Ein eigenes Krimi-Rollenspiel schreiben / ausdenken / vorbereiten?

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Patrick Baeumel

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Apr 12, 2004, 9:21:51 AM4/12/04
to
Hallo NG,

nachdem ich in der NG de.rec.spiele.rpg.misc darauf aufmerksam
gemacht wurd, dass mein Thema hier besser passen könnte, stelle ich
meine Anfrage hier nochmals. Entschuldigt den Doppelpost!

Also: Vor kurzem war ich mit einigen Mitazubis (6 Personen insgesamt)
auf gemeinsamer Berufsschul-Abschlussfahrt und dort sind wir durch die
schöne
Atmosphäre unseres Ferienhauses (altes Herrenhaus!) auf die Idee
gekommen doch eine "Mörderjagd" zu veranstalten! So einfach, so gut!
(War auch eine Spassige Angelegenheit; nur manchmal echt unkoordiniert
- sprich der Mörder hat einfach nur alle nacheinader umgebracht [Eine
Enttarnung des Mörders bzw. echten Rätselspass haben wir nicht
hinbekommen], deshalb war das mehr ein Verstecken, Suchen und Finden
der Opfer!)

Wir wollen allerdings im Sommer bzw. gegen Ausbildungsende gerne
nochmals zusammen wegfahren und da ich als Hobby ein wenig der
Schriftstellerei nachgehe, dachte ich mir, dass es für die nächste
Fahrt vielleicht toll wäre ein echtes "Mörderspiel" vorzubereiten bzw.
zu erfinden / zu schreiben!

Jetzt ist halt nur die Frage, was soll ich da alles schriftlich
festlegen?

Mir schwebt das zur Zeit eher sehr frei vor; am besten ich erkläre das
mal kurz:

Als Festlegung gibt es einen kurzen einführenden Text, um die Leute
auch in "Mordstimmung" zu bringen und einige "Spielregeln", damits
nicht drunter und drüber geht!

Der Mörder wird danach ausgelost - Und das wäre es dann an
Vorbereitungen oder Festlegungen!

Denn ab jetzt steuert der Mörder das Spiel - er selbst überlegt sich
seine Opfer und sein Motiv (Diese Fakten notiert er und bewahrt diese
unzugänglich für alle anderen Teilnehmer auf [Safe!])

Danach begeht er seinen Mord in dem er ihn so genau wie möglich
nachstellt (soll heißen Vergiftungen des Essens bzw. eines Getränkes
mit Farbstoff (Lebensmittelfarbe) o.ä.!

Hierbei ergeben sich aufgrund der absoluten Freiheit aber schon erste
Probleme, denn wie stelle ich z.B. erwürgen oder erstechen dar, ohne
meinem Opfer ein Messer zwischen die Rippen zu stoßen bzw. ihm die
Gurgel wirklich umzudrehen??? Oder wie stelle ich es am überzeugensten
dar, jewmand im nahegelegenen Kochelsee zu ersäufen? (Da siehts dann
auch mit den Spuren und deren Hinterlassung düster aus - mehr dazu in
einem anderen Punkt weiter unten!)

Hat dazu vielleicht schon jemand Tipps???

Desweiteren: Was machen denn die "Ermittler", wenn der Mörder einfach
absolut keine Hinweise / Spuren am Tatort hinterläßt bzw. hinterlassen
kann oder einfach zu Gute "Aussagen" macht?

In sämtlichen Fernsehkrimis oder Krimiliteratur wird ja davon
ausgegangen, dass der Mörder aufgrund seines "Mehrwissens" sich
irgendwo in seinen Aussagen verhedert bzw. einfach Dinge erzählt die
nur der Mörder wissen kann oder aber einfach einige Dinge
unbeabsichtigt am Tatort zurücklässt / verändert, die auf Ihn deuten!
(Ich nenne das einfach mal "Columbo-Phänomen")

Wenn ich jetzt den Mörder aber nur spiele und nicht richtig
Mordgelüste habe bzw. auch keine Leiche wegzuschaffen habe, gehe ich
jetzt einfach mal forsch davon aus, dass ich dann mehr Ruhe und
Gelassenheit habe um alle meine Spuren gründlich zu verwischen bzw.
erst gar keine zu machen!

