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kurven mit inlineskates

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andreas titze

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Oct 23, 1999, 3:00:00 AM10/23/99
to
Ich habe da auch noch eine Frage, die mich seit langem beschaeftigt:

Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?

Ich moechte nicht auf die Technik- oder das Uebersetzen hinaus. Die
Frage ist ganz technischer Natur.
Eine Reihe von Rollen definiert eine Gerade und somit muessten die
Schiene mit den Rollen immer geradeaus laufen.
Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
den Boden seitlich weg?

Vieleicht hat ja jemand an einem langen skatefreien Winterabend eine
gute Idee

Andreas

Michael Schuerig

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Oct 23, 1999, 3:00:00 AM10/23/99
to
andreas titze <ti...@aak.chemie.uni-mainz.de> wrote:

> Eine Reihe von Rollen definiert eine Gerade und somit muessten die
> Schiene mit den Rollen immer geradeaus laufen.
> Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
> den Boden seitlich weg?

Die theoretische Durchdringung fehlt mir, aber mein Fahreindruck ist,
dass ich beim Kurvenfahren Kraft auf den Fuss ausuebe, die dazu fuehrt,
dass der Skate vorn in die Kurvenmitte gezogen und hinten aus der Kurve
heraus geschoben wird.

Ich glaube(!), das ergibt sich ganz natuerlich, wenn man etwas
Schraeglage hat. Wenn man versucht, eine Kurve bei gerader
Koerperhaltung zu fahren, muss man diese Kraft bewusst einsetzen.

Michael
(das Wetter ist fantastisch und ich hab' 'ne Grippe :-( )

--
Michael Schuerig
mailto:schu...@acm.org
http://www.schuerig.de/michael/

Gerold Müller

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Oct 23, 1999, 3:00:00 AM10/23/99
to
On Sat, 23 Oct 1999 12:55:38 +0200, andreas titze
<ti...@aak.chemie.uni-mainz.de> wrote:

Hallo Andreas,

>Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?

Das habe ich mich nach meinem letzten Unfall auch gefragt ;-)

>Eine Reihe von Rollen definiert eine Gerade und somit muessten die
>Schiene mit den Rollen immer geradeaus laufen.

Das machen die Rollen (Schienen) auch. Je mehr Rollen desto länger die
Gerade desto weniger Kurv. Deshalb auch 5 Roller schneller weil
besserer Geradeauslauf, direkter zum Ziel.

>Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
>den Boden seitlich weg?

Ich denke die Rollen werden mit Druck über die Fläche versetzt. Ev. in
Verbindung mit Be- und Entlastung des Vorder oder Hinterteils der
Schiene.
Deshalb drehen gerockerte Skates so supergut. Die Gerade ist immer nur
2 Rollen lang und 5 Roller drehen so schwer weil die Gerade 5 Rollen
lang ist.
Druckbelastung nach vorne (beim Kurvenfahren) entlastet das Heck die
Rollen werden versetzt.

Alles in Allem eine Super Frage, bein Eislauf und Skifahren völlig
klar, da wird der Radius eingeschliffen, beim Skaten? Vielleicht wie
oben vermutet.

Ciao Gerold

Uwe Brockmann

unread,
Oct 23, 1999, 3:00:00 AM10/23/99
to
In article <3811942A...@aak.chemie.uni-mainz.de>,

andreas titze <ti...@aak.chemie.uni-mainz.de> wrote:
>Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?

Ich vermute, dass es etwas damit zu tun hat, dass der Rollendurchmesser
bei Schraeglage eines Inlinerollschuhs an der kurveninneren Seite der
Kontaktflaeche zwischen der Rolle und der Fahrbahn kleiner ist als an
der kurvenaeusseren Seite.

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

Gerold Müller

unread,
Oct 23, 1999, 3:00:00 AM10/23/99
to
On Sat, 23 Oct 1999 15:25:15 +0200, schu...@acm.org (Michael
Schuerig) wrote:

Hi Michael,

>Michael
>(das Wetter ist fantastisch und ich hab' 'ne Grippe :-( )

Wenn es dich tröstet, ich auch :-(
Ciao Gerold

Rainer Plagge

unread,
Oct 24, 1999, 3:00:00 AM10/24/99
to
hi andreas

andreas titze schrieb:


>
> Ich habe da auch noch eine Frage, die mich seit langem beschaeftigt:
>

> Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?

> Eine Reihe von Rollen definiert eine Gerade und somit muessten die


> Schiene mit den Rollen immer geradeaus laufen.

> Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
> den Boden seitlich weg?

Die Rollen haben nur sehr kleine Auflageflächen auf dem Boden und du
befindest dich in Bewegung, d.h. die geringste Veränderung bringt dich
aus der graden Linie weg. Hast du schon mal versucht gaaaaanz gradeaus
zu fahren? Ferner sind auch die härtesten Rollen wohl noch weich genug,
deine Veränderungen in der Fallbewegung deines Körpers in
Richtungsänderungen umzuformen.

Beim Skaten wird der Fall des Körpers auf schnellere Weise umgesetzt,
als zu Fuß. Du bist ebensowenig in der Lage ganz unbeweglich auf den
Füssen zu stehen wie auf Skatern, aber die Skater ist es einleuchtender.
Im Zusammenspiel mit dem oben Gesagten führt das zu Kurven, anfangs wohl
auch zu mehr als uns lieb ist, denke ich mir.

Viele Grüße Rainer

Rainer Plagge

unread,
Oct 24, 1999, 3:00:00 AM10/24/99
to
Rainer Plagge schrieb:

> Du bist ebensowenig in der Lage ganz unbeweglich auf den

> Füssen zu stehen wie auf Skatern, aber bei den Skatern ist es einleuchtender.

sorry, fiel mir erst jetzt auf.

Rainer

andreas titze

unread,
Oct 24, 1999, 3:00:00 AM10/24/99
to
Hallo Rainer,

Rainer Plagge wrote:

> hi andreas
>
> andreas titze schrieb:
> >
> > Ich habe da auch noch eine Frage, die mich seit langem beschaeftigt:
> >
> > Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?
>
>

> > Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
> > den Boden seitlich weg?
>
> Die Rollen haben nur sehr kleine Auflageflächen auf dem Boden und du
> befindest dich in Bewegung, d.h. die geringste Veränderung bringt dich
> aus der graden Linie weg. Hast du schon mal versucht gaaaaanz gradeaus

vollkommen klar, aber WARUM?, da, wie in der ersten mail erwaehnt:

> Eine Reihe von Rollen definiert eine Gerade und somit muessten die
> Schiene mit den Rollen immer geradeaus laufen.

ich weiss, dass ich mit skates kurven laufen kann, aber ich weiss nicht warum
das funktioniert. und wenn man wuesste, wie es funktioniert, koennte man sich
naemlich auch ueberlegen, wie es noch besser funktioniert.

AT

Hatto von Hatzfeld

unread,
Oct 24, 1999, 3:00:00 AM10/24/99
to
andreas titze schrieb am Sun, 24 Oct 1999 10:03:35 +0200:


> ich weiss, dass ich mit skates kurven laufen kann, aber ich weiss
> nicht warum das funktioniert. und wenn man wuesste, wie es
> funktioniert, koennte man sich naemlich auch ueberlegen, wie es noch
> besser funktioniert.

Ich vermute, dass man da zwei verschiedene Effekte von einander trennen
muss:

1. Schrittwechsel
Beim normalen Skaten und insbesondere auch bei der Kurvenfahrt mit
Übersetzen bleibst Du ja nicht längere Zeit mit beiden Beinen auf dem
Boden, sondern setzt sie abwechselnd auf. Wenn Du dann dieses Aufsetzen
jedesmal ein bisschen (in die gleiche Richtung) verdreht machst, fährst
Du eine Kurve.

2. Drehen des Fußes
Natürlich liegen die Rollen alle in einer Linie und fahren somit
prinzipiell geradeaus. Ohne Schrittwechsel (siehe Punkt 1) sollte sich
dann auch keine Kurve fahren lassen. Vermutlich würde dieser Effekt auch
zum Tragen kommen, wenn man tatsächlich beim Eislaufen eine absolut
gerade Kufe verwenden würde oder beim Inline Skaten nur zwei rutschfeste
Rollen pro Skate an den Enden von überlangen Schienen. Tatsächlich aber
sind die meisten Schlittschuhkufen leicht bis stärker gekrümmt, während
bei den Skates die Rollen weich genug sind (und auch etwas rutschen),
dass sie Drehbewegungen des Beines wenigstens so weit nachgeben, dass
man damit eine Kurve fährt. Hinzukommt, dass bei nicht ganz ebener
Fahrbahn nie alle Rollen gleichzeitig das Gewicht tragen. Wenn dann also
mal in einem kurzen Augenblick nur die beiden mittleren Rollen richtig
belastet sind, ist das Drehen fiel leichter (wobei der Belastungswechsel
so schnell ist, dass man keine sprunghaften Drehbewegungen spüren kann).
Dieser Effekt wird durch das Rockering verstärkt, während längere
Schienen (und besonders die mit 5 Rollen) das Drehen erschweren.

So - das war nun die graue Theorie (zugegeben: noch im Stadium der
Hypothesen) :-)

Für das praktische Experiment könntest Du ja mal die beiden mittleren
Rollen an jedem Skate entfernen und hier berichten, wie es sich dann in
den Kurven fährt... :-)) Erwarten würde ich (zur Bestätigung der Theorie),
dass dies das Kurvenfahren (ohne Übersetzen) zwar nicht ganz unmöglich
macht (die Rollen können ja immer noch etwas nachgeben oder rutschen),
aber doch erheblich erschwert. Vielleicht genügt aber auch Anti-Rockering,
um den Effekt zu spüren.

