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Bier in Frankreich: Keine Literflaschen mehr?

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Benedikt Hotze

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Feb 8, 2012, 10:05:49 AM2/8/12
to
Frankreich und Bier - das sind seit jeher zwei Welten, die nicht so ganz
zusammenpassen. Bier in .fr ist dünn, teuer und wird in winzigen
Flaschen verkauft - so kenne ich es jedenfalls noch aus den
achtziger/neunziger Jahren. Doch damals gab es immerhin die üblichen
nationalen Sorten wie Kanterbräu, Kronenbourg oder "33" auch in
Literflaschen.

Als ich zuletzt in Paris war, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus:
Im gutsortierten Supermarkt waren fast nur noch teure und ganz teure
Sondersorten wie Starkbier, Trappistenbier oder aromatisiertes Bier zu
sehen. Selbst Standardmarken wurden nur in Gebinden mit
0,25-Einwegflaschen abgegeben. Eine neue Flaschengröße für Luxusbiere
von 0,65 war aufgekommen, doch die gewohnte Literflache war nirgends zu
sehen.

Gibt es die in Frankreich noch? Eine Warenliste einer Supermarktkette
führt alles mögliche auf, nur keine Litergebinde:

http://www.carrefour.fr/portal/site/carrefour/recherche?crCategorie=CDIR
ECTENLIGNE&crText=bi%C3%A8re&crPage=1&crNav=1

Hat jemand mit Frankreich-Erfahrung hierzu sachdienliche Hinweise?

Benedikt

X-Post und fup2

Martin Hoffmann

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Feb 8, 2012, 12:39:50 PM2/8/12
to
Benedikt Hotze wrote:
> Frankreich und Bier - das sind seit jeher zwei Welten, die nicht so ganz
> zusammenpassen.

Das ist, wie die meisten Verallgemeinerungen, so nicht richtig. Der
Norden, insbesondere die Bretagne, sind traditionell eher Bier- den
Weingegenden. Das gestiegene Interesse an "richtigem" Bier spürt man
naturgemäss gerade in Frankreich.

Gruss,
Mar"Ja, das hilft mit der Frage eher nicht weiter"tin

Matthias Kohrs

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Feb 8, 2012, 1:22:48 PM2/8/12
to
Am 08.02.2012 16:05, schrieb Benedikt Hotze:

> Gibt es die in Frankreich noch? Eine Warenliste einer Supermarktkette
> führt alles mögliche auf, nur keine Litergebinde:

Ich habe auch nichts derartiges gesehen letzten Sommer. Halt, doch, Faxe
extra strong gab es in den üblichen Literdosen. Konnte man wider
erwarten sogar trinken. Die Reste vom "Amsterdam" haben wir aber
entsorgt... dann doch lieber 1664.

Aber reden wir lieber von richtigem Bier: leicht belustigt (das ist auch
selten daß Bier lustig macht bevor man es trinkt) habe ich neulich zur
Kenntnis genommen daß ein echt tschechischer Sixpack Staropramen
angeboten wurde: 6x1,5l.

F'up wieder zu den Getränken wg. zu wenig Reiserelevanz. Oder?

CYA! Matthias

Wolfgang May

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Feb 8, 2012, 2:13:46 PM2/8/12
to
Martin Hoffmann <hnu.s...@nvnc.de> wrote:
> Benedikt Hotze wrote:
> > Frankreich und Bier - das sind seit jeher zwei Welten, die nicht so ganz
> > zusammenpassen.
>
> Das ist, wie die meisten Verallgemeinerungen, so nicht richtig. Der
> Norden, insbesondere die Bretagne, sind traditionell eher Bier- den
> Weingegenden.

Aber im Norden doch eher belgisches.

In StMalo (Bretagne) gabs/gibts eine Kneipe mit hunderten von
Bieren. Tannezaepfle hatten sie aber keins.

