wie heißt eigentlich dieses Nupsi, das in die Flamme ragt und bei Erlöschen
die Gaszufuhr abschaltet? Und noch wichtiger: welches Funktionsprinzip
steckt dahinter? Mangels geeigneter Suchbegriffe konnte mir das Internet
bisher nicht weiter helfen.
Hintergrund ist, dass im (leider) vergangenen Urlaub zwei Nupsis
unzuverlässig funktionierten: Beim Starten des Kühlschranks auf Gas ging
die Flamme auch nach einer Minute Drücken wieder aus, und eine der drei
Herdstellen konnte, wenn überhaupt, nur durch das vom Vermieter telefonisch
empfohlene Nupsi-Anklopfen hin und wieder zur Mitarbeit überredet werden.
Der Vermieter nannte das Ding "Bimetall-Kontakt", gab aber zu, auch nichts
genaues darüber zu wissen. Etwas elektrisches schließe ich aus, der Gasherd
hat ja keinen Stromanschluss und auch am Kühlschrank kommt nur der
Zündfunke an.
Das Nupsi ist ja eigentlich das Ende eines dünnen Röhrchens. Vorstellen
kann ich mir, dass sich ein Gas oder eine Flüsigkeit im Innern bei
Erwärmung ausdehnt oder ein innen befindlicher Draht bewegt wird.
Danke für die Aufklärung,
-Michael
"Michael Winter" <delph...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:vi4n91yj...@news.michawinter.de...
> Der Vermieter nannte das Ding "Bimetall-Kontakt",
Da hat er recht,
> gab aber zu, auch nichts genaues darüber zu wissen.
Mir geht's ähnlich. Ich weiß nur soviel, daß wenn dieser Bimetall Kontakt
warm wird, dann öffnet er die Gaszufuhr. Darum muß man ja auch immer den
Gasschalter/regler noch etwas gedrückt halten, um die Gaszufuhr manuell zu
öffnen. Wenn der Kontakt dann warm genug ist, öffnet er die Zufuhr
automatisch. Erlischt die Flamme, bleibt die Gaszufuhr noch eine gewisse
Zeit geöffnet, bis der Bimetall-Kontakt wieder kalt genug ist. Dann schließ
er die Gaszufuhr wieder automatisch.
Mehr weiß ich darüber auch nicht. Aber der Campingfachhändler resp. WoMo
bzw. WoWa Händler sollte Dir mehr darüber erzählen können.
Ciao
Gerhard
--
Die Hausfrau rät:
Fettflecken werden wie neu,wenn man sie
von Zeit zu Zeit mit etwas Oel bestreicht.
Homepage: www.Kites-and-Boats.de
Neues Update: 24.04.05
Gerhard Eisele schrieb:
> > Der Vermieter nannte das Ding "Bimetall-Kontakt",
> Da hat er recht,
Wenngleich mir persönlich das (oder _der_?) *Nupsi* schon sehr viel besser
gefällt. :-))
lg
Klaus
Es handelt sich dabei um ein "Thermoelement". Dieses erzeugt beim
Erhitzen eine elektrische Spannung, die dann die Gaszufuhr freigibt.
Das ganze System nennt sich "Zündsicherung" und arbeitet tatsächlich
elektrisch, auch wenn kein Stromanschluss vorhanden ist. Die Thermo-
spannung reicht aus. (Ein richtiger Bimetall-Kontakt verbiegt sich
mechanisch bei Temperaturänderungen.)
Wenn die Zündsicherung nicht funktioniert, kann das z.B. daran liegen,
dass das Thermoelement zu weit von der Flamme entfernt ist und deshalb
nicht heiß genug wird. Oder es ist verdreckt. Oder es ist komplett
defekt. Oder der Gashahn am anderen Ende der Leitung ist defekt.
>
>>gab aber zu, auch nichts genaues darüber zu wissen.
>
Da hat er wenigstens Recht! ;-)
MfG
ebenfalls Gerhard
> wie heißt eigentlich dieses Nupsi, das in die Flamme ragt und bei
> Erlöschen die Gaszufuhr abschaltet? Und noch wichtiger: welches
> Funktionsprinzip steckt dahinter? Mangels geeigneter Suchbegriffe
> konnte mir das Internet bisher nicht weiter helfen.
Offiziell wird das Ding meist "Zündsicherung" genannt.