Beispiel dazu: Nehmen wir einfach mal spaßeshalber an, ich werde an
diesem Wochenende ermordet! Und glaubt mir - ich bin als Leiche ein
ziemlich großer Brocken... ;-) Angenommen mein "Mörder" möchte meine
Leiche nun im nahegelegenen Kochelsee "entsorgen", dann würde er -
wenn er tatsächlich einen echten Mord begehen würde - ein
physikalisches Problem bekommen, da er mich nicht tragen könnte. Also
müsste er mich ziehen, was natürlich Spuren am Boden hinterlassen
würde.

Da er jetzt allerdings ja keine Leiche produziert, weil er den Mord ja
nur spielt (und die Leiche bestenfalls als solche kennzeichnet!), und
damit auch niemand hinter sich herziehen muss, um diesen zu
"entsorgen" hinterläßt er darum auch keine Schleifspuren auf dem Weg
zum See!

Und dadurch fehlen den Ermittlern einige Informationen, wie z.B.
Tatort ist nicht gleich Fundort, Leiche wurde im See entsorgt, Täter
konnte xy kg nicht mehr tragen, welchen Weg nahm der Täter mit der
Leiche, hat er ggf. ein Transportmittel benutzt usw. Alle diese
Informationen sind aber so denke ich wichtig für die Ermittler, damit
diese auch rauskriegen können wer der Täter war!

Na ja langer Rede kurzer Sinn: Ich brauche Tipps wie ich mich am
besten an so ein "freies Rollenspiel" dranmache, damits auch
"spielbar" bleibt! Also bitte haut mir sämtliche Tipps und Kommentare,
die euch einfallen mal so richtig um die Ohren!!!

MfG,
Patrick Bäumel

Daniel Golesny

unread,
Apr 13, 2004, 2:59:46 AM4/13/04
to
Patrick Baeumel wrote:

Du suchst NSC

Nicht-Spieler-Charaktere sind Spieler, die genau das tun,
was du willst. Der Mörder wäre als so ein NSC.
Du sagst ihm, was er genau tun soll und dann macht er das so.

Bei 6 Personen ist das ganze sehr schwer aufzuziehen.

Ich würde bei so einer kleinen Gruppe eher versuchen, jedem
ein Geheimnis und/oder Auftrag zu geben und jeder muss des
anderen Auftrag vereiteln und das Geheimnis rausfinden.

Tschüss
Daniel

Rene Tschirley

unread,
Apr 13, 2004, 6:21:09 AM4/13/04
to
Patrick Baeumel wrote:

> Der Mörder wird danach ausgelost - Und das wäre es dann an
> Vorbereitungen oder Festlegungen!

Was machen denn die umgebrachten Spieler? Ich stelle es mir recht oede
vor, das erste Opfer zu sein und den Rest des Spiels verborgen vor den
Augen der Lebenden, also oben im Dachstuhl fristen zu muessen.

Duerfte ich (als "tot" markiert) unter den Lebenden wandeln und wenigstens
passiv am Geschehenen teilhaben, gaebe es wohl Probleme, wenn der Zweite
oder Dritte sich vom Leben abwenden muss und wir gegen die Versuchung
ankaempfen muessen, zu plaudern, zu scherzen und dumme Kommentare
abzulassen. :-)

Mein Ansatz waere (wie von Daniel bereits angefuehrt), NSC zu verwenden,
wobei den Spielern natuerlich nicht klar ist, wer NSC ist. Der Moerder
muss nicht unbedingt ein NSC sein (wenn er denn fair spielt), aber ein
oder zwei Opfer sollten drin sein, ohne dass irgendwer gefrustet ist. Wenn
ich weiss, wer etwa wann den Loeffel abgibt, kann ich auch besser
Doppelrollen planen und die Spieler der Verstorbenen spaeter neu einsetzen
(freilich scheiden sie dann offensichtlich als Moerder aus).

> wie stelle ich z.B. erwürgen oder erstechen dar, ohne
> meinem Opfer ein Messer zwischen die Rippen zu stoßen bzw. ihm die
> Gurgel wirklich umzudrehen???

