In Eurer FAQ und den einschlaegigen Katalogen ist zu diesem Thema noch
nichts geschrieben worden, deshalb frage ich hier mal nach.
Wir spielen mit dem Gedanken, uns eine Radjacke aus dem relativ neuen
Activent-Material von Gore zuzulegen. Uns geht es in erster Linie um die
Winddichtigkeit und die Atmungsaktivitaet. Gerade von letzterer werden
ja wahre Wunder berichtet bzw. versprochen. Darum soll es aber hier gar
nicht gehen.
Uns ist aufgefallen, dass diese Jacken teils mit, teils ohne
zusaetzlichem Netzinnenfutter angeboten werden. Da ein Vorteil dieser
Jacken - gerade fuers Radfahren - ihr geringes Gewicht ist, stellt sich
uns die Frage, inwieweit sich die Mehrausgabe von ca. DM 30,- zu Lasten
des Gewichtes lohnt.
Ich vermute mal, das Netzgewebe soll fuer einen schnelleren
Schweisstransport sorgen. Ist das auch bei den Activent Jacken noch
sinnvoll/noetig? Gibt es vergleichende Erfahrungswerte mit bzw. ohne
Netzfutter? Absolutes Muss oder unnoetige Spielerei?
Bin gespannt auf Eure Antworten.
Schoenen Dank schon mal,
Joerg
> es vergleichende Erfahrungswerte mit bzw. ohne
> Netzfutter? Absolutes Muss oder unnoetige Spielerei?
Ergänzungsfrage: Wer hat Erfahrungen mit dem Netzinnenfutter bei
"normalen" Gore-Tex Regenjacken? Reicht das Netzinnenfutter zum Schutz
der Membran aus? Wie trägt sich eine Jacke mit Netzinnenfutter im
Vergleich zu einer Jacke mit Gewebefutter?
Gruß
Elger
>
> Hallo Bekleidungsexperten!
>
> Ich vermute mal, das Netzgewebe soll fuer einen schnelleren
> Schweisstransport sorgen. Ist das auch bei den Activent Jacken noch
> sinnvoll/noetig? Gibt es vergleichende Erfahrungswerte mit bzw. ohne
> Netzfutter? Absolutes Muss oder unnoetige Spielerei?
>
> Bin gespannt auf Eure Antworten.
> Schoenen Dank schon mal,
> Joerg
Ich denke mal wenn du ordentlich in die Pedale tritts dann gibt es die
Jacke unter der du nicht schwitzt nicht. Und unter einer Wasserdichten und
sei sie noch so atmungsaktiv, fuehlt sich Schweiss genauso an wie unter
nem Regenponcho. Nicht das dieses Atmungsaktive Zeugs nicht toll waer, ich
habe selbst genug davon, aber nur zum gemuetlichen wandern oder paddeln
wenn's grad schifft. Wenn es richtig zur Sache geht runter damit une wenn
man damit aufhoert wieder anziehen.
Zu der Netzweste: Ich denke das Netz hat den Sinn die von innen
angebrachte Membran oder Beschichtung zu schuetzen. Sprich das Ding
langlebiger zu machen.
Joker
> > Uns ist aufgefallen, dass diese Jacken teils mit, teils ohne
> > zusaetzlichem Netzinnenfutter angeboten werden.
~~~~~~~~~~~~~
> Soll das heißen, daß es Jacken OHNE Innenfutter gibt? Dann läge ja die
> Membran direkt auf der Haut. Das kann doch eigentlich nicht sein.
Hallo Elger!
Nein - die Membran ist schon auf eine Traegerschicht auflaminiert. Die
Haut kommt nur mit dieser Traegerschicht in Kontakt. Was ich meine ist,
dass einige Jacken ein *zusaetzliches*, lose eingehaengtes Futter aus
Netzmaterial haben, welches dann auf der Haut/Unterwaesche aufliegt.
> > es vergleichende Erfahrungswerte mit bzw. ohne
> > Netzfutter? Absolutes Muss oder unnoetige Spielerei?
> Ergänzungsfrage: Wer hat Erfahrungen mit dem Netzinnenfutter bei
> "normalen" Gore-Tex Regenjacken? Reicht das Netzinnenfutter zum Schutz
> der Membran aus?
