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Druckausgleich beim Fallschirmspringen

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so1eda

unread,
Dec 28, 2000, 9:50:19 PM12/28/00
to
Hallo NG,
also ich muß ersteinmal gestehen, das ich bisher weder Mut zum
Fallschirmspringen noch dazu Gelegenheit gehabt habe.
Mein physikalisches Interesse allerdings bringt mich zu einer Frage, die ihr
mir (sicherlich) beantworten könnt.
Es geht darum, dass sich beim Fall ein erheblicher Druckunterschied
bemerkbar machen muß. Da ich bereits beim Fahrstuhlfahren oder bei der Fahrt
mit einer Seilbahn den Druckunterschied schnell und deutlich spüre, frage
ich mich, wie ein Fallschirmspringer dieses Problem überwindet.

Viele Grüße und vielen Dank für alle Antworten
Sven Mildner


Gerd Orfey

unread,
Dec 29, 2000, 3:29:25 AM12/29/00
to

so1eda <so1...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
92gu5e$th4$01$1...@news.t-online.com...
> Hallo NG,
...

> Mein physikalisches Interesse allerdings bringt mich zu einer Frage, die
ihr
> mir (sicherlich) beantworten könnt.
> Es geht darum, dass sich beim Fall ein erheblicher Druckunterschied
> bemerkbar machen muß. Da ich bereits beim Fahrstuhlfahren oder bei der
Fahrt
> mit einer Seilbahn den Druckunterschied schnell und deutlich spüre, frage
> ich mich, wie ein Fallschirmspringer dieses Problem überwindet.
>

Hi,
wenn Nase und Ohren frei sind, ist der Druckausgleich normalerweise kein
Problem.
Beim Aufstieg und am Boden einmal fest in die zugehaltene Nase blasen, und
die Ohren sind wieder frei. Kaugummi kauen hilft auch.
Es scheint mir auch so zu sein, daß man sich mit der Zeit daran gewöhnt. Ich
erinnere mich auf jeden Fall, daß ich als Anfänger öfter den Druck
ausgleichen musste als heutzutage.

Ziemlich heftig wird die Sache wenn man trotz verschnupfter Nase, oder gar
mit einer Mittelohrentzündung springt. Dann kann man schon mal das Gefühl
haben, daß einem der Kopf platzt, ordentliche Ohrenschmerzen gibt es gratis
dazu. In so einem Fall sollte man sich Sprungverbot erteilen (oder vor dem
Sprung ein gutes Nasenspray benutzen).

Bei der ärztlichen Tauglichkeitsprüfung für Springer wird auch geprüft, ob
die Gehörgänge frei sind. Scheinbar gibt es Menschen, bei denen das nicht
der Fall ist, die sind dann untauglich.


Gruß


Gerd


Heinrich Schnermann

unread,
Dec 29, 2000, 3:43:31 AM12/29/00
to
Gerd Orfey (gerd....@gmx.net) wrote:
> Ziemlich heftig wird die Sache wenn man trotz verschnupfter Nase, oder gar
> mit einer Mittelohrentzündung springt. Dann kann man schon mal das Gefühl
> haben, daß einem der Kopf platzt, ordentliche Ohrenschmerzen gibt es gratis
> dazu. In so einem Fall sollte man sich Sprungverbot erteilen (oder vor dem
> Sprung ein gutes Nasenspray benutzen).

Hallo,

ich bin mal mit einem Kerl gesprungen, der eine Stirnhöhlenvereiterung
hatte. Während des Sprunges dann, als ich so vor ihm lag, lief plötzlich
eine Kombination aus Blut und Eiter aus seiner Nase und über die Brille
hoch...

Das sah verdammt eklig aus, aber der Typ meinte, die Kopfschmerzen seien ab
dann weg gewesen.


Blue Skies,

Heinrich

--
Don't Pull Low...Unless You ARE!!!


Würger

unread,
Dec 29, 2000, 7:18:10 AM12/29/00
to
Hi,
 
ich bin zwar erst blutiger Anfänger,
aber was ich persönlich sagen kann ist, daß mir das bisher erstaunlicher Weise keine Probleme bereitet hat!
Normaler Weise reagiere ich auf Druckunterschiede recht empfindlich und mir schießen sofort die Tränen in die Augen (nicht vor Schmerzen, weiß der Geier, warum).
Das habe ich am deutlichsten mal gespürt als ich in Düsseldorf auf den Fernsehturm (150-200 M.??) mit dem Aufzug gefahren bin.
Beim Fallschirmspringen scheint dies außer Kraft gesetzt zu sein.
Weder beim Aufstieg noch im freien Fall habe ich bisher irgendetwas gemerkt, nichtmal einen leichten Druck auf den Ohren.
Eigentlich komisch. Früher, als ich noch nicht gesprungen bin, dachte ich auch, daß das für mich zum Problem werden könnte.
Aus Physikalischer Sicht sollte noch hinzugefügt werden, daß der Druckunterschied beim Fallschirmspringen im Vergleich z.B. zum Tauchen - eine Sportart, wo ich merkwürdiger Weise auch kein Problem mit dem Druckunterschied habe - lächerlich gering ist.