Ciao,
Hatto

Uwe Brockmann

unread,
Oct 24, 1999, 3:00:00 AM10/24/99
to
In article <uoovu7...@hatzfeld.tronet.de>,

Hatto von Hatzfeld <ha...@salesianer.de> wrote:
>andreas titze schrieb am Sun, 24 Oct 1999 10:03:35 +0200:
>
>> ich weiss, dass ich mit skates kurven laufen kann, aber ich weiss
>> nicht warum das funktioniert. und wenn man wuesste, wie es
>> funktioniert, koennte man sich naemlich auch ueberlegen, wie es noch
>> besser funktioniert.
>
>2. Drehen des Fußes
>Natürlich liegen die Rollen alle in einer Linie und fahren somit
>prinzipiell geradeaus. Ohne Schrittwechsel (siehe Punkt 1) sollte sich
>dann auch keine Kurve fahren lassen. Vermutlich würde dieser Effekt auch
>zum Tragen kommen, wenn man tatsächlich beim Eislaufen eine absolut
>gerade Kufe verwenden würde oder beim Inline Skaten nur zwei rutschfeste
>Rollen pro Skate an den Enden von überlangen Schienen. Tatsächlich aber
>sind die meisten Schlittschuhkufen leicht bis stärker gekrümmt, während
>bei den Skates die Rollen weich genug sind (und auch etwas rutschen),
>dass sie Drehbewegungen des Beines wenigstens so weit nachgeben, dass
>man damit eine Kurve fährt. Hinzukommt, dass bei nicht ganz ebener
>Fahrbahn nie alle Rollen gleichzeitig das Gewicht tragen. Wenn dann also
>mal in einem kurzen Augenblick nur die beiden mittleren Rollen richtig
>belastet sind, ist das Drehen fiel leichter (wobei der Belastungswechsel
>so schnell ist, dass man keine sprunghaften Drehbewegungen spüren kann).
>Dieser Effekt wird durch das Rockering verstärkt, während längere
>Schienen (und besonders die mit 5 Rollen) das Drehen erschweren.

Der Bewegungsablauf eines Schlittschuhlaeufers ist beim Kurvenfahren
sicher sehr aehnlich zu dem Bewegungsablauf eines Rollschuhlaeufers beim
Kurvenfahren. Ich vermute jedoch, dass die mechanische Funktionsweise
von Inlinerollschuhen beim Kurvenfahren ohne Uebersetzen ganz anders ist
als bei Schlittschuhen. Deshalb betrachte ich Schlittschuhe hier nicht.

Wenn ich Dich richtig verstehe, vermutest Du, dass die Kurvenfahrfaehig-
keit von Inlinerollschuhen auf einer Drehbewegung des Beines beruht.
Ich vermute, dass Deine Vermutung falsch ist und dass die Kurvenfahr-
faehigkeit von Inlinerollschuhen stattdessen auf der Form der Rollen
beruht.

Meine Vermutung beruht auf der folgenden Ueberlegung. Man
stelle sich einen Kegel vor. Dieser ist ein dreidimensionaler Koerper.
Er sieht von der Seite betrachtet wie ein gleichschenkliges Dreieck aus.
Von unten betrachtet sieht er wie ein Kreis aus:

^
/ \ <--- gleichschenkliges Dreieck,
/ \ wenn von der Seite betrachtet
/_____\

_____
/ \
| | <--- Kreis, wenn von unten betrachtet
\_____/

Wenn man nun die Spitze des Kegels abschneidet, erhaelt man einen
Koerper, den ich als "Kegelrumpf" bezeichne. Dieser Koerper sieht wie
folgt aus:

_
/ \
/ \ <-- Seitenansicht
/_____\

_____
/ _ \
| |_| | <--- Ansicht von oben
\_____/

_____
/ \
| | <--- Ansicht von unten
\_____/

Legt man den Kegelrumpf nun auf die Seite (siehe Bild unten), so hat man
einen Koerper, der, wenn angestossen, nicht geradeaus sondern im Kreis
rollt.

/ \
/ \ <--- auf die Seite gelegter Kegelrumpf
\____\

Ich behaupte, dass sich die Rollen von Inlinerollschuhen bei Schraeg-
lage annaehernd wie Kegelruempfe verhalten. Diese Vorstellung macht es
fuer mich einleuchtend, dass Inlinerollschuhe bei Schraeglage zwangs-
laeufig Kurven fahren muessen.

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

Rainer Plagge

unread,
Oct 25, 1999, 3:00:00 AM10/25/99
to
andreas titze schrieb:


hi andreas
> >
> > andreas titze schrieb:
> > >
> > > Ich habe da auch noch eine Frage, die mich seit langem beschaeftigt:
> > >
> > > Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?
> >
> >
> > > Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
> > > den Boden seitlich weg?
> >
> > Die Rollen haben nur sehr kleine Auflageflächen auf dem Boden und du
> > befindest dich in Bewegung, d.h. die geringste Veränderung bringt dich
> > aus der graden Linie weg. Hast du schon mal versucht gaaaaanz gradeaus
>
> vollkommen klar, aber WARUM?, da, wie in der ersten mail erwaehnt:
>
> > Eine Reihe von Rollen definiert eine Gerade und somit muessten die
> > Schiene mit den Rollen immer geradeaus laufen.
>
> ich weiss, dass ich mit skates kurven laufen kann, aber ich weiss nicht warum
> das funktioniert. und wenn man wuesste, wie es funktioniert, koennte man sich
> naemlich auch ueberlegen, wie es noch besser funktioniert.
>
> AT

Es liegt wohl daran, dass es sich eben um Rollen handelt, weil diese
eine besonders kleine Auflagefläche haben. Die geringste
Gewichtsverlagerung wirkt sich aus, also auch zur Ausführung von Kurven.
Beim einbeinigen Slalom merken wir, dass es schwer auszuführen ist, weil
wir unsere Gewicht so schlecht über den einzelnen Skate bringen.
So nehme ich also an, Vorwärtskurven fahren wir durch
1. Fallenlassen des Körpers nach vorne unten (nicht kippen) und
2. Leichtes Neigen auf die eine oder andere Seite und
3. Ausgleichen des Falls durch weitere Korrekturen oder
durch das andere Bein
Tja, Andreas, wie es noch besser funktioniert entzieht sich denke ich
der Theorie(durch überlegen), da hier nur noch feines Körpergefühl
gefragt ist und da hilft nur üben und üben. Wer es wirklich begriffen
hat, kann es dann vermitteln, doch die theoretische Erklärung läßt sich
erst komplett erfassen, wenn man es eh begriffen hat. Wie wohl bei jeder
komplexen Bewegung, nehme ich an.

gruß Rainer

Gerold Müller

unread,
Oct 25, 1999, 3:00:00 AM10/25/99
to
On 24 Oct 1999 23:29:40 GMT, u...@netcom.com (Uwe Brockmann) wrote:

Hallo Uwe,
ich denke du hast einen Denkfehler (toller Satz).
nehme mal eine Schiene und kippe sie. Sie liegt jetzt zwar tiefer aber
wieder alle Rollen auf einer Gerade. So wird da keine Kurve draus.
Die Schlittschuhe als Vergleich sind unsinnig da hier ein Kurvenradius
eingeschliffen ist.
Ich denke nach wie vor an die Belastung und ein Versetzen der Rollen.
Ciao Gerold

Uwe Brockmann

unread,
Oct 25, 1999, 3:00:00 AM10/25/99
to
In article <7v10hp.3...@news.dirtsurf.de>,

Gerold Müller <gmue...@gmx.net> wrote:
>ich denke du hast einen Denkfehler (toller Satz).

Das glaube ich natuerlich nicht :-).

>nehme mal eine Schiene und kippe sie. Sie liegt jetzt zwar tiefer aber
>wieder alle Rollen auf einer Gerade. So wird da keine Kurve draus.

Ich glaube, dass bei der von Dir beschriebenen gekippten Schiene jede
einzelne Rolle fuer sich in die Kipprichtung steuern will. Dabei
behindern sich die Rollen gegenseitig, da sie alle durch die Schiene
miteinander verbunden sind. Deshalb ist der Radius des von der Schiene
gefahrenen Kreises viel groesser als der Radius des Kreises, den jede
Rolle fuer sich alleine gerne fahren wuerde.

Ich glaube, dass eine unbelastete gekippte Schiene einen Kreis mit
grossem Radius faehrt. Der Radius ist moeglicherweise so gross, dass
man bei ungenauer Beobachtung/Messung denken koennte, dass die Schiene
in einer geraden Linie faehrt.

Der gefahrene Radius laesst sich jedoch verringern, indem man den Rad-
stand minimiert und die Schraeglage maximiert. Dann sollte sich deut-
lich zeigen, dass die Schiene im Kreis faehrt.

Das konnte ich mit folgendem praktischem Versuch bestaetigen:

Ich habe einen 4-Rollen Plastikrollschuh (Rollerblade Lightning) mit
gleichmaessig abgefahrenen 70 mm 78 A Rollerblade (Kryptonics) genommen.
Die Rollen haben aufgrund der gleichmaessigen Abnutzung noch immer ein
schoenes rundes Profil. Ich habe die vorderste und die hinterste Rolle
abmontiert so dass nur noch die beiden mittleren Rollen uebrigblieben.

Dann habe ich den Rollschuh auf einem ebenen Untergrund so stark wie
moeglich gekippt ohne dass der Plastikschuh den Boden beruehrte. Mit
einer Hand habe ich den jetzt seitlich ueberhaengenden Schuh hochge-
halten, so dass er nicht auf den Boden fallen/kippen konnte. Mit der
anderen Hand habe ich etwas auf die Schiene gedrueckt um ein seitliches
wegrutschen der Rollen zu verhindern. Dann habe ich den Rollschuh lang-
sam abwechselnd vorwaerts und rueckwaerts geschoben. Dabei habe ich
sehr darauf aufgepasst, dass ich keinen drehenden Steuerungsdruck auf
den Rollschuh ausuebte sondern effektiv nur senkrecht von oben auf die
Kontaktflaechen zwischen Rollen und Untergrund drueckte.

Ich habe dabei beobachtet, dass der Rollschuh sowohl vorwaerts als auch
rueckwaerts eine Kurve fuhr und zwar in Kipprichtung.

Zur Kontrolle habe ich den Rollschuh auf die andere Seite gekippt und
das Experiment wiederholt. Auch hier fuhr der Rollschuh wieder eine
Kurve. Diesmal allerdings in die andere Richtung.

Ich glaube, dass mein Experiment meine Vermutung bestaetigt, dass die
Form der Rollen fuer das Kurvenfahrvermoegen von Inlinerollschuhen
verantwortlich ist.

Mein Experiment sollte fuer alle Besitzer von Inlinerollschuhen leicht
durchfuehrbar sein. Kommst Du bei Wiederholung meines Experiments zu
dem gleichem Ergebnis? Hast Du eine andere Deutung des Versuchsergeb-
nisses?

>Ich denke nach wie vor an die Belastung und ein Versetzen der Rollen.