Siehe oben: die Membran ist schon durch eine feste Textilschicht
geschuetzt. Auch bei den staerkeren x-TEX Materialien gibt es bei
manchen Jacken aber eine *zusaetzliche* Netzschicht.
So wie ich das sehe, dient diese Netzschicht nicht zum Schutz der
Membran, sondern nur dem Tragekomfort bzw. dem schnelleren
Schweisstransport zur "eigentlichen Jacke".
Wie stark dieser Effekt im Vergleich zu einer Jacke ohne zusaetzlichem
Netzinnenleben ist - darum geht es mir. Macht sich das wirklich
bemerkbar und ist die Mehrausgabe und das hoehere Gewicht wert?
Schoene Gruesse,
Joerg
mas2...@rpool3.rus.uni-stuttgart.de gab am Montag den 13.07.98
in /DE/REC/OUTDOORS unter Re: Wirksamkeit von Netzinnenfutter bei Activent-Jacken
folgendes zum Besten:
Da gebe ich auch noch meinen Senf dazu.
>m > Ich vermute mal, das Netzgewebe soll fuer einen schnelleren
>m > Schweisstransport sorgen. Ist das auch bei den Activent Jacken noch
>m > sinnvoll/noetig? Gibt es vergleichende Erfahrungswerte mit bzw. ohne
>m Zu der Netzweste: Ich denke das Netz hat den Sinn die von innen
>m angebrachte Membran oder Beschichtung zu schuetzen. Sprich das Ding
>m langlebiger zu machen.
Ich denke, das Netz soll auch fuer einen Abstand der Membran zur Haut
sorgen, damit der Schweiss verdunsten kann, bevor er an die Membran kommt.
Wasser wird in fluessiger Form ja nicht transportiert.
Gruss Rolf
Denn, wenn es mal regnet und das Material nass geworden ist
und man von Innen auch noch schwitzt, dann kann es passieren,
dass eine durchfeuchtete Kaeltebruecke von der Haut bis ans
Aussenmaterial der Jacke reicht (gerade beim Activent).
Der Vorteil de Netzinnenfutters ist meines Ermessens das:
1. das Material nicht direkt auf der Haut liegt und
eine zusaetzliche isolierende Luftschicht herstellt.
2. das doch recht feste Aktivent Material nicht
auf der Haut klebt und damit die Bewegungsfreiheit einschraenkt.
BTW: Aktivent ist gut als Windstopper, extrem atmungsaktiv, und auch als
Schutz brauchbar, wenn man mal von einem Regenschauer ueberascht
wird.
Definitiv unbrauchbar fuer laengere Regentouren.
HTH Juergen
> Ich denke mal wenn du ordentlich in die Pedale tritts dann gibt es die
> Jacke unter der du nicht schwitzt nicht.
Schon klar, dass man das Schwitzen an sich nicht verhindern kann. Dazu
sind noch nicht einmal Hoechstleistungen noetig. Auch klar ist, dass
keine Jacke "zaubern" kann - alle haben irgendwo ihre Grenzen.
> Und unter einer Wasserdichten und
> sei sie noch so atmungsaktiv, fuehlt sich Schweiss genauso an wie unter
> nem Regenponcho.
Ich habe nichts gegen das Schwitzen als solches. Ich habe nur etwas
gegen Hitzestau und das Braten im eigenen Saft. Wenn eine Jacke schon
einen Grossteil der Feuchtigkeit herausleiten kann, hat sie ihren Zweck
erfuellt.
> Nicht das dieses Atmungsaktive Zeugs nicht toll waer, ich
> habe selbst genug davon, aber nur zum gemuetlichen wandern oder paddeln
> wenn's grad schifft.
Wenn es kalt genug ist, oder bei starkem Regen, funktionieren meine 3-
lagigen GoreTex-Jacken prima. Ich suche jetzt etwas fuer dieses
Schmuddelwetter im Moment: sehr windig, kuehl im Schatten, hin und
wieder kurze, leichte Schauer - den deutschen Sommer halt :-(
Im allgemeinen ist es aber trotzdem zu warm fuer meine bisherigen
Jacken.
> Wenn es richtig zur Sache geht runter damit une wenn
> man damit aufhoert wieder anziehen.
Ich fahre eher gemuetliche Touren, habe aber keine Lust, alle 500m
"Jacke an"/"Jacke aus" zu spielen. Das hatte ich vor ueber 10 Jahren mit
gummiertem Regenzeug - und es hat keinen Spass gemacht.