Manfred Malitz

unread,
Dec 29, 2000, 8:17:27 AM12/29/00
to

so1eda schrieb:


Bei Mitfluegen in unserem Vereinsflieger (AN2) oder auch bei grossen
Duesenklippern hatte ich immer Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich.
Als ich aber im Sommer mein Tandemsprung gemacht habe, hatte ich
absolut keine Probleme. Vor dem Sprung dachte ich auch, das der
Druckausgleich mein groesstes Problem waere.

Tschau Manne

in...@skydive-leipzig.de

so1eda

unread,
Dec 29, 2000, 8:29:53 AM12/29/00
to
"Würger" <HPo...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:003101c07191$63e7b4e0$0ac1e33e@de...

>Aus Physikalischer Sicht sollte noch hinzugefügt werden, daß der
Druckunterschied beim Fallschirmspringen im Vergleich z.B. zum Tauchen -
eine Sportart, wo ich merkwürdiger Weise auch kein Problem mit dem
Druckunterschied habe - lächerlich gering ist.

Gut, das ist schon richtig, aber beim Tauchen kann man ja normalerweise
selber regulieren wie schnell man aufsteigt. Somit kann sich der Körper auch
langsam an die Druckänderung gewöhnen. Ein Fallschirmspringer hingegen wird
mit wärend des Fluges rund 9,81 m/s² (wobei es da oben ja etwas weniger sein
muß) beschleunigt. Das kann er ja schließlich nicht großartig beeinflussen.
Ich weiß noch als ich vor einiger Zeit eine Mittelohrentzündung hatte. Der
Arzt Druckluft in die Nase gepumt. Dabei sollte sich wahrscheinlich nicht
nur die Verbindung zwischen dem Rachen und dem Mittelohr öffnen, sondern
auch das Trommelfell (Tat ja nicht weh). Bis auf ein gelegentliches
"knacksen" beim Schlucken hatte ich dann erstmal keine Probleme mehr. Auch
nicht mit dem Druckausgleich. Vielleicht geschieht ähnliches beim Springen ?

Viele Grüße und guten Flug
Sven


so1eda

unread,
Dec 29, 2000, 8:33:08 AM12/29/00
to
Schuldigung für meine teilweise komischen Sätze. Habe wohl etwas zu schnell
geschrieben. ;-)

mfg
Sven

"so1eda" <so1...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:92i3k2$l35$05$1...@news.t-online.com...

Wannabe

unread,
Dec 29, 2000, 9:15:07 AM12/29/00
to
Hmmm...
Wenn wir zugrundelegn, das man die ersten 300m in 10 Sekunden zurücklegt,
und dann eine Endgeschwindigkeit von ca 55 m/s erreicht, dann ergibt nach
der einfachen Mechanik:

s= 1/2 *g*t*t

g= 2*s/(t*t) = 2*300m /(10s *10s )

g= 6 m/(s*s)

Hmmm...das mit dem Luftwiderstand ist ne doofe sache...jedenfalls zum
berechnen...andererseits...wenn der Luftwiderstand nicht da wäre, dann
hätten wir nach 3000 Metern und nur 24 Sekunden lächerliche 865 km/h
drauf...Wäre ne ziemliche Herausforderung nen Schirm so zu packen, das man
dabei nicht draufgeht *lach*

Wannabe

P.S. Shit...der Schirm würde ja nichtmal aufgehen...es ist ja keine Luft
da...Gott sei dank haben wir das Zeug ;-)


------
I hope that after I die, people will say of me: "That guy sure owed me a lot
of money."


Martin Schulte

unread,
Dec 29, 2000, 2:11:08 PM12/29/00
to Heinrich Schnermann
Hallo zusammen,

die Beobachtung von Heinrich zeigt ja genau die Verhältnisse auf.
Unser Kopf ist löchrig wie ein schweizer Käse, mit Gängen und
Verbindungen zwischen Ohr, Rachen, Stirnhöhlen usw.

