sicht bei hellstem Sonnenschein im Gegenlicht ist bei
Schaumkronen auffem Wasser da musse son kleinen Kopf
auch erst mal finden. Sagen wir mal im Mistral bei Sonne von vorne.

Wenn du aber waehrend der ARC auf allerhoechster
Hochsee in den Kalmen ueber Bord springst weil du die Hitze nicht
mehr aushalten kannst und ansonsten die Bedingungen still ruht
der oder die See herrschen der wird sicher diesen Genuss
einzigartig geniessen. Es sei denn er haette Angst vor Haien.
Nein, nicht die Geldhaie, mehr die mit den doppelten Zahnreihen.
Aber dagegen kann man sich ja schuetzen (lassen). Haelt
halt jemand Wache. Mit der Flinte. Mit oder ohne Waffenschein.
Hauptsache er hat den UKW Schein. Gut, sicher nur was fuer
starke Nerven aber die braucht man in drss doch auch, oder?
Und son Bad mitten zwischen Fuerte und St. Luzia hat doch
was. Finde ich. Auf jeden Fall besser als im Hallenbad. Oder?

Ein Bekannter von mir hat schon mehrmals an der internationalen
Chaotenmeisterschaft der Kanalschwimmer teilgenommen.
Findet jedes Jahr einmal statt. Die schwimmen da von Calais
nach Dover. Nonstop. Einhand. Na ja, eigentlich haben sie
mehr zwei Haende. Son bloeder Einhandsegler
wie ich hat ja auch zwei. Kein Mensch weiss warum!!
Aber mal egal, wer solche tierischen Schwimmkonditionen hat
wie die Kanalschwimmer der kann doch worldwide ruhigen
Gewissens ueber Bord fallen. Oder?

Und last but not least kommt es doch hinsichtlich der
Ueberlebenschancen auf der See wenn man sich denn schon
mal im Wasser befindet in ERSTER Lininie auf die Restbesatzung
an. Will sagen die wo sich noch on board befinden. Wenn dass
drssler sind geht man sicher schon mal freiwillig auf Tiefe.
Weil wer will sich schon von Anhaengern schulungsmaessiger
MOB Manoever ueberfahren lassen??

Allerdings, ich gebe es verschaemt zu, es kommt ziemlich bloed
wenn sich ansonsten ueberhaupt keiner mehr on board befindet.
Z.B. wennse Solosegler bist. In diesem Fall koennte sogar ich
(eventuell) die Daseinsberechtigung von drsslern neu ueberdenken:-))

Schiff ahoi
Manfred

J. P. Schma

unread,
Dec 15, 2002, 11:09:00 AM12/15/02
to
Hallo,
"Tobias Crefeld" <Tobias_...@p97.f8057.n2480.z2.fidonet.org> schrieb>

snip


> Was bleibt bei Zivilisten auch anderes uebrig? Mit vorgehaltener Waffe die
> Anordnung durchsetzen? Wohl kaum.
> Gegen Unvernunft ist eh kein Kraut gewachsen. Die Verhaltensmassregeln
> werden vorm Toern bekanntgegeben und damit ist der Skipper aus dem
> Schneider.
>Danach muss jeder selbst entscheiden und die Erfahreneren sind
> dann in erster Linie Vorbild. IMHO.


Leider NEIN!
Vor einem Jahr gab es einen Bericht, aus einer Seeamtsverhandlung
(Zeitschrift der Kreuzerabteilung) in der ein Skipper an dem Tod eines
Mitseglers
für mitschuldig befunden wurde, der ohne Rettungsweste zu Bache gegangen
war.
Zum Vorgang:
Der Skipper hatte den Mitsegler mehrfach aufgefordert bei schwerem Wetter
die Weste anzulegen, was dieser verweigerte, was in der Seeamtsverhandlung
auch durch Mitsegler bestätigt wurde!
Der Skipper machte eine Logbucheintragung über das Fehlverhalten des
Mitseglers und das wars!
Später ging dieser Mitsegler zu Bache und ward verlustig, eine sofort
eigeleitete Suchaktion bestätigte nur dessen Tod.
Bei der Seeamtsverhandlung wurde ein Mitverschulden des Skippers damit
begründet, dass er das "Mannschaftsmitglied" nicht gezwungen hat die Plicht
in Richtung Salon zu verlassen!
Soviel zur "freien Entscheidung" eine Rettungsweste zu tragen und der
Aussage "...und damit ist der Skipper aus dem Schneider".

Wie der Spruch des Seeamts in der Praxis durchsetzbar ist, bleibt mir bei
einem widerspenstigen Mitsegler ein Rätsel, oder?

Gruß Jürgen.


Wolfgang Broeker

unread,
Dec 15, 2002, 12:43:14 PM12/15/02
to
Jürgen Schma schrub[tm]:

> Vor einem Jahr gab es einen Bericht, aus einer Seeamtsverhandlung
> (Zeitschrift der Kreuzerabteilung) in der ein Skipper an dem Tod eines
> Mitseglers für mitschuldig befunden wurde, der ohne Rettungsweste zu
> Bache gegangen war.

Hast Du zufällig die Ausgabe zur Hand und kannst mir sagen, in
welcher Nummer das stand? Auf Anhieb finde ich das nicht.


> Bei der Seeamtsverhandlung wurde ein Mitverschulden des Skippers
> damit begründet, dass er das "Mannschaftsmitglied" nicht gezwungen
> hat die Plicht in Richtung Salon zu verlassen!

Wie hat man sich das "zwingen" vorzustellen, mit gespannter Signal-
pistole oder Winschkurbel und Bootshaken?

Gruß - Wolfgang

--
*** Ein Tag auf See ist ein verlorener Tag im Hafen. ***
*** Gernot Firsching ***

*** Sun, 15 Dec 2002 18:37 +0100 ***

Hartmut Schenke

unread,
Dec 15, 2002, 12:38:50 PM12/15/02
to
J. P. Schma schrieb:

[...]

> Zum Vorgang:
> Der Skipper hatte den Mitsegler mehrfach aufgefordert bei schwerem
> Wetter die Weste anzulegen, was dieser verweigerte, was in der
> Seeamtsverhandlung auch durch Mitsegler bestätigt wurde!
> Der Skipper machte eine Logbucheintragung über das Fehlverhalten des
> Mitseglers und das wars!
> Später ging dieser Mitsegler zu Bache und ward verlustig, eine
> sofort eigeleitete Suchaktion bestätigte nur dessen Tod.
> Bei der Seeamtsverhandlung wurde ein Mitverschulden des Skippers
> damit begründet, dass er das "Mannschaftsmitglied" nicht gezwungen
> hat die Plicht in Richtung Salon zu verlassen!
> Soviel zur "freien Entscheidung" eine Rettungsweste zu tragen und
> der
> Aussage "...und damit ist der Skipper aus dem Schneider".
>
> Wie der Spruch des Seeamts in der Praxis durchsetzbar ist, bleibt
> mir bei einem widerspenstigen Mitsegler ein Rätsel, oder?

Wenn ein Mitsegler sich weigert, die Sicherheitsausrüstung anzulegen
und auch nicht bereit ist, sich nach unten zu verholen, ist eben auch
das im Logbuch einzutragen. Das müsste dann aber auch reichen, denn
unmittelbarer Zwang wird ja wohl kaum verlangt werden können, meine
ich(=gelernter Jurist).

Gruß
Abdul

J. P. Schma

unread,
Dec 15, 2002, 12:55:00 PM12/15/02
to
Hallo,
"Wolfgang Broeker" <wolf...@broeker.com> schrieb

> Hast Du zufällig die Ausgabe zur Hand und kannst mir sagen, in welcher
Nummer das stand? Auf Anhieb finde ich das nicht.

leider nicht, ich kann mich aber erinnern, dass der Törn auf der Nordsee
stattfand mit einer Segelschule, die die Fahrt als Ausbildungstörn anbot!

> > Bei der Seeamtsverhandlung wurde ein Mitverschulden des Skippers
> > damit begründet, dass er das "Mannschaftsmitglied" nicht gezwungen
> > hat die Plicht in Richtung Salon zu verlassen!
>
> Wie hat man sich das "zwingen" vorzustellen, mit gespannter Signal-
> pistole oder Winschkurbel und Bootshaken?

Keine Ahnung, aber die Vorstellung eines "widerspenstigen Mitseglers"
bereitet mir Unbehagen :((!
Gruß - Jürgen

GMnch

unread,
Dec 15, 2002, 3:38:39 PM12/15/02
to
Im Artikel <ati9f0$h6j$03$1...@news.t-online.com>, "J. P. Schma"
<jarn...@t-online.de> schreibt:

>Wie der Spruch des Seeamts in der Praxis durchsetzbar ist, bleibt mir bei
>einem widerspenstigen Mitsegler ein Rätsel, oder?
>

Erst (halb) totschlagen, dann Schwimmweste gewaltsam anziehen
dann Objekt (ganz) totmachen indem man es in den Bach schmeisst.
Kommt doch einfach, oder?

Stirbt der Segler im Oktober
braucht er im Winter kein`n Pullover

Oder so
Manfred

J. P. Schma

unread,
Dec 15, 2002, 3:51:42 PM12/15/02
to

"Hartmut Schenke" <HSch...@web.de> schrieb>

> Wenn ein Mitsegler sich weigert, die Sicherheitsausrüstung anzulegen
> und auch nicht bereit ist, sich nach unten zu verholen, ist eben auch
> das im Logbuch einzutragen.

"Die Aufforderung des Skippers an den Mitsegler sich in den Salon zu
verholen" wurde nach meiner Erinnerung bei der Seeamtsverhandlung als
entscheidender Mangel bewertet, da sie wohl nicht vom Skipper ausgesprochen
wurde!
Nach meiner Meinung wäre dieses wohl aber auch nicht durchsetzbar gewesen,
denn bei schwerem Wetter im Salon auszuhalten erfordert einen starken Magen.

>Das müsste dann aber auch reichen, denn
> unmittelbarer Zwang wird ja wohl kaum verlangt werden können, meine
> ich(=gelernter Jurist).

Ich (kein Jurist) vermute mal, dass es da Außnahmen im Seerecht gibt, ich
erinnere nur an das Festsetzen von Randalierern im Flugzeug mit
Plastikbindern durch das Flugpersonal.
Interessant wäre mal eine juristische Wertung zu so einem Vorfall unter der
Sicht der neuen privaten Haftung des Skippers und der Frage "Wer will oder
muss den Skipper machen".