Naja, wie waere es mit einem Klebeband, das prinzipiell als
"offensichtliche Verletzung" verwendet wird? Kann man dem Opfer um den
Hals kleben (zur Not selbst machen lassen, damit's nicht zu eng ist) oder
auch verwenden, um zerschnittene Kleidung zu verdeutlichen, durch die
langsam Blut sickert.

> Oder wie stelle ich es am überzeugensten
> dar, jewmand im nahegelegenen Kochelsee zu ersäufen?

Wenn die Spieler nicht anfangen, zu tauchen, sollte das mit der
Darstellung der Leiche kein Problem sein, oder? Wenn man die Leiche nicht
sehen kann, ist die Darstellung immer am Einfachsten :-)

> Wenn ich jetzt den Mörder aber nur spiele und nicht richtig
> Mordgelüste habe bzw. auch keine Leiche wegzuschaffen habe, gehe ich
> jetzt einfach mal forsch davon aus, dass ich dann mehr Ruhe und
> Gelassenheit habe um alle meine Spuren gründlich zu verwischen bzw.
> erst gar keine zu machen!

Das haengt davon ab, wie gut die Spieler spielen. Wenn Du dem Moerder ein
Motiv gibst, wird er es hoffentlich aufnehmen und ausspielen. Es haengt
halt von einer guten Vorgeschichte ab und davon, welches Wissen die
Spieler ueber die gespielten Figuren mitbringen (um es gut spielen zu
koennen).

> Da er jetzt allerdings ja keine Leiche produziert, weil er den Mord ja
> nur spielt (und die Leiche bestenfalls als solche kennzeichnet!), und
> damit auch niemand hinter sich herziehen muss, um diesen zu
> "entsorgen" hinterläßt er darum auch keine Schleifspuren auf dem Weg
> zum See!

Warum dieses? Wenn er Dich ersaeufen will, muss er es gefaelligst auch
ausspielen. Wenn Du dann am Ufer bei 5 Grad Aussentemperatur davon absehen
moechtest, ins Wasser geworfen zu werden, ist das akzeptabel, ebenso wenn
Du statt Beton im Fussbecken nur Gips mit vorher ausgezogenen Schuhen
akzeptieren moechtest, aber so weit zu gehen, wuerde ich doch schon erwarten.

Wer beim Larp einen Verwundeten in Vollplatte wegtragen moechte, sollte
auch gut gefruehstueckt haben und nicht auf Milde des Verletzten
spekulieren. :-D

Ich vermute, mit Vorbereitung, bzw. dem zur Verfuegung stellen solcher
Moeglichkeiten ("ich haette ihm Betonschuhe verpasst, doch habe ich weder
Beton noch ein Plasikbecken gefunden") kannst Du den Spass wesentlich
beeinflussen.

> Und dadurch fehlen den Ermittlern einige Informationen,

Eben! Das sollte schon drin sein!

> Na ja langer Rede kurzer Sinn: Ich brauche Tipps wie ich mich am
> besten an so ein "freies Rollenspiel" dranmache, damits auch
> "spielbar" bleibt!

Hatte Ralf nicht mal bei sowas mitgemacht? Naja, vielleicht kommt ja noch was.


Gruss,
Rene

P.S.: Falls Du NSC suchst und das Haus bis 150km von Berlin entfernt
ist, sag an! :-D

--
Dipl.-Inform. René Tschirley http://www.cs.tu-berlin.de/~pooh
TU Berlin, Computer Graphics and Computer Assisted Medicine research group

Patrick Baeumel

unread,
Apr 13, 2004, 2:17:02 PM4/13/04
to
Rene Tschirley <po...@cs.tu-berlin.de> wrote in message news:<c5geum$bg9$1...@news.cs.tu-berlin.de>...

