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Wie gefährlich ist Gleitschirmfliegen?

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Stefan Slusarczyk

unread,
Jun 18, 2001, 12:55:55 PM6/18/01
to
Seit einiger Zeit interressiere ich mich für das Gleitschirmfliegen.Mit welchem
Risiko habe ich in dieser Sportart zu rechnen ? Passieren oft schwere, vielleicht
tödliche Unfälle ?
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Markus Haubt

unread,
Jun 18, 2001, 1:35:23 PM6/18/01
to

Stefan Slusarczyk schrieb:


>
> Seit einiger Zeit interressiere ich mich für das Gleitschirmfliegen.

Sehr schön :-)

> Mit welchem
> Risiko habe ich in dieser Sportart zu rechnen ? Passieren oft schwere, > vielleicht
> tödliche Unfälle ?

Uuuuhh, immer diese gefährlich pauschalen Fragen. Mach Dich jedenfalls
auf einen Haufen Antworten gefaßt ;-)

Zur Frage:
Dieser Sport ist zweifellos als riskant zu bezeichnen (welcher ist das
nicht?). Allerdings bietet dieser Sport zahlreiche Möglichkeiten, sich
mit diesen Risiken auseinanderzusetzen und diese in den Griff zu
bekommen, mehr als in fast jedem anderen Sport. Dies wiederum ist mit
Aufwand und viel persönlichem Einsatz, der richtigen Einstellung
verbunden, kann aber auch einen großen Reiz an diesem Sport ausmachen.

Soll heißen, wenn Du Dir von vornherein über die Risiken im klaren bist
und diesen im Verlauf Deiner Fliegerkarriere offensiv und engagiert
begegnest, wirst Du diesen Sport sehr sicher betreiben.

Läßt Du dagegen diese aktive Auseinandersetzung mit den Risiken etwas
schleifen - in Folge von mangelnder Motivation oder Ängsten und
Verdrängungsmechanismen - wird´s schnell gefährlich. Das liegt aber -
und dies ist der Vorteil und das große Plus-Argument für diesen Sport -
ganz allein bei Dir.

Egal zu welchem Schluß Du kommst, eins kann ich dir sagen: Es lohnt
sich!

Markus.
http://www.borntoglide.de
"Auf meiner Website seh´n selbst Farbenblinde wieder farbig!"

Robert Kleinwechter

unread,
Jun 18, 2001, 2:02:55 PM6/18/01
to
Stefan Slusarczyk <Peter.Sl...@T-Online.de> schrieb:

> Seit einiger Zeit interressiere ich mich für das Gleitschirmfliegen.Mit welchem
> Risiko habe ich in dieser Sportart zu rechnen ? Passieren oft schwere, vielleicht
> tödliche Unfälle ?

http://www.gleitschirm-faq.de/faq.html#3

Was willst Du eigentlich hören? Soundsoviele Tote pro Jahr und Berg?
Keine Chance im Bett zu sterben?
Dann schau lieber Planetopia und die Reporter.

Liest Du jedesmal bevor Du Dich ins Auto setzt wieviele Unfalltote es an
dem Tag schon gab? Sicher nicht.

GS- Fliegen ist in etwa vergleichbar in etwa mit Motorradfahren.
Wer sich als Anfänger mit einer 1100er bei Schneetreiben auf die Straße
wagt hat natürlich ein deutlich höheres Unfallrisiko als jemand der mit
Erfahrung auf kleineren Maschinen bei trockenem Wetter fährt.

Genau so bei Gleitschirmfliegern. Mit Hochleister als Anfänger in einem
Gewitter bist Du faktisch machtlos.
Du darfst Dich, das Wetter und den Schirm nicht überschätzen, dann ist
der Sport relativ gefahrlos.

Unfälle passieren fast immer durch menschliches Versagen, nicht durch
die Sportart an sich, selten auch durch (normal gewartete) Geräte.

Dagegen hilft: Anständige Ausbildung, ständige Weiterbildung, regelmäßig
den Sport ausüben!, Handlingübungen, passende Ausrüstung bei passendem
Wetter benutzen.

Dies gilt für Klettern, Fallschirmspringen, Ski/Snowboardfahren,
Inlineskaten, Mountainbiken und eben auch Gleitschirmfliegen.

Tip für Dich: Mach einen Schnuppertag in einer Flugschule. Kosten: max.
DM 100,-.
Gefällts Dir, mach den Grundkurs.
Kosten: ca. DM 550,-. Der Schnuppertag wird meist angerechnet.
Bis dato brauchst Du auch keinerlei Ausrüstung, das wird alles von der
Flugschule gestellt.

Dann bilde Dir ein Urteil. Entweder Du verbuchst die ganze Geschichte
unter 'geiles Wochenende/geiler Urlaub' oder Du bist infiziert und
machst weiter.


Ach ja: http://www.gleitschirm-faq.de solltest Du mal lesen. Beantwortet
die meisten Fragen zum Thema.


see you in the sky!
Robi
--
Gruß Robi

http://www.kleinwechter.de * http://www.gleitschirm-faq.de

Werner Holtfreter

unread,
Jun 19, 2001, 2:55:18 AM6/19/01
to
Markus Haubt schrieb:

> Soll heißen, wenn Du Dir von vornherein über die Risiken im klaren
> bist und diesen im Verlauf Deiner Fliegerkarriere offensiv und
> engagiert begegnest, wirst Du diesen Sport sehr sicher betreiben.

Immer dieser Optimismus. Auch wer alles richtig macht, fliegt
gefährlich. Richtig, meist menschliches Versagen, aber Menschen
versagen nun mal. In der Luft ist das besonders gefährlich.

Alte Segelfliegerweisheit: Ich kenne keinen persönlich, der im
Straßenverkehr umgekommen ist, aber sehr viele Piloten.

Aber irgendwie ist es die Sache vielleicht wert.
--
Gruß Werner
Scheidungsopfer? Bürgerinitiative Familienrecht! www.bifir.de


Michael Stuebing

unread,
Jun 19, 2001, 3:24:05 AM6/19/01
to
Am 18 Jun 2001 18:55:55 +0200, schrieb Stefan Slusarczyk
<Peter.Sl...@T-Online.de> folgende Zeilen:

>Seit einiger Zeit interressiere ich mich für das Gleitschirmfliegen.

Das ist erfreulich. Wir freuen uns über jeden Interessierten.

> Mit welchem Risiko habe ich in dieser Sportart zu rechnen ?

Das größte Risiko dem Du Dich aussetzt, ist dass Du süchtig danach
wirst und an einer Lebensmittelvergiftung stirbst, weil Du vor lauter
Fliegen nicht mehr zum Geschirrspülen kommst und dir beim Essen von
ungespülten Tellern irgendwas verdorbenes reinziehst. ;-(

> Passieren oft schwere, vielleicht tödliche Unfälle ?

Was ist bei Dir oft? Aber ja, es passieren schwere und auch tödliche
Unfälle. Die Zahlen hierüber sind unterschiedlich, liegen jedoch in
Deutschland unter 10 Toten pro Jahr. Die Unfallursachen sind
unterschiedlich, jedoch läßt sich feststellen, dass bestimmt in 98%
aller Fälle der Pilot für den Unfall verantwortlich war.

Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
runterhaut.

M*an sollte halt auch etwas vorsichtig sein*ichael

--
http://www.gleitschirm-faq.de
Die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum
Gleitschirmfliegen / Vereins- und Herstellernews / GS-Glossary
Neu: Reise- und Acroseite.

Andreas Gruber

unread,
Jun 19, 2001, 3:55:55 AM6/19/01
to

"Michael Stuebing" <po...@gleitschirm-faq.de> schrieb:

> Was ist bei Dir oft? Aber ja, es passieren schwere und auch tödliche
> Unfälle. Die Zahlen hierüber sind unterschiedlich, liegen jedoch in
> Deutschland unter 10 Toten pro Jahr. Die Unfallursachen sind
> unterschiedlich, jedoch läßt sich feststellen, dass bestimmt in 98%
> aller Fälle der Pilot für den Unfall verantwortlich war.