Gruß Jürgen


J. P. Schma

unread,
Dec 15, 2002, 3:54:55 PM12/15/02
to

"GMnch" <gm...@aol.com> schrieb
snip

> Stirbt der Segler im Oktober
> braucht er im Winter kein`n Pullover

und der Skipper wird zum Witwentröster :-))
Gruß Jürgen


HC Ahlmann

unread,
Dec 15, 2002, 3:57:44 PM12/15/02
to
GMnch <gm...@aol.com> wrote:

> In diesem Fall koennte sogar ich (eventuell) die Daseinsberechtigung von
> drsslern neu ueberdenken:-))

Wirst Du weich oder wirst Du alt? Solch milde Töne über drssler, tststs.

Munterbleiben
HC
--
Dumpfbacke! Dünnbrettbohrer! Weichei!
Abführ'n!
Stoppok

HC Ahlmann

unread,
Dec 15, 2002, 3:57:43 PM12/15/02
to
Hartmut Schenke <HSch...@web.de> wrote:

> J. P. Schma schrieb:

> > Wie der Spruch des Seeamts in der Praxis durchsetzbar ist, bleibt
> > mir bei einem widerspenstigen Mitsegler ein Rätsel, oder?
>
> Wenn ein Mitsegler sich weigert, die Sicherheitsausrüstung anzulegen
> und auch nicht bereit ist, sich nach unten zu verholen, ist eben auch
> das im Logbuch einzutragen. Das müsste dann aber auch reichen, denn
> unmittelbarer Zwang wird ja wohl kaum verlangt werden können, meine
> ich(=gelernter Jurist).

Warum nicht? Ein solcher Mitsegler gefährdet nicht nur sich selbst
sondern auch die übrigen, weil sie zum einen erhöhte Aufmeksamkeit auf
ihn verwenden müssen, zum anderen er bei Manövern nicht eingesetzt
werden kann und schlimmstenfalls ein Bergemanöver nötig macht. Ich sehe
keinen Grund, zur Abwendung dieser möglichen Gefahren für die übrigen
Zwang gegen den Uneinsichtigen einzusetzen.

> Gruß
> Abdul

Verrätst Du, wieso Du mit Abdul zeichnest während Hartmut im Absender
steht? Ich vermute zumindest eine Anekdote.

Munterbleiben
HC

Andre Tornow

unread,
Dec 15, 2002, 4:22:58 PM12/15/02
to
J. P. Schma schrieb:

>
> Ich (kein Jurist) vermute mal, dass es da Außnahmen im Seerecht gibt, ich
> erinnere nur an das Festsetzen von Randalierern im Flugzeug mit
> Plastikbindern durch das Flugpersonal.

Ich bin auch kein Jurist, aber aus der naiven Sicht eines Menschen, der
gerne unversehrt durchs Leben geht, wuerde ich sagen, es ist ein kleiner
Unterschied, ob einer randaliert oder aus unerfindlichen Gruenden meint
er muesse sich durch Widerspenstigkeit beim Mitsegeln auszeichnen.
Wenn also einer randaliert, wird man ihn wohl ruhigstellen duerfen. Egal
ob man zum Personal gehoert oder nicht. Ob das Mittel der Wahl eine
auf die Zwoelf ist oder ein Sack ueber Kopp haengt wohl von der
Beharrlichkeit des Randalierers ab. Beides kaeme mir jedenfalls fuer
einen Rettungswestenverweigerer unverhaeltnismaessig vor.

> Interessant wäre mal eine juristische Wertung zu so einem Vorfall unter der
> Sicht der neuen privaten Haftung des Skippers und der Frage "Wer will oder
> muss den Skipper machen".

Auf meinem Kahn bin ich der Skipper, wenn ich irgendwo mitsegle nicht.
Hab ich auch noch nicht erlebt, dass mich einer zwingen wollte.

Beim Chartern sieht das sicher etwas anders aus, aber da wollen doch eh
immer alle Skipper sein :-). Letztlich sollte sich doch einer finden
lassen, der die groesste Erfahrung hat und der macht dann halt den Skipper.

Ich staune immer, was sich da manche Leute fuer Zeitgenossen aufs Boot
laden.

Andre

Owe Jessen

unread,
Dec 15, 2002, 7:53:32 PM12/15/02
to
Am Sun, 15 Dec 2002 18:38:50 +0100, schrieb Hartmut Schenke
<HSch...@web.de> :

>
>Wenn ein Mitsegler sich weigert, die Sicherheitsausrüstung anzulegen
>und auch nicht bereit ist, sich nach unten zu verholen, ist eben auch
>das im Logbuch einzutragen. Das müsste dann aber auch reichen, denn
>unmittelbarer Zwang wird ja wohl kaum verlangt werden können, meine
>ich(=gelernter Jurist).
>

Wieso hälst du die Anwendung von Zwang für nicht notwendig? Das hat
jetzt nichts mit "Skipper=Master next God" und son Kram zu tun, aber
das wäre doch eine der Situationen wo der Schiffer sich auch zum
Schutze des Widerspänstigen Mitseglers durchsetzen muß.
Owe
--
21 ist nur die halbe Wahrheit!
www.owejessen.de

Wolfgang Kegel

unread,
Dec 16, 2002, 4:43:16 AM12/16/02
to
"Hartmut Schenke" <HSch...@web.de> schrieb

> Wenn ein Mitsegler sich weigert, die Sicherheitsausrüstung anzulegen
> und auch nicht bereit ist, sich nach unten zu verholen, ist eben auch

> das im Logbuch einzutragen. Das müsste dann aber auch reichen, [...]

...das wuerde mir auch reichen, im naechsten Hafen festzumachen und
dieser Pappnase seinen Rollen-Hartschalenkoffer auf den Steg zu
stellen. Schlicht und ergreifend.

Ich gehe mal davon aus, dass jemand, der sich so benimmt, auch noch
andere Ueberraschungen auf der Pfanne hat. Und _dann_ mache ich den
Eintrag im Logbuch, aber in aller Seelenruhe.

Gruss
W.K.

Klaus-Werner Olderdissen

unread,
Dec 16, 2002, 5:35:51 AM12/16/02
to
Wolfgang Kegel <ke...@helloman.com> schrieb in im Newsbeitrag:
atk70g$14ttkl$1...@ID-118905.news.dfncis.de...

> ...das wuerde mir auch reichen, im naechsten Hafen festzumachen und
> dieser Pappnase seinen Rollen-Hartschalenkoffer auf den Steg zu
> stellen. Schlicht und ergreifend.

Richtig, das ist in dem Fall der einzig gangbare und vernünftige Weg!!!

Soll mal einer versuchen mich durch fesseln oder dergleichen
festzusetzen oder gar körperliche Gewalt anwenden. In dem Moment wäre
schlagartig meine Rente oder zumindest eine länger dauernde
Arbeitsunfähigkeit auf dessen Kosten gesichert.

Is nix mit Käpt'n next God. Es ist immer die Verhältnismäßigkeit der
Mittel zu wahren.

Hartmut Schenke

unread,
Dec 15, 2002, 6:50:50 PM12/15/02
to
HC Ahlmann schrieb:

> Hartmut Schenke <HSch...@web.de> wrote:

[...]

>> Wenn ein Mitsegler sich weigert, die Sicherheitsausrüstung
>> anzulegen und auch nicht bereit ist, sich nach unten zu verholen,
>> ist eben auch das im Logbuch einzutragen. Das müsste dann aber auch
>> reichen, denn unmittelbarer Zwang wird ja wohl kaum verlangt werden
>> können, meine ich(=gelernter Jurist).
>
> Warum nicht? Ein solcher Mitsegler gefährdet nicht nur sich selbst
> sondern auch die übrigen, weil sie zum einen erhöhte Aufmeksamkeit
> auf ihn verwenden müssen, zum anderen er bei Manövern nicht
> eingesetzt werden kann und schlimmstenfalls ein Bergemanöver nötig
> macht. Ich sehe keinen Grund, zur Abwendung dieser möglichen
> Gefahren für die übrigen Zwang gegen den Uneinsichtigen einzusetzen.

Es kommt - wie man von Juristen häufig hören kann - auf den Einzelfall
an. Also das kann - je nach Situation - von einem guten Zureden bis
zu nonverbalem Einzel- oder Gruppenzwang gehen. Es ist dabei aber
immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel zu beachten.
Eine einfache Verweigerung darf also sicherlich nicht sofort mit mit
einem Ding auf die Zwölf beantwortet werden. ;-) Und die
Dokumentation (Logbuch) darf nicht vergessen werden, wenn die
Verweigerung nicht freiwillig aufgegeben worden ist.

[...]



> Verrätst Du, wieso Du mit Abdul zeichnest während Hartmut im
> Absender steht? Ich vermute zumindest eine Anekdote.

Ja, denn es hängt mit dem Segeln zusammen und ist deswegen hier nicht
off topic.
Der Name ist mir im November 1981 von freundlichen Arabern verpasst
worden, nachdem ich - aber eigentlich immer nur bei heftigem Wetter -
2 Wochen lang mit einem Laser morgens 2 und nachmittags nochmal 3-4
Stunden auf das gut ondulierte Mittelmeer hinausgefahren bin, und
zwar wirklich hinaus. Das hat bei arabischen Beobachtern vor allem
Kopfschütteln verursacht.
Die deutsche Übersetzung von Abdul lautet 'Diener, Sklave'. Irgendwie
hatten die wohl recht. ;-)

Gruß
Abdul

(der im wirklichen Leben Hartmut Schenke heisst und nur in newsgroups
seitdem so unterzeichnet)

Hartmut Schenke

unread,
Dec 15, 2002, 7:16:37 PM12/15/02
to
J. P. Schma schrieb:

>
> "Hartmut Schenke" <HSch...@web.de> schrieb>

[...]

> >Das müsste dann aber auch reichen, denn
>> unmittelbarer Zwang wird ja wohl kaum verlangt werden können, meine
>> ich(=gelernter Jurist).
> Ich (kein Jurist) vermute mal, dass es da Außnahmen im Seerecht
> gibt, ich erinnere nur an das Festsetzen von Randalierern im
> Flugzeug mit Plastikbindern durch das Flugpersonal.

Nun sind erstmal Flieger etwas anderes als Yachten, schon mal allein
vom "Publikum" her, und Randalieren ist etwas anderes als bloßes
Verweigern. ;-)
Es kommt eben ganz auf den Einzelfall an und auf die
Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel an, die natürlich 'von
bis' gehen können und notfalls auch müssen. Wichtig ist aus
juristischer Sicht auf jeden Fall eine ordentliche Dokumentation
(Logbuch).

> Interessant wäre mal eine juristische Wertung zu so einem Vorfall
> unter der Sicht der neuen privaten Haftung des Skippers und der
> Frage "Wer will oder muss den Skipper machen".

Skippereien dürften in den meisten unserer Fälle sogenannte
Gefälligkeitsleistungen sein, also solche ohne Gewinnabsichten. Da
ist die Haftung ohnehin begrenzt. Wer in Zweifelsfällen sicher gehen
will, lässt sich eben vor dem Törn Freistellungserklärungen
unterschreiben, nach denen nur für Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit
gehaftet wird.