Wolfgang
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Martin Hoffmann

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Feb 8, 2012, 2:24:40 PM2/8/12
to
Wolfgang May wrote:
> Martin Hoffmann <hnu.s...@nvnc.de> wrote:
>> Benedikt Hotze wrote:
>> > Frankreich und Bier - das sind seit jeher zwei Welten, die nicht so ganz
>> > zusammenpassen.
>>
>> Das ist, wie die meisten Verallgemeinerungen, so nicht richtig. Der
>> Norden, insbesondere die Bretagne, sind traditionell eher Bier- den
>> Weingegenden.
>
> Aber im Norden doch eher belgisches.

Auf der Ostseite sicher. In der Bretagne pflegt man einen eigenen Stil,
der dem englischen Ale recht nahe ist.

> In StMalo (Bretagne) gabs/gibts eine Kneipe mit hunderten von
> Bieren. Tannezaepfle hatten sie aber keins.

Das trinkt man ja auch in Baden. Für Bier gilt: am besten lokal.

Gruss,
Martin

Stephan Robotta

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Feb 8, 2012, 4:32:32 PM2/8/12
to
In de.rec.reisen.misc Benedikt Hotze <bene...@gmx.net> wrote:
>
> Als ich zuletzt in Paris war, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus:
> Im gutsortierten Supermarkt waren fast nur noch teure und ganz teure
> Sondersorten wie Starkbier, Trappistenbier oder aromatisiertes Bier zu
> sehen. Selbst Standardmarken wurden nur in Gebinden mit
> 0,25-Einwegflaschen abgegeben. Eine neue Flaschengröße für Luxusbiere
> von 0,65 war aufgekommen, doch die gewohnte Literflache war nirgends zu
> sehen.
Paris ist sicher nicht der Maßstab für ganz Frankreich.

> Hat jemand mit Frankreich-Erfahrung hierzu sachdienliche Hinweise?
Die 0,65l Flaschen kenn ich aus dem Supermarkt in Italien. Neben den
einheimischen Sorten, bevorzugt aus Südtirol gibts auch Heinecken und
Kronenbourg in diesen Flaschen.
In Frankreich hab ich die 2 Bierflaschen in den kleinen Supermärkten nicht
gefunden. Da muß man immer erst an den meterlangen Weinregalen vorbei, wo
ich mich dann bereits bedient hatte.

Stephan
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Frank Hucklenbroich

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Feb 9, 2012, 2:57:50 AM2/9/12
to
Am Thu, 09 Feb 2012 07:40:32 +0100 schrieb Henning Weede:

> Literflaschen für Bier finde ich sowieso überall sehr ungewöhnlich.

Das gibt es in vielen Ländern außerhalb Europas. In China ist 1 Liter
Standard, in Indien und einigen Ländern Afrikas auch.

> Als ich klein war gab es in Spanien die Xibeca (nicht ganz 1 l),
> in Brasilien kennt man den Choppe (ca. 0.6 l).

Aus Venezuela kenne ich noch die "Polarcitas", das sind Mini-Flaschen zu
0,2 Liter. Hat den Vorteil, daß man die ausgetrunken hat bevor sie warm
werden.

Und in der Schweiz gab es bis vor ein paar Jahren auch ungewöhnliche
Flaschengrößen, die hatten 0,65 glaube ich.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

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Feb 9, 2012, 3:01:01 AM2/9/12
to
Am Thu, 9 Feb 2012 00:40:04 +0100 schrieb Benedikt Hotze:

> Kronenbourg ist eine Marke aus dem Elsass.

Ja, da muß man schwer aufpassen. Ich habe mir an Bord eine Air
France-Maschine mal ein Bier bestellt und bekamen Kronenbourg. Als ich
meinte "Ah, französisches Bier", zischte mir meine Sitznachbarin ein böses
"Nicht französisch, das kommt aus dem Elsaß!" entgegen. Sie kam auch aus
dem Elsaß und bei solchen Dingen versteht der Elsässer keinen Spaß ;-)