ACK

> Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
> ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
> nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
> runterhaut.

"... nicht in Situationen kommen ..." ist vielleicht doch etwas
optimistisch. Jeder kann in eine kritische Situation kommen.

Ich halte mich selbst für einen vorsichtigen Flieger. Aber ich fliege auch
an den Hang ran um daran nach oben zu soaren. Und der Abstand zum Boden in
dieser Situation beträgt unter 50m, da greift keine Rettung mehr.
Jeder hatte schon einmal einen Klapper und der kann in 30m Höhe tödlich
sein!

Kurze Beschreibung meines Streckenversuches in Andelsbuch:

Abgeflogen vom Hang in ca. 2000m Höhe mit dem Wind in Richtung Osten.
Plötzlich 3,5m/s Saufen. Der einzige Landeplatz war eine Wiese am Hang
hinter einer Baumreihe. In vier Meter Höhe bei schon angebremsten Schirm
einen 50%-Klapper gehabt. Da der Schirm wie gesagt schon angebremst war, war
wenig Reaktionsspielraum, weßhalb die Kiste auch gleich weggekippt ist. Ich
bin schräg auf einem Bein aufgekommen und auf den Protektor geknallt. Das
hätte in z.B. 6m Höhe böse ins Auge gehen können.
Sicher kann man jetzt von einem Pilotenfehler sprechen. Der fand aber schon
vorher statt. Beim Streckenfliegen gehört ja auch eine gehörige Portion
Optimismus dazu und der hat mich in die Notlandesituation gebracht. Die
Notlandung ansich kann aber auch ohne vorhergehenden Fehler nötig sein, also
ist Gleitschirmfliegen sehr wohl gefährlich.

Aber wenn man die Zahlen von toten Motorradfahrern im Allgäu innnerhalb
einer Woche betrachtet relativiert sich obige Aussage schon wieder. 16
tötlich verunglückt vor zwei Wochen. Das schaffen die Fetzenflieger noch
nicht mal in einem Jahr.


Ll*eefliegen ist gefährlich*oyd (und Leelanden erst recht!)


stevieG

unread,
Jun 19, 2001, 3:56:37 AM6/19/01
to
Michael Stuebing <po...@gleitschirm-faq.de> schrieb:

>Die Unfallursachen sind
>unterschiedlich, jedoch läßt sich feststellen, dass bestimmt in 98%
>aller Fälle der Pilot für den Unfall verantwortlich war.
>
>Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
>ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
>nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
>runterhaut.

Genau das werden sich 90% der 98% gesagt haben!

stevie

Susi Anom

unread,
Jun 19, 2001, 5:24:25 AM6/19/01
to

"Michael Stuebing" <po...@gleitschirm-faq.de> schrieb im Newsbeitrag
news:usutitcr9r2t11ubk...@4ax.com...
: Am 18 Jun 2001 18:55:55 +0200, schrieb Stefan Slusarczyk
: <Peter.Sl...@T-Online.de> folgende Zeilen:
:
.......:
: Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen

: ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
: nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
: runterhaut.
:

"Wer sagt das fliegen ungefährlich ist, ist entweder ignorant oder dumm"
(unbekannter Pilot).

Hari Huber

unread,
Jun 19, 2001, 5:47:46 AM6/19/01
to

"Michael Stuebing" <po...@gleitschirm-faq.de> schrieb

> Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
> ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
> nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
> runterhaut.


Hallo Michael!

Sicher hast du den Unfallbericht im Forum von HP.Wittgen gelesen.

http://www.sports-funline.de/vbulletin2/showthread.php?s=&threadid=116


Der Pilot hat nach diesem Unfallbericht zu urteilen, offensichtlich KEINEN
Fehler gemacht. Er flog sogar ein als sicher geltendes Gerät mit der
DHV-Einstufung 1-2 und keinen heißen Hochleister. Und dennoch .....

Ein sehr bedauerlicher Unfall, der mich tief bewegt (er hinterläßt Familie und
ist in meinem Alter) und der mit zeigt: du kannst als Pilot alles richtig
machen, aber trotzdemkann dir ein Unfall zustoßen.

Hari

Michael Stuebing

unread,
Jun 19, 2001, 6:45:26 AM6/19/01
to
Am Tue, 19 Jun 2001 09:55:55 +0200, schrieb "Andreas Gruber"
<andreas...@de.bosch.com> folgende Zeilen:

>> Was ist bei Dir oft? Aber ja, es passieren schwere und auch tödliche
>> Unfälle. Die Zahlen hierüber sind unterschiedlich, liegen jedoch in
>> Deutschland unter 10 Toten pro Jahr. Die Unfallursachen sind
>> unterschiedlich, jedoch läßt sich feststellen, dass bestimmt in 98%
>> aller Fälle der Pilot für den Unfall verantwortlich war.
>
>ACK
>
>> Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
>> ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
>> nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
>> runterhaut.
>
>"... nicht in Situationen kommen ..." ist vielleicht doch etwas
>optimistisch. Jeder kann in eine kritische Situation kommen.

Okay, klar! Nicht sonderlich geschickt ausgedrückt. Natürlich kann man
immer in eine kritische Situation kommen. Und wem ist das noch nicht
passiert. Hier wohl keinem. Aber kritische Situation und kritische
Situation können wohl zweierlei sein.


>Ich halte mich selbst für einen vorsichtigen Flieger. Aber ich fliege auch
>an den Hang ran um daran nach oben zu soaren. Und der Abstand zum Boden in
>dieser Situation beträgt unter 50m, da greift keine Rettung mehr.
>Jeder hatte schon einmal einen Klapper und der kann in 30m Höhe tödlich
>sein!

Klar. Nur gehts Du dann das Risiko bewußt ein. Dir ist klar, dass das
Hangsoaren Gefahren bergen kann. Wenn Du auf der sicheren Seite sein
willst, dann läßt Du es eben.


[SNIP Unfallbeschreibung]

>Aber wenn man die Zahlen von toten Motorradfahrern im Allgäu innnerhalb
>einer Woche betrachtet relativiert sich obige Aussage schon wieder. 16
>tötlich verunglückt vor zwei Wochen. Das schaffen die Fetzenflieger noch
>nicht mal in einem Jahr.

Naja, es gibt glaube ich auch (noch?) mehr Motorradfahrer als GS'ler

>Ll*eefliegen ist gefährlich*oyd (und Leelanden erst recht!)

M*öchte ich Dir nicht widersprechen*ichael

Michael Stuebing

unread,
Jun 19, 2001, 6:45:27 AM6/19/01
to
Am Tue, 19 Jun 2001 09:56:37 +0200, schrieb stevieG <stev...@gmx.de>
folgende Zeilen:

>>Die Unfallursachen sind
>>unterschiedlich, jedoch läßt sich feststellen, dass bestimmt in 98%
>>aller Fälle der Pilot für den Unfall verantwortlich war.
>>
>>Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
>>ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
>>nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
>>runterhaut.
>
>Genau das werden sich 90% der 98% gesagt haben!

ACK! Und da liegt ja wohl das Problem.

M*einst Du nicht auch?*ichael

Michael Stuebing

unread,
Jun 19, 2001, 6:45:28 AM6/19/01
to
Am Tue, 19 Jun 2001 11:24:25 +0200, schrieb "Susi Anom"
<susi...@yahoo.com> folgende Zeilen:

>
>: Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
>: ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
>: nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
>: runterhaut.
>
>"Wer sagt das fliegen ungefährlich ist, ist entweder ignorant oder dumm"
>(unbekannter Pilot).