Bei Belastung eines gekippten Inlinerollschuhs durch das Gewicht eines
Rollschuhlaeufers werden die Rollen staerker gegen die Fahrbahn
gedrueckt. Sie verformen sich dabei so, dass sich die Kontaktflaechen
zwischen Rollen und Fahrbahn vergroessern. Die Verbreiterung der
Kontaktflaechen fuehrt dazu, dass sich die Rollen staerker wie die von
mir an anderer Stelle in dieser Diskussion definierten "Kegelruempfe"
verhalten. Deshalb fahren die belasteten Rollschuhe bei gleicher Nei-
gung einen engeren Kreis als unbelastete Rollschuhe.

Ich schlage ein weiteres, etwas schwieriger durchzufuehrendes Experiment
vor:

Inlinerollschuhe sehen von hinten betrachtet, wenn aufrecht gehalten,
wie folgt aus:
___
| | |

Dabei ist
___
| |

das Profil der Schiene (ein umgedrehtes U). Der andere Strich soll die
Rollen darstellen. Natuerlich beruehrt die Schiene bei aufrechtem
Rollschuh den Untergrund nicht. Deshalb waere folgende Skizze etwas
korrekter:
___
| | |
|

Ich verwende diese korrektere Skizze nur deshalb nicht, weil sie das
"Zeichnen" der folgenden Skizzen erschweren wuerde.

V-line Rollschuhe sehen von hinten betrachtet wie folgt aus:
__
|\/|

Dabei ist
__
| |

wiederum die Schiene. \/ stellt die von hinten betrachteten Rollen dar.
Die Rollen sind bei aufrechter Schiene abwechselnd nach links und rechts
gekippt. Bei neuen Rollen liegen die Kontakflaechen zwischen Rollen und
Fahrbahn alle in einer Linie. V-line Rollschuhe sind in den USA (oder
waren dies zumindest bis vor kurzem) kommerziell erhaeltlich. (Tat-
saechlich verwenden V-line Rollschuhe keine Schiene im U-Profil Format
sondern eine Spezialschiene. Ich habe sie in der Skizze mit U-Profil
Schiene gezeichnet, um die Anordnung der Rollen zu verdeutlichen.

Man nehme nun einen V-line Rollschuh und entferne jede zweite Rolle.
Man erhaelt dann einen Rollschuh, der von hinten wie folgt aussieht:
__
| /|

Kann man mit diesem Rollschuh besser Linkskurven oder Rechtskurven
laufen? Warum? Koennten Beobachtungen beim Laufen von Links- und
Rechtskurven mit diesem Rollschuh Aufschluss darueber geben, ob, wie von
mir behauptet, die Form der Rollen fuer das Kurvenfahrvermoegen von
Inlinerollschuhen verantwortlich ist?

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

Hatto von Hatzfeld

unread,
Oct 25, 1999, 3:00:00 AM10/25/99
to
Uwe Brockmann schrieb am 24 Oct 1999 23:29:40 GMT:


> Wenn ich Dich richtig verstehe, vermutest Du, dass die Kurvenfahrfaehig-
> keit von Inlinerollschuhen auf einer Drehbewegung des Beines beruht.

.. wenn man mal von der nicht unwesentlichen Technik des Umsetzens beim
Schrittwechsel absieht.

> Ich vermute, dass Deine Vermutung falsch ist und dass die Kurvenfahr-
> faehigkeit von Inlinerollschuhen stattdessen auf der Form der Rollen
> beruht.

..



> Legt man den Kegelrumpf nun auf die Seite (siehe Bild unten), so hat man
> einen Koerper, der, wenn angestossen, nicht geradeaus sondern im Kreis
> rollt.
>
> / \
> / \ <--- auf die Seite gelegter Kegelrumpf
> \____\

Dieser Effekt beruht beim Kegelrumpf auf der Differenz des Umfangs
zwischen den Extremen der Auflagefläche. Weil der Kegelrumpf eine gerade
Seite hat (in Deinem Bild die untere Kante), ist die Auflagefläche relativ
breit ist und kommt der Effekt zum Tragen.

> Ich behaupte, dass sich die Rollen von Inlinerollschuhen bei Schraeg-
> lage annaehernd wie Kegelruempfe verhalten. Diese Vorstellung macht es
> fuer mich einleuchtend, dass Inlinerollschuhe bei Schraeglage zwangs-
> laeufig Kurven fahren muessen.

Skaterollen haben eine sehr schmale Auflagefläche, was die durch
die Umfangsdifferenz entstehenden Kräfte erheblich vermindert. Das
Entscheidende aber ist: Diese Kräfte müssen sich im Bereich von wenigen
Millimetern entfalten (selbst bei weichen Rollen dürfte die faktische
Auflagefläche kaum mehr als 3 mm breit sein). Bei einer einzeln
dahinrollenden Rolle wären diese Kräfte zwar noch messbar; aber beim
Skate haben wir es mit mehreren Auflageflächen zu tun, deren Abstand in
der Größenordnung von 9 cm (bei mir) liegt. Du hast also im günstigsten
Fall einen Hebel von 3 mm Länge, der sich durchsetzen muss gegen Kräfte,
die auf einem Geradeauslauf beharren und an einem Hebel von 90 mm
ansetzen (wenn nur zwei hintereinanderliegende Rollen Bodenkontakt
haben; im ungünstigsten Fall wären es dagegen 270 mm). Ich habe keinen
Zweifel daran, wer hier die Oberhand behält, wenn nicht woanders her
eine Kraft kommt, die den Fuß zum Drehen bringt.

Mein Fazit also: Deine Theorie scheint mir nicht sehr plausibel.

Es sei denn, Du hast nur eine Rolle an Deinem Skate. ;-)

Ciao,
Hatto


andreas titze

unread,
Oct 26, 1999, 3:00:00 AM10/26/99
to
Halllo Ihr beiden,

Hatto von Hatzfeld wrote:

> Uwe Brockmann schrieb am 24 Oct 1999 23:29:40 GMT:

> > Legt man den Kegelrumpf nun auf die Seite (siehe Bild unten), so hat man


> > einen Koerper, der, wenn angestossen, nicht geradeaus sondern im Kreis
> > rollt.
> >
> > / \
> > / \ <--- auf die Seite gelegter Kegelrumpf
> > \____\
>
> Dieser Effekt beruht beim Kegelrumpf auf der Differenz des Umfangs
> zwischen den Extremen der Auflagefläche. Weil der Kegelrumpf eine gerade
> Seite hat (in Deinem Bild die untere Kante), ist die Auflagefläche relativ
> breit ist und kommt der Effekt zum Tragen.

> > Ich behaupte, dass sich die Rollen von Inlinerollschuhen bei Schraeg-
> > lage annaehernd wie Kegelruempfe verhalten. Diese Vorstellung macht es
> > fuer mich einleuchtend, dass Inlinerollschuhe bei Schraeglage zwangs-
> > laeufig Kurven fahren muessen.
>
> Skaterollen haben eine sehr schmale Auflagefläche, was die durch
> die Umfangsdifferenz entstehenden Kräfte erheblich vermindert. Das

also ich muss sagen, ich finde die erklaerung richtig logisch. ist die schiene
gekippt,
so kann man der rolle an der auflageflaeche einen kegelmantel umbeschreiben,
indem man an jedem auflageort eine tangentenflaeche dranlegt. die rollen
rollen
dann auf dieser tangentenflaeche kraeftefrei eine kurve.

das problem was man nur hat ist, dass dies bei nur einer rolle ideal
funktioniert.
dadurch, dass die rollen starr auf der schiene angebracht sind, hebt sich
dieser
effekt wieder etwas auf, die rollen werden somit mehr auf einer geraden
gehalten
und drehen zusaetzlich noch ueber den boden weg, weil sie nicht alle ihrer
"kegelmanteltangente" folgen koennen. dies koennte auch ein grund fuer deen
erhoehten abrieb in der kurve verantwortlich sein.

es scheint mir aber auch plausibel, dass noch eine restkomponente uebrig
bleibt,
die eine kurvenbbewegung verursacht,

prinzipiell kann man sich das dann vorstellen, wie viele kegelruempfe,
bei denen ihrer gemeinsame drehrichtung gegenseitig festgehalten werden.
dann ist auch klar, warum bei einer gerockerten schiene man besser drehen
kann,
weil bei der kurven lage zusaetzlich zur kuerzeren schiene noch der effekt,
wie bei der geschliffenen eisschiene hnzu kommt. und dann
die kegelruempfe in einem kreisbogen angeordnet sind.
nun kann ich mir auch erklaeren, warum man mit den skates mit zusaetzlichem
gelenk
je rolle, besser durch die kurve kommen sollen
. Mein Fazit: Danke Uwe, du hast mein Problem geloest, ich finde deine Theorie
trifftgenau den entscheidenden Punkt

danke auch allen anderen mitdiskutierern

gruesse aus mainz
speziell nach USA

andreas


Juergen Gluch

unread,
Oct 26, 1999, 3:00:00 AM10/26/99
to
andreas titze wrote:
>
> Ich habe da auch noch eine Frage, die mich seit langem beschaeftigt:
>
> Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?
>
> Ich moechte nicht auf die Technik- oder das Uebersetzen hinaus. Die
> Frage ist ganz technischer Natur.
> Eine Reihe von Rollen definiert eine Gerade und somit muessten die
> Schiene mit den Rollen immer geradeaus laufen.
> Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
> den Boden seitlich weg?

Hi allerseits,

als Neuling in dieser Gruppe duerfte ich vielleicht mal die Erkenntnis
einwerfen, dass man mit kleineren Rollen viel leichter Kurven fahren
kann als mit grossen. Das hat mich doch etwas gewundert und traegt ev.
zur Klaerung der obigen Frage bei.

Letztens hab ich im Laden Schuhe mit 76er Rollen ausprobiert.
Normalerweise fahre ich 72 (bzw. 70 wenn sie etwas abgefahren sind)
und ich war ueberrascht, wie diese paar mm das Kurvenverhalten
beeinflussen: normale Kurve (beide Fuesse auf dem Boden) ging ja noch,
aber diese 180 oder 360 Grad Drehung aus der Geradeausfahrt bekam ich
nur noch mit leichten Schwierigkeiten hin. Ich hab dann sofort Schuhe
mit 72er Rollen getestet, da ging's wesentlich besser!