Grüße,

Frank

Karsten Roch

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Feb 9, 2012, 3:56:50 AM2/9/12
to
Am 09.02.2012 00:40, schrieb Benedikt Hotze:
> Stephan Robotta<rob...@gmx.net> wrote:
>
>> Die 0,65l Flaschen kenn ich aus dem Supermarkt in Italien.
>
> Das stimmt, 0,66 ist eine übliche Gebindegröße in Italien.
>
>> Neben den einheimischen Sorten, bevorzugt aus Südtirol gibts auch
>> Heinecken und Kronenbourg in diesen Flaschen.
>
> Forst ist eine Marke aus Südtirol. Heineken (sic!) ist eine Marke aus
> den Niederlanden. Kronenbourg ist eine Marke aus dem Elsass.
>

Kronenbourg und Heineken gehören beide zur Carlsberg Gruppe.
Dort kommt mittlerweile auch das Kantherbräu her. Muss man alles nicht
haben. Nur mit viel Glück findet man in Frankreich eine kleine
Lokalbrauerei, die etwas trinkbares unter der Bezeichnung Bier
vertreibt. Chaumont'Oise wäre dafür ein Beispiel. Im Norden Frankreich
finden sich auch vereinzelte Pubs, die geniessbares Bier ausschenken
(z.B Les Freres Berthome in Chaumont, Metz oder Nancy)
Ansonsten ist man in Frankreich mit Wein und Champagner definitiv besser
bedient, als mit dem angebotenen Biermischgetränken a la 1684,
Kronenbourg, Stella und Co...

Cordialement
Karsten

Horst Kolb

unread,
Feb 9, 2012, 12:24:45 PM2/9/12
to
Am 08.02.2012 22:32, schrieb Stephan Robotta:
>
> In Frankreich hab ich die 2 Bierflaschen in den kleinen Supermärkten nicht
> gefunden. Da muß man immer erst an den meterlangen Weinregalen vorbei, wo
> ich mich dann bereits bedient hatte.
>
> Stephan

Hallo,

das ist richtig. Je größer der Supermarkt, desto größer das Bierregal.
Deswegen haben die Franzosen auch den Hypermarché erfunden.

!l-Flaschen für richtiges Bier waren nach meiner Erfahrung schon in den
70er Jahren die Ausnahme. Mit der Ausnahme von der Ausnahme Bretagne,
die etwas in 1l-Flaschen verkaufte, das Bier sein sollte, ich aber nicht
als solches erkannt habe.

Bei meinem letzten Urlaub in der Bretagne 2008 waren wir schon froh,
0,33l-Flaschen zu finden. 0,25l erschien eher die Regel als die
Ausnahme. Dafür gibt es jetzt viel mehr Altglascontainer als früher.

Grüße
Horst


Martin Hoffmann

unread,
Feb 9, 2012, 12:26:16 PM2/9/12
to
Karsten Roch wrote:
> Am 09.02.2012 00:40, schrieb Benedikt Hotze:
>> Stephan Robotta<rob...@gmx.net> wrote:
>>
>>> Die 0,65l Flaschen kenn ich aus dem Supermarkt in Italien.
>>
>> Das stimmt, 0,66 ist eine übliche Gebindegröße in Italien.
>>
>>> Neben den einheimischen Sorten, bevorzugt aus Südtirol gibts auch
>>> Heinecken und Kronenbourg in diesen Flaschen.
>>
>> Forst ist eine Marke aus Südtirol. Heineken (sic!) ist eine Marke aus
>> den Niederlanden. Kronenbourg ist eine Marke aus dem Elsass.
>>
>
> Kronenbourg und Heineken gehören beide zur Carlsberg Gruppe.

Kronenbourg gehört in der Tat zu Carlsberg, Heineken ist aber nach wie
vor unabhängig und vielmehr grösser als Carlsberg.

Wäre dem nicht so, wäre der Biermarkt in der Schweiz noch
fürchterlicher, den teilen sich effektiv nämlich Carlsberg
(Feldschlösschen) und Heiniken.

Gruss,
Martin

Martin Hoffmann

unread,
Feb 9, 2012, 12:28:11 PM2/9/12
to
Frank Hucklenbroich wrote:
> Am Thu, 09 Feb 2012 07:40:32 +0100 schrieb Henning Weede:
>
>> Literflaschen für Bier finde ich sowieso überall sehr ungewöhnlich.
>
> Das gibt es in vielen Ländern außerhalb Europas. In China ist 1 Liter
> Standard, in Indien und einigen Ländern Afrikas auch.