Gruß
Abdul

>
> Gruß Jürgen

Hartmut Schenke

unread,
Dec 16, 2002, 5:45:28 AM12/16/02
to
Owe Jessen schrieb:

> Am Sun, 15 Dec 2002 18:38:50 +0100, schrieb Hartmut Schenke
> <HSch...@web.de> :
>
>>
>>Wenn ein Mitsegler sich weigert, die Sicherheitsausrüstung anzulegen
>>und auch nicht bereit ist, sich nach unten zu verholen, ist eben
>>auch das im Logbuch einzutragen. Das müsste dann aber auch reichen,
>>denn unmittelbarer Zwang wird ja wohl kaum verlangt werden können,
>>meine ich(=gelernter Jurist).
>>
>
> Wieso hälst du die Anwendung von Zwang für nicht notwendig?

Weil der in den meisten Fällen unverhältnismäßig oder gar überflüssig
sein dürfte und zusätzliche Probleme verursachen kann. Wir haben es
doch in aller Regel mit erwachsenen und mündigen Menschen zu tun, die
grundsätzlich für sich selbst verantwortlich sind, weil man ihnen
gewisse Einsichtsfähigkeiten unterstellen darf. Meine Meinung, wie
gesagt ('müsste', 'wohl kaum') hatte ich geschrieben.
Natürlich sind Fälle vorstellbar, in denen als letztes Mittel Zwang
angewendet werden muss. Etwa, wenn jemand besoffen und damit
unzurechnungsfähig die Benutzung von Weste und lifebelt verweigern
und stattdessen auch noch provokativ auf dem Deck herumspringen
sollte.
Ich segle seit ca. 45 Jahren, habe in dieser Zeit aber nie erlebt,
dass Zwang angedroht, geschweige denn angewendet werden musste.

> Das hat
> jetzt nichts mit "Skipper=Master next God" und son Kram zu tun, aber
> das wäre doch eine der Situationen wo der Schiffer sich auch zum
> Schutze des Widerspänstigen Mitseglers durchsetzen muß.

Btw, häufig haben auch die äußeren Umstände starke Argumente. ;-)

Gruß
Abdul

HC Ahlmann

unread,
Dec 16, 2002, 6:34:23 AM12/16/02
to
Edgar Warnecke <ewar...@gmx.net> wrote:

> Verraetst Du uns jetzt noch, wozu das Brettchen gut ist?

Man könnte es als Schild verwenden.

Munterbleiben
HC

GMnch

unread,
Dec 16, 2002, 7:04:49 AM12/16/02
to
Im Artikel <atirr6$lop$04$1...@news.t-online.com>, Andre Tornow
<a.to...@tornow-ims.de> schreibt:

>Ich staune immer, was sich da manche Leute fuer Zeitgenossen aufs Boot=20
>laden.

Ich auch. Aber ist sicher mehr Schall und Rauch als die volle Wahrheit
was die Jungs hier alles so erzaehlen!!!

Zusaetzlich staune ich aber auch, welche Zeitgenossen so den Skipper
machen. Soll Leute geben die gehen auf Segelboote und machen da
den Kapitaen weil sie zu Hause nullkommanix zu sagen haben. Die
ergoetzen sich dann an Sicherheitseinweisungen und MOB Manoever
noch und noecher. Nach dem Motto jeder hoert auf mein Kommando.
Das geht natuerlich nur solange gut bis die anderen einfachen Matrosen
merken dass der Kapitaen null Ahnung hat. Null Bock geht auch.
Oder es sich mehrere Kapitaene on board befinden. Oder die
Matrosen denken sie waren jetzt schon approximate 1.5 x auffem
Boot nun seien sie auch Kapitaen. Und auf (Freizeit) Booten gibt es
eigentlich doch nur Kapitaene, oder? Das wusste schon der olle
Vettermann. Gott habe ihn selig. Oder heilig.

Bei mir jedenfalls ist es so wenn denn mal meine Frau mitsegelt
(da sei natuerlich der Teufel vor - kommt aber leider schon mal vor:-)
gelten meine Oberamtsmannkapitaenspatente in der realen Welt
ueberhauptnixmehr. Und wenn ich ihr sage ziehe bitte die
Schwimmweste an meine Liebe dann klingt das erstens bloed
und zweitens haut sie mir das Ding um die Ohren wenn sie der
Meinung ist das sei nicht noetig. Ober-Skipper hin oder her.

Einhandsegeln, das isses! Eine Hand fuers Boot, die andere
fuer DB. Hasse auch keine Probleme mit renitenten Mitseglern!
Und Schwimmweste kannse anziehen wie es denn gefaellt.
Meistens selten. Denn unsereins kann erstens schon schwimmen
und braucht da keine Hilfe mehr nix zu und zweitens waere er froh
die ganze Segelscheixxe haette ein Ende. Und er koennte endlich
auf Tiefe geh`n. Immer noch besser als im Pflegeheim, oder?

Und segle ich mit Freunden oder Bekannten sind sowieso alle
Kapitaene. Da bist du eh nur der Idiot der das Boot stellt.
Und segelst du Regatta hast du als Eigner und Skipper erst recht
nix zu sagen. Erzaehl den Raceleuten mal was von Schwimmwesten.
Die lachen dich doch aus. Wer will das schon? Machste halt nen
anderen zum Skipperhansel. Koennen sie ueber den lachen. Kommt
doch einfach, oder?

Scheint die Sonne auf das Schwert
macht der Skipper was verkehrt

Oder so
Manfred

GMnch

unread,
Dec 16, 2002, 7:04:47 AM12/16/02
to
Im Artikel <1fn94fp.1hoxk5o18279h8N%hc.ah...@gmx.de>, hc.ah...@gmx.de (HC
Ahlmann) schreibt:

>Wirst Du weich oder wirst Du alt? Solch milde Töne über drssler, tststs.
>

Weichei war ich doch schon immer. Und alt werde ich auch immer
schneller. Gerade heute erst wieder einen Termin beim Zahnklempner.
Neue Implantate. Demnaechst besteht eh nur noch ALLES aus
Implantaten. Und selbst drssler werden mit der Zeit eintoenig.
Da kann man schon mal Milde gelten lassen, oder?

Hat die Seglerin keine Locken
bleibt sie ohne Segler hocken

Oder so
Manfred

GMnch

unread,
Dec 16, 2002, 7:27:16 AM12/16/02
to
Im Artikel <atkb1i$14bi9c$1...@ID-26855.news.dfncis.de>, Hartmut Schenke
<HSch...@web.de> schreibt:

>Ja, denn es hängt mit dem Segeln zusammen und ist deswegen hier nicht
>off topic.
>Der Name ist mir im November 1981 von freundlichen Arabern verpasst
>worden, nachdem ich - aber eigentlich immer nur bei heftigem Wetter -
>2 Wochen lang mit einem Laser morgens 2 und nachmittags nochmal 3-4
>Stunden auf das gut ondulierte Mittelmeer hinausgefahren bin, und
>zwar wirklich hinaus.

Dazu zwei Fragen: erstens gab es 1981 schon Laser?:-) und zweitens
warum machst du *soetwas*?:-))

Das hat bei arabischen Beobachtern vor allem
>Kopfschütteln verursacht.

Kann man verstehen, oder?

Schiff ahoi
Man[der zuletzt (Sept.) bei den arabischen (Macadi Bay/Rotes Meer)
zwar nicht Laser aber Topcat gesegelt ist weil es Laser so gut wie
niergendwo wo mehr zu leihen gibt (oder weisst du eine Adresse?)
und der damit aber max. 2 Std. taeglich segelte weil es wartete
ja auch noch Tennis,Tauchen und Surfen etc.
Und apres-sailing natuerlich!]fred

In diesem Sinne:
scheint die Sonne auf das Schwert


macht der Skipper was verkehrt

SCNR


Andre Tornow

unread,
Dec 16, 2002, 8:05:00 AM12/16/02
to
Hartmut Schenke schrieb:

> Ich segle seit ca. 45 Jahren, habe in dieser Zeit aber nie erlebt,
> dass Zwang angedroht, geschweige denn angewendet werden musste.
>

Eben. Ich segle zwar noch nicht so lange, gehe aber davon aus, dass ich,
sollte ich dazu Gelegenheit bekommen, in ca. 30 Jahren eine aehnliche
Bilanz ziehen kann.

Andre

HC Ahlmann

unread,
Dec 16, 2002, 8:07:01 AM12/16/02
to
Hartmut Schenke <HSch...@web.de> wrote:

> Es kommt - wie man von Juristen häufig hören kann - auf den Einzelfall
> an.

Das höre ich auch oft von Joachim :-)

> Also das kann - je nach Situation - von einem guten Zureden bis
> zu nonverbalem Einzel- oder Gruppenzwang gehen. Es ist dabei aber
> immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel zu beachten.
> Eine einfache Verweigerung darf also sicherlich nicht sofort mit mit
> einem Ding auf die Zwölf beantwortet werden. ;-) Und die
> Dokumentation (Logbuch) darf nicht vergessen werden, wenn die
> Verweigerung nicht freiwillig aufgegeben worden ist.

So stimme ich Dir zu; Deinem vorhergehenden posting entnahm ich, daß Du
Zwang in jedem Fall ablehnst und das erschien mir als zu weitgehende
Einschränkung für eine Situation, in die wir hoffentlich nie kommen
werden.

> Ja, denn es hängt mit dem Segeln zusammen und ist deswegen hier nicht
> off topic.

Danke dafür :-)

Munterbleiben
HC

Olaf Hoffmann

unread,
Dec 16, 2002, 11:55:07 AM12/16/02
to
Moin zusammen,

"Klaus-Werner Olderdissen" <n...@utikschule.de> schrieb im Newsbeitrag
news:atka8t$qnd$05$1...@news.t-online.com...


> Wolfgang Kegel <ke...@helloman.com> schrieb in im Newsbeitrag:
> atk70g$14ttkl$1...@ID-118905.news.dfncis.de...
>
> > ...das wuerde mir auch reichen, im naechsten Hafen festzumachen und
> > dieser Pappnase seinen Rollen-Hartschalenkoffer auf den Steg zu
> > stellen. Schlicht und ergreifend.
>
> Richtig, das ist in dem Fall der einzig gangbare und vernünftige
Weg!!!