Darf ich das jetzt auf mich beziehen? Und wenn ja: Warum nur "oder"?
Wenn denn, dann doch lieber "ignorant und dumm"

Mi*r ist das nämlich egal*chael

Michael Stuebing

unread,
Jun 19, 2001, 6:45:27 AM6/19/01
to
Am Tue, 19 Jun 2001 11:47:46 +0200, schrieb "Hari Huber"
<hari-...@freenet.de> folgende Zeilen:

>> Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
>> ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
>> nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
>> runterhaut.
>

>Sicher hast du den Unfallbericht im Forum von HP.Wittgen gelesen.

Hab ich. Aber für die Anderen hier der entsprechende Ausschnitt:

"Am 13.06. startete der 45-jährige bei straffem Wind aus West mit
einem 1-2er Swing Arcus. Nach einem problemlosen Start und ca. 50m
Flug geradeaus bekam er zunächst einen kleinen Klapper links, dann
einen Gegenklapper (>50%) rechts. Der Schirm dreht dynamisch nach
rechts über die "Schulter" schoß nach Vorne auf die Nase, erhielt
einen Frontstall und der Pilot stürzte von oben in sein eigenes Segel
und schlug nach ca. 50-60 m in felsigem Gelände auf. Dies geschah so
dynamisch in 8-10 Sek., das dem Piloten absolut keine Zeit für größere
Reaktionen zur Verfügung stand."

>Der Pilot hat nach diesem Unfallbericht zu urteilen, offensichtlich KEINEN
>Fehler gemacht. Er flog sogar ein als sicher geltendes Gerät mit der
>DHV-Einstufung 1-2 und keinen heißen Hochleister. Und dennoch .....

Ich bin ein viel zu schlechter Flieger um aus dem Bericht irgendetwas
rauslesen zu können. Aber mir stellt sich die Frage, warum der Pilot
nach einem kleinen Klapper links, sich einen großen Gegenklapper
rechts eingefangen hat. Und auch das dynamische über die Schulter nach
Vorne auf die Nase hört sich nicht nach einem "normalen" Verhalten des
Schirms an. Oder wie siehst Du das?

M*ir geht es hier nicht um Schuldzuweisung*ichael

Tobias Schreiner

unread,
Jun 19, 2001, 8:53:29 AM6/19/01
to
On Tue, 19 Jun 2001 12:45:27 +0200, Michael Stuebing
<po...@gleitschirm-faq.de> wrote:

>Hab ich. Aber für die Anderen hier der entsprechende Ausschnitt:
>
>"Am 13.06. startete der 45-jährige bei straffem Wind aus West mit
>einem 1-2er Swing Arcus. Nach einem problemlosen Start und ca. 50m
>Flug geradeaus bekam er zunächst einen kleinen Klapper links, dann
>einen Gegenklapper (>50%) rechts. Der Schirm dreht dynamisch nach
>rechts über die "Schulter" schoß nach Vorne auf die Nase, erhielt
>einen Frontstall und der Pilot stürzte von oben in sein eigenes Segel
>und schlug nach ca. 50-60 m in felsigem Gelände auf. Dies geschah so
>dynamisch in 8-10 Sek., das dem Piloten absolut keine Zeit für größere
>Reaktionen zur Verfügung stand."
>
>>Der Pilot hat nach diesem Unfallbericht zu urteilen, offensichtlich KEINEN
>>Fehler gemacht. Er flog sogar ein als sicher geltendes Gerät mit der
>>DHV-Einstufung 1-2 und keinen heißen Hochleister. Und dennoch .....
>
>Ich bin ein viel zu schlechter Flieger um aus dem Bericht irgendetwas
>rauslesen zu können.

Vorweg: jeder Unfall beim Fliegen ist tragisch und bedeutet für die
Angehörigen und Freunde einen nicht wiedergutzumachenden Verlust.
Dennoch werde ich kurz versuchen, zu Haris Aussage, der Pilot hätte
keinen Fehler begangen, Stellung zu nehmen:

1) Klapper - Gegenklapper bei straffem Wind deuten auf turbulente
Bedingungen hin. Der Pilot war sich offensichtlich sicher, dass die
Bedingungen gut sind und hat sich daraufhin für einen Start
entschieden.

==> mögliche Fehleinschätzung des Piloten. Vielleicht war sein Können
für die vorherrschenden Verhältnisse einfach nicht ausreichend.

2)

>Der Schirm dreht dynamisch nach
>rechts über die "Schulter" schoß nach Vorne auf die Nase, erhielt

>einen Frontstall und der Pilot stürzte von oben in sein eigenes Segel.

Der Pilot hat auf den Klapper entweder gar nicht oder falsch reagiert.
Er hätte Gegenbremsen müssen oder zumindest beidseitig bremsen, um den
Schirm am Schießen zu hindern. Wenn ein träger 1-2er Schirm so weit
schießt, dass der Pilot ins Segel fällt, *kann* der Pilot nicht
gebremst haben und es muss bockturbulent gewesen sein. Mit Nullbremse
durch Turbulenzen fliegen....

3)


>Dies geschah so
>dynamisch in 8-10 Sek., das dem Piloten absolut keine Zeit für größere
>Reaktionen zur Verfügung stand."

8-10 Sekunden sind ein völlig ausreichender Zeitraum, um
Gegenmaßnahmen einzuleiten. Schaut mal auf die Uhr, wie lang ihr
braucht, einen mittelfroßen Klapper wieder zu öffnen (oder wie lang
euer Schirm braucht). Ich hatte letzte Woche mit dem Proton einen
Frontstall, der mir die ganze Kappe nach hinten weggerissen hat. Nach
zwei Sekunden flog er wieder. Und diese Sekunden kamen mir sehr lang
vor.

Fazit: Ohne an der Tragik dieses Unfalles deuteln zu wollen, muss man
doch klar sehen, dass auch dieser Unfall (zumindest der Schilderung
nach) eindeutig auf einen Pilotenfehler zurückzuführen ist.

Tobi

Markus Haubt

unread,
Jun 19, 2001, 9:57:58 AM6/19/01
to

Tobias Schreiner schrieb:

> Ich hatte letzte Woche mit dem Proton einen
> Frontstall, der mir die ganze Kappe nach hinten weggerissen hat. Nach
> zwei Sekunden flog er wieder. Und diese Sekunden kamen mir sehr lang
> vor.

Wobei Du Dich da nicht täuschen lassen solltest:
Der Proton öffnet generell ziemlich schnell, gerade aus dem Frontstall,
liegt an der enormen Kappenstabilität. Ich hab´ ihn aber auch schon über
4 Sekunden im Frontstall gehabt, ist etwas zufallsabhängig.
Der Mistral z.B. öffnete (vor allem im Alter) deutlich langsamer bzw.
behäbiger, obwohl "nur" ein Zweier.

Markus Haubt

unread,
Jun 19, 2001, 10:02:05 AM6/19/01
to

Werner Holtfreter schrieb:

> Immer dieser Optimismus. Auch wer alles richtig macht, fliegt
> gefährlich. Richtig, meist menschliches Versagen, aber Menschen
> versagen nun mal. In der Luft ist das besonders gefährlich.

Definiere "gefährlich"!
Leut´, is des so schwer zu verstehen? Gefahr ist ein relativer Begriff,
der von einer bestimmten, subjektiven Schwelle abhängt.
Nach Deiner Meinung ist demzufolge nämlich auch Joggen, Kochen, Sex und
was weiß ich noch alles gefährlich, oder? Wo ziehst Du die Grenze
zwichen 'gefährlich' und 'ungefährlich'?

Hari Huber

unread,
Jun 19, 2001, 10:14:45 AM6/19/01
to

"Tobias Schreiner" <c.u.on.c...@gmx.de> schrieb

> Fazit: Ohne an der Tragik dieses Unfalles deuteln zu wollen, muss man
> doch klar sehen, dass auch dieser Unfall (zumindest der Schilderung
> nach) eindeutig auf einen Pilotenfehler zurückzuführen ist.

