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Stadtlauf Eltmann

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Juergen

unread,
Aug 24, 2008, 7:40:26 PM8/24/08
to
[ ] Ich widerspreche der Archivierung auf DRSL.de.
[ ] Ich habe den Bericht auf DRSL.de archiviert.

Name des Laufes: Stadtlauf Eltmann
Datum: 23.08.2008 (Sa)
Ort: Eltmann
Postleitzahl: D9
Ihr Name: Jürgen
Ihre eMail-Adresse: schrei...@web.de
Streckenlaengen: 10 km (Hauptlauf), 5,2 km (Hobby/Jugend),
2500 m, 1000 m (Schüler), 500 m (Bambinis)
Asphalt
Profil: recht Flach, keine 15 Hm auf den 10 km
Wetter: ca. 21° C, Sonne, Wolken, paar Regentropfen.
Teilnehmer: 152 beim Hauptlauf


Bericht:

[Vwkg]
Mitten im Marathon-Training soll ich schaffen, was Ende Juli nach
6 Wochen Training für 10 km nicht ging - unter 48 min bleiben. Da hilft
wohl nur eines: Eine flache und schnelle Strecke. Doch Läufe mitten in
den Sommerferien sind dünn gesät, da nimmt man schon mal 70 km Anfahrt
auf sich - besser als alleine gegen die Uhr zu laufen.

Eltmann liegt direkt an der A70, ich bin Sa. pünktlich da. Parken in
Sichtweite des Schwimmbads, umziehen in der Realschulturnhalle, die
liegt reichlich am Berg. Wo ist meine Tight? Nicht im Rucksack. Mist!
Die Badehose hatte ich eigentlich für eine entspannte Runde im
Schwimmbad hinterher eingepackt. Ist das überhaupt erlaubt? Egal. Zum
Glück habe ich Hirschtalg dabei, eigentlich für meine Zehen, jetzt
landet auch etwas davon auf meinen Oberschenkeln. Das recht lange
T-Shirt-Trikot drüber, sieht komisch aus.

Wo gibt es die Startnummern? Das fehlt im Übersichtsplan im Internet.
Ich finde die "Garage" dafür trotzdem und bin hocherfreut. Zur
Startnummer gibt es nicht nur eine Freikarte fürs Schwimbad, sondern
auch ein Startnummernband und einen 5-Euro-Gutschein für Runners Point
(gültig wenn man für mehr als 50 Euro dort was kauft).

Und wo ist jetzt der Start? Immer den anderen nach. Okay, jetzt noch
etwas einlaufen, es ist doch recht kühl, besonders in der Badehose :-).
Zwei km sollten reichen, ich baue ein paar Steigerungen und einen
"technischen Halt" ein.

Zurück zum Start. "45 min trennen die Läufer von den Joggern" dringt da
an mein Ohr. Moment - "ich dachte, 42,195 km" sage ich und bekomme
erklärt: "Aber nur unter 4h".

Ganz ohne Megafon will der Veranstalter den Läufern noch etwas sagen.
Weil das Ziel gegenüber früher verlegt ist, haben 100 m gefehlt, die
werden jetzt in einer Schleife "da rechts hoch" gelaufen. "Hoch?"
Schluck. Naja, ist ja nur einmal und am Anfang. Und wir sollen auf dem
Radweg links laufen, weil da auch mal links hoch geht. Schon wieder
"Hoch".

Der zweite Bürgermeister oder so gibt den Startschuss. Ich renne los und
überhole erstmal. Rechs rauf, links, links, rechts, schon geht es zum
ersten Mal durchs Ziel. Rechts, ups, minimal bergauf, nachher fühlt sich
das bestimmt anders an. Da vorne rechts runter (gott sei dank nicht
schon wieder rauf) und unten scharf links auf den Radweg.

Der erste km ist rum, in 4:14, so geht das nicht weiter, ich versuche,
behutsamer langsamer zu machen und reihe mich erstmal hinter anderen
Läufern ein. Ist eh besser, der Wind von vorne, den ich schon beim
Einlaufen bemerkte, ist wieder da. Irgendwas über 4:30 für km2, besser.
Bald merke ich, dass mein bekannter Matthias neben mir läuft. Als er
überholt - sollte mich nicht wundern, wenn er heute schneller ist als
ich - hänge ich mich erstmal dran.