Bei mir als Skipper unterschreibt jeder, der mehr als einen Tagestörn
mit mir segelt, im Rahmen einer Mitsegelvereinbarung folgenden Passus:
"Mitsegler:
Den Anweisungen des Schiffsführers ist unbedingt Folge zu leisten. [...]
Da der Schiffsführer im Rahmen der seemännischen Pflichten für das
Schiff und das Leben der Crew verantwortlich ist, hat er das Recht,
einzelne Mitsegler nach Erreichen des nächsten Hafens vom Törn
auszuschließen, wenn diese [...] durch ihr Verhalten die Sicherheit an
Bord oder andere gefährden [...].
Haftung:
"[... Der Teilnehmer] ist voll und ganz für sich selbst verantwortlich
und hat für seine Person die jeweils erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen
zu treffen, z.B. Anlegen der Lifebelts und/oder der Schwimmweste,
Sicherung unter Deck, an Oberdeck und im Wasser.[...]"

Darauf werden die Leute schon bei den ersten Planungen für den Törn
hingewiesen, bisher hat noch keiner einsteigen wollen, der sich
geweigert hat, das zu unterschreiben. Und der Schiffsführer "legt in
Abstimmung mit den Törnteilnehmern unter Berücksichtigung der Wetterlage
die Fahrtroute fest", der nächste Hafen kann also auch mal der sein, aus
dem man gerade erst ausgelaufen ist!

Grüße aus Schleswich,

Olaf Hoffmann

--
de.rec.sport.segeln im Internet: www.derecsportsegeln.de
Charta, FAQ, Schreiberliste, Törnberichte, ...
(Version 2.4.2 vom 19.10.2002)

Thomas Erstfeld

unread,
Dec 16, 2002, 2:39:37 PM12/16/02
to
J. P. Schma schrieb:

>> Stirbt der Segler im Oktober
>> braucht er im Winter kein`n Pullover
>
> und der Skipper wird zum Witwentröster :-))

HC würde jetzt sagen: 'Kann man machen, muß man aber nicht.'

Ansonsten wird die Diskussion langsam etwas makaber.

Gruß
Thomas
--
Die Ostsee ist im April und Oktober für Anfänger nicht geeignet.
(Lieblingszitat eines Segelanfängers aus einem SKS-Lehrbuch im
Oktober 2002 auf unserem Ostsee-Törn)

Thomas Erstfeld

unread,
Dec 16, 2002, 2:31:02 PM12/16/02
to
Edgar Warnecke schrieb:


>
> Ahhhh, jetzt kommt der wahre Grund fuer das Mitschleifen Deines
> Messers deutlich.
>

Wobei HC zuletzt der einzige Mitsegler an Bord war, der bei Wind und
Welle ohne Schwimmweste und Lifebelt aufs Vorschiff ging. Das Messer
dient somit sicher nur zur Verteidigung, falls jemand das Anlegen
vorgenannter Sicherungsmittel erzwingen will.

;-))

Gruß
Thomas
--
Yo, wir schaffen das. ;-)
(Bob, der Baumeister)

Andreas Engwicht

unread,
Dec 16, 2002, 3:09:50 PM12/16/02
to
Hallo!
> In uk.rec.sailing verfolge ich eine Dikussion über das Überbordfallen.
Dabei
> kam mir die Frage ob hier jemand eigene Erfahrungen hat?
> Ich bin gespannt auf eure Berichte.
>

Also, hier kann ich auch mit Erfahrungen dienen.

1) Wir haben das mal aus Spaß bei wirklich gutem Wetter vor Middelfart
"geübt". Einer springt völlilg überraschend für den Rudergänger ins Wasser
und lässt sich dann retten. Das war auch für die an Bord gebliebenen recht
schwer - und der zu Rettende war ja nicht mal bewusstlos.

2) Ich habe mich mal bei guter Marschfahrt (mit der Freindship 22 waren das
dann so 4 kn) hinterherziehen lassen. Als ich dann wieder rein wollte, war
es verdammt schwer, die Beine wieder nach vorne an die Badeleiter zu
bekommen und dann auch noch so zu verkeilen, dass sie durch die Strömung
nicht wieder "abtrieben".

3) Aeroe Rund 1998 (nur in der Zeitung gelesen): Mann im Dunkeln beim
Pinkeln über Bord gegangen - haben sie nie wieder gefunden.


Also Fazit (Mit Jochen Schult gesprochen): Das beste Mann über Bord Manöver
ist dessen Vermeidung.

Gruß

Andreas


Tobias Crefeld

unread,
Dec 16, 2002, 3:47:00 PM12/16/02
to
a.tornow # tornow-ims.de@2:2480/8049.100 meinte am 15.12.02

AT> Beim Chartern sieht das sicher etwas anders aus, aber da wollen doch
AT> eh immer alle Skipper sein :-). Letztlich sollte sich doch einer

Klar, und Segler gibts ja wie Sand am Meer - nur ein Smut sucht man immer
ewig. ;)

AT> Ich staune immer, was sich da manche Leute fuer Zeitgenossen aufs Boot
AT> laden.

Bist Du da noch nie auf die Schnauze gefallen? Leute, mit denen Du schon
seit Jahren einen kneipen gehst, o.ae. und kaum zwei Tage an Bord,
knirscht es schon gewaltig? Glueckspilz!
Gut, bei Chartertoerns hatte ich das bisher weniger. Aber wenn Du den
Toern zwei Wochen vorher als Einspringer uebernimmst, noch dazu ein Ziel
hast, dass Du mit verminderter Crew in der Kuerze der Zeit nicht mehr
erreichen wuerdest, aber erreichen musst, weil dort schon wieder die
naechste Crew wartet, dann wuenschst Du Dir manchmal schon nen studierten
Psychologen an Bord.
Mittlerweile meine ich festgestellt zu haben, dass es die meisten Probleme
mit Leuten gibt, die sich an und fuer sich gut auskennen, aber noch nie
selber ein Schiff gefuehrt haben. Hatte ich erst heuer noch so jemanden an
Bord. Den x-ten Diskurs hatte ich dann mit der Empfehlung beendet, doch
irgendwann mal selber einen Toern durchzufuehren und danach wieder
weiterzureden. Ich glaub ja nicht, dass er's macht, aber mal schaun und
dann fahr ich mit, als deckshand, das geb ich mir dann... =:)

Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
Dec 16, 2002, 2:37:00 PM12/16/02
to
HSchenke # web.de@2:2480/8049.100 meinte am 15.12.02

> > Wie der Spruch des Seeamts in der Praxis durchsetzbar ist, bleibt

> > mir bei einem widerspenstigen Mitsegler ein Raetsel, oder?

HS> Wenn ein Mitsegler sich weigert, die Sicherheitsausruestung anzulegen
HS> und auch nicht bereit ist, sich nach unten zu verholen, ist eben auch
HS> das im Logbuch einzutragen. Das muesste dann aber auch reichen, denn
HS> unmittelbarer Zwang wird ja wohl kaum verlangt werden koennen, meine
HS> ich(=gelernter Jurist).

Meines Wissens besteht das Seeamt nicht aus ausgebildeten Juristen,
sondern aus Seefahrern, ist also ein Sachverstaendigengremium. Der
Wortlaut ihrer Begruendung und ob sich ein ordentliches Gericht dem
anschliessen konnte, faende ich interessant zu lesen.


Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
Dec 16, 2002, 3:14:00 PM12/16/02
to
jarn.sch # t-online.de@2:2480/8049.100 meinte am 15.12.02

JPS> > > gezwungen hat die Plicht in Richtung Salon zu verlassen!


> > Wie hat man sich das "zwingen" vorzustellen, mit gespannter Signal-
> > pistole oder Winschkurbel und Bootshaken?

JPS> Keine Ahnung, aber die Vorstellung eines "widerspenstigen Mitseglers"
JPS> bereitet mir Unbehagen :((!

Nicht nur Dir, aber irgendwie muss man damit umgehen. Das letzte, das Du
an Bord brauchen kannst, ist ein eskalierender Streit. In Flugzeugen wird
das Kabinenpersonal nicht umsonst geradezu krampfhaft auf Freundlichkeit
getrimmt. Deswegen bleibt Dir nur, etwaige Unstimmigkeiten vorherzusehen
und an Land auszutragen.


Gruss,
Tobias.

Tobias Crefeld

unread,
Dec 16, 2002, 2:43:00 PM12/16/02
to
jarn.sch # t-online.de@2:2480/8049.100 meinte am 15.12.02

JPS> "Die Aufforderung des Skippers an den Mitsegler sich in den Salon zu
JPS> verholen" wurde nach meiner Erinnerung bei der Seeamtsverhandlung als
JPS> entscheidender Mangel bewertet, da sie wohl nicht vom Skipper
JPS> ausgesprochen wurde!

Das ist zumindest noch ansatzweise nachzuvollziehen. Wobei jemanden, der
Anleinen schon fuer ueberfluessig haelt, "Salon" sicher noch viel weniger
einsichtig ist.

JPS> Nach meiner Meinung waere dieses wohl aber auch nicht durchsetzbar
JPS> gewesen, denn bei schwerem Wetter im Salon auszuhalten erfordert
JPS> einen starken Magen.

Bei _schwerem_ Wetter gibts irgendwann _nur_ noch "Salon" (ersatzweise die
Koje) als regulaeren Aufenthaltsort. Hatte ich bislang gluecklicherweise
noch nie, aber hinsichtlich problematischer Durchsetzbarkeit stimme ich
Dir zu.


JPS> Interessant waere mal eine juristische Wertung zu so einem Vorfall
JPS> unter der Sicht der neuen privaten Haftung des Skippers und der Frage
JPS> "Wer will oder muss den Skipper machen".

Welche "neue private Haftung" meinst Du?


Gruss,
Tobias.

Hartmut Schenke

unread,
Dec 16, 2002, 4:27:00 PM12/16/02
to
GMnch schrieb:

> Hartmut Schenke <HSch...@web.de> schreibt:

[...]



> Dazu zwei Fragen: erstens gab es 1981 schon Laser?:-) und zweitens
> warum machst du *soetwas*?:-))

Ad 1: Bereits 1970 segelten Prototypen Regatten. 1974 wurde der Laser
als internationale Einheitsklasse anerkannt. Mein erster Laser war
Baujahr 1979 und hatte bereits die Nummer 78598.

Ad 2: Lasersegeln macht mir am meisten Spaß, wenn es ordentlich weht.
:-)))

> Das hat bei arabischen Beobachtern vor allem
>>Kopfschütteln verursacht.
>
> Kann man verstehen, oder?

Aus d e r e n Sicht so ungefähr. ;-)



> Schiff ahoi
> Man[der zuletzt (Sept.) bei den arabischen (Macadi Bay/Rotes Meer)
> zwar nicht Laser aber Topcat gesegelt ist weil es Laser so gut wie
> niergendwo wo mehr zu leihen gibt (oder weisst du eine Adresse?)

Etliche. Z. B. gibt es welche in Alcudia, Pollenca und in Clubs wie
Robinson, Aldiana, Club Med.