Karl wird den Unfall untersuchen und vielleicht ist er so freundlich und Teilt
uns im Forum das Ergebnis seiner Untersuchungen mit.

Was die Schilderung von HP.Wittgen bzgl. der 8-10 Sekunden und deine Schilderung
Tobias von 2 Sekunden, bis dein Proton wieder normal flog anbetrifft, so möchte
ich darauf hinweisen, daß wohl niemand in diesen Schrecksekunden auf die Uhr
sieht. Das bedeutet, daß solche Sekundenangaben im Nachhinein rein subjektive
Schätzung sind. Je mehr in dieser kurzen Zeit abläuft, je mehr ist man geneigt,
den Zeitraum eher länger als tatsächlich zu schätzen.

Aber vielleicht hatte der am Tegelberg verunglückte Pilot ein Vario bei sich,
welches die Flugzeit usw. aufzeichnete. Karl hat das bestimmt sicherstellen
lassen und er kann in seinem Bericht dann Stellung zu den 8-10 Sekunden nehmen.
Ich hab die Zeitangabe so verstanden, daß die 8-10 Sekunden vom Startzeitpunkt
auf der Rampe bis zum Aufschlag auf felsigem Gelände verstrichen sind.. Wenn es
heißt, 50 m Flugstrecke, so war der Pilot gerade an der Stelle, an der der
Latschenbewuchs unterhalb der Rampe endet, also über dem Felsabbruch. An dieser
Stelle ist es am Tegelberg zuweilen schon turbulent und ich hab viele Piloten
beobachtet, die gerade an dieser Stelle, also kurz nach dem Start, die Bremsen
loslassen, um sich bequem im Gurtzeug zurechtzurücken. Womit ich nicht behaupten
will, daß der verunglückte Pilot dies getan hat, sondern nur darauf hinweisen
will, daß man an dieser Stelle voll konzentriert fliegen soll und beide Hände an
den Bremsen haben muß.

Daß aber ein 1er und 1-2er Schirm nach einem Klapper so dynamisch beschleunigen
kann, daß er unter den Piloten gerät und der ins Segel fällt, hat vor langer
Zeit schon Christoph Kirsch als DHV-Testpilot vorgeführt. Die Beschleunigung des
GS ist so heftig, daß der Pilot seinem Schirm solche Reaktion nicht zutraut und
der Pilot ist völlig überrascht. Und die Zeit, in der der eingeklappte Schirm
öffnet und vor dich und unter dich kommt, dauert nicht 8-10 Sekunden, sondern
lediglich den Bruchteil einer Sekunde. Und wenn der Schirm mal unter dir ist,
kannst du nur mit viel Glück an der Kappe vorbei durch die Leinen fallen ohne
dich in diesen zu verfangen. Wenn du mal ins Segel gefallen bist, kann nur die
Rettung dir noch helfen. Auf der Seite der Windenschleppgemeinschaft
xc-flatlands unter Unfallberichte findet sich auch ein Unfallbericht eines
Piloten, der in sein Segel stürzte. Nur war der auf 4000 m ü. NN und nicht wie
der Pilot vom Tegelberg nur 70 m vom Boden.

http://wsg.xc-flatlands.de/

Ein provozierter Klapper im Sicherheitstraining und ein Klapper in turbulenter
Luft, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Beim provozierten Klapper im
Sicherheitstraining hat der Pilot den Klapper in ruhiger Luft selbst ausgelöst.
Da die Luft ruhig ist, hat der Pilot den Schirm mehr oder weniger schnell wieder
im Griff. Klappt der Schirm aber in Turbulenz, so löst die turbulente Luft den
Klapper aus. der Schirm wird nicht von unten angeströmt, sondern ein Teil des
Schirms von oben. Deshalb klappt dieser Teil nach unten. Nun ist die von oben
kommende Luftströmung nicht im Bruchteil einer Sekunde da und ebenso schnell
wieder weg, sondern der Pilot fliegt in diese von oben kommende Strömung ein und
bleibt im Strömungsbereich. Nur wenn es ihm gelingt, seinen GS aus diesem
Bereich herauszubekommen, kann er seinen Schirm abfangen und "normal"
weiterfliegen. Hierzu ist aber Voraussetzung, daß er genügend Bodenabstand hat.
Sonst ist er schneller unten, als er aus dem Turbulenzbereich rauskommen kann.

Hari


Thomas Winkler

unread,
Jun 19, 2001, 10:20:50 AM6/19/01
to

"Markus Haubt" <markus...@gmx.de> schrieb ganz richtig...

> Werner Holtfreter schrieb:
>
> > Immer dieser Optimismus. Auch wer alles richtig macht, fliegt
> > gefährlich. Richtig, meist menschliches Versagen, aber Menschen
> > versagen nun mal. In der Luft ist das besonders gefährlich.
>
> Definiere "gefährlich"!
> Leut´, is des so schwer zu verstehen? Gefahr ist ein relativer
Begriff,
> der von einer bestimmten, subjektiven Schwelle abhängt.
> Nach Deiner Meinung ist demzufolge nämlich auch Joggen, Kochen, Sex
und
> was weiß ich noch alles gefährlich, oder? Wo ziehst Du die Grenze
> zwichen 'gefährlich' und 'ungefährlich'?

Markus, Du hast recht!
Die einzige Möglichkeit die Subjektivität rauszunehmen ist die der
Versicherungsstatistik. Dort werden die einzelnen Verletzungen einer
Sportart nach Schwere gewichtet und ins Verhältnis zur Anzahl der
Sportarttreibenden gesetzt.

Als ich mit dem Paragliding angefangen habe, stand _Reiten_ an 1.
Stelle und PG an 12. Weit vorne Mountainbiken, Inline Skaten, Fußball
etc.

Versicherungsstatistisch gesehen wäre Fußball gefährlicher als
Gleitschirmfliegen.

Dirk, wärst Du nicht in der Lage die aktuelle Statistik zu bekommen?

Keep flyin' & save landings
Thomas

Thomas Winkler

unread,
Jun 19, 2001, 10:22:05 AM6/19/01
to

"Markus Haubt" <markus...@gmx.de> schrieb ganz richtig...
> Werner Holtfreter schrieb:
>
> > Immer dieser Optimismus. Auch wer alles richtig macht, fliegt
> > gefährlich. Richtig, meist menschliches Versagen, aber Menschen
> > versagen nun mal. In der Luft ist das besonders gefährlich.
>
> Definiere "gefährlich"!
> Leut´, is des so schwer zu verstehen? Gefahr ist ein relativer
> Begriff, der von einer bestimmten, subjektiven Schwelle abhängt.
> Nach Deiner Meinung ist demzufolge nämlich auch Joggen, Kochen,
> Sex und was weiß ich noch alles gefährlich, oder? Wo ziehst Du
> die Grenze zwichen 'gefährlich' und 'ungefährlich'?

Markus, Du hast recht!

Tobias Schreiner

unread,
Jun 19, 2001, 10:26:43 AM6/19/01
to
On Tue, 19 Jun 2001 16:14:45 +0200, "Hari Huber"
<hari-...@freenet.de> wrote:


>Latschenbewuchs unterhalb der Rampe endet, also über dem Felsabbruch. An dieser
>Stelle ist es am Tegelberg zuweilen schon turbulent und ich hab viele Piloten
>beobachtet, die gerade an dieser Stelle, also kurz nach dem Start, die Bremsen
>loslassen, um sich bequem im Gurtzeug zurechtzurücken.