Irgenwann macht der Radweg einen Schlenker über einen gekiesten
Parkplatz, dann gehts "links hoch". Das wäre nicht so schlimm, doch als
wir rechts ums Eck biegen, kriegen wir den Wind so richtig schön ab.
Nach wenigen Metern geht es wieder runter zum Radweg und rechts herum,
zurück in Richtung Eltmann. Schön gemacht, dadurch gibt es keinen "engen
Wendepunkt". Hier ist auch der erste Verpflegungstand, ich nehme einen
Becher Wasser für Kehle und Gesicht :-).

Wie ich in der ersten Runde zum Ziel zurück bin, weiss ich nicht mehr so
genau. Sicher ist, dass es 100 Meter vorher vom Radweg auf eine Straße
geht und ich mit der linken Schulter an einer recht frisch geschnitten
Hecke hängen bleibe. Erinnert mich irgendwie ans Mountainbiken.

Okay, den Jubel ins Ziel mitgenommen, wieder rechts hoch und diesmal
zwei Becher Wasser, das meiste schütte ich mir über den Kopf. Hier im
Laufen zu trinken verhindert auch, dass ich diese Ministeigung zu
schnell hochlaufe. Ich "hänge" mich an einen Läufer mit weißem
Raiffeisenshirt, als ich bei km6 etwas schnaufe meint er "wir schaffen
das schon". Wo er recht hat, schließlich habe ich mit 4:40 den
langsamsten km hinter mir, bei km5 war ich noch unter 22:30, ohne es so
richtig wahrzunehmen.

Ich weiß ja jetzt, was kommt, lasse erst ihn hinter mir, dann einen
Tiathleten (ich bin wohl im falschen Film), dann eine kleine Frau mit
blonden Haaren und weißen Shirt. Knapp 32 min bei km7, ich rechne,
selbst mit einem 5er-Schnitt würde ich die 48 min noch locker
unterschreiten. Doch vielleicht geht ja doch mehr.

War die Überholerei vorher schlechte Taktik? Als es wieder in die
Wendeschleife geht, muss ich alleine gegen den Wind anrennen. Der Läufer
vor mir und die Läuferin vor ihm haben einen merklichen Vorsprung.

Zum letzten Mal gibt es was zur Trinken. Ich beobachte, wie Matthias und
viele andere das Angebot links liegen lassen und greife zu. Bis km8
achte ich vor allem darauf, das mir meine beiden "Vorläufer" nicht
wegkommen, danach mache ich mich daran, sie einzuholen. Ihn habe ich
schnell hinter mir gelassen, hinter und neben ihr laufe ich eine ganze
Weile, sage bei km9 "ein Glück, nur noch 1 km" und erhalte zustimmende
Geräusche.

"Noch zwei Laufbahnrunden" denke ich mir, als mehr als 9,2 km auf dem
Display meines Garmin zu sehen sind und ziehe das Tempo an. Die Frau ist
zäh, lange schnauft es hinter mir. Nur noch eine Laufbahnrunde, ein
Zuschauer verspricht gar "noch 300 Meter", es ist stiller hinter mir
geworden, doch bald schnauft es wieder. Da ist wieder die Stelle mit der
Hecke, diesmal bleibe ich nicht hängen, dafür überholt mich ein blonder
Pferdeschwanz. Moment, Orangerotes Singler statt weißes Shirt? Da hat
aber jemand richtig Gas gegeben.

Ich kann das Ziel sehen und hören, Matthias wird gerade begrüsst. Neben
meiner Vorläuferin läuft plötzlich ein Kleinkind, sie fädelt in den
Zielkanal ein und genau dort torkelt das Kind dann vor mir rum. Ich rufe
unflätigte Worte und komme zum Glück vorbei. Uhr gestoppt - 45:32, ich
kann es kaum glauben.

Hinterm Ziel gibt es was zu trinken. Ich unterhalte mich mit ein paar
Läufern, unter anderem mit Matthias. Er eröffnet mir, am Vortag seinen
ersten Halbmarathon gelaufen zu sein. Meine Reaktion ist spontan und
unhöflich. Erst recht, als ich höre, das stünde so in seinem
Trainingsplan.