> Was machen denn die umgebrachten Spieler? Ich stelle es mir recht oede
> vor, das erste Opfer zu sein und den Rest des Spiels verborgen vor den
> Augen der Lebenden, also oben im Dachstuhl fristen zu muessen.
>
> Duerfte ich (als "tot" markiert) unter den Lebenden wandeln und wenigsten
> s
> passiv am Geschehenen teilhaben, gaebe es wohl Probleme, wenn der Zweite
>
> oder Dritte sich vom Leben abwenden muss und wir gegen die Versuchung
> ankaempfen muessen, zu plaudern, zu scherzen und dumme Kommentare
> abzulassen. :-)
>
> Mein Ansatz waere (wie von Daniel bereits angefuehrt), NSC zu verwenden,
>
> wobei den Spielern natuerlich nicht klar ist, wer NSC ist. Der Moerder
> muss nicht unbedingt ein NSC sein (wenn er denn fair spielt), aber ein
> oder zwei Opfer sollten drin sein, ohne dass irgendwer gefrustet ist.

Na also eigentlich brauche ich ja nur 1 Leiche (max. 2 Leichen, wenn
mich der Zimmerkollege(in) [Doppelzimmer!] beim Morden erwischt!) als
Mörder zu produzieren, denn bei 6 Personen (die sich aus der
Ausbildung persönlich kenen!) sollte nicht unbedingt soviel
"Mordpotential" am Platz sein!

Aber das mit den Nicht-Spieler-Charakteren müsst ihr mir nochmals
langsam erklären, damit ich das als absoluter Rollenspiel-Neuling auch
checke!

Wie war das genau gemeint? 2 "Opfer", die eigentlich gar nicht
spielen, sondern steuernd in das Geschehen eingreifen - nach Wunsch
des Spielleiters?

> Wenn
> ich weiss, wer etwa wann den Loeffel abgibt, kann ich auch besser
> Doppelrollen planen und die Spieler der Verstorbenen spaeter neu einsetze
> n
> (freilich scheiden sie dann offensichtlich als Moerder aus).
>

[Kürzung des Posts - *Vielen Dank* für die Tipps!]

> > Wenn ich jetzt den Moerder aber nur spiele und nicht richtig
> > Mordgelueste habe bzw. auch keine Leiche wegzuschaffen habe, gehe ich


> > jetzt einfach mal forsch davon aus, dass ich dann mehr Ruhe und

> > Gelassenheit habe um alle meine Spuren gruendlich zu verwischen bzw.


> > erst gar keine zu machen!
>
> Das haengt davon ab, wie gut die Spieler spielen. Wenn Du dem Moerder ein
>
> Motiv gibst, wird er es hoffentlich aufnehmen und ausspielen. Es haengt
> halt von einer guten Vorgeschichte ab und davon, welches Wissen die
> Spieler ueber die gespielten Figuren mitbringen (um es gut spielen zu
> koennen).
>

Na es war ja eben so gedacht, dass der Mörder sich sein Opfer und sein
Motiv ganz allein sucht!

Und Wissen über sich und die anderen bringen die Spieler einiges mit,
da ja jeder sich selbst in unserer Kursgruppe spielt und sich nur ein
Motiv für die Person aussuchen muss, die er am liebsten schon immer
mal abgemurkst hätte. ;-)


> > Da er jetzt allerdings ja keine Leiche produziert, weil er den Mord ja
> > nur spielt (und die Leiche bestenfalls als solche kennzeichnet!), und
> > damit auch niemand hinter sich herziehen muss, um diesen zu

> > "entsorgen" hinterlaesst er darum auch keine Schleifspuren auf dem W


> eg
> > zum See!
>
> Warum dieses? Wenn er Dich ersaeufen will, muss er es gefaelligst auch
> ausspielen. Wenn Du dann am Ufer bei 5 Grad Aussentemperatur davon absehe
> n
> moechtest, ins Wasser geworfen zu werden, ist das akzeptabel, ebenso wenn
>
> Du statt Beton im Fussbecken nur Gips mit vorher ausgezogenen Schuhen
> akzeptieren moechtest, aber so weit zu gehen, wuerde ich doch schon erwar
> ten.
>
> Wer beim Larp einen Verwundeten in Vollplatte wegtragen moechte, sollte
> auch gut gefruehstueckt haben und nicht auf Milde des Verletzten
> spekulieren. :-D
>

Klar bei Harten Larp-Spielr kann ich das glauben ;-) Und zur Not würde
ICH mich sogar "angipsen" lassen, um stilecht zu ersaufen!

