ich melde mich hiermit zwar zum ersten mal öffentlich in der Newsgroup, ich
verfolge aber immer öfter die eine oder andere Diskussion.
Nun ist mir heute die aktuellste Zusammenfassung der FAQs in die Hände
gefallen, wo ich auf den (sehr interessanten) Begriff "Kwon Tae Jitsu"
gestoßen bin. Leider gibt es davon nur eine sehr knappe Beschreibung.
Also: Wer von euch kann mir mehr darüber erzählen, wer betreibt es
vielleicht sogar?
Und wo kann man so etwas überhaupt lernen - ich meine, ich kenne
mich auch
recht gut im Genre aus, aber Kwon Tae Jitsu ist mir ehrlich gesagt
noch nie an
die Ohren gekommen...
Ich bedanke mich schon mal im Vorraus und hoffe, bald mehr zu wissen :-)
Gruß, Lennart Rubach
Was er mir bei einem freundlichen Gespräch da so von seinem Stil erzählte,
klang nach "The Best of Ju-Jutsu, Karate, TaeKwonDo, Judo, Aikido etc."
Er nahm an einem Probetraining im WT teil, war aber sichtlich mehr daran
interessiert, sämtliche Übungen (Formen, Lat-Sao, etc.) innerhalb weniger
Sekunden zu analysieren, kritisieren und nach seiner Art zu modifizieren.
War aber 'ne geile Lachnummer für meine Schüler. Die hatten nämlich noch nie
einen zuvor den 1.Satz unserer Siu-Nim-Tao-Form im Spagat ausführen gesehen.
Außerdem schien sein Enthusiasmus zum Kopf zu kicken bei den Lat-Sao-
(=Freikampf)-Übungen auch nach dem 20 erlittenen Unterleibstreffer nicht
gebrochen zu sein.
Ich versuchte ihm anhand unserer WT-Kampfprinzipien das Ziel unseres
Unterrichtes, nämlich die kompromißlose Selbstverteidigungsfähigkeit ind
allen Situationen, zu erläutern. Das quittierte er dann ganz
selbstverständlich mit einem "Ja,ja, ganz nett euer Sport, aber das was ich
mache (KTJ) ist richtige Selbstverteidigung, so für den richtigen Ernstfall
! "
Nunja, was sollte ich da noch sagen? Mehr so 'ne Schande für den Kampfsport
(jedenfalls diese Person).
Seine Kurse waren dann auch so gut besucht, daß er nach 2 Monaten nicht mehr
kam.
Hab dann etwa 1,5 Jahre später mal die Werbung für eine
Einführungsveranstaltung in Kwon Tae Jutzu von einem anderen Fitnes-Studio
gesehen und bin dort hin. Der Werbung nach: der Knüller! Dachte ich mir, mal
sehn wer und was dahinter steckt.
Und sie ei da... der gute alte Bekannte mit Assistent.
Was gab es zu sehen? Eine Vorführung, die so schlecht war, daß ich nachher
(freundlich wie ich nunmal bin) sogar tröstende Worte für ihn finden mußte,
denn das Laienpublikum hatte ihn mit kritischen und scharfen Fragen
auseinandergerissen. Das lag zum Teil daran, daß seine Argumente etwas
unglücklich (um nicht zu sagen dämlich) gewählt waren. Gab's da z.B. 'ne
Handgriffbefreiung, wobei man durch Druck des eigenen Daumens auf einen
bestimmten Nervenpunkt im gegnerischen (greifenden) Handgelenk die sofortige
Lösung des Griffes erwirken sollte. Dies gelang ihm noch nicht einmal
richtig bei seinem Assistenten. Die Frage meiner Freundin, wie man das dann
als Schwächerer zustandebringen solle beantwortet er selbstbewußt mit "naja,
Frauen haben ja eh immer lange Fingernägel, da tut das dann noch mehr weh,
dann klappts...". Antwort meiner Freunding: "Sie her, ich hab keine langen
Fingernägel..." Er: "?!? äh ja, wenden wir uns einem anderen Thema zu..."
Und so ging es dann die ganze Demo über ab. Der Hammer war, daß er immer
alles zweimal vorführte, nämlich einmal langsam zum Erkennen der Technik und
dann richtig schnell, um die Realitätsnähe zu demonstrieren. Allerdings war
der schnelle Part genauso schnell (oder eher arschlahm), wie der erste...
Leider war seine Werbung nicht hauptsächlich auf Kwon Tae Jutsu aufgebaut,
sondern die Haupt-Überschrift lautete "Realistische Selbstverteidigung".
Naja, das Publikum jener Demonstration wird sich in Zukunft totlachen, wenn
irgendwer erzählt, er trainiere Selbstverteidigung.
Meine Freundin (selbst WT-Übungsleiterin) ließ sich dann mal vom Dachverband
des Kwon Tae Jutsu Infomaterial zuschicken. Da ging es dann um Seminare an
Wochenenden, welche man besuchen durfte. Das Konzept und die Art der Werbung
im Groben kam mir eigentlich äußerst vertraut vor. Auch die Form der
Organisation (lizensschulen, etc.) schien mir nicht ganz so innovativ. Nur
die schnelle Erreichbarkeit von Trainer-Fähigkeiten machte mich einwenig
stutzig.
Nun gut - der Typ, der sich mir präsentiert hat, war halt 'ne echte Niete.
Habe bisher noch keinen anderen Vertreter dieser Sorte kennengelernt. Bin
der Überzeugung, daß es da auch einige vernünftige und ernstzunehmende
Sportler gibt. Das Konzept allerdings schien mir ähnlich (nur nicht so
durchdacht) , wie ich es vom Modern Selfedefense oder vom ATK her
kennengelernt habe.
Wenn sich dafür jemand ernsthaft interessiert, kann er sich sicherlich das
geeignete Infomaterial besorgen.
Ich wäre auch an ernsthaften Stellungnahmen zu diesem Thema interessiert.
Vielleicht war mein Eindruck ja gänzlich falsch und meine Stellungnahme
völlig ungerecht...
So, klingt wahrscheinlich alles wahnsinnig arrogant, kann es aber ruhig
auch! ;-)
Bis damals...
Jan-Holger Nahler
wing...@jhn.de
Danke für diese erheiternde (und irgendwie auch erschreckende)
Geschichte!
Andre, der sich über so wenig Teilnahme wundert.
Aha, hat also doch irgendjemand mein Geschreibsel gelesen. Ich dachte schon,
der lokale Newsserver ist wieder am A.... oder sonst was.
Irgendwie scheint seit längerer Zeit die Luft raus... in dieser NG!?!
Jan-Holger Nahler
wing...@jhn.de
http://www.jhn.de
Hallo Jan!