[...]

Gruß
Abdul

J. P. Schma

unread,
Dec 16, 2002, 4:44:48 PM12/16/02
to

"Tobias Crefeld" <Tobias_...@p97.f8057.n2480.z2.fidonet.org> schrieb im
Newsbeitrag am 16.12.02

> Welche "neue private Haftung" meinst Du?

soweit ich mich erinnere wurde das Haftungsrecht in diesem Jahr erheblich
verschärft, was zu ellenlangen Haftungsausschlussvereinbarungen im
Motorsport führte. Im Segelsport hat man das wohl etwas verschlafen, oder?
Gruß Jürgen


Hauke Ingmar Schmidt

unread,
Dec 16, 2002, 5:11:05 PM12/16/02
to
Moin!

Birgit Bechhaus-Kästner schrieb:
> Hallo NG


>
> In uk.rec.sailing verfolge ich eine Dikussion über das
> Überbordfallen. Dabei kam mir die Frage ob hier jemand eigene
> Erfahrungen hat? Ich bin gespannt auf eure Berichte.
>

> Gruß Birgit

Marstal, der DGzRS-Kreuzer hat uns gerade in den Hafen geschleppt. Der
Theologe, der dafür verantwortlich war (und das war auch schon so 'ne
Story...), "hilft" beim Festmachen. Das Boot gleitet am Poller vorbei,
er hält fest... bewegt sich aber nicht. Irgendwann hängt er dann
waagerecht. "Nun hol mich aber zurück" konnte er noch sagen, bevor er
dann fiel.

Bis denn
Hauke Ingmar


Klaus-Werner Olderdissen

unread,
Dec 16, 2002, 5:22:28 PM12/16/02
to
Tobias Crefeld <Tobias_...@p97.f8057.n2480.z2.fidonet.org> schrieb
in im Newsbeitrag:
MSGID_2=3A2480=2F8057.97=40fidonet...@fidonet.org...

> KWO> Berufsbereich:
> KWO> [x] Bei heftigerem Wetter/staerkerem Seegang hat keiner was an
Deck
> KWO> verloren
> KWO> [x] Beim Verlassen des Steuerhaus (alle Aufenthalte an Deck;
schreibt
> KWO> die BG vor)

> Irgendwie interessant:
> 1. Heisst das, dass Du die Forderung der BG fuer unsinnig haeltst?

Absolut nicht. Ich weiß auch nicht wie Du darauf kommst bzw. wo Dein
Interesse daran herrührt. Wenn dem so wäre, hätte ich das mit Sicherheit
zum Ausdruck gebracht.

> 2. Muss man bei "heftigerem Wetter/staerkerem Seegang" nicht an Deck
> arbeiten?

Nein. Die Schiffe der Berufsschiffahrt (darum ging es, s.o.) werden
heutzutage in der Regel mit Dieselmotoren angetrieben und nicht mehr mit
Segelkraft. Deckschrubben, Entrostungs- und Streicharbeiten und
dergleichen werden auch nicht bei "heftigerem Wetter/staerkerem Seegang"
durchgeführt. Ich bin mir aber sicher, daß Du mir eine notwendige Tätig
nennen kannst, die ich da übersehen habe.

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 16, 2002, 6:36:49 PM12/16/02
to
Am 16 Dec 2002 12:27:16 GMT, schrieb gm...@aol.com (GMnch) :

>Schiff ahoi
>Man[der zuletzt (Sept.) bei den arabischen (Macadi Bay/Rotes Meer)
>zwar nicht Laser aber Topcat gesegelt ist weil es Laser so gut wie
>niergendwo wo mehr zu leihen gibt (oder weisst du eine Adresse?)

Club Valtur, Capo Rizzuto, Italien (April bis Olktober)

Die haben 'ne ganz Flotte, tip-top in Schuß bis zur Winterpause. Wie
übrigens die gesamten Sportanlagen und -geräte. Und eine höchst
empfehlenswerte Küche obendrein .... ;-))

Gruß,

Jo(eigentlichkeinFreundvonCluburlaub,aberdaläßtsich'saushalten)achim.

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 16, 2002, 6:36:49 PM12/16/02
to
Am Mon, 16 Dec 2002 09:00:38 +0100, schrieb Edgar Warnecke
<ewar...@gmx.net> :

>Am Sun, 15 Dec 2002 21:57:43 +0100, schrieb HC Ahlmann :
>
>>Ich sehe
>>keinen Grund, zur Abwendung dieser möglichen Gefahren für die übrigen
>>Zwang gegen den Uneinsichtigen einzusetzen.
>

>Ahhhh, jetzt kommt der wahre Grund fuer das Mitschleifen Deines
>Messers deutlich.
>

>Verraetst Du uns jetzt noch, wozu das Brettchen gut ist?

Wo soll er denn bei Dir noch was abschneiden ?

*DU* wirst weichgeklopft ! ;-))

Gruß,

Jo(Bordjurist)achim.

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 16, 2002, 6:36:49 PM12/16/02
to
Am Mon, 16 Dec 2002 17:55:07 +0100, schrieb "Olaf Hoffmann"
<olaf.h...@olafhoffmann.de> :

>Bei mir als Skipper unterschreibt jeder, der mehr als einen Tagestörn
>mit mir segelt, im Rahmen einer Mitsegelvereinbarung folgenden Passus:

[geschnippt]


Hallo, Olaf,

Papier ist geduldig, aber was machst Du, wenn sich ein Mitsegler
*trotzdem* querstellt ? Dann hilft Dir die - theoretische - Erklärung in
der Praxis gar nix.

Zugegebenermaßen - und da stimme ich Hartmut zu - sind auch diese
Diskussionen allerdings - Gott sei Dank ! - in der Regel nur
theoretischer Natur. - Und das ist auch gut so, denn die Rechtslage ist
- vorsichtig ausgedrückt - etwas "undurchsichtig" : Solltest Du
versuchen, jemanden gegen seinen Willen unter Deck festzuhalten, weil er
keine Weste anlegen will, könnte man das sehr schnell als Nötigung, ja
Freiheitsberaubung auslegen, will sagen : *DU* könntest Dich damit
strafbar machen.

Unter "normalen" Umständen würde ich mich daher wahrscheinlich auch eher
darauf beschränken, den Vorgang minutiös zu protokollieren, ggf. unter
Angabe von und Bestätigung durch Zeugen, und den Betreffenden bei der
nächsten sich bietenden Gelegenheit von Bord zu weisen.

Anders wäre die Situation wohl nur zu beurteilen, wenn von dem
betreffenden Lackel eine konkrete ( ! ) Gefahr für Leib oder Leben -
sei es sein eigenes oder das seiner Mitsegler - ausgeht. Allein die
bloße theoretische Möglichkeit dürfte dazu indessen nicht ausreichen.
Klassische Beispiele sind hier der bereits als beispiel angeführte
Betrunkene oder auch - wir hatten die Diskussion hier AFAIR mal vor ein
paar Jahren - der so hoffnungslos Seekranke, der partout über Bord
springen will, um seiner Qual ein Ende - gleich welches - zu machen.

Gruß,

Joachim.

Hartmut Schenke

unread,
Dec 17, 2002, 4:16:57 AM12/17/02
to
Joachim Geraedts. schrieb:

[...]

> Unter "normalen" Umständen würde ich mich daher wahrscheinlich auch
> eher darauf beschränken, den Vorgang minutiös zu protokollieren,
> ggf. unter Angabe von und Bestätigung durch Zeugen, und den
> Betreffenden bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit von Bord zu
> weisen.
>
> Anders wäre die Situation wohl nur zu beurteilen, wenn von dem
> betreffenden Lackel eine konkrete ( ! ) Gefahr für Leib oder Leben
> - sei es sein eigenes oder das seiner Mitsegler - ausgeht. Allein
> die bloße theoretische Möglichkeit dürfte dazu indessen nicht
> ausreichen. Klassische Beispiele sind hier der bereits als beispiel
> angeführte Betrunkene oder auch - wir hatten die Diskussion hier
> AFAIR mal vor ein paar Jahren - der so hoffnungslos Seekranke, der
> partout über Bord springen will, um seiner Qual ein Ende - gleich
> welches - zu machen.

ACK. :-)

Gruß
Abdul

GMnch

unread,
Dec 17, 2002, 6:19:56 AM12/17/02
to
Im Artikel <pnmsvuc0kk8t0bopn...@4ax.com>, Joachim Geraedts.
<RA...@GMX.de> schreibt:

>Club Valtur, Capo Rizzuto, Italien (April bis Olktober)
>
>Die haben 'ne ganz Flotte, tip-top in Schuß bis zur Winterpause. Wie
>übrigens die gesamten Sportanlagen und -geräte. Und eine höchst
>empfehlenswerte Küche obendrein .... ;-))
>

Du kannst das empfehlen? Du kennst meine Ansprueche?
Bezueglich apres-sailing:-))

Capo Rizzuto? Wo issen das? Adria, Riviera? Da gibbz doch im
Sommer keinen Wind. Ist dann als Flautenrevier beruechtigt.
Ausser wenn mal Mistral ist. Oder Bora an der Adria.
Aber ob die Bora bis zur ital. Adria noch hinreicht weiss ich erstens
auch nicht so genau und zweitens ist sowohl Bora wie Mistral
im sommer ziemlich selten. Und wenn doch, zum Jollensegeln
eigentlich dann nicht sooo sehr geeignet. Obwohl wenn ich so ueberlege,
bei (ablandigem) Mistral bei glattem Wasser dicht anne Kueste
lang z.B. im Langedoc dass muesste doch gehn. Zumal an den
breiten Straenden da der ablandige Mistral durch auflandige Thermik
zumindest zeitweise gestoert wird und somit nicht mehr so stark ist.
Aber an der ital. Riviera ist er ja wohl mehr auflandig. Der Mistral.
Zumindest suedlich von Genua. Aber eigentlich ist da auch keine
Riviera mehr, oder? Egal, da wird das jedenfalls nicht gehen.
Wie hast du denn den Wind empfunden in Capo Rizzuto?
In welcher Zeit?

Jo(eigentlichkeinFreundvonCluburlaub,aberdaläßtsich'saushalten)achim.


Man[och komm, hab` ich frueher auch immer behauptet aber fahr mal nach Robinson
Soma Bay/Rotes Meer oder den neuen Aldiana/Belek (hier
uebrigens mit Racetraining auf Beneteau 25) da hasse apres-sailing
vom feinsten]fred

Warst du mal auffem Mittelmeer
hasse keine Mittel mehr


GMnch

unread,
Dec 17, 2002, 6:19:57 AM12/17/02
to
Im Artikel <atlhdm$cnr2$1...@ID-26855.news.dfncis.de>, Hartmut Schenke
<HSch...@web.de> schreibt:

>Ad 1: Bereits 1970 segelten Prototypen Regatten. 1974 wurde der Laser

>als internationale Einheitsklasse anerkannt. Mein erster Laser war
>Baujahr 1979 und hatte bereits die Nummer 78598.