Liegt das jetzt am Rollenprofil, an meinem Fahrkoennen oder
tatsaechlich nur an der Rollengroesse?

Gruss, Juergen

Uwe Brockmann

unread,
Oct 26, 1999, 3:00:00 AM10/26/99
to
In article <3815A2D9...@mail.lds.nrw.de>,

Juergen Gluch <gl...@mail.lds.nrw.de> wrote:
>als Neuling in dieser Gruppe duerfte ich vielleicht mal die Erkenntnis
>einwerfen, dass man mit kleineren Rollen viel leichter Kurven fahren
>kann als mit grossen.

und weiter:


>Liegt das jetzt am Rollenprofil, an meinem Fahrkoennen oder
>tatsaechlich nur an der Rollengroesse?

Meiner Ansicht nach liegt das alleine an der Rollengroesse. Ich hatte
an anderer Stelle in dieser Diskussion meine Theorie erklaert, dass sich
Inlinerollen bei Schraeglage wie (von mir definierte) Kegelruempfe ver-
halten.

Diese Theorie kann auch die bessere Kurvenfahrfaehigkeit kleinerer
Rollen erklaeren.

Man betrachte einen auf die Seite gelegten Kegelrumpf:

/ \
/ \ <--- auf die Seite gelegter Kegelrumpf
\____\

Man kann diesen Kegelrumpf mit einem Schnitt in zwei unterschiedlich
grosse Teilkegelruempfe teilen:


/\ <--- kleinerer der beiden Teilkegelruempfe
\_\

/ \
\ \ <--- groesserer der beiden Teilkegelruempfe
\__\

Beachte, dass der urspruengliche Kegelrumpf, wenn angestossen, im Kreis
rollt. Dabei durchrollt der Teil, der nach dem Schnitt der kleinere
Teilkegelrumpf wird, einen kleineren Kreis als der Teil, der nach dem
Schnitt der groessere Teilkegelrumpf wird.

Die beiden unterschiedlich grossen Teilkegelruempfe verhalten sich wie
zwei unterschiedlich grosse Inlinerollen in gleicher Schraeglage und mit
gleichem Rollenprofil.

Meine Theorie kann uebrigens auch erklaeren, warum Inlinerollschuhe
bei groesserer Schraeglage kleinere Kreise fahren. Bei Vergroesserung
der Schraeglage verhaelt sich eine Inlinerolle wie ein flacherer
Kegelrumpf, der kleinere Kreise durchrollt.

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

J. Brusch

unread,
Oct 27, 1999, 3:00:00 AM10/27/99
to
u...@netcom.com (Uwe Brockmann) wrote:

--- SNIP Viel wissenschaftliches Material geloescht ---


Hast Du schon mal daran gedacht daraus eine Diplom-
oder sogar eine Doktorarbeit zu machen ?


;-)

J.B.


Peter Suetterlin

unread,
Oct 27, 1999, 3:00:00 AM10/27/99
to
In article <3812BD57...@aak.chemie.uni-mainz.de>,
andreas titze <ti...@aak.chemie.uni-mainz.de> writes:

Hi Andreas,

>> > Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?

>> > Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
>> > den Boden seitlich weg?

Ja, es ist letzteres.

Nimm mal eine einzelne Rolle, fasse sie am lager.
Jetzt stell sie mal ungefähr so, wie sie bei der Kurvenfahrt stehen,
also leicht gekippt, und versuch sie schräg zur eigentlichen
Rollrichtung zu schieben.

Dabei *sollte* die Rolle anfangen, sich zu drehen, gleichzeitig
rutscht sie aber auch über den Boden.

Die Kraft/Bewegung wir dabei aufgeteilt in zwei Komponenten, die eine
in Rotationsrichtung, die andere quer dazu. In Rotationsrichtung ist
alles klar, die Rolle kann Rollen. Quer dazu hat man aber keinen
"Bewegungs-Freiheitsgrad", deshalb fängt die Rolle an, leicht
durchzurutschen.

Das ist auch der Grund, warum die Rollen bei der Kurvenfahrt auch viel
stärker abnutzen.

Die Verteilung zwischen Rollen und Rutschen kann (ist) für jede Rolle
unterschiedlich, vor allem bei engen Bögen -> die äußeren Rollen
nutzen stärker ab.

Hm, war das halbwegs verständlich?

Peter

--
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Dr. Peter "Pit" Suetterlin http://www.astro.uu.nl/~suetter
Sterrenkundig Instituut Utrecht
Tel.: +31 (0)30 253 5225 P.Suet...@astro.uu.nl
__________________________________________________________________________

andreas titze

unread,
Oct 27, 1999, 3:00:00 AM10/27/99
to

Peter Suetterlin wrote:

> Die Kraft/Bewegung wir dabei aufgeteilt in zwei Komponenten, die eine
> in Rotationsrichtung, die andere quer dazu. In Rotationsrichtung ist
> alles klar, die Rolle kann Rollen. Quer dazu hat man aber keinen
> "Bewegungs-Freiheitsgrad", deshalb fängt die Rolle an, leicht
> durchzurutschen.
>

Nach Uwes erklaerung, der ich sehr viel sympathie entgegen bringe, muesste jede
rolle alleine rollen und nicht rutschen, und erst durch die anbringung in einer
linie zusaetzlich zu rutschen anfangen.

> Die Verteilung zwischen Rollen und Rutschen kann (ist) für jede Rolle
> unterschiedlich, vor allem bei engen Bögen -> die äußeren Rollen
> nutzen stärker ab.

nach meiner und uwes meinung wuerde insbesondere auch die schienenlaenge das
verhaeltnis beeinflussen

> Hm, war das halbwegs verständlich?

ich denke schon
AT


Gerold Müller

unread,
Oct 27, 1999, 3:00:00 AM10/27/99
to
On 27 Oct 1999 15:40:40 GMT, p...@hst33127.phys.uu.nl (Peter
Suetterlin) wrote:

Hallo Alle,

>>> > Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
>>> > den Boden seitlich weg?
>
>Ja, es ist letzteres.

Es freut mich das zu hören war ja auch meine Meinung. Bei der
Diskussion mit den Kegelrümpfen bin ich ausgestiegen, wohl in der
Schule doch zu wenig aufgepasst.

Was mir heute bein skaten (super Wetter) einfiel war folgendes: Wie
lässt sich mit der Kegelrumpftheorie das schlechtere Drehverhalten der
langen 5-Roller Schiene erklären?
Bei der Kegelrumpftheorie geht ihr ja davon aus das jedes Rad für sich
in die Kurve geht (theoretisch), dann sollte doch die Länge der
Schiene keine Rolle spielen (oder hab ich's nur nicht begriffen)?
Ausserdem wäre es doch dann eher keine Kurve sondern ein
Parallel-Versatz, oder?
Warum lassen sich dann Kurven mit hintereinander stehenden Füssen
(Hockey-Turn) enger fahren als mit nebeneinander stehenden Füssen?
Warum verliert die 5 Rollen Schiene beim Versuch sehr enge Kurven zu
fahren die Haftung und "ruckelt" über den Boden?
Ich meine die Kegelrumpferklärung war recht schön und super aufgemacht
(Wahnsinns Mühe, Super) ist mir aber nicht logisch nachvollziehbar.

Ciao Gerold

Uwe Brockmann

unread,
Oct 28, 1999, 3:00:00 AM10/28/99
to
In article <7v76do$1reg$1...@pukkie.phys.uu.nl>,

Peter Suetterlin <P.Suet...@astro.uu.nl> wrote:
>In article <3812BD57...@aak.chemie.uni-mainz.de>,
> andreas titze <ti...@aak.chemie.uni-mainz.de> writes:
>> Wie ist es moeglich, mit Inlineskates eine Kurve zu fahren?
>>
>> Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
>> den Boden seitlich weg?
>
>Ja, es ist letzteres.
>
>Nimm mal eine einzelne Rolle, fasse sie am lager.
>Jetzt stell sie mal ungefähr so, wie sie bei der Kurvenfahrt stehen,
>also leicht gekippt, und versuch sie schräg zur eigentlichen
>Rollrichtung zu schieben.
>
>Dabei *sollte* die Rolle anfangen, sich zu drehen, gleichzeitig
>rutscht sie aber auch über den Boden.

Beim Durchrollen von Kurven auf Inlinerollschuhen lastet das gesamte
Gewicht des Rollschuhlaeufers auf den Rollen. Normalerweise traegt jede
Rolle dabei einen grossen Anteil des Gesamtgewichtes.

Bei Deinem Experiment hast Du jedoch nur einen geringen vertikalen Druck
auf die Rolle ausgeuebt. Wenn Du Dein Experiment wiederholst und dabei
auch nur etwas staerker nach unten auf die Rolle drueckst solltest Du
feststellen, dass die Rolle nicht mehr so leicht rutscht.

Das Gewicht eines Rollschuhlaeufers sollte ausreichen, um ein Rutschen
der Rollen beim normalen Durchrollen von Kurven voellig zu verhindern.
Die Rollen rutschen erst in Extremfaellen, z.B. bei rutschigem Unter-
grund, sehr engen Kurven, hoher Schraeglage, Bodenunebenheiten oder
Uebergang in einen Hockey Stop.

Die Rollen "Wandern" beim Durchrollen von Kurven jedoch nach aussen.
Auf den Rollschuhlaeufer wirkt beim Durchrollen von Kurven eine nach
aussen gerichtete Zentrifugalkraft, die er auf die Rollen uebertraegt.
Dies fuehrt zu einem nach aussen gerichteten Druck auf jede Rolle der
sie so verformt, dass ihre Kontaktflaeche gegen den Rest der Rolle in
Richtung zum Kurvenmittelpunkt verschoben ist.

Beim Rollen jeder Rolle setzt aufgrund dieser Verformung der Teil der
Rollenoberflaeche, der als naechstes zur Kontaktflaeche wird, immer
etwas weiter aussen auf als dies bei unverformter Rolle der Fall waere.

Der resultierende Effekt ist, dass der Rollschuh insgesamt beim Kurven-
fahren immer etwas nach aussen wandert. Umso weicher die Rollen sind
desto groesser ist dieser Effekt.

Wenn ein Inlinerollschuh eine Kurve durchrollt muessen einige der Rollen
in einem groesseren Kreis rollen als andere. Dies erfolgt indem diese
Rollen mehr wandern als die anderen.