Tja....weiss auch nicht. Was gesagt werden sollte wurde gesagt. Habe keine
Fragen mehr, auch keine Antworten, weil ja keiner fragt. Hm....
Okay, dann habe ich mal eine Frage an dich. Die Do-Geschichte (seine Meinung)
von Thomas Daum war sehr interessant. Da kam dann auch die Motivation
(anfänglich und letztendlich) vor. Mir sah es so aus (und das klingt plausibel)
das nach dem Selbstverteidigungsgedanken dieser in den Hintergrund tritt und
andere Faktoren mehr Bedeutung bekommen, z.B. die Fitness. Wie hoch schätzt du
das Fitnesspotential im wc ein? Sollte anhand dieser Erkenntnis der Kampfsport
lieber mit dem Aspekt der Fitness ausgewählt werden, weil das letztendlich die
eigentliche Motivation ist, diesen Sport so lange Jahre zu machen?
Welcher Kampfsport ist der anstrengendste und welcher der am wenigsten
beanspruchende? Ist der anstrengendste auch der gesündeste Sport? Fragen über
Fragen, die am besten nicht nur du beantworten solltest. Ich finde, Judo steht
unter DIESEM Aspekt ganz gut da. Was meint ihr?
Andre
Tja, schwierige Frage!!!
a) Rein theoretisch bräuchte man keine überdurschnittlichen körperlichen
Fähigkeiten, um die Techniken an den Mann zu bringen. Gerade eventuelle
körperliche Mißstände (fehlende Fitnes, Kraft, Größe) sollen doch durch
Technik und Gefühl kompensiert werden.
Daher schließe ich daraus, daß WT (und ich benenne WT extra, weil ich nicht
hoffnungslos verallgemeinern möchte) bestimmt vielerorts so trainiert wird,
daß im Untericht gerade mal kaum, wenn überhaupt, geschwitz wird.
b) Sind Technik und Gefühl gleich, dann entscheidet letztlich die Größe, die
Kraft und die Schnelligkeit, wer seine Technik besser rüberbringen kann.
Daher ist überdurchschnittliche Fitnes immer recht interessant. Wer mal
unseren Emin Boztepe auf seinen Fighter-Camps erlebt hat, der wagt es nie
mehr zu behaupten, WT wäre nur so was für Frauen und Weicheier. Da geht
nämlich so die Post ab, daß sogar gestandene Kampfsportler abschlaffen. Aber
das ist nicht überall bzw. in jeder Schule so (vielleicht in zu wenigen!?!).
Fazit: wenn es sich in den anderen wc-Stilen ähnlich verhält, dann bietet wc
die ganze Bandbreite. Vom bequemen bis zum überfordernden Unterichtsstil,
der vom jeweiligen Lehrer abhängt. SOmit ist auch der Fitnes-Aspekt von
boring-low bis fucking-high wählbar.
>Sollte anhand dieser Erkenntnis der Kampfsport
>lieber mit dem Aspekt der Fitness ausgewählt werden, weil das letztendlich
die
>eigentliche Motivation ist, diesen Sport so lange Jahre zu machen?
Das glaube ich nicht. Dafür sind die Ansprüche zu verschieden. Ich habe u.a.
deshalb von einem äußerst fitnesintensiven Kampfsport zum WT gewechelt,
damit ich es noch viele Jahre betreiben kann (ohne die typischen
Verschleiß-Ausfälle).
>Welcher Kampfsport ist der anstrengendste und welcher der am wenigsten
>beanspruchende? Ist der anstrengendste auch der gesündeste Sport?
Wenn jemand einen sehr sanften Sport im Bereich Kampfsport/Kampfkunst
betreiben möchte und Ansruch auf Gesundheitlichen Nutzen legt, würde ich
ganz klar in Richtung Chi-Gung nachsehen.
Bekanntester Vertreter wahrscheinlich: Tai-Chi.
Die anstrengensten Kampfsportarten wird man wahrscheinlich im Bereich
Vollkontakt-Wettkampfsport (Muay Thai, etc.) finden. Allerdings bezweifele
ich dabei den langfristigen gesundheitlichen Nutzen.
>Fragen über
>Fragen, die am besten nicht nur du beantworten solltest. Ich finde, Judo
steht
>unter DIESEM Aspekt ganz gut da. Was meint ihr?
Judo stellt sicherlich eine interessante Synthese aus Fitnes und
gleichzeitig gesundheitlicher Schonung dar (wobei die, mit denen ich zu tun
hatte - Judo-Wettkampf-Freaks - mir da auch wieder ein paar andere Dinge
erzählt haben). Allerdings kenne ich Judo nur zu flüchtig... meinem Eindruck
bietet Judu dem Hobby-Trainierenden eine ganze Menge an vitalisierender
Wirkung (Sprich FItnes, Beweglichkeit, Körpergefühl...)
OK
Jan-Holger
wing...@jhn.de
http://www.jhn.de
> Daher schließe ich daraus, daß WT (und ich benenne WT extra, weil ich nicht
> hoffnungslos verallgemeinern möchte) bestimmt vielerorts so trainiert wird,
> daß im Untericht gerade mal kaum, wenn überhaupt, geschwitz wird.
>
Also - meine Meinung dazu: wer nach dem WT-Unterricht nicht
durchgeschwitzt ist, hat etwas falsch gemacht. Da geht es auch sehr um die
persönliche Motivation, wie man sich in die jeweiligen Übungen reinhängt.
Ich bin in der Regel schon nach den Formen nicht mehr "trocken" und
bestimmt nicht am Ende des Trainings.
> Wenn jemand einen sehr sanften Sport im Bereich Kampfsport/Kampfkunst
> betreiben möchte und Ansruch auf Gesundheitlichen Nutzen legt, würde ich
> ganz klar in Richtung Chi-Gung nachsehen.
> Bekanntester Vertreter wahrscheinlich: Tai-Chi.
>
Uuuhhhahharrrrr... Laß das mal bloß nicht Mike Sigman hören... =o)
Tai Chi ist kein Chi Gung! Es gibt da zwar auch spezielle Chi Gung Übungen
für (silk reeling), aber nur weil man vor dem Judo Gymnastik macht ist ja
Judo auch keine Gymnastik! Tai Chi ist keineswegs sanft in der Ausführung.
Es stellt auch ziemlich starke Anforderungen an Bein und Rückenmuskulatur.
Nur weil immer noch meistens esoterisches Rumgeschwebe als Tai Chi
verkauft wird, heißt das noch lange nicht, daß echtes Tai Chi nun weniger
fordernd als z.B. WT wäre.