Na ja, anscheinend hast du bei meiner Frage das :-)) uebersehen.
1979 kann ich sowieso nicht mitreden da hatte ich so gerade
meine crazy Surfphase. Jolle und Cat waren schon lange
verkauft und erstes Kajuetboot gerade in fremde Haende
uebergegangen. Da simmer dann mit drei Brettern, 2 Masten und
jede Menge Equipment nach Canaria. 2 x im Jahr.
Mit 1 Katze und 1 Frau. Das *Gedoens* im Flieger kannst du
dir ueberhaupt nicht vorstellen. Meist nach El Medano.
Teneriffa. Damals DIE Surfcity der Mitteleuropaeer. So ziemlich
der beste Windspot den ich kenne. Allerdings nur im Sommer.
Dank NO Passat Staerke 5-6 gepaart mit gleichlaufender Thermik
und Fallwind vom Teide (ueber 3000 m). Summa sumarum im
Juli/Aug. kein Tag unter 7-8 Bft. Segeln verboten!! Am Beach nur
auszuhalten wegen alltaeglichem Sandsturm im Semi-Trockenanzug.
Bei 30 ° Plus. Im Schatten. Nur gab es keinen. Schatten.
Also nix fuer Badegaeste!

Als Ausgleich simmer dann im November in Scheveningen
oder Bergen an Zee in langen Unterhosen unterm Trockenanzug
mit thermo Handschuhen und Neopren-Gesichtsmaske im
Schneetreiben gesurft. Sahste aus wie einer aus der S/M Fraktion.
Na ja, sowas haelste nicht lange aus, machste nur dein Kreuz
kaputt, simmer also zurueck zum Yachtsegeln. Das ist einfacher,
kriegste nur `nen langen Arm vom BD halten:-) Aber jahrelang
aus Anstand noch ein Surfbrett anne Reeling. Ehrensache!!

Aber selbst das ist mit den Jahren verschwunden
und heute reicht es nur noch fuer ein wenig Tricksurfen inne
Badebux bei den Suedlaendischen. Staunen dann aber doch nicht
schlecht die Freaks wenn son Surfopa aufs Brett steigt und denen
zeigt wie Kunstfahren geht. Letztens im Gruftie Leichtsinn sogar
mal wieder Duck Jibe probiert. Was hammer gelacht.
Aber irgendwie verlernst du *soetwas* nie.
Ist aehnlich wie skifahren.

>
>Ad 2: Lasersegeln macht mir am meisten Spaß, wenn es ordentlich weht.
>:-)))

Sowieso. Wie sonst?:-))


>Etliche. Z. B. gibt es welche in Alcudia, Pollenca

Also in Pollensa oder Alcudia war ich schon lange nicht mehr.
Aber hier gibbet doch diesen concurenz.de der war letztes oder
vorletztes Jahr Barmann bei Surf&Sail in Pollenca, wenn der das
bestaetigt glaube ich es:-)


und in Clubs wie
>Robinson, Aldiana, Club Med.

Also in Aldiana gibt es garantiert keine mehr, dass letzte Mal dass
ich Laser da gesegelt bin war so um 1990 in Fuerte. Die haben in
allen Stationen nur noch Cats. Fuer Robinson gilt das gleiche seit
Jahren schon. Nur Hobies oder Topcats, lediglich in Noblis/Tuerkei noch
Optimisten. Club Med hat tatsaechlich noch Laserboote aber bei
weitem nicht mehr in jedem Club. Und was die so unter Laser verstehen.
Zuletzt sah ich bei den aegyptischen so einen modifizierten Laser
fuer Clubmitglieder. Zum Schreien datt ganze. Der Rumpf war glaube
ich original aber das Rigg! Sone Art Kinderrigg. Der Mast um ein
Drittel verkuerzt und der Baum so hoch dasse gemuetlich drunter
her flanieren konntest. Ein echtes Sportgeraet zum fliegen:-)

Aber erzaehl doch mal wie du zum Lasersegeln in den fruehen 80zigern
bei den Arabischen gekommen bist. Taete mich aehrlich interessieren tun!

Alle reden ueber das Wetter
aber keiner macht was dagegen

Manfred

GMnch

unread,
Dec 17, 2002, 6:19:58 AM12/17/02
to
Im Artikel <atl1k8$5lte$1...@ID-143764.news.dfncis.de>, "Olaf Hoffmann"
<olaf.h...@olafhoffmann.de> schreibt:

>
>Bei mir als Skipper unterschreibt jeder, der mehr als einen Tagestörn
>mit mir segelt, im Rahmen einer Mitsegelvereinbarung folgenden Passus:
>"Mitsegler:
>Den Anweisungen des Schiffsführers ist unbedingt Folge zu leisten. [...]
>Da der Schiffsführer im Rahmen der seemännischen Pflichten für das
>Schiff und das Leben der Crew verantwortlich ist, hat er das Recht,
>einzelne Mitsegler nach Erreichen des nächsten Hafens vom Törn
>auszuschließen, wenn diese [...] durch ihr Verhalten die Sicherheit an
>Bord oder andere gefährden [...].
>Haftung:
>"[... Der Teilnehmer] ist voll und ganz für sich selbst verantwortlich
>und hat für seine Person die jeweils erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen
>zu treffen, z.B. Anlegen der Lifebelts und/oder der Schwimmweste,
>Sicherung unter Deck, an Oberdeck und im Wasser.[...]"

Also aehrlich, ihr Leute findet bei solchen Vertraegen noch Mitsegler??

Sagt
Manfred (der im Leben noch keinen Vertrag bezueglich Segeln auf
Lustbooten abgeschlossen hat. Weder als Mitsegler noch als
Mitsegler Suchender. Und haette ich jemals sonen Vertrag
einem Mitsegler aus meinem Bekanntenkreis vorgelegt
der haette mich glatt fuer bekloppt erklaert.

Und haette mir jemand solche Papierchen vorgelegt
ich haette fluchtartig das Weite ergriffen. Die Leute die bei mir
mitsegeln sind Freunde oder zumindest GAESTE und werden
auch als solche behandelt. Und die Frage der Anlegung einer
Schwimm- oder Rettungsweste wird einvernehmlich geklaert.
Habe ich in ueber 30 Jahren (Dickschiff) Segeln noch NIE anders
gehabt. Und davor beim Jollen oder Catsegeln erst recht nicht.
Man stelle sich das vor. Da laedst du deine Suesse dazu ein
am Wochenende mit dir segeln zu geh`n und dann legst du
ihr sonen Vertrag vor. Die wird sich sicher locker vom Hocker
machen. Wenn sie klug ist!!)

Scheint die sonne auf das Schwert


macht der Skipper was verkehrt

Macht der Skipper `nen Vertrag
hat das Chaos Vatertag

Manfred

Michael Holz

unread,
Dec 17, 2002, 6:25:41 AM12/17/02
to
Moin!

> Also in Pollensa oder Alcudia war ich schon lange nicht mehr.
> Aber hier gibbet doch diesen concurenz.de der war letztes oder
> vorletztes Jahr Barmann bei Surf&Sail in Pollenca, wenn der das
> bestaetigt glaube ich es:-)

Bestätigt!!
Gruß Michael

Klaus-Werner Olderdissen

unread,
Dec 17, 2002, 6:31:12 AM12/17/02
to
GMnch <gm...@aol.com> schrieb in im Newsbeitrag:
20021217061958...@mb-cm.aol.com...

> Man stelle sich das vor. Da laedst du deine Suesse dazu ein
> am Wochenende mit dir segeln zu geh`n und dann legst du
> ihr sonen Vertrag vor. Die wird sich sicher locker vom Hocker
> machen. Wenn sie klug ist!!)

Das kommt ganz darauf an ob deren Brustimplantate aufblasbar sind. :-))

GMnch

unread,
Dec 17, 2002, 7:00:29 AM12/17/02
to
Im Artikel <atn1jj$cvj$03$1...@news.t-online.com>, "Michael Holz"
<mic...@conkurens.de> schreibt:

>Bestätigt!!

Dazu faellt mir noch was ein.
erstens kann man das als Barmann ueberhaupt beurteilen?:-))
und zweitens warum bist du eigentlich aus dem Wasser im
Winter? Bei den tuerkischen? Da muesste es sich doch auch
im Winter ab und an trefflich segeln lassen, oder? Z.B. ueber
Weihnachten. Sehe gerade die Vorhersage fuer Antalya
fuer uebermorgen. 16 ° vormittags halbe sonne, nachmittags
volle Kanne ganze Sonne. Kommt eigentlich ganz gut, oder?

Wird es im November kalt
kommt der Winter bald

Oder so
Manfred


Michael Holz

unread,
Dec 17, 2002, 7:44:23 AM12/17/02
to
Mahlzeit!

> Dazu faellt mir noch was ein.
> erstens kann man das als Barmann ueberhaupt beurteilen?:-))

Klar!! ICH trinke ja nicht!
Und in einem Jahr Malle hab ich den Laser kennen und lieben gelernt!

> und zweitens warum bist du eigentlich aus dem Wasser im
> Winter? Bei den tuerkischen?

Der Kahn kommt jeden Winter raus. Des Antifoulings wegen.
Dieses Jahr sind zusätzlich noch neue Anoden, Seeventile und Borddurchlässe
dran.
Achja, nen Ruderseil war auch noch gerissen ;-(
Gibt im Januar zwei nette Bastelwochen!

> Da muesste es sich doch auch
> im Winter ab und an trefflich segeln lassen, oder? Z.B. ueber
> Weihnachten. Sehe gerade die Vorhersage fuer Antalya
> fuer uebermorgen. 16 ° vormittags halbe sonne, nachmittags
> volle Kanne ganze Sonne. Kommt eigentlich ganz gut, oder?

Herrlich!!
Anyway.......Wir wollen das mal ab nächsten November testen.
Dann gehts für 3 Monate durchs östliche Mittelmeer ;-)

Gruß Michael


Hartmut Schenke

unread,
Dec 17, 2002, 8:06:34 AM12/17/02
to
GMnch schrieb:

> Hartmut Schenke <HSch...@web.de> schrieb:


>
>>Ad 1: Bereits 1970 segelten Prototypen Regatten. 1974 wurde der
>>Laser als internationale Einheitsklasse anerkannt. Mein erster Laser
>>war Baujahr 1979 und hatte bereits die Nummer 78598.
>
> Na ja, anscheinend hast du bei meiner Frage das :-)) uebersehen.