> Der Vermieter nannte das Ding "Bimetall-Kontakt", gab aber zu, auch
> nichts genaues darüber zu wissen. Etwas elektrisches schließe ich
> aus, der Gasherd hat ja keinen Stromanschluss und auch am
> Kühlschrank kommt nur der Zündfunke an.
Du wirst staunen - es funktioniert elektrisch :-)
Kern des Systems ist ein Thermoelement, das im Prinzip aus zwei Drähten
unterschiedlichen Materials besteht, die am Ende miteinander verschweißt
sind. Wird diese Schweißstelle erhitzt, entsteht tatsächlich eine
Spannung. Sie ist zwar nicht sonderlich hoch (nur einige Millivolt),
aber ist in diesem Fall hoch genug, um eine kleine Magnetspule zu
betreiben.
> Das Nupsi ist ja eigentlich das Ende eines dünnen Röhrchens.
> Vorstellen kann ich mir, dass sich ein Gas oder eine Flüsigkeit im
> Innern bei Erwärmung ausdehnt oder ein innen befindlicher Draht
> bewegt wird.
Das Röhrchen ist der eine "Draht" dieses Thermoelements, der andere ist
innen drin. Am anderen Ende, also im Regler, sitzt die Spule eines
kleinen Elektromagneten, mit dessen Anker das Absperrventil verbunden
ist. In Ruhestellung wird er durch eine kleine Feder in Richtung "zu"
gedrückt. Durch das Eindrücken des Drehknopfes wird der Anker in
Richtung Spule verschoben und damit das Ventil geöffnet. Wenn die Flamme
brennt, fließt durch die Spule ein Strom, der Anker wird in Stellung
"offen" festgehalten, und du kannst den Drehknopf loslassen. Erlischt
die Flamme, kühlt sich der Fühler ab, es fließt kein Strom mehr, die
Feder gewinnt wieder überhand und schließt die Gaszufuhr.
Die Ausführung mit dem Rohr wird übrigens deshalb gemacht, weil so die
ganze Geschichte mit wenig Aufwand gasdicht wird. Von der Funktion her
würden es auch zwei Drähte tun.
HTH
Hans
Klaus Sturm schrieb:
Ja, aber in der Zwischenzeit hat mir Tante Google doch noch erklärt, dass
der oder das Nupsi <http://kamelopedia.mormo.org/index.php/Nupsi> auf den
bürgerlichen Namen "thermoelektrische Zündsicherung" hört. Ein Kontakt (wie
im Bimetall-Blinkgeber oder im Bügeleisen) ist es nicht. In
<http://www.technikservice24.de/80256A380053F5c9/ContentByKey/UHON-4PJMCV-DE-p#H8>
erfährt man die Wirkungsweise: Die Temperaturdifferenz erzeugt zwischen den
beiden Metallen an der Spitze des Röhrchens eine Spannung im
Millivoltbereich (umgekehrt zum Peltier-Element), mit der ein kleiner
Magnet im Ventil (also im Drehknopf) betrieben wird. Wenn der Magnet keinen
Strom mehr bekommt, wird eine Feder freigegeben und sperrt die Gaszufuhr.
Das lange Metallröhrchen ist demnach nichts weiter als eine abgeschirmte
Leitung.
Danke allen Mitratern und -wissern,
-Michael
:-)
lg
Klaus
> Hallo zusammen,
>
> wie heißt eigentlich dieses Nupsi, das in die Flamme ragt und bei Erlöschen
> die Gaszufuhr abschaltet? ...
>
> Hintergrund ist, dass im (leider) vergangenen Urlaub zwei Nupsis
> unzuverlässig funktionierten: Beim Starten des Kühlschranks auf Gas ging
> die Flamme auch nach einer Minute Drücken wieder aus,
dies ist ein typisches Problem dieser Thermo-Zündsicherungen:
da der Thermofühler nur wenige mV generiert muss wirklich Strom durch
die Spule fließen, damit der E-Magnet den Anker hält.
Wenige milli-Ohm Übergangswiderstand genügen schon aus, dass der Anker
nicht mehr hält (weil resultierender Strom zu gering)
und die Flamme immer verlöscht.
Therapie:
alle Kontakte des Zündsicherungs-Stromkreises "putzen",
ggf Energie-Wahlschalter (bei Kühli) tauschen.
UND:
auf stabile MECHANISCHE Verbindung zw Thermofühler und Chassis
achten. Für die Funktion muss immer etwas Wärme abgeführt werden,
da sonst die Temperatur-Differenz (und damit die Thermo-U)
zu klein wird.