> Judo stellt sicherlich eine interessante Synthese aus Fitnes und
> gleichzeitig gesundheitlicher Schonung dar (wobei die, mit denen ich zu tun
> hatte - Judo-Wettkampf-Freaks - mir da auch wieder ein paar andere Dinge
> erzählt haben).
>
Eben - wodran erkennt man den fortgeschrittenen Judoka? Am beidseitgem
Hinken... Judo ist halt auch "Vollkontakt" und wo gehobelt wird, da fallen
Späne (oder Bänder und Menisken).
Ciao,
Ingo
---
"After the game is before the game!" S. Herberger
On Thu, 26 Nov 1998 13:25:20 +0100, "André" <2e...@PlanetAll.com>
wrote:
ich denk das mit der Fitnesswert des Übens ist mehr von der Schule
abhängig als von der Disziplin. Auch stellt sich hier die Frage, was
Fitness überhaupt ist. Vor ewigen Zeiten war im Stern mal so ein
Vergleich diverser Sportarten, die haben da Faktoren wie Kondition,
Kraft, Schnellkraft, Körperfett bewertet und gewichtet. Dabei war z.B.
TKD und Judo relativ weit vorn. Am fittesten waren Ballettänzer und
Turner. Zumindest dieser Studie zu Folge würde das heißen, je mehr
unterschiedliche Bewegungsmuster desto fitter...
Wichtiger hingegen ist m.E. wie lange kann ich eine Disziplin ausüben.
Was hilft es mir, wenn ich mit 25 fit wie Turnschuh bin und mit 40
eine Kniegelenkprothese brauche. Kann ich mit 'meinem' Sport alt
werden - das ist auch ne interessante Frage. Wie lange kann ich
dazulernen? Werden von außerhalb, z.B. von Lehrplänen Grenzen gesetzt?
So in der Art.
Das Problem ist halt, bis man da für seine Disziplin Antworten hat,
ist man schon ewig dabei, für alle anderen Disziplinen kann man nur
schätzen und vermuten.
Klar ist auch, daß ich der Ansicht bin, daß alle diese Fragen vom
Shotokan positiv beantwortet werden können. (Aber unter uns: ich hab
auch Karateschulen erlebt, wo man guten Gewissens niemand hinschicken
kann). Haste Glück kommst du an eine 'gute' Schule, da lernt man immer
dazu, bleibt gesund und fühlt sich wohl, haste Pech kommste an ne
schlechte Schule, der Lehrer kann nix vermitteln, zeigt Bewegungen
falsch oder alles ist eh' zu lasch und im schlimmsten Fall merkt man's
zu spät und die Gräten sind kaputt.
Eigentlich läufts doch eh' immer auf's gleiche raus. Die Schule
entscheidet, nicht das System.
Gruß, Thomas
Da Ingo so schoen gequotet hat, benutze ich mal sein Posting,
um beiden zu antworten.
Ingo Bojak <bo...@dilbert.physik.uni-dortmund.de> writes:
> On Thu, 26 Nov 1998, prophet wrote:
> > Wenn jemand einen sehr sanften Sport im Bereich Kampfsport/Kampfkunst
> > betreiben möchte und Ansruch auf Gesundheitlichen Nutzen legt, würde ich
> > ganz klar in Richtung Chi-Gung nachsehen.
> > Bekanntester Vertreter wahrscheinlich: Tai-Chi.
Hast Du schom mal irgendwas in dieser Richtung gemacht ausser der
Tingschen Gesundheitsform? Bist Du mit der erheblichen Bandbreite der
verschiedenen Qigong-Schulen vertraut?
Ingo:
> Uuuhhhahharrrrr... Laß das mal bloß nicht Mike Sigman hören... =o)
Dem duerfte das scheissegal sein.
> Tai Chi ist kein Chi Gung! Es gibt da zwar auch spezielle Chi Gung Übungen
> für (silk reeling), aber nur weil man vor dem Judo Gymnastik macht ist ja
> Judo auch keine Gymnastik!
Silk reelings sind ein zentraler Bestandteil des Taiji
(zumindest im Chen-Stil). Das sie auch als Qigongs bezeichnet werden,
haengt eher mit der extrem breiten Anwendung des Begriffs Qi zusammen.
> Tai Chi ist keineswegs sanft in der Ausführung.
Anwendung oder Training? Beim Training ist sanft oder nicht IMHO auch
von der Einstellung des Ausfuehrenden und seinem augenblicklichen Trainings-
ziel abhaengig.
Was den allgemeinen Fitnessaspekt angeht: Das duerfte ja wohl auch von
Trainingshaeufigkeit und Dauer abhaengen. Sehr viele Taij-Leute, die
ich kenne, kommen locker auf die von Wendelin geforderten 12 Wochenstunden.
Andererseits kann man sich aber auch prima die Knie ruinieren, wenn
man nicht aufpasst.
Gruss,
uwe
>P.S.: Hallo ordentlich _zwischen_ den Zeilen lesen! Da gibt es immer so
>einen ergötzlichen Interpretationsspielraum! :-)
Haaaaa! Wart ab, ich find noch was...was Dich zu Fall bringt ;-)
Nein, was Du sagst (schreibst) ist ja eigentlich richtig. Wer zwischen den
Zeilen meines Schreibens gelesen hat, dem ist aufgefallen, daß ich folgendes
beschrieben habe (oder zumindest wollte):
- ich habe da 'ne total arme Kackwurst erlebt, ein Typ, der echt nix drauf
hatte
- ich habe noch keinen keinen Könner (und somit Repräsentant) dieses Stiles
erlebt, kann mir deshalb eigentlich kein wirkliches Urteil erlauben. Aus
diesem Grund habe ich ja auch weniger auf dem mir nicht so geläufigen
KTJ-Stil, sondern mehr über den Typ rumgehackt. ... wollte halt auch mal
cool sein... :-)
JHN
>
> In article <365d866f...@news.rhein-main.net>,
> Thoma...@rhein-main.net (T. Daum) wrote:
[snip]
>
> > Eigentlich läufts doch eh' immer auf's gleiche raus. Die Schule
> > entscheidet, nicht das System.
>
> Läßt sich kaum besser sagen.
>
Es mag jedoch sein, daß Schulen/Systeme/Verbände die zum Deutschen
Sportbund gehören, eher eine sportwissenschaftlich fundierte
Trainerausbildung bekommen, als vor sich hinwurschtelnde
Schulen. Jedenfalls hoffe ich das.
MfG
Marco
--
Marco Ladermann
keep things as simple as possible, but no simpler
Albert Einstein
Ich glaube, ich habe noch eine Kopie eines ähnlichen Vergleiches aus der
"Focus". Ich sehe mal nach, falls ich das Teil nicht doch irgendwann beim
Aufräumen entsorgt habe, gebe ich mal deren Ergebnisse bekannt.