Es ist zu beachten, dass "Wandern" etwas ganz anderes ist als
"Rutschen". Beim "Wandern" haften die Rollen am Boden und haben einen
hohen Reibungskoeffizienten (Haftreibung). Beim "Rutschen" haben sie
einen niedrigen Reibungskoeffizienten (Gleitreibung).

Ein Uebergang der Rollen vom Wandern ins Rutschen ist fuer den Laeufer
als ploetzliches Wegrutschen des Rollschuhs deutlich spuerbar und kommt
meiner Ansicht nach beim normalen Durchrollen von Kurven nicht vor.

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

andreas titze

unread,
Oct 28, 1999, 3:00:00 AM10/28/99
to

"Gerold Müller" wrote:

> On 27 Oct 1999 15:40:40 GMT, p...@hst33127.phys.uu.nl (Peter
> Suetterlin) wrote:
>
> Hallo Alle,
>

> >>> > Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
> >>> > den Boden seitlich weg?
> >
> >Ja, es ist letzteres.
>

> Es freut mich das zu hören war ja auch meine Meinung. Bei der
> Diskussion mit den Kegelrümpfen bin ich ausgestiegen, wohl in der
> Schule doch zu wenig aufgepasst.
>
> Was mir heute bein skaten (super Wetter) einfiel war folgendes: Wie
> lässt sich mit der Kegelrumpftheorie das schlechtere Drehverhalten der
> langen 5-Roller Schiene erklären?

weil jede rolle fuer sich alleine eine kurve drehen will, und jede mit dem
gleichen kurvenradiius um einen anderen mittelpunkt.

da die mittelpunkte jedoch nicht alle an der gleichen stelle liegen, muessen sich
die fuenf rollen einigen. einig sind sie, dass der mittelpunkt jeweils auf der
gleichen seite liegt, und so fahren sie halt einen grossen bogen um alle
mittelpunkte gemeinsam.

AT

Uwe Brockmann

unread,
Oct 28, 1999, 3:00:00 AM10/28/99
to
In article <7v7gm6.3...@news.dirtsurf.de>,

Gerold Müller <gmue...@gmx.net> wrote:
>On 27 Oct 1999 15:40:40 GMT, p...@hst33127.phys.uu.nl (Peter
>Suetterlin) wrote:
>
>Hallo Alle,
>
>>>> > Liegt es an der Rollenform, oder rutschen in der Kurve die Rollen ueber
>>>> > den Boden seitlich weg?
>>
>>Ja, es ist letzteres.
>
>Es freut mich das zu hören war ja auch meine Meinung. Bei der
>Diskussion mit den Kegelrümpfen bin ich ausgestiegen, wohl in der
>Schule doch zu wenig aufgepasst.

Ein auf die Seite gelegter Kegelrumpf ist ungefaehr das gleiche wie ein
umgekippter Kreisel bei dem die Spitze abgeschnitten wurde. Er sieht
genauso aus wie eine stark einseitig abgefahrene Inlinerolle. Ent-
scheidend ist, dass der Kegelrumpf ebenso wie ein umgekippter Kreisel
im Kreis rollt, wenn er angestossen wird.

>Was mir heute bein skaten (super Wetter) einfiel war folgendes: Wie
>lässt sich mit der Kegelrumpftheorie das schlechtere Drehverhalten der
>langen 5-Roller Schiene erklären?

>Bei der Kegelrumpftheorie geht ihr ja davon aus das jedes Rad für sich
>in die Kurve geht (theoretisch), dann sollte doch die Länge der
>Schiene keine Rolle spielen (oder hab ich's nur nicht begriffen)?

Die Kegelrumpftheorie ist der erste Schritt zur Erklaerung warum Inline-
rollschuhe durch Kurven rollen koennen. Sie besagt, dass jede Rolle
fuer sich in einem ziemlich kleinen Kreis rollen will, wenn ein Inline-
rollschuh schraeg gestellt wird. Damit uebt jede Rolle eine Lenkwir-
kung, d.h. ein Drehmoment, auf den Rollschuh aus. Im Prinzip sagt jede
Rolle zu dem Rollschuh "Drehe Dich im Kreis um mich herum".

Der zweite Schritt ist es, sich zu ueberlegen, wie sich die von den
Rollen auf den Rollschuh ausgeuebten Drehmomente als zur Seite
gerichtete Kraefte auf die Rollen auswirken.

Nehmen wir als Beispiel einen Rollschuh mit 4 Rollen bei dem der
Laeufer sein Gewicht gleichmaessig auf alle Rollen verteilt. Von oben
betrachtet sehen die vier Rollen wie folgt aus:

|
|
|
|

Numerieren wir die Rollen wie folgt:

|1
|2
|3
|4

Nehmen wir nun an, dass der Rollschuh in Richtung zu Rolle 1 rollt und
nach links geneigt ist. Jede Rolle uebt nun nach der Kegelrumpftheorie
ein Drehmoment auf den Rollschuh aus. Dieses laesst sich durch seit-
liche Kraefte auf die anderen drei Rollen ersetzen. Da jede Rolle
das gleiche Gewicht traegt uebt jede Rolle ein gleich grosses Dreh-
moment aus. Es gilt

Drehmoment = Kraft x Laenge

Die Masseinheiten fuer Kraft und Laenge sind hier uninteressant.
Deshalb verwende ich fuer sie den Einheitswert, d.h. die Zahl eins.
Dabei definiere ich die Laenge eins als den Abstand zweier benachbarter
Rollen in einem Inlinerollschuh.

Ich setze das Drehmoment, das von jeder Rolle auf den Rollschuh ausge-
uebt wird, willkuerlich mit 18 fest. Bei hinreichend steifer Roll-
schuhschiene koennen wir davon ausgehen, dass je ein drittel dieses
Drehmomentes eine zur Seite gerichtete Kraft auf jede der anderen drei
Rollen ausuebt.

Betrachten wir zunaechst einmal nur die Kraefte, die von Rolle 1 auf die
anderen Rollen ausgeuebt werden.

|
|------> 6
|---> 3
|--> 2

Wie man sieht uebt Rolle 1 auf Rolle 2 eine nach rechts gerichtete Kraft
mit dem Betrag 6 aus. Da Rolle 3 doppelt so weit von Rolle 1 entfernt
ist wie Rolle 2, uebt Rolle 1 auf Rolle 3 nur eine halbsogrosse Kraft
des Betrages 3 aus. Da Rolle 4 dreimal soweit von Rolle 1 entfernt ist
wie Rolle 2 uebt Rolle 1 auf Rolle 4 nur eine ein drittel so grosse
Kraft wie auf Rolle 1, d.h. eine Kraft mit dem Betrag 2, aus. Die
Kraefte sind ausser durch die Zahlen in der Skizze auch durch Pfeile
dargestellt. Die Laenge der Pfeile ist proportional zur Groesse der
Kraefte. Ein Strich entspricht einem Betrag von 1.

Die folgende Skizze zeigt von links nach rechts die Kraefte, die von
Rolle 1, 2, 3 und 4 auf die jeweils anderen Rollen ausgeuebt werden.
Dabei sind die Pfeile hier weggelassen. Eine links von der Rolle
stehende Zahl stellt den Betrag einer nach links gerichteten Kraft dar.
Entsprechend ist der Betrage einer nach rechts gerichteten Kraft durch
eine rechts von der Rolle stehende Zahl dargestellt.

| 6| 3| 2|
|6 | 6| 3|
|3 |6 | 6|
|2 |3 |6 |

Die obige "willkuerliche" Wahl von 18 fuer das von jeder Rolle ausge-
uebte Drehmoment laesst sich jetzt erklaeren:

6x1 + 3x2 + 2x3 = 6x1 + 6x1 + 3x2 = 18

Die auf jede Rolle wirkenden Kraefte lassen sich jetzt addieren:

6+3+2|
-6+6+3|
|3+6-6
|2+3+6

Das Ergebnis ist:

11|
3|
|3
|11

Das bedeutet, dass Rolle 1 stark nach links gedrueckt wird, dass Rolle
2 etwas nach links gedrueckt wird, dass Rolle 3 etwas nach rechts ge-
drueckt wird und das Rolle 4 stark nach rechts gedrueckt wird. Diese
Kraefte sind bestrebt, den Rollschuh insgesamt nach links zu drehen.

Die Betraege der auf die Rollen im Ergebnis wirkenden seitlichen Kraefte
aendern sich, wenn der Laeufer sein Gewicht nicht gleichmaessig auf die
Rollen verteilt. Im Endeffekt sind die Kraefte aber immer bestrebt, den
Rollschuh insgesamt nach links zu drehen.

Der dritte Schritt ist es, zu erklaeren, warum der Rollschuh auf die
seitlichen Kraefte auf die Rollen mit dem Fahren einer Kurve reagiert.
Diesen Schritt hatte ich bisher ebenfalls ausgelassen.

Meine Erklaerung hierfuer ist, dass jede rotierende Rollschuhrolle bei
seitlichem Druck in Druckrichtung "wandern" kann ohne dabei zu rutschen.
Solange der seitliche Druck nicht zu gross ist, widersetzt ihm sich die
Rolle aufgrund ihrer Bodenhaftung. Dies fuehrt jedoch zu einer Scherung
(Verformung) der Rolle. Aufgrund der Verformung sind staendig alle
Teile der Rolle gegenueber ihrer Bodenkontaktflaeche in die Druck-
richtung verschoben. Dies fuehrt dazu, dass bei der Rotation der Rolle
alle Punkte auf ihrer Oberflaeche, die Bestandteil der Kontaktflaeche
werden, den Boden jeweils etwas in Druckrichtung verschoben beruehren.
Das Ergebnis ist, dass die Rolle zur Seite wandert.

Aufgrund der oben berechneten Kraefte wandern im obigen Beispiel die
Rollen 1 und 2 nach links und die Rollen 3 und 4 nach rechts. Das
Ergebnis ist eine Drehbewegung des Rollschuhs nach links ohne Rutschen
der Rollen. Der Rollschuh rollt durch eine Kurve!