Okay, Rucksack bei der Startnummernausgabe holen, im Trab zum
Schwimmbad, wenige Meter Schwimmen und dann Duschen. Dort erfahre ich,
wie sich andere Läufer vor Wettkämpfen ernähren: "Das Weizen gestern hat
es gebracht". "Nein, die Flasche Rotwein" "Die Tüte Chips war genau
richtig". Also irgenwas mache ich falsch.

Zurück zum Zielgelände samt Fest. Meine offizielle Zeit ist sogar 45:31,
und ich bin weder letzter noch vorletzter, Matthias war 19 s schneller,
ich gönne es ihm, was hätte er wohl ohne Halbmarathon in den Beinen
laufen können?

Kleine Analyse:

km-Splitts laut Forerunner 305:
4:14 4:33 4:30 4:29 4:35
4:41 4:40 4:42 4:35 4:31

Einen Gleichmässigkeitspreis kriege ich dafür zwar nicht, gefällt mir
aber trotzdem. Nebenbei beruhigt es mich ungemein, dass es laut meinem
Forerunner 10,01 km waren. 2007 hatte ich einmal 44:55 erzielt, doch da
vermeldete der Garmin nur 9,73 km und alle Teilnehmer hatten weit besser
Zeiten als bei anderen Läufen über 10 km...

Jedenfalls kann ich beruhigt weiter nach Plan für den Berlin-Marathon
trainineren und in zwei Wochen dann den Halbmarathon als nächsten (und
letzten) Formtest angehen. Ach ja, und anders als bei manchem
Trainingslauf in Shorts habe ich mir keinen Wolf gelaufen...

Zurück zum Stadtlauf Eltmann:

Sieger 2008:

32:32 Ingo Bäuerlein (1971) TSV Burgebrach
32:33 Alexander Dackiw (1975) Tus 06 Heltersberg Süd
32:37 Hagen Mehls (1975) Stadtmarathon Würzburg
32:59 Markus Blenk (1983)TSV Burgebrach
33:07 Stefan Fuchs (1976) TSV Burgebrach

41:52 Heike Mönch (1975) Lt Losberg Ebern
42:21 Frederike Kraus (1969) BSG Spk Ostunterfranken
43:53 Larissa Zimmermann (1991) TV Zeil
44:06 Sabina Peter (1963)
45:29 Birgit Scheler (1974) TSV Sonnefeld


Danke fürs Lesen.

cu.
Juergen

--
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\ Freie Bits für freie Buerger \
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Sven Mayer

unread,
Aug 25, 2008, 4:12:19 AM8/25/08
to
Hallo Juergen,

>
> Zurück zum Zielgelände samt Fest. Meine offizielle Zeit ist sogar 45:31,
> und ich bin weder letzter noch vorletzter,

Gratulation zur neuen Bestzeit.

> Kleine Analyse:
>
> km-Splitts laut Forerunner 305:
> 4:14 4:33 4:30 4:29 4:35
> 4:41 4:40 4:42 4:35 4:31
>
> Einen Gleichmässigkeitspreis kriege ich dafür zwar nicht, gefällt mir
> aber trotzdem.

So ungleichmäßig finde ich das gar nicht. Am Anfang schön das Tempo
gehalten, zwischendurch ein klein wenig ausgeruht und am Schluß noch mal Gas
gegeben. Ist doch gut so.

> Jedenfalls kann ich beruhigt weiter nach Plan für den Berlin-Marathon
> trainineren und in zwei Wochen dann den Halbmarathon als nächsten (und
> letzten) Formtest angehen. Ach ja, und anders als bei manchem
> Trainingslauf in Shorts habe ich mir keinen Wolf gelaufen...

Was für ein Tempo hast du dir denn für den HM vorgenommen?

Gruß Sven


Juergen

unread,
Aug 25, 2008, 2:25:27 PM8/25/08
to
Hallo Sven.

>Was für ein Tempo hast du dir denn für den HM vorgenommen?

Minimalforderung ist die Zielzeit 1:46h aus meinem M-Trainingsplan.
Meine Bestzeit liegt knapp unter 1:44, ich kann die Strecke (Fulda) aber
nicht so recht einschätzen, und Hitze würde mich mächtig bremsen.

Unter guten Bedingungen hätte ich gerne eine Zeit die mit 1:42
anfängt...

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