Ach, so war das gemeint. ;-)

> 1979 kann ich sowieso nicht mitreden da hatte ich so gerade

> meine crazy Surfphase....

Davon verstehe ich so gut wie nichts.

>>Ad 2: Lasersegeln macht mir am meisten Spaß, wenn es ordentlich
>>weht.
>>:-)))
>
> Sowieso. Wie sonst?:-))
>
>
>>Etliche. Z. B. gibt es welche in Alcudia, Pollenca
>
> Also in Pollensa oder Alcudia war ich schon lange nicht mehr.
> Aber hier gibbet doch diesen concurenz.de der war letztes oder
> vorletztes Jahr Barmann bei Surf&Sail in Pollenca, wenn der das
> bestaetigt glaube ich es:-)
>
>
> und in Clubs wie
>>Robinson, Aldiana, Club Med.
>
> Also in Aldiana gibt es garantiert keine mehr, dass letzte Mal dass
> ich Laser da gesegelt bin war so um 1990 in Fuerte. Die haben in
> allen Stationen nur noch Cats. Fuer Robinson gilt das gleiche seit
> Jahren schon. Nur Hobies oder Topcats, lediglich in Noblis/Tuerkei
> noch Optimisten. Club Med hat tatsaechlich noch Laserboote aber bei
> weitem nicht mehr in jedem Club. Und was die so unter Laser
> verstehen. Zuletzt sah ich bei den aegyptischen so einen
> modifizierten Laser fuer Clubmitglieder. Zum Schreien datt ganze.
> Der Rumpf war glaube ich original aber das Rigg! Sone Art
> Kinderrigg. Der Mast um ein Drittel verkuerzt und der Baum so hoch
> dasse gemuetlich drunter her flanieren konntest. Ein echtes
> Sportgeraet zum fliegen:-)

Ja, derartige Gurken habe ich auch schon gesehen. Allah schwärze ihre
Gesichter! ;-)
Meines gleich mit, denn offensichtlich sind meine Infos bezüglich
Laseradressen überholt.

> Aber erzaehl doch mal wie du zum Lasersegeln in den fruehen 80zigern
> bei den Arabischen gekommen bist. Taete mich aehrlich interessieren
> tun!

Das war ein Urlaub auf Djerba. Da gab es im Club Med Laser. Richtige,
aber auch damals schon "kastrierte".
Aber Du hast wohl recht, die Laser werden immer mehr von Kats
verdrängt.
Schade eigentlich. Ich "musste" auch schon Kat segeln. ;-)

Gruß
Abdul

P.S. hoffentlich schimpft jetzt niemand wegen ot.

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 17, 2002, 10:10:50 AM12/17/02
to
Am 17 Dec 2002 11:19:56 GMT, schrieb gm...@aol.com (GMnch) :

>Im Artikel <pnmsvuc0kk8t0bopn...@4ax.com>, Joachim Geraedts.
><RA...@GMX.de> schreibt:
>
>>Club Valtur, Capo Rizzuto, Italien (April bis Olktober)
>>
>>Die haben 'ne ganz Flotte, tip-top in Schuß bis zur Winterpause. Wie
>>übrigens die gesamten Sportanlagen und -geräte. Und eine höchst
>>empfehlenswerte Küche obendrein .... ;-))
>>
>
>Du kannst das empfehlen?

Das kommt 'drauf an. ;-))

>Du kennst meine Ansprueche?

Eben darauf.

>Bezueglich apres-sailing:-))

Und das außerdem ... ! ;-))

>Capo Rizzuto? Wo issen das? Adria, Riviera?

Du siehst den "Stiefel" vor Deinem geistigen ( ? ) Auge ? Gaaaaanz unten
die Sohle ? Der Stiefelabsatz ? Die Vorderkante ! Oder einfach mal hier
gucken :

http://www.emmeti.it/Welcome/Calabria bzw.
http://www.emmeti.it/Welcome/Calabria/ProvCrotone

>Da gibbz doch im
>Sommer keinen Wind. Ist dann als Flautenrevier beruechtigt.

Zugegeben : War waren Ende Oktober da, fast als letzte Gäste
(nachmittags reisten die letzten ab, wir morgens). Aber das Wetter hätte
- abgesehen von den ersten 3-4 Tagen, an denen es etwas bewölkt war und
abends auch schon mal "schauerte" - besser nicht sein können : Der
sprichwörtlich azurblaue Himmel, Wind *immer* irgendwo zwischen 2 und 4,
Temperaturen zwischen 20° und 28°, Wasser nach meinen
Warmduscherbegriffen lauwarm - was willst Du mehr ?

An ein, zwei Tagen hat's auch mal etwas kräftiger geblasen, aber da
haben sie *niemanden* 'raus gelassen - war wohl zu gefährlich ...

>Wie hast du denn den Wind empfunden in Capo Rizzuto?
>In welcher Zeit?

S. o..

>Jo(eigentlichkeinFreundvonCluburlaub,aberdaläßtsich'saushalten)achim.
>
>Man[och komm, hab` ich frueher auch immer behauptet aber fahr mal nach Robinson
>Soma Bay/Rotes Meer oder den neuen Aldiana/Belek (hier
>uebrigens mit Racetraining auf Beneteau 25) da hasse apres-sailing
>vom feinsten]fred

Na ja, aber ob das Après-Sailing Deinen Ansprüchen genügt ... ?

;-))

Gruß,

Joachim.

Jörg W. Kremer

unread,
Dec 17, 2002, 10:40:48 AM12/17/02
to
Hallo Joachim!

Joachim Geraedts schrieb in zwei Postings zum Thema "Laser":
> [...]


> Die haben 'ne ganz Flotte, tip-top in Schuß bis zur Winterpause

> [---]
> [...] Wind *immer* irgendwo zwischen 2 und 4,


> Temperaturen zwischen 20° und 28°, Wasser nach meinen
> Warmduscherbegriffen lauwarm - was willst Du mehr ?
> An ein, zwei Tagen hat's auch mal etwas kräftiger geblasen, aber da
> haben sie *niemanden* 'raus gelassen - war wohl zu gefährlich ...

Jetzt wird es aber endgültig Zeit, dass du uns den "Törnbericht" über deine
Laser-Ausflüge nicht länger vorenthälst :-))

Nach Details über Laser-Gleitjollen-Segeln, Automatik-Schwimmwesten,
Warmduscher-Kenterungen etc. lechzende Grüße
Jö[derschondieganzeZeitversucht,sichRAJGimLaservorzustellen]rg

--
Immer eine Handbreit Wasser unterm Leeschwimmer -
und eine Handbreit Luft unterm Luvrumpf!

Heinz-Ulrich Feldges

unread,
Dec 17, 2002, 12:25:34 PM12/17/02
to
"Jörg W. Kremer" schrieb
> Jö[derschondieganzeZeitversucht,sichRAJGimLaservorzustellen]rg
^^^
Wieso IM? Vielleicht drauf. Mehr geht nicht...
... sagt HUF, der diesbezüglich im Glashaus sitzt.

--
52°03'N 008°31'E


Wolfgang Kegel

unread,
Dec 17, 2002, 12:41:08 PM12/17/02
to
"Heinz-Ulrich Feldges" <HUFe...@t-online.de> schrieb

> Wieso IM? Vielleicht drauf. Mehr geht nicht...
> ... sagt HUF, der diesbezüglich im Glashaus sitzt.


Hallo HUF,

ist das ne` geheime Usenetkacke?

Verstehe ich nicht. Klaer _mich_ mal auf.

Gruss
W.K.

Wolfgang Broeker

unread,
Dec 17, 2002, 12:52:28 PM12/17/02
to
Jürgen Schma schrub[tm]:
> Vor einem Jahr gab es einen Bericht, aus einer Seeamtsverhandlung
> (Zeitschrift der Kreuzerabteilung) in der ein Skipper an dem Tod
> eines Mitseglers für mitschuldig befunden wurde, der ohne Rettungs-
> weste zu Bache gegangen war.

Den einzigen jüngeren Bericht über eine Seeamtsverhandlung in
den Nautischen Nachrichten der Kreuzerabteilung, in dem es um
den Tod eines Überbordgegangenen geht, finde ich in der Ausgabe
1/2002. Dort lag jedoch ein anderer Sachverhalt vor, der aber
ebenfalls zum Thema passt, weshalb ich die Zusammenfassung mal
poste:

<ZITAT>
Tödlicher Unfall eines Crewmitgliedes durch übergehenden
Großbaum

Auszug aus der Untersuchung des Seeamtes Bremerhaven,
Gz. DI 20101 B

Am 9. Juli 2001 gegen 13.40 Uhr MEZ fiel ein Besatzungsmitglied
der Seeyacht [sic! WB] "Merlin", Dehler 34, auf der Reise von
Maasholm nach Bornholm, südlich von Keldsnor auf Langeland (Däne-
mark) bei gutem Wetter (Wind: West 3 bis 4 Beaufort, Wellenhöhe
zirka 0,5 Meter, Sicht 6 Seemeilen) im Verlauf eines Vorsegel-
wechels auf Vorwindkurs, nach Patenthalse, über Bord und konnte
trotz kurz darauf eingeleiteter intensiver Such- und Rettungsmaß-
nahmen nicht wiedergefunden werden. Die Leiche des Verunglückten
wurde am 10. August 2007 auf Fehmarn angetrieben.

Der Unfall ist darauf zurückzuführen, dass beim Überkommen des
Großbaumes der Beschlag, an dem der Bullenstander mit Palstek
befestigt war, sich aufbog und die Bullenstanderleine brach. Der
Großbaum schlug nach Steuerbord über, traf das auf der Backskiste
stehende Besatzungsmitglied am Kopf, worauf dieses über Bord fiel
und sofort unterging.

Der Fahrzeugführer hat sich fehlerhaft verhalten, da der Bullen-
stander zu dünn und nicht seemännischer Sorgfaltspflicht entspre-
chend befestigt war, das Tragen von Arbeitssicherheitswesten trotz
durchzuführender Decksarbeiten nicht angeordnet worden war und dem
Verunglückten nicht unverzüglich Rettungsmittel nachgeworfen worden
sind.

Die beiden erstgenannten Punkte waren mitursächlich für den Tod des
Verunglückten.
</ZITAT>

Wenn Du ein anderes Unglück meintest, muss das vor den nautischen
Nachrichten 4/2000 abgedruckt worden sein, soweit habe ich die
Ausgaben nämlich noch hier.

Wer den vollständigen Unfallbericht (soweit abgedruckt) haben will,
mag mich per Mail ansprechen.