Ack. Selbiges war letzte Woche auch am Wallberg zu sehen. Auf der
Gleitstrecke nach dem Start vom unteren Startplatz um das Wäldchen rum
bockts auch wie die Sau. Jeder zweite Pilot startet, lässt unmittelbar
nach dem Start die Bremsen los und schaukelt sich in sein GZ rein.
Oder sie greifen mit Bremse in der Hand die Gurte und wackeln dann
ihren Arsch in den Sessel. Wundert mich nicht, wenn´s dann wieder
welche in die Latschen haut :-(


>Ein provozierter Klapper im Sicherheitstraining und ein Klapper in turbulenter
>Luft, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Beim provozierten Klapper im
>Sicherheitstraining hat der Pilot den Klapper in ruhiger Luft selbst ausgelöst.
>Da die Luft ruhig ist, hat der Pilot den Schirm mehr oder weniger schnell wieder
>im Griff.

Auch keine wirklich neuen Erkenntnisse. Klar kann ich jeden 1er Schirm
so vernichten, dass es mich ins Segel wuchtet. Trotzdem: Wenn der
Pilot reagiert und den Schirm am extremen Schießen mittels
Bremseinsatz hindert, fällt er nicht ins Segel. Nie.

Viele trauen sich halt nicht, im Fall des Falles mal richtig
reinzulangen ==> ab ins Sicherheitstraining, Schirm mal richtig
schießen lassen und versuchen, ihn über dem Kopf abzufangen. Da sind
die Bremsen auch mal *kurzzeitig* beim Arsch. Den Schirm will ich
sehen, der so weit schießt, dass der Pilot im Segel liegt, Obwohl er
reagiert hat. Ergo: Pilotenfehler.

BTW: Ausser bei Produktionsfehlern (z.B. fehlerhafte Nähte) ist
sowieso immer der Pilot schuld. Was denn sonst?

Tobi

Sandra Müller

unread,
Jun 19, 2001, 10:27:42 AM6/19/01
to
Hallo Thomas,

> Als ich mit dem Paragliding angefangen habe, stand _Reiten_ an 1.
> Stelle und PG an 12. Weit vorne Mountainbiken, Inline Skaten, Fußball
> etc.

*LOL*
Ich kenne die übliche Praxis, einen Unfall beim Paragliden
(Verstauchungen,Bänderrisse,Knochenbrüche bei Start/Landung) als
Wanderunfälle oder Unfall beim Mountainbiken im Krankenhaus zu melden,
um versicherungstechnischen Ärger zu vermeiden...

Also bitte, glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!

Tobias Schreiner

unread,
Jun 19, 2001, 10:30:19 AM6/19/01
to
On Tue, 19 Jun 2001 15:57:58 +0200, Markus Haubt <markus...@gmx.de>
wrote:


>> Ich hatte letzte Woche mit dem Proton einen
>> Frontstall, der mir die ganze Kappe nach hinten weggerissen hat. Nach
>> zwei Sekunden flog er wieder. Und diese Sekunden kamen mir sehr lang
>> vor.
>
>Wobei Du Dich da nicht täuschen lassen solltest:
>Der Proton öffnet generell ziemlich schnell, gerade aus dem Frontstall,
>liegt an der enormen Kappenstabilität.

Schmarrn. Bei ´nem richtigen Frontstall hat die Kappe *keine*
Stabilität mehr. Es liegt einfach daran, dass der Proton nach ´nem
Zerstörer schießt wie die Sau. Und wenn du in dem Moment voll auf die
Bremse latscht, schnalzt er auf und fliegt.

Tobi

Sandra Müller

unread,
Jun 19, 2001, 10:48:30 AM6/19/01
to

Ich möchte an dieser Stelle zur Diskussion einen Link auf einen Artikel
der Segelflieger zur Verfügung stellen, einige werden den Text
vielleicht kennen.

http://www.sg-moeve.ch/Safety/Gantenbr.htm


Wenn man in diesem Text Segelfliegen durch Gleitschirmfliegen ersetzt,
und man sich diesen Text mal durch den Kopf gehen läßt, so kommt man
meiner Meinung nach zu einer gesunden Grundeinstellung zum Hobby.

HTH,
Sandra


Hari Huber

unread,
Jun 19, 2001, 11:06:29 AM6/19/01
to

Ich schrieb im

> Karl wird den Unfall untersuchen und vielleicht ist er so freundlich und teilt
>uns im Forum das Ergebnis seiner Untersuchung mit.

Karl hat mir spontan zugesagt, den Bericht, den er nach Abschluß seiner
Unfalluntersuchung für den DHV fertigt, für uns im Forum zu veröffentlichen. Wir
können diesen Bericht dann wieder hierher in die NG kopieren.

Danach sehen wir hoffentlich klarer.

Hari


Thomas Winkler

unread,
Jun 19, 2001, 11:10:55 AM6/19/01
to
Servus Sandra,

"Sandra Müller" <full...@directbox.com> schrieb...


> Hallo Thomas,
>
> > Als ich mit dem Paragliding angefangen habe, stand _Reiten_ an 1.
> > Stelle und PG an 12. Weit vorne Mountainbiken, Inline Skaten,
> > Fußball etc.
>
> *LOL*
> Ich kenne die übliche Praxis, einen Unfall beim Paragliden
> (Verstauchungen,Bänderrisse,Knochenbrüche bei Start/Landung) als
> Wanderunfälle oder Unfall beim Mountainbiken im Krankenhaus zu
> melden, um versicherungstechnischen Ärger zu vermeiden...

Klar, bei kleineren Verletzungen. Und bei 'nem Schädelbruch erzählst
Du den Ärzten, daß Du über 'ne Wurzel gestolpert bist.

Sind wir doch mal ehrlich: wieviele Flüge hast Du gesehen und wieviel
Verletzte?

> Also bitte, glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht
> hast!

S**t, zu schnell auf'm Send-Button gewesen, wollte doch 'nen Kommentar
dazu abgeben:
mir war damals schon klar, daß man sich darauf nicht verlassen sollte
(siehe Fußball).

Allerdings hat mich letzten Winter der Tod einer Reiterin und eine
Woche später von Mutter und Tochter (beide Genickbruch) beim Reiten
schon etwas schockiert. Was nicht heißen soll, daß die Statistik
deswegen stimmt.

Das Paragliding ein höheres Risiko birgt als andere Sportarten (z.B.
Mountainbiken) ist mir auch klar und das unser Sport bei weitem nicht
so gefährlich ist, wie er in den Medien dargestellt wird.

Robi hat vollkommen recht, wenn er meint Gleitschirmfliegen sei mit
Motorradfahren vergleichbar, ähnliches Verletzungsrisiko: wenn's
kracht hat's meistens fatale Folgen.

Trotzdem

keep flyin' & save landings
Thomas


Markus Haubt

unread,
Jun 19, 2001, 11:11:29 AM6/19/01
to

"Sandra Müller" schrieb:



> Hallo Thomas,
>
> > Als ich mit dem Paragliding angefangen habe, stand _Reiten_ an 1.
> > Stelle und PG an 12. Weit vorne Mountainbiken, Inline Skaten, Fußball
> > etc.
>
> *LOL*
> Ich kenne die übliche Praxis, einen Unfall beim Paragliden
> (Verstauchungen,Bänderrisse,Knochenbrüche bei Start/Landung) als
> Wanderunfälle oder Unfall beim Mountainbiken im Krankenhaus zu melden,
> um versicherungstechnischen Ärger zu vermeiden...

Erklär´ mir, wie Du es schaffst, unter meinem Posting Thomas zu zitieren
...:-)

Sandra Müller

unread,
Jun 19, 2001, 11:18:27 AM6/19/01
to
Hallo Thomas,

> Klar, bei kleineren Verletzungen. Und bei 'nem Schädelbruch erzählst
> Du den Ärzten, daß Du über 'ne Wurzel gestolpert bist.

Mit dem Fahrad beim Querfeldeinfahren gestürzt.. alles schon erlebt
(Schleppunfall mit angebrochener Lendenwirbelsäule).

_Das_ ist die Praxis, hört auf die Gefahr zu verdrängen.

> Sind wir doch mal ehrlich: wieviele Flüge hast Du gesehen und wieviel
> Verletzte?