> Eigentlich läufts doch eh' immer auf's gleiche raus. Die Schule
> entscheidet, nicht das System.
Läßt sich kaum besser sagen.
Gruß
Klaus Winkler
-----------== Posted via Deja News, The Discussion Network ==----------
http://www.dejanews.com/ Search, Read, Discuss, or Start Your Own
> > Es mag jedoch sein, da=DF Schulen/Systeme/Verb=E4nde die zum Deutschen
> > Sportbund geh=F6ren, eher eine sportwissenschaftlich fundierte
> > Trainerausbildung bekommen, als vor sich hinwurschtelnde
> > Schulen. Jedenfalls hoffe ich das.
>
> Dem ist leider nicht so! Es gab ne Zeit, da war meine Schule ziemlich
> "wacklig". Wir =FCberlegten (paar Sch=FCler und ich), ob wir dem DSB beitre=
> ten
> sollten. Das geht alles furchtbar schnell und einfach. Dann hast Du den
> Vorteil =F6ffentliche Sporthallen umsonst nutzen zu k=F6nnen, da Du ein
> gemein=FCtziger Verein bist!
Ich bin zwar nicht genau informiert, habe aber so am Rande (bei einem
Lehrgang) mitbekommen, daß die Deutsche Jiu Jitsu Union versucht dem
DSB, beitzutreten. Dies schien aber nicht so ganz einfach zu
sein. Weiß da jemand was? Sowohl Beitritt zum DSB, als auch über den
Stand der Dinge bei der Jiu Jitsu Union.
Ist übrigens DSB-Mitgliedschaft und Gemeinnützigkeit das gleiche oder
das eine Voraussetzung für das Andere? Kann man nicht irgendeiene
Trainerausbildung über den DSB kriegen (zumindest, was die
Aufwämrmerei und Dehnerei angeht)?
[snip]
> Allgemein gilt, da=DF das e.V. leider nur noch ein "Etikettenschwindel" ist.
Eigentlich Schade drum! Wenigstens eine vernünftige Organisationsform
könnte man erwarten, oder? Nicht das der Sportschulbesitzer auch
gleich der Lokalfürst mit entsprechender Allmacht ist.
[snipped]
>
>Wichtiger hingegen ist m.E. wie lange kann ich eine Disziplin ausüben.
>Was hilft es mir, wenn ich mit 25 fit wie Turnschuh bin und mit 40
>eine Kniegelenkprothese brauche. Kann ich mit 'meinem' Sport alt
>werden - das ist auch ne interessante Frage. Wie lange kann ich
>dazulernen? [snipped]
Servus Miteinander,
ich bin Neueinsteiger bezüglich Newsgroups, habe seit einigen Wochen erstmal nur
gelesen wo hier der Hase hinläuft und versuche mich nun an meinem ersten
Beitrag:
Was Thomas da anspricht - und er scheint mir bislang in dieser ng
diesbezüglich der erste zu sein - ist wirklich ein wichtiger Punkt! Wenn Du
überhaupt erst im Fortgeschrittenen Alter beginnst, mußt Du Dir was suchen, was
ohne Bänder- und Muskelabrisse zu schaffen ist! Gleiches gilt wenn Du als
Praktizierender ins höhere Alter kommst. In unserem Verein sind Mitgliederstarke
JuJutsu und Taekwondo-Gruppen, aber einen über 40 habe ich da noch nicht gesehen.
Ich habe vor 5 Jahren mit Aikido begonnen, weil ich eben etwas für die Haut ab 30
gesucht habe. Wir haben Aikidoka mit 50+ die ohne Probleme jedes Training
mitgehen können. Klar, regelmäßiges Training hält natürlich körperlich
geschmeidig, aber die sehr dynamischen, teilweise akrobatischen Techniken im
Karate oder den o. g. Künsten macht der Body halt irgendwann nicht mehr mit.
Dazulernen kann man aber sicher in jeder Kampfkunst und jedem Alter.
Grüße,
Fränk
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de
On 27 Nov 1998 10:40:57 +0100, Marco Ladermann
<lade...@no.spam.dpa.de> wrote:
>Es mag jedoch sein, daß Schulen/Systeme/Verbände die zum Deutschen
>Sportbund gehören, eher eine sportwissenschaftlich fundierte
>Trainerausbildung bekommen, als vor sich hinwurschtelnde
>Schulen. Jedenfalls hoffe ich das.
Ich fürchte da hoffst du vergebens... Damit dürften zum einen die
meisten professionellen Schulen rausfallen und zum anderen meine ich
irgend wann mal mitbekommen zu haben daß der DSB pro Disziplin nur
einen Verband aufnimmt. Das mag bei Leichtathletik und Fußball Sinn
machen, aber im Kampfsport wo's Verbände wie Sand am Meer gibt? Ich
hab hier allein die Adressen von um die 20 Karateverbänden rumliegen -
und ich geh' davon aus, daß es etliche mehr gibt. (Ich bin da übrigens
nicht ganz sicher, wenn's jemand besser weiß, bitte korrigieren).
Was die Ausbildung der Übungsleiter angeht, so ist hierfür zunächst
mal der Übungsleiter zuständig, allerdings steh' ich auf dem
Standpunkt, daß ein großer Teil der Ausbildungsmöglichkeiten vom
jeweiligen Sportverband bereitgestellt werden muß - was da so abläuft
ist aber ein ganz düsteres Kapitel, besonders in den kleineren
Verbänden. Bei den großen Verbänden ist es zumindest so, daß für die
Übungsleiterlizenzen ein paar Lehrgänge verlangt werden - die auch ein
bisserl Inhalt haben. Doch wie oft werden gerade bei den Anfängern
höhergraduierte Schüler als Übungsleiter eingesetzt, die keinerlei
Ausbildung haben.
Man kann's drehen und wenden wie man's will, wer einen Kampfsport
beginnt, spielt Lotto. Beim Stil? Na meist landet man bei dem Stil in
der Schule in der halt grad der Bekannte übt, den man gefragt hat. Wie
man das Problem lösen kann - echte Hilfe für Anfänger, die eine Schule
suchen? Keine Ahnung, keine Idee...
Gruß, Thomas
On 27 Nov 1998 15:33:02 +0100, "Frank Dietze"
<sales-pro...@blue-river-software.com> wrote:
man kann's auch noch ausbauen. Es ist ein ziemlicher Unterschied ob
man mit 30, 35 oder älter mit so was anfängt oder mit 20 oder jünger
und dann damit alt wird.