Von dem Activent-Material (o.k., ich bin auch etwas werbegeschaedigt)
verspreche ich mir eine fuer meine Verhaeltnisse ausreichende Atmung, so
dass ich die Jacke dauerhaft tragen kann, ohne gleich darin zu
ertrinken, wenn es kurzzeitig mal heiss hergeht.
> Zu der Netzweste: Ich denke das Netz hat den Sinn die von innen
> angebrachte Membran oder Beschichtung zu schuetzen. Sprich das Ding
> langlebiger zu machen.
Bei einer Beschichtung mag das auf jeden Fall mit ein Grund sein, da sie
dann nicht so schnell abrubbelt. Bisher dachte ich aber immer, dass
Membrane entweder in 3-Lagen-Verarbeitung sowieso rundum geschuetzt
sind, oder zumindest durch ein Innenfutter bei 2-lagiger Verarbeitung
abgedeckt werden.
Sollte das Netz das Innenfutter in diesem Sinne sein, hiesse das ja,
dass die Jacken ohne Netzeinsatz die Membran voellig offenlegen. Das
kann ich mir nicht vorstellen. Ich vermute eher eine 3-lagige
Verarbeitung mit entsprechend duennen umgebenden Stoffschichten. Die AV-
Membran hat ja auch nur einen Bruchteil der Dicke des GoreTex-Materials,
so dass insgesamt eine so leichte Jacke entstehen kann.
Schoene Gruesse,
Joerg
bei 20° und leichtem Regen ist es wohl mit jeder Membran schwierig, noch
eine akzepatable Atmungsaktivität hinzukriegen. Ich habe mir so eine
neongelbe Mikrofaserjacke zugelegt. Man ist prima zu sehen, der Wind
geht nicht durch und nass wird man 'eh. Außerdem ist diese Jacke
wirklich klein zu verpacken, ich spüre sie kaum in der Rückentasche des
Trikots und auch deutlich günstiger zu haben.
Axel
--
Axel vom Endt Office: A2_95
Max-Planck-Institut f. Aeronomie Phone: +49-(0)5556-979-481
Postfach 20 Fax: +49-(0)5556-979-240
D-37191 Katlenburg-Lindau Email: en...@linmpi.mpg.de
> Ich denke, das Netz soll auch fuer einen Abstand der Membran zur Haut
> sorgen, damit der Schweiss verdunsten kann, bevor er an die Membran kommt.
> Wasser wird in fluessiger Form ja nicht transportiert.
Hallo Rolf,
das klingt IMHO einleuchtend. Wie heißt es so schoen ueber die Poren der
Membran: x-mal groesser als ein Wasserdampf-Molekuel / y-mal kleiner als
ein Regentropfen (oder Schweisstropfen). Es kann also wirklich gut sein,
dass das Netz den Verdunstungsprozess unterstuetzen und nicht einfach
nur Schweiss vom Koerper ableiten soll.
Gerade beim Radfahren liegt die Jacke ja grossflaechig auf dem Ruecken
auf (wo ich stark schwitze). Fuer diesen Einsatzzweck waere dann wohl
ein Netzeinsatz sinnvoll.
Leider habe ich nicht darauf geachtet wie es bei den speziellen, sehr
koerperbetont geschnittenen Radjacken gehandhabt wird. Ich interessiere
mich eher fuer ein weiter geschnittenes, universeller einsetzbares
Modell.
Offen geblieben ist aber noch die Frage, ob und wie stark sich das Netz
in der Praxis bemerkbar macht.
Trotzdem, Danke fuer den guten Ansatz!
Schoene Gruesse,
Joerg
Hi Axel,
> bei 20° und leichtem Regen ist es wohl mit jeder Membran schwierig, noch
> eine akzepatable Atmungsaktivität hinzukriegen.
Das ist auch eher ein Grenzbereich fuer den Einsatz. In erster Linie
soll die Jacke auch bei warmen Temperaturen den Wind abhalten, ohne dass
man darunter zu sehr schwitzt. Wenn es dann mal kurze, ueberraschende
Schauer gibt, sollte die Jacke diese weitgehend abhalten koennen -
Atmungsaktivitaet ist dann nebensaechlich. Nach dem Regen wird dann
weiter geatmet ;)
> Ich habe mir so eine
> neongelbe Mikrofaserjacke zugelegt. Man ist prima zu sehen, der Wind
> geht nicht durch und nass wird man 'eh.