Zuviele.


Sandra Müller

unread,
Jun 19, 2001, 11:21:05 AM6/19/01
to
> Erklär´ mir, wie Du es schaffst, unter meinem Posting Thomas zu
zitieren
> ...:-)

Zauberei?


Markus Haubt

unread,
Jun 19, 2001, 11:18:26 AM6/19/01
to

Tobias Schreiner schrieb:

> Schmarrn. Bei ´nem richtigen Frontstall hat die Kappe *keine*
> Stabilität mehr.

Genau den Unterschied meinte ich ja, bei normalem Zupfen klappt der
Proton grad´ mal ein vietel bis maximal ein drittel weg, wegen der
Stabilität, da kann man fast Rupfen wie der letzte Depp.
Wenn man ihn richtig zerlegt - was bei mir aber nur mit Vornicken klappt
- haut´s Dir das Teil total zusammen. Dann allerdings hat er bei mir
auch schon mal eine Weile gebraucht um sich zu sortieren, da schoss nix
mehr weil der Luftwiderstand schon viel zu hoch war. Ich warte dann mit
irgendwelchen Bremsaktionen erstmal ab, sofern der Schirm nicht schießt
oder wegdreht, bis er sich wieder entwurschtelt und sortiert hat. Hatte
ich aber beim Mistral auch schon, solche Aktionen.
In Kössen neulich dagegen (ich berichtete, Totalzerleger in Thermik) war
ich richtig froh, daß er durch einen harten Bremsimpuls im vordersten
Punkt wieder aufknallte, wie Du´s auch beschrieben hast, allerdings kam
er da abwindbedingt auch viel härter angeschossen.

Sandra Müller

unread,
Jun 19, 2001, 11:24:10 AM6/19/01
to
> Wenn man ihn richtig zerlegt - was bei mir aber nur mit Vornicken
klappt
> - haut´s Dir das Teil total zusammen. Dann allerdings hat er bei mir
> auch schon mal eine Weile gebraucht um sich zu sortieren, da schoss
nix
> mehr weil der Luftwiderstand schon viel zu hoch war. Ich warte dann
mit
> irgendwelchen Bremsaktionen erstmal ab, sofern der Schirm nicht
schießt
> oder wegdreht, bis er sich wieder entwurschtelt und sortiert hat.
Hatte
> ich aber beim Mistral auch schon, solche Aktionen.
> In Kössen neulich dagegen (ich berichtete, Totalzerleger in Thermik)
war
> ich richtig froh, daß er durch einen harten Bremsimpuls im vordersten
> Punkt wieder aufknallte, wie Du´s auch beschrieben hast, allerdings
kam
> er da abwindbedingt auch viel härter angeschossen.

Da brach der Hauptmast...

SCNR,
Sandra


Markus Haubt

unread,
Jun 19, 2001, 11:21:55 AM6/19/01
to

"Sandra Müller" schrieb:

> Wenn man in diesem Text Segelfliegen durch Gleitschirmfliegen ersetzt,
> und man sich diesen Text mal durch den Kopf gehen läßt, so kommt man
> meiner Meinung nach zu einer gesunden Grundeinstellung zum Hobby.

Nach den Unfallschilderungen der Kollegen hier in diesem Thread hat er
die doch schon längst, noch bevor er überhaupt damit anfängt ;-)

Thomas Winkler

unread,
Jun 19, 2001, 11:28:26 AM6/19/01
to
Danke Sandra,

"Sandra Müller" <full...@directbox.com> schrieb...
>


> Ich möchte an dieser Stelle zur Diskussion einen Link auf einen
> Artikel der Segelflieger zur Verfügung stellen, einige werden den
> Text vielleicht kennen.
>
> http://www.sg-moeve.ch/Safety/Gantenbr.htm

Den Link hatte ich schon gesucht, um ihn in diesen Thread zu setzen.

> Wenn man in diesem Text Segelfliegen durch Gleitschirmfliegen
> ersetzt, und man sich diesen Text mal durch den Kopf gehen läßt, so
> kommt man meiner Meinung nach zu einer gesunden Grundeinstellung zum
> Hobby.

Fazit dieser Rede ist doch die Minimierung der persönlichen Risiken,
das Bewußtmachen und einen gesunden Respekt (auch Angst) bei dem was
wir machen.

Beim DHV sind vielleicht 30-35.000 Piloten angemeldet, wieviele davon
fliegen denn regelmäßig? Somit sind wir eine relativ kleine Gemeinde
und deshalb sind uns oftmals die verunfallten Piloten persönlich
bekannt: das tut mehr weh, als der namenloser Biker im Graben!

Keep flyin' & save landings
Thomas


Hari Huber

unread,
Jun 19, 2001, 11:40:13 AM6/19/01
to

"Tobias Schreiner" <c.u.on.c...@gmx.de> schrieb:

> Wenn der Pilot reagiert und den Schirm am extremen Schießen
> mittels Bremseinsatz hindert, fällt er nicht ins Segel. Nie.

Das setzt aber voraus, daß der Pilot weiß, daß sein Schirm derart schießen kann
und er nach oben sieht und seinen Schirm beobachtet. Genau in dem Moment, in dem
sein Schirm öffnet, muß er schon auf die Bremse gehn, um das Schießen zu
verhindern.

Nun fliegst du Tobias einen Hochleiszter und weißt, daß der beim Öffnen eines
Klappers schießt. Du bist also darauf vorbereitet. Ein Pilot, der einen 1-2er
fliegt, hat aber normalerweise mit Klappern nicht viel am Hut. Will sagen: er
haßt Klapper und glaubt, daß Klapper am Schirm liegen. Er glaubt, daß ein
Hochleister dauernd klappt , ein 1-2er nicht. Er glaubt (glauben heißt: nicht
wissen), daß er den 1-2er bei einem Klapper nur öffnen muß und dann fliegt der
normal weiter. Wie heißt es im DHV-Testprotokoll: einseitiges Einlappen und
Gegensteuern: Stabilisieren selbständig, Gegendrehen einfach, ohne Tendenz zum
Strömungsabriß, Öffnungsverhalten selbständig schnell. Also wird er bei einem
Klapper, auf der geöffneten Seite gegenbremsen, um ein Wegdrehen zu verhindern
und auf der eingeklappten Seite durch ein oder zweimaliges Pumpen mit der Bremse
dise Seite wieder öffnen. Dann wird er nach dem Öffnen die Bremsen sofort wieder
freigeben, damit der Schirm Fahrt aufnehmen,en kann und normal weiterfliegt. Und
da passiert das für ihn unfaßbare, der Schirm schießt weit vor den Piloten und
möglicherweise sogar unter ihn.

Daß dein Proton oder mein Omega 5 das tun darf, ist akzeptabel. Sind ja auch
Hochleister und da muß man mit so etwas rechnen. Darf aber auch ein 1er oder
1-2er beim Öffnen eines großflächigen Klappers so schießen? Geht das aus den
Testprotokollen hervor? Müssen 1er und 1-2er Piloten auf diese Schirmverhalten
vorbereitet werden?

Hari

Markus Haubt

unread,
Jun 19, 2001, 11:36:24 AM6/19/01
to

"Sandra Müller" schrieb:

> Da brach der Hauptmast...

Bis *mein* Haup(/b)tmast bricht, braucht´s schon etwas mehr ;-)))

SCNR2

Markus Haubt

unread,
Jun 19, 2001, 11:38:10 AM6/19/01
to

Thomas Winkler schrieb:

> <Aufklärmode an>
> Für Dich, Markus: Nachdem mich Outf**k mit dem Kammquoting geärgert
> hat, hab' ich das Posting gecancelt und neu formatiert gesendet.
> Sandra hat vor'm Cancel auf's erste geantwortet, voilá.

Also Hellseherei!
Weiber sind mir generell suspekt ...