Die Kurve, die der Rollschuh durchlaeuft, hat einen viel groesseren
Radius als die Kurve, die jede Rolle fuer sich alleine als Kegelrumpf
gerne durchrollen wuerde. Man kann den Radius der Kurve, die eine
Rolle fuer sich alleine durchrollen wuerde, mit folgender Formel
naeherungsweise bestimmen:

d / 2
r = ----------
sin(alpha)

Dabei ist d der Rollendurchmesser und alpha der Winkel, um den der Roll-
schuh gegenueber der aufrechten Stellung geneigt ist. Nimmt man z.B.
eine 76 mm Rolle und neigt den Rollschuh um 10 Grad dann ergibt sich
fuer r ein Wert von ungefaehr 22 cm. Das ist im Vergleich zu dem Radius
des von dem Rollschuh insgesamt durchrollten Kreises ein sehr kleiner
Wert!

Eine genauere Formel muesste die Rollenbreite und das Rollenprofil be-
ruecksichtigen. Bei kleinen Neigungswinkeln duerfte meine Formel jedoch
ziemlich gute Naeherungswerte liefern.

Jetzt zur eigentlichen Frage. Ich habe das obige Beispiel einmal fuer
5-Rollen Rollschuhe durchgerechnet. Dabei kam ich zu dem Ergebnis, dass
der seitliche Druck, der durch die Lenkwirkung der Rollen auf die
aeussersten Rollen ausgewirkt wird, nur etwa 68% so hoch ist wie bei
4-Rollen Rollschuhen. (Kann das mal jemand nachrechnen?) Selbst wenn er
genausohoch waere wie bei 4-Rollen Rollschuhen, wuerden 5-Rollen Roll-
schuhe nicht so gut lenken wie 4-Rollen Rollenrollschuhe, da gleicher
seitlicher Druck zu gleichem Wandern fuehren wuerde. Gleiches Wandern
bei groesserem Radstand wuerde zu einem groesseren Kurvenradius fuehren.

>Ausserdem wäre es doch dann eher keine Kurve sondern ein
>Parallel-Versatz, oder?

Nein. Das Lenkbestreben jeder Rolle fuehrt effektiv zu einem Drehen des
Rollschuhes. Nachdem er etwas gedreht ist wirken wieder die gleichen
Kraefte so dass er wieder dreht. Im Endeffekt dreht der Rollschuh
ununterbrochen und rollt deshalb in einer Kurve. Das obige Beispiel
sollte dies verdeutlichen.

>Warum lassen sich dann Kurven mit hintereinander stehenden Füssen
>(Hockey-Turn) enger fahren als mit nebeneinander stehenden Füssen?

Das moechte ich lieber erst einmal ausprobieren bevor ich hier etwas
dazu schreibe.

>Warum verliert die 5 Rollen Schiene beim Versuch sehr enge Kurven zu
>fahren die Haftung und "ruckelt" über den Boden?

Dies ist ein Extremfall. Du versuchst hier mit Gewalt staerker zu
lenken als die Rollen seitlich wandern koennen. Das fuehrt zum seit-
lichen Rutschen mehrerer Rollen. Nachdem sie etwas gerutscht sind ver-
ringerst Du offenbar den seitlichen Druck auf die rutschenden Rollen
oder erhoehst ihre vertikale Belastung. Dadurch greifen sie wieder.
Wenn Du das mehrfach hintereinander machst ruckelt es. Du bestaetigst
damit meine an anderer Stelle aufgestellte Behauptung, dass der Ueber-
gang der Rollen vom Wandern ins Rutschen fuer den Laeufer deutlich
spuerbar ist.

Da weichere Rollen staerker seitlich wandern koennen als haertere
Rollen, sollte es moeglich sein, mit weicheren Rollen engere Kreise zu
durchrollen als mit haerteren Rollen ohne dass die Rollen rutschen und
ohne dass der Rollschuh ruckelt.

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

Peter Suetterlin

unread,
Oct 28, 1999, 3:00:00 AM10/28/99
to
In article <7v8932$m7g$1...@nntp2.atl.mindspring.net>,
u...@netcom.com (Uwe Brockmann) writes:

Hi Uwe,

(bitte schreib es in die Mails, wenn Du postest + mailst, oder besser:
poste nur)

>>Nimm mal eine einzelne Rolle, fasse sie am lager.
>>Jetzt stell sie mal ungefähr so, wie sie bei der Kurvenfahrt stehen,
>>also leicht gekippt, und versuch sie schräg zur eigentlichen
>>Rollrichtung zu schieben.
>>
>>Dabei *sollte* die Rolle anfangen, sich zu drehen, gleichzeitig
>>rutscht sie aber auch über den Boden.

> Beim Durchrollen von Kurven auf Inlinerollschuhen lastet das gesamte
> Gewicht des Rollschuhlaeufers auf den Rollen. Normalerweise traegt jede
> Rolle dabei einen grossen Anteil des Gesamtgewichtes.

Richtig.

> Bei Deinem Experiment hast Du jedoch nur einen geringen vertikalen Druck
> auf die Rolle ausgeuebt. Wenn Du Dein Experiment wiederholst und dabei
> auch nur etwas staerker nach unten auf die Rolle drueckst solltest Du
> feststellen, dass die Rolle nicht mehr so leicht rutscht.

Ja, damit es leichter geht. Trotzdem: ohne Durchrutschen (ich spreche
hier nicht vom wegrutschen, es ist eine Art Übergang zwischen
Haftreibung, die man normalerweise beim geradeausrollen hat, und der
reinen Gleitreibung beim Rutschen) hättest Du null Chance, eine Kurve
zu fahren. Ehrlich. Ist reine Physik.

> Die Rollen "Wandern" beim Durchrollen von Kurven jedoch nach aussen.

Und wie sollen sie das tun, ohne zu rutschen? Das nach-außen-wandern
ist ja nichts anderes als wenn Du die Rolle quer über den Boden
schiebst. Entweder sie haftet, dann ist auch nix mit schieben, oder
sie rutscht.

[ Zentripetalbeschleunigung und Verformung ]

> Der resultierende Effekt ist, dass der Rollschuh insgesamt beim
> Kurven- fahren immer etwas nach aussen wandert. Umso weicher die
> Rollen sind desto groesser ist dieser Effekt.

Ja, auch das spielt mit. Aber auch dieses "Walken" kann nur
stattfinden, wenn es zwischen Rolle und Boden einen gewissen Schlupf
gibt.

> Wenn ein Inlinerollschuh eine Kurve durchrollt muessen einige der Rollen
> in einem groesseren Kreis rollen als andere. Dies erfolgt indem diese
> Rollen mehr wandern als die anderen.

Das war auch das, was ich sagte, denn wandern=rutschen.

> Es ist zu beachten, dass "Wandern" etwas ganz anderes ist als
> "Rutschen". Beim "Wandern" haften die Rollen am Boden und haben einen
> hohen Reibungskoeffizienten (Haftreibung). Beim "Rutschen" haben sie
> einen niedrigen Reibungskoeffizienten (Gleitreibung).

Wie gesagt, das ist der Fall dazwischen. Wenn sie wirklich nur haften
ist kein Schlupf möglich, auch wäre dann der Abrieb viel geringer.

> Ein Uebergang der Rollen vom Wandern ins Rutschen ist fuer den Laeufer
> als ploetzliches Wegrutschen des Rollschuhs deutlich spuerbar und kommt
> meiner Ansicht nach beim normalen Durchrollen von Kurven nicht vor.

Ja klar, das ist dann wirklich das wegrutschen, aber das hab' ich
nicht gemeint...

Gerold Müller

unread,
Oct 28, 1999, 3:00:00 AM10/28/99
to
On 28 Oct 1999 08:46:52 GMT, u...@netcom.com (Uwe Brockmann) wrote:

Hi Uwe,

vielen Dank für die Mühe die du dir mit deinem Posting gegeben hast.
Ich kann das zwar nur zum Teil nachvollziehen, aber du machst den
Eindruck als hättest du Ahnung davon, also glaube ich dir deine
Theorie.
Eine Frage habe ich noch: Wenn der Frame schlecht eingestellt ist
kippt der Fuss permanent in eine Richtung. Das Schuh/Schiene System
steht schräg und versucht damit eine Kurve zu fahren. Die Bestrebung
ist jedoch schnellstmöglich geradeaus zu fahren. Diese Schrägstellung
müsste dann also relativ viel Kraft kosten um den Skate dauerhaft am
Drehen zu hindern. Ist das richtig?

Ciao Gerold

Uwe Brockmann

unread,
Oct 28, 1999, 3:00:00 AM10/28/99
to
In article <7v9n2b.3...@news.dirtsurf.de>,

Ja.

Ich habe ein paar V-line Rollschuhe. Aufgrund der V-foermigen Rollen-
anordnung ist es unmoeglich bei diesen Rollschuhen alle Rollen gleich-
zeitig aufrecht zu halten. Diese Rollschuhe sind deutlich langsamer als
Inlinerollschuhe. Ausserdem nutzen sich die Rollen bei ihnen wesentlich
schneller ab.

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

Uwe Brockmann

unread,
Oct 30, 1999, 3:00:00 AM10/30/99
to
Peter Suetterlin <P.Suet...@astro.uu.nl>:

>>> Nimm mal eine einzelne Rolle, fasse sie am lager.
>>> Jetzt stell sie mal ungefähr so, wie sie bei der Kurvenfahrt stehen,
>>> also leicht gekippt, und versuch sie schräg zur eigentlichen
>>> Rollrichtung zu schieben.
>>>
>>> Dabei *sollte* die Rolle anfangen, sich zu drehen, gleichzeitig
>>> rutscht sie aber auch über den Boden.

Uwe Brockmann <u...@netcom.com>:


>> Beim Durchrollen von Kurven auf Inlinerollschuhen lastet das gesamte
>> Gewicht des Rollschuhlaeufers auf den Rollen. Normalerweise traegt jede
>> Rolle dabei einen grossen Anteil des Gesamtgewichtes.
>>

>> Bei Deinem Experiment hast Du jedoch nur einen geringen vertikalen Druck
>> auf die Rolle ausgeuebt. Wenn Du Dein Experiment wiederholst und dabei
>> auch nur etwas staerker nach unten auf die Rolle drueckst solltest Du
>> feststellen, dass die Rolle nicht mehr so leicht rutscht.

Peter Suetterlin <P.Suet...@astro.uu.nl>:


> Ja, damit es leichter geht. Trotzdem: ohne Durchrutschen (ich spreche
> hier nicht vom wegrutschen, es ist eine Art Übergang zwischen
> Haftreibung, die man normalerweise beim geradeausrollen hat, und der
> reinen Gleitreibung beim Rutschen) hättest Du null Chance, eine Kurve
> zu fahren. Ehrlich. Ist reine Physik.