Doch du prichst da u.a. Karate an.:
>... aber die sehr dynamischen, teilweise akrobatischen Techniken im
>Karate oder den o. g. Künsten macht der Body halt irgendwann nicht mehr mit...
als Karateka kann ich da nur widersprechen, ich hätte gerade Karate
als einen Stil bezeichnet, den bis ins hohe Alter ausüben kann. In der
Gruppe in der ich übe ist vom Teenager bis ins Rentenalter alles
dabei, da haben wir Leute, die üben seit 30 Jahren und sind wirklich
gut dabei. Schau dir mal Leute wie Nishiyama Hidetaka an, der Mann ist
Jahrgang 1928, bewegt sich aber wirklich Klasse und hat eine sehr
beeindruckende Ausstrahlung.
Ich bin mir ziemlich sicher, daß man vergleichbares für fast jeden
Stil sagen kann. Das einzige was wirklich sicher kaputt macht, ist
Leistungssport - in jedem Stil. Ansonsten ist es halt die Frage,
kriegst du die Techniken vernünftig beigebracht - dann ist die Chance
groß, daß man die Gräten heil behält, landet man in einer schlechten
Schule, wo einem die Techniken falsch beigebracht werden, dann ist
diese Chance halt geringer.
Was du mit akrobatik im Karate meinst ist mir ehrlich gesagt nicht so
recht klar, du wirst schon deine Gründe haben, aber ich hätte z.B.
gedacht, daß Aikido gelenkbelastender ist als Karate. Wobei ich
gestehen muß, daß ich keine großen Aikidoerfahrungen habe - ein paar
Lehrgänge halt. Das ist halt das mit der Innen,- und Außensicht.
Gruß, Thomas
Marco Ladermann schrieb:
> Ich bin zwar nicht genau informiert, ...
...ich auch nicht...
> habe aber so am Rande (bei einem
> Lehrgang) mitbekommen, daß die Deutsche Jiu Jitsu Union versucht dem
> DSB, beitzutreten. Dies schien aber nicht so ganz einfach zu
> sein.
Das Problem ist: im LSB (Landessportbund) und dessen Dachorganuisation
DSB darf nur ein Verband eines Stils vertreten sein.
Darüber hinaus muß es wohl noch eine gewisse Mindestzahl von
Mitgliedern geben, damit man aufgenommen wird.
> Ist übrigens DSB-Mitgliedschaft und Gemeinnützigkeit das gleiche oder
> das eine Voraussetzung für das Andere?
Ist beides unabhängig voneinander.
'Gemeinnützigkeit' ist ein Steuer-Privileg, was dem Verein
Körperschaftssteuern erspart, wenn er bestimmte Voraussetzungen
erfüllt (kein Gewinnstreben, der Allgemeinheit nützend).
Die LSB-Mitgliedschaft eröffnet -neben der Möglichkeit, olympische
Disziplin zu werden- die Möglichkeit, öffentliche Förderungsgelder
aus dem Topf des LSB / DSB zu bekommen und Versicherungsleistungen
für Trainingsunfälle in Anspruch zu nehmen.
Es gibt da sehr interessante Konstellationen, die sich in den letzten
Jahren durch Veränderung der Voraussetzungen ergeben haben....
> Kann man nicht irgendeiene
> Trainerausbildung über den DSB kriegen (zumindest, was die
> Aufwämrmerei und Dehnerei angeht)?
Ja, kann man. Such Deinen Stadt-Sportbund im Telefonbuch heraus.
Die Übungsleiterausbildung ist umfangreich (144 Std, max. 10%
Fehlzeiten), Fortbildungen in den unterschiedlichsten Gebieten
sind moglich (z.B. Koronarsport für Herzkasperpatienten, Massage)
und alle vier Jahre erforderlich, um die Lizenz zu verlängern.
> > Allgemein gilt, daß das e.V. leider nur noch ein "Etikettenschwindel" ist.
>
> Eigentlich Schade drum! Wenigstens eine vernünftige Organisationsform
> könnte man erwarten, oder? Nicht das der Sportschulbesitzer auch
> gleich der Lokalfürst mit entsprechender Allmacht ist.
Parasiten gibt's immer und das System fördert parasitäre
Verhaltensweisen. Früher hatte ich 'mal mit einigen DLRG-Leuten
zu tun. Die mußten ihren Zuschuß ausgeben, damit sie im
nächsten Jahr keine Kürzung bekamen - also machten sie
Vergnügungsfahrten. Sparsamkeit wird also auch bei einer verdienten
Organisation wie der DLRG bestraft und führt zu blöden Konsequenzen.
Gruß Ralf.
(Avci-WT)
prophet schrieb:
> [Jammerbild es Kwon-Tae Jitsu]
Wendelin Fritz schrieb:
> Naja ... was es da einm in die Schule weht. Man sollte allerdings niemals
> dem Irrtum anheimfallen, daß der Vertreter, der Stil selber ist.
>
> Im Übrigen, halte ich derartige Postings, wie schlecht doch der oder der
> ist nicht gerade erbaulich. Es ist in jeder Kampfsportschule gang und
> gebe, daß eher Spinner erscheinen. Die guten Leute, halten sich eh zurück
> und trainieren einfach mit...
Ein Freund zeigte mir 'mal die Urkunde eines Schülers, der
als Nebenjob KTJ anfangen wollte:
- Der Kurs hat 8 Wochenenden gedauert
- Am Ende gab es das Zertifikat und den schwarzen Gürtel
- Verantwortlich war irgend ein Sportstudio-Verband,
vermutlich um den Mitgliedern neue Einkommensquellen zu
eröffnen.
Jan's Schilderungen passen also bestens zu meinen Informationen,
daher kann man hier wohl Vertreter und Stil gleichsetzen, ohne
einen nennenswerten Fehler zu machen.
Viele Grüße, Ralf.
(Avci-WT)
>Kuckuck Ralf!
>Hallihallo Liste!
>"KeineKekseF³rPfeiferR"@aol.com meinte am 27.11.98
>zum Thema "Jammerbild Kwon Tae Jitsu":
>>> "Kwon Tae Jitsu"
>> Ein Freund zeigte mir 'mal die Urkunde eines Schülers, der
>> als Nebenjob KTJ anfangen wollte:
>Ich habe auch Urkunden gesehen, wo die Leute als Nebenjob Wing Chun
>anfangen konnten....
Ja, hab' ich auch schon mal gehört...
>> - Der Kurs hat 8 Wochenenden gedauert
>Der "Übungsleiterlehrgang" hat nur 2 Tage gedauert!
Wurde man da Übungsleiter, ohne andere Voraussetzungen, außer der Teilnahme
am Lehrgang? Oder hat man eventuell einige andere Fähigkeiten mitbringen
müssen?