Dennoch sehe ich mich als kleiner Bankkaufmanns-Azubi ausser Stande
die mitfahrenden 2 weiblichen Azubienen davon zu überzeugen sich doch
Betonschuhe anpassen zu lassen, um die Reality zu stärken - weil wenn
ich denen das so vorschlage, dann kannst du dir bildlich ausmalen, wer
im Kochelsee landet (wahrscheinlich sogar mit Betonschuhen!!!) ;-)

> Ich vermute, mit Vorbereitung, bzw. dem zur Verfuegung stellen solcher
> Moeglichkeiten ("ich haette ihm Betonschuhe verpasst, doch habe ich weder
>
> Beton noch ein Plasikbecken gefunden") kannst Du den Spass wesentlich
> beeinflussen.
>
> > Und dadurch fehlen den Ermittlern einige Informationen,
>
> Eben! Das sollte schon drin sein!
>

Na ja, wenn zu viele Infos über den Mord bzw. zu viele Spuren fehlen,
dann können wir als "Hobbyermittler" auch nicht herausfinden, wer der
Täter war!!

> > Na ja langer Rede kurzer Sinn: Ich brauche Tipps wie ich mich am
> > besten an so ein "freies Rollenspiel" dranmache, damits auch
> > "spielbar" bleibt!
>
> Hatte Ralf nicht mal bei sowas mitgemacht? Naja, vielleicht kommt ja noch
> was.
>
>
> Gruss,
> Rene
>
> P.S.: Falls Du NSC suchst und das Haus bis 150km von Berlin entfernt
> ist, sag an! :-D

Weiß jetzt nicht wie weit es nach Bayern ist - aber das Ferienhaus
läge in der Ortschaft Schlehdorf (in der Nähe von Bad Tölz - wiederum
kurz hinter München!)

MfG,
Patrick

Daniel Golesny

unread,
Apr 14, 2004, 2:46:38 AM4/14/04
to
Patrick Baeumel wrote:
> Rene Tschirley <po...@cs.tu-berlin.de> wrote in message news:<c5geum$bg9$1...@news.cs.tu-berlin.de>...

> Na ja, wenn zu viele Infos über den Mord bzw. zu viele Spuren fehlen,


> dann können wir als "Hobbyermittler" auch nicht herausfinden, wer der
> Täter war!!

Eben, und deswegen überlass nichts den Spielern!
Plane, Ueberlege vorher alles sehr genau.
Du kannst fest davon ausgehen, dass derjenige zuwenig oder viel zu viele
Informationen hinterlaesst.

Ich wuerde es nicht mit Leichen machen, sondern jedem ein Geheimnis
geben. Wie das genau abgehen soll, weiss ich nicht.

Aber verabschiede dich von der Vorstellung, dass es so klappt wie im Film.

Tschuess
Daniel

Ralf Huels

unread,
Apr 14, 2004, 5:45:55 PM4/14/04
to
Patrick Baeumel <pat...@baeumel.com> schrieb:

> Aber das mit den Nicht-Spieler-Charakteren müsst ihr mir nochmals
> langsam erklären, damit ich das als absoluter Rollenspiel-Neuling auch
> checke!

NSC ist Rollenspieler-Slang für einen Charakter im Spiel, der von der
Spielleitung gesteuert wird.

In den klassischen Fantasy-Rollenspielen wie Dungeons und Dragons, die am
heimischen Tisch gespielt werden gibt es meist die Abenteurer, die jeder
einzeln von einem Spieler verkörpert werden (daher Spieler-Charaktere) und
die gesamten Widersacher und neutralen Informanten, die allesamt von einem
allwissenden Spielleiter verkörpert waren, der alleine die Grundzüge des
Abenteuers, das alle gemeinsam erleben werden kennt. Weil eben diese Figuren
vom Spielleiter und nicht von Spielern gespielt werden, heißen sie
Nicht-Spieler-Charaktere.

Das hat sich auch ins Live-Rollenspiel übertragen und ist ggf. auch für Dein
Krimispiel sinnvoll.



> Wie war das genau gemeint? 2 "Opfer", die eigentlich gar nicht
> spielen, sondern steuernd in das Geschehen eingreifen - nach Wunsch
> des Spielleiters?