Wenn ich weiss, dass ich ueberwiegend im Regen fahren muss, nehme ich
ohnehin die (in beiden Richtungen) dichtere G*reTex-Jacke. Mit der neuen
werde ich da erst meine Erfahrungen machen muessen.
> Außerdem ist diese Jacke
> wirklich klein zu verpacken, ich spüre sie kaum in der Rückentasche des
> Trikots
Das sind eigentlich auch genau die Vorteile der Activent-Jacken
(gibt's auch in Neonfarben)...
> und auch deutlich günstiger zu haben.
...nur, dass sie halt teurer sind.
Dafuer soll die Atmungsaktivitaet extrem gut sein. Ausserdem sind
Membranen pflegeleichter und dauerhafter als Beschichtungen.
Das Material betreffend habe ich mich eigentlich schon entschieden. Mir
geht es jetzt nur noch um "Netz oder net".
Ciao,
Joerg
Gruß
Elger
> leider kann ich keine Vergleiche ziehen, habe mich aber
> nach meinen Erfahrungen mit GoreTex Jacken fuer die
> Activent jacke mit Netzinnenfutter entschieden.
> Denn, wenn es mal regnet und das Material nass geworden ist
> und man von Innen auch noch schwitzt, dann kann es passieren,
> dass eine durchfeuchtete Kaeltebruecke von der Haut bis ans
> Aussenmaterial der Jacke reicht (gerade beim Activent).
Hallo Juergen!
Ja, das kenne ich auch von laengeren Regenfahrten in der Gore-Kluft. Man
meint das Material waere undicht, dabei ist es nur eine Kombination aus
Schweiss und Auskuehlung. Unangenehm faellt mir das aber nur an nackten
Armen und Beinen auf.
Ich schaetze mal, daß das Netzinnenfutter hilft, diese Kaeltebruecke zu
durchbrechen, da es eine deutlich geringere Auflageflaeche besitzt als
ein "Vollmaterial". Hast Du da vielleicht ueber diese Theorie hinaus
schon praktische Erfahrungen gemacht? Hilft's wirklich?
> Der Vorteil de Netzinnenfutters ist meines Ermessens das:
> 1. das Material nicht direkt auf der Haut liegt
Hmm, bei der zukuenftigen Jacke ginge es also nur um das Stueck vom
Ellenbogen bis zum Handgelenk.
> und
> eine zusaetzliche isolierende Luftschicht herstellt.
Das steht ausser Frage. In dem Zusammenhang fand ich auch Rolf's
Erklaerung einleuchtend.
> 2. das doch recht feste Aktivent Material nicht
> auf der Haut klebt und damit die Bewegungsfreiheit einschraenkt.
Empfindest Du das wirklich als so fest? Die Membran ist deutlich duenner
als das Ur-GoreTex. Auch als Traegermaterial werden doch duenne und
leichte Stoffe verwendet. Wenn ich da an meine robuste 3-Lagen Gore-
Jacke denke...
> BTW: Aktivent ist gut als Windstopper, extrem atmungsaktiv, und auch als
> Schutz brauchbar, wenn man mal von einem Regenschauer ueberascht
> wird.
Das ist doch gut zu hoeren - dann habe ich mich wenigstens schon mal
fuer das (ein) richtige(s) Material entschieden ;)
> Definitiv unbrauchbar fuer laengere Regentouren.
Dafuer soll es auch nicht gedacht sein.
> HTH Juergen
Auf jeden Fall!
Danke,
Joerg
> Ist leider nicht ganz so einfach. Der Temperaturunterschied zwischen
> innen und aussen spielt für den Wasserdampftransport eine etwa genauso
> große Rolle wie die Unterschiede in der Luftfeuchtigkeit
> (Thermodiffusion) Das heißt, bei hohen Außentemperaturen, und da zählen
> 20° schon dazu, wird es mit der Atmungsaktivität auf jeden Fall
> schwierig.
Hallo Elger!
O.K., die Atmungsaktivitaet ist sicher nicht so gross wie bei trockenem,
kalten Wetter. Im Vergleich zu meiner klassischen GoreTex-Jacke
verspreche ich mir aber auf jeden Fall eine Steigerung.
Ciao,
Joerg