>> - Am Ende gab es das Zertifikat und den schwarzen Gürtel
>Am Ende gab es den 10. SG und eine Urkunde!
Aaaach, Wendelin, mir düngt übelstes.
Wird da etwa zufälligerweise irgendein "Böser Verband" angesprochen?
>> - Verantwortlich war irgend ein Sportstudio-Verband,
>> vermutlich um den Mitgliedern neue Einkommensquellen zu
>> eröffnen.
>Verantwortlich war ein Franchising-Unternehmen, dessen Geschäftsgebaren an
>diesem Ort als "clever" bezeichnet wurden...
?!? Könnte es sein, daß wir den sogar zusammen besucht haben?
Ich war im Herbst'92 soweit...
Vielleicht kann ich ja an dieser Stelle Deiner Vergangenheitsbewältigung
nützlich sein... :-)
>> Jan's Schilderungen passen also bestens zu meinen Informationen,
>> daher kann man hier wohl Vertreter und Stil gleichsetzen, ohne
>> einen nennenswerten Fehler zu machen.
>In diesem Fall schließe ich mich Jan herzlich gerne an!
Juhu, juhu, Wendelin schließt sich meiner Meinung (der eines
EWTO-Lehrers!!!!) an!
Da kommst Du nie mehr raus, Wendelin!!!
Das wird jetzt heftiger von mir verbreitet, als sämtliche Aufforderungen zu
diversen Internet-Streiks, hähä.
>Wendelin!
Nein, Jan-Holger ;-)
Wendelin Fritz schrieb:
> Ich habe auch Urkunden gesehen, wo die Leute als Nebenjob Wing Chun
> anfangen konnten....
> Der "Übungsleiterlehrgang" hat nur 2 Tage gedauert!
> Am Ende gab es den 10. SG und eine Urkunde!
> Verantwortlich war ein Franchising-Unternehmen, dessen Geschäftsgebaren an
> diesem Ort als "clever" bezeichnet wurden...
Na dann her mit den Details. Laß' uns nicht gelangweilt
ins Bett steigen !!!
> > Jan's Schilderungen passen also bestens zu meinen Informationen,
> > daher kann man hier wohl Vertreter und Stil gleichsetzen, ohne
> > einen nennenswerten Fehler zu machen.
>
> In diesem Fall schließe ich mich Jan herzlich gerne an!
>
> Wendelin!
Wie gemein. Du fraternisierst gerade mit einem ausgewachsenen
Taktikergrad des großen bösen Verbandes !
Wie kannst Du Dich so einem so einfach so anschließen, und die
Wichtigkeit meiner Meinung einfach ignorieren ??
Schande über Dich, Ralf.
(Avci-WT)
> Ist übrigens DSB-Mitgliedschaft und Gemeinnützigkeit das gleiche oder
> das eine Voraussetzung für das Andere? Kann man nicht irgendeiene
> Trainerausbildung über den DSB kriegen (zumindest, was die
> Aufwämrmerei und Dehnerei angeht)?
>
Jeder kann an den Ausbildungen und Weiterbildungen teilnehmen.
Mitglieder (also Personen die Sportarten betreiben, die im LSB
vertreten sind) bezahlen nur weniger und haben sicherlich
Vorrang bei der Belegung der Plätze.
jens
ich denke jede Sportart kannst du bis in hohe alter machen. In den
von dir beschriebenen Sportarten JJ, TKD und Karate kenne ich
genügend 40++ Leute die immer noch viel Spaß am Sport haben.
Gerade im JJ hat der Seniorensport 50++ eine wichtige Stelle.
(Es gibt hier extra Senioren Gruppen)
Du darfst natürlich dich nie mit einen 20 Jährigen vergleichen der
vielleicht sogar noch Wettkampf macht. Das ist denen vorbehalten.
Dieser ganze Leistungssport ist natürlich sehr Köperzehrend und
von daher nicht geeignet für einen "Senior".
Alles andere kann jeder im jedem alter machen und anfangen !!
jens
> Was Thomas da anspricht - und er scheint mir bislang in dieser ng
> diesbezüglich der erste zu sein - ist wirklich ein wichtiger Punkt! Wenn Du
> überhaupt erst im Fortgeschrittenen Alter beginnst, mußt Du Dir was suchen, was
> ohne Bänder- und Muskelabrisse zu schaffen ist! Gleiches gilt wenn Du als
> Praktizierender ins höhere Alter kommst. In unserem Verein sind Mitgliederstarke
> JuJutsu und Taekwondo-Gruppen, aber einen über 40 habe ich da noch nicht gesehen.
> Ich habe vor 5 Jahren mit Aikido begonnen, weil ich eben etwas für die Haut ab 30
> gesucht habe. Wir haben Aikidoka mit 50+ die ohne Probleme jedes Training
> mitgehen können. Klar, regelmäßiges Training hält natürlich körperlich
> geschmeidig, aber die sehr dynamischen, teilweise akrobatischen Techniken im
Kommt mir auch bekannt vor.
> Das mag bei Leichtathletik und Fußball Sinn
> machen, aber im Kampfsport wo's Verbände wie Sand am Meer gibt? Ich
> hab hier allein die Adressen von um die 20 Karateverbänden rumliegen -
> und ich geh' davon aus, daß es etliche mehr gibt. (Ich bin da übrigens
> nicht ganz sicher, wenn's jemand besser weiß, bitte korrigieren).
Bist Du da sicher, daß diese Verbände nicht wiederum Mitglieder des DKV
sind?
> Doch wie oft werden gerade bei den Anfängern
> höhergraduierte Schüler als Übungsleiter eingesetzt, die keinerlei
> Ausbildung haben.
Was bei kleineren Vereinen oft auch einfach nicht anders geht.
> Na meist landet man bei dem Stil in
> der Schule in der halt grad der Bekannte übt, den man gefragt hat.
Bzw. da wo man (als Jugendlicher) einfach (ohne Auto) hinkommt
Also wenn man irgendwo gerade "Jodan"-Fußtechniken, oder Sprünge in manchen
Katas sieht, kann ich schon nachvollziehen, daß das für den Zuschauer
(der sich ja vermutlich nicht so auskennt) "abschreckend" ist.
Gruß
Klaus Winkler
On Mon, 30 Nov 1998 15:30:31 GMT, kwin...@ingr.com wrote:
>Bist Du da sicher, daß diese Verbände nicht wiederum Mitglieder des DKV
>sind?
Absolut!
>
>> Doch wie oft werden gerade bei den Anfängern
>> höhergraduierte Schüler als Übungsleiter eingesetzt, die keinerlei
>> Ausbildung haben.