Thomas Winkler

unread,
Jun 19, 2001, 11:36:37 AM6/19/01
to

"Sandra Müller" <full...@directbox.com> schrieb...

Möchtest Du jetzt als _Hexe_ bezeichnet werden? ;o)

<Aufklärmode an>
Für Dich, Markus: Nachdem mich Outf**k mit dem Kammquoting geärgert
hat, hab' ich das Posting gecancelt und neu formatiert gesendet.
Sandra hat vor'm Cancel auf's erste geantwortet, voilá.

Keep flyin' & save landings
Thomas

Sandra Müller

unread,
Jun 19, 2001, 11:43:05 AM6/19/01
to
> Also Hellseherei!
> Weiber sind mir generell suspekt ...

Du denen auch?


Andy Angerer

unread,
Jun 20, 2001, 2:53:42 AM6/20/01
to
Am Tue, 19 Jun 2001 12:45:26 +0200 formulierte Michael Stuebing
<po...@gleitschirm-faq.de> aufs eloquenteste:

>Naja, es gibt glaube ich auch (noch?) mehr Motorradfahrer als GS'ler

Aber auch mehr besoffene oder sonstwie halbblinde Autofahrer, die die
Biker auf die Hörner nehmen.... :-((

--
http://home.t-online.de/home/andyangerer
[Gras] "Die hams damit ordentlich tuschen gelassen:
Kapitel 10, 3. Die Cherubim aber standen zur Rechten am Hause,
und die Wolke erfüllte den innern Vorhof." (Leo Hirschinger in dau°)

Hartmut Lehmann

unread,
Jun 20, 2001, 3:06:55 AM6/20/01
to
Tobias Schreiner schrieb:

> Jeder zweite Pilot startet, lässt unmittelbar
> nach dem Start die Bremsen los und schaukelt sich in sein GZ rein.
> Oder sie greifen mit Bremse in der Hand die Gurte und wackeln dann
> ihren Arsch in den Sessel. Wundert mich nicht, wenn´s dann wieder
> welche in die Latschen haut :-(

Ja, sieht man oft.
Ich habe mir zum Zwecke des ins-Gurtzeug-setzen einen zweiten, mit dem
GZ fest verbundenen Beinstrecker montiert: Starten, Fuß in den
Beinstrecker, A... nach hinten drücken, fertig. Keine drei Sekunden, und
ich sitze fest & bequem im GZ, ohne Fummeln, ohne Bremsen loslassen.
Ausserdem hat der Beinstrecker den Vorteil, daß man in der Luft mal die
Beine ausstrecken kann - eine Wohltat, vor allem bei längeren Flügen.
Nur mal so als Tip...
Ach ja, bevor Fragen kommen: Nein,bei guter Justierung und etwas
Training gibt es keine Konflikte mit dem Speedsystem.

Stay high,

Hartmut

Thomas Winkler

unread,
Jun 20, 2001, 4:01:41 AM6/20/01
to

"Andy Angerer" <ang...@bodenlos.de> schrieb...

> Am Tue, 19 Jun 2001 12:45:26 +0200 formulierte Michael Stuebing
> <po...@gleitschirm-faq.de> aufs eloquenteste:
>
> >Naja, es gibt glaube ich auch (noch?) mehr Motorradfahrer als
> >GS'ler
> Aber auch mehr besoffene oder sonstwie halbblinde Autofahrer, die
> die Biker auf die Hörner nehmen.... :-((

Ist doch bei den GSlern nich' anders, oder?! Besoffen sicher die
wenigsten, aber besonders im Hochsommer meist untrainiert und auch
halbblind. Du weißt ja um die Zustände in Westendorf, Kössen oder der
Wildschönau wenn im Sommer die Touris einfallen und nach 1 Jahr
Abstinenz die Hügel runterstürzen. Kennst ja auch die Story von dem
Nasenbohrer, der mich im Landeanflug niedergebügelt hat.

Kay B.

unread,
Jun 20, 2001, 11:51:28 AM6/20/01
to
"Stefan Slusarczyk" <Peter.Sl...@T-Online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3b2e32a0$1...@netnews.web.de...
> Seit einiger Zeit interressiere ich mich für das Gleitschirmfliegen.

Schön. Das soll auch so bleiben. Damit Du Dich wohl fühlst bei Deiner
Entscheidung, empfehle ich Dir eine Surfsitzung unter www.schwerelos.de.

Man sieht sich!

Kay


Claus Bönnhoff

unread,
Jun 20, 2001, 1:10:40 PM6/20/01
to
On 18 Jun 2001 18:55:55 +0200, Stefan Slusarczyk
<Peter.Sl...@T-Online.de> wrote:

>Seit einiger Zeit interressiere ich mich für das Gleitschirmfliegen.Mit welchem
>Risiko habe ich in dieser Sportart zu rechnen ? Passieren oft schwere, vielleicht
>tödliche Unfälle ?

Also ich würde es für mich so ausdrücken. Beim GS-Fliegen passieren
eigentlich relativ wenig Unfälle, dafür sind die die passieren leider
häufig schwer bis tödlich.
Wie gefährlich das Fliegen für einen selber ist kann man aber sehr
stark beeinflussen. Zunächst sollte man sich die Frage stellen "Leide
ich unter Gruppenzwang, oder bin ich Manns genug vor den anderen
zuzugeben das ich unter diesen Bedingungen nicht fliege auch wenn es
alle anderen tun". Wenn du der 2.Typ bist, dann hast Du schonmal eine
ganz wichtige Vorraussetzung um unfallfrei zu fliegen. Bis Du mehr der
erste Typ, lass am besten die Finger von Fliegen. Die zweite Frage die
Du Dir stellen solltest. "Kann ich auch 7Tage lang auf einen Berg
gehen und 7 mal wieder runterlaufen ohne geflogen zu sein, weil die
Bedingungen nocht richtig für mich waren, oder werde ich dann
irgendwann einfach fliegen weil ich unbedingt fliegen will ?" Wenn Du
da zu den ersten Typen gehörst, herzlich willkommen im GS-Club.
Gehörst Du der zweiten Gruppe an, wiederum Finger weg.
Dritte Frage. "Bist Du der Meinung, daß Du nach erhlat des A-Scheins
in der Lage bist eigenständig und ohne Hilfe von einem Berg zu
fliegen, oder machst Du lieber erstmal ein paar Anschlußkurse ?" (
technik/sicherheitstraining/Thermik/geführte Safaris) . Im ersten Fall
hast Du ein Problem. Im zweiten wirst Du sicher mehr Spaß am fliegen
haben. Und nein, ich bin kein Fluglehrer und ich bekomme auch keine
Provision von irgendeiner Flugschule, abr ich bin der Meinen das eine
Ausbildung nur so gut ist, wie man auch in sie investiert. Und der
Erhalt eines A-Scheins reicht meiner Meinung bei weitem nicht aus um
selbständig sicher zu fliegen.

Fleigergruß

Claus

Andy Angerer

unread,
Jun 21, 2001, 3:41:51 AM6/21/01
to
Am Wed, 20 Jun 2001 09:06:55 +0200 formulierte Hartmut Lehmann
<leh...@ipht-jena.de> aufs eloquenteste:

>Ich habe mir zum Zwecke des ins-Gurtzeug-setzen einen zweiten, mit dem
>GZ fest verbundenen Beinstrecker montiert:

Gute Idee!
Meine ist aber auch nicht schlecht: ich hab mir ein passendes Gurtzeug
gekauft, bei dem ich nach Belieben rein & raus kann. :-)

Andy Angerer

unread,
Jun 21, 2001, 3:41:50 AM6/21/01
to
Am Wed, 20 Jun 2001 10:01:41 +0200 formulierte "Thomas Winkler"
<Thomas....@Heliart.Muc.de> aufs eloquenteste:

>Ist doch bei den GSlern nich' anders, oder?!

Ein wenig anders dann doch, denk ich.