Solange diese Gänge frei sind, ... keine Probleme.

Der Druckausgleich zwischen Ohren und Rachen etc. erfolgt
ja über die Atmung.
Wer beim Tauchen Luft anhält, bekommt dagegen enormen
Druck auf die Ohren.
Taucher mit Atemgeräte haben DAS Problem nicht, dafür das
Problem mit der Verflüssigung von Auerstoff im Blut ... eine
ganz andere Geschichte (darum die langsame Dekompression).

Clear skies ... ### Martin Schulte ###

Heinrich Schnermann schrieb:

> Hallo,
>
> ich bin mal mit einem Kerl gesprungen, der eine Stirnhöhlenvereiterung
> hatte. Während des Sprunges dann, als ich so vor ihm lag, lief plötzlich
> eine Kombination aus Blut und Eiter aus seiner Nase und über die Brille
> hoch...

> :::::::::::::::::::::::::::::
> Heinrich

freef...@my-deja.com

unread,
Dec 29, 2000, 4:10:09 PM12/29/00
to
Hi
mir verschägts im freien Fall sogar recht oft die Ohren, aber das tut
nicht weh. Sobald der Schirm offen ist halt ich mir die Nase zu und
puste mal durch, dann sind die Ohren wieder offen. Was komisch ist:
Wenn ich das nicht gleich am offenen Schirm mache, sondern erst am
Boden, geht das ost nicht so gut. Kennt das wer anderer auch, und wieso
ist das so?
blue skies und gutes neues Jahr!


Sent via Deja.com
http://www.deja.com/

so1eda

unread,
Dec 29, 2000, 4:52:28 PM12/29/00
to
Ich denke mal es liegt daran, dass du, wenn du es in der Luft durchführst
noch einem relativ geringen Druckunterschied ausgesetzt warst. Weiter unten
nimmt der Luftdruck dann schneller zu. (Denke ich so zumindest mal)

Viele Grüße und sichere Landung
Sven

<freef...@my-deja.com> schrieb im Newsbeitrag
news:92iuje$vsd$1...@nnrp1.deja.com...

Alexander Steins

unread,
Dec 30, 2000, 5:58:47 AM12/30/00
to
Martin Schulte wrote:

> [...]


> Taucher mit Atemgeräte haben DAS Problem nicht, dafür das
> Problem mit der Verflüssigung von Auerstoff im Blut ... eine
> ganz andere Geschichte (darum die langsame Dekompression).

Bei der Dekompression (=Auftauchen, abnehmender Druck) beim Tauchen gehts um
die mit groesserer Tiefe/Dauer eines Tauchgangs zunehmende Saettigung des
Blutes mit Stickstoff, das beim zu schnellen auftauchen ausgasen würde, wie
das CO2 in einer Sprudel(Bier)-flasche beim öffnen.

Beim Abtauchen sprich mit zunehmendem Druck wird der in der normalen Luft
enthaltene Sauerstoff toxisch, was bei grösseren Tiefen (ca. 40-50m - oder
schon früher?) zum Problem wird....


alex


Alexander Steins

unread,
Dec 30, 2000, 6:17:26 AM12/30/00
to
Hallo

mir ist aufgefallen, dass ich am Anfang meiner Ausbildung und in der folgenden
Zeit ebenfalls überhaupt keine Probleme mit Druckausgleich hatte. Teilweise bin
ich sogar mit ziemlichem Schnupfen gesprungen - ohne Problem.
Erst so seit dem letzten halben Jahr vielleicht habe ich ein zwei mal probleme
mit Druckausgleich gehabt, einmal sogar sehr sehr schmerzhaft, weshalb ich jetzt
beim leichtesten Anflug eines Schnupfens immer Otriven Zerstäuber dabei hab
(werbung off)

Vielleicht hängt es mit einer zu Beginn höheren Adrenalinausschüttung zusammen,
die vielleicht irgendwie auch mit der Druckausgleichsgeschichte zusammen hängt..
Ich könnte mir vorstellen, dass man mit der Zeit viel gelassener an die Sache
herangeht - somit geringerer adrenalinspiegel - und dass sich deshalb die
Beschwerden mit der Zeit häufen.

alex


matthias ringelhan

unread,
Dec 31, 2000, 8:46:17 AM12/31/00
to
hallo zusammen,

da ich zufälligerweise tauche möchte ich (nur für die, die es interressiert
ist ja eigentlich eine andere ng de.rec.sport.tauchen)licht ins dunkel
bringen.