>
>Was bei kleineren Vereinen oft auch einfach nicht anders geht.
Schon klar, aber besser wird's dadurch auch nicht...
Gruß, Thomas
On Mon, 30 Nov 1998 15:34:53 GMT, kwin...@ingr.com wrote:
>> >... aber die sehr dynamischen, teilweise akrobatischen Techniken im
>> >Karate oder den o. g. Künsten macht der Body halt irgendwann nicht mehr
>> >mit...
>> >
>> Was du mit akrobatik im Karate meinst ist mir ehrlich gesagt nicht so
>> recht klar...
>
>Also wenn man irgendwo gerade "Jodan"-Fußtechniken, oder Sprünge in manchen
>Katas sieht, kann ich schon nachvollziehen, daß das für den Zuschauer
>(der sich ja vermutlich nicht so auskennt) "abschreckend" ist.
Einen hohen Tritt würd ich noch nicht als akrobatik bezeichnen. Du
hast aber schon recht, daß einige Sprünge in hohen Kata heutzutage
recht spektakulär gesprungen werden, z.B. in Unsu oder Kanku-Sho. Das
sind aber schon recht fortgeschrittene Kata, bis man damit
konfrontiert wird, braucht es schon eine Weile. Und wenn's gar nicht
paßt - Unsu oder Kanku-Sho sind zwar schöne Kata - aber es geht auch
ohne sie...
Gruß, Thomas
Thoma...@rhein-main.net (T. Daum) wrote:
[snip]
>man kann's auch noch ausbauen. Es ist ein ziemlicher Unterschied ob
>man mit 30, 35 oder älter mit so was anfängt oder mit 20 oder jünger
>und dann damit alt wird.
Da hast Du natürlich Recht! Je jünger desto gut :-)).
[snip]
>...hätte gerade Karate als einen Stil bezeichnet, den bis ins hohe Alter
ausüben kann. In der Gruppe in der ich übe ist vom >Teenager bis ins Rentenalter
alles
>dabei, da haben wir Leute, die üben seit 30 Jahren und sind wirklich
>gut dabei. Schau dir mal Leute wie Nishiyama Hidetaka an, der Mann ist
>Jahrgang 1928, bewegt sich aber wirklich Klasse und hat eine sehr
>beeindruckende Ausstrahlung.
Esst hundert Jahre Obst und Ihr werdet alt :-))
Den Herrn kenne ich leider nicht aber andere *Kampfkunstgreise* habe ich schon
erlebt und war fasziniert! (Ausstrahlung, Eleganz,KI..)
Die Kenntnisse über die von mir angesprochene Akrobatik (eigentlich meinte ich
damit Sprünge, Drehkicks und Tritte zum Kopf) beziehe ich zugegebenermassen aus
nur wenigen Stunden zusehens beim Karatetraining; was TKD und JJ angeht habe ich
aber ein wenig eigene Erfahrung:
Unsere Aikido,TKD und JJ Gruppen verabreden einmal im Jahr ein gemeinsames
Wochenende, an dem dann jede Gruppe ca 90 Minuten Training *vorführt* und alle
anderen nehmen Teil. (Tolle Sache um mal über den Tellerrand hinauszusehen!) Was
die JJler angeht, naja, es sind halt einige dabei die *ihren Kampfhund vor dem
Dojo anbinden* und, während des TKD verabschiedete sich dann eine meiner
Muskelfasern! Grund: dreimal versucht einen Fußtritt, schnell wechselnd, links-
rechts, auf eine Trefferfläche in Kopfhöhe zu landen. Tja, Grenzen aufgezeigt
bekommen...
>Das einzige was wirklich sicher kaputt macht, ist
>Leistungssport - in jedem Stil. [wie auch Jens meint]
Ist absolut richtig, aber ist man in einem Sport der sich doch sehr stark am
Wettkampf orientiert nicht auch für den Normalo leistungsorientierter? Ihr wisst
sicher, daß Aikido keinen Wettkampf zuläßt (mit Ausnahme einer Stilrichtung),
daher besteht kein Druck, keine Konkurrenzsituation, kein *wer ist besser*. Ein
beispielsweise 60 Jähriger TKD hat IMHO keine Chance gegen einen 20 jährigen,
trotz vielleicht vierzig Jahren oder mehr gegenüber vier Jahren Training (bitte
ggf. widersprechen!)
>gedacht, daß Aikido gelenkbelastender ist als Karate. Wobei ich
>gestehen muß, daß ich keine großen Aikidoerfahrungen habe - ein paar
>Lehrgänge halt. Das ist halt das mit der Innen,- und Außensicht.
>
Die Außensicht habe ich natürlich beim Karate (s.o.). Was die Gelenkbelastung im
Aikido angeht bist Du im Irrtum. Speziell die Handgelenke werden zwar bis zur
Schmerzgrenze verhebelt, aber niemals können Sie bei einigermassen korrekt
ausgeführter Technik Schaden nehmen, da die Verdrehung immer in physiologisch
unkritischer Richtung geschieht. Es ist natürlich Pflicht des Nage die
individuelle Schmerzgrenze seines Partners nie zu missbrauchen.
Einzig die Knie könnten bei Vorschädigung Probleme bereiten wenn man die
Techniken im Kniesitz ausführen will.
Überhaupt, in den fünf Jahren, die ich das jetzt übe sind bei allen Trainierenden
zusammengenommen gerade nur 3 Verletzungen passiert, meine o.g. eingeschlossen.
So, jetzt muß ich aber ins Dojo,
Frank Dietze wrote:
> Ein beispielsweise 60 Jähriger TKD hat IMHO keine Chance gegen einen 20 jährigen,
> trotz vielleicht vierzig Jahren oder mehr gegenüber vier Jahren Training (bitte
> ggf. widersprechen!)
Letzte Ostern, ein Lehrgang in München:
Ko Eu-Min (9. Dan TKD(WTF), 58 Jahre, ehem. Nationaltrainer von Korea) hat da einen
20 Jährigen Danträger (,der auch nicht schlecht war) ganz schön alt aussehen lassen.
Das war zwar nur lockeres Sparring, aber die taktische Erfahrung ist halt doch sehr
wichtig.
Hah, wußte ich's doch, nicht wahr Thomas ;-).
Ernsthaft gesehen läßt sich Karate aber auch ohne Probleme ohne diese
Techniken betreiben.
>
> >Das einzige was wirklich sicher kaputt macht, ist
> >Leistungssport - in jedem Stil. [wie auch Jens meint]
>
> Ist absolut richtig, aber ist man in einem Sport der sich doch sehr stark am
> Wettkampf orientiert nicht auch für den Normalo leistungsorientierter?