Sie spielen schon. Sie dürfen aber im Gegensatz zu den anderen Mitspielern
nur begrenzt frei agieren sondern bekommen eine Handlungsvorschrift von Dir.
Gewissermaßen ein grobes Drehbuch. Die kann mehr oder weniger detailliert
sein, je nachdem was Du brauchst, um Deine Geschichte zu transportieren.
Es kann ausreichen, ihnen zu sagen, daß A bitte um 21:15 B erschießt, oder
Du kannst ihnen bestimmte Requisiten oder gar ganze Dialogfetzen vorgeben,
die sie zu passender Zeit den SC vorspielen und auf die diese dann reagieren
können.

Ich hoffe, das Prinzip wird etwas klarer.

Tschüß,
Ralf

--
Ralf Hüls | The only way to get rid of a
spa...@strg-alt-entf.org | temptation is to yield to it.
|
http://www.teleute.ping.de/ | Oscar Wilde

Ralf Huels

unread,
Apr 14, 2004, 6:12:58 PM4/14/04
to
Rene Tschirley <po...@cs.tu-berlin.de> schrieb:

> > Na ja langer Rede kurzer Sinn: Ich brauche Tipps wie ich mich am
> > besten an so ein "freies Rollenspiel" dranmache, damits auch
> > "spielbar" bleibt!
>
> Hatte Ralf nicht mal bei sowas mitgemacht?

Wer? Ich? Äääh. Nee, nicht, daß ich wüßte.

Tom Gudella

unread,
Apr 30, 2004, 12:07:30 PM4/30/04
to Patrick Baeumel
Hallo Patrick, hallo NG,

Ich habe selbst vor kurzem so ein Kriminal-Spiel organisiert - hat auch
ganz gut geklappt (für meinen ersten Versuch) und alle hatten mächtig
Spaß. Es ist vielleicht nicht exakt das selbe, wie du es dir vorstellst,
aber entscheide selbst...

Wir waren zu zehnt; 9 Spieler + ich als Spielleiter.
Der Trick war, eine weitere -fiktive- Person (Dr. Grasbeiß :-) zu dem
Abend einzuladen, die natürlich das Opfer war. So musste keiner der
Spieler als Leiche herhalten.
Des weiteren habe ich jedem Spieler ein Motiv verpasst; sprich jeder
kannte Dr. Grasbeiß und hatte einen Grund für einen Mord (Schulden,
Eifersucht, Rache, Neid, das übliche eben).

Einen einzigen der Spieler hatte ich zuvor (in Rücksprache) als Mörder
auserwählt. Ihm gab ich die Info, wie er den Mord verüben wird und
welche Beweise er verschwinden lassen muss. Hier der Originaltext von
damals:
"Spieler-Sicht: Auf der Party hast du meistens die Eingangtür im Auge.
Sobald Dr. Grasbeiß vom Buttler hereingelassen wird, fängst du ihn ab
und verwickelst ihn in ein gelangloses Gespräch. Dann betäubst du ihn
mit einem Chloroformgetränkten Taschentuch und stößt ihn die
Kellertreppe herunter, in der Hoffnung, dass er sich das Genick bricht
und es wie ein Unfall aussieht. Doch er lebt noch. In deiner Panik
rennst du in die Küche, holst ein großes Messer und erstichst ihn."

Das auszuspielen, wäre natürlich zu auffällig gewesen, also:
"Spielleiter-Sicht: Die Tat selbst musst du nicht nachspielen; wäre auch
kaum möglich, ohne gesehen zu werden. Du musst - auf mein Zeichen - dann
nur so tun, als hättest du den Mord gerade verübt. Einziges Beweisstück
ist das Chloroform-Fläschchen ("CHCl3") und das Taschentuch, das du
verschwinden lassen solltest. Aber wie wäre es damit, diese Dinge bei
einem der anderen Gäste zu deponieren, um von dir abzulenken?"