Wir muessen drei Verhaltensweisen der Rollen unterscheiden:

(1) Haftung (Haftreibung)
(2) Wegrutschen (Gleitreibung)
(3) "Durchrutschen" ("eine Art Uebergang zwischen Haftreibung
und reiner Gleitreibung")

Bei (1) haftet die Rolle in allen Punkten der Kontaktflaeche. Bei (2)
rutscht sie in allen Punkten der Kontaktflaeche. Bei (3) haftet die
Rolle in einem Teil der Kontaktflaeche und rutscht gleichzeitig in einem
anderen Teil der Kontaktflaeche.

Uwe Brockmann <u...@netcom.com>:


>> Die Rollen "Wandern" beim Durchrollen von Kurven jedoch nach aussen.

Peter Suetterlin <P.Suet...@astro.uu.nl>:


>Und wie sollen sie das tun, ohne zu rutschen? Das nach-außen-wandern
>ist ja nichts anderes als wenn Du die Rolle quer über den Boden
>schiebst. Entweder sie haftet, dann ist auch nix mit schieben, oder
>sie rutscht.

Beim "Wandern" zeigt die Rolle Verhaltensweise (3).

Um zu zeigen, was beim Wandern passiert, habe ich eine "Inlinerolle" aus
einem Blatt Papier gebaut indem ich einen Kreis mit 8 cm Durchmesser
ausgeschnitten und in der Mitte mit einem Bleistift als Achse durchbohrt
habe.

Mit dieser "Rolle" habe ich jetzt auf Teppichboden Dein Experiment
wiederholt. Dabei habe ich die schraegestellte Rolle leicht nach aussen
gedrueckt und von oben belastet. Sie rutsche dabei nicht weg, verformte
sich aber stark, insbesondere an ihrem unteren Ende. Die Kontaktflaeche
war aufgrund der starken Verformung der Rolle ungefaehr 3 cm lang.

Beim Vorwaertsrollen konnte ich ein deutliches Wandern der Rolle nach
aussen beobachten. Durch das Wandern wich ihre effektive Bewegungs-
richtung, je nachdem wie stark ich sie seitlich und von oben belastete,
um ca. 20 bis 50 Grad von der Richtung ab, in die sie ohne Wandern ge-
rollt waere.

Der Grund fuer die seitliche Bewegung der Rolle war nicht ein seitliches
Rutschen der Rolle auf dem Teppichboden sondern die Tatsache, dass auf-
einanderfolgende Punkte auf der Rollenoberflaeche, aufgrund der Verfor-
mung der Rolle, beim Rollen jeweils immer weiter aussen aufsetzten als
ihre Vorgaenger.

Ich konnte nicht genau erkennen, was mit einem Rollenoberflaechenpunkt
beim Eintritt in die Kontaktflaeche geschah. Manchmal sah es so aus als
ob er sofort fest am Boden haftete. Manchmal sah es so aus als ob er
erst etwas (nach innen!) rutschte. Schon nach kurzem Aufenthalt in der
Kontaktflaeche haftete der Punkt dann jedoch eindeutig am Boden. Lange
vor dem Verlassen der Kontaktflaeche konnte ich dann jedoch erkennen,
dass der Punkt ueber den Boden nach aussen rutschte.

Ich vermute, dass der Rollenoberflaechenpunkt, obwohl ich dies nicht
eindeutig beobachten konnte, auch beim Eintrit in die Kontaktflaeche
eine kurze Zeit lang rutscht, denn er wird hier nur so leicht an den
Boden gedrueckt, dass schon geringe Kraefte ausreichen, um ihn ins
Rutschen zu bringen. Im Inneren der Kontaktflaeche wird der Punkt dann
so stark gegen den Boden gedrueckt, dass er nicht rutschen kann. Am
hinteren Ende der Kontaktflaeche wird der Punkt dann wieder nur leicht
nach unten gedrueckt und wird durch andere auf ihn einwirkenden Kraefte
zum Rutschen gebracht.

Ich vermute, dass auch am inneren und aeusseren Rand der Kontaktflaeche
ein Rutschen stattfindet.

Insgesamt hat man dann eine innere Teilflaeche der Kontaktflaeche in der
die Rolle haftet und eine sie voellig umschliessende aeussere Teil-
flaeche in der die Rolle rutscht.

Ich glaube nicht mehr, dass Inlinerollen beim normalen Durchrollen von
Kurven ueberhaupt nicht rutschen.

Peter Suetterlin <P.Suet...@astro.uu.nl>:


>Das war auch das, was ich sagte, denn wandern=rutschen.

Dem "wandern=rutschen" kann ich nicht zustimmen, da fuer mich
rutschen=wegrutschen. Ich weiss allerdings, dass Du nicht
wandern=wegrutschen meinst.

Uwe Brockmann <u...@netcom.com>:


>> Es ist zu beachten, dass "Wandern" etwas ganz anderes ist als
>> "Rutschen". Beim "Wandern" haften die Rollen am Boden und haben einen
>> hohen Reibungskoeffizienten (Haftreibung). Beim "Rutschen" haben sie
>> einen niedrigen Reibungskoeffizienten (Gleitreibung).

Peter Suetterlin <P.Suet...@astro.uu.nl>:


>Wie gesagt, das ist der Fall dazwischen. Wenn sie wirklich nur haften
>ist kein Schlupf möglich, auch wäre dann der Abrieb viel geringer.

Dem stimme ich zu.

>> Ein Uebergang der Rollen vom Wandern ins Rutschen ist fuer den Laeufer
>> als ploetzliches Wegrutschen des Rollschuhs deutlich spuerbar und kommt
>> meiner Ansicht nach beim normalen Durchrollen von Kurven nicht vor.
>
>Ja klar, das ist dann wirklich das wegrutschen, aber das hab' ich
>nicht gemeint...

Wir sind hier einer Meinung.

Ich bleibe jedoch bei meiner Kritik an Deinem Versuch. In Deinem Ver-
such rutscht die Rolle gleichzeitig in allen Punkten der Kontaktflaeche.
D.h. sie zeigt eindeutig Verhalten (2).

In Wirklichkeit zeigen Rollen beim Durchrollen von Kurven Verhalten (3).
In Deinem Versuch muesstest Du so stark auf die Rolle druecken, dass sie
nicht mehr (weg)rutscht, um dies korrekt wiederzugeben. Der Nachteil
waere dabei jedoch, dass man Verhalten (3) mit dem blossen Auge nicht
von Verhalten (1) unterscheiden koennte.

Um Verhalten (1) und (3) unterscheiden zu koennen muesste man eine we-
sentlich flexibelere Rolle verwenden, z.B. meine Papierrolle.

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

Peter Suetterlin

unread,
Oct 31, 1999, 2:00:00 AM10/31/99
to
In article <7ve78u$lel$1...@nntp2.atl.mindspring.net>,
u...@netcom.com (Uwe Brockmann) writes:

Hi Uwe,

es scheint, wir konvergieren. :-)

> Wir muessen drei Verhaltensweisen der Rollen unterscheiden:
>
> (1) Haftung (Haftreibung)
> (2) Wegrutschen (Gleitreibung)
> (3) "Durchrutschen" ("eine Art Uebergang zwischen Haftreibung
> und reiner Gleitreibung")

ACK

> Beim "Wandern" zeigt die Rolle Verhaltensweise (3).
>
> Um zu zeigen, was beim Wandern passiert, habe ich eine "Inlinerolle" aus
> einem Blatt Papier gebaut indem ich einen Kreis mit 8 cm Durchmesser
> ausgeschnitten und in der Mitte mit einem Bleistift als Achse durchbohrt
> habe.

Hm, dem kann ich jetzt nicht mehr ganz folgen. eine 2-D Rolle? Das
kann eigentlich nicht gehen, denn eine Verformung quer zur Scheibe
(die m.E. für die echten Rollen essentiell ist) kann so nicht
stattfinden...

> Ich vermute, dass der Rollenoberflaechenpunkt, obwohl ich dies nicht
> eindeutig beobachten konnte, auch beim Eintrit in die Kontaktflaeche
> eine kurze Zeit lang rutscht,

Ja, das war ja auch das, was ich meinte: Er muß ja auch nicht sehr
viel rutschen, der Wegunterschied, den die unterschiedlichen Rollen
durchlaufen, ist nicht riesig, oft nur ein paar mm.

> Dem "wandern=rutschen" kann ich nicht zustimmen, da fuer mich
> rutschen=wegrutschen. Ich weiss allerdings, dass Du nicht
> wandern=wegrutschen meinst.

Na fein, dann sind wir uns ja fast einig.

> Ich bleibe jedoch bei meiner Kritik an Deinem Versuch. In Deinem Ver-
> such rutscht die Rolle gleichzeitig in allen Punkten der Kontaktflaeche.
> D.h. sie zeigt eindeutig Verhalten (2).

Nein, wenn der Versuch mit dem notwendigen Druck durchgeführt wird,
passiert genau dasselbe, das Du auch oben sehr ausführlich beschrieben
hast: Wlaken, Verformung und (teilweise) Rutschen (d.h. wandern)

> Um Verhalten (1) und (3) unterscheiden zu koennen muesste man eine we-
> sentlich flexibelere Rolle verwenden, z.B. meine Papierrolle.

Aber umgekehrt wäre es nach deiner Theorie nicht möglich, mit
Metall-Rollen eine Kurve zu fahren. Die verformen sich nämlich
nicht. Allerdings fehlt mir für so einen Versuch das Material....

Manfred Jobst

unread,
Oct 31, 1999, 2:00:00 AM10/31/99
to
Waaaahnsinn - was das Ende der Saison und der damit verbundene Entzug
bei Manchem von uns bewirkt! Schade, dass das Theoretisieren lange
nicht so schoen ist wie das Skaten. Ich hoffe fuer Euch, dass noch ein
paar schoene Tage kommen und ihr noch mal auf die Piste koennt.