Nun es gibt zwar einige Vereine, die sich stark am Wettkampf orientieren,
aber IMHO ist der Anteil der "Normalos" immer noch wesentlich höher.
> So, jetzt muß ich aber ins Dojo,
Viel Spaß...
Klaus Winkler
> _____________________________________________________________
> NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de
Dejanews finde ich persönlich besser...
Frank Dietze schrieb:
> >gedacht, daß Aikido gelenkbelastender ist als Karate. Wobei ich
> >gestehen muß, daß ich keine großen Aikidoerfahrungen habe - ein paar
> >Lehrgänge halt. Das ist halt das mit der Innen,- und Außensicht.
> >
> Die Außensicht habe ich natürlich beim Karate (s.o.). Was die Gelenkbelastung im
> Aikido angeht bist Du im Irrtum. Speziell die Handgelenke werden zwar bis zur
> Schmerzgrenze verhebelt, aber niemals können Sie bei einigermassen korrekt
> ausgeführter Technik Schaden nehmen, da die Verdrehung immer in physiologisch
> unkritischer Richtung geschieht.
Also ich habe immer gedacht, Schmerz wäre die Reaktion auf
eine physiologisch ungünstige bis schädliche Belastung.
Wenn Hebeln physiologisch unkritisch oder unschädlich ist,
warum tut es dann so weh ??
Gruß Ralf.
(Avci-WT)
> Also ich habe immer gedacht, Schmerz wäre die Reaktion auf
> eine physiologisch ungünstige bis schädliche Belastung.
> Wenn Hebeln physiologisch unkritisch oder unschädlich ist,
> warum tut es dann so weh ??
Schon mal gedehnt?
>
> Gruß Ralf.
> (Avci-WT)
Bd
Bärbel
Ralf Pfeifer wrote:
> Frank Dietze schrieb:
> >... die Handgelenke werden zwar bis zur
> > Schmerzgrenze verhebelt, aber niemals können Sie bei einigermassen korrekt
> > ausgeführter Technik Schaden nehmen, da die Verdrehung immer in physiologisch
> > unkritischer Richtung geschieht.
>
> Also ich habe immer gedacht, Schmerz wäre die Reaktion auf
> eine physiologisch ungünstige bis schädliche Belastung.
> Wenn Hebeln physiologisch unkritisch oder unschädlich ist,
> warum tut es dann so weh ??
>
> Gruß Ralf.
> (Avci-WT)
Servus Ralf,
bitte zitiere mich richtig! Ich habe nicht <ungünstig> sondern <unkritisch>
geschrieben!
Dennoch: Ich sehe einen beträchtlichen Unterschied zwischen *ungünstig* und
*schädlich* !
Natürlich tut es in beiden Fällen weh! War der Hebel jedoch *schädlich*, ist ein
*Schaden* entstanden (Beispiele: eine Sehne reißt ab, ein Gelenk wird ausgekugelt).
Nach der im Aikido vorherrschenden Meinung - nach meiner übrigens auch - darf das
jedoch nicht passieren. Nicht auszuschließen ist natürlich das es etwas dauert bis der
Schmerz eines, Aikido-Ethisch korrekten Hebels abklingt (wenn die Nerven der
Knochenhaut gereizt werden spürt man das noch nach 2 Wochen; ist aber m. E. noch lange
kein Schaden im oben beschriebenen Sinn).
Zur Meinung von Markus, will ich auch noch etwas anmerken:
Markus wrote:
>Letzte Ostern, ein Lehrgang in München:
>Ko Eu-Min (9. Dan TKD(WTF), 58 Jahre, ehem. Nationaltrainer von Korea) hat da einen
>20 Jährigen Danträger (,der auch nicht schlecht war) ganz schön alt aussehen lassen.
>Das war zwar nur lockeres Sparring, aber die taktische Erfahrung ist halt doch sehr
>wichtig.
Lieber Markus,
mein Gedanke galt den Normalos unter uns Kampfkunstfreunden. Du bringst als Beispiel
einen Vollprofi der wahrscheinlich seine erste Kata im Krabbelalter gerobbt hat :-)).
Warum sollte es ausgerechnet in den Kampfkünsten anders sein, als z. B. im Fußball,
Handball, Tennis.... Ab einem gewissen Alter sind die Jungen einfach überlegen.
Ausser, der Sport baut nicht primär auf der überlegenen Fitness, Beweglichkeit oder
Kraft auf. Trifft dies etwa auf TKD zu? Den Wert von Erfahrung möchte ich aber in
keiner Weise herabsetzen!
Tschau,
Fränk
Frank Dietze wrote:
> mein Gedanke galt den Normalos unter uns Kampfkunstfreunden. Du bringst als Beispiel
> einen Vollprofi der wahrscheinlich seine erste Kata im Krabbelalter gerobbt hat :-)).
> Warum sollte es ausgerechnet in den Kampfkünsten anders sein, als z. B. im Fußball,
> Handball, Tennis.... Ab einem gewissen Alter sind die Jungen einfach überlegen.
> Ausser, der Sport baut nicht primär auf der überlegenen Fitness, Beweglichkeit oder
> Kraft auf. Trifft dies etwa auf TKD zu? Den Wert von Erfahrung möchte ich aber in
> keiner Weise herabsetzen!
Mit ist schon klar, daß das nicht der Regelfall ist. Allerdings zeigt das Beispiel, daß
man vorher nie wissen kann wie ein Kampf (egal ob Sparring, Turnier oder Straße) verlaufen
wird.
Die Inhalten des TKD stellen sich meiner Meinung nach wie folgt dar:
Ein "mimimum" an Fittnes und Kraft setze ich als ein "muß" voraus.(Sehe ich für alle
KK/KS-Systeme. Oder ?)
Die Beweglichkeit wird schon stärker betont. Ein Spagat ist kein Muß, es wird aber darauf
hin trainirt.
Sehr wichtig ist die Koordination. Man sollte doch seinen Körper nutzen können.
Die Beharrlichkeit, Dinge immer wieder zu üben bis sie klappen ist für mich aber das
wichtigste. Anfänger, die nicht so fit, beweglich, kraftvoll,... sind, die über die Jahre
stetig ihre Fähigkeiten ausbauen schätze ich höher als die Hochbegabten die man nach
wenigen Jahren nicht mehr im Training sieht.
Für den (WTF) Freikampf gilt aber tatsächlich die Taktik als ausschlaggebendes Kriterium.
Mit Draufhauen und schauen wer übrig bleibt kommt man vieleicht (mit Glück) auf
Landesebene auf Treppchen. Aber weiter gehts wegen den Folgeverletzungen nicht mehr.
Alles meine Meinung (muß so nicht stimmen),
Markus.