Als alle Spieler anwesend waren, bin ich in den Keller, habe die Leiche
zusammengebaut (bemalte Luftballons in Kleidung - sah echt komisch aus)
und dann das geheime Zeichen gegeben.
Es hat dann auch nicht lange gedauert, bis die Leiche gefunden wurde,
und dann ging das gegenseitige Beschuldigen los :-)

Dazu hatte ich jedem Spieler auch Hintergrundwissen über jeweils 2-3
andere Spieler gegeben. Meistens 'wahre' Infos (aus denen sich auf ein
Motiv schließen ließ), aber auch völliger Nonsens. Ziel war es, dass die
Spieler im Gespräch ihre Infos zusammentrugen, um sich gegenseitig zu
beschuldigen. Dabei hätte jeder Spieler auch noch erfundene Behauptungen
einstreuen können (wäre ihnen freigestanden) aber auch ohne das hatte
ich mächtigen Spaß beim Beobachten der Szenerie :-)


Wer Fragen hat, einfach mailen...

Gruß, Tom.

--
this email address is valid only till the first ubm arrives - sorry

Patrick Baeumel

unread,
May 1, 2004, 9:33:06 PM5/1/04
to
Hallo NG,

vielen Dank für eure zahlreichen Zuschriften und Tipps - im Moment
stecke ich im Entwurf der Geschichte wohl etwas fest, weshalb mir die
folgende Idee kam:

Warum richte ich nicht auf meiner Homepage ein Forum ein und
interessierte Hobbyschriftsteller und geübte Rollenspieler die Lust,
Zeit, Fantasie und "kriminelle Energien" haben, werkeln gemeinsam an
dieser Story und an diesem Krimiweekend - nach dem Motto: "Zusammen
sieht man mehr Fehler" bzw. "Zusammen weiß man mehr"!

Deshalb mein Aufruf an alle die Lust, Zeit und genügend krimminelle
Energie haben - schreibt doch einfach mit an diesem CrimeWeekend.

Nähere Infos und Foren-Anmeldung auf http://krimispiel.baeumel.com

Meine ausführlichere Begründung zu diesem "Community-Crime-Projekt"
nachzulesen unter http://krimispiel.baeumel.com/viewtopic.php?t=2

In der Hoffnung, dass jemand mitschreiben will verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen und bestem Dank,

Patrick "CrimeChief" Bäumel

Daniela Nicklas

unread,
May 3, 2004, 4:46:24 AM5/3/04
to
moin!

Am 30.4.2004 schrieb Tom Gudella:

>Ziel war es, dass die Spieler im Gespräch ihre Infos zusammentrugen,
>um sich gegenseitig zu beschuldigen. Dabei hätte jeder Spieler auch
>noch erfundene Behauptungen einstreuen können (wäre ihnen
>freigestanden) aber auch ohne das hatte ich mächtigen Spaß beim
>Beobachten der Szenerie :-)
>
>Wer Fragen hat, einfach mailen...

Darf ich auch posten? ;-)

Hast du Lust, noch etwas darüber zu erzählen, wie es dann lief? Dass
alle mächtig Spass hatten, kommt aus deinem Artikel ja schon rüber,
aber wie konkret?

Haben sie sich so verhalten, wie du es gedacht hattest?
Musstest du viel improviesieren?
Hattest du einen Zeitplan, und wenn ja, wie gut stimmte er mit der
Realität überein?
Kam es zu Mörder/Detektiv-Konflikten, und wenn ja, wie wurden die
gelöst?


Wäre interessant...


Viele Gruesse, !:Daniela

--
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r! va2t1 XDPSIPAF3M3 iKfQd lpEsM

Tom Gudella

unread,
May 3, 2004, 7:06:17 AM5/3/04
to
Hallo Daniela,

>>Wer Fragen hat, einfach mailen...
> Darf ich auch posten? ;-)

Sicher, nur dass ich News lange nicht so regelmäßig lese, wie Mails...

> Hast du Lust, noch etwas darüber zu erzählen, wie es dann lief? Dass
> alle mächtig Spass hatten, kommt aus deinem Artikel ja schon rüber,
> aber wie konkret?