>Besoffen sicher die
>wenigsten, aber besonders im Hochsommer meist untrainiert und auch
>halbblind. Du weißt ja um die Zustände in Westendorf, Kössen oder der
>Wildschönau wenn im Sommer die Touris einfallen und nach 1 Jahr
>Abstinenz die Hügel runterstürzen.

In der Wildschönau ists eigentlich ganz manierlich.
Westerndorf, Kössen & Andelsbuch sind als Ghetto zu betrachten.

--
http://home.t-online.de/home/andyangerer
"Ich stelle mit manchmal vor, wie bayerische Schulzimmer
aussehen würden, wenn Jesus erhängt worden wäre ..."
(Jakob Krieger in de.alt.ufo)

Peter W

unread,
Jun 25, 2001, 4:21:25 PM6/25/01
to

"Michael Stuebing" <po...@gleitschirm-faq.de> schrieb im Newsbeitrag
news:i7auitgjouei5urg3...@4ax.com...
> Am Tue, 19 Jun 2001 09:55:55 +0200, schrieb "Andreas Gruber"
> <andreas...@de.bosch.com> folgende Zeilen:
>
> Okay, klar! Nicht sonderlich geschickt ausgedrückt. Natürlich kann man
> immer in eine kritische Situation kommen. Und wem ist das noch nicht
> passiert. Hier wohl keinem. Aber kritische Situation und kritische
> Situation können wohl zweierlei sein.
>

Klar,kann man in eine kritische Situation kommen,egal mit was.
Man fährt mit dem Auto und ist plötzlich in einer.
Die kann bei 30km/h schon Tödlich sein und bei 100km/h geht sie glimpflich
ab.

Einfach ausgedrückt " fällt die Tasse runter ist sie kaputt"

mfg
Peter


Moritz Hammer

unread,
Jun 27, 2001, 5:14:37 AM6/27/01
to
Hi Markus,

> Definiere "gefährlich"!
> Leut´, is des so schwer zu verstehen? Gefahr ist ein relativer Begriff,
> der von einer bestimmten, subjektiven Schwelle abhängt.
> Nach Deiner Meinung ist demzufolge nämlich auch Joggen, Kochen, Sex und
> was weiß ich noch alles gefährlich, oder? Wo ziehst Du die Grenze
> zwichen 'gefährlich' und 'ungefährlich'?

Es gibt dabei einen anderen Aspekt, naemlich das Ausmass eines Fehlers. z.B.
beim Joggen wirst Du Dich selbst bei hervorragendem Talent nicht zu Tode
laufen koennen. Beim Klettern, meinem Lieblingssport, kann man das ganz ohne
Probleme; aber wenn man konzentriert ist, kann man die Risiken so gering
halten, dass man mit hoher Sicherheit alt wird - aber das bedingt viel
Erfahrung, auch mit Wetter und dem Schmarrn. Motorradfahrer wiederum
berichten mir oft, dass sie es nicht mehr im Griff haben, und der Abflug mit
verbundenen potentiellen Ableben durchaus moeglich ist.

Wo nun Paragliding? Das man dabei sein Leben lassen kann, legt schon die
erreichte Hoehe nahe. Wie gross sind die Risiken, die man nicht durch
bedachtes, sorgfaeltiges Handeln ausschalten kann?
Das wuerde mich auch interessieren.

Ciao,
Moritz


Moritz Hammer

unread,
Jun 27, 2001, 5:57:24 PM6/27/01
to
> >Die Unfallursachen sind
> >unterschiedlich, jedoch läßt sich feststellen, dass bestimmt in 98%
> >aller Fälle der Pilot für den Unfall verantwortlich war.
> >
> >Und aus dieser Aussage kann man den Rückschluß ziehen, dass Fliegen
> >ungefährlich ist. Wer nämlich innerhalb seiner Grenzen fliegt, wird
> >nicht in Situationen kommen, die dazu führen, dass es einen
> >runterhaut.
>
> Genau das werden sich 90% der 98% gesagt haben!

Das muesste ziemlich genau mit dem uebereinstimmen, was ein befreundeter
Sanitaeter ueber Motorradunfaelle gesagt hat, von denen 70% "ohne Gegner"
ablaufen.
Zwei immer gleiche Statements: "Ich war doch immer so vorsichtig, viel
vorsichtiger als alle anderen" und "Wie gehts dem Motorrad?". :-)


Moritz Hammer

unread,
Jun 27, 2001, 7:16:15 PM6/27/01
to
Hallo,

ich versuche jetzt aus den Beitraegen zu ermitteln, was genau ein
Pilotenfehler ist. Anders als beim Klettersport scheint ja Fehlbedinung des
Materials nicht so haeufig zu sein. Was faellt nun unter einen
Pilotenfehler, und welche (das ist wohl interessanter) sind haeufig?
Fehlbedinung des Geraets (in normalen/extremen Situationen)?
Fehleinschaetzungen der Wetterlage oder des Gelaendes (quasi vor dem Start)?
Falsche Navigation?

Ciao,
Moritz


"Sandra Müller" <full...@directbox.com> schrieb im Newsbeitrag
news:9gnonu$9rtvq$1...@ID-49144.news.dfncis.de...

Michael Stuebing

unread,
Jun 28, 2001, 2:14:23 AM6/28/01
to
Am Thu, 28 Jun 2001 01:16:15 +0200, schrieb "Moritz Hammer"
<moha...@web.de> folgende Zeilen:

>Hallo,
>
>ich versuche jetzt aus den Beitraegen zu ermitteln, was genau ein
>Pilotenfehler ist. Anders als beim Klettersport scheint ja Fehlbedinung des
>Materials nicht so haeufig zu sein. Was faellt nun unter einen
>Pilotenfehler, und welche (das ist wohl interessanter) sind haeufig?
>Fehlbedinung des Geraets (in normalen/extremen Situationen)?

Der erste Fehler, der meistens gemacht wird, ist der, dass man startet
obwohl man die Wettersituation nicht richtig einschätzen konnte (kann)
und dann in eine Lage kommt in der man überfordert ist. Insofern ist
die Frage

>Fehleinschaetzungen der Wetterlage oder des Gelaendes (quasi vor dem Start)?
>Falsche Navigation?

diejenige, die oftmals die Antwort auf die Frage warum es zum Unfall
kam beantwortet.

Die meisten Unfälle hängen mehr oder weniger direkt mit der
Wettersituation zusammen, da ein Gleitschirm bei ruhigen Bedingungen
einfach stabil fliegt. Wenn nun als Beispiel der Pilot in 10m
Entfernung vom Hang soart und sich einen heftigeren Klapper einfängt,
dann läßt sich - nicht rechtzeitige Reaktion des Piloten voraussetzend
- ein Crash nicht vermeiden. Hier haben wir 2 bzw. 3 Unfallursachen:

Wetter: sonst kommt es nicht zum Klapper
Pilot: 1. Pilotenfehler - Fehleinschätzung seines Könnens (er hätte
nicht so dicht am Hang soaren dürfen
2. Pilotenfehler - Er hat nicht angemessen reagiert, den
Schirm am Wegdrehen und so am Zusammenstoß mit dem Gelände
gehindert.


Und dies läßt sich auf viele Unfälle übertragen.

(Okay, dann gibt es natürlich noch so Sachen, wie Stolpern beim Start
oder Landung. Aber da passiert normalerweise nicht gar so viel.


> Moritz


PS: Das TOFU (Text Oben Fullqoute Unten) mögest Du bitte abstellen.
Bei Fragen zur richtigen Zitierweise könntest Du mal auf
Gleitschirm-faq schauen. Da stehts wie's geht.

Mi*r passierte das früher auch immer*chael
>>
>

--
http://www.gleitschirm-faq.de
Die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum
Gleitschirmfliegen / Vereins- und Herstellernews / GS-Glossary
Neu: Reise- und Acroseite.

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