1. es macht keinen unterschied, was den druck angeht ob ich mit flasche oder
ohne tauche. wichtig ist, dass man immer mal wieder möglichst bevor man
einen druck auf den ohren hat einen druckausgleich ausführt. ohne flasche
free-diving geht je nachdem wie lang man die luft anhalten kann bis auf 160
meter (=rekord an einem schlitten) sauerstoff wird ab ca. 60-80 metern
toxisch. was an dem hohen partialdruck liegt. laut der physik müssten viele
leute also schon tot sein 60-80 meter ist nähmlich eine relativ normale
tiefe für einen kurzen tieftauchgang.(ist natürlich auch ein gewisses spiel
mit dem feuer aber mit der erfahrung wird das risiko immer abschätzbarer.
vergleichbar mit der schirmwahl groß-->sicherer, klein und genug
erfahrung --> abschätzbares risiko) das langsame auftauchen und der dekostop
haben nichts mit dem sauerstoff zu tun sondern wie von jemand anderem schon
angeführt hat dies mit de stickstoffsättigung zu tun. durch den höheren
druck wird immer mehr stickstoff in den körper eingelagert --> irgendwann
kommt es zu einer stickstoff narkose wenn man sich nicht auf den weg
richtung oberfläche macht. dies variiert von person zu person und hat auch
etwas mit der körperlichen verfassung zu tun. ich möchte mal behaupten dass
viele leute nur deswegen tieftauchgänge mit pressluft durchführen. diese
stickstoffnarkose ist schon ne ganz lustige sache solange man dass glück hat
und sie rechtzeitig bemerkt. mache personen kommen auf über 100 meter. hier
wird meißt nur sekunden auf dieser tiefe verweilt, da der körper extrem
stark und schnell gesättigt wird. dekompressionszeit ist die zeit , die man
auf 9,6,3 metern jeweils warten muss, damit der stickstoff langsam entweicht
und nicht wie bei einer sprudelflasche die kohlensäure nach dem schütteln
plötzlich austritt und somit adern u.ä. verstopft --> schlaganfall nicht zu
vergessen ist auch, das ich auf z.b. 50 metern bererits 35 liter luft in die
lungen bringe und somit natürlich die flasche schnell leergenuckelt ist.

hoffe das hat dem ein oder anderen weitergeholfen.
mfg matthias


Alexander Steins <alexande...@octagon.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3A4DBFE7...@octagon.de...

matthias ringelhan

unread,
Dec 31, 2000, 8:55:51 AM12/31/00
to
desdo mehr der druckunterschied zwischen dem luftdruck und dem druck im
innen ohr ist, desdo schwerer wird der druckausgleich

mfg matthias


so1eda <so1...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:

92j12t$a4s$06$1...@news.t-online.com...

Max Penk

unread,
Jan 11, 2001, 11:51:11 AM1/11/01
to
Hallöchen!

Da hänge ich mich doch auch gerade mal in den Thread rein *g*

Also, ich tauche auch seit letztem Jahr und kenne das Problem mit dem
Druckausgleich.
Ich konnte beim ersten Tauchgang nur auf 4meter gehen, weil ich mir dann
dachte dir ohren platzen gleich, mitsamt meinem kopf. Naja, der Grund war
dann beim arzt recht schnell gefunden. Mein Bruder hatte übrigens genau das
selbe Problem.
Meine Eustachische Röhre, war etwas verdreckt, was dazu führte, das man den
Druck nicht richtig ausgleichen konnte.
Naja, dann hat der Doc mir einmal meine Ohren so richtig Durchgespült und
dann einmal mit Luftdruck, auch duch die Ohren, die E. Röhre durchgepustet.
2 Minuten später, als dann alles wieder getrocknet war, hatte ich ein völlig
neues Hör-Erlebnis!
Ich hörte viele klarer und so, als ob man die höhen irgendwo höher gedreht
hätte *lol*
Das Druckausgleichen ging dann auch supereasy, und nach ein paar mal, hatte
ich es sogar so weit, dass ich nur mein Kiefer zu bewegen brauchte und schon
hatte ich den Druckausgleich. Bei meinem Bruder dasselbe.
Seitdem lass ich mir alle 3 Monate einmal, die Ohren und die Röhre
durchputzen.
Kann ich nur empfehlen, und ist sicher auch fürs Springen vorteilhaft, aber
das werde ich ja erst Ostern sehen ;o)

Blaue Himmel,

Max

P.S: Kosten übernimmt selbstverständlich die Krankenkasse.


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