Gruß - Wolfgang
--
*** Das Meer ist tief, die Welt ist schlecht, ***
*** wie ihr's auch dreht - der Wal hat recht. ***
*** Robert Gernhardt ***
*** Tue, 17 Dec 2002 18:14 +0100 ***

Olaf Hoffmann

unread,
Dec 17, 2002, 12:09:44 PM12/17/02
to
Moin Joachim,

"Joachim Geraedts." <RA...@GMX.de> schrieb:


> Am Mon, 16 Dec 2002 17:55:07 +0100, schrieb "Olaf Hoffmann":
>
> >Bei mir als Skipper unterschreibt jeder, der mehr als einen Tagestörn
> >mit mir segelt, im Rahmen einer Mitsegelvereinbarung folgenden
Passus:
> >[geschnippt]
>

> Papier ist geduldig, aber was machst Du, wenn sich ein Mitsegler
> *trotzdem* querstellt ? Dann hilft Dir die - theoretische - Erklärung
in
> der Praxis gar nix.

Gute Frage. Die beantworte ich Dir, sobald es mal vorkommt. Also
hoffentlich nie. Die angesprochene Mitsegelvereinbarung ist im Rahmen
der Segel-Arbeitsgemeinschaft an der Uni entstanden, wo die Crews der
Boote recht zusammengewürfelt waren. Allerdings (fast) alles Soldaten,
die auch in kritischen Situationen ziemlich gut spuren und nach
entsprechender "Belehrung" sich auch an "Vorschriften" halten.

> Zugegebenermaßen - und da stimme ich Hartmut zu - sind auch diese
> Diskussionen allerdings - Gott sei Dank ! - in der Regel nur
> theoretischer Natur.

ACK!

> Unter "normalen" Umständen würde ich mich daher wahrscheinlich auch
eher
> darauf beschränken, den Vorgang minutiös zu protokollieren, ggf. unter
> Angabe von und Bestätigung durch Zeugen, und den Betreffenden bei der
> nächsten sich bietenden Gelegenheit von Bord zu weisen.

Wäre wohl auch mein Weg, wobei die nächste Gelegenheit durchaus in einem
180°-Turn in den gerade verlassenen Hafen bedeuten könnte.

Grüße aus Schleswich,

Olaf Hoffmann

--
de.rec.sport.segeln im Internet: www.derecsportsegeln.de
Charta, FAQ, Schreiberliste, Törnberichte, ...
(Version 2.4.2 vom 19.10.2002)


J. P. Schma

unread,
Dec 17, 2002, 2:10:47 PM12/17/02
to
Hallo Wolfgang
"Wolfgang Broeker" <wolf...@broeker.com> schrieb am 17.12.02

> Wenn Du ein anderes Unglück meintest, muss das vor den nautischen
> Nachrichten 4/2000 abgedruckt worden sein, soweit habe ich die
> Ausgaben nämlich noch hier.

Leider habe ich den Bericht nicht gefunden, aus der Erinnerung heraus war
das Schiff zur Segelausbildung auf der Nordsee vor Holland unterwegs, der
Skipper wurde als kompetenter und erfahrener Schiffsführer beschrieben.
Wenn man den von dir zitierten Bericht liest und die durch den
Sachverständigen festgelegte Reihenfolge des Unfallablaufs -"sich aufbog und
die Bullenstanderleine brach" vorstellt, stellt sich die Frage, wieso hier
nicht die Firma Dehler gefragt wurde warum so dünne Beschläge am Baum
angenietet worden sind.

Nein, das Seeamt stellt fest: Es ist die Schuld des Skippers eine zu dünne
Leine (ich glaube es war eine 8mm Leine) und der falsche Holepunkt am Baum
benutzt zu haben.Dabei wird mit keinem Wort erwähnt, dass es Tauwerk gibt,
wo die Bruchlast oberhalb eines Drahtseils liegt.

Genauso die Entscheidungen des Seeamts im obigen Fall, wo der Skipper für
eine nicht durchgesetzte Weisung am Tod des Mitseglers für schuldig befunden
wurde, aber "das Problem der Durchsetzbarkeit einer Weisung" bei nicht
kommerzieller Seefahrt, keinerlei Berücksichtigung fand.
Bei dem Unfall der Beluga (Fischkutter der bei ruhiger See vor Rügen auf
Grund ging, drei Tote) hatte das Seeamt ja auch schnell einen Schuldigen
gefunden, den Kapitän und einen Aufsichtsbeamten der
See-Berufsgenossenschaft.
Es sieht aber so aus, als ob das Rostocker Seeamt schlampig gearbeitet hat.
Die zivil- und strafrechtlichen Folgen solcher "Expertensprüche" kann man
sich nur schauerlich vorstellen.
Gruß Jürgen


Joachim Geraedts.

unread,
Dec 17, 2002, 3:22:08 PM12/17/02
to
Am Tue, 17 Dec 2002 20:10:47 +0100, schrieb "J. P. Schma"
<jarn...@t-online.de> :

>Hallo Wolfgang
>"Wolfgang Broeker" <wolf...@broeker.com> schrieb am 17.12.02
>
>> Wenn Du ein anderes Unglück meintest, muss das vor den nautischen
>> Nachrichten 4/2000 abgedruckt worden sein, soweit habe ich die
>> Ausgaben nämlich noch hier.
>
>Leider habe ich den Bericht nicht gefunden, aus der Erinnerung heraus war
>das Schiff zur Segelausbildung auf der Nordsee vor Holland unterwegs, der
>Skipper wurde als kompetenter und erfahrener Schiffsführer beschrieben.

>(...)

Wenn ich das so lese, klingelt bei mir auch was : Das erinnert mich an
eine Story aus "Yachtunfälle" von Joachim Schult. Allerdings sind die
dort beschriebenen Fälle durchweg schon *erheblich* älter.

Wenn ich über Weihnachten dazu komme, schau' ich mal nach ... !

BTW : Eigentlich schade, daß das Buch nicht aktualisiert wird bzw.
generell mehr darüber berichtet wird : IMHO kann man aus tatsächlich
gemachten Fehlern und deren praktischen, möglicherweise tragischen
Konsequenzen nur lernen ... !

Gruß,

Joachim.

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 17, 2002, 3:22:07 PM12/17/02
to
Am Tue, 17 Dec 2002 18:25:34 +0100, schrieb "Heinz-Ulrich Feldges"
<HUFe...@t-online.de> :

>"Jörg W. Kremer" schrieb
>> Jö[derschondieganzeZeitversucht,sichRAJGimLaservorzustellen]rg
> ^^^
>Wieso IM? Vielleicht drauf. Mehr geht nicht...
>... sagt HUF, der diesbezüglich im Glashaus sitzt.

Wie soll ich sagen ? "Im" hab' ich gar nicht erst versucht, von wegen
des Gleichgewichts und so. Allenfalls beim Wenden hat sich mein
Schwerpunkt kurzfristig dort aufgehalten. Wolfgang hätte seine helle
Freude daran gehabt : Eine gewisse Ähnlichkeit mit Antje (NDR) war nicht
zu leugnen ... ;-))

Gruß,

Joachim.

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 17, 2002, 3:22:06 PM12/17/02
to
Am Tue, 17 Dec 2002 16:40:48 +0100, schrieb Jörg W. Kremer
<J_W_K...@yahoo.de> :

>Jetzt wird es aber endgültig Zeit, dass du uns den "Törnbericht" über deine
>Laser-Ausflüge nicht länger vorenthälst :-))

Nix da ! Kurzfassung muß reichen : Eigentlich ganz putzig. Wenn es nur
immer geradeaus ginge ... !

Diese Turnerei incl. Adrenalinschüben - bist'e zu früh auf der neuen
Luvkante, liegst'e im Bach, bist'e zu spät, auch - bei jeder Wende sind
nix für meine nach Erholung heischenden Nerven ... und das Meer ist
*weiiiit* an der Stelle ... und (zum Ersaufen ausreichend) *tiiief* !

Folglich habe ich mein Heil in schönen, gleichmäßigen, langen Schlägen
gesucht. Und dazwischen jedesmal (erfolgreich) ein Stoßgebet abgesetzt.
Das war dann - zwischen den Stoßgetenen - recht angenehm.

Laser 16 ist dagegen die reinste Erholung. Aber *der* braucht Wind und
wurde (leider) als "Touristendampfer" (volle Besatzung, 6 Personen)
mißbraucht, so daß damit nix zu reißen war. Außerdem gab's den nur incl.
Begleitung, angeblich "aus versicherungsrechtlichen Gründen".

Ich nehme aber mal stark an, daß da mal was pasiert ist. Jedenfalls
waren die Jungs IMHO *außergewöhnlich* vorsichtig bzw. aufmerksam und
haben sich recht genau angesehen, wen sie da womit auf's Wasser gelassen
haben.

Aber ich muß zugeben : Zu meinem Seelenheil fehlten mir eindeutig ein
paar Kilo Blei am unteren Ende der Flosse ... !

>Jö[derschondieganzeZeitversucht,sichRAJGimLaservorzustellen]rg

Wo ist das Problem ? Die Silhouette gleicht dem Klassenzeichen des
Lasers ... ;-))

Gruß,

Joachim.

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 17, 2002, 3:22:07 PM12/17/02
to
Am Tue, 17 Dec 2002 18:41:08 +0100, schrieb Wolfgang Kegel
<ke...@helloman.com> :

Worüber ?

a) HUF ?
b) IM oder drauf ?
c) Glashaus ?

Präzision, mein lieber Watson, Präzision ! ;-))

Gruß,

Joachim.

Joachim Geraedts.

unread,
Dec 17, 2002, 3:22:07 PM12/17/02
to
Am Tue, 17 Dec 2002 18:09:44 +0100, schrieb "Olaf Hoffmann"
<olaf.h...@olafhoffmann.de> :

>Die angesprochene Mitsegelvereinbarung ist im Rahmen


>der Segel-Arbeitsgemeinschaft an der Uni entstanden, wo die Crews der
>Boote recht zusammengewürfelt waren.

Hallo, Olaf,

wenn ich mich recht erinnere, gibt's so etwas (oder etwas ähnliches)
auch auf ESYS und/oder (ich kann mich nicht erinnern) den Seiten der
Segler-Bravo zum Download. Ich denke, in der Praxis bewirken sie eh nix,
halten aber im Zweifelsfalle dem Skipper den Rücken frei, wenn nix
Gravierendes hinzukommt und sonst alles ordnungsgemäß verlaufen ist.

>Allerdings (fast) alles Soldaten,
>die auch in kritischen Situationen ziemlich gut spuren und nach
>entsprechender "Belehrung" sich auch an "Vorschriften" halten.

Wobei sich mir die Frage stellt : Wie knallt man eigentlich mit
Bootsschuhen die Hacken zusammen, ohne dabei Schaden zu nehmen ... ?

;-))

SCNR.

Gruß,

Jo(staatlichanerkannterWitwentröster)achim.

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