In Norwegen gibt es Bier in Anderthalbliter-Kunststoffflaschen, die
Fantaflaschen nicht unähnlichen sehen. Sehr gewöhnungsbedürftig.

Gruss,
Martin
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Stephan Robotta

unread,
Feb 11, 2012, 10:17:20 AM2/11/12
to
Horst Kolb <Horst...@gmx.de> wrote:
>
> [Frankreich]
> das ist richtig. Je größer der Supermarkt, desto größer das Bierregal.
> Deswegen haben die Franzosen auch den Hypermarché erfunden.

Klar, in den großen Supermärkten gab dann schon mehrere Biersorten. Ich hab
mich trotzdem in diesem Fall den Landessitten angepaßt und mehr Wein
konsumiert.

Stephan

Stephan Robotta

unread,
Feb 11, 2012, 10:20:27 AM2/11/12
to
Benedikt Hotze <bene...@gmx.net> wrote:
>
> Forst ist eine Marke aus Südtirol. Heineken (sic!) ist eine Marke aus
> den Niederlanden. Kronenbourg ist eine Marke aus dem Elsass.

Birra Moretti hatten sie da haufenweise. An Fort kann ich mich erinnern,
haben wir aber kaum gekauft. Heinecken wollt ich sowieso nicht und
Kronenbourg war mal ne nette Abwechslung.

Stephan

Boris Gerlach

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Feb 12, 2012, 1:08:02 AM2/12/12
to
Bei der Ploerre haette ich jetzt gedacht es waere ein Franzose
gewesen, der mit dem Mistbier nichts zu tun haben wollte.

Eine Schande und nur mit Picon trinkbar.
Ausserdem gehoerts schon lange zu Heinecken und der Alk Gehalt ist grade
mal noch irgendwas knapp ueber 4 %.

Oercks.
BGE
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Lothar Frings

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Feb 14, 2012, 5:02:22 AM2/14/12
to
Frank Hucklenbroich tat kund:

> Ich habe mir an Bord eine Air
> France-Maschine mal ein Bier bestellt und bekamen Kronenbourg. Als ich
> meinte "Ah, französisches Bier", zischte mir meine Sitznachbarin ein böses
> "Nicht französisch, das kommt aus dem Elsaß!" entgegen. Sie kam auch aus
> dem Elsaß und bei solchen Dingen versteht der Elsässer keinen Spaß ;-)

Die sollen sich mal nicht so haben.
Ich kann mir die Verhandlungen schon vorstellen:
"Na gut, wir nehmen das Saarland,
dafür müßt ihr aber das Elsaß nehmen."

Wolfgang May

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Feb 14, 2012, 5:16:29 AM2/14/12
to
Und auch dabei hat Deutschland den kuerzeren (=das Saarland) gezogen.

Wolfgang

Gerhard Hoffmann

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Feb 26, 2012, 5:22:40 PM2/26/12
to
On 02/14/2012 11:16 AM, Wolfgang May wrote:
> Lothar Frings<Lothar...@gmx.de> wrote:

>> Die sollen sich mal nicht so haben.
>> Ich kann mir die Verhandlungen schon vorstellen:
>> "Na gut, wir nehmen das Saarland,
>> dafür müßt ihr aber das Elsaß nehmen."
>
> Und auch dabei hat Deutschland den kuerzeren (=das Saarland) gezogen.

Du machst dich gerade verschärft unbeliebt.
Und bei Karlsberg mit K gegen Kronenbourg ist die Wahl wohl klar.

Und weil wir in de.rec.reisen.misc sind:
In Nepal sind die 0.65l-Flaschen auch die Norm.
Es gibt durchaus trinkbare Sorten, es ist steril und unbedenklich
in Bezug auf Shivas Rache.

Gruß, Gerhard,

(St.Wendel, Saar)

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