Ok, es kam dem Abend natürlich zugute, dass die meisten Teilnehmer eh
Rollenspieler sind, und schon wussten, was von ihnen erwartet wurde :)
Und kaum, dass die Leiche entdeckt wurde, gingen auch schon die ersten
Spekulationen los. "Hat sich hier jemand hereingeschlichen?" Daraufhin
wurden alle Zimmer durchsucht, ohne einen Einbrecher (oder was auch
immer) zu finden. Dann: "Also muss einer von uns Anwesenden der Mörder
sein." "Oder auch mehrere!" Wir hatten auch drei Pärchen dabei...
Und dann gingen die Beschuldigungen erst richtig los.
"Ich hab dich doch öfters mit Dr. Grasbeiß gesehen - hattet ihr ein
Verhältnis?" - "Was? Nein, nie..."
"Ich hörte, Dr. Grasbeiß hat deinen Lieblingshund überfahren..." - "Aber
ich habe doch gar keinen Hund..."
"Schuldest du Dr. Grasbeiß nicht noch einen Haufen Geld?" - "Ja, aber..."
usw.

Das Spiel war von Anfang an als Selbstläufer konzipiert und die Spieler
hatten gerade soviele Infos, dass sie sich alles andere zusammenreimen
kommten. So hatte ich als SL während des Spiels nicht viel zu tun. Ich
habe die Rolle des Butlers übernommen (nein, der Butler war NICHT der
Mörder) und war stiller Beobachter.

Irgendjemand hat dann auch beherzt das Messer aus der Leiche gezogen
(Küchenmesser in Kunstblut, lecker). Anfangs noch mit Taschentuch, um
keine Spuren zu verwischen, aber später dann ohne. Derjenige wurde dann
prompt beschuldigt, absichtlich 'unabsichtlich' seine Fingerabdrücke auf
der Mordwaffe hinterlassen zu haben.

Dann wurde die Leiche (in bester Hack&Slay Manier) durchsucht. Und alle
haben sich gewundert, dass die Leiche nicht mal Ausweis/Geldbörse dabei
hatte (ok, das war mein SL-Fehler). Aber den abgerissenen Teil eines
chloroform-getränkten Stofftaschentuchs, der sich in der Hand des Opfers
befand, haben sie erst beim vierten Durchsuchen (durch heftigen
Zwinkeranfall des Butlers initiiert) gefunden...

Als erstes hatte die Lebensgefährtin des Mörders ihn durchschaut, und in
einem 4-Augen-Gespräch (+2 Butleraugen) angesprochen. Danach hat sie
mitgeholfen, ihn zu decken und immer wieder erfolgreich von ihren
eigenen Motiven abgelenkt.

Nach ca. 3h Debattieren waren dann alle Motive offengelegt, und es
pendelte sich ein Hinundher zwischen zwei Fraktionen ein. Also
eigentlich ein Patt. Aber da der Mörder-Spieler den übrigen noch eine
Chance geben wollte, hat er freiwillig noch einen Hinweis gegeben (von
dem fast niemand notiz genommen hätte).


Wer sich das antun will: Bilder (noch völlig ungeordnet) gibt's unter
http://gudella.de/bilder/krimi/

Gruß, Tom.

--
This email address is valid only till the first ubm arrives...

Daniela Nicklas

unread,
May 3, 2004, 7:56:57 AM5/3/04
to
moin!

Am 3.5.2004 schrieb Tom Gudella:

> > Darf ich auch posten? ;-)
>
>Sicher, nur dass ich News lange nicht so regelmäßig lese, wie Mails...

Macht ja nichts - die Frage wird ja nicht schlecht. Und so haben alle
was von der Antwort :)

[Ausführliche Beschreibung]

Klasse, vielen Dank.

>Das Spiel war von Anfang an als Selbstläufer konzipiert und die Spieler
>hatten gerade soviele Infos, dass sie sich alles andere zusammenreimen
>kommten. So hatte ich als SL während des Spiels nicht viel zu tun. Ich
>habe die Rolle des Butlers übernommen (nein, der Butler war NICHT der
>Mörder) und war stiller Beobachter.

Das ist natürlich ideal.

>Wer sich das antun will: Bilder (noch völlig ungeordnet) gibt's unter
>http://gudella.de/bilder/krimi/

Die Leiche sieht ja echt lustig aus :-) Und die Häppchen, lecker...

Liebe Gruesse, Daniela

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