Gruss Manne

On 24 Oct 1999 23:29:40 GMT, u...@netcom.com (Uwe Brockmann) wrote:

>In article <uoovu7...@hatzfeld.tronet.de>,
>Hatto von Hatzfeld <ha...@salesianer.de> wrote:
>>andreas titze schrieb am Sun, 24 Oct 1999 10:03:35 +0200:
>>

>>> ich weiss, dass ich mit skates kurven laufen kann, aber ich weiss
>>> nicht warum das funktioniert. und wenn man wuesste, wie es
>>> funktioniert, koennte man sich naemlich auch ueberlegen, wie es noch
>>> besser funktioniert.
>>

>>2. Drehen des Fußes
>>Natürlich liegen die Rollen alle in einer Linie und fahren somit
>>prinzipiell geradeaus. Ohne Schrittwechsel (siehe Punkt 1) sollte sich
>>dann auch keine Kurve fahren lassen. Vermutlich würde dieser Effekt auch
>>zum Tragen kommen, wenn man tatsächlich beim Eislaufen eine absolut
>>gerade Kufe verwenden würde oder beim Inline Skaten nur zwei rutschfeste
>>Rollen pro Skate an den Enden von überlangen Schienen. Tatsächlich aber
>>sind die meisten Schlittschuhkufen leicht bis stärker gekrümmt, während
>>bei den Skates die Rollen weich genug sind (und auch etwas rutschen),
>>dass sie Drehbewegungen des Beines wenigstens so weit nachgeben, dass
>>man damit eine Kurve fährt. Hinzukommt, dass bei nicht ganz ebener
>>Fahrbahn nie alle Rollen gleichzeitig das Gewicht tragen. Wenn dann also
>>mal in einem kurzen Augenblick nur die beiden mittleren Rollen richtig
>>belastet sind, ist das Drehen fiel leichter (wobei der Belastungswechsel
>>so schnell ist, dass man keine sprunghaften Drehbewegungen spüren kann).
>>Dieser Effekt wird durch das Rockering verstärkt, während längere
>>Schienen (und besonders die mit 5 Rollen) das Drehen erschweren.
>
>Der Bewegungsablauf eines Schlittschuhlaeufers ist beim Kurvenfahren
>sicher sehr aehnlich zu dem Bewegungsablauf eines Rollschuhlaeufers beim
>Kurvenfahren. Ich vermute jedoch, dass die mechanische Funktionsweise
>von Inlinerollschuhen beim Kurvenfahren ohne Uebersetzen ganz anders ist
>als bei Schlittschuhen. Deshalb betrachte ich Schlittschuhe hier nicht.
>

>Wenn ich Dich richtig verstehe, vermutest Du, dass die Kurvenfahrfaehig-
>keit von Inlinerollschuhen auf einer Drehbewegung des Beines beruht.

>Ich vermute, dass Deine Vermutung falsch ist und dass die Kurvenfahr-
>faehigkeit von Inlinerollschuhen stattdessen auf der Form der Rollen
>beruht.
>

>Legt man den Kegelrumpf nun auf die Seite (siehe Bild unten), so hat man
>einen Koerper, der, wenn angestossen, nicht geradeaus sondern im Kreis
>rollt.
>
> / \

> / \ <--- auf die Seite gelegter Kegelrumpf
> \____\


>
>Ich behaupte, dass sich die Rollen von Inlinerollschuhen bei Schraeg-
>lage annaehernd wie Kegelruempfe verhalten. Diese Vorstellung macht es
>fuer mich einleuchtend, dass Inlinerollschuhe bei Schraeglage zwangs-
>laeufig Kurven fahren muessen.
>

>Uwe Brockmann, u...@netcom.com


andreas titze

unread,
Nov 1, 1999, 3:00:00 AM11/1/99
to

Manfred Jobst wrote:

> Waaaahnsinn - was das Ende der Saison und der damit verbundene Entzug
> bei Manchem von uns bewirkt! Schade, dass das Theoretisieren lange
> nicht so schoen ist wie das Skaten. Ich hoffe fuer Euch, dass noch ein
> paar schoene Tage kommen und ihr noch mal auf die Piste koennt.
>
> Gruss Manne

Hallo Manne

Es gibt halt Leute, die skaten seit fast zehn jahren und fahren rollschuh
ueber zwanzig. und vielleicht lassen sich deren fragen nicht so schnell
beantworten, wie die ueblichen:
- wie schmiere ich lager (zum fuenfhundertsten)
- wo kann ich hier und dort skaten,
- wo gibt es billige skates
- wie kann ich gerade auf inlineskates stehen
- blub blub blub
die sich alle nase lang wiederholen und von jedem neuling immer wieder
gestellt werden

ich danke hiermit nochmal allen, die mir bei der beantwortung mir wirklich
weitergeholfen haben.

AT


Uwe Brockmann

unread,
Nov 1, 1999, 3:00:00 AM11/1/99
to
In article <7vi1ak$g3o$1...@pukkie.phys.uu.nl>,

Peter Suetterlin <P.Suet...@astro.uu.nl> wrote:
>In article <7ve78u$lel$1...@nntp2.atl.mindspring.net>,
> u...@netcom.com (Uwe Brockmann) writes:
>> Um zu zeigen, was beim Wandern passiert, habe ich eine "Inlinerolle" aus
>> einem Blatt Papier gebaut indem ich einen Kreis mit 8 cm Durchmesser
>> ausgeschnitten und in der Mitte mit einem Bleistift als Achse durchbohrt
>> habe.
>
>Hm, dem kann ich jetzt nicht mehr ganz folgen. eine 2-D Rolle? Das
>kann eigentlich nicht gehen, denn eine Verformung quer zur Scheibe
>(die m.E. für die echten Rollen essentiell ist) kann so nicht
>stattfinden...

Die Idee hinter der Papierrolle war es, eine flexiblere Rolle zu finden,
die sich mit viel weniger Kraft verformen laesst als eine Polyurethan-
rolle. Dass die Papierrolle annaehernd eine 2-D Rolle ist, ist dabei ein
ungewollter Nebeneffekt, der aber meiner Ansicht nach kein grosses Pro-
blem ist. Was meinst Du mit "Verformung quer zur Scheibe"?

>> Ich vermute, dass der Rollenoberflaechenpunkt, obwohl ich dies nicht
>> eindeutig beobachten konnte, auch beim Eintrit in die Kontaktflaeche
>> eine kurze Zeit lang rutscht,
>

> Ja, das war ja auch das, was ich meinte: Er muß ja auch nicht sehr
> viel rutschen, der Wegunterschied, den die unterschiedlichen Rollen
> durchlaufen, ist nicht riesig, oft nur ein paar mm.

Der Wegunterschied zwischen den unterschiedlichen Rollen ist in der Tat
klein. Viel groesser ist der Wegunterschied zwischen den kleinen
Kreisen, die die einzelnen Rollen gerne fuer sich alleine durchrollen
wollen, und dem Kreis, den der Rollschuh insgesamt durchlaeuft. Die
Rollen muessen hier einen grossen Unterschied ausgleichen. Dieser Aus-
gleich erfolgt im Zentrum der Kontaktflaeche ausschliesslich durch Wan-
dern und ohne Rutschen. Rutschen erfolgt nur ausserhalb des Zentrums
der Kontaktflaeche.

>Aber umgekehrt wäre es nach deiner Theorie nicht möglich, mit
>Metall-Rollen eine Kurve zu fahren. Die verformen sich nämlich
>nicht. Allerdings fehlt mir für so einen Versuch das Material....

Mit Metall- oder Holzrollen koennte man in der Tat nur sehr schlecht
Kurven fahren, da sie wegrutschen wuerden. Das liegt nicht daran, dass
Metall- und Holzrollen an sich zu rutschig sind, denn konventionelle
Rollschuhe (mit zwei lenkbaren Achsen mit jeweils zwei Rollen) funktio-
nieren mit Metall- und Holzrollen ziemlich gut.

Grund fuer die Untauglichkeit von Metall- und Holzrollen fuer Inline-
rollschuhe ist vielmehr ihre mangelnde Verformungsfaehigkeit.

Ohne Rollen aus modernen weichen elastischen Materialien, z.B. Polyure-
than, waeren Inlinerollschuhe nicht konkurrenzfaehig zu konventionellen
Rollschuhen. Deshalb haben konventionelle Rollschuhe die Inlineroll-
schuhe in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts verdraengt und das
Rollschuhlaufen bis in die zweite Haelfte der 80er Jahre dieses Jahr-
hunderts dominiert.

Uwe Brockmann, u...@netcom.com

Peter Suetterlin

unread,
Nov 1, 1999, 3:00:00 AM11/1/99
to
In article <381c864a...@news.cis.dfn.de>,
Manfre...@gmx.net (Manfred Jobst) writes:

> Waaaahnsinn - was das Ende der Saison und der damit verbundene
> Entzug bei Manchem von uns bewirkt! Schade, dass das Theoretisieren
> lange nicht so schoen ist wie das Skaten. Ich hoffe fuer Euch, dass
> noch ein paar schoene Tage kommen und ihr noch mal auf die Piste
> koennt.

Danke, die hatte ich am WE - 5 Stunden :-)))

Peter Suetterlin

unread,
Nov 1, 1999, 3:00:00 AM11/1/99
to
In article <7vjj67$k2o$1...@nntp8.atl.mindspring.net>,
u...@netcom.com (Uwe Brockmann) writes:

> Die Idee hinter der Papierrolle war es, eine flexiblere Rolle zu
> finden, die sich mit viel weniger Kraft verformen laesst als eine
> Polyurethan- rolle. Dass die Papierrolle annaehernd eine 2-D Rolle
> ist, ist dabei ein ungewollter Nebeneffekt, der aber meiner Ansicht
> nach kein grosses Pro- blem ist. Was meinst Du mit "Verformung quer
> zur Scheibe"?

Daß bei einer echten Rolle die größte Verformung schräg nach oben
stattfindet,

| |
\ /
\ / /
-- / in diese Richtung.

und das eben bei der Papierrolle schlecht geht.

> Mit Metall- oder Holzrollen koennte man in der Tat nur sehr schlecht
> Kurven fahren, da sie wegrutschen wuerden. Das liegt nicht daran, dass
> Metall- und Holzrollen an sich zu rutschig sind, denn konventionelle
> Rollschuhe (mit zwei lenkbaren Achsen mit jeweils zwei Rollen) funktio-
> nieren mit Metall- und Holzrollen ziemlich gut.

....weil die Achse gekippt bzw. gedreht werden kann.

> Grund fuer die Untauglichkeit von Metall- und Holzrollen fuer Inline-
> rollschuhe ist vielmehr ihre mangelnde Verformungsfaehigkeit.

ACK.

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