> -Michael
Dario
> Wenige milli-Ohm Übergangswiderstand genügen schon aus, dass der
> Anker nicht mehr hält (weil resultierender Strom zu gering)
> und die Flamme immer verlöscht.
Bei handelsüblichen Zündsicherungen dürften Übergangswiderstände kein
Problem darstellen, dazu sind die Kontaktflächen an der Verschraubung,
wo die Fühlerleitung mit dem Reglergehäuse verbunden ist, wohl zu groß.
> Therapie:
>
> alle Kontakte des Zündsicherungs-Stromkreises "putzen",
> ggf Energie-Wahlschalter (bei Kühli) tauschen.
Verwechselst du hier nicht womöglich die thermoelementbasierten
Sicherungen mit den elektronischen Systemen, wie sie in Kühlschränken
und Heizungen zu finden sind?
> auf stabile MECHANISCHE Verbindung zw Thermofühler und Chassis
> achten. Für die Funktion muss immer etwas Wärme abgeführt werden,
> da sonst die Temperatur-Differenz (und damit die Thermo-U)
> zu klein wird.
Maßgeblich ist die Temperaturdifferenz zwischen der Spitze des Fühlers
und der sog. "Vergleichsstelle", und das ist der Ort, wo das
Leitungsmaterial von dem des Thermopaars nach Kupfer wechselt. In
unserem Fall sitzt sie im Regler, und daher sollte der nicht unbedingt
zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Was zwischendurch mit der
Leitung passiert, ist dagegen unwichtig.
MfG
Hans
>>Wenige milli-Ohm Übergangswiderstand genügen schon aus, dass der
>>Anker nicht mehr hält (weil resultierender Strom zu gering)
>>und die Flamme immer verlöscht.
>
> Bei handelsüblichen Zündsicherungen dürften Übergangswiderstände kein
> Problem darstellen, dazu sind die Kontaktflächen an der Verschraubung,
> wo die Fühlerleitung mit dem Reglergehäuse verbunden ist, wohl zu groß.
meinst Du mit "handelsüblichen Zündsicherungen" die thermoelektrischen?
Genau die sind empfindlich bzgl Übergangswiderstände, da nur wenige
Millivolt generieren werden. Ergo muss wirklich Strom fließen, um den
Magnet-Anker
zum Halten zu bewegen.
Dometic hat dies Problem inzwischen auch realisiert, neuere
Wahlschalter haben keine Steckkontakte mehr am Schalter, sondern die
Anschlusskabel sind z.T. fest mit dran.
>>Therapie:
>>alle Kontakte des Zündsicherungs-Stromkreises "putzen",
>>ggf Energie-Wahlschalter (bei Kühli) tauschen.
> Verwechselst du hier nicht womöglich die thermoelementbasierten
> Sicherungen mit den elektronischen Systemen, wie sie in Kühlschränken
> und Heizungen zu finden sind?
gemeint waren die thermoelektrischen mit "Nupsis", die in die Flamme
hineinragen.
Nach Tausch des Wahlschalters (Kontakt-Übergangswiderstände im
Haltestromkreis)
wurden zusätzlich alle Kontakte "unterwegs" geputzt (die leider nicht
vergoldet waren).
> Maßgeblich ist die Temperaturdifferenz zwischen der Spitze des Fühlers
> und der sog. "Vergleichsstelle", und das ist der Ort, wo das
> Leitungsmaterial von dem des Thermopaars nach Kupfer wechselt.
Thermospannung wird nur generiert bei Temperatur-DIFFERENZ. Dazu muss
immer etwas Wärme abgeführt werden. Am einfachsten erzielt
man dies, indem etwas Wärme des Mantels auf's Chassis abgeführt wird.
Dario
> meinst Du mit "handelsüblichen Zündsicherungen" die
> thermoelektrischen? Genau die sind empfindlich bzgl
> Übergangswiderstände, da nur wenige Millivolt generieren werden.
> Ergo muss wirklich Strom fließen, um den Magnet-Anker
> zum Halten zu bewegen.
> Dometic hat dies Problem inzwischen auch realisiert, neuere
> Wahlschalter haben keine Steckkontakte mehr am Schalter, sondern die
> Anschlusskabel sind z.T. fest mit dran.
Ich habe im Lauf der Jahre einige Kühlschrank (ohne AES) in den Fingern
gehabt. Es war *niemals* einer dabei, bei dem die Zündsicherung über
irgendeinen Schalter oder Kontakt geführt war.
> Thermospannung wird nur generiert bei Temperatur-DIFFERENZ.
Das schreib ich ja bereits :-)
> Dazu muss
> immer etwas Wärme abgeführt werden. Am einfachsten erzielt
> man dies, indem etwas Wärme des Mantels auf's Chassis abgeführt wird.
Wer hat dir eigentlich diesen Unsinn erzählt?
MfG
Hans
Hans Wein wrote:
>
>>thermoelektrischen? Genau die sind empfindlich bzgl
>>Übergangswiderstände, da nur wenige Millivolt generieren werden.
> Ich habe im Lauf der Jahre einige Kühlschrank (ohne AES) in den Fingern
> gehabt. Es war *niemals* einer dabei, bei dem die Zündsicherung über
> irgendeinen Schalter oder Kontakt geführt war.
na klar,
man kann schließlich nicht sämtliche auf dem Markt befindlichen
Kühlis samt ihrer inneren Intimitäten kennen.
In vielen Dometic/Electrolux-Kühlis der Siegen-Baureihen wird
bei manueller ES der Haltestromkreis des Magnet-Gasventils bei
Strombetrieb unterbrochen, um einen Parallelbetrieb
mit Gas UND Strom zu vermeiden (Überhitzungsproblem).Besorg Dir mal die
Service-Bulletins zu den RM6xxx und RM7xxx-Baureihen.
Dort ist das Problem detailliert beschrieben.
>>Dazu muss
>>immer etwas Wärme abgeführt werden. Am einfachsten erzielt
>>man dies, indem etwas Wärme des Mantels auf's Chassis abgeführt wird.
>
> Wer hat dir eigentlich diesen Unsinn erzählt?
grab mal Dein altes Physikbuch aus, Kapitel Thermodynamik und dort
spez die Zusammenhänge zw Temperatur, Wärme und Enthalpie.
Das ist auf den ersten Blick nicht alles sofort anschaulich:
Bei Wärmezufuhr ist eine Tempdifferenz nur zu erzeugen indem an
anderer Stelle Wärme abgeführt wird.
Bei den Baureihen ist einiges der Konstruktion mit Funktion
versehen, auch wenn es nur als Zufall aussieht. Deswegen wird es auch
leicht übersehen.
> Hans
heiße Grüße
Dario
> In vielen Dometic/Electrolux-Kühlis der Siegen-Baureihen wird
> bei manueller ES der Haltestromkreis des Magnet-Gasventils bei
> Strombetrieb unterbrochen, um einen Parallelbetrieb
> mit Gas UND Strom zu vermeiden (Überhitzungsproblem).
Wenn Dometic das tatsächlich auf die Art bewerkstelligt, indem sie die
konventionelle Zündsicherung "missbrauchen", dann ist das nicht
unbedingt die feine Art. Truma macht es vor, wie es vernünftig gelöst
ist.
> grab mal Dein altes Physikbuch aus, Kapitel Thermodynamik und dort
> spez die Zusammenhänge zw Temperatur, Wärme und Enthalpie.
Ähem, die Wirkungsweise eines Thermoelements hat nichts mit
Thermodynamik zu tun, es ist ein rein elektrischer Vorgang.
> Das ist auf den ersten Blick nicht alles sofort anschaulich:
> Bei Wärmezufuhr ist eine Tempdifferenz nur zu erzeugen indem an
> anderer Stelle Wärme abgeführt wird.
Wie ich schon in einem früheren Posting schrieb: Maßgeblich für die
erzeugte Thermospannung ist die Temperaturdifferenz zwischen der Spitze
des Thermopaares und der Vergleichsstelle. Bei der üblichen Ausführung
der Zündsicherung ist es somit die Temperatur des Ventilgehäuses, welche
in diese Rechnung eingeht, aber ob sich dieses nun infolge Abstrahlung
oder sonstiger Ursachen um 10 oder 20 °C erwärmt oder nicht, spielt in
der Praxis keine Rolle. Wenn allerdings jemand hergeht, die
Fühlerleitung schon kurz nach der Meßstelle auftrennt, hier die erste
Klemmstelle setzt und mit Kupferleitung weiter verdrahtet, sieht die
Sache schon anders aus, weil er die Vergleichsstelle nach vorne in
Richtung Wärmequelle verlagert. Aber eine derartige Ausführung wäre
schlicht gesagt Murks und hat mit professioneller Messtechnik nichts
mehr zu tun